Royal Marines | |
|---|---|
Emblem der Royal Marines | |
| Aufstellung | 28. Oktober 1664[1] |
| Staat | Vereinigtes Konigreich |
| Streitkräfte | Royal Navy |
| Teilstreitkraft | Royal Marines |
| Stärke | ca. 5000 |
| Standort | Poole,Plymouth,ChivenorRNAS Yeovilton |
| Motto | „Per Mare Per Terram“ (Zu Wasser und zu Lande) |
| Website | royalnavy.mod.uk |
| Kommandeur | |
| Kommandeur | General Gwyn Jenkins |
DieRoyal Marines sind dieMarineinfanterie derbritischenRoyal Navy und Großbritanniens wichtigste Stütze für amphibische Operationen. Die Royal Marines sind einer von fünf kämpfenden Truppenteilen der Royal Navy, neben derRoyal Navy Surface Fleet, demRoyal Navy Submarine Service, demFleet Air Arm und derRoyal Fleet Auxiliary.
Es besteht eine besonders enge Verbindung zurniederländischen Marineinfanterie, demKorps Mariniers, mit denen die Royal Marines seit 1973 in einemNATO-Verband, derUK/NL Landing Force, zusammengefasst sind. Regelmäßig wird bei Einsätzen oder Übungen ein niederländischesBataillon derBrigade unterstellt.
Anfangs gehörten Marines zur Besatzung eines jeden britischenKriegsschiffs. Ihre Aufgaben waren dabei mannigfaltig: Neben der Durchführung vonamphibischen Operationen dienten sie während einer Seeschlacht als Scharfschützen und bedienten ab 1804 auch Geschütze. Auch später noch auf den Schlachtschiffen des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde traditionell ein Teil der Haupt- und Nebenbewaffnung von den Royal Marines bedient. Darüber hinaus sollten die Marineinfanteristen Disziplin und Ordnung an Bord aufrechterhalten und insbesondere die Offiziere im Falle einer Meuterei unterstützen, weswegen ihre Schlafgelegenheiten auch zwischen Mannschafts- und Offiziersräumen eingerichtet wurden.
Die Royal Marines wurden am 28. Oktober 1664 durch eineOrder-in-Council alsThe Duke of York and Albany’s Maritime Regiment of Foot (deutsch etwa: „Maritimes Fußregiment desHerzogs von York undAlbany“) aufgestellt. Da der damalige Duke of York und Albany, der spätereKönigJakob II., auch das Amt desLord High Admiral innehatte und die Finanzierung des Regiments aus dem Etat derAdmiralität erfolgte, wurde es auchAdmiral’s Regiment genannt.
Ihren ersten Großeinsatz erlebte die Truppe in einer Stärke von knapp 1900 Mann im August 1704 imSpanischen Erbfolgekrieg, als sie zusammen mit 400 niederländischen Marineinfanteristen die HalbinselGibraltar nach derEinnahme von Gibraltar gegen spanische Verstärkungen hielt und sie später zurückeroberte. Aus diesen Geschehnissen ging die enge Verbindung der britischen mit der niederländischen Marineinfanterie hervor.
Durch ein Dekret KönigGeorgs III. erhielt das Korps im Jahr 1802 auf Anregung vonLord St. Vincent[2] die offizielle Bezeichnung „The Royal Marines“. Im Verlauf des Jahrhunderts gliederte die britische Regierung darüber hinaus die Royal Marines um, die bis dahin eine reininfanteristische Rolle innehatten. Es war gängige Praxis, Artilleriesoldaten der Armee zur Bedienung von Mörsern für den Landbeschuss einzuschiffen. Diese Soldaten unterlagen dabei weiterhin demArmy Act und mussten sich daher nicht dem strengerenNaval Discipline Act unterwerfen, was den jeweiligen Schiffskommandanten oft missfiel.
Die Admiralität genehmigte im Jahr 1804 aus diesem disziplinarischen Gefälle und der intrinsischen Notwendigkeit einer Marineartillerie heraus die Aufstellung derRoyal Marine Artillery (RMA). Die Angehörigen dieser Einheit trugen weiterhin die blauen Uniformen der Heeresartillerie und nicht die roten Uniformen des restlichen Korps. Damit begann die Trennung der Truppe in blaue und rote Marines, die im Jahr 1855 mit der offiziellen Unterscheidung inRoyal Marine Light Infantry (RMLI) undRoyal Marine Artillery (RMA) formalisiert wurde.
