Der Name der Gemeinde geht auf einen heiligen Avitus zurück. Es gab mehrere Personen dieses Namens, der bekannteste unter ihnen istAvitus von Vienne,Bischof im 5. und 6. Jahrhundert. Aber es gab auch einenEremiten imPérigord des 6. Jahrhunderts, einenAbt derAbtei Saint-Mesmin de Micy im 6. Jahrhundert und einen Bischof vonClermont im 6. Jahrhundert.[1]
Die Bewohner werdenSaint-Abitois undSaint-Abitoises genannt.[2]
Saint-Abit wurde im 13. Jahrhundert erstmals in den Aufzeichnungen erwähnt. Zu Ostern 1286 schworen Arnaud de Saint-Avit und Bernard de Saint-Avit denLehnseid gegenüber demVicomteGaston VII. von Béarn. Einer seiner Nachfolger, der VicomteGaston Fébus, vergab 1373 dem Hauptmann seiner Armée, Arnaud-Guilhem de Saint-Avit, den Titel des Abts desLaienklosters von Saint-Abit. 1385 gehörte das Dorf zurBailliage von Pau. Es wurden in derVolkszählung des Béarn im selben Jahr 26 Haushalte gezählt. Da ein Haushalt durchschnittlich vier Personen repräsentierte, hatte Saint-Abit demnach ungefähr 104 Einwohner in dieser Zeit. Bei einer erneuten Volkszählung im Jahre 1553 wurden 56 Haushalte gezählt. Ab dem 16. Jahrhundert gab es zwei konkurrierende Laienklöster.Jeanne d’Albret, Königin vonNavarra, führte denProtestantismus in ihrem Territorium ein als Form eines Widerstands gegen die Expansionspolitik der französischen Krone. Jean de Saint-Abit verweigerte die Gefolgschaft und wurde des Landes verwiesen. Seine Besitztümer wurden beschlagnahmt auf Grundlage einer Anordnung im September oder Oktober 1569. Die PfarrkircheSaint-Pierre wurde geschlossen. Mit demEdikt von Nantes 1598 erhielt Jean seinen Besitz und seine Privilegien zurück. Ein Beschluss derStändeversammlung des Béarn im Jahre 1675 besagte, dass dieGrundherrschaft von Saint-Abit auf drei Familien aufgeteilt war, zwei vermutlich davon als Laienkloster. Die Familie Peyré wohnte im Laienkloster, die Familie Abadie de Livron in einem kleinen Schloss und die Familie Espalungue d’Arros in einem Wohnhaus im Dorf. 1772 wurde bestätigt, dass die Familien Peyré und Livron Laienklöster besaßen und im Wechsel den Pfarrer nominierten. Allerdings vereinigten sich die Familien über eine Heirat bereits 1770.[2][4][1]
Nach einem ersten Höchststand der Einwohnerzahl von rund 370 in der Mitte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bis zu den 1970er Jahren auf rund 150 Einwohner. Seitdem ist ein erheblicher Wachstumstrend zu verzeichnen, der die Größe der Gemeinde mehr als verdoppelte.
Jahr
1962
1968
1975
1982
1990
1999
2006
2009
2023
Einwohner
170
166
150
168
195
274
347
363
294
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Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz Quellen:EHESS/Cassini bis 1999,[6]INSEE ab 2006[7][8]
Ehemaliges Laienkloster. Das „Bastion Labaddie“ genannte Anwesen befindet sich in der Nähe der Pfarrkirche. Auffälligstes Element ist der Gebäudeteil, der wie einmittelalterlicher, viereckigerDonjon aussieht. Er besitztKreuzstockfenster im Stil derRenaissance ausKalkstein vonLasseube oberhalb einer Tür mit einemSprenggiebel aus dem gleichen Material. Das Wohngebäude ist mit Kieselsteinen und Kalksteinblöcken gebaut und besteht aus einem viereckigen Trakt mit zwei Etagen im Westen und einem rechteckigen Flügel mit einem Stockwerk im Osten, der möglicherweise zu einer späteren Zeit hinzugefügt wurde. Am Ende der südwestlichen Wand aus Kieselsteinen verschiedener Herkunft sind Kalksteinblöcke und rostfarbenerSandstein ausAsson eingefügt. Eine umfangreiche Restaurierung des Gebäudes fand in den 1990er Jahren statt.[9]
Pfarrkirche, geweihtJohannes dem Täufer. Vor der Schließung der Pfarrkirche im Jahre 1569 im Zusammenhang mit dem Verbot der Ausübung derkatholischen Konfession war die Pfarrkirche demApostelPetrus geweiht. Bei der Wiedereröffnung im Zuge des Edikts von Nantes hat sich die Gemeinde entschlossen, sie nun Johannes dem Täufer zuweihen. Dieser ist auf einer Darstellung desAltars und seinemRetabel imChor zu sehen. Altar und Retabel sind als Holz gearbeitet und stammen aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Ebenfalls sind dort zwei Gemälde von Claude Gorse aus Pau, einem Malers des 20. Jahrhunderts, zu sehen. Die Kirche birgt zwei weitere Werke des Künstlers. ImLanghaus illustriert ein Bild dasAbendmahl Jesu, imSeitenschiff ein weiteres dieAnbetung der Hirten.[10]
Ehrenmal für die Toten
Ehrenmal für die Toten. Wie die meisten Gemeinden in Frankreich besitzt auch Saint-Abit ein Ehrenmal zum Gedenken an die gefallenen Soldaten der Gemeinde. Dieses Denkmal hat allerdings eine ungewöhnliche Form. Es besteht aus einem Mauerstück mit einer Fensteröffnung, auf der der Helm eines Soldaten abgelegt ist. Daneben zeigt eine Liste die Namen der zwölf Gefallenen der Gemeinde in den beiden Weltkriegen. Die unregelmäßige Kontur der Wand wie eine Ruine illustriert die Zerstörung, der Helm, wie von einem verschwundenen Soldaten abgelegt, die Trostlosigkeit eines Krieges.[11]
Saint-Abit liegt in der ZoneAOC desOssau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch.[12]
Es gibt einen VereinFermes Pédagogiques de l’Arroundade in Saint-Abit mit sechs Bauernhöfen, die ihre Tore für Schulklassen, Gruppen oder Familien öffnen, um den bäuerlichen Betrieb kennenzulernen.
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Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[13] Gesamt = 31
Saint-Abit wird durchquert von derRoute départementale 37. Die Gemeinde ist über eine Linie des BusnetzesTransports 64 mit Pau, Nay undLourdes verbunden.
↑abSaint-Abit. visites.aquitaine.fr, archiviert vom Original am 18. November 2017; abgerufen am 17. November 2017 (französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr
↑Ma commune : Saint-Abit. Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 17. November 2017 (französisch).
↑Bastion Labbadie. visites.aquitaine.fr, archiviert vom Original am 18. November 2017; abgerufen am 17. November 2017 (französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr