Das Stadtgebiet erstreckt sich rund 16 Kilometer auf beiden Seiten derWarnow bis zu deren Mündung in die Ostsee im OrtsteilWarnemünde. Die Innenstadt liegt auf dem linken Ufer des Flusses. Geprägt wird Rostock durch seine Lage am Meer, seinen Hafen sowie dieUniversität Rostock, die 1419 gegründet wurde und zu den ältesten Hochschulen Deutschlands zählt. Der für den Fährverkehr und Güterumschlag bedeutendeRostocker Hafen, der wichtigste deutsche Ostseehafen, sowie der größte deutscheKreuzfahrthafen in Warnemünde liegen im Stadtgebiet. Rostock ist zudem Hauptsitz des deutschenMarinekommandos. Die 1991 begründeteHanse Sail hat sich zu einer der großen maritimen Veranstaltungen im Ostseeraum entwickelt.
Rostock wurde am 24. Juni 1218 dasLübische Stadtrecht bestätigt. Seit 1283 Mitglied derHanse, blühte die Stadt in den folgenden Jahrhunderten durch denFreihandel auf. Aus jener Zeit sind eine Reihe von Bauten derBacksteingotik erhalten. Viele weitereBaudenkmäler in Rostock zeugen von der überregionalen Bedeutung der Stadt in Spätmittelalter und früher Neuzeit. Durch den Niedergang der Hanse, denDreißigjährigen Krieg und denStadtbrand von 1677 wurde Rostock jedoch zurückgeworfen, und die Einwohnerzahl verringerte sich auf ein Drittel, wovon sich die Stadt erst seit derIndustrialisierung im 19. Jahrhundert vollständig erholen konnte.
Die Stadt gehörte bis 1918 zumGroßherzogtum und dann zumFreistaatMecklenburg-Schwerin. Rostock war als größte Stadt Mecklenburgs stets der wirtschaftliche Mittelpunkt des Landes. Neben der Haupt- und ResidenzstadtSchwerin war Rostock mit seiner Universität auch ein Zentrum von Kultur und Wissenschaft in Mecklenburg.
Jahrhundertelang dominierte die maritime Wirtschaft die Stadt. Mit der Gründung der FlugzeugwerkeArado 1921 undHeinkel 1922 wurde Rostock dann auch ein bedeutender Technologiestandort, was die Stadt in den 1940er Jahren allerdings zu einem wichtigen Ziel desLuftkriegs im Zweiten Weltkrieg machte. In derDDR-Zeit war Rostock von 1952 bis 1990Bezirksstadt; der Hafen wurde zum bedeutendsten der DDR ausgebaut und die Stadt systematisch durch neue Stadtgebiete erweitert, bis sie auf über 250.000 Einwohner anwuchs.
Zwischen 1990 und 2000 verlor Rostock etwa ein Fünftel seiner Einwohner durch Abwanderung, zudem hat sich die Rostocker Wirtschaft erheblich verändert: Die Bedeutung der Schiffbauindustrie ging stark zurück; viele neue Arbeitsplätze entstanden imTourismus und im Dienstleistungssektor; größter Arbeitgeber der Stadt ist nun die Universität mit derUniversitätsklinik. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wächst Rostocks Bevölkerungszahl wieder.
Rostock liegt ungefähr in der nördlichen Mitte Mecklenburg-Vorpommerns. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits des Unterlaufs derWarnow. Der Fluss verläuft überwiegend in Nord-Süd-, nur im Bereich der Rostocker Innenstadt in Ost-West-Richtung. Nahe der Rostocker Innenstadt verbreitert sich der Flusslauf zurUnterwarnow, was den Namen der Stadt („Flussverbreiterung“) erklärt.Vor der Mündung in dieOstsee beim OrtsteilWarnemünde weitet sich die Unterwarnow, die ausBrackwasser besteht, in Richtung Osten weiter zumBreitling aus. Südlich davon befindet sich derRostocker Seehafen.
Der größte bebaute Teil Rostocks befindet sich am linken Ufer der Warnow. Dazu zählen die Innenstadt, die im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen WohngebieteKröpeliner-Tor-Vorstadt undHansaviertel sowie die ab 1960 entstandenen WohngebieteSüdstadt südlich der Innenstadt undReutershagen,Evershagen,Lütten Klein,Groß Klein,Schmarl undLichtenhagen zwischen der Innenstadt und Warnemünde. Der Teil der Stadt rechts der Warnow wird durch den Überseehafen, Gewerbestandorte und den ca. 6000 ha großen KüstenwaldRostocker Heide geprägt. Hinzu kommen inDierkow undBrinckmansdorf Siedlungsgebiete aus der Zeit zwischen den Weltkriegen, Großsiedlungen aus den 1980er Jahren in Dierkow undToitenwinkel sowie einige ländliche Ortsteile.
Rostocks größte Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt 21,6 km und von Ost nach West 19,4 km. Die Länge der Stadtgrenze (ohne Küste) beträgt 97,9 km. Rostocks Küste selbst hat eine Länge von 18,5 km. Davon ist zusammen ca. 7 km Badestrand auf beiden Seiten der Warnowmündung, der übrige Küstenbereich besteht aus Naturstrand und der SteilküsteStoltera westlich von Warnemünde. Die Warnow im Stadtgebiet erstreckt sich über 16 km.
Die Geografie der Altstadt, aber auch die der Gegend um Warnemünde haben sich im Laufe der Zeit verändert. Wo heuteAm Strande eine Hauptverkehrsstraße verläuft, war früher tatsächlich Strand, und lange Brücken führten in das schiffbare Wasser. Um die Stadt verlief außerdem lange ein Wassergraben zum Schutz, der – nutzlos geworden – im Zuge der Entfestigung und des Ausbaus desStadthafens korrigiert wurde. Auf alten Fotos und Abbildungen sind noch die heute nicht mehr vorhandenen Brücken vor demPetritor und vor demKröpeliner Tor zu sehen. Dabei wurde neben dem Fischer-Hafen der Haedge-Hafen mit dem Kohlenkai – heute „Haedge-Halbinsel“ – gebaut. Darüber hinaus ist auch der Abfluss der Warnow in Warnemünde verändert worden. War es früher derAlte Strom, ist es heute derNeue Strom, der auch deutlich ausgebaut wurde. Auch der Breitling wurde mit der Anlage großer Hafenbecken verändert.
Das Stadtgebiet Rostocks ist in 31 Ortsteile gegliedert. Zu statistischen Zwecken sind diese in 21 Stadtbereiche (A bis U) zusammengefasst. Weiterhin sind die Ortsteile auf fünf Ortsamtsbereiche verteilt, für die jeweils einOrtsamt zuständig ist. Hier werden Einwohnerangelegenheiten (z. B. Meldungen) bearbeitet.[6]
Nach der Gründung der Stadt und der Vereinigung der Stadtteile erwarb Rostock im 13. Jahrhundert die großeRostocker Heide sowie einige nahe gelegene Dörfer und Gutsstellen (Bartelsdorf, Bentwisch, Broderstorf, Kassebohm, Kessin, Rövershagen, Riekdahl, Stuthof, Willershagen und Gragetopshof).
Die meisten dieser Orte wurden jedoch später wieder als eigenständige Gemeinden geführt und nicht oder erst im 20. Jahrhundert wieder dem Stadtgebiet Rostocks angeschlossen. Im 14. Jahrhundert erwarb die Stadt das Dorf Warnemünde und erhielt so Zugang zum Meer.[7] Bis in das 20. Jahrhundert hinein war Warnemünde eine RostockerExklave. Ein geschlossenes Stadtgebiet besteht seit 1934.
Man kann somit drei Stufen der Stadtentwicklung festhalten: die erste im 13. und 14. Jahrhundert, die zweite nach derIndustrialisierung, also in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die dritte nach demZweiten Weltkrieg. Klosteranlagen gehörten im Übrigen lange nicht zum eigentlichen Stadtgebiet, selbst wenn sie innerhalb derStadtmauern lagen. DasKloster zum Heiligen Kreuz beispielsweise – das im Übrigen über erheblichen Grundbesitz in Rostock und Mecklenburg verfügte, wie das DorfSchmarl mit der Hundsburg – konnte erst durch die Verfassung desFreistaates Mecklenburg-Schwerin von 1920 aufgelöst werden.
Immer wieder gibt es auch kleinere Änderungen an der Gesamtfläche des Stadtgebiets. In den 1970er Jahren wurde dieAutobahn Berlin–Rostock gebaut und in diesem Zusammenhang wurden zum Beispiel Flächen der Stadt zugeordnet, die heute zu Alt Bartelsdorf und Riekdahl gehören (ca. 2 km²). 1980 ging ein Teil der Rostocker Heide nach Graal-Müritz (ca. 1 km²), ein Jahr später ein Stück der Gemarkung Sievershagen nach Rostock (auch etwa 1 km²). Die jüngsten Flächenänderungen wurden aufgrund der Inkommunalisierung von Flächen der Ostsee vorgenommen. Der neu gebaute YachthafenHohe Düne hat eine Fläche von etwa 0,3 km². 2009 erfolgte außerdem die erste Anpassung der Gebietsgrenze an die Ostseeküste seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Kleine Änderungen wurden bei Bodenneuordnungsverfahren an der Kreisgrenze zu Elmenhorst/Lichtenhagen vorgenommen.
Unabhängig von Eingemeindungen und Änderungen an der Zuordnung von Flurstücken resultiert eine neue Berechnung der Gesamtfläche der Stadt aus aktuellen Messungen, die mit exakteren Methoden vorgenommen werden und Fehler in historischen Messungen korrigieren. Die jüngsten Messungen weisen der Stadt eine Gesamtfläche von 181,275 km² aus.[8]
Die Stufen der Eingemeindungen von Orten in die Hansestadt Rostock
Wappen von Rostock im Plenarsaal des altstädtischen Rathauses in Danzig
Die folgenden Ausführungen basieren auf dem WerkRostocks Stadtgeschichte, hrsg. vom Direktor des Stadtarchivs,Karsten Schröder (sieheLiteratur). Zu Ergänzungen siehe Einzelnachweise.
Der Name Rostock lässt sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen: aufrastokŭ, eine slawische (altpolabische) Bezeichnung, die etwa „Auseinanderfließen“ in Bezug auf den FlussWarnow bedeutet[10]. Vom 12. bis zum frühen 14. Jahrhundert tauchen Varianten vonRozstoc überRostoch,Rotstoc,Rotstoch,Rozstoc,Roztoc,Rozstok undRostok auf – und um 1366 schließlichRostock.Namenszusätze sind seit den 1920er-Jahren bekannt: bis 1945Seestadt, ab 1990Hansestadt und seit 2018Hanse- und Universitätsstadt Rostock.
