Die Universitätsstadt liegt an derSaar und entstand im Jahr 1909 aus dem Zusammenschluss der drei bis dahin selbständigen StädteSaarbrücken (Stadterhebung 1322),St. Johann a. d. Saar (Stadterhebung 1322) undMalstatt-Burbach (Stadterhebung 1874). Saarbrücken ist Zentrum undRegiopole einesBallungsraumes, der sich über die saarländisch-lothringische Grenze hinaus erstreckt, und steht hinsichtlich seiner Bevölkerungszahl an43. Stelle der größten Städte der BundesrepublikDeutschland. Mit ihrer Lage an derdeutsch-französischen Grenze zumDépartement Moselle ist sie die einzigedeutsche Landeshauptstadt mit direkter Grenzlage. Im grenzüberschreitenden Großraum Saarbrücken (Einzugsgebiet 45 Minuten) wohnen über 1,5 Millionen Menschen.
Im Jahr 999 wird der Ortsname urkundlich zuerst in der Form „Sarabruca“ genannt. Im Jahr 1065 dann „Sarebrucca“ und 1126 „Sarebrugge“. Der Name der Stadt bedeutet genau das, als was er heute erscheint: Eine Brücke über die Saar. Der Name geht auf einfrühalthochdeutsches*Sara-bruggja zurück. Im späten 8. Jahrhundert schwand das „j“ (Frühalthochdeutsch*bruggja < althochdeutschbrugga <mittelhochdeutschbrücke, brucke <neuhochdeutschBrücke). Das Wort „Brücke“ kann hier aber auchLandungsbrücke, Landungssteg oderPier bedeuten. Eine steinerne Brücke über die Saar, die sogenannteAlte Brücke, die denSt. Johanner Markt und denSaarbrücker Schlossplatz verbindet, wurde 1546/47 unter GrafPhilipp II. erbaut, nachdem KaiserKarl V. den Fluss an dieser Stelle wegen Hochwassers mehrere Tage lang nicht überqueren konnte. Nach der etwas weiter flussaufwärts gelegenen Römerbrücke, die im frühen Mittelalter verfiel, war die Alte Brücke nach Jahrhunderten die erste Saar-Brücke vor Ort.
Bei dem zugrundeliegenden Flussnamen Saar handelt es sich um einen vorgermanischen Gewässernamen, der sich vonindogermanisch*Sarawa ableitet. Er setzt sich zusammen aus der indogermanischen Wurzel*sor-, *sar- (deutsch: strömen) mit dem Suffix-ava. Das erste Element des Ortsnamens („Saar“) ist nach den Regeln der germanischen und deutschen Wortbildung das determinierende Bestimmungswort, das das Grundwort („Brücke“) näher eingrenzt.
Der moderne Stadtname auf „-en“ entstand aus derdativischen Bezeichnung*bi der Sarebrücken (deutsch: bei der Saarbrücke). Eine ähnliche Endungsentwicklung gibt es auch bei Orten der Umgebung, die aus Gewässernamen, Flurnamen und Stellennamen entstanden: etwaBliesbrücken (bei der Bliesbrücke),Bliesen (am FlussBlies),Differten (bei der tiefenFurt derBist),Wadern (am Watt derWadrill).
Es ergeben sich nun zwei Möglichkeiten zur Motivation der Ortsbenennung:
Die germanisch-fränkische Ortsbenennung des ursprünglich römischen Vicus an der alten Saarbrücke ist bei einer Verlegung des Ortszentrums an den heutigen Burg- bzw. Schlossfelsen saarabwärts mitgewandert.
Der Ort erhielt seinen Namen von einer Landungsbrücke an der Saar, vermutlich im Bereich des jetzigen Neumarktes, seinen Namen.[2][3]
Erklärungen des Stadtnamens, die auf einenkeltischen Ursprung abheben, gelten als veraltet.
In einigen anderen Sprachen wird das Wort für Saarbrücken dem Klang nach, in einigen mit der wörtlichen Übersetzung des Bestandteils -brücke gebildet. In vielen Sprachen lautet der Name auch schlicht „Saarbrucken“. Einige davon abweichende Formen sind heute mehr, einige weniger gebräuchlich.
Sprachgeschichtlich kommt es zwischen dem Ende des 17. und der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Grund der wechselnden politischen Einflüsse zu einer Verschiebung vom ursprünglichmoselfränkischen hin zum heute gebräuchlichenrheinfränkischenDialekt, schließlich zu einem einheitlichen Stadtdialekt, demSaarbrigga Platt.
Die 4 km breite und 10 km lange Talweitung der Saar im Mittleren Buntsandstein ist ein von bewaldeten Höhen umrahmtes, klimatisch begünstigtes, asymmetrisches Becken. Durch die Einmündung zahlreicher Seitentäler ist die Saarbrücker Talweitung mit den angrenzenden Räumen verbunden:
im Norden und Osten mit dem Saarkohlenwald und dem Saarbrücken-Kirkeler Wald
im Südosten mit den offenen Ackerebenen des Saar-Blies-Gaues und dem sich am gegenüberliegenden Ufer des Güdinger Saartales erhebenden, bewaldeten Steilabfall der Spicherer Höhen
im Süden die Saarbrücken-Forbacher Senke
im Südwesten die bewaldeten Höhen des Warndts
Die breite Sohle und die weiten Flachhänge des Tales sind fast ganz von der Siedlungs- und Industriefläche der Stadt Saarbrücken bedeckt. Die untere Talsohle (190 m) ist etwa ein km breit und grenzt im Südwesten an einen 60 m hohen Steilanstieg, der durch kleine Trockentäler gegliedert ist (Reppersberg und Triller). Dieser Steilanstieg wird vom Winterberg (301 m), einer isolierten Kuppe mit einem Dach ausKordeler Sandstein, überragt.
Am Ostrand der Talsohle erheben sich die beiden ähnlich aufgebauten Kuppen des Halberges (270 m) und desKaninchenberges (266 m) im Mündungsbereich des Scheidterbaches. Der Scheidterbach hat mit dem Saarbach (Fechinger Bach) einen ausgedehnten Schwemmkegel in den Ausgangstaltrichter vorgebaut. Im Süden brechen die Spicherer Höhen in einem 120 m hohen Steilhang mit überhängenden Felsen im Buntsandstein unvermittelt gegen die Saar ab. Der im Norden langsam zum Saarkohlenwald ansteigende Gegenhang (200–240 m) zu den Spicherer Höhen ist durch enge Ausgänge der beiden Kohlentäler und kurze Kerbtäler in Buntsandsteinsporne und breite Geländerücken zergliedert. Die Geländerücken tragen zwei Niveaus ausgedehnter Flussterrassen. Der ehemals windungsreiche Lauf der Saar wurde durch Kanalisierung begradigt und im Gefolge von Straßenbaumaßnahmen mehrfach verlegt.
Die alten Siedlungskerne der heutigen Großstadt Saarbrücken liegen auf der nur wenig erhöhten Niederterrasse und der benachbarten Terrassenleiste. Die Siedlungen dehnten sich zuerst über die ganze Talsohle, dann über die umliegenden Hänge aus. An den Hängen fanden neuere Wohngebiete ihren Platz. Die anmoorigen Hochflutrinnen wurden anfangs unbesiedelt gelassen. Im engen, heute kanalisierten Bett der Saar kann das Hochwasser infolge des großen Wasserdrucks bis zu 6 m steigen und überschwemmt dann die längs des Ufers in den 1960er Jahren gebaute Stadtautobahn. Der südöstliche Teil der Talniederung wird von Fettwiesen eingenommen. Die Werksanlagen der Burbacher Hütte beherrschten früher das Stadtgebiet im Westen, die der Halberger Hütte am Ausgang des Scheidterbachtales im Osten. Die steilen Randhöhen der Saartalweitung weisen Parkanlagen und Wälder auf: Halberg, Kaninchenberg, Winterberg und Zoogelände unterhalb des Eschberges.
Von Wäldern umgebene offene Platten bzw. waldbedeckte Rücken und Kuppen, die nach allen Seiten steil abfallen, und tiefeingeschnittene, steilwandige Täler werden nach Süden gegen denSaar-Blies-Gau abgegrenzt. Das Scheidterbachtal bildet die Verbindung zwischen dem Mittleren Saartal im Südwesten und der St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke im Nordosten.
Schmalsohlige Täler sind mit bis zu 100 m hohen Wänden in den Buntsandstein eingekerbt. Im dicht besiedelten Scheidterbachtal verläuft der alte Verkehrsweg der napoleonischenKaiserstraße. Abseits davon liegt das Grumbachtal. Die Platten werden von Flächen aus Kordeler Sandstein bedeckt. Zu den waldlosen Inseln aus Muschelsandsteininseln zählen der Scheidter Berg (340 m) und der Eschberg (350 m). Dem Steilabfall des Eschberges am Rande der Saarbrücker Talweitung sind zwei kleinere Kuppen vorgelagert. Schwarzenberg (377 m), Bartenberg (359 m) und Gehlenberg (359 m) sind auf der Wasserscheide zwischen Scheidterbach und Saar nach Norden gegen die Neuweiler-Spiesener Höhe vorgeschoben und überragen diese in Steillagen bis zu 100 m. Auf dem ehemals als Ackerland genutzten Eschberg entstand in den 1960er Jahren das Wohnviertel Eschberg. Die ehemalige Streuobstfläche des Scheidter Berges ist heute größtenteils überbaut. Von Buchenhochwald bestanden ist der Halberg. Das wald- und wiesenreiche Grumbachtal dient der Naherholung. Das Scheidterbachtal ist durch alte Siedlungskerne und ausgedehnte Industrieanlagen umgestaltet.
Das niederschlagsreiche Gebiet ist ein stark gekammertes und reliefiertes bewaldetes Bergland, das überwiegend durch parallele Längstäler kräftig zerschnitten wird und von geschlossenen Siedlungen durchzogen ist. Im Nordosten geschieht dies durch das Quertal der Blies, im Nordwesten durch dasKöllertal. Das mittlere Saartal bildet die südliche Begrenzung, die südöstliche ist die St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke (192 m). Das Gebiet stößt an den Saarbrücken-Kirkeler Wald und im Norden an das Prims-Blies-Hügelland. Die Höhen erreichen ein durchschnittliches Niveau von 350 bis 400 m Höhe. Höchster Punkt ist dabei die Göttelborner Höhe (444 m) auf der Hauptwasserscheide zwischen Saar und Blies. Die zur Saar entwässernden Täler sind auf 210–250 m eingetieft und durch quer- und längs verlaufende Wasserscheiden scharf voneinander getrennt. Das sich in südwest-nordöstlicher Richtung ausdehnende Bergland ist 8 km lang und 20 km breit. Die Kohlentäler, die zur Saar hin ausgerichtet sind, folgen dem langsamen Absinken des Hauptsattels unter den Buntsandstein und reißen die flözführenden Schichten auf. So wurde der historische Kohlenabbau möglich und die Saarindustrie konnte hier beginnen. Durch großflächige Wiederaufforstungsgebiete aus Buchen und Nadelbäumen werden die Siedlungen begrenzt.
Im niederschlagsreichen Kernraum des Saarkohlenwaldes, der von Höhen umrahmt und durch Paralleltäler stark reliefiert ist, wird die Waldbedeckung eng verzahnt mit dichter Besiedelung und Industrieanlagen. Der Bereich öffnet sich im Süden zur Saarbrücker Talweitung, im Nordosten ist er durch einen Querrücken vom Neunkircher Talkessel abgegrenzt, nach Norden ist er durch eine breite Pforte mit dem Prims-Blies-Hügelland verbunden.
Die beiden Kohlentäler des Sulzbaches und des Fischbaches (240–190 m) sind schmalsohlig in Schiefertone, Tonsteine und feinkörnige Sandsteine der Saarbrücker Schichten um 100–150 m eingetieft. Dabei legen sie die darin enthaltenen Kohlenflöze frei. Fischbachtal und Sulzbachtal werden durch einen langgestreckten Höhenrücken (307–360 m) aus Sandsteinkonglomeraten voneinander geschieden. Auf dem Höhenrücken bündelt sich der Straßenverkehr vom Saartal nach Nordosten (alter Rennweg, heute Grühlingstraße). Der Schienenverkehr führt durch die beiden Seitentäler der Saar. Der Höhenrücken ist an den breitgewölbten bis scharfgratigen Querriegel im Nordosten angebunden, der die Hauptwasserscheide zwischen Saar und Blies bildet. Er erreicht mit dem Hoferkopf eine Höhe von 403 m und mit der Erkershöhe eine Höhe von 397 m. Der Höhenrücken ist von der Göttelborner Höhe (444 m) durch die weiträumigen Ursprungsmulden des Fischbaches getrennt. Der Fischbach wird durch zahlreiche Bäche und Gerinne gespeist, die am Holzer Konglomerat entspringen. Die weitgeschwungenen Hänge des Sulzbachtales sind durch kurze Kerbtälchen untergliedert. Im Unterlauf des Sulzbaches schneidet er eine in das Kohlengebirge eingelagerte Buntsandsteinscholle an und bildet einen weiten Kessel, in dem der Ort Dudweiler liegt.
Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes liegt mit178,5 m ü. NHN an der Schleuse Luisenthal. Der mit401 m ü. NHN höchste Punkt befindet sich am Steinkopf, nördlich des Flughafens Saarbrücken.
Nach der ersten Eiszeit begannen die Saar, der Fechinger Bach, der Scheidterbach, der Sulzbach und der Fischbach den Saarbrücker Talgrund im weichen Buntsandstein auszuspülen. Die Zuflüsse der Saar brachten aus ihrem Einzugsbereich Geröll und Sand mit. Auch die Saar selbst bewegte eine immense Schotterlast. Nach den drei Nacheiszeiten war das spättertiäre Saartal am Ort des heutigen Saarbrücken auf 4 km aufgeweitet und mehrfach durch Wassererosion umgestaltet worden. Dabei waren der Kaninchenberg und der Halberg als Auslieger herauspräpariert worden. Im ständig bewegten Talgrund wurden breite Schotterfluren aufgeschüttet und umgelagert. In den trockeneren Zeitabschnitten grub sich der Saarhauptlauf tief in das angeschwemmte Schotterbett ein und schuf so in mehreren Schüben die heute noch erkennbaren Flussterrassen.
Auf der ausgeräumten Buntsandsteinsohle bilden heute sandige Kiesgerölle die Aue und die nur wenig erhöhte Niederterrasse, die im Zentrum der Saarbrücker Talweitung über 1 km breit ist. Die Kiesgerölle habe eine Mächtigkeit von 2 bis 5 m. Nachdem sich die zunächst wild dahinschießenden Wassermassen verlangsamt hatten, lagerten sich feinste Mineralteilchen ab und bildeten Auenlehme, die der wiederaufkommenden Pflanzenwelt ein gutes Startsubstrat boten. Bis auf unscheinbare Reste sind heute die sandigen Kiesböden mit den Auenlehmdecken der Niederterrassen sowie die geröllreichen Lehmsandböden der Mittel- und Hochterrassen völlig von Bebauung überdeckt. Durch mehrmaligen Um- und Ausbau der Saar ist die ehemalige Flussaue überdeckt und verändert. Sowohl der steile Süd- und Westhang, als auch der flach geneigte Nord- und Osthang der Saarbrücker Talweitung ist siedlungsmäßig bebaut.
