| Rotstirngirlitz | ||||||||||||
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Rotstirngirlitz (Serinus pusillus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Serinus pusillus | ||||||||||||
| (Pallas, 1811) |
DerRotstirngirlitz (Serinus pusillus) zählt innerhalb derFamilie derFinken (Fringillidae) zurGattung derGirlitze (Serinus).[1][2]
Der Vogel kommt in derTürkei, demSüdkaukasus, demIrak überIran,Turkmenistan,Kasachstan bisTibet undWestchina sowieAfghanistan undNordindien undNepal vor, außerhalb der Brutzeit auch imLibanon, inIsrael undSyrien.
Der Lebensraum umfasst Gebirge nahe derBaumgrenze inNadel- undMischwäldern, bevorzugt an Waldrändern, entlang von Bächen mit offenerVegetation von 600–3000 m im Kaukasus, von 1500 bis 3300 in der Türkei, von 2300 bis 3300 in Afghanistan und von 2000 bis 4700 m im Himalaya.[3][4]
DerArtzusatz kommt vonlateinischpusillus‚winzig, sehr klein‘.[5]
Die Art ist mit 11–13 cm und 9–14 g ein kleiner Girlitz mit kurzem Schnabel und an der Spitze gegabeltem Schwanz.Beim Männchen ist der Kopf schwarz einschließlich Nacken, Kehle und Hals außer der namensgebenden blutroten Stirn. Das übrige Gefieder ist kräftig und dicht schwarz längsgestreift.DerBürzel ist orange-gelb und undeutlich gestreift. Die Oberschwanzdecken sind dunkel, der Schwanz dunkelbraun mit schmalen orange- bis goldfarbenen Rändern. DieFlügeldecken sind dunkelbraun mit gelbbraunen Rändern, die mittleren Armdecken haben hell orange, die großen gelborange Spitzen und ergeben zwei Flügelbinden. Die Flug- undSchirmfedern sind dunkelbraun mit schmaler gelblich-oranger Berandung. Brust und Bauch sind gelblich, die Unterschwanzdecken heller, Brust und Flanken sind rußfarben-schwarz gestrichelt, die Unterflügeldecken sind blass gelblich-weiß. DieIris ist dunkelbraun bis schwarz, der Schnabel grau bis schwärzlich, die Beine sind schwärzlich bis dunkelbraun.Die Geschlechter sind sich ähnlich, Weibchen haben einen kleineren Stirnfleck, sind manchmal nicht schwarz am Kopf, sondern rußgrau mit dunkler Streifung. ImSchlichtkleid ist die Gefiederfärbung matter. Jungvögel sind zimtbraun an Stirn, Gesicht, Kehle und Hals, Scheitel undOhrdecken sind dunkler, die Oberseite kräftiger gestrichelt als bei den Altvögeln. Der Schwanz hat hell gelbe Außenränder.
Die Art ist ähnlich klein wie derGirlitz (S. serinus) und zeigt einen ähnlich hüpfenden Flug, der Schwanz ist aber etwas länger.[3][4]
Die Art istmonotypisch.[1][4][6]
Der Ruf des Männchens wird gern von einer Ansitzwarte aus oder im Fluge vorgetragen und wird als brodelnder oder fröhlich zwitschernder Triller „twir’r’r’r’“ oder „tsi-tsu-teeh-tsi tit-tit-tit-tit-tit“ beschrieben ähnlich wie derZitronenzeisig (Carduelis citrinella) undZederngirlitz (S. syriacus). Der Triller ist immer lang und fällt leicht ab.[3][4]
Die Art ist einTeilzieher undStrichvogel, sie kommt im Winter in niedrigere Höhenlagen.Oft wird das Brutgebiet Ende Juli/August mit den Jungvögeln verlassen. Die Art lebt gesellig, ist nicht scheu.Die Nahrung besteht hauptsächlich ausPflanzensamen,Früchten und Blüten, auchInsekten, die gern im Trupp, auch kopfüber an Zweigen hängend gesucht werden, lieber jedoch an Totholz, Steinen und Felsen.
Die Brutzeit liegt zwischen April und August, zwei Bruten sind häufig. Die Art lebtmonogam, kehrt gern an ihren Brutplatz zurück. Das Weibchen baut das Nest in niedrigen Büschen oder dichten Bäumen, das Gelege besteht aus 3–5 bläulich-weißen, etwas gefleckten Eiern, die nur vom Weibchen über 11–16 Tage ausgebrütet werden. Beide füttern die Jungen. DurchPrädatoren, hauptsächlichElster (Pica pica) undHörnchen (Sciuridae) kommt es in etwa der Hälfte zum Brutverlust.[3][4]
Der Bestand gilt als „nicht gefährdet“ (least Concern).[7]