Archäologische Funde belegen für die Zeit ab dem 8. Jahrhundertslawische Handwerker- und Handelsplätze rechts der Warnow (zwischen dem heutigenDierkow undGehlsdorf).[11] Spätestens im 12. Jahrhundert existierte eine Fürstenburg derKessiner mit einer frühstädtischen Marktsiedlung. Als erste sichere Erwähnung Rostocks gilt die ChronikGesta Danorum (um 1200).[12] Darin berichtet der DäneSaxo Grammaticus über die Zerstörung der slawischen Fürstenburg 1161 durch den dänischen König Waldemar I., die Unterwerfung des FürstenPribislaw und dessenBelehnung durch den SachsenherzogHeinrich den Löwen 1167. Unter den Burgen des neuenVasalls befand sich laut Saxo auch dieurbs Rozstoc, die sich neben der nahegelegenenBurg Kessin allmählich zu einem zweiten Schwerpunkt des LandesMecklenburg entwickelte.
Den Ausgangspunkt der Stadtwerdung Rostocks bildete die Siedlung auf dem höher gelegenen linken Ufer, dicht bei der Mündung des Flusses in dieUnterwarnow. Hier ließen sich im 12. Jahrhundert Handwerker und Kaufleute nieder, hier gewährte FürstNikolaus I. 1189 den Mönchen desKlosters Doberan Zollfreiheit auf demRostocker Markt. Es ist dies auch die erste urkundliche Erwähnung Rostocks.Die erste urkundliche Erwähnung derStadt Rostock stammt vom 24. Juni 1218, alsHeinrich Borwin I. ihr daslübische Stadtrecht bestätigte. Schon bald dehnte sich die rasch aufblühende Stadt von derPetrikirche ausgehend nach Süden aus und erhielt mit dem Quartier um dieNikolaikirche eine weitere Pfarrei. Neue Ansiedlungen entstanden im Westen mit derMarienkirche als Pfarrkirche und eigenem Markt sowie noch weiter nach Westen eine Neustadt, deren Mittelpunkt dieJakobikirche war. Zwischen 1262 und 1265 vereinigten sich die drei Siedlungen. Der mittlere Siedlungskern wurde zum Verwaltungszentrum der Stadt mit Stadtrat, Gericht und neuemRathaus. Zum Schutz wurde eine ringförmigeStadtmauer errichtet. Von ihr sind bis heute dasSteintor, dasKröpeliner Tor, dasMönchentor und dasKuhtor erhalten.
Den raschen Aufstieg Rostocks zur bedeutendsten Stadt Mecklenburgs konnten selbst die Stadtbrände 1250 und 1265 nicht aufhalten. Stärkung erfuhr das Zentrum derHerrschaft Rostock durch Handelsprivilegien und Rechte wie das Fischereirecht auf der Unterwarnow. 1252 konnte der StadtforstRostocker Heide, 1264 der Seehafen beiWarnemünde (Hohe Düne), 1278 dieHundsburg beiSchmarl und 1286 dieWendische Wyk rechts der Warnow erworben werden. Damit war u. a. der angestrebte freie Zugang zur zwölf Kilometer entfernten offenenOstsee gesichert.
Hansestadt
Bereits 1259 hatte Rostock ein Bündnis mit den Ratsherren der HafenstädteLübeck,Stralsund,Wismar undKiel geschlossen. DieserWendische Städtebund gilt als Keimzelle derDeutschen Hanse; eine Verstärkung durch weitere Städte erfolgte 1283 imRostocker Landfrieden genannten Vertrag. Bis zum letztenHansetag 1669 nahm Rostock – in steter Konkurrenz mit Stralsund um die Rolle der nach Lübeck bedeutendsten Hansestadt an der Ostsee – eine führende Rolle im Städtebund ein. Bedeutend dafür waren Kaufleute, die Handelsbeziehungen zu den StädtenRiga (Rigafahrer) undVisby auf der InselGotland unterhielten, sowie derHeringshandel derSchonenfahrer auf derSchonischen Messe. Hinsichtlich des Handels mit Norwegen konzentrierten sich die RostockerWiekfahrer auf die Kontrolle derFaktoreien inOslo undTønsberg amOslofjord (siehe auchBergenfahrer). Das einzige eigene Produkt, das Rostock in nennenswertem Umfang ausführte, warBier.
Blütezeit und Universitätsgründung
Als die territorialeHerrschaft Rostock 1323 endete, hatte derStadtrat bereits mehrere Aufstände der Handwerker- und Bürgerschaft überstanden. Das 14. Jahrhundert gilt im Allgemeinen als eine Zeit des Aufblühens der Stadt: 1323 konnte das strategisch wichtige Fischerdorf Warnemünde erworben werden, 1325 erhielt die Stadt dasMünzrecht, 1358 dievolle Gerichtsbarkeit. Die im 13. Jahrhundert begonnenen Bauten, insbesondere die vier Pfarrkirchen (s. o.) und einige Klöster, wurden vollendet, das Rathaus durch neue Ecktürme, spitzbogige Blenden und Kreisrosetten architektonisch aufgewertet.[13] DieHansestadt war am Gipfel ihrer Autonomie angekommen. Mit gut 14.000 Einwohnern zählte sie um 1410 zu den größten Städten in Norddeutschland.[14]
Ein weiteres sichtbares Zeichen der Bedeutung Rostocks war die 1419 gegründeteälteste Universität Nordeuropas. Sowohl die Landesherren als auch der Stadtrat verfolgten mit der Gründung das Ziel, ihre jeweilige Machtposition zu festigen. Trotz mehrererAuszüge infolge politischer Wirren sollte dieRostocker Hochschule für zwei Jahrhunderte eine führende Rolle in derWissenschaft im norddeutschen und baltischen Raum spielen, ehe der Dreißigjährige Krieg eine lange Phase der Bedeutungslosigkeit der Universität einleitete.
Auf der anderen Seite führten im Spätmittelalter soziale Konflikte zu neuen Machtkämpfen zwischen denPatrizierfamilien und der übrigen Stadtbevölkerung. Mit derRostocker Domfehde, bei der sich die Bürgerschaft dem Landesherrn geschlagen geben musste, endete 1491 ein Jahrhundert zahlreicher Unruhen und Aufstände. Der Stadt sollte nur eine kurze Ruhe vergönnt sein; schon drei Jahrzehnte später sah sie sich neuen Auseinandersetzungen ausgesetzt.
Von derPetrikirche und ihrem KaplanJoachim Slüter ging in Rostock 1523 die Reformation aus.SteintorRostocker Baubestand im 16. Jahrhundert. Detail der 19 Meter langenVicke-Schorler-Rolle mit Rathaus und Marienkirche, Federzeichnung, 1578–1586
Reformation
Acht Jahre hatte der Widerstand gegen diereformatorischen PredigtenJoachim Slüters gewährt, bevor der Stadtrat ihn im April 1531 überraschend aufgab und die LehrenMartin Luthers in allen vier Hauptkirchen für verbindlich erklärte. Die Universität sowie die KlösterZum Heiligen Kreuz,St. Johannis und dieKartause in Marienehe blieben der alten Lehre hingegen treu. Erst HerzogJohann Albrecht I. setzte 1549 das lutherische Bekenntnis für alle Landstände durch und löste 1552 fast sämtliche mecklenburgischen Klöster auf. In Rostock war damit das Schicksal des Kartäuserklosters Marienehe besiegelt. Das Nonnenkloster zum Heiligen Kreuz widersetzte sich bis 1584, dem Zeitpunkt seiner Umwandlung in einDamenstift der stadtbürgerlichen Oberschicht.
Kämpfe gegen den Rat und neuer Wohlstand
Der Rat kam 1534 nicht umhin, den im Rahmen der dänischenGrafenfehde eingerichteten Bürgerausschuss aus 64 Kaufleuten und Handwerkern anzuerkennen. Zwar konnte er nach der Niederlage Lübecks 1535 die alten Verhältnisse wiederherstellen, doch sollte er sich auch in Zukunft in allen strittigen Fällen einer Opposition gegenübersehen. Dem Landesherren war bereits dieUnion der Landstände 1523 selbstbewusst gegenübergetreten, nun, 1565, verweigerte die Stadt dem mit dem Rat verbündeten Fürsten Johann Albrecht I. den formalenHuldigungseid. Die Folge war dessen bewaffneter Einzug, die Auflösung des Sechzigerrats, die Vernichtung desBürgerbriefes, das Einreißen der südlichen Mauer inklusive des Steintors und die Errichtung einer herzoglichen Festung.
Der schwelende Konflikt zwischen Stadt und Landesherrn wurde erst mit denRostocker Erbverträgen von 1573 und 1584 beigelegt. Rostock erkannte die landesherrliche Oberhoheit insbesondere hinsichtlich der Gerichtsbarkeit und der Steuerzahlung an. Die Bemühungen um dieReichsunmittelbarkeit waren damit endgültig gescheitert, die verhasste Festung konnte jedoch geschleift und das Steintor wieder aufgebaut werden. Neben den weiterhin von ratsfähigen Patriziern gestellten Rat trat 1583/84 ein neuerBürgerausschuss, dasHundertmänner-Kollegium. Es setzte sich aus 40 Handwerkern, 40 Brauherren und 20 weiteren Kaufleuten zusammen. Nach mehreren Jahrhunderten voller Unruhen war damit erstmals langfristig eine innere Befriedung der Stadt erreicht. Anders als bei früheren Bürgerausschüssen gelang es den Landesherren kaum noch, den Rat und das Kollegium gegeneinander auszuspielen, wenngleich die Zusammenarbeit beider Gremien nicht immer spannungsfrei verlief.
Rostocker Stadtplan, Ansicht von Norden, Radierung vonWenzel Hollar, 1624/25
Der neue Wohlstand übertraf selbst die mittelalterliche Blütezeit. Die Hansestadt, deren Wirtschaft vom Seehandel und dem Brauwesen bestimmt war, zog zahlreiche Zuzügler aus ganz Norddeutschland an. Besonders angesehen waren die Universitätsprofessoren und derStadtsyndikus, der sich neben demBürgermeister behauptete. Man wohnte bevorzugt in Marktplatznähe und am liebsten in der Mittelstadt.
Kriege, Stadtbrand und Ansprüche der Herzöge Mecklenburgs
DerDreißigjährige Krieg (1618–1648) führte unwiderruflich das Ende der Hanse herbei. Zunächst war Mecklenburg kaum betroffen, doch mit dem Kriegseintritt Dänemarks griffen die Auseinandersetzungen auf Norddeutschland und 1627 auf das Herzogtum über. Der neue LehnsherrWallenstein zwang die Stadt Rostock durch das bewährte Mittel einerBlockade Warnemündes in die Knie und baute sie zurGarnisonsstadt aus. Um den Hafen behaupten zu können, wurde eineSchanze angelegt. Das Jahr 1631 markiert das Ende der kaiserlichen Besatzung und den Beginn der „Schwedenzeit“. Für Rostock hatte auch dieser Machtwechsel kaum Folgen; so erlebte etwa die Universität trotz der unruhigen Zeiten zunächst eine Blüte. Waren das Land und die Dörfer Mecklenburgs Gewalt und Plünderungen derSoldateska wehrlos ausgesetzt, boten die Rostocker Stadtmauern vielen Flüchtlingen Schutz. Der Seehandel ging allerdings drastisch zurück. Am schwersten traf die Stadt der Schwedenzoll vor Warnemünde.