In den Stadtteilen Malstatt, Burbach und Altenkessel herrschen infolge des Karbon-Untergrundes tonige Parabraunerden, lehmiger Feinsand und sandig-schluffiger Lehm vor. In den Hanglagen von St. Johann, Alt-Saarbrücken, St. Arnual, im Scheidter Tal und am Südhang von Dudweiler finden sich leichtere, durchlässigere Böden wie anlehmiger Sand und lehmiger Feinsand im Bereich des mittleren Buntsandsteins. Der Eschberg bildet eine inselartige Ausnahme. Hier haben sich basenreiche, tonig-lehmige Kalkbraunerden aufgrund der Muschelkalk-Auflage entwickelt. Auf dem Scheidter Berg, dem Fechinger Berg, dem Güdinger Berg und dem Bübinger Berg, in Ensheim, in Eschringen, in Bischmisheim und am Bübinger Hang findet sich die gleiche Bodensituation. Eine nährstoffreiche Parabraunerde, die aus diluvialen und alluvialen Sedimenten gebildet wurde, findet sich in den Stadtteilen Fechingen, Brebach und Güdingen.[6]
Saarbrücken mit seinem humiden Klima wäre ohne den Einfluss des Menschen außerhalb der Hochflutrinnen der Saar und der Felsstandorte ein nahezu geschlossenes Waldgebiet. Die Geschichte der Vegetation nach der letzten Eiszeit ist durch Pollenanalyse erschlossen. Der Entwicklungsbogen spannt sich von der baumlosen Tundra bis zum entwickelten Hochwald. Früher noch datieren archäologische Funde aus der ersten Zwischeneiszeit (ca. 600.000 bis 550.000 v. Chr.). In einer im Jahr 1927 bei Spichern entdeckten Höhle aus der Altsteinzeit fanden sich neben Knochenresten aus der Jagdbeute auch bearbeitetes Holz und Holzkohlenreste. Das Holz stammt von Fichten (Picea), Weißtannen (Abies) und Kiefern (Pinus). Diese Holzfunde sind ein Hinweis darauf, dass zu dieser Zeit Saarbrücken einen hohen Anteil an immergrünen Nadelhölzern mit nordischen Charakterzügen aufwies.
Um 10.000 v. Chr., als die zeitlich längste und räumlich ausgedehnteste Vereisung (Würm-Eiszeit, Dauer 120.000 Jahre) zu Ende ging, fehlte im Gebiet des heutigen Saarbrücken annähernd jede höhere Vegetation. Die Landschaft wies ein tundrenähnliches Pflanzenkleid mit Seggenrieden, Zwergsträuchern, Rasen- und Wasserpflanzengesellschaften auf. Mit zunehmender Temperatur folgte eine krüppelwuchsreiche Wald- und Baumtundra mit robusten Pioniergehölzen, wie Weide, Birke und Kiefer.
Während einer Zeit, in der die Höhen der benachbarten Vogesen und die Schwarzwaldgipfel noch dauerhaft verschneit waren, entwickelte sich im Gebiet des heutigen Saarbrücken ein lockerer, lichter Wald mit Birke, Kiefer und Weide und vereinzelten Eichen. Mit zunehmender Wärme fand der Haselnussstrauch rasch Eingang und bildete bald eine dichte Strauchschicht in den lockeren Waldbeständen. An nährstoffreichen Standorten siedelte sich die Esche an. In versumpften Senken und an Altarmen der Saar gesellte sich zur Weide die Erle, sodass sich bald dichte Bruchwälder bildeten.
Um 8000 v. Chr. begünstigte eine regenärmere Periode die Ausbreitung der Kiefer, die bis 7000 v. Chr. im Saarbrücker Raum die beherrschende Baumart wurde. Mit der Zunahme von Niederschlägen infolge eines verstärkten atlantischen Einflusses nahmen die Anteile von Erle, Esche, Eiche, Ulme, Linde und Ahorn zu, deren Samen durch Wind und Waldtiere leicht und weit verbreitet wurden. Anstelle der bisher vorherrschenden Kiefernwälder bildete sich ein sommergrüner Eichenmischwald, was auch durch einen archäologischen Fund aus Burbach belegt ist.
Hier fand man bei Verlegungsarbeiten an der Saar den Hornzapfen eines Auerochsen aus dem Zeitraum 5500–4000 v. Chr. mit eingewaschenem Uferschlamm. Der Saarschlamm wies Pollenanteile von Eiche (18 %), Linde (24 %), Birke (19 %), Kiefer (27 %), Erle und Hasel (7 %) sowie 5 % unbestimmbare Reste auf.
Als um 3000 bis 2500 v. Chr. die Temperatur leicht zurückging und es zu höheren Niederschlägen kam, wanderte die bereits im Tertiär vorhandene Buche wieder in den Saarbrücker Mischwald ein und eroberte allmählich den größten Teil der Waldflächen zulasten von Esche, Ulme, Linde und Ahorn.
Menschlicher Einfluss auf die Vegetation wird im heutigen Saarbrücken ab dem Beginn der Jüngeren Steinzeit (4000 bis 1800 v. Chr.) nachweisbar. Pollendiagramme deuten mit Wildkräuterpollen (Gänsefuß-, Beifuß-, Wegerich- und Ampfergewächse) auf zunehmenden Wanderfeldbau hin. Dies wird auch durch aufgefundene Steingeräte aus dieser Zeit belegt, die in größerer Zahl aufgefunden wurden.[7] Mit Hilfe dieser Steingeräte rodeten die Menschen nun zunehmend Waldflächen in den Flussniederungen der Saarbrücker Talweitung, um an deren Stelle Wanderfelder anzulegen.
Da eine Düngung oder ein Fruchtwechsel der angelegten Felder unterblieb, wurden diese nach Auszehrung der Böden aufgegeben und an anderer gerodeter Stelle eine neue Anbaufläche geschaffen. Auf den aufgelassenen Ackerflächen siedelten sich zunächst eine Wildkrautflora sowie nach und nach Salweide, Aspe, Birke und Hasel an. Um etwa 1000 v. Chr. drang von Osten her die Hainbuche vor. In der Bronzezeit setzte sich der Wanderfeldbau fort, worauf Funde von Bronzebeilen aus der Saarbrücker Tallage hinweisen.
Mit dem Ende der Bronzezeit um 800 v. Chr. kühlte das Klima nochmals ab und die Niederschläge nahmen zu. In dieser Phase breitete sich im Saarbrücker Gebiet die Buche weiter aus. Diese Phase dauert bis in unsere Tage an.[8]
Im Saarbrücker Stadtgebiet ist heute aufgrund des massiven Einflusses des Menschen keine natürliche Vegetation mehr zu finden. Gärtnerische Kulturen bestimmen das Stadtbild in Straßen, Gärten, Parks und Grünanlagen. Die Erschließung des geschlossenen Waldlandes, in dem durch großflächige Rodungen bis ins späte Mittelalter zwei Drittel des ursprünglichen Waldes abgeholzt wurden, veränderte die Vegetation Saarbrückens maßgeblich. Die gewonnenen Flächen wurden als Äcker, Wiesen und Weiden genutzt. Weiterer Raubbau am Wald unterblieb in Saarbrücken weitgehend. Abgesehen von den Rodungen am Rodenhof (= Rodungshof) wurden der St. Johanner Wald und die großen fürstlichen Waldungen des Saarkohlenwaldes durch Auflagen der Dynastie Nassau-Saarbrücken weitgehend erhalten. Bis heute ist Saarbrücken außerhalb der Saartalweitung von dichten Wäldern mit dominierender Buchenvegetation umgeben. Auch Eiche und Bergahorn gedeihen hier gut. In Frostmulden sind Hainbuchen vermehrt anzutreffen. An kleinen Bachgerinnen wächst ein artenreicher Bach-Eschenwald.
Mit der Einführung einer gezielten, forstwirtschaftlichen Planung veränderte auch der Wald um Saarbrücken sein Aussehen. Durch großflächige Pflanzungen mit nichteinheimischen Baumarten (Fichte, Douglasie, Lärche), planmäßige Schlagführungen und gelenkte Naturverjüngung entstanden gleichartige und altersgleiche Waldteile mit hoher Schadensanfälligkeit. Diese Monokulturen sind zu Gunsten naturgemäßerer Waldwirtschaft aufgegeben worden.
Durch die Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert wurden in einem Zeitraum von 150 Jahren die Gemarkungen von Alt-Saarbrücken, St. Johann, St. Arnual, Malstatt-Burbach, Rodenhof, Jägersfreude und Dudweiler fast vollständig bis an die Waldgrenze bebaut. Landwirtschaftliche Nutzung ist heute nur noch in den später eingemeindeten Stadtteilen Ensheim, Eschringen, Bischmisheim, Bübingen, Güdingen und Fechingen möglich.
Zahlreiche Ackerflächen wurden zu Bauland. Mit dem Einsatz von chemischen Wuchsstoffen und Bekämpfungsmitteln, der Mechanisierung der Landwirtschaft sowie der Aufgabe der überkommenen bäuerlichen Kleinfelderwirtschaft stieg der Ertrag überproportional an, doch kam es zum Verlust zahlreicher Blütenpflanzen (z. B. Kornrade, Kamille, Klatschmohn, Kornblume, gelbe Platterbse). Hinsichtlich der Flora der Wintergetreideäcker auf Kalkböden sind seit etwa 1960 Pflanzen wie die Strahlendolde, der Acker-Steinsame, die Haarige Platterbse, die Haftdolde oder die Schleifenblume ganz verschwunden. Selten geworden sind unter anderem Acker-Hahnenfuß, Breitsame, Sommer-Teufelsauge, Venuskamm und Knollenkümmel. An offenen Weg- und Ackerrainen überleben robustere Arten wie Sichelmöhre, Tännelkraut und Klatschmohn. In nassen Mulden stehen Komplexe von Pfeifengraswiesen mit Sumpfwurz, Kümmelblättriger Silge und gelbem Bergklee. An beschatteten Winkeln gedeiht Akelei. Auf flachgründigen, trockenen Hängen haben sich Halbtrockenrasen mit reichem Blütenflor und Orchideenarten (z. B. Helm-Knabenkraut, Bienenragwurz, Kleines Knabenkraut, Hummelragwurz, Purpurknabenkraut) ausgebildet.
Mit der Ausweisung einer Reihe von nutzungsfreien Naturwaldzellen (z. B. in einem größeren Areal im Steinbachtal zwischen Von der Heydt und Neuhaus) versucht die Landesforstverwaltung zu erforschen, wie und in welchem Zeitraum sich eine potentielle natürliche Vegetation, also eine Pflanzendecke ohne menschlichen Einfluss, auf den weitgehend störungsfrei gehaltenen Naturwaldflächen wieder einstellen wird.[9]
Das Klima der Saarbrücker Region ist weitgehend atlantisch geprägt. Maßgebend sind dafür die ständige Westdrift und die relative Nähe zur Meeresküste, die Oberflächenstruktur sowie die nach Nordosten ansteigenden Höhenstufen. Reliefbedingt bestehen aber auch auf engstem Raum Unterschiede. Das tiefliegende Saartal und seine Ränder sind als wärmste Klimazone ausgewiesen. DieJahresmitteltemperatur beträgt mehr als 8 °C.
Das mittlere Saartal in seiner Südost-Nordwest-Richtung und besonders die Saarbrücker Talweitung liegen im Windschatten der Buntsandstein- und Muschelkalk-Schichtstufe, die den Talzug der Saar an ihrem linken Ufer begleitet. Rechts der Saar erhebt sich hinter dem Weichbild Saarbrückens der Karbon-Sattel. Die Tallage liegt zwischen 170 und200 m ü. NN. Die Höhenstufen erreichen in den angrenzenden Hochlagen auf beiden Saarseiten 350 bis400 m. Aus den langjährigen Messdatenreihen (1951–1970) der meteorologischen Beobachtungsstation St. Arnual (191 m ü. NN) lag für die Talzone der Jahresmittelwert der Lufttemperatur bei 9,6 °C. Im Winterhalbjahr waren es 4,3 °C, im Sommerhalbjahr 14,9 °C. Für die Höhenlagen ergaben die Messungen der Flugwetterwarte Ensheim (323 m ü. NN) einen Jahresmittelwert von 8,9 °C (Winterhalbjahr 3,6 °C / Sommerhalbjahr 14,2 °C). Das Jahresmittel der Frosttage mit einer Tagestiefsttemperatur geringer als ±0 °C war für die Tallage mit 74 Tagen, für die Hochlagen mit 84 Tagen registriert. Der Mittelwert der Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur höher als 25 °C lag in der Talzone bei 34 Tagen und auf der Höhe bei 22 Tagen. Von Juni bis August ist es mit durchschnittlich 16,9 °C am wärmsten und von Dezember bis Februar ist es mit durchschnittlich 0,8 °C am kältesten.
In der Höhenströmung überwiegen die Südwestwinde, dicht gefolgt von Windströmungen aus Nordost. Durch den Talverlauf der Saar von Südost nach Nordwest sowie die Leelage des Tales entlang der Schichtstufen wird eine wesentlich veränderte Tal-Windströmung erzeugt. Hier herrschen die Winde aus Südost bis Süd vor.
Die durch die Westdrift herangeführten atlantischen Regenwolken geben erst in der Staulage des Saarkohlenwaldes ihre Niederschläge ab, so dass das mittlere Saartal auffallend trocken ist. Der langjährige Niederschlagsmittelwert (1951–1970) der Station St. Arnual lag mit 790 mm deutlich unter dem Wert der Messstation Ensheim mit 840 mm, aber erheblich unter dem Wert von Göttelborn mit 1140 mm und Kleinblittersdorf mit 1047 mm Niederschlag. Der meisteNiederschlag fällt mit 80 mm im August.
Neben den zusammengefassten makroklimatischen Gegebenheiten sind insbesondere die mesoklimatischen und geländeklimatischen Bedingungen wichtig. Bei trockener Hochdrucklage in Herbst und Winter sind ganz- oder mehrtägig andauernde luftaustauscharme Wetterlagen mit Windstille (Inversion) typisch, wobei eine stabile atmosphärische Schichtung besteht. Mit zunehmender Höhe liegen über der bodennahen Kaltluft unbewegliche wärmere Luftschichten. Die Folgen sind vereinzelt Fröste, Nebelbildung und die Anreicherung schädlicher Abgase und Schwebstoffe in der unteren Luftzone, wovon Siedlungen in den Talzügen und Beckenlagen betroffen sind.
Häufiger sind die kurzzeitigen Bodeninversionen, wenn bei klaren, schwachwindigen Nächten angestaute Kaltluft zu Spätfrösten sowie starker Tau- und Nebelbildung führt. Bei kräftiger horizontaler Luftströmung (advektive Wetterlage) aus Nord bis Ost ist ein ausreichender Luftaustausch im Stadtzentrum Saarbrückens gewährleistet. Durch das Aufsteigen erwärmter Stadtluft bei relativer Windruhe, also bei vertikaler Luftbewegung (konvektive Wetterlage) entsteht eine Sogströmung in der bodennahen Luftschicht, die kühlere Frischluft aus den weniger aufgeheizten Stadtrandgebieten Saarbrückens heranführt.[10][11][12][13][14]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saarbrücken
Das Stadtgebiet von Saarbrücken ist gemäß § 1 der „Satzung über die Einteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken in Stadtbezirke“ in die vier Stadtbezirke Mitte, Dudweiler, West und Halberg gegliedert, wobei der Stadtbezirk Dudweiler eine eigene Bezirksverwaltung hat. In jedem Stadtbezirk gibt es einen Bezirksrat und einen Bezirksbürgermeister. Die Bezirksräte sind zu wichtigen, den Bezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Stadtrat der Gesamtstadt Saarbrücken. Die Stadtbezirke sind inStadtteile und diese wiederum inDistrikte untergliedert. Die Unterteilung in Distrikte dient jedoch lediglich statistischen Zwecken.
