Nach der Übernahme zweier Zeitungen inAdelaide von seinem Vater kaufte und gründete Murdoch weitere Publikationen in Australien, um dann seine Marktpräsenz aufGroßbritannien, die USA und einigeasiatische Märkte auszuweiten. Murdochs erste andauernde Investition in den Fernsehmarkt tätigte er in Großbritannien 1989 mit der Übernahme vonSky Channel. Während der 2000er Jahre baute er seinen Einflussbereich im Satellitenfernsehen, in der Filmindustrie und im Internet aus.
Es wurde 2006 geschätzt, dass zirka 2 Prozent[4][5] der global vertriebenen Medien unter seinem Einfluss stehen. Murdoch befand sich 2006 auf dem 4. Platz in der Rangliste der kommerziell erfolgreichsten Medienunternehmer der Liste desForbes Magazine.[6]
Im September 2023 gab Murdoch bekannt, dass er als Vorsitzender von Fox Corp. und News Corp. zurücktreten werde.
Der Enkel des TheologenPatrick John Murdoch und Sohn vonKeith und Elisabeth Murdoch sr., geb. Greene, besuchte dasInternat Geelong Grammar School in Australien und studierte anschließend amWorcester College an derUniversität von Oxford inEngland den StudiengangPhilosophy, Politics and Economics. Während dieser Zeit war Murdoch ein Anhänger der britischenLabour Party. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters kehrte der 22-Jährige nach Australien zurück und übernahm die Führung im väterlichenMedienunternehmen, das damals aus zwei Zeitungen in Adelaide (unter anderemThe News) und einem Radiosender bestand.[7]
Murdoch weitete seine Marktpräsenz schnell über sein Heimatland aus. 1955 kaufte er dieSunday Times und machte aus ihr eine erfolgreiche Boulevardzeitung. Während der nächsten Jahre konnte Murdoch weitere, vor allem regionale Zeitungen, Magazine und Fernsehstationen erwerben. Sein erster Vorstoß außerhalb Australiens war der Kauf derneuseeländischen TageszeitungThe Dominion 1964. Später im selben Jahr gründete Murdoch die erste australische Zeitung mit nationaler Verbreitung, denAustralian. Nachdem er seinen Anteil am australischen Markt erhöht hatte, lenkte Murdoch sein Augenmerk auf Großbritannien. Sein bis 1968 größter Kauf war dieNews of the World, das sonntäglich erscheinende Boulevardblatt mit der größten Verbreitung. Später folgten andere Zeitungen mit großer Verbreitung wieThe Sun und dieTimes[8]. DieNews Corporation ist ein weltweit agierender Medienkonzern, der zahlreiche Beteiligungen an Film- und Fernsehunternehmen, Zeitungs- und Buchverlagen und sogar eineBaseball-Mannschaft (Los Angeles Dodgers) besitzt. Die Herzstücke dieses Medienimperiums sind u. a. das Hollywood-Filmstudio20th Century Fox und das US-amerikanische FernsehnetzwerkFox Broadcasting Company, das derAustralier Murdoch 1985 erst nach Erlangung der US-Staatsbürgerschaft ins Leben rufen konnte. 1989 fasste er mit der Gründung vonBritish Sky Broadcasting Fuß im europäischen Medienmarkt. Im asiatischen Markt ist Murdoch mitSTAR TV vertreten, das mehr als 100 Millionen Zuschauer täglich hat.
Im Jahr 2005 kaufte Murdoch für 580 MillionenUS-DollarMyspace[9] und verkaufte das soziale Netzwerk 2011 für 35 Millionen US-Dollar.[10] Am 1. August 2007 konnte Murdoch zudem nach einer monatelangen Verhandlungsschlacht den bekannten US-VerlagDow Jones übernehmen, zu dem unter anderem das weltweit bekannteWall Street Journal gehört. Am 7. Dezember 2007 wurde bekannt, dass Murdochs SohnJames den Chefposten des Medienimperiums seines Vaters inEuropa undAsien übernimmt.
Murdoch stellteNews of the World nach einemAbhörskandal am 10. Juli 2011 ein. Wenige Tage später zog er auch das Übernahmeangebot für den FernsehsenderBSkyB zurück, an dem die News Corporation 39,1 Prozent der Aktienanteile hält.[11]
Am 19. Juli 2011 wurden Murdoch und sein Sohn vor einem Untersuchungsausschuss des Unterhauses zu dem Abhörskandal befragt. Murdoch sagte dabei, dies sei ein Tag der größten Demut in seinem Leben gewesen.[12]
Im September 2023 kündigte Murdoch an, dass er als Vorsitzender von Fox Corp. und News Corp. zurücktreten werde und in die Rolle eines emeritierten Vorstandsvorsitzenden zu wechseln.[13] Die Leitung der beiden Unternehmen werde er an seinen SohnLachlan Murdoch übergeben.