Zugleich verlor der Bund der Städte in der Hanse an Bedeutung. Die wachsenden Interessenunterschiede der Städte führten zu schleichenden Auflösung der des Bundes. Damit verlor Rostock den hansischen Rückhalt und musste alleine gegen die politischen Kräfte der Umgebung bestehen. In diese Phase der Stagnation brach über Nacht die Katastrophe herein: Ein verheerenderStadtbrand vernichtete 1677 fast die gesamte Altstadt und einen beträchtlichen Teil der nördlichen Mittelstadt – insgesamt etwa 700 Häuser undBuden, ein Drittel aller Gebäude der Stadt. Besonders schwer wog die Zerstörung des Zentrums des Rostocker Brauwesens. Die Zahl der Brauhäuser sank von knapp 200 auf unter 100, die Einwohnerzahl, die Ende des 16. Jahrhunderts 14.000 betragen hatte, ging auf 5.000 zurück.[15] Rostock versank im Dämmerschlaf; auch die Universität verlor ihre überregionale Bedeutung.
Das Wiedererwachen bewirkten die absolutistischen Absichten der Schweriner Herzöge. Die Effekte waren positiv und negativ: Einerseits versprach die Erhebung zur herzoglichen Residenz 1702 die Förderung der Wirtschaft, andererseits drohte ein Verlust der politischen Selbständigkeit. Zudem wurde die Stadt nun zum Magneten für Plünderungen durch dänische und schwedische Truppen imGroßen Nordischen Krieg (1700–1721). Doch es sollte noch schlimmer kommen: HerzogKarl Leopold ließ 1715 Rat und Hundertmännerkollegium festsetzen und das städtische Eigentum beschlagnahmen; 1760 ging das herzogliche Professorenkollegium nachBützow und gründete eine Art Gegenuniversität, die mehrere Jahre bestand; 1788 erkannte ein erneuerterErbvertrag mit dem mecklenburgischen Herzog dessen Gewalt an.[16] Damit war Rostock endgültig zu einer mecklenburgischen Landstadt geworden. Der Rat behielt jedoch weitgehende Privilegien und Rechte, insbesondere bezüglich Stadtregiment, Gesetzgebung, Gerichtsbarkeit und Finanzhoheit. Ende des 18. Jahrhunderts strebte die Seeschifffahrt Rostocks einer neuen Blüte zu. Statt Malz und Bier wurde nun vorrangig Getreide transportiert.
Der Seehandel blieb die wirtschaftliche Triebfeder der Stadt. Während derFranzosenzeit (1806–13) konnte das Leben in Rostock allerdings nicht in den gewohnten Bahnen verlaufen. Vor allem zwischen Oktober 1806 und Frühjahr 1809 traf dieKontinentalsperre den Handel und die Schifffahrt empfindlich. Der in Rostock geborene preußische GeneralfeldmarschallBlücher gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten der anschließendenBefreiungskriege (1813–1815).
Ab etwa 1820 machte der Rat den Bedürfnissen von Schiffbau und Schifffahrt Platz: Teile der Stadtmauer wurden geschleift, Stadttore verschwanden, feste Brücken ersetzten die Zugbrücken. Auch die Umgestaltung desHopfenmarkts schritt voran. Zu den Barockbauten, die bereits an die Stelle der hansischen Häuser getretenen waren, gesellten sich bald klassizistische Bauwerke. Straßen wurden gepflastert, Überlandverbindungen angelegt. Hauptprofiteure waren Händler und die Post. Die Schiffe für die größte Handelsflotte im Ostseeraum wurden überwiegend in Rostocker Werften gebaut. 1850 erfolgte der Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz.
DieIndustrialisierung hatte nicht nur positive Seiten: In den unteren Schichten der Gesellschaft führten neben Missernten im Land auch Verelendung und Arbeitslosigkeit zu einer unruhigen Stimmung. Im Zuge derMärzrevolution wurden liberale Forderungen nach einerDemokratisierung des bestehenden politischen und wirtschaftlichen Systems laut. Mit nur kurzem Erfolg: Bereits 30 Monate nach der Reformierung des alten Ratssystems 1849 setzte der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin das alte Hundertmännergremium wieder ein.
Mitte des 19. Jahrhunderts zählte Rostock etwa 30.000 Einwohner.[16] Die Wirtschaft profitierte von einigen Reformen imNorddeutschen Bund: DasGesetz über die Freizügigkeit[17] gewährte ab 1868 jedem Bundesangehörigen die Niederlassungsfreiheit. DieGewerbeordnung[18] beendete 1869 denZunftzwang durch die Einräumung derGewerbefreiheit. 1890 wurde die 1850 gegründete „Schiffswerft und Maschinenfabrik“ Tischbein & Zeltz als„Neptun“-Werft zum ersten industriellen Großbetrieb Mecklenburgs. Andere wachsende Wirtschaftszweige waren die chemische Industrie, der Landmaschinenbau sowie das Bauwesen und der Dienstleistungssektor.Warnemünde hatte sich seit der Aufnahme des Badebetriebs 1821 zu einem der bedeutendstenSeekurorte in Deutschland entwickelt.
Nachdem die Zuständigkeit für die Rostocker Universität 1827 durch einen Vertrag mit der Stadt vollständig auf dasGroßherzogtum Mecklenburg-Schwerin übergegangen war, wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts durch einen großzügigen Ausbau und innere Reformen wieder der Anschluss an die übrigen deutschen Universitäten erreicht. GroßherzogFriedrich Franz II. ließ mehrere neue Lehrstühle und Institute einrichten und bemühte sich systematisch um die Gewinnung bedeutender Gelehrter. DasHauptgebäude wurde 1866 bis 1870 vom Schweriner HofbauratHermann Willebrand im Stil derNeorenaissance erbaut.
Mit derReichsgründung 1871 begann auch in Rostock der dynamische Entwicklungsprozess derGründerzeit. Die rasante Wirtschafts- und Einwohnerentwicklung zwang in allen Bereichen zur umfassenden Modernisierung der Infrastruktur. Die Stadt wurde in westlicher Richtung um das ArbeiterviertelKröpeliner-Tor-Vorstadt und südlich um das VillenviertelSteintor-Vorstadt erweitert. Vereine waren schnell auf nahezu allen Feldern des öffentlichen Lebens aktiv. Politisch blieb die Wahl des Rates auf eine relativ kleine Gruppe von Bürgern beschränkt.
Während desErsten Weltkriegs gingen Rohstoffe und Lebensmittel zu einem großen Teil an die Front. Die zunehmende Not entlud sich ab 1917 in Unruhen, Streiks und der Gründung von Ortsgruppen rechts- und linksorientierter Parteien. Auslöser derNovemberrevolution und infolgedessen des Sturzes derMonarchie war derKieler Matrosenaufstand, in dem Marineeinheiten Kriegsschiffe in ihre Gewalt brachten und das Ende des Krieges forderten. Der Funke sprang auf die Bevölkerung über – nach Warnemünde auch in Rostock.
Betriebsstätte der Heinkel-Werke (ca. 1930)
Die Zeit derWeimarer Republik war geprägt von der Machtlosigkeit der Politik gegenüber wirtschaftlichen und sozialen Krisen. DieInflation warf 1923 die gerade sich erholende Wirtschaft wieder zurück, gleichermaßen dieWeltwirtschaftskrise 1929. In den guten Jahren gab der Flugzeugbau in Warnemünde mit den beiden neugegründeten UnternehmenHeinkel undArado neue Impulse. Die Neptun-Werft dagegen entwickelte sich Mitte der 1920er-Jahre zum Problemfall. Eine wichtige Rolle spielte derFremdenverkehr: Hotels, Pensionen, Gaststätten und Einzelhandel profitierten von der steigenden Zahl der Badegäste in Warnemünde.
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Mit derGleichschaltung der Länder wurden sämtliche KPD-Mandate aufgehoben und die Stadtverordnetenversammlung auf der Grundlage derReichstagswahl vom März 1933 neu zusammengesetzt. In Rostock war dieNSDAP stärkste Partei und erhielt zudem die Mandate derDVP und desChristlich-Sozialen Volksdiensts. Folglich setzte sich der neue Stadtrat aus 15 Abgeordneten der NSDAP, 12 derSPD und 8 derKampffront Schwarz-Weiß-Rot zusammen. Bereits im Juni 1933, kurz nach demErmächtigungsgesetz vom 24. März 1933, demBerufsbeamtengesetz und dem reichsweiten Verbot der SPD, waren die Nationalsozialisten im Stadtrat unter sich. Ihren Abschluss fand die Machtübernahme der NSDAP in Rostock mit der Umsetzung derDeutschen Gemeindeordnung im Herbst 1935. Die Universität galt bereits seit Sommer 1933 als „arisiert“. Jüdische Unternehmen wie dieEMSA-Werke vonMax Samuel wurden bis Mitte 1939 systematisch verdrängt. BeimNovemberpogrom 1938 wurde auch die RostockerSynagoge angezündet. Das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft überlebten in der Stadt nur 14 jüdische Bürger. An die Opfer erinnern seit 2000 in den Boden eingelasseneDenk- und Stolpersteine.
DieAufrüstung der Wehrmacht brachte Rostock einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Gewinner waren die Unternehmen Heinkel, Arado und Neptun. 1935 erreichte die Einwohnerzahl die 100.000er-Marke. Die Stadterweiterung erfolgte in erster Linie Richtung Westen. Außerhalb entstanden die SiedlungenDierkow undReutershagen.
Während desZweiten Weltkriegs kam man dem akuten Arbeitskräftebedarf in der Rüstungsindustrie mit Dienstverpflichtungen sowie dem Einsatz ausländischerKriegsgefangener,Zwangsarbeiter und Häftlingen aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück nach. Als Zentrum der Rüstungsindustrie desDritten Reichs wurde Rostock bereitsab Juni 1940 bombardiert. Am Ende des Krieges waren fast 25 % der Wohnhäuser vollständig zerstört, weitere ca. 60 % beschädigt. Ebenso zerbombt waren das Stadttheater, das Post- und Telegrafenamt, das Oberlandes- und das Amtsgericht, das Landratsamt, zwei Kliniken, drei Schulen und zahlreiche kulturhistorische Bauten. Am 1. Mai 1945 zog dieRote Armee nahezu kampflos in die Stadt ein.
Östliche Altstadt
Zerstörung (1942)
Wiederaufbau (1956)
DDR-Zeit
Mecklenburg wurde eines von fünf Ländern derSowjetischen Besatzungszone. In Rostock lebten nur noch 69.000 Menschen, große Teile der Stadt waren zerstört. Die Besatzungsmacht begann, einen Teil der existierenden Betriebe zudemontieren. In derNachkriegszeit galt es v. a., die Häuser und die Wirtschaft wieder aufzubauen. Ein erstes Zeichen setzte 1946 die Industrieausstellung „Rostock baut auf“. Bis 1950 war die Bevölkerung durch Heimkehrer, Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und weiterer Zuwanderer wieder auf Vorkriegsniveau angewachsen.