Landeshauptstadt Saarbrücken und Umland
Die Stadtbezirke mit ihrer amtlichen Nummer sowie deren zugehörige Stadtteile
Im Kernbereich von St. Johann wird eine vorgeschichtliche Siedlung vermutet, die jedoch von heutiger Bebauung überdeckt ist, sodass es nur zu Zufallsfunden kommt. Jagdbeutereste (Auerochsen-Hornzapfen) aus derAltsteinzeit wurden in Burbach gefunden. Aus derJungsteinzeit wurden in St. Johann Steinklingen und Keramik gefunden. EinHügelgrab in Brebach-Fechingen und ein Gehöft in Güdingen mit bedeutenden Fundresten (z. B. bronzene Radnadel) stammen aus derMittleren Bronzezeit. In St. Johann wurden an einem Bestattungsplatz Hals- und Armringe aus derEisenzeit entdeckt.[15]
Im Bereich von Alt-Saarbrücken existierte bereits in vorrömischer Zeit eine Siedlung derMediomatriker. Auf dem Sonnenberg befand sich eine keltische Höhenburg mit Fürstensitz.[16] Flussaufwärts vom heutigen Stadtkern, im Stadtteil St. Arnual und im Bereich eines Möbelhauses am Fuß desHalbergs, sind römische Siedlungsreste nachgewiesen. Der auf einem Meilenstein nachgewiesene Ortsname der Siedlung am Halberg warVicus Saravus (Saarort).[17] Mit diesem Vicus bildete sich zum ersten Mal im heutigen Saarbrücker Stadtgebiet ein Siedlungszentrum heraus. Hier kreuzten sich zwei Fernstraßen (Metz–Mainz,Straßburg–Trier).
Eine römerzeitliche Siedlung auf der hochwasserfreien Terrasse im heutigen St. Johann wird vermutet, ein Knüppeldamm im Bereich der heutigen Dudweilerstraße und Gerberstraße ist nachgewiesen.[18] Die erste Bebauung des Vicus Saravus entstand in der frühen Kaiserzeit parallel zum Flusslauf der Saar. Ein Friedhof der Siedlung befand sich innerhalb, einer außerhalb der Ortsbebauung am Fuße des Halberges. Die Quellen des Schwarzenberges wurden seit der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. mit Hilfe einer über- und unterirdischen Wasserleitung in die Siedlung geleitet.[19] Am Eschberg sind ein Merkurtempel[20][21] und am Halberg einMithras-Heiligtum nachgewiesen.[22]
Hypokaustheizungen und Funde von medizinischen Gerätschaften deuten auf einen gewissen Komfort und ärztliche Versorgung hin.[23] Die Straßenverbindung zum anderen Saarufer war ursprünglich durch eine Furt, später durch eine Brücke gewährleistet, die wohl bis ins hohe Mittelalter nutzbar war und deren Reste im Jahr 1863 im Zuge der Saarkanalisation gesprengt wurden. Weitere Brückenübergänge befanden sich oberhalb des heutigen Güdingen und waren bis ins 17. Jahrhundert benutzbar.[24] Die Vorgängerbauten am Ort der heutigen gotischenStiftskirche Sankt Arnual sind ebenfalls römischen Ursprungs. Weitere Funde werden im Bereich des St. Arnualer Marktes und im ehemaligen Stiftsbezirk vermutet.[25]
Der prosperierende Vicus Saravus wurde im Jahr 275/6 n. Chr. bei einem Einfall derAlamannen vollständig niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau fiel die Siedlung vermutlich im Jahr 350 n. Chr. einem Germaneneinfall zum Opfer, was den raschen Niedergang des Ortes zur Folge hatte.
In spätrömischer Zeit hatte man zum Schutz vor Einfällen den Bau einesKastell (Kastell Saarbrücken) auf unregelmäßigem sechseckigen Grundriss begonnen. Es bildete einen Brückenkopf und bezog Straße und Saarbrücke mit ein. Vier Ecken des Kastells, das Raum für eine kleine römische Garnison bot, waren durch Rundtürme gesichert. Der vermutlich zugehörigeVicus Saravus fiel mit den letztenGermanenstürmen zu Beginn des fünften Jahrhunderts oder mit dem Durchzug derHunnen auf ihrem Zug nach Metz wüst.[26] Links der Saar, rund um die StiftskircheSankt Arnual, befand sich nachweislich eine römische Siedlung mit einer größeren Villa. Weitere römische Besiedlungen wurden im gesamten heutigen Stadtgebiet gefunden.[27]
Ab ca. 520 siedelte sichfränkische Bevölkerung neben ansässig gebliebenenGallo-Romanen an.In den Ruinen der römischen Villa im heutigen Stadtteil St. Arnual wurde inmerowingischer Zeit Anfang des 7. Jahrhunderts eine erste Kirche als Grablege des Metzer BischofsArnual errichtet. Diese Kirche war das Zentrum einer Klerikergemeinschaft im damaligen Dorf Merkingen, das später nach dem heiligen Arnual umbenannt wurde. Es soll sich bei der Kirche um eine Schenkung des merowingischen KönigsTheudebert II. handeln. Ab ca. 830 entwickelte sich die Merkinger Klerikergemeinschaft zu einemKollegiatstift.
Die ältesten urkundlich erwähnten Orte, die heute zur Landeshauptstadt Saarbrücken gehören, sind Fechingen (777), Eschringen (893),Dudweiler (977) und Malstatt (960).
ImVertrag von Verdun im Jahr 843 kam bei der Teilung des Karolingerreiches die Saargegend zum Mittelreich Kaiser Lothars (Lotharii Regnum). Vermutlich entstand um diese Zeit auf dem Saarfelsen, wo heute dasSaarbrücker Schloss steht, eine Burg, die sich im königlichen Besitz befand.
Diese Burg wurde in einer Schenkungsurkunde KaiserOttos III. vom 14. April 999 erstmals als Königsburg „castellum Sarabrucca“ erwähnt, die demMetzer BischofAdalbero II. geschenkt wurde. KönigHeinrich IV. bestätigte in einer Urkunde vom 3. April 1065 die Vergabe der Burg Saarbrücken an den Bischof von Metz,Adalbero III. von Luxemburg.
Im Zeitraum der Jahre 1085/1088 wurden dieSaargaugrafen mit der Saarbrücker Burg belehnt. Seit 1118 bzw. 1123 benannten sich die Saargaugrafen nach der Burg „Grafen von Saarbrücken“.
Am 1. Dezember 1145 hatte PapstEugen III. inVetralla mit der ersten „Kreuzfahrtbulle“Quantum praedecessores zu einem zweiten Kreuzzug aufgerufen. Nach einer diesbezüglichen Predigt vonBernhard von Clairvaux hatte der französische KönigLudwig VII. am 31. März 1146 inVézelay feierlich seine Teilnahme am Kreuzzug erklärt. Ludwig sollte das Oberkommando über den Kreuzzug erhalten, dem sich nun immer mehr Freiwillige, nicht nur aus Frankreich, sondern auch aus Flandern, England und Norditalien anschlossen. Das französische Kontingent desZweiten Kreuzzuges traf im Jahr 1147 unter Führung König Ludwig VII. in St. Arnual ein. Hier war durch eine römerzeitliche Brücke der Saarübergang für ein größeres Heer auf dem Weg von Metz nach Worms möglich. Das Stift St. Arnual und der Trierer BischofAlbero von Montreuil organisierten am ersten Sonntag nachTrinitatis für den französischen König und den späterenGrafen der Champagne,Heinrich den Freigiebigen, ein Festbankett und versahen sie mit Reiseproviant.[28][29][30][31][32]
Auf Befehl KaiserFriedrich I. („Barbarossa“) wurde 1168 die Saarbrücker Burg teilweise zerstört. Nach dem Jahr 1171 wurde die Burganlage neu aufgebaut und eine kleine Siedlung westlich der Burg entstand, in der sich in der Umgebung der Burg Burgmannen, Händler und Schutzsuchende ansiedelten; die Siedlung(Alt-)Saarbrücken entwickelte sich.Im Jahr 1227 wurde durchSimon III. dieDeutschordenskommende St. Elisabeth gegründet, die karitative Aufgaben und beschränkteGerichtsbarkeit erhielt und in den nachfolgenden Generationen zu beträchtlichem Ansehen und Einfluss gelangte. Die im 13. Jahrhundert als Krankenstation gebaute Kapelle gilt als das älteste noch bestehende mittelalterliche Gebäude Saarbrückens.
Ab ca. 1250–1270 wurde die alte Stiftskirche St. Arnual durch einen gotischen Neubau ersetzt, der heute noch besteht. Um diese Zeit wurde der Saarübergang von St. Arnual ins heutige Stadtzentrum verlegt. Eine Fährverbindung zwischen Saarbrücken und der Nachbarsiedlung St. Johann gewährleistete den Transport von Ufer zu Ufer. Die Öffnung desGotthardpasses nach 1220 führte zu einem Anwachsen des Süd-Nord-Handelsverkehrs, der eine wichtige Route über Saarbrücken nahm. Eine Siedlung namens Habschied beim heutigen Südfriedhof wurde im Jahr 1252 erstmals urkundlich erwähnt. Sie fiel allerdings im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts wüst. Kurz nach der Nennung von Habschied kam es im Jahr 1259 zur Nennung der Siedlung Breitenbach beim heutigen Deutschmühlenweiher. Auch sie fiel nach 1452 wüst.[33]
Nach 1261 wurde an der Stelle der heutigenSchlosskirche mit dem Bau der St. Nikolauskapelle begonnen. Das Bestehen des Dorfes St. Johann mit seiner Johanneskapelle wurde erstmals im Jahr 1265 urkundlich erwähnt. Der heutige Saarbrücker StadtteilBurbach wurde erstmals um das Jahr 1290 urkundlich erwähnt.
Der gotische Neubau der Stiftskirche St. Arnual wurde um das Jahr 1390 fertiggestellt.
GrafJohann I. von Saarbrücken-Commercy verlieh im Jahr 1322 Saarbrücken (dem heutigen Stadtteil Alt-Saarbrücken) und St. Johann in einem Freiheitsbrief dasStadtrecht. Die Siedlung Eschberg wurde im Jahr 1393 erstmals erwähnt.
Im Jahr 1459 wurde eine neue Befestigung der Burg durch den GrafenJohann III. begonnen und die Burgkapelle in den folgenden Jahren verlegt. Ab dem Jahr 1462 führte das Saarbrücker Stadtgericht ein eigenes Siegel. Dieses Siegel ist bis heute ein Bestandteil des Saarbrücker Stadtwappens.
Ab ca. 1470–1480 wurde die alte Nikolauskapelle in Saarbrücken durch die heutige spätgotische Schlosskirche ersetzt. Vermutlich auf Veranlassung KaiserKarls V. wurde der Bau der heutigen Alten Brücke über die Saar durch GrafPhilipp II. in den Jahren 1546–1548 begonnen. Ab dieser Zeit begann in der Grafschaft Saarbrücken die Ausbreitung reformatorischen Gedankengutes ausgehend vom St. Arnualer Kollegiatstift, das im Jahr 1569 aufgelöst wurde.[34]
Renaissanceschloss SaarbrückenLage Saarbrückens und St. Johanns auf einem Ausschnitt aus derLothringen-Karte (nördlicher Teil) desGerhard Mercator von 1564 bis 1585Verzeichnis der eingehenden und abgehenden Postverbindungen der Stadt Saarbrücken aus dem Jahr 1754 mit demHeiligen Römischen Reich undEuropaInfrastrukturelle Anbindung der Stadt Saarbrücken über Postrouten im Jahr 1786
Im Jahr 1574 fiel dieGrafschaft Nassau-Saarbrücken durch Erbfall an GrafPhilipp III., der dieReformation nachlutherischemBekenntnis einführte. Im Jahr 1577 wurde im Burgbereich mit dem Bau des gräflichen Sommerhauses an der Schlossmauer über der Saar begonnen. Die mittelalterliche Burg wurde in den Jahren 1602–1617 durch den Baumeister Kempter von Vic zu einemRenaissanceschloss umgestaltet. Das heutigeLudwigsgymnasium wurde im Jahr 1604 gegründet. DasStift Sankt Arnual hatte bereits im Jahr 1223 eine Stiftsschule unterhalten. Nach der Auflösung des Stiftes im Jahr 1569 und der Einführung der Reformation im Jahr 1575 bildetePhilipp III. von Nassau-Saarbrücken daraus im 16. Jahrhundert eineLateinschule. Im Jahr 1604 gründete GrafLudwig II. von Nassau-Saarbrücken schließlich als Bildungszentrum fürNassau-Saarbrücken ein Gymnasium, welches durch die Einkünfte des Stifts St. Arnual finanziert wurde. ErsterRektor warWilhelm Ursinus. Entsprechend der kirchlichen Tradition des Gymnasiums und seiner hauptsächlichen Bestimmung während der Barockzeit, nämlich den Pfarrer- und Beamtennachwuchs des Landes auf das Theologie- oder Jurastudium vorzubereiten, waren die Lehrer und Rektoren des Gymnasiums zugleich evangelische Pfarrer.
DerDreißigjährige Krieg verheerte Saarbrücken fürchterlich. Im Jahr 1627 kam es zur ersten schweren Kriegsheimsuchung in der Grafschaft. Die gräfliche Familie flüchtete im Jahr 1635 nach Metz. Durch den Ausbruch der Pest noch zusätzlich dezimiert, lebten im Jahr 1637 nur noch 70 Menschen in der zerstörten Stadt.
Der französische KönigLudwig XIV. ließ im Jahr 1677 imFranzösisch-Niederländischen Krieg Saarbrücken niederbrennen; bis auf acht Häuser wurde die gesamte Stadt zerstört. Im Zuge der französischenReunionspolitik wurde Saarbrücken kurz nach Ende des Kriegs im Jahr 1680 dem Königreich Frankreich angegliedert, imFrieden von Rijswijk im Jahr 1697 jedoch wieder an das Heilige Römische Reich zurückgegeben.
