Saint-Bertrand-de-Comminges ist eineGemeinde imDépartement Haute-Garonne derRegionOkzitanien im SüdwestenFrankreichs. Der Ort liegt am Pyrenäenweg desJakobsweges.
Der Ort mit seinen 243 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) ist nach dem Bischof Bertrand von Comminges (* 1073; † 1123) benannt.
Saint-Bertrand-de-Comminges ist Mitglied der Vereinigung derschönsten Dörfer Frankreichs.
Derrömische FeldherrGnaeus Pompeius Magnus (106 bis 48) gründete am heutigen Ort im Jahr 72 vor Christus nach einem Spanienfeldzug eine römische Siedlung –Lugdunum Convenarum –, um den Weg in dasVal d’Aran und die Iberische Halbinsel abzusichern. Sie war der Verbannungsort desHerodes Antipas.
Die Siedlung hatte in ihrer Blütezeit etwa 10.000, mit Umland bis zu 30.000 Einwohner. Im Jahr 408 plünderten dieVandalen den Ort. 585 wurde hier der Kronprätendent vonAquitanienGundowald vomMerowingerkönigGuntram I. gefangen genommen und getötet. Viele Einwohner wurden niedergemetzelt, die Stadt wurde eingeäschert.
Um das Jahr 1120 wurde im Auftrag desBischofs von Comminges mit dem Bau einer Kathedrale begonnen, um die herum sich eine neue kleine Gemeinde bildete.
Die Einwohner von Saint-Bertrand-de-Comminges leben vor allem vomTourismus und derLandwirtschaft.
Etwa 400 Meter westlich vom Ort befindet sich ein Campingplatz.
Im Ort befindet sich auf einer Anhöhe dieNotre-Dame de Saint-Bertrand-de-Comminges aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche wurde während derHugenottenkriege im 16. Jahrhundert schwer zerstört. Aus der Zeit des Neuaufbaus im 16. Jahrhundert stammt das bemerkenswerte Chorgestühl.
Etwa einen Kilometer östlich des Ortes steht die aus dem 12. Jahrhundert stammende und zur GemeindeValcabrère gehörende BasilikaSaint-Just-de-Valcabrère.
Reste eines römischenForums, eines Theaters und eines Tempels wurden freigelegt (→ Lugdunum Convenarum).
Die KathedraleNotre-Dame de Saint-Bertrand-de-Comminges
Im Inneren der Kathedrale
BasilikaSaint-Just-de-Valcabrère
Lugdunum Convenarum, Forum und
Thermen
- Le Patrimoine des Communes de la Haute-Garonne. Flohic Editions, Band 1, Paris 2000,ISBN 2-84234-081-7, S. 339–341.
- Bert Freyberger:Südgallien im 1. Jahrhundert v. Chr. Phasen, Konsequenzen und Grenzen römischer Eroberung. (125–27/22 v. Chr.) Franz Steiner Verlag, 1999,ISBN 3-515-07330-2, (Geographica historica 11), (Zugleich: Erlangen-Nürnberg, Univ., Diss., 1996), S. 119.