Am 7. Oktober 1949 wurde die SBZ zum Staatsgebiet der neu gegründetenDeutschen Demokratischen Republik. Bei der ersten freien Wahl zur Rostocker Stadtverordnetenversammlung 1946 hatte die aus SPD und KPD vereinigteSED gegenüber den bürgerlichen ParteienLDPD undCDU nur durch das Mandat des Frauenausschusses die Mehrheit erreicht. Der trotz seiner Kritik an derZwangsvereinigung zum Oberbürgermeister eingesetzteAlbert Schulz war im Sommer 1949 zurückgetreten und in den Westen geflohen. Von seinen Nachfolgern ging kein Widerstand aus. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufgrund des Mangels an Unterkünften und der schlechten Versorgung mit Konsumgütern, der Enteignungswelle unter dem DecknamenAktion Rose etc. mündete in denAufstand vom 17. Juni 1953. Zur Beruhigung lenkte man ein: Stromsperren wurden aufgehoben, einige Geschäfte an ihre Besitzer zurückgegeben und die Renten und Löhne erhöht.
Der Überseehafen im Jahr 1983
Durch die Verwaltungsreform 1952 zurBezirksstadt erhoben, erfuhr Rostock alsbald eine systematische Aufwertung. In den Folgejahren entwickelte sich die Stadt zum Schiffbau- und Schifffahrtszentrum des Landes. Neben den Werften waren 1949 dasDieselmotorenwerk (DMR), 1950 das spätereFischkombinat und 1952 dieDeutsche Seereederei entstanden.[19] Zwischen 1957 und 1960 folgte derÜberseehafen Rostock. Seit 1955 wurde in Rostock dieOstseewoche ausgerichtet, nach derLeipziger Messe die wichtigste Großveranstaltung der DDR mit internationalem Akzent.
Lange Straße (1965)Siedlung Rostock-Schmarl (1981)
Im Gegensatz zu Industrieanlagen wurden Wohnungen zunächst jedoch nur schleppend neu errichtet. Einen raschen Wiederaufbau erfuhr lediglich die stark zerstörteÖstliche Altstadt. Schwerpunkt des Städtebaus war ab 1953 der Ausbau derLangen Straße zur sozialistischen Achse. Das Entstehen neuer Sportstätten und öffentlicher Gebäude wäre ohne die unentgeltlich geleisteteWiederaufbauarbeit kaum möglich gewesen. Ebenso halfen die Mitglieder vonArbeiterwohnungsbaugenossenschaft im Wohnungsbau mit. 1953 bzw. 1958 begann der Bau zweier großer Neubaugebiete inReutershagen. 1960 zählte Rostock über 158.000 Einwohner.[20]
Rostock wuchs in den 1960er und 1970er Jahren weiter. 1971 wurde die 200.000er-, 1987 die 250.000er-Marke überschritten. Dieindustrielle Plattenbauweise ermöglichte ein rasantes Bautempo. In dreieinhalb Jahrzehnten entstanden neunGroßwohnsiedlungen mit rund 54.000 Wohnungen, in denen mehr als die Hälfte aller Rostocker wohnte. Große Teile der Altbausubstanz wurden dagegen dem Verfall preisgegeben. Anfang der 1980er-Jahre riss man die nach dem Krieg nur dürftig reparierteNördliche Altstadt nahezu komplett ab. Die Wohnbauten wurden ersetzt durch weitgehend an das historische Stadtbild angepasste Plattenbauten. Den Höhepunkt der baulichen Umgestaltung bildete dasFünf-Giebel-Haus am Universitätsplatz (1984–86).
Während derUmbruchszeit 1989 waren die Rostocker Kirchen Anlaufstellen oppositioneller Kräfte, die sich in der Marienkirche zu Mahngottesdiensten unter der Leitung vonPastorJoachim Gauck versammelten. Die ersteDonnerstagsdemonstration fand am 19. Oktober statt. Ende November wurde in Rostock einRunder Tisch gebildet, um aktiv den politischen Umbruch mitzugestalten.
Nach derdeutschen Wiedervereinigung 1990 hatte die Stadt mit enormen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und erlebte einen starken Bevölkerungsrückgang um ungefähr 50.000 Einwohner, der erst nach 2000 zum Stillstand kam. Als ein Tiefpunkt dieser Zeit müssen die ausländerfeindlichenAusschreitungen von Lichtenhagen im August 1992 gewertet werden, an denen sich mehrere hundert teilweise extremistische Randalierer und bis zu 3000 applaudierende Zuschauer beteiligten, und die als die massivsten rassistisch motivierten Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte gelten.
Rostock richtete dieInternationale Gartenbauausstellung 2003 (IGA) aus und unterhält auf dem Gelände seither auch eine Kongress- und Messehalle (HanseMesse). Eine gemeinsame Bewerbung mitLeipzig um die Austragung derOlympischen Sommerspiele 2012 misslang 2004 schon in der internationalen Vorauswahl durch dasIOC. DerG8-Gipfel 2007 fand im 22 km entfernten SeebadHeiligendamm statt. Im September 2012 wurde mit demDarwineum eine Evolutionsausstellung imRostocker Zoo eröffnet. 2018 feierte die Stadt das Doppeljubiläum800 Jahre Rostock und600 Jahre Universität.[21] Anlässlich dieses Jubiläums gab dieDeutsche Post AG eine Sonderbriefmarke im Nennwert von 70Eurocent heraus. Heute hat Rostock wieder etwa 210.000 Einwohner und zählte 2023 laut einer Erhebung derEU zu den zehn lebenswertesten Städten Europas.[22]
Da Rostock lange Zeit nicht über seine Grenzen hinauswuchs, blieb die Einwohnerzahl vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert konstant bei maximal 11.000 bis 14.000 Personen. Erst mit derIndustrialisierung begann diese schnell zu wachsen und überschritt 1935 die Grenze von 100.000, wodurch Rostock zurGroßstadt wurde. Bis 1940 stieg die Bevölkerungszahl dann auf 129.500. Auf Grund desZweiten Weltkriegs sank diese bis Mai 1945 um etwa die Hälfte auf 68.928, stieg dann aber mit der Zuwanderung deutscherVertriebener aus den Ostprovinzen schnell an.
1971 wurde die Zahl von 200.000 Einwohnern überschritten. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit rund 254.000 ihren Höchststand. Nach der Wende in der DDR verlor die Stadt wegen hoher Arbeitslosigkeit, des Wegzugs vieler Einwohner in das Umland und des Geburtenrückgangs mit 55.000 Personen 22 Prozent ihrer Bewohner. 2007 stieg die Bevölkerung Rostocks wieder auf über 200.000 Personen an, zum Jahresende lebten 200.413 Menschen in der Stadt. Bis Ende 2022 stieg die Einwohnerzahl auf 209.920.
Im Zuge des Bevölkerungswachstums nahm in den letzten Jahren die Bedeutung des Immobilienmarktes und im Speziellen des Wohnungsmarktes in Rostock und seinerRegiopolregion zu, die Miet- und Eigentumspreise stiegen in attraktivenWohnlagen wie in urbanenBlockrandvierteln undVillenkolonien konstant. Zudem entstanden an einigen Stellen im Stadtgebiet Neubauviertel.[23][24]
An der Spitze der Stadt stand seit dem 13. Jahrhundert der Rat mit zunächst 10, später 24 Ratsherren. Den Vorsitz hatte der Proconsules beziehungsweiseBürgermeister. Im 19. Jahrhundert gab es sogar drei Bürgermeister. Seit 1925 trägt der Bürgermeister den TitelOberbürgermeister. Dieser wurde über Jahrhunderte vom Rat der Stadt gewählt. Seit 2002 wird er direkt vom Volk gewählt. DieAmtszeit beträgt zurzeit sieben Jahre.[25]
Bei der ersten direkten Wahl des Oberbürgermeisters 2002 setzte sichArno Pöker (SPD) in der Stichwahl gegen den Konkurrenten der CDU durch. Pöker hatte das Amt bereits seit 1995 inne. Am 31. Oktober 2004 trat Pöker vom Amt des Oberbürgermeisters zurück. Der Grund für den Rücktritt war die breite Kritik an seinem Führungsstil und an der Finanzierung derInternationalen Gartenbauausstellung 2003. Bis zur Amtsübernahme des direkt gewählten Nachfolgers übernahmIda Schillen (PDS) das Amt kommissarisch und war damit die erste Frau in diesem Amt.
Zum Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock wurde am 27. Februar 2005Roland Methling (parteilos) im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt, bei der Wahl am 5. Februar 2012 wurde er erneut im ersten Wahlgang gewählt.[26]
Die erste Runde der daraufhin notwendig gewordenen Oberbürgermeisterwahl fand am 13. November 2022 statt. Dabei errang die Kandidatin der Linken,Eva-Maria Kröger, mit 25,3 % die relative Mehrheit der abgegebenen Stimmen, gefolgt vonMichael Ebert, der von CDU, FDP und UFR unterstützt wurde und 23,6 % der Stimmen erreichte und der Leiterin des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts in Rostock, Carmen-Alina Botezatu, die für die SPD antrat und 16,5 % der Stimmen gewann. Damit wurde eine Stichwahl zwischen Kröger und Ebert nötig, welche am 27. November 2022 stattfand und in der sich Kröger mit 58,4 % gegen Ebert durchsetzte.[29] Kröger ist seit der Amtsübernahme am 1. Februar 2023 Oberbürgermeisterin Rostocks. Damit änderte die Stadt den Behördennamen der Stadtverwaltung in „Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Die Oberbürgermeisterin“.[30]
DieStadtvertretung trägt in hanseatischer Tradition die BezeichnungBürgerschaft und wird auf 5 Jahre gewählt. Die Bürgerschaft besteht seit 1994 aus 53 Abgeordneten. Bei der ersten Wahl nach der politischen Wende 1989/1990 waren es 130 Sitze.[31]
Die Wahl zur 8. Bürgerschaft fand am 9. Juni 2024 im Rahmen derKommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern statt. DieAfD wurde erstmals stärkste Partei und erhielt ebenso wie dieCDU neun Sitze in der Bürgerschaft. Dicht dahinter folgenDie Linke undSPD mit jeweils acht Sitzen.Bündnis 90/Die Grünen sind mit sechs Sitzen vertreten, dasBündnis Sahra Wagenknecht wurde bei ihrer ersten Wahl mit fünf Mandaten in die Bürgerschaft gewählt. Darüber hinaus sind mehrere Kleinparteien vertreten.
Am 17. Juli trat die neue Bürgerschaft erstmals zusammen. Die Grünen bilden eine gemeinsame Fraktion mitVolt. Eine weitere parteiübergreifende Fraktion bildete sich aus den Mandatsträgern derFDP, der UFR und des Vertreters derPARTEI.
Die Bürgerschaft wählt ein Mitglied zum Präsidenten / zur Präsidentin. Dieses repräsentative Amt wurde 1990 durch die damaligeVolkskammer derDDR eingeführt (Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR). Zunächst hauptamtlich wahrgenommen, wird es seit der Änderung der Kommunalverfassung 1994 ehrenamtlich ausgeführt. Der Präsident der Bürgerschaft leitet die Sitzungen, bereitet diese vor und vertritt die Bürgerschaft nach außen. Als Beschwerdekommission ist das Präsidium der Bürgerschaft zudem zuständig für die Behandlung von Angelegenheiten der Einwohner, denen in der DDR-Vergangenheit Unrecht zugefügt wurde, sowie für Beschwerden allgemeiner Art.[32] Seit dem 17. Juli 2024 istHeinrich Prophet (CDU) Präsident der Bürgerschaft. Zu seinen Stellvertreterinnen wurdenJutta Reinders (Die Linke) sowieAnke Knitter (SPD) gewählt. Dem Präsidium gehören außerdemAnja Eggert (Grüne),Lajos Orban (BSW) undRainer Bauer (UFR) an.[33]
Rostock ist neben Schwerin eine von zweikreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern. Als solche nimmt Rostock neben den Aufgaben alsGemeinde zusätzlich die einesLandkreises wahr.