Murdoch betreibt den US-amerikanischen FernsehkonzernFox News, welcher als sehr konservativ undRepublikaner-freundlich gilt. 1977 startete Murdochs BoulevardblattNew York Post die Klatschkolumne «Page Six», dieTrump zu einem ihrer Lieblingsthemen machte und ihm half, seinen öffentlichen Mythos zu erschaffen. Das erste offene Zerwürfnis gab es 1980, als die «New York Post» berichtete, dass Trump die Mitgliedschaft in einem exklusiven Golfklub verwehrt wurde, woraufhin Trump eine Verleumdungsklage androhte.[14] Trumps langjähriger AnwaltRoy Cohn brachte beide in den 1970er Jahren zusammen; zudem waren Trumps SchwiegersohnJared Kushner und Murdoch befreundet. Das größte Zerwürfnis ereignete sich in der Wahlnacht2020, als Fox News als erstes Medium Arizona an Joe Biden zusprach, was Trump in Wut versetzte.[15][16] Nach der Erstürmung des Kapitols im Januar 2021 wies Murdoch seine Redaktion an, Trump zu einer «non-person» zu machen.[17] Vor den Wahlen2024 setzte Murdoch zunächst auf Ron DeSantis, musste aber bald wieder zu Trump zurückkehren.[18] Die neueste Episode ihrer wechselvollen Beziehung dreht sich um eine Klage Trumps gegen Murdoch auf 10 Milliarden Dollar wegen eines Berichts im «Wall Street Journal» aus dem Jahr2003 über einen angeblichen Trump kompromittierenden Brief anJeffrey Epstein.[19][20]
Durch seine Zeitungen The Sun, die Times und vor allem die ehemalige News of the World und seinen Fernsehsender Sky hatte und hat Murdoch noch immer viel Einfluss auf die britische Politik. Er hatte am Anfang seines Engagement in Großbritannien ein Bündnis mit den Konservativen und deren PremierministernMargaret Thatcher undJohn Major. Diese verhalfen ihm auch dazu, seine Zeitungen zu kaufen, da es bis dahin ein Gesetz gab, das verhinderte, eine Zeitung zu 100 % zu kaufen. Dafür verhalf er den Konservativen, dies behauptet die Sun von sich selbst, bei denUnterhauswahlen 1992 zu einem knappen Sieg. Bei denUnterhauswahlen 1997 unterstützte er die Labour-Partei mit ihrem VorsitzendenTony Blair, die diese Wahl dann auch erdrutschartig gewann. Tony Blair wurde danach zumPremierminister ernannt. Durch die Unterstützung für Blair bekam Murdoch sehr viel Einfluss auf die britische Regierung; so war Blair einer der Befürworter desIrak-Krieges, welcher auch von Murdoch gewollt war. Bei denUnterhauswahlen 2010 zog er dann überraschend seine Unterstützung für die Labour-Regierung unter PremierministerGordon Brown zurück und unterstützte dafürDavid Cameron und dieTories, die dann auch die Wahlen gewannen.[21]
Am 26. Januar 2007 räumte Murdoch in einem Interview auf dem „World Economic Forum“ inDavos öffentlich ein, dass er aktiv versucht habe, die öffentliche Meinung zu GunstenGeorge W. BushsNahost-Politik zu beeinflussen.[26]
Murdoch beschrieb sich selbst 2015 als „Klimawandelskeptiker, nicht als Leugner“, bezeichnete aber im nächsten Satz Warnungen vor derglobalen Erwärmung als „alarmistischen Nonsens“.[28] Die von ihm kontrolliertenNews Corp.-Medien säen seit Jahrzehnten besonders stark Zweifel am menschengemachten Klimawandel und arbeiten daran, eine ernstzunehmende Klimapolitik zu verhindern.[29][30] Beispielsweise versuchten sie in ihrer Berichterstattung den Zusammenhang derGroßbrände in Australien 2019 mit dem Klimawandel zu verschleiern.[31]
Jeffrey Archer nimmt Murdochs jahrelangen Machtkampf mitRobert Maxwell, das größte Medienimperium weltweit zu besitzen, zur Vorlage für seinen Roman „Imperium“. Den Angaben des Schriftstellers zufolge soll dieser zu 78 Prozent auf Tatsachen beruhen.