Nach dem RegierungsantrittWilhelm Heinrichs im Jahr 1741 erlebte die Stadt einen bis dahin nicht gekannten wirtschaftlichen Aufschwung, Steinkohlegruben wurden verstaatlicht, Eisenschmelzen entstanden. Ferner entstanden das barockeResidenzschloss Saarbrücken, erbaut vonFriedrich Joachim Stengel und zahlreiche andere Bauten, die Saarbrücken in eine geschlossene Barockstadt mit zahlreichen Sichtachsen und barocken Straßenzügen verwandelten. Im Jahr 1775 wurde dieLudwigskirche vollendet, einer der bedeutendsten Barockbauten Deutschlands undWahrzeichen der Stadt Saarbrücken. Die Errichtung des Saarkranen im Jahr 1762 dokumentierte den Aufschwung der Saarbrücker Kaufmannschaft. Unter der Herrschaft von FürstLudwig vonNassau-Saarbrücken wurde die fürstliche Residenz weiter ausgebaut und auf dem Malstatter Bann das Schloss Ludwigsberg angelegt.[35]
Französische Revolution, Herrschaft Napoleons, Übergang an das Königreich Preußen
Im Jahr 1792 wurde die Stadt vonfranzösischen Revolutionstruppen besetzt, die das Barockschloss plünderten und besetzten. In den darauf folgenden Kämpfen mit den preußischen Bundestruppen, in deren Reihen auch der ErbprinzHeinrich von Nassau-Saarbrücken als Offizier diente, geriet das Schloss im Jahr 1793 in Brand und wurde teilweise zerstört. Vorher war die fürstliche Familie bereits in das rechtsrheinische Gebiet geflüchtet.[34]
NachdemNapoleon Bonaparte zur Abdankung gezwungen worden war, wurde mit dem BourbonenLudwig XVIII. dererste Pariser Frieden am 31. Mai 1814 geschlossen, laut dessen Bestimmungen Frankreich auf die Staatsgrenzen von 1792 beschränkt wurde. Ausnahmen waren darin allerdings die Städte Saarbrücken,Saarlouis undLandau, die bei Frankreich verbleiben sollten.
Nach der Rückkehr Napoleons und dessen endgültiger Niederlage beiWaterloo am 18. Juni 1815 sowie seiner Verbannung auf die InselSt. Helena wurde imZweiten Pariser Frieden Saarbrücken wieder von Frankreich abgetrennt und an dasKönigreich Preußen übergeben.Dabei hatten mehrere Bittschriften von Kaufleuten aus Saarbrücken und St. Johann und eine Unterschriftenaktion unter Federführung des Saarbrücker BürgermeistersHeinrich Böcking, die den Anschluss der Saarorte an dasKönigreich Preußen zum Ziel hatten, einen nicht unerheblichen Anteil.
Als im Zuge derBefreiungskriege 1814/15 die Frage der künftigen staatlichen Zugehörigkeit der Saarorte diskutiert wurde, war Böcking neben Philipp Fauth der herausragendste Verfechter einer Angliederung anPreußen. So gehörte Böcking verschiedenen Delegationen an, insbesondere der im Sommer 1815 zurPariser Friedenskonferenz entsandten Deputation. Mit dem Unterhändler Preußens in den Pariser Friedensverhandlungen im Jahre 1815,Karl August Freiherr von Hardenberg, stand man in engstem Kontakt.[36]
Am 30. November 1815 erfolgte durch einen offiziellen Festakt der preußischen Regierung in der SaarbrückerLudwigskirche die feierliche Besitzergreifung Saarbrückens und der übrigen Saarorte durch den königlich-preußischen Kommissarius Mathias Simon im Auftrag KönigFriedrich Wilhelms III.[37]
Verschiedene Bürgervereine nahmen an Petitionen und Demonstrationen im Rahmen derRevolution von 1848 teil. Demokratisch gesinnte Beamte wurden vom preußischen Obrigkeitsstaat gemaßregelt. Eine Bürgerwehr wurde als vorbeugende Maßnahme gegen französische Plünderer oder gegen mögliche Revolten der besitzlosen Unterschicht, die unter der Wirtschaftsmisere der 1840er Jahre besonders zu leiden hatte, gegründet. Die Bürgerwehr wurde mit Waffen und Uniformen ausgestattet, die Bürgerstöchter nähten eine schwarz-rot-goldene Trikolore und bestickten sie mit dem damaligen deutschen Doppeladler. Die 1848er-Tradition lebte nach dem Scheitern der Revolution teilweise in der im Jahr 1848 gegründeten und aktuell noch bestehenden Schützengesellschaft fort. Laut Satzung von 1848 war es Ziel des Vereins, „(sich) durch dauernde Übung geschult zu erhalten – um, als ein Theil der Volksbewaffnung, in Zeiten der Gefahr dem Vaterlande nützlich zu werden“.[38][39]
Mit dem Bau des Bahnhofes in St. Johann in den Jahren 1850–1852 und dem damit erreichten Anschluss an das deutsche und französische Eisenbahnnetz wurde ein weitgreifendes Wirtschaftswachstum eingeleitet. Im Jahr 1856 wurde dasEisenhüttenwerk Burbach in Betrieb genommen, das sich innerhalb weniger Jahre zum größten Unternehmen im gesamten Umland entwickelte. St. Johann wurde im Jahr 1859 das Recht erteilt, eine eigene Stadtverwaltung zu bilden, womit die jahrhundertealte gemeinsame Verwaltung von Saarbrücken und St. Johann endete. Nach 1860 wurde im Grenzgebiet zwischen Malstatt und St. Johann, im Gebiet der heutigen Kongresshalle und desBürgerparkes, ein Saarhafen angelegt. Durch die Fertigstellung desSaar-Kohlen-Kanal im Jahr 1866 erhielt Saarbrücken den Anschluss an das französische Wasserstraßennetz.
Zu Beginn desDeutsch-Französischen Krieges fand im August 1870 unmittelbar an der Stadtgrenze die für beide Seiten mit großen Verlusten verbundeneSchlacht bei Spichern statt. Nach der Kriegserklärung des französischen KaisersNapoleon III. gegen Preußen am 19. Juli 1870 hatten sich die Preußen bis auf wenige Sicherungstruppen aus Saarbrücken zurückgezogen, so dass französischen Truppen unter GeneralFrossard am 2. August nach kurzem Gefecht Saarbrücken einnehmen konnten. Anschließend kam es bei derRequirierung von Lebensmitteln zu zahlreichen Exzessen der Franzosen. Am 3. August kam Frossard in die Stadt. Als er die Klagen der Bevölkerung vernahm, befahl er die strengste Bestrafung der Täter.[40] Die Franzosen zogen sich jedoch am frühen Morgen des 6. August[41] wieder aus Saarbrücken zurück und gingen zur Defensive über. Frossard hatte auf denSpicherer Höhen (auf französischem Gebiet) umfangreiche und geschickte Grenzbefestigungen anlegen lassen. Dennoch gingen am 6. August 1870 die deutschen Truppen zum Angriff über und konnten nach schweren Verlusten (auf deutscher Seite fielen fast dreimal so viele Soldaten wie auf französischer) die Höhen erobern. Die Schlacht wurde von den Deutschen mit großem propagandistischem Aufwand gefeiert, da sie zusammen mit den deutschen Siegen vonWeißenburg undWörth das französische Oberkommando derart beeindruckte, dass die französische Rheinarmee den Befehl erhielt, Lothringen zu räumen.[42] Im Rathaus von Saarbrücken, dem heutigenAlten Rathaus, wurde mit demSaarbrücker RathauszyklusAnton von Werners in Erinnerung an die Kriegsereignisse eine patriotische Gedenkstätte eingerichtet. Des Weiteren wurde dasWinterbergdenkmal errichtet.
Allegorie der Städtevereinigung von (Alt-)Saarbrücken (sitzende Frau links), Malstatt-Burbach (stehender Arbeiter in der Mitte) und St. Johann an der Saar (sitzende Frau rechts), Giebelrelief eines im Jahr 2008 abgerissenen Bürgerhauses in der St. Johanner Victoriastraße, jetzt auf dem Gelände des Stadtarchivs Saarbrücken, Alt-Saarbrücken
Die Gemeinden Malstatt und Burbach vereinigten sich im Jahr 1875 und wurden zur Stadt erhoben. In der von Industrieunternehmen geprägten Stadt begann ein stürmisches Bevölkerungswachstum. Im Jahr 1897 wurde St. Arnual nach Saarbrücken eingemeindet. Zwischen den Jahren 1897 und 1900 wurde nach Plänen vonGeorg von Hauberrisser das neogotischeRathaus St. Johann erbaut, das nach dem Jahr 1909 das Rathaus der Großstadt Saarbrücken wurde.
Durch Vertrag vom 5. Dezember 1908 wurden die selbstständigen StädteSaarbrücken,St. Johann undMalstatt-Burbach mit Wirkung vom 1. April 1909 zu einer Stadt mit dem NamenSaarbrücken vereinigt. Die bisherige Stadt Saarbrücken wird seitdem mit der Bezeichnung Alt-Saarbrücken geführt. Die neue Stadt Saarbrücken hatte bei ihrer Gründung etwa 105.000 Einwohner und war damit die fünftgrößte linksrheinische deutscheGroßstadt. Gleichzeitig schied die Stadt Saarbrücken aus dem Landkreis Saarbrücken aus und wurde einekreisfreie Stadt. Dass der Streit über den zu wählenden Stadtnamen, Saarbrücken oder St. Johann, zu einem Pistolenduell der Bürgermeister geführt haben soll, ist nach Erkenntnissen des Stadtarchivs ein Gerücht. Es gab zwar ein solches Duell, allerdings schon im Jahr 1894 und es ging damals nicht um den Namen der neuen Stadt, sondern um den Standort des Bezirkskommandos, also einer Militärbehörde. Wie es ausging, ist nicht klar. Fakt ist: Das Bezirkskommando war in St. Johann am Landwehrplatz und die Bürgermeister wurden wegen des Duells mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert.
ImErsten Weltkrieg hatte Saarbrücken eine wichtige strategische Funktion bei der Versorgung der Frontarmeen. Da die Front während des gesamten Kriegs mehr als 50 km entfernt war, blieb die Zivilbevölkerung mit Ausnahme einiger Luftangriffe von den Kampfhandlungen verschont. Dennoch war das Leben der Menschen von Leid und Entbehrungen geprägt.[43] Bei den insgesamt 251 Luftangriffen durch französische Flugzeuge wurden im Großraum Saarbrücken in der Zeit vom 9. August 1915 bis zum 6. November 1918 684 Bomben, meist Splitterbomben, abgeworfen. Es waren 63 Tote, 85 Schwerverletzte und 115 Leichtverletzte zu beklagen.[44] Am 23. November 1918 wurde die Stadt von französischen Truppen besetzt und unter französische Militärverwaltung gestellt.[45]
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Jahr 1920 infolge der Bestimmungen desFriedensvertrags von Versailles dasSaargebiet und mit ihm die Stadt Saarbrücken unter die Verwaltung desVölkerbundes gestellt. Saarbrücken wurde Hauptstadt des Saargebietes und entwickelt sich zum wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum der Region. Der erste Saarbrücker Flughafen wurde im Jahr 1928 in St. Arnual eröffnet. Während des Völkerbund-Mandats über das Saargebiet (1920–1935) bestand in Saarbrücken auch eineDomanialschule.[46] An dieser Schule in der Talstraße unterrichtete für kurze Zeit auchHeinrich Rodenstein.[47]
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In der durch den Versailler Vertrag festgelegten Volksabstimmung am 13. Januar 1935 entschied sich die Mehrheit der Bevölkerung (90,8 %) des Saargebietes für eine Wiederangliederung an dasDeutsche Reich. Zahlreiche Bürger waren gezwungen, in dieEmigration zu gehen, da unmittelbar nach der Abstimmung politische und rassistisch motivierte Verfolgungen durch das NS-System einsetzten.[48]
Das neue „Gautheater (Westmark)“ wurde in den Jahren 1937 und 1938 nach Entwürfen vonPaul Otto August Baumgarten im neoklassizistischen Stil erbaut. Offiziell wurde es demSaarland für das Abstimmungsergebnis im Jahr 1935, mit dem die Saarländer sich für eine Angliederung an das Deutsche Reich entschieden hatten, von der damaligen nationalsozialistischen Regierung „geschenkt“, wobei dann doch ein Großteil von der Stadt Saarbrücken finanziert werden musste. Das Gebäude sollte nach dem Willen der Machthaber an der Grenze des Deutschen Reiches als „Bollwerk“ gegen Frankreich dienen.
Im Jahr 1939 wurde Saarbrücken, das in die Befestigungsanlagen desWestwalles eingebunden war und in derRoten Zone lag, zu Beginn desZweiten Weltkrieges geräumt. Die Bevölkerung wurde in einer Evakuierungsaktion in anderen Teilen des Deutschen Reiches in Sicherheit gebracht. Erst nach dem siegreich beendetenFrankreichfeldzug durfte die Stadt im Jahr 1940 wiederbesiedelt werden. Saarbrücken wurdeNSDAP-Gauhauptstadt und Sitz der staatlichen Verwaltung für denGau Saarpfalz, der diePfalz, das Saarland und das annektierteMoseldépartement umfasste. Der Saarbrücker Oberbürgermeister leitete in Personalunion die französische NachbarstadtForbach.
Zum 1. April 1943 wurde die Stadt Forbach, die bereits umStieringen undSchönecken vergrößert worden war,[49] zusammen mit den GemeindenAlstingen,Kleinrosseln undSpichern aus dem Landkreis Sankt Avold herausgelöst und als besondererVerwaltungsbezirk Forbach in die Verwaltung der Stadt und des Stadtkreises Saarbrücken überführt. Das geschah im Vorgriff auf die Bildung des Reichsgaues Westmark – die bis Kriegsende nicht mehr stattgefunden hat – und die geplante formelle Eingemeindung nach Saarbrücken.[50]
Saarbrücken erlitt, abgesehen von Artilleriebeschuss und Jagdbomberattacken in den Jahren 1939 bis 1940 insgesamt 30 Bombenangriffe der Alliierten Luftstreitkräfte. Der erste Bombenangriff auf die Stadt fand in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1942 statt.
Im Jahr 1943 wurde dasGestapo-LagerNeue Bremm errichtet. Das Lager bestand bis zum Einmarsch der alliierten Truppen im Winter 1944/45. Die Häftlinge (unter anderem aus Frankreich, der Sowjetunion, Polen und Großbritannien) wurden meistens von dort inKonzentrationslager weitertransportiert. Die Zahl der Ermordeten wird auf einige Hundert geschätzt, die der Insassen insgesamt auf etwa 20.000.
Im Verlauf des Krieges wurde Saarbrücken durch Bombenangriffe der britischen und amerikanischen Luftstreitkräfte stark zerstört. Der schwerste Angriff fand in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 1944 statt, als 325 britische Bomber über 350.000 Brandbomben über der Stadt abwarfen.[51] Dabei fanden 361 Menschen den Tod, 45.000 wurden obdachlos. Alt-Saarbrücken war nahezu vollständig zerstört. Eine erneute Evakuierung der Stadt wurde angeordnet.
Die letzten Luftangriffe auf Saarbrücken erfolgten am 13. Januar 1945, zehn Jahre nach der Saarabstimmung, als diebritische Luftwaffe mit 274 Maschinen einen Einsatz flog,[52] und am 14./15. März 1945,[53] bevor am 21. März 1945 amerikanische Truppen in das nahezu menschenleere Saarbrücken einmarschierten.Das Stadtgebiet war im Zentrum zu 90 % und in den Randgebieten zu 60 % zerstört. Die Zerstörungsschwerpunkte lagen beiderseits der Saar und der Bahnlinie und reichten von der Bismarck-Brücke bis nach Malstatt-Burbach. Von den Wohnhäusern waren 43 % total zerstört, 35 % leicht bis mittelschwer beschädigt und nur 21 % blieben unbeschädigt. Letztere lagen in den Vierteln links der Saar in Richtung St. Arnual, der Feldmannstraße und der Hohen Wacht sowie rechts der Saar auf demRotenbühl.[54] Heute besteht etwa ein Drittel der Stadt aus Gebäuden von vor 1945.[55]
Markttag auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg
Am 21. März 1945 eroberten US-Truppen von zwei Seiten die sogenannte „Festung Saarbrücken“. In Saarbrücken wurden nur noch etwa 7.000 Einwohner gezählt (von ca. 130.000 vor dem Krieg). Am 29. Juli 1945 wurde die Stadt, wie das gesamte Saargebiet, unterfranzösische Militärregierung gestellt.[56]
In den ersten Monaten der Besatzung durch US-Truppen, als die geflüchtete Bevölkerung Saarbrückens allmählich zurückkehrte, wurden hauptsächlich Trümmer beseitigt und notdürftige Sicherungsarbeiten an reparaturfähigen Gebäuden durchgeführt. Erst nach der Einsetzung der französischen Militärregierung wurde in Zusammenarbeit mit der Verwaltungskommission mit der systematischen Enttrümmerung und dem Wiederaufbau von öffentlichen Gebäuden und der Saarbrücker Kirchen begonnen. Wegen des beträchtlichen Ausmaßes der Kriegszerstörungen berief die französische Militärregierung den StadtplanerGeorges-Henri Pingusson, der mit der „Equipe des Urbanistes de la Sarre“ einen bedeutenden Wiederaufbauplan für eine moderne autogerechte Stadtanlage mit breiten Straßendurchbrüchen und riesigen Wohnblocks vorlegte. Die Realisierung dieses Plans scheiterte jedoch, da man massive Enteignungsaktionen mit Entschädigungen der früheren Grundstücksbesitzer hätte durchführen müssen. Das gesamte, noch nahezu intakte unterirdische Infrastrukturnetz der Stadt hätte aufgegeben werden müssen. Darüber hinaus war der auf lange Fristen angelegte Pingusson-Plan umstritten, da man einen sofortigen Bedarf an Wohnungen, Schulen, Verwaltungsgebäuden und Kirchen hatte. So vollzog sich der Wiederaufbau der notwendigen Gebäude unter ständigen Kompromissen. Ein Konglomerat von wiederaufgebauten Häusern und vielgeschossigen modernen Hochhäusern entstand. Doch auch noch Ende der 1950er Jahre gab es im Stadtgebiet zahlreiche Notquartiere, kriegsbedingte Baulücken und Trümmergrundstücke.[57]
Während des Wiederaufbaus wurden ähnlich wie in anderen kriegszerstörten Städten einige potenziell erhaltungsfähige historische Gebäude und Stadtstrukturen abgetragen. Zu den umfassendsten Eingriffen in den historischen Saarbrücker Stadtgrundriss zählt der Bau derStadtautobahn A 620. Um den Bau der A 620 durch die Innenstadt von Saarbrücken an der Saar entlang zu ermöglichen, wurde die vordere – jüngere – Schlossmauer desSaarbrücker Schlosses abgerissen und um mehrere Meter nach hinten versetzt. Die bis dato an die vordere Mauer anbindendeAlte Brücke war dadurch „zu kurz“ geworden, die neuentstandene Lücke über der neuen Autobahn wurde durch eine stählerne Fußgängerbrücke (im Volksmund „Flaschenhals“ genannt) überspannt. Das historische, vonFriedrich Joachim Stengel errichteteOberamtshaus an der Schlossmauer wurde vollständig abgetragen, ebenso die denNeumarkt zur Saarseite hin abschließende Häuserzeile. Die ehemalige rechteckige Platzanlage des Neumarktes, dem bis dahin eine vergleichbare Funktion für Alt-Saarbrücken zukam wie der St. Johanner Markt auf der gegenüberliegenden Saarseite, ist seitdem als solcher nicht mehr zu erkennen und wird durch die viel befahrene Wilhelm-Heinrich-Brücke geprägt.
Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 1947, wurde das Saarland einautonomer Staat mit Saarbrücken als Hauptstadt.DieUniversität des Saarlandes wurde im Jahr 1948 mitfranzösischer Unterstützung gegründet. Sie ging aus dem zunächst derNancy-Université angegliedertenInstitut d’Études Supérieures de Hombourg hervor. Am 8. März 1947 war in Homburg das erste Institut der saarländischen Hochschule als Zweigstelle der Universität Nancy eingeweiht worden. Bereits im Jahr 1950 war Saarbrücken mit derSaarmesse Messestadt geworden. Zu Beginn der 1950er Jahre bewarb sich die Stadt um den Sitz derEuropäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl.
Im Jahr 1955 kam es zur Abstimmung hinsichtlich desSaarstatutes, das von der Regierung von MinisterpräsidentJohannes Hoffmann stark propagiert worden war. In der am 23. Oktober 1955 durchgeführtensaarländischen Volksabstimmung stimmten im damaligen Stadtgebiet Saarbrückens 30.858 Menschen für dieses Statut und 48.063 Menschen dagegen. (Der Landesdurchschnitt der Nein-Sager betrug 67,7 %; stimmberechtigt waren 663.970 Menschen, was ca. 66 % der Gesamtbevölkerung entsprach.)[58]
Daraufhin trat die Regierung von Ministerpräsident Johannes Hoffmann zurück und Saarbrücken und das Saarland wurden im Jahr 1957 politisch und im Jahr 1959 („Tag X“) wirtschaftlich der Bundesrepublik Deutschland angeschlossen. Saarbrücken wurde damit Hauptstadt des zehnten Bundeslandes (West-Berlin zählte offiziell nicht als Bundesland) derBundesrepublik Deutschland.
Nach 1960 wurde Saarbrücken mit dem Bau der Stadtautobahn, dem zahlreiche Gebäude der Stadt zum Opfer fielen, an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen.
Mit derGebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1974 wurde Saarbrücken mit elf umliegenden Städten und Gemeinden vergrößert; die Einwohnerzahl verdoppelte sich nahezu auf über 200.000 Menschen, das Stadtgebiet verdreifachte sich etwa. Gleichzeitig wurde die bislang kreisfreie Stadt mit dem Landkreis Saarbrücken zumStadtverband Saarbrücken vereinigt. Damit entstand erstmals in Deutschland einKommunalverband besonderer Art, der einem Landkreis vergleichbar ist. Es wurden Partnerschaften mit Nantes,Tbilissi (Georgien)[59] und Cottbus geschlossen.Im Jahr 1999 feierte die Stadt Saarbrücken das 1000-jährige Jubiläum ihrer urkundlichen Ersterwähnung.[60]
Zum 1. April 2004 trat der auch in zweiter Instanz wegen Untreue verurteilte Saarbrücker OberbürgermeisterHajo Hoffmann zurück, nachdem er bereits im August 2002 von seinem Amt suspendiert worden war. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen, da er für den Bau seines Privathauses Rechnungen für Bauleistungen und die Anlage des Gartens zunächst nicht selbst bezahlte, sondern diese von der städtischen Siedlungsgesellschaft bezahlt wurden.
Seit Oktober 2004 stand Charlotte Britz (SPD) als Oberbürgermeisterin an der Spitze der Verwaltung. In dieser Zeit wurden einige Vorhaben in der Stadt begonnen: die Stadt entwickelte in unmittelbarer Innenstadtlage auf ehemaligem Bahngelände ein neuesStadtquartier Eurobahnhof, in dem gewerbliche und kulturelle Einrichtungen bestimmend sein sollten, und startete 2009 das in der Bevölkerung nicht unumstrittene ProjektStadtmitte am Fluss. Ziel ist, die mitten durch die Stadt führende Stadtautobahn (A 620) in einen Tunnel zu verlegen.
Am 1. Januar 2008 wurde der Stadtverband in den Regionalverband Saarbrücken umgewandelt. Zum kommissarischen Regionalverbandsdirektor wurdeUlf Huppert ernannt. Im Juni 2009 wurdePeter Gillo (SPD) bei einer Urwahl im zweiten Wahlgang zum Regionalverbandsdirektor gewählt; er trat sein Amt im August 2009 an.
Stadt Dudweiler sowie die Gemeinden Altenkessel, Bischmisheim, Brebach- Fechingen (gebildet am 1. Januar 1959), Bübingen, Ensheim, Eschringen, Gersweiler, Güdingen, Klarenthal, Schafbrücke (gebildet 1960) und Scheidt
Bevölkerungsentwicklung der Stadt Saarbrücken von 1871 bis 2018
1905 hatte Saarbrücken mehr als 25.000 Einwohner. Nach der Vereinigung der Städte Malstatt-Burbach, Saarbrücken und Sankt Johann überschritt die Einwohnerzahl der Stadt 1909 erstmals die Grenze von 100.000, wodurch sie zurGroßstadt wurde. Bis 1974 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung mehrerer umliegender Städte und Gemeinden auf den historischen Höchststand von 209.104 Einwohnern. Bereits drei Jahre später war die Zahl wieder unter 200.000 gesunken und nahm in den 1980er-Jahren weiter ab, erst ab 1987 stieg die Bevölkerungszahl wieder leicht an. Zu Beginn der 1990er-Jahre lag sie zumindest bei über 190.000 Einwohnern. Am 31. Dezember 2006 betrug dieamtliche Einwohnerzahl für Saarbrücken nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Saarland und nach Abgleich mit den anderenLandesämtern 177.870 (nurHauptwohnsitze). Somit war Saarbrücken von 1992 an eine kontinuierlich schrumpfende Stadt. Zwischen 2011 und 2016 stieg die Einwohnerzahl wieder an; am 31. Dezember 2016 lag sie laut Angaben der Stadt bei 182.447 Einwohnern.[62] Seither ist wieder ein leichter Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen, zum 31. Dezember 2020 lag die Einwohnerzahl knapp unter der Marke von 180.000 Einwohnern mit Hauptwohnsitz.
Gemäß demZensus 2011 waren damals im Mai 2011 43,7 % der Einwohnerrömisch-katholisch, 26,5 %evangelisch und 29,9 %Konfessionslose oder gehörten einen anderenGlaubensgemeinschaft an.[63] Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem beträchtlich gesunken. Saarbrücken hatte Dezember 2024 einen Bevölkerungsanteil von 30,4 % katholischen, 17,4 % evangelischen Kirchenmitglieder sowie 52,2 % Konfessionslose / sonstige Konfessionszugehörigkeit / ohne Angabe.[64]
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Das Gebiet der heutigen Stadt Saarbrücken gehörte im Mittelalter teils zumBistum Metz inLothringen, teils zumErzbistum Trier. Die Grenze verlief zwischen Saarbrücken und St. Johann einerseits sowie Malstatt und Burbach andererseits.Im Nachgang des Wiener Kongresses wurden die Bistumsgrenzen neu festgelegt, entsprechend der Grenzen der neuen politischen Ordnung. Saarbrücken wurde, wie der gesamte saarländische Teil der preußischen Rheinprovinz, dem Bistum Trier zugeordnet. Das pfälzisch-bayerische Gebiet wurde zum Bistum Speyer; dazu gehörte z. B. auch Ensheim, was heute ein Stadtteil von Saarbrücken ist. Die Bistumsgrenzen verlaufen noch heute so, wie damals festgelegt.
Im Jahre 1575 führte GrafPhilipp III. vonNassau-Saarbrücken dieReformation nachlutherischem Bekenntnis ein. Daher war das heutige Stadtgebiet über viele Jahrhunderte vorwiegend evangelisch. Ab dem 17. Jahrhundert gab es neben den lutherischen Gemeinden auch einereformierte Pfarrei.
Nach dem Übergang anPreußen im Jahre 1815 wurde Saarbrücken Teil der späterenRheinprovinz. Die lutherischen Gemeinden und die reformierte Gemeinde in Saarbrücken hatten schon 1802 ein Vereinigungsgesuch an die französische Verwaltung gestellt, das aber von dieser aus politischen Gründen abgelehnt worden war.[65] Einen zweiten Versuch unternahmen die Gemeinden 1817, und zwar Monate vor dem offiziellenUnionsdekret aus Berlin; dieseUnion war diesmal erfolgreich und führte zur Entstehung derSaarbrücker Union. Die evangelischen Kirchengemeinden gehören seither – sofern sie nicht Glieder einer Freikirche sind – zurEvangelischen Kirche im Rheinland (mit Ausnahme des StadtteilsEnsheim, der zurEvangelischen Kirche der Pfalz gehört). Innerhalb dieser gehören sie zu den Kirchenkreisen Saar-West und Saar-Ost.
Nach denReunionskriegenLudwigs XIV. wurde auch wieder eine katholische Gemeinde in Saarbrücken zugelassen: Der erste katholische Gottesdienst im heutigen Stadtgebiet Saarbrückens seit der Reformation wurde 1680 in einer Notkirche in St. Johann abgehalten. Dann wurde mit französischen Zuschüssen dieBasilika St. Johann als katholische Stadtkirche erbaut. Die erste katholische Pfarrei wurde aber rechtskräftig erst 1803 in St. Johann errichtet. Hier stand auch die Kirche, zu der alle Katholiken des heutigen Stadtgebiets gehörten. 1885 entstand eine weitere katholische Kirche und 1910 in Malstatt dieJosefskirche. Heute gehören dierömisch-katholischen Bewohner der Stadt zum Dekanat Saarbrücken desBistums Trier (bis auf die Ortsteile Eschringen und Ensheim, die zumBistum Speyer gehören). Außerdem unterhält diePriesterbruderschaft St. Pius X. in Saarbrücken eine Niederlassung und bis 2010[67] eine Schule.
Die Ansiedlung von Juden in Saarbrücken wurde erst durchFürst Ludwig gestattet. Auf das Betreiben der Saarbrücker Kaufmannschaft, die eine beträchtliche Summe an die fürstliche Finanzverwaltung bezahlte, wurden allerdings alle Juden aus der Stadt ausgewiesen. Erst mit der Französischen Revolution ließen sich Juden vereinzelt wieder in Saarbrücken nieder. Im Jahr 1860 wohnten in Saarbrücken 18 jüdische Familien, 1877 waren es 60, 1890 waren es 90. Insgesamt wohnten im Kreis 550 Menschen jüdischen Glaubens. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten 1250 Menschen jüdischen Glaubens in Saarbrücken.
Der Gemeindegottesdienst wurde anfangs in einem Betsaal abgehalten. Erst in den Jahren 1889/1890 konnte in St. Johann eine Synagoge errichtet werden. Bereits im Jahr 1873 war in Saarbrücken ein jüdischer Friedhof errichtet worden.[68]
Es gibt fünf Moscheen in Saarbrücken. Im Stadtteil Alt-Saarbrücken wird eine Moschee vom DachverbandDITIB geleitet. DieIslamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland betreibt zwei Moscheen: Die Bosnische Moschee im Stadtteil St. Johann und das Bosanski-Kulturni-Centar im Stadtteil Brebach. Außerdem gibt es eine Moschee im Stadtteil Burbach, die von der Islamischen Gemeinde Saar geführt wird. Unter keinem Dachverband steht die Masjid-Bilal-Moschee im Stadtteil Malstatt.[69]
An der Spitze der Städte Saarbrücken und St. Johann standen über die Jahrhunderte Gerichtsleute, die vom Landesherrn zum Teil zum „Meier“ und zu „Heimburgen“ ernannt wurden. Sie übten mit den Schöffen das Gericht über die Stadt aus. Beide Städte erledigten ihre Amtsgeschäfte relativ autonom, doch gab es auch eine gemeinsame Behörde. Später nannte sich der Ortsvorsteher von Saarbrücken „Meier“, der von St. Johann ab 1458 „Bürgermeister“, deren Ämter ab dem 17. Jahrhundert jährlich wechselten. Ab 1689 gab es anstelle des Meiers in Saarbrücken einen Oberamtmann, ab 1724 einen Stadt- und Oberschultheiß und gegen Ende des 18. Jahrhunderts einen Stadtamtmann. Mit der französischen Besetzung der Stadt wurde 1798 dieMunizipalverfassung eingeführt. Beide Städte bildeten forthin eine politische Gemeinde, deren Kanton 1800 auch die Orte Malstatt und Burbach zugeschlagen wurden. Innerhalb des Kantons wurde dieMairie (späterBürgermeisterei) Saarbrücken geschaffen. Ihr gehörten die Städte Saarbrücken und St. Johann sowie die Dörfer Malstatt, Burbach, St. Arnual, Brebach, Güdingen, Fechingen, Bischmisheim, Gersweiler und Klarenthal an. Nach dem Anschluss an Preußen wurde die Munizipalverfassung zunächst noch beibehalten, doch erhielt der Maire künftig die Bezeichnung Oberbürgermeister, ab 1819 Bürgermeister. In Saarbrücken und St. Johann wurde 1859 diepreußische Städteordnung eingeführt. St. Johann hatte bereits seit 1820 vergeblich versucht, sich aus derBürgermeisterei Saarbrücken zu lösen, was schließlich 1862 genehmigt wurde. Da jedoch die Städte so dicht beieinander lagen, versuchte man ab 1905 erneut eine Fusion, die dann zum 1. April 1909 erreicht werden konnte.
Franz-Friedrich von Liebenstein († 1596, Grabmal in der StiftskircheSankt Arnual): Hofmeister, Oberamtmann und oberster Befehlshaber der Stadt und Burg Saarbrücken
Wappen St. Johann, Ratssaal St. Johann, Gemälde von Wilhelm WrageKaiserwappen St. Johann und Saarbrücken, Ratssaal St. Johann, Gemälde von Wilhelm WrageWappen von Malstatt-Burbach mit gekröntem Löwen und Schmiedewerkzeugen
Innerhalb eines von Schwarz und Silber gestückten Schildbordes unter gespaltenem silbernem Schildhaupt – darin rechts eine rote Rose mit goldenem Samen und grünen Kelchblättern, links schräggekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen, unter den Stielenden eine gestürzte schwarze Zange – in Blau ein goldgekrönter, goldbewehrter und rotgezungter silberner Löwe, bewinkelt von vier silbernen Tatzenkreuzen. Die Stadtfarben sind Blau-Weiß.
Die Stadt Saarbrücken, die 1909 durch Vereinigung der Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach entstand, erhielt dieses Wappen im Jahre 1911 durch Kaiser Wilhelm II., wobei das Wappen als Brustschild eines Adlers abgebildet war. Es wurde auch als „Kaiserwappen“ bezeichnet. Der Wappenschild allein wurde als „Siegelwappen“ bezeichnet. Auch die 1974 durch die Gebietsreform vergrößerte Stadt Saarbrücken entschied sich für die Beibehaltung des historischen Wappens in leicht veränderter Form.
Die Wappensymbole wurden aus den Wappen der drei früheren Städte übernommen: Die Rose entstammt dem Wappen von St. Johann, Schlägel, Eisen und Zange entstammen dem Wappen von Malstatt-Burbach und der Löwe entstammt dem alten Saarbrücker Wappen.
Die A 620 (Saarbrücken –Saarlouis) fungiert zwischen den Anschlussstellen Saarbrücken-Güdingen (AS 21) und Saarbrücken-Klarenthal (AS 11) alsStadtautobahn für Saarbrücken mit elf Anschlussstellen im Saarbrücker Stadtgebiet. Auf diesem Teilstück, welches die Stadt entlang derSaar durchschneidet, kommt es neben einer starken Lärmbelastung regelmäßig zurÜberflutung, was den weitgehenden Zusammenbruch desIndividualverkehrs nach sich zieht. Da die Überflutungen regelmäßig auftreten, sind verschiedene Straßen als Hochwasserumfahrung eingerichtet; sie werden bei Sperrung der A 620 zu mehrspurigen Durchgangsstraßen mitHaltverbot umgewidmet, wobei die sich dort und im direkten Umfeld befindenden Bushaltestellen nicht bedient werden.
Auf der Gemarkung der Stadt befinden sich aktuell elf Bahnhöfe und Haltepunkte der Deutschen Bahn in Betrieb (hinzu kommt ein theoretisch nutzbarer Messebahnhof), sowie eine Innenstadttrasse mit sechzehn Haltestellen derSaarbahn, eines internationalenTram-Trains nach demKarlsruher Modell, die zudem vier der DB-Bahnhöfe anfährt.
Besagte DB-Stationen sind zunächst derHauptbahnhof (auch: Eurobahnhof Saarbrücken) als Knotenpunkt aller Strecken, ein internationaler Fernverkehrshalt und Drehscheibe des Regionalverkehrs in der gesamten Region. Der Bahnhof weist 17 Gleise (davon 14 Bahnsteiggleise) auf; es handelt sich um den größten Bahnhof desSaar-Lor-Lux-Raums. Er stellt den Start- bzw. Endpunkt von sechs Bahnstrecken mit Personenverkehr dar, zudem wird er von der Innenstadttrasse der Saarbahn tangiert.
Bahnstrecke nach Sarreguemines (Saargemünd) überKleinblittersdorf; auf der Gemarkung der Stadt befinden sich der Ostbahnhof (gemeinsam mit der Pfälzischen Ludwigsbahn), derBrebach sowie die Haltepunkte Güdingen und Bübingen (alle zwei Richtungsgleise); der Bau von zwei zusätzlichen Haltepunkten Brebach Süd und Bübingen Nord ist geplant.
Saarstrecke RichtungVölklingen,Saarlouis undTrier mit den Burbach (zwei Richtungsgleise an einem Mittelbahnsteig + zwei Güter-/Überholgleise) und Burbach Mitte (zwei Richtungsgleise); geplant ist die Konstruktion von zwei neuen Haltepunkten Rockershausen und Malstatt (gemeinsam mit der Forbacher Bahn)
Fischbachtalbahn nachIllingen (Saar) überQuierschied, neben dem Hauptbahnhof liegen an der Strecke keine weiteren Bahnstationen auf der Gemarkung der Stadt Saarbrücken, ein Haltepunkt Rußhütte ist jedoch im VEP festgesetzt.
Forbacher Bahn RichtungForbach undMetz ebenfalls ohne Haltepunkte auf der Gemarkung, jedoch ist der Bau der Haltepunkte Malstatt und Westpark/Wiesenstraße geplant.
Überdies beginnt hier auch dieRosseltalbahn mit dem Messebahnhof, die jedoch aktuell nur dem Güterverkehr dient. Die Strecke ist laut VEP eventuell für eine Reaktivierung durch dieSaarbahn GmbH vorgesehen.
Seit Dezember 2007 ist Saarbrücken Hauptbahnhof mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Frankfurt –) Saarbrücken – Paris (LGV Est, planmäßig 320 km/h) vollwertige Station im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Neben den dort verkehrendenICE- undTGV-Zügen nachFrankfurt am Main undParis verkehrt einmal täglich auch ein ICE nachBerlin überFrankfurt undErfurt sowie nachMünchen überStuttgart.IC-Verbindungen bestehen überHeidelberg nach Stuttgart.Eurocity-Züge verkehren über München undSalzburg nachGraz.
Im 2021 beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan (VEP) der Landeshauptstadt wird die Einrichtung einerS-Bahn Saarland angestrebt, deren Linien im 30/60-Minuten-Takt anstelle der bisherigen Regionalbahnlinien verkehren sollen, sowie für eine bessere Anbindung des Umlandes sorgen sollen. Zudem wird die Reaktivierung der Rosseltalbahn sowie eine Verknüpfung der Bahnstrecke von Dillingen nach Schmelz (stillgelegt) nach Lebach überdacht. So könnte eine umsteigefreie Verbindung zwischen Niedaltdorf und Homburg entstehen, welche im Sinne der S-Bahn viele Verknüpfungspunkte zu den restlichen Linien ermöglicht. Ein Konzept ist in Planung.
DieSaarbahn GmbH betreibt dieSaarbahn, eine Regionalstadtbahn mit Stationen im Straßenbahn- und Eisenbahnnetz nach dem Karlsruher Modell. Die Fahrzeuge der Saarbahn haben die Spurbreite der Deutschen Bahn und fahren über eine Rampe auf deren Gleise bis ins französischeSarreguemines. Bereits von 1890 bis 1965 fuhr dieStraßenbahn Saarbrücken durch die Stadt. Von 1948 bis 1964 wurde diese durch denOberleitungsbus Saarbrücken ergänzt.
Zudem bietet dasstädtische Busunternehmen aktuell 104 Buslinien im Gebiet der Stadt Saarbrücken an.Außerdem führen einige Linien derSaar-Pfalz-Bus GmbH, derVVB, derNVG sowie privater Anbieter (z. B. Baron Reisen) aus der Innenstadt hinaus ins weitere Umland.
Saarbrücken ist eine wenig fahrradfreundliche Stadt. Der Radverkehrsanteil amModal Split lag 2010 bei 4 %, was einer der niedrigsten bei deutschen Städten war.[72] Trotz relativ kompakter Innenstadtfläche wird wegen der vorwiegend an den Erfordernissen des privaten und öffentlichen Kfz-Verkehrs ausgerichteten Straßengestaltung, (u. a. mehrere für Radverkehr in der Gegenrichtung nicht befahrbare Einbahnstraßen und wenig Fahrradwege) die Nutzung des Fahrrades als alltägliches Transportmittel teilweise eher behindert als gefördert. Auch die Lage derUniversität auf einem Gelände hoch über dem restlichen Stadtgebiet ist eine ungünstige Voraussetzung für einen höheren Radverkehrsanteil.Andererseits öffnete Saarbrücken bereits in den 1990er Jahren zahlreiche Einbahnstraßen innerhalb von Tempo-30-Zonen für den Radverkehr in der Gegenrichtung. Vorausgegangen war die Verleihung des Negativ-PreisesRostige Speiche durch den Fahrrad-ClubADFC im Jahr 1989.[73]
Saarbrücken verfügt mit demFlughafen Saarbrücken im StadtteilEnsheim über einen internationalen Verkehrsflughafen. Von der Innenstadt aus ist er mit der im Stundentakt (an Wochenenden und Feiertagen alle zwei Stunden) verkehrenden Regionalbuslinie R 10 der Saar-Mobil, die nachBlieskastel fährt, zu erreichen.
Der Unterlauf derSaar ist vonKonz bis Saarbrücken für die Großschifffahrt ausgebaut. Ab Saarbrücken bisSaargemünd ist der Fluss für kleinere Schiffe (Penischen) befahrbar. Ab Saargemünd verbindet derSaarkanal (früher auch Saar-Kohlen-Kanal genannt) die Saar mit demRhein-Marne-Kanal.
In Saarbrücken befand sich von 1998 bis 2012 eines der vier bundesweit eigenenCallcenter vonHanseNet. MitCosmosDirekt beherbergt Saarbrücken den größten Direktversicherer Deutschlands. Auch haben dieSaarland Versicherung, dieIKK Südwest, dieUnion Krankenversicherung und die Landesdirektion Saarland derAOK Rheinland-Pfalz/Saarland in Saarbrücken ihren Sitz. Außerdem ist in SaarbrückenJuris, das juristische Informationssystem der Bundesrepublik Deutschland beheimatet. Die in Saarbrücken gegründeteIDS Scheer AG, ein Software- und Beratungsunternehmen, das sein Geschäftsfeld im BereichBusiness Process Management hatte, ist heute ein Zweig derSoftware AG. Das Beratungsgeschäft derIDS Scheer AG ist in derScheer GmbH aufgegangen.
Ähnlich wie in anderen grenznah zu Frankreich gelegenen Städten ist in Saarbrücken dieProstitution ein Wirtschaftsfaktor. Im Vergleich zu Frankreich freizügige Regelungen locken Freier aus dem Nachbarland an. So siedeln sichBordelle und ähnliche Betriebe an, was bei Anwohnern für erheblichen Unmut sorgt.[76][77] Durch Sperrbezirks-Verordnungen und über die Bebauungspläne versuchen die Behörden, die Prostitution einzudämmen.[78][79][80]
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Ein weiterer Automobilzulieferer ist dieHörmann Automotive Saarbrücken GmbH als Teil vonHörmann Industries.
Die Europazentrale des GartengeräteherstellersMTD und der Sitz des PharmaherstellersUrsapharm liegen im Stadtteil Bübingen.
DieGusswerke Saarbrücken (vormals Halberg-Guss) in Saarbrücken-Brebach fertigten bis zu ihrer Schließung im Jahr 2020 Gussteile, vor allemKurbelgehäuse undKurbelwellen für den europäischen PKW- und Nutzfahrzeugmarkt.Saint-Gobain Gussrohr produzierte bis 2019 Rohre und Kanalguss-Produkte aus duktilemGusseisen. Die Kanalisation vonAnkara (Türkei) stammt beispielsweise von hier. Beide Unternehmen sind aus der 1756 gegründetenHalbergerhütte hervorgegangen. DieSaarstahl AG produziert in ihrem Werk Saarbrücken-Burbach (Reste der ehemaligenBurbacher Hütte) mit etwa 600 Mitarbeitern Draht für den europäischen Markt.
Die 1955 in Saarbrücken-Ensheim gegründeteHager Electro fertigt und handelt Elektrosicherungskästen, Schaltschränke und Gebäudesystemtechnik. Sitz der Muttergesellschaft, derHager Group, ist Blieskastel. MitSchröder Fleischwaren undSchwamm & Cie. existieren zwei regional bedeutsame Produzenten von Fleisch- und Wurstwaren. DieBrauerei G.A. Bruch ist das älteste Unternehmen der Stadt. Die FirmaHans Leffer in Saarbrücken-Dudweiler ist im Apparatebau, Maschinenbau, Stahlbau und dem Gasbehälterbau tätig. Für Leffer wurde an der Saar in Höhe des Bürgerparks eineRoRo-Anlage zur Verladung übergroßer Bauteile auf Schiffe errichtet.DieSaarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei betreibt eine Großdruckerei, die auch dieSaarbrücker Zeitung druckt.Das GuD-Kraftwerk Römerbrücke liegt direkt an der Saar.
Neben der Stadtverwaltung, dem Regionalverband Saarbrücken und zahlreichen Dienststellen derSaarländischen Landesregierung sind unter anderem folgende Behörden und Einrichtungen in Saarbrücken vertreten:
Saarbrücken verfügt in der Stadt über eineBerufsfeuerwehr mit zweiFeuerwachen. Die Feuerwache 1 ist in St. Johann beheimatet, die Feuerwache 2 im Stadtteil Burbach. Dort versehen insgesamt 180 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau ihren Dienst.Insgesamt 17Freiwillige Feuerwehren mit über 1000 Mitgliedern sind über die Stadtteile verteilt und unterstützen die Berufsfeuerwehr. In der Stadt selbst stehen vier Freiwillige Feuerwehren zur Verfügung (Kernstadtwachen).
Im Stadtgebiet Saarbrücken gibt es folgende Krankenhäuser:
das in städtischem Besitz befindlicheKlinikum Saarbrücken gGmbH (umgangssprachlich „Winterberg“), das nach der Uniklinik Homburg das zweitgrößte Krankenhaus im Saarland ist;
die zurSaarland-Heilstätten gGmbH gehörende psychiatrisch/geriatrische Fachklinik Sonnenberg im Stadtteil Güdingen.
Das 1904 gegründete Evangelische Krankenhaus (früher Evangelisches Stadtkrankenhaus, kurz: EVK) im Stadtteil St. Johann, das im Verbund mit dem Fliedner-Krankenhaus in Neunkirchen als Saarland Kliniken firmierte und ab 1994 von derKreuznacher diakonie betrieben wurde, ist seit dem 10. März 2023 geschlossen.
Hochschule der Bildenden Künste Saar, gegründet 1989 in Trägerschaft des Saarlandes als Nachfolgeinstitution der 1924 gegründeten Staatlichen Schule für Kunst und Kunstgewerbe und der ab 1946 bestehenden Schule für Kunst und Handwerk.
Hochschule für Musik Saar, gegründet 1947 als Staatliches Konservatorium. Danach wurden ein Institut für Katholische Kirchenmusik und ein Institut für Schulmusik errichtet, die 1957 in eine Staatliche Hochschule für Musik umgewandelt und 1971 in die Trägerschaft des Saarlandes überführt wurden.
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Saarländisches Staatstheater SaarbrückenInnerstädtische Saaraue mit Circus Flic-Flac, im Hintergrund Staatstheater
Das Gebäude desSaarländischen Staatstheaters (Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Ballett) wurde 1937/38 erbaut. Das nationalsozialistische Regime stiftete die Spielstätte als Belohnung für das Abstimmungsergebnis 1935, mit dem sich das Saarland für die Angliederung an das Deutsche Reich entschied (sieheGeschichte). Das Gebäude diente an der Grenze des Deutschen Reiches als Bollwerk gegen den „kapitalistischen Westen“. In Anwesenheit von Hitler und Himmler eröffnete der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels das Theater.[88] Die faschistische Theaterideologie war in Saarbrücken aber nicht von langer Dauer. In den Kriegsjahren wurden große Teile des Gebäudes zerstört.
Insgesamt führen im Stadtgebiet 16 Brücken über dieSaar.Bereits im Jahr 1547 entstand aus Stein dieAlte Brücke genannte Fahrverbindung alsBogenbrücke. Sie ist imRenaissance-Stil ausgeführt und steht unter Denkmalschutz. Spätere Brücken verdanken ihre Errichtung häufig Entwurfswettbewerben, wie zwei Bauwerke zu Beginn des 20. Jahrhunderts.[90] Die Achterbrücke, eine ca. 1932 über die Saar gebaute Eisenbahn-Stahlbrücke, ist die Hauptzugverbindung über die Saar nach Frankreich Richtung Forbach.
Bergwerksdirektion (1877–1880, ArchitektMartin Gropius, in Anlehnung an dasWienerPalais Ferstel; Fassade weitgehend original erhalten, wesentlicher Substanzverlust durch Umbau und Integration des ehemaligen benachbarten EinkaufszentrumsSaarGalerie[93][94])
Diskontoecke (bis zum Zweiten Weltkrieg „Hansa-Ecke“), denkmalgeschütztes Eckhaus, Bahnhofstraße 37 / Ecke Dudweilerstraße, ohne kriegszerstörten Eckerker wiederaufgebaut
Deutschherrenkapelle: 13. Jh., älteste erhaltene Kirche der Stadt, heute im Besitz der Stadt Saarbrücken, die im ehemaligenDeutschordenskloster eine Jugendhilfeeinrichtung betreibt
St. Jakob: katholisch, neogotisch, Patroziniumsübernahme von der mittelalterlichen Saarbrücker Burgkapelle, 1884–1887 durchArnold Güldenpfennig errichtet, Erweiterung 1906–1907 nach Plänen von Moritz Gombert, Wiederaufbau nach Kriegszerstörung durchRudolf Krüger undEmil Tiator
St. Eligius (Saarbrücken-Burbach): katholisch, neogotisch, errichtet 1868–1870 und 1871–1873 durch denSaarlouiser Baumeister Carl Friedrich Müller, Wiederaufbau nach Kriegszerstörung durch Heinrich Schneider
St. Laurentius (Eschringen): katholisch, errichtet 1928–1930 durch den Saarbrücker Architekten Peter Weiß in abstrahierend neoromanischen und neobarocken Formen, Wiederaufbau nach Kriegszerstörung durchAlbert Boßlet
Notkirche Saarbrücken: evangelisch, in der Schweiz als Militärbaracke gebaut, 1946 Geschenk der amerikanisch-lutherischen Kirche, Restaurierung im Jahr 2008
St. Paulus (Saarbrücken): katholisch, errichtet von 1959 bis 1961 nach den Plänen des Trierer Architekten Fritz Thoma als Ersatz für eine Notkirchen-Baracke der unmittelbaren Nachkriegszeit, Abriss des Glockenturmes im Jahr 2006, Fenster vonBoris Kleint
St. Mauritius in Alt-Saarbrücken: katholisch, erbaut von Albert Dietz und Bernhard Grothe im Jahr 1956, Fenster vonBoris Kleint (WerkstattGabriel Loire inChartres), profaniert als Proberaum der Hochschule für Musik
St. Augustinus auf dem Eschberg: katholisch, erbaut 1970 bis 1973 nach Plänen von Albert Dietz, Altarkreuz und Taufbecken gestaltet vonEgino Weinert, Orgel gestaltet als Raumplastik mit 24 Registern, Glasfenster vonBodo Schramm, Rosenfenster der Marienkapelle von Willi Kurz[102]
Orthodoxe Kirche
Russisch-orthodoxe Kirche inSt. Michael: Kirche des Moskauer Patriarchats, Kirchengemeinde des Heiligen Großmärtyrers und Heilers Panteleimon in Saarbrücken in der Krypta der katholischen KircheSt. Michael[103]
Bekanntester Fußballverein Saarbrückens und des Saarlands ist der derzeitige Drittligist1. FC Saarbrücken. Er spielte insgesamt fünf Spielzeiten in derFußball-Bundesliga: 1963/64, 1976–1978, 1985/86 und 1992/93, weitere 19 Spielzeiten in der 2. Bundesliga. Austragungsort der Heimspiele ist dasLudwigsparkstadion. Da dieses zwischenzeitlich umgebaut wurde, trug der FCS seine Heimspiele ab 2016 im VölklingerHermann-Neuberger-Stadion als Ausweichspielstätte aus. Im September 2020 erfolgte die Rückkehr. Die Frauenmannschaft des 1. FC Saarbrücken spielte in den Saisons 2009/10 und 2010/11 zum vierten Mal in der1. Bundesliga der Frauen (nach den Saisons 1997/98 bis 2001/02, 2003/04 und 2007/08).
In Saarbrücken befindet sich ein Standort desOlympiastützpunktes Rheinland-Pfalz/Saarland für die Sportarten Badminton, Leichtathletik, Ringen, Rudern, Schwimmen und Triathlon.
DieSaarland Hurricanes (American Football) wurden 1996 durch eine Fusion derDillingen Steelhawks undSaarbrücken Wölfe gegründet. Sie spielten von 1997 bis 2000 und von 2008 bis 2010 in der 2. Bundesliga (GFL2), sind 2000 und 2010 jeweils als Meister in die GFL aufgestiegen. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der A-Jugend 2013.
DerTurnerbund St. Johann von 1847 e. V. Saarbrücken besteht seit 1847 und ist ein Mehrspartenverein mit 17 Abteilungen. Er betreibt sowohl Breiten- als auch den Leistungssport.
Der1. BC Bischmisheim spielt in der 1.Badminton-Bundesliga, wo er bereits mehrfach (2006–2010, 2015–2016, 2018–2021) den deutschen Meistertitel erringen konnte.
DerATSV Saarbrücken spielte in den 1980er Jahren und zu Beginn der 1990er Jahre in denTischtennis-Bundesligen der Damen und Herren und wurde mehrfach Deutscher Mannschaftsmeister. Seit dem Aufstieg im Jahr 2009 ist Saarbrücken durch die Herrenmannschaft des1. FC Saarbrücken-Tischtennis wieder in der DeutschenTischtennis-Bundesliga vertreten und wurde 2020 Deutscher Meister.
Mir sin do, Saarbrücker Karnevalsgesellschaft, gegründet 1890, und M’r sin nit so, Saarbrücker Karnevalsgesellschaft, gegründet 1856 sowieDie Nassauer Großsaarbrücker Karnevalsgesellschaft, gegründet 1980.
DerHistorische Verein für die Saargegend (HV), gegründet 1839, mit Sitz in Saarbrücken ist der älteste und mit rund 800 Mitgliedern der größte wissenschaftliche Geschichtsverein der Region. Er ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Mitglieder sich für die Geschichte des Saarlandes sowie der angrenzenden Regionen interessieren und diese ebenso erforschen. Der HV möchte zugleich Geschichte allgemein verständlich vermitteln. Vielfältige Aktivitäten kennzeichnen seine Arbeit: Veröffentlichungen (Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend und saargeschichte/n) – Tagungen – Bibliothek und Sammlungen – verschiedene Vortragsreihen – Abiturpreis. Der HV nimmt gesellschaftspolitischen Einfluss auf die historische Kultur des Saarlandes. Er äußert sich öffentlich zum regionalen Denkmalschutz und anderen historisch bedingten Fragen kultureller Identität.[104]
Der VereinGeographie ohne Grenzen ist gleichzeitig die Geographische Gesellschaft zu Saarbrücken. Er organisiert Führungen durch Saarbrücken, das Saarland, das grenznahe Frankreich und Luxemburg (RegionSaar-Lor-Lux) zu speziellen Themen unter fachkundiger Leitung für interessierte Bürger. Die Stadtrundgänge, die nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern auch abseits der bekannten Wege Besonderheiten und Hintergründe zeigen, werden durch Vorträge während der Wintermonate ergänzt.[105]
Berühmte Persönlichkeiten aus Saarbrücken sind unter anderem der ehemalige rheinland-pfälzische MinisterpräsidentPeter Altmeier, der RegisseurMax Ophüls, der Bundesinnen- und -außenministerGerhard Schröder sowie die SängerinnenSandra undNicole.
An derSchlossmauer in Saarbrücken befindet sich die steinerne Fratze einesWasserspeiers. Der Sage nach soll es sich um die Kopfdarstellung eines reichen, aber geizigen Saarbrücker Bäckers handeln, der die Armen während einer schlimmen Hungersnot schroff zurückwies. Dieser war bekannt für seine Hartherzigkeit. Selbst in schlimmen Zeiten, als viele Saarbrücker Bürger arm waren und hungerten, gab er kein Stück Brot ohne Bezahlung heraus. Nach der Sage war er der einzige Bäcker weit und breit und die Menschen waren auf ihn angewiesen. Er soll gesagt haben „Kein Brot ohne Geld“. Die Saarbrücker Gräfin hörte davon, verkleidete sich als Bettlerin und wurde ebenfalls unbarmherzig abgewiesen. Zur Strafe und Abschreckung veranlasste sie, dass der Kopf des geizigen Bäckers alsSchandmaske an deralten Brücke angebracht wurde, wo sie nun zum großen Vergnügen der Saarbrücker Bürger durch den weit geöffneten Mund das Schmutzwasser in die Saar speien musste. Der Bäcker sollte gut erkennbar sein und der „geizige Charakter“ sollte zum Ausdruck kommen. Später versetzte man die Fratze an die Schlossmauer des Saarbrücker Schlosses.[106][107][108]
Saarbrücken ist seit 1970 Schauplatz und Drehort für Folgen der KrimiserieTatort der ARD.[109] Diese hat nach Ansicht des MedienmanagersMartin Hoffmann neben demMax Ophüls Preis mit dazu beigetragen, „dass Saarbrücken als Stätte moderner, junger Fernseh- und Filmkultur wahrgenommen wird“.[110]Es waren folgende Ermittler imTeam Saarbrücken im Einsatz:
Werner Arend:Die Saarbrücker Eisenbahn, ihre Vorgeschichte und ein Reisebericht. Band 4, Dudweiler Geschichtswerkstatt, 1996.
Helmut Ballas:Verkauf des Eschberger Hofes an die Stadt Saarbrücken. Band 11, Dudweiler Geschichtswerkstatt, 2010.
Irmgard Christa Becker:Offene Forschungsfragen zur Saarbrücker Stadtgeschichte in der Saargebietszeit 1920–1935. In:Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, 2010, 58, S. 103–117.
Irmgard Christa Becker:Die Instrumentalisierung des Stadtarchivs Saarbrücken für die Saarpropaganda 1929–1935. In: Verband der Archivarinnen und Archivare (Hrsg.):Das deutsche Archivwesen und der Nationalsozialismus. Essen 2007, S. 396–406.
Hans Bünte:Kleine Saarbrücker Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009,ISBN 978-3-7917-2165-1.
Florian Brunner:Unterirdisches Saarbrücken – Stollen, Bunker, Felsenkeller. Einblicke in den Saarbrücker Untergrund. Geistkirch-Verlag, Saarbrücken 2024,ISBN 978-3-949983-30-6.
Florian Brunner:Saarbrücken – Entdeckungen von oben – Luftaufnahmen von 1929 bis 2013 zeigen alte und neue Gesichter einer Stadt. Geistkirch-Verlag, Saarbrücken 2014,ISBN 978-3-938889-03-9.
Florian Brunner, Markus Philipp:Saarbrücker Spurensuche – Eine Reise zu sichtbaren Geheimnissen der Stadt. Geistkirch-Verlag, Saarbrücken 2015,ISBN 978-3-946036-41-8.
Peter Burg: Saarbrücken 1789–1960, Von der Residenzstadt zum Industriezentrum, (= Saarland-Bibliothek, 14). Gollenstein, Blieskastel 2000.
Werner Eckel:Saarbrücken im Luftkrieg 1935–1945. Saarbrücken 1985.
Wilhelm Feldmann:Saarbrücken in der Litteraturgeschichte, in: August Krohn (Hrsg.):Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend. Heft 8. Beiträge zur Geschichte der Saargegend, Saarbrücken 1901, S. 41–63.(online)
Dieter Gräbner, Stefan Weszkalnys:Bürger, Brücken und Duelle. 100 Jahre Großstadt Saarbrücken. Bilder, Erinnerungen und Chronik. Conte Verlag, Saarbrücken 2009,ISBN 978-3-936950-85-4.
Michael Jung: „Zwischen Ackerbau und Fürstenhof. Saarbrücker und St. Johanner Bürgertum im 18. Jahrhundert.“ (= Saarland-Bibliothek, 7), Röhrig, St. Ingbert 1994.ooo
Erich Keyser (Hrsg.):Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. Kohlhammer, Stuttgart 1964 (Deutsches Städtebuch. Band 4, 3).