Die Verwaltung ist in den Bereich des Oberbürgermeisters und dreiSenatsbereiche gegliedert. Beim Oberbürgermeister sind die Bereiche Zukunft, Wirtschaft, Grundsatz angesiedelt, drei Senatoren bearbeiten die Gebiete Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Bau und Umwelt sowie Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport.
Die Ortsteile der Stadt sind zu insgesamt 19 Ortsteilvertretungen zusammengefasst. Diese Gremien heißenOrtsbeiräte und werden von der Bürgerschaft der Stadt Rostock nach jeder Kommunalwahl durch die Bürgerschaft neu bestimmt. Die Sitzverteilung erfolgt dabei auf Basis des Kommunalwahlergebnisses in den jeweiligen Ortsbereichen.[34] Ihre Mitgliederzahl schwankt je nach Größe ihres Zuständigkeitsbereichs zwischen 9 und 13. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen Angelegenheiten in ihren Ortsteilen zu hören und sind vor allem beratend tätig. Eine endgültige Entscheidungskompetenz hat jedoch nur die Bürgerschaft der Gesamtstadt.
Blasonierung: „Geteilt; oben in Blau ein schreitender goldener Greif mit aufgeworfenem Schweif und ausgeschlagener roter Zunge; unten geteilt von Silber über Rot.“[43]
Wappenbegründung: Rostock führte in seiner Geschichte verschiedeneSiegel mit unterschiedlichen Siegelbildern. Das sogenannteSigillum war seit 1257 das Stadtsiegel Rostocks und zeigt einen gekröntenStierkopf, der später dasMecklenburger Wappen wurde. Das aufgrund seiner sicheren Aufbewahrung alsSecretum bezeichnete Siegel, das nur einenGreifen zeigt, ist erstmals 1307 belegt. Der Greif war das herrschaftliche Zeichen der Rostocker Fürsten. Das heutige Wappen ist in Anlehnung an dasSIGNVM DE ROZSTOK – als Abdruck aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts überliefert – gestaltet worden. In dem neu gezeichneten Wappen soll der schreitende Greif die Herren zu Rostock als Stadtherren symbolisieren und die Farben Silber über Rot Rostock als eine im engen Bündnis mit demhansischen Vorort Lübeck stehende Seestadt kennzeichnen.
Das Wappen wurde am 10. April 1858 durchFriedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 9 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Im Laufe der Geschichte hat sich dieStadtflagge mehrmals verändert. Eine RostockerHanseflagge ist erstmals 1418 belegt. In der heutigen Form wurde sie zuletzt in der Hauptsatzung von 1991 vom Rat der Stadt festgelegt.
Die Flagge der Hansestadt Rostock ist waagerecht gestreift von Blau – Weiß – Rot (2:1:1). Der blaue Streifen ist mit der Figur des Stadtwappens belegt: mit einem zumLiek gewendeten, schreitenden gelben Greifen mit aufgeworfenem Schweif und ausgeschlagener roter Zunge.[44] Die Figur nimmt fast die Höhe des blauen Streifens ein. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.
Das Logo der Hansestadt Rostock zeigt den RostockerGreif mit zwei segelartigen Formen, die die Stadtfarben Blau, Weiß und Rot bilden. Unter der Abbildung steht „Hanse- und Universitätsstadt Rostock“.
Es wurde im Rahmen eines Wettbewerbes im Juli 1993 von der Werbeagentur FAB Kommunikation entwickelt. Es soll als Erkennungsfaktor dienen und ein optisches Zeichen sein, dass in der Öffentlichkeit automatisch mit der Hansestadt Rostock verbunden werden soll.[44]
Rostock unterhält seit 1987 eine deutsch-deutscheStädtepartnerschaften mitBremen, in deren Rahmen nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Aufbauhilfe von Bremen für Rostock geleistet wurde, die aber seitdem in gegenseitigem Einverständnis ruht und lediglich bei besonderen Anlässen durch Besuche und aktive Beteiligung beider Seiten gewürdigt wird.[46] Rostock unterhält zudem innerhalb der Europäischen Union Städtepartnerschaften mitStettin in Polen seit 1957,Turku in Finnland seit 1959,Dünkirchen in Frankreich seit 1960,Riga in Lettland seit 1961,Antwerpen in Belgien seit 1963,Aarhus in Dänemark seit 1964,Göteborg in Schweden seit 1965,Rijeka in Kroatien undWarna in Bulgarien seit 1966. 2014 wurde anlässlich des 25. Jahrestags der Maueröffnung eine Städtepartnerschaft mit dem dänischenGuldborgsund geschlossen.[47]
Außerhalb der Europäischen Union gibt es Städtepartnerschaften mitBergen in Norwegen seit 1965,Dalian in der Volksrepublik China seit 1988 undRaleigh (North Carolina) in den USA seit 2001.[48]
Trotz aller Zerstörungen, die vor allem derStadtbrand von 1677 und dieBombardierungen des Zweiten Weltkriegs, aber auch die Stadtplanung infolge des Wachstums im 19. Jahrhundert und zur Zeit der DDR verursachten, verfügt Rostock über einen reichen Altbaubestand und einen relativ geschlossenenhistorischen Stadtkern. Besonders hervorzuheben sind Gebäude im Stil derBacksteingotik aus der Zeit derHanse.
Dem gotischenRathaus aus dem 13. und 14. Jahrhundert wurde 1727 einebarocke Fassade vorgesetzt. Beispiele prachtvoller gotischer Kaufmannshäuser sind dasHausbaumhaus, dasKerkhoffhaus, dasRatschow-Haus oder das Krahnstöverhaus in derGroßen Wasserstraße. Zahlreiche im Kern mittelalterliche Bürgerhäuser wurden später barock oder klassizistisch überformt, vor allem in repräsentativen Lagen wie amNeuen Markt, in der heutigenKröpeliner Straße oder am heutigenUniversitätsplatz (früher Hopfenmarkt).
Eine Reihe von stadtbildprägenden Bauten wurde im Krieg zerstört, einige weitere in den 1950er und 1960er Jahren abgerissen. Mit derLangen Straße entstand in den 1950er Jahren eine repräsentative Magistrale im Stil desSozialistischen Klassizismus unter Einbeziehung von Elementen der Backsteinarchitektur. Größere Wohngebiete entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Süden und vor allem im Nordwesten der Stadt. Weitere Plattenbaugebiete folgten in den 1980er Jahren im Nordosten Rostocks.
Mehrere vonUlrich Müther entworfeneHyparschalen-Bauten wurden um 1970 in Rostock gebaut. Dazu zählen die Ostseemessehalle, die Gaststätte „Kosmos“ in der Südstadt, der „Teepott“ in Warnemünde oder dieChristuskirche südwestlich der Innenstadt, die als Ersatz für die 1971 abgerissene katholische Kirche am Schröderplatz diente. Ende der 1990er Jahre entstand unter Leitung vonGerkan, Marg und Partner hinter derGründerzeitfassade des ehemaligen Hotels „Rostocker Hof“ eine der innerstädtischenEinkaufspassagen in Rostock. Dasselbe Architekturbüro zeichnete auch für das städtebauliche Konzept und die Bauten derIGA 2003 verantwortlich. Das Büro des dänischen ArchitektenHenning Larsen entwarf diesachlich-modernen Gebäude desMax-Planck-Instituts amStadthafen, das 2001 fertiggestellt wurde, und derUniversitätsbibliothek in der Südstadt (2004). 2005 entstand im Stadtzentrum derpostmoderne Bau der Deutschen Med vom deutsch-amerikanischen ArchitektenHelmut Jahn.
Im maritim geprägtenWarnemünde sind der Alte Strom mit einer Reihe kleiner Fischerhäuser und derLeuchtturm von 1898 Wahrzeichen dieses Stadtteils. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden als bedeutende Einzelbauwerke desNeuen Bauens dasKurhaus Warnemünde. AmTeepott beginnt die Seepromenade. Der Strand ist über drei Kilometer lang, steinfrei und wird in RichtungSteilküsteStoltera immer schmaler.
Das wichtigste Orchester ist dabei dieNorddeutsche Philharmonie am Volkstheater, der größte Klangkörper des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Neben der Mitwirkung an den Oper-, Operetten-, Musical- und Ballettaufführungen werden auch regelmäßig Philharmonischen Konzerte gestaltet, die nicht nur im Großen Haus, sondern auch im Barocksaal und der Nikolaikirche stattfinden. Am Volkstheater ist auch dieRostocker Singakademie tätig, eine aus Berufssängern und Laien bestehende Chorvereinigung.
Tragende Säulen der Aufführungen von klassischer Musik in Rostock sind die Kantoreien derSt.-Johannis-Kirche, derMarienkirche und derKirche Warnemünde. Die verschiedenen Chöre dieser Kantoreien bestreiten neben der musikalischen Begleitung der Gottesdienste eine rege Konzerttätigkeit mit Aufführungen vonKantaten,Motetten undOratorien teilweise in Begleitung international namhafter Solisten und Orchester.
Seit 1991 finden im ganzen Land jährlich im Sommer dieFestspiele Mecklenburg-Vorpommern als einFestival klassischer Musik statt. Zu den Spielorten in Rostock gehört während des Sommers auch eine alte Schiffbauhalle derNeptun Werft.
Mit derPasternack Big Band ist in Rostock eine der wenigen noch existierendenBig Bands in Norddeutschland beheimatet. Es gibt weiterhin kleinere aktive und ambitionierte Jazz-Ensembles und Bands, wieSwing for Fun,The Marching Saints, dieBreitling-Stompers,Ipanema undFritzings Dixie Crew, die unterschiedliche Genres und Stilistiken bedienen. Die ReiheJazzdiskurs stellt regelmäßig bekannte und unbekannte Formationen und Solisten aus allen Stilrichtungen des Jazz vor, imBogarts Jazz Club (ansässig in der Kneipe und Kleinkunstbühne „Ursprung“) gibt esBlues und Rock,Dixieland,Bebop oderModern Jazz. DerJazzclub Rostock e. V. wirkt auf eine Entwicklung der Jazzmusik in Rostock und Umgebung hin. Jährlich findet in Rostock ein fünftägiger Jazz-Workshop für traditionellen Jazz, Mainstream, modernen Jazz, zeitgenössischen Jazz und Blues statt.
Überregional bekannt und aktiv ist derShantychorDie Blowboys.[51]
Bis in das 19. Jahrhundert hinein traten wandernde Schauspielgruppen in Rostock auf den Marktplätzen, in angemieteten Sälen oder Gasthöfen auf. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts diente das Ballhaus am Johannisplatz als Aufführungsstätte, ehe 1786 dasStädtische Komödienhaus entstand, das 1880 durch einen Brand zerstört wurde. DasStadttheater südöstlich desSteintors wurde 1895 eingeweiht und im April 1942 durch britische Luftangriffe zerstört.