Die FernsehserieSuccession wird als Anspielung auf Rupert Murdoch und seine Familie gesehen.[32][33]
Kritikern zufolge nutzt Murdoch die Medien in seinem Besitz zur VerbreitungkonservativerWeltanschauungsmuster. Ihm wird zum Beispiel nachgesagt, die öffentliche Meinung in Großbritannien pro Brexit beeinflusst zu haben.[34]
Murdoch-Medien machten ebenfalls Stimmung für den US-PräsidentenDonald Trump und verbreiteten die von ihm vielfach wiederholte Falschbehauptung, dass es bei derPräsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020 einen groß angelegtenWahlbetrug gegeben habe und Trump die rechtmäßige Wiederwahl durchJoe Biden gestohlen worden sei. Der ehemalige australische PremierministerMalcolm Turnbull schrieb angesichts dieses Wirkens, dass Murdoch die US-amerikanische Demokratie über Fox News wahrscheinlich stärker beschädigt habe als jeder andere Mensch.[35]
2004 erschien die Fox- und Murdoch-kritische Dokumentation „outfoxed“, in der unter anderem ein Ex-Fox-News-Mitarbeiter aufgedeckt hat, dass der Fox-News-Redaktion täglich ein Memo der Senderleitung gereicht wurde, das die Themen beinhaltete, die an diesem Tag behandelt werden sollten.
Rupert Murdoch und seine damalige EhefrauWendi (2011)
Rupert Murdoch war in erster Ehe mit Patricia Booker verheiratet, mit der er eine Tochter hat: Prudence MacLeod (* 1958). Seine zweite Ehefrau warAnna Murdoch Mann, geborene Torv.[37][38] Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:Elisabeth Murdoch (* 1968),Lachlan Murdoch (* 1971) undJames Murdoch (* 1972). Nach 32 Jahren Ehe ließ er sich 1999 von ihr scheiden.[39] Torv erhielt eine Abfindung von 1,2 Milliarden Dollar, was bis zur Trennung vonJeff undMcKenzie Bezos die teuerste vollzogene Scheidung war.[40] Kurze Zeit danach heiratete er die 37 Jahre jüngere ChinesinWendi Deng,[41][42] von welcher er sich 2014 scheiden ließ. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.[43] 2016 gab Murdoch seine Verlobung mitJerry Hall bekannt,[44] die er am 4. März 2016 inLondon ehelichte.[45] Im August 2022 wurde die Ehe geschieden, nachdem Hall einen Monat zuvor die Scheidung wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ eingereicht hatte.[46][47] Am 1. Juni 2024 heiratete Murdoch die Molekularbiologin Elena Zhukova.[48]
Rupert Murdoch ist Multi-Milliardär. Gemäß derForbes-Liste 2022 betrug sein Vermögen ca. 20,8 Milliarden US-Dollar. Damit belegt er Platz 76 auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.[49] Murdoch hatte 121 Millionen Dollar[50] in das gescheiterte LaborunternehmenTheranos vonElizabeth Holmes investiert.[51]
Michael Wolff:The Man Who Owns the News: Inside the Secret World of Rupert Murdoch. Broadway Books, New York 2008,ISBN 978-0-7679-2952-3 (englisch).
David McKnight:Murdoch’s Politics: How One Man’s Thirst For Wealth and Power Shapes our World. Pluto Press, New York 2013,ISBN 978-0-7453-3346-5 (englisch).
↑Andreas Scheiner: König contra Königsmacher / Der amerikanische Präsident Donald Trump und der mächtige Verleger Rupert Murdoch verachten sich – können aber nicht ohne einander In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. August 2025, Seite 3
↑David Folkenflik:How a civil war erupted at Fox News after the 2020 election. In:NPR. 8. März 2023 (npr.org [abgerufen am 8. September 2025]).
↑Fox’s Arizona Call for Biden Flipped the Mood at Trump Headquarters (Published 2020). 4. November 2020 (nytimes.com [abgerufen am 8. September 2025]).
↑Arnaud Leparmentier:Epstein scandal sparks $10 billion clash between Trump and Murdoch. Hrsg.: lemonde.fr. Le Monde, 22. Juli 2025 (lemonde.fr [abgerufen am 8. September 2025]).
↑Alexander Sarovic:(S+) Fall Jeffrey Epstein: Jetzt verklagt Trump Rupert Murdoch. In:Der Spiegel. 20. Juli 2025,ISSN2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. September 2025]).