Die Einheit leistete einen gewichtigen Beitrag zur Eroberung desBritish Empire. So waren ihre Mitglieder an der BesetzungAustraliens im Jahr 1788 beteiligt und waren in die Politik desImperial Policing eingegliedert. Des Weiteren waren sie an derBombardierung Algiers im Jahr 1816 und derSchlacht von Navarino gegen die osmanische Flotte im Jahr 1827 beteiligt.
Nach der Teilnahme an denNapoleonischen Kriegen, bei denen die Beteiligung von knapp 2500 Royal Marines an derSchlacht von Trafalgar im Oktober 1805 heraussticht, kamen die Royal Marines vor allem in den zahlreichenKolonialkriegen, aber auch imKrimkrieg und in der Bekämpfung derSklaverei vor Westafrika zum Einsatz. Daneben setzte die Krone sie immer wieder zur Niederschlagung nationalistischer Aufstände inIrland ein.
Während desErsten Weltkriegs sind vor allem die Einsätze in derSchlacht von Gallipoli (1915) undZeebrugge (1918) zu erwähnen.
ImZweiten Weltkrieg erfolgte 1942 die Aufstellung des ersten der berühmten Kommandos, die sich aus den Reihen der Royal Marines rekrutierten. Die Royal Marines Commandos nahmen an vielen Gefechten teil: Die Zerstörung desSaint-Nazaire-Docks inFrankreich (Operation Chariot), der verlustreiche Angriff aufDieppe, die Landungen im Mittelmeer und letzten Endes dieOperation Overlord (D-Day, 6. Juni 1944).
Das im Zweiten Weltkrieg aufgestellte No. 30 Commando war ein Verband für Kommandooperationen, deren EinsätzeIan Fleming ab Ende 1943 plante.
In der Nachkriegszeit waren die Marines bei zahlreichen Operationen im Nahen und Fernen Osten eingesetzt (etwaAden,British Malaya,Korea,Zypern undSues). Außerdem spielten sie eine wesentliche Rolle imFalklandkrieg (Landungen bei San Carlos Bay) und beiDesert Shield undDesert Storm (Zweiter Golfkrieg 1990/91).[3]
Seit den 1990er Jahren gibt es nur noch die3 Commando Brigade. Sie umfasst alle Verbände der Royal Marines und besteht aus den drei bataillonsgroßenCommandos (No. 40,No. 42,No. 45), der43 Commando Fleet Protection Group, der30 Commando Information Exploitation Group und der47 Commando Raiding Group.
1998 wurde als erstes Schiff einer neuen Generation vonamphibischen Angriffsschiffen dieHMS Ocean in Dienst gestellt. Jedes der drei Commandos war turnusmäßig Teil einer „Amphibious Task Group“ auf derOcean. Seit 2005 sind Einheiten der Royal Marines auch regulär auf den DocklandungsschiffenAlbion undBulwark stationiert.
Der Einfachheit halber sind hinter den englischen Bezeichnungen die deutschen Übersetzungen aufgeführt. BritischeRegimenter entsprechen von ihrer Stärke einem deutschenBataillon. Squadrons sind mit deutschenKompanien,Batterien oderStaffeln vergleichbar.



| NATO-Code | OF-9 | OF-8 | OF-7 | OF-6 | OF-5 | OF-4 | OF-3 | OF-2 | OF-1 | OF (D) | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| General | Generalleutnant | Generalmajor | Brigadegeneral | Oberst | Oberstleutnant | Major | Hauptmann | Oberleutnant | Leutnant | Fähnrich | |
| General | Lieutenant General | Major General | Brigadier | Colonel | Lieutenant Colonel | Major | Captain | Lieutenant | Second Lieutenant | Officer Cadet | |
| Chef der Korps | Brigade- Kommandeur | Stv. Brigade- Kommandeur | Bataillons- Kommandeur | Kompaniechef | Zugführer | Zugführer | Offizieranwärter | ||||
| NATO-Code | OR-9 | OR-8 | OR-7 | OR-6 | OR-5 | OR-4 | OR-3 | OR-2 | OR-1 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| nicht in Gebrauch | nicht in Gebrauch | ||||||||
| Oberstabsfeldwebel | Stabsfeldwebel | Hauptfeldwebel | Oberfeldwebel Feldwebel | – | Oberstabsgefreiter Stabsgefreiter | Hauptgefreiter Obergefreiter | Gefreiter | – | |
| Warrant Officer 1 | Warrant Officer 2 | Colour Sergeant | Sergeant | – | Corporal | Lance Corporal | Marine | – | |
| Bataillonsfeldwebel | Kompaniefeldwebel | Materialbewirt- schaftungsfeldwebel | stellvertretender Zugführer | – | Gruppenführer | stellvertretender Gruppenführer | Jäger | – |
Quelle:[4]