DasRostocker Volkstheater entwickelte sich ab 1952 zu einer der profiliertesten Bühnen der DDR. Ambitionierte Pläne für einen Neubau wurden ab den 1970er Jahren diskutiert, aber nicht verwirklicht. Stattdessen wurden das in den 1940er Jahren als provisorische Spielstätte eingerichtete Große Haus an der Doberaner Straße allmählich ausgebaut und erweitert. Heute verfügt das Volkstheater über die drei Spielstätten Großes Haus, Theater im Stadthafen sowie Kleine Komödie. Es deckt die SpartenSchauspiel,Musiktheater/Oper,Ballett undPhilharmonie ab. Für Kinder und Jugendliche gibt es ein Kindertheater und einen Theaterjugendclub. Die äußerst angespannte Haushaltslage Rostocks führt zu ständig größer werdenden Einsparungsforderungen an das Theater, die seine Existenz als vollwertigesVier-Sparten-Theater in Frage stellen. Dennoch wurde 2024 mit der Errichtung eines Neubaus an der Langen Straße begonnen, der ab 2028 das Große Haus beherbergen soll.
Neben dem städtischen Volkstheater bereichert auch die 1991 gegründete freieCompagnie de Comédie in der Bühne 602 die Rostocker Theaterlandschaft mit Musical, Schauspiel, Komödie, Konzerten und Märchen. Seit fast 90 Jahren gibt es dieNiederdeutsche Bühne Rostock, die in der Bühne 602 und im Theater im Stadthafen mit regelmäßig zwei Premieren pro Spielzeit auftritt. Dasjüdische TheaterMechaje ist seit 1997/1998 Bestandteil des Rostocker Theaterlebens.[52]
Die ersten RostockerKinos gingen bereits während derStummfilm-Zeit an den Start. In der Anfangszeit wurden dafür bekannte Lokalitäten zu Kinosälen umfunktioniert. Von insgesamt neun Lichtspieltheatern in Rostock und Warnemünde überstanden nur sechs den Zweiten Weltkrieg:Capitol,Hansa-Theater,Metropol,Palast-Theater (ab 1953Theater des Friedens),Union-Theater (nach einem UmbauKino Café Camera) undPark-Lichtspiele in Warnemünde wurden auch in der DDR betrieben. Bis heute überlebt haben nur zwei dieser Kinos.
AlsProgrammkino zeigt dasLichtspieltheater Wundervoll (Li.Wu.) seit 1993 künstlerisch und politisch ambitionierte Filme.[53] Die beiden Spielstätten in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt sind das 2012 wieder eröffneteMetropol und die 2014 errichteteFrieda23.[54] DieFrieda23 ist außerdem zentrale Spielstätte Rostocker Filmfestivals.
DasCinestar Capitol wartet mit 4 Kinosälen und 1089 Sitzplätzen auf.[55] Für die Vorführung kommerziell geprägterBlockbuster wurde 1996 im OrtsteilLütten Klein das ersteCineStarMultiplex-Kino Mecklenburg-Vorpommerns errichtet: mit 7 Leinwänden und 1996 Sitzplätzen.
DerZoo Rostock wurde 1899 gegründet und erstreckt sich auf einer Fläche von 56 Hektar imBarnstorfer Wald. Mit rund 4500 Tieren und 450 verschiedenen Tierarten ist er der größte Zoo an der deutschen Ostseeküste. Dazu zählenEisbären,Großkatzen (Löwen,Schneeleoparden,Jaguare),Erdmännchen,Faultiere,Pinguine,Seebären,Gorillas,Orang-Utans und viele andere. Im September 2012 wurden mit demDarwineum des Zoos eine Evolutionsausstellung und eine neue Bleibe vor allem für die Primaten eröffnet, 2018 wurde mit dem Polarium eine neue moderne Anlage zur Beheimatung unter anderem der Eisbären und Pinguine errichtet. Eine Anlage für Giraffen und Elefanten ist in Planung.
Die von einem Verein privat betriebeneKunsthalle ist das größte Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst in Mecklenburg-Vorpommern. Sie war der erste und einzige Neubau eines Kunstmuseums in der DDR. In der Sammlung sind vor allem bedeutende Kunstwerke aus den RegionenMecklenburg undVorpommern, sowie Werke desSpätexpressionismus und derNeuen Sachlichkeit vertreten.
DasLiteraturhaus Rostock imPeter-Weiss-Haus widmet sich schwerpunktmäßig der Förderung von Autoren und der Stärkung derLesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Regelmäßig finden Lesungen, Workshops, Schreibwerkstätten und Ausstellungen statt. Das Haus richtet jährlich diePeter-Weiss-Woche aus. 2010 wurde in Rostock auf Initiative zahlreicher Wissenschaftler der Johnson-Forschung mit Unterstützung der Universität und der Stadt Rostock dieUwe Johnson-Gesellschaft gegründet.
Die größte regelmäßige Veranstaltung in Rostock ist dieHanse Sail. Sie steht in der Tradition derInternationalen Ostseewoche, deren Hauptveranstalter Rostock von 1958 bis 1975 war. Sie findet jährlich im August statt und zieht bis zu einer Million Besucher an.
DerWeihnachtsmarkt ist der größte Norddeutschlands. ZuPfingsten findet seit 1390 derRostocker Pfingstmarkt statt. Er entwickelte sich von einer frühneuzeitlichen Handels- und Warenmesse zu einem Volksfest. Bis in die 1930er Jahre war der Pfingstmarkt die größte Veranstaltung seiner Art in Rostock. Erst in den 1960er Jahren wurden der Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen wichtiger.
Am Jahresbeginn findet der KabarettistenwettbewerbDer Rostocker Koggenzieher statt, ab Ende März bis in den Juni der Bücherfrühling an der Warnow, der viele Lesungen und Ausstellungen bietet, seit April 2004 außerdem die halbjährlich stattfindende LiteraturshowProsanova, im April und Oktober istRostocker Kulturwoche. Im Mai feiert die Kröpeliner-Tor-Vorstadt das StadtteilfestBlaumachen. Ebenfalls im Mai findet dasKurzfilmfestivalFiSH Filmfestival Rostock statt. Im Juni istOstseejazz-Festival, im Juli dann derRostocker Sommer mit Musik, Folklore, Literatur und am Strand die VeranstaltungsreiheSommer der Kulturen, darüber hinaus auchWarnemünder Woche und der RostockerChristopher Street Day. Im September finden schließlich dasBoulevardfest und dasRostocker Hafenfest statt, gefolgt von derRostocker Lichtwoche Anfang November, bevor das Veranstaltungsjahr mit demRostocker Weihnachtsmarkt im November/Dezember und den großenSilvesterfeuerwerken im Stadthafen und Warnemünde endet.
Alle zwei Jahre wird für kulturelles Engagement und für Leistungen, die das Geistes- und Kulturleben der Hansestadt Rostock wesentlich bereichern, derKulturpreis der Hansestadt Rostock verliehen.
Im Jahr 2016 erbrachte Rostock innerhalb der Stadtgrenzen einBruttoinlandsprodukt (BIP) von 7,218 Milliarden € und belegte damit Platz 52 innerhalb derRangliste. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 34.910 € (Mecklenburg-Vorpommern: 25.454 €, Deutschland 38.180 €). Das BIP je Erwerbsperson beträgt 62.689 €. 2016 wuchs das BIP der Stadt nominell um 0,9 %, im Vorjahr betrug das Wachstum 1,1 %. In der Stadt sind 2017 ca. 115.100 Erwerbstätige beschäftigt.[57] Die Gesamtverschuldung der Stadt lag Ende 2023 bei ca. 1,53 Mrd. Euro (7.293 €/Kopf).[58] Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 7,3 % und damit unter dem Durchschnitt von Mecklenburg-Vorpommern von 7,6 % (im benachbarten Landkreis Rostock betrug sie 5,6 %).[59]
ImZukunftsatlas 2019 wird Rostock auf Rang 224 von 401 kreisfreien Städten und Landkreisen geführt. Damit belegt die Stadt den Spitzenplatz innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns.[60]
Die Rostocker Wirtschaft erlebte immer wieder Strukturwandel. DieHanse und der damit verbundeneFreihandel in Europa bescherten der Stadt einen enormen wirtschaftlichen Aufstieg. Ihre Kirchtürme gehörten zu dieser Zeit zu den höchsten Gebäuden der Welt. Dieser Aufstieg versiegte erst, als der Atlantikhandel an Bedeutung zunahm: Der Hansebund war einer enormen Konkurrenz ausgesetzt und konnte sich nicht länger gegen die Fürsten behaupten. Machtkämpfe während des Dreißigjährigen Krieges ließen die Stadt wirtschaftlich ausbluten und mündeten in einem großen Stadtbrand, von dem sich Rostock lange nicht erholte.Erst die Industrialisierung schuf neue Infrastruktur in der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurden aber wirtschaftliche Strukturen zerstört und Industrien wie der Flugzeugbau zunächst nicht wieder etabliert. Nach dem Krieg hatte die Stadt als größter Ostseehafen mit dem wichtigsten Werftenstandort des neuen DDR-Staates eine besondere Bedeutung. Mit der Wiedervereinigung stand die Stadt dann vor der Herausforderung, die vorhandene Infrastruktur den veränderten ökonomischen Bedingungen anzupassen. Während dieses Prozesses verloren zunächst zahlreiche Beschäftigte ihre Arbeit. Im 21. Jahrhundert hat sich Rostock wirtschaftlich erholt und beherbergt einige Wachstumsbranchen im Stadtgebiet, auch im Bereich derSpitzentechnologien.
Rostock ist heute das wirtschaftliche Zentrum Mecklenburg-Vorpommerns und eines von vierOberzentren des Landes. Der größte öffentliche Arbeitgeber der Stadt ist gegenwärtig dieRostocker Universität. Der Dienstleistungssektor gewinnt immer mehr an Bedeutung, so siedeln sich Unternehmen derInformationstechnologie,Callcenter, touristische und kreative bzw. online agierende Dienstleister an.
Der börsennotierteWindenergieanlagenherstellerNordex war 2009 das umsatzstärkste Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern.[62] 2007 wurde die Aktie in den (Mitte 2021 eingestellten)ÖkoDAX aufgenommen. Nordex ist (Stand März 2022) im TechnologiewerteindexTecDAX gelistet.
Ein überregional bekanntes Unternehmen ist dieHanseatische Brauerei Rostock GmbH, die unter anderem das mit mehrerenDLG-Goldmedaillen ausgezeichnete BierRostocker Pils braut und im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern vermarktet. Mit der Wiedereinführung der MarkeMahn & Ohlerich Ende 2011 wird an Georg Mahn und Friedrich Ohlerich erinnert, die die Brauerei 1878 gründeten.
DieGesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH – Rostock Business lenkt seit ihrer Gründung im Jahr 2003 dieWirtschaftsförderung in Rostock. Mit der Stadt wurde dazu einGeschäftsbesorgungsvertrag geschlossen. Gesellschafter sind das WohnungsunternehmenWIRO, die Hafenentwicklungsgesellschaft HERORostock Port und dieRostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH (RVV). Ziele der Gesellschaft sind die Erhöhung der Wahrnehmbarkeit der Region durch Stadt- und Standortmarketing, allgemeine Aufgaben der Wirtschaftsförderung für die Hansestadt Rostock, Investorenansprache und Akquisition von Unternehmen, Betreuung der ortsansässigen Unternehmen und Existenzberatungsleistungen, sowie Unterstützung und Koordinierung der Technologieförderung.[63]Die Versorgung der Hansestadt Rostock wird mittels derRostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH (RVV) gestaltet. Dafür haben sich die RVV alsOrganträger, dieStadtwerke Rostock und dieRostocker Straßenbahn AG (RSAG) zu einemQuerverbund zusammengeschlossen.
Rostock hat eine bedeutende Geschichte als Standort derLuft- und Raumfahrtindustrie. Schon der renommierte AstronomTycho Brahe studierte im 16. Jahrhundert an der Universität Rostock. Der Standort Rostock war zu Vorkriegszeiten eine derinnovativsten Produktionsstätten für Luftfahrzeuge weltweit. Im Stadtteil Warnemünde entstand mit denErnst Heinkel Flugzeugwerken 1922 einer der größtenFlugzeugbauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Firma brachte der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den endgültigen Durchbruch in SachenIndustrialisierung, Rostock wurde moderne Großstadt und Technologie-Standort. DieHeinkel He 178 war das weltweit ersteDüsenflugzeug[64] und hatte ihren Jungfernflug am 27. August 1939 überRostock-Marienehe. Seit 1921 gab es in Warnemünde zudem dieArado Flugzeugwerke. Ebenfalls zunächst in Warnemünde und ab 1934 inRibnitz war derWalther-Bachmann-Flugzeugbau ansässig. Für die Aufrüstungspolitik ab 1933 wurden die meisten Firmen teilenteignet bzw. mussten auf Militärfertigung umstellen. Zu DDR-Zeiten wurden ab 1961 alle verbleibenden Unternehmen der Brancheenteignet und z. B. auf landwirtschaftliche Produktion umgerüstet, oder vollständigliquidiert.
Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 konnte sich die Branche imGroßraum Rostock wieder etablieren. MehrereAirbus-Zulieferer mit insgesamt rund tausend Mitarbeitern[65] haben sich rund um Rostock angesiedelt, wie dieRST Rostock-System-Technik GmbH, die sich am 2007 eröffnetenZentrum für Luft- und Raumfahrt des Technologieparks Warnemünde[66] befindet. Dort wird gemeinsam mit demDeutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auch an der Entwicklung der europäischen SatellitennavigationGalileo gearbeitet, mit dem Projekt „Sea Gate“ für Schiffssteuerung.[67][68] AuchEdag, dieluratec AG,Assystem,Ferchau Engineering undDiehl Aerospace sind am Standort Rostock.[69]
DerBDI schlug 2019 vor, im Raum von Rostock einenWeltraumbahnhof zu errichten, der dann in der Lage ist, kleinere Satelliten von Deutschland aus starten zu lassen. Dieser Vorschlag wurde unter anderem vomBundeswirtschaftsministerPeter Altmaier unterstützt und geprüft.[70]
DerTourismus ist für Rostock von großer Bedeutung. 2011 übernachteten gut 1,5 Millionen Gäste in der Stadt, davon fast 900.000 inWarnemünde.[71] Der Anteil ausländischer Gäste machte sowohl in absoluten Zahlen als auch hinsichtlich der Übernachtungen deutlich unter zehn Prozent aus.[71]
Für Rostock und die Region sind dieKreuzfahrten von Bedeutung. 2017 wurden bei 190 Anläufen von 36 verschiedenenKreuzfahrtschiffen 892.000 Passagiere abgefertigt.[72][73] Begünstigt wird die Situation durch denFlughafen Rostock-Laage, den guten Anschluss an Berlin, Hamburg und Skandinavien als Touristenziele und das 2005 eröffnete Kreuzfahrtterminal.[74]
Seit mehreren Jahren nutzt die deutsche ReedereiAIDA Cruises Warnemünde als Basishafen für Ostseekreuzfahrten. Auch die spanischePullmantur nutzt Rostock inzwischen als Basis für ihre Ostseekreuzfahrten.Costa Crociere undMSC Kreuzfahrten nutzen seit 2010 bzw. 2014 Warnemünde nebenKopenhagen als Basishafen für Nordeuropa-Kreuzfahrten. DieNorwegian Cruise Line und die amerikanische ReedereiPrincess Cruises ermöglichen auf Ostseekreuzfahrten den Zustieg in Warnemünde.
Durch zahlreiche Kreuzfahrt-Schiffsanläufe steigt im Raum Warnemünde in der Kreuzfahrtsaison die Belastung durchRußpartikel. So wurden 2013 nach einerNABU-Studie 300.000 Feinstpartikel pro cm³ gemessen. Damit werde die übliche Verschmutzung in urbanen Räumen um das 60-fache überschritten.[75] Gemessen an der Anzahl der Personen, die sich auf einem Schiff befinden, ist der Ausstoß im Vergleich zum Beispiel zu Automobilen allerdings gering.[76] Die Reedereien vermelden, dass es kontinuierliche Verbesserungen und klare Ausstiegsszenarien gibt. Seit 2015 wird durch die seitdem in Nord- und Ostsee geltendenSECA-Auflagen der weniger belastendeDieselkraftstoff statt desSchweröls eingesetzt.Rußpartikelfilter seien allerdings noch nicht serienreif und neue Motoren würden erst in neuen Schiffsgenerationen verbaut.[77]
Das erste periodisch erscheinende Nachrichtenblatt in Rostock, derAuszug der Neuesten Zeitungen erschien ab 1711. 1846 wurde daraus dieRostocker Zeitung, die Zeitung des liberalen Bürgertums der Stadt. Lange auflagenstärkste Zeitung des Landes war der 1881 gegründeteRostocker Anzeiger.
Im 20. Jahrhundert spiegelten die Zeitungen vorwiegend die politischen Gruppen wider. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts finden sich im linken politischen Spektrum die sozialdemokratischeMecklenburgische Volks-Zeitung und die kommunistischeVolkswacht, im rechten die völkischeMecklenburger Warte und der nationalsozialistischeNiederdeutsche Beobachter. Zur Zeit der DDR wurde die Medienlandschaft vom Staat bestimmt und so erschien als Organ derSED dieVolkszeitung, die ab 1946Landeszeitung und dann 1953Ostsee-Zeitung heißen sollte. Für dieCDU erschien derDemokrat, für dieLDPD dieNorddeutsche Zeitung, und für dieNDPD dieNorddeutschen Neuesten Nachrichten. Nach der Wende wurdeDer Demokrat an den Verlag derFrankfurter Allgemeinen Zeitung verkauft und wie die Norddeutsche Zeitung 1991 eingestellt.
Überlebt haben dagegen dieOstsee-Zeitung (OZ) und dieNorddeutschen Neuesten Nachrichten (NNN), die heute als regionale Tageszeitungen in Rostock erscheinen. Daneben gibt das BoulevardblattBild eine Regionalausgabe für Mecklenburg-Vorpommern heraus. Es gibt mehrere Online-Stadtmagazine wieRostock Heute und dasRostocker Journal, außerdem regelmäßig erscheinende kostenlose Anzeigenmagazine. Als Monatspublikationen kommen regelmäßig das0381-Stadt & Kulturmagazin, dasStadtmagazin Piste Rostock undHRO Live heraus. Das 1994 gegründete MagazinStadtgespräche erscheint quartalsweise.
Die Stadt ist Sitz eines Regionalstudios desNDR, das Beiträge für den Hörfunk und das Fernsehprogramm produziert. Zwei regionale Fernsehsender berichten aus Rostock, der Privatsendertv.rostock und der Bürgerfernsehsenderrok-tv (RostockerOffener Kanal). Ebenfalls in Rostock ansässig ist der seit 2012 sendende landesweite PrivatfernsehsenderMV1. Im Sommer 2005 gingRadio Lohro, ein nicht kommerzielles Stadtradio für die Region Rostock, auf Sendung. Ebenfalls aus der Hansestadt senden die landesweiten PrivatsenderOstseewelle und80s80s MV, zuvorAntenne MV.
Nach Kriegsende wurde der stark zerstörteStadthafen, der jahrhundertelang der Haupthafen Rostocks war, in mehrjähriger Arbeit wieder instand gesetzt. Das Wirtschaftswachstum der DDR und der Aufbau einer großen staatlichen Handelsflotte erforderten jedoch den Bau eines neuen, leistungsfähigen Hochseehafens, der 1960 außerhalb der bebauten Stadt am Breitling in Betrieb genommen wurde. Dazu wurde in Warnemünde ein neuer Zugang zur Ostsee gebaggert. Um an die Bedürfnisse der DDR- und Ostblock-Wirtschaft angepasst zu sein, wurde der Überseehafen ständig aus- und umgebaut und erreichte 1989 mit über zwanzig Millionen Tonnen Umschlag – überwiegend Massenschüttgütern – sein bis dahin bestes Ergebnis.
Mit der deutschen Einheit begann der mühevolle Weg, den ausschließlich auf DDR-Bedürfnisse ausgelegten Hafen so umzugestalten, dass er einen akzeptablen Platz im Ensemble der deutschen Häfen finden konnte. In den vergangenen 15 Jahren hat der Überseehafen sein Erscheinungsbild und sein Leistungsangebot deshalb stark verändert. Aufgrund des modernen Ölhafens, der Anlagen für den Getreide-, Kohle-, Düngemittel- und Zementumschlag und des Terminals für den Export von Zucker, Holz, Schrott und Stückgütern ist er nach wie vor ein universaler Umschlagplatz.
Der Überseehafen ist – gemessen am jährlichen Güterumschlag – der zweitgrößte deutsche Ostseehafen nach dem inLübeck und nachPuttgarden ist er derjenige mit der zweithöchsten Zahl an Reisenden (ca. 2 Mio. Passagiere). Passagierfähren verkehren nachGedser (Dänemark) undTrelleborg (Schweden). Seit dem 30. August 2021 gibt es eine weitere Fährverbindung für den Passagier und Frachtverkehr von Rostock nachNynäshamn (Schweden). Einmal pro Woche soll bei dieser Verbindung die Fähre einen Zwischenstopp in Visby auf Gotland (Schweden) einlegen.
Eigentümer der Hafeninfrastruktur ist dieHafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH (HERO), ein Gemeinschaftsunternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Hansestadt Rostock. Der Hafenbetrieb wird durch dieSeehafen Rostock Umschlagsgesellschaft mbH, die sich in privatem Besitz befindet, und weitere Unternehmen durchgeführt.