Annette Kleinhorst, Petra Messinger (Hrsg.): Die Saarbrückerinnen, Beiträge zur Stadtgeschichte, St. Ingbert 1998.
Fritz Kloevekorn: Saarbrückens Vergangenheit im Bilde, Saarbrücken 1933.
Rainer Knauf:Zivile und militärische Friedhofs- und Grabmalgestaltung im 20. Jahrhundert. Der Saarbrücker Hauptfriedhof. 1912–1959. Conte Verlag, Saarbrücken 2010,ISBN 978-3-941657-24-3.
Adolph Köllner:Geschichte der Städte Saarbrücken und St. Johann. Nach Urkunden und authentischen Berichten. Band 1:Historische Nachrichten. Siebert, Saarbrücken 1865 (books.google.de).
Adolph Köllner:Geschichte der Städte Saarbrücken und St. Johann. 1865, unveränderter Nachdruck Verlag Saarbrücker Zeitung, Saarbrücken, 1981,ISBN 3-922807-08-9.
Heinrich Kruekemeyer (Hrsg.): 25 Jahre Stadt Saarbrücken, Saarbrücken 1934.
Kulturdezernat der Stadt Saarbrücken (Hrsg.): Saarbrücken, 50 Jahre Großstadt 1909–1959. Saarbrücken 1959.
Fabian Lemmes: Zwangsarbeit in Saarbrücken, Ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene 1940–1945, St. Ingbert 2004.
Albert Marx:Die Geschichte der Juden im Saarland. Vom Ancien Régime bis zum Zweiten Weltkrieg. Die Mitte, Saarbrücken 1992,ISBN 3-921236-67-3.
Albert Ruppersberg:Saarbrücker Kriegs-Chronik, Ereignisse in und bei Saarbrücken und St. Johann, sowie am Spicherer Berge 1870. 4. Auflage. Leipzig 1911.
Karl August Schleiden:Illustrierte Geschichte der Stadt Saarbrücken. Dillingen/Saar 2009.
Hildegard Schorr:Die Geschichte des Saarbrücker Theaters von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dissertation, Mainz 1952.
Heinrich Silbergleit (Hrsg.):Preußens Städte – Denkschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Berlin 1908.
Paul Thomes:Die Kreissparkasse Saarbrücken, Ein Beitrag zur Geschichte der öffentlichen Sparkassen Preußens. Frankfurt am Main 1985.
Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. SDV Saarländische Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1999,ISBN 3-930843-41-2 (Band 1:Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860). Band 2:Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart).
↑Wolfgang Haubrichs,Frauke Stein:Frühmittelalterliche Siedlung im Saarbrücker Raum. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 1:Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860). Saarbrücken 1999, S. 111–158, hier S. 129–130.
↑Sabine Penth:Saarbrücken. In: Manfred Niemeyer (Hrsg.):Deutsches Ortsnamenbuch. De Gruyter, Berlin / Boston 2012,ISBN 978-3-11-018908-7, S. 543 f.
↑Hans Helmut Ebert:Stadt und Naturraum. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 1:Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860). Saarbrücken 1999, S. 25–58, hier S. 54–58.
↑Hans Helmut Ebert:Stadt und Naturraum. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 1:Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860). Saarbrücken 1999, S. 25–58, hier S. 44–46.
↑Alfons Kolling:Vor- und Frühgeschichte I u. II. In: Heinz Quasten, Hans-Walter Herrmann (Hrsg.):Geschichtlicher Atlas für das Land an der Saar. Veröffentlichungen des Institutes für Landeskunde des Saarlandes, Saarbrücken 1971.
↑Hans Helmut Ebert:Stadt und Naturraum. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 1:Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860). Saarbrücken 1999, S. 25–58, hier S. 46–49.
↑Hans Helmut Ebert:Stadt und Naturraum. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 1:Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860). Saarbrücken 1999, S. 25–58, hier S. 50–54.
↑Momir Bjelanovic:Die geländeklimatischen Verhältnisse im Großraum Saarbrücken. In: Landeshauptstadt Saarbrücken (Hrsg.):Umweltbericht 1976/77. Saarbrücken 1977, S. 86–91.
↑Momir Bjelanovic:Meteorologie in ihrer Bedeutung für das Leben allgemein; mit Beispielen aus dem Saarland. In: Minister für Umwelt, Raumordnung und Bauwesen (Hrsg.):Das Klima in der Landschaft, Seine Entwicklung und Veränderung, Möglichkeiten seiner Beeinflussung. S. 24–41 (Schriftenreihe der Obersten Naturschutzbehörde, 5).
↑Dietrich Büch:Darstellung von Luftbelastung und Klima im Stadtverband Saarbrücken und deren Umsetzung in die Bauleitplanung. In: Minister für Umwelt, Raumordnung und Bauwesen (Hrsg.):Das Klima in der Landschaft, Seine Entwicklung und Veränderung, Möglichkeiten seiner Beeinflussung´. S. 42–58 (Schriftenreihe der Obersten Naturschutzbehörde, 5).
↑Hans Schirmer:Stadt und Klima. In: Minister für Umwelt, Raumordnung und Bauwesen (Hrsg.):Eine Welt – darin zu leben, Vorträge gehalten im „Monat der Umwelt ’79“. Saarbrücken 1980.
↑Hans Helmut Ebert:Stadt und Naturraum. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 1:Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860). Saarbrücken 1999, S. 25–58, hier S. 40–44.
↑Alfons Kolling:Späte Bronzezeit an Saar und Mosel, Bonn 1968;Reinhard Schindler:Studien zum vorgeschichtlichen Siedlungs- und Befestigungswesen des Saarlandes, Trier 1968;Andrei Miron, Auguste Schäfer:Verborgen-Entdeckt. Ein Streifzug durch die Vor- und Frühgeschichte des Saarlandes, Saarbrücken 1993; Karl August Schleiden:Illustrierte Geschichte der Stadt Saarbrücken, Dillingen/Saar 2009, S. 15–18.
↑Jacques Moreau:Die Kelten im Saarland. In:Saarbrücker Hefte 11, 1960, S. 17–32;Karl August Schleiden:Illustrierte Geschichte der Stadt Saarbrücken, Dillingen/Saar 2009, S. 18–23.
↑Alfons Kolling:Der Name des römischen Saarbrücken. In:12. Bericht der Staatlichen Denkmalpflege 1965, S. 61–65.
↑Karl August Schleiden:Illustrierte Geschichte der Stadt Saarbrücken, Dillingen/Saar 2009, S. 21.
↑Alfons Kolling:Das römische Saarbrücken, Saarbrücken 1964; Alfons Kolling:Die vor- und frühgeschichtliche Besiedlung des Saarbrücker Talraumes. In:Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 19, 1971, S. 11–51.
↑Erich Nolte:Ein römisches Heiligtum am Eschberg bei Saarbrücken. In:Saarbrücker Hefte 19, 1964, S. 51–57.
↑Erich Nolte:Eine Merkurstatuette aus Saarbrücken. In:Saarheimat 8, 1964, S. 317.
↑Reinhard Schindler:Die Mithrashöhle von Saarbrücken. Saarbrücken 1964. Neubearbeitete Auflage von Franz-Josef Schumacher und Andrei Miron Saarbrücken 1989.
↑Paul Bouchard:Das Skalpell vom Halberg bei Saarbrücken und andere ärztliche Instrumente aus dem Saar-Mosel-Raum. In:Beiträge zur saarländischen Archäologie und Kunstgeschichte, 11. Bericht der Staatlichen Denkmalpflege 1964, S. 149–166.
↑Hermann Diehl:Zur Frage der verschwundenen ältesten Saarbrücke bei Güdingen. In:Saarheimat 5, 1961, Heft 9, S. 13–20.
↑Emanuel Roth:Die Vorgängerbauten der Stiftskirche St. Arnual. In:Die Stiftskirche St. Arnual in Saarbrücken, hrsg. v. Hans-Walter Hermann, Köln 1998.
↑Helmut Freis:Die römerzeitliche Siedlung am Halberg. In: Rolf Wittenbrock:Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 1. Saarbrücken 1999, S. 90–110.
↑Karl August Schleiden:Illustrierte Geschichte der Stadt Saarbrücken. Dillingen/Saar 2009, S. 23.
↑Georg Waitz (Hrsg.):Gesta Alberonis auctore Balderico, 22, 1848. In: MGH SS 8, S. 254.
↑August Hermann Jungk:Regesten zur Geschichte der ehemaligen Nassau-Saarbrückischen Lande. 2 Bände. Saarbrücken 1914 und 1919. In:Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend, 13 und 14, S. 24, Nr. 76.
↑Hatto Kallfelz:Lebensbeschreibungen einiger Bischöfe des 10.–12. Jahrhunderts. 2. Auflage. Darmstadt 1986. In:ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, 22, S. 595.
↑Stefan Flesch, Joachim Conrad, Thomas Bergholz:Mönche an der Saar, Die mittelalterlichen Ordensniederlassungen im saarländisch-lothringischen Grenzraum. Saarbrücken 1986, S. 130.
↑Kurt-Ulrich Jäschke:Saarbrücken im Hochmittelalter. In: Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken, Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1850). Band 1. Saarbrücken 1999, S. 159–198, hier S. 162.
↑Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 2:Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart. Saarbrücken 1999, S. 682.
↑abRolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 2:Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart. Saarbrücken 1999, S. 683.
↑Minotti Paul:Brettspiel und Gartenkunst: Das „Gänsespielboskett“ im Ludwigsberger Garten in Saarbrücken. In:Die Gartenkunst 28 (1/2016), S. 47–56.
↑Im Artikel I, Absatz 1 des Zweiten Pariser Friedens wurde der Grenzverlauf dementsprechend definiert und am20. November1815 von KönigFriedrich Wilhelm III. von Preußen,KaiserFranz I. von Österreich und ZarAlexander I. von Russland paraphiert: „VonPerle läuft sie durchLaunsdorf,Wallwick,Schardorff,Niederweiling,Pellweiler, so daß alle diese Ortschaften mit ihren Kirchspielen bey Frankreich verbleiben, bis nachHouvre, und folgt sodann den ehemahligen Gränzen desFürstenthums Saarbrücken, dergestalt, daßSaar-Louis, und der Lauf derSaar mit den zur Rechten der oben bezeichneten Linie liegenden Ortschaften und ihren Kirchspielen außerhalb der Französischen Gränze bleiben. Von den Gränzen des ehemahligen Fürstenthums Saarbrücken bleibt die Demarcations-Linie die nähmliche, die gegenwärtig Deutschland von denDepartements der Mosel und desNieder-Rheins scheidet, bis an dieLauter, welche ferner bis an ihren Ausfluß in den Rhein die Gränze bildet. Das gesammte Gebieth am linken Ufer der Lauter, mit Inbegriff der Festung Landau, wird mit Deutschland vereiniget. Jedoch bleibt die StadtWeißenburg, welche von diesem Fluße durchschnitten wird, ganz bey Frankreich, mit einem Umkreise von nicht mehr als tausendFranzösischen Klaftern auf dem linken Ufer der Lauter, welche die zur bevorstehenden Abgränzung zu ernennende Commission näher bestimmen wird.“ (Definitiv-Tractat zwischen Seiner Majestät dem Kaiser von Österreich, König von Ungarn und Böhmen, und Höchstihren Alliirten einer Seits, dann, Seiner Majestät dem Könige von Frankreich und Navarra anderer Seits. In:Politische Gesetze und Verordnungen für die Oesterreichischen, Böhmischen und Galizischen Erbländer (Zweiter Pariser Frieden), Jahrgang 1816, S. 29,Digitalisat (ALEX))
↑Fritz Kloevekorn:Saarbrückens Vergangenheit im Bilde. Saarbrücken 1933, S. 142.
↑Karl August Schleiden:Saarbrücken – so wie es war. Düsseldorf 1973, S. 14–15.
↑Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 2:Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart. Saarbrücken 1999, S. 684.
↑Landesplanungsgemeinschaft Westmark (Hrsg.):Karte „Politische Grenzen im Gau Westmark“. Stand August 1941, abgedruckt als Karten-Beilage 8 in:Walther Hubatsch (Hrsg.):Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Band 7, Marburg/Lahn 1978; sie zeigt „Stieringen (Wm.)“ und „Schönecken (Wm.)“ bereits als Teile der Stadt Forbach, mit einer „ehemaligen Gemeindegrenze“ und eingeklammertem Gemeindenamen als aufgelöst gekennzeichnet.
↑Fabian Lemmes:Zwangsarbeit in Saarbrücken. Ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene 1940–1945. Seite 86.
↑Hartwig Beseler, Niels Gutschow:Kriegsschicksale deutscher Architektur, Verluste – Schäden – Wiederaufbau, Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Band II:Süd. Wiesbaden 2000, S. 1059–1077.
↑Doris Seck, Paul Peters:Die Stunde Null. Das Kriegsende an der Saar. Saarbrücken 1986, S. 49–50, 55.
↑Hartwig Beseler, Niels Gutschow:Kriegsschicksale deutscher Architektur, Verluste – Schäden – Wiederaufbau, Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Band II:Süd. Wiesbaden 2000, S. 1060.
↑Gerhard Franz:Der Sieg der Neinsager, 50 Jahre nach der Abstimmung über das Saarstatut, Blieskastel 2005, S. 181.
↑Tamaz Gvenetadze:Chronik einer Freundschaft. 20 Jahre Städtepartnerschaft Saarbrücken-Tbilissi. Saarbrücken 1986.
↑Rolf Wittenbrock (Hrsg.):Geschichte der Stadt Saarbrücken. Band 2:Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart. Saarbrücken 1999, S. 685.
↑J.F.G. Goeters:Die Einführung der Union im Bereich der alten Kreissynode Saarbrücken. In: Helmut Franz, Hans Walter Herrmann:Die Evgl. Kirche an der Saar gestern und heute. Saarbrücken 1975, S. 222.
↑Albert Ruppersberg:Geschichte der ehemaligen Grafschaft Saarbrücken, Geschichte der Städte Saarbrücken und St. Johann 1815–1909, der Stadt Malstatt-Burbach und der vereinigten Stadt Saarbrücken bis zum Jahre 1914. Band III, Teilband 2. 2. Auflage. Saarbrücken 1914, S. 554.
↑Wie wir uns bewegen – Verkehrsentwicklungsplan. Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten in Saarbrücken. In: saarbruecken.de. Landeshauptstadt Saarbrücken, 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2020; abgerufen am 19. Juni 2020.
↑Albert Ruppersberg:Geschichte der ehemaligen Grafschaft Saarbrücken, Geschichte der Städte Saarbrücken und St. Johann 1815–1909, der Stadt Malstatt-Burbach und der vereinigten Stadt Saarbrücken bis zum Jahre 1914. Band III, Teilband 2. 2. Auflage. Saarbrücken 1914, S. 99.
↑Kristine Marschall:Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland. Institut für Landeskunde im Saarland, Saarbrücken 2002, S. 322–323.
↑Zitat aus:Martin Hoffmann:„Regionale Stärken sind auch ein Tor zur Welt“. In: Thomas Kleist, Alexander Roßnagel, Alexander Scheuer (Hrsg.):Europäisches und nationales Medienrecht im Dialog, Nomos, Baden-Baden 2010,ISBN 978-3-8329-6241-8, S. 390