2013 wurden über die Rostocker Hafenanlagen insgesamt 23,2 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen (2012: 22,7 Mio. t[78], 2011: 24 Mio. t), davon 21,4 Mio. t im Rostocker Überseehafen.[79] Auf der Adria-Baltikum-Achse gibt es dazu Güterzugsverbindungen zwischen dem Hafen Rostock und dem Endpunkt der maritimenSeidenstraße um den KnotenpunktTriest.[80]
Rostock gehört neben Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven zu den Städten, die im Gespräch für einFlüssigerdgasterminal sind,[81][82] 50 Umweltverbände und Bürgerinitiativen sprechen sich dagegen aus.[83]
Die Rostocker StraßenbahnLiniennetz des öffentlichen Nahverkehrs in Rostock und Umgebung
1881 ging die erstePferdebahn mit Waggons auf Schienen in Betrieb. Bereits zu Anfang gab es drei verschiedene Strecken. 1904 nahm die erste elektrischeStraßenbahn derRostocker Straßenbahn AG ihren Betrieb auf. 1944 wurde die RSAG nach Ablauf der Konzession zurStädtischen Straßenbahn Rostock, aus der 1951 derVEB Nahverkehr Rostock hervorging. 39 Jahre später erfolgte die Wiedergründung derRostocker Straßenbahn AG (RSAG).
Ab 2006 gab es Planungen, durch eineVerknüpfung von Schienenstrecken der Straßenbahn, Regionalbahn und S-Bahn einStadtbahnsystem herzustellen. Diese Überlegungen wurden auch aus wirtschaftlichen Gründen verworfen.
Rostock liegt an den AutobahnenA 19 (Rostock–Autobahndreieck Wittstock (Dosse)–Berlin) undA 20 (Stettin–Stralsund–Rostock–Lübeck), die imAutobahnkreuz Rostock miteinander verknüpft sind, und an den BundesstraßenB 103,B 105 undB 110. Die Autobahnen und die Bundesstraßen 103 und 105 bilden zusammen mit demWarnowtunnel einen Schnellstraßenring in und um Rostock.
Der Warnowtunnel wurde 2003 als Verbindung der westlich und östlich derUnterwarnow gelegenen Stadtteile zwischenSchmarl und Oldendorf eröffnet. An seinem östlichen Ende beginnt die A 19, das Westende ist mit der Schnellstraße vom Rostocker Zentrum nach Warnemünde verbunden. Der Tunnel ist der erste privat finanzierte undmautpflichtige Straßentunnel Deutschlands. Ging man in den Planungen zunächst von 22.000 Durchfahrten pro Tag aus, hat sich die Verkehrsbelegung heute bei rund 12.000 Durchfahrten eingependelt. Damit konnten sich die Erwartungen bisher bei weitem nicht erfüllen. Als Konsequenz daraus wurde das Finanzierungsmodell nachträglich angepasst.
Von 1998 bis 2007 wurde auch das innerstädtische Straßennetz mit dem Neu- und Ausbau der Arnold-Bernhard-Straße und der August-Bebel-Straße sowie der Verbindung vom Schröderplatz zum Warnowufer grundlegend neu gestaltet. Parallel dazu wurden die früher verkehrsreichen Plätze Neuer Markt und Doberaner Platz für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt.
Rostock ist an zahlreiche nationale und internationaleRadfernwege angeschlossen: unter anderem an denOstseeküsten-Radweg (verläuft alsEuroVelo Route 10 einmal um die Ostsee zu Städten wie Kiel, Stralsund und Danzig),[84] an denRadweg Berlin–Kopenhagen (u. a. über Güstrow und Gedser)[85] und an denIron Curtain Trail (verläuft durch 14 Länder entlang des ehemaligenEisernen Vorhangs von Norwegen bis ans Schwarze Meer)[86][87].
Im Mai 2019 erfolgte am Südstadt-Campus der erste Spatenstich für ein insgesamt 28 Kilometer langesRadschnellwegenetz zwischenHauptbahnhof undWarnemünde sowie vonEvershagen nachDierkow. 2024 sollen wesentliche Abschnitte verfügbar sein. Das erste Teilstück bis zur Erich-Schlesinger-Straße wurde ein Jahr später freigegeben.[88] Die InitiativeCorona-sichere Rad- und Gehwege führte auch in Rostock zur Einrichtung einesPop-up-Radwegs: Im Mai 2020 hatten die Fahrradfahrer knapp 150 Meter einer Autospur am Mühlendamm etwa drei Stunden lang für sich.
Für das darüber hinaus erklärte Ziel, mehrRadwege in der Innenstadt einzurichten, kämpft der im Sommer 2018 gegründeteRadentscheid Rostock. Am 6. November 2021, zwei Jahre nach dem Auftrag der Bürgerschaft an den Oberbürgermeister, die zehn Ziele des Radentscheids möglichst weitgehend umzusetzen, musste die Initiative jedoch feststellen, die Menschen sähen „keine wahrnehmbaren Veränderungen“. Immerhin würde die „FastlaneFahrradstadt“ im Dezember endlich ihre Arbeit aufnehmen.[89] Als „Modellprojekt zurVerkehrswende und Fahrradstadt Rostock“ wurde dieFahrradstraßeLange Straße trotz Kritik des Radentscheids am 1. Mai 2022 für ein Jahr umgesetzt. Den Gegenvorschlag, eine Auftrennung in Radweg und Kfz-Straße, lehnte die Stadt aus verkehrstechnischen Gründen ab.[90]
Etwa 25 Kilometer südöstlich von Rostock befindet sich in Nähe desLaager OrtsteilsWeitendorf der FlughafenRostock Airport. 1993 wurde der zivile Flugverkehr auf dem früher ausschließlich militärisch genutzten Flughafen aufgenommen. Über dieRostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (RVV) ist die Hansestadt mit 54,1 % als Gesellschafter am Betrieb des Flughafens beteiligt.[91]
Lange Zeit verband dieLufthansa Rostock mit dem DrehkreuzMünchen, doch diese Linie wurde mittlerweile eingestellt. Bis 2019 bediente zudemGermanwings die StreckenKöln/Bonn–Rostock undStuttgart-Rostock. Im Sommerflugplan 2014 verband außerdemGermania Rostock zeitweilig mitHurghada,Warna undPalma de Mallorca. Die türkische FerienmetropoleAntalya wurde sowohl von Germania als auch vonTailwind Airlines bedient. 2014 wurden 169.946 Passagiere abgefertigt.[92] Im Zivilbereich gewann der Flughafen u. a. als Zubringer für denKreuzfahrttourismus an Bedeutung, ferner für weitere Urlaubsflüge.[93]
Mit der Einstellung der Linienflüge nach Köln/Bonn und Stuttgart im Jahr 2019 brachen die Passagierzahlen jedoch ein, und insbesondere die weltweiteCOVID-19-Pandemie sorgte ab 2020 für einen massiven Rückgang der Passagierzahlen, von dem sich Rostock-Laage bislang nicht erholen konnte.[94] Aktuell gibt es von Rostock regelmäßige Linienflüge nach Antalya undIraklio, hinzu kommen Charterflüge.
Landeseinrichtungen: Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern, Landesgesundheitsamt Mecklenburg-Vorpommern, Landesinstitut für Schule und Ausbildung Mecklenburg-Vorpommern, Landesprüfungsamt für Bautechnik Mecklenburg-Vorpommern, Landesversorgungsamt Mecklenburg-Vorpommern, Lehrerprüfungsamt Mecklenburg-Vorpommern, Staatliches Amt für Umwelt und Natur Rostock, Staatliches Schulamt Rostock, Amt für Raumordnung und Landesplanung Mittleres Mecklenburg
Dienststelle des Deutschen Wetterdienstes
Weitere Einrichtungen: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern,Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern,IHK Rostock
Für die außerschulische musikalische Ausbildung gibt es dasKonservatorium und dieWelt-Musik-Schule „Carl Orff“. Daneben existieren weitere private Musikschulen.
2019 feierte die Universität Rostock ihr 600-jähriges Bestehen. Die 1419 gegründete Einrichtung ist die drittältesteUniversität Deutschlands und die älteste und traditionsreichste Hochschule im Ostseeraum.[97] Als klassische Universität umfasste sie von Anfang an die juristische, die philosophische und die medizinischeFakultät, 1432 erfolgte die Erweiterung um den FachbereichTheologie. Das anfangs hohe Ansehen verlieh der Einrichtung bereits nach kurzer Zeit den Beinamen „Leuchte des Nordens“. Nach einem Niedergang im 17. und 18. Jahrhundert erlebte die Hochschule seit 1860 einen Aufschwung und konnte wieder Anschluss an die übrigen deutschen Universitäten gewinnen. In der DDR erfuhren Forschung und Unterricht dann eine Veränderung zulasten der klassischen und zugunsten der technischen Fächer. 1976 wurde die Universität zu Ehren des 1960 verstorbenen PolitikersWilhelm Pieck umbenannt und behielt diesen Namen bis zum Ende der DDR.
Nach der Rückbenennung im Jahr 1990 wurden bis 2004 mehrere Neustrukturierungen vorgenommen, durch die die Hochschule wieder zurVolluniversität wurde. Heute gliedert sich die Uni in neun Fakultäten (in der Reihenfolge der Zahl der Studierenden):Philosophische Fakultät,Universitätsmedizin Rostock, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Fakultät für Informatik und Elektrotechnik,Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät,Theologische Fakultät, Juristische Fakultät. Eine Besonderheit ist die zusätzliche Interdisziplinäre Fakultät: Sie verbindet Forschende und Studierende aller Fachrichtungen in vier Departments: „Leben, Licht und Materie“, „Maritime Systeme“, „Altern des Individuums und der Gesellschaft“ sowie „Wissen – Kultur – Transformation“. Mit über 150Studiengängen und Teilstudiengängen gehört die Universität zu den Hochschulen Deutschlands mit dem breitesten Fächerspektrum.[98] Die Zahl der Universitätsbeschäftigten beträgt ca. 2.300, darunter etwa 280 Professoren.[99] Im Wintersemester 2019/20 waren an der Universität Rostock 13.004 Studierende immatrikuliert.[97]
1947 wurde eine Hochschule für Musik, Theater und Tanz gegründet, die später als Außenstelle der BerlinerHochschule „Hanns Eisler“ Studenten der Musik ausbildete. Aus dieser Tradition heraus wurde 1994 dieHochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) geschaffen. 2001 erhielt sie einen beachtenswerten Neubau auf den Ruinen des vormaligenKatharinenstifts. An der Hochschule studieren etwa 600 Studenten.
Die Hochschule ist eine der jüngsten ihrer Art in Deutschland. Sie fühlt sich stark mit entsprechenden Einrichtungen inVilnius,Riga undTallinn verbunden und kooperiert auch mit den Hochschulen inKrakau,Danzig undPosen.
DieFachhochschule des Mittelstands (FHM) wurde im Jahr 2000 in privater Trägerschaft gegründet und bietet speziell auf den Mittelstand ausgerichtete, staatlich anerkannte Studiengänge aus den Bereichen Medien, Journalismus, Marketing, Informatik und Wirtschaft an. Die FHM hat ihren Verwaltungssitz inBielefeld mit Niederlassungen inBamberg,Düren,Hannover,Köln,Frechen,Berlin,Waldshut-Tiengen und in Rostock.
Leibniz-Institut für Katalyse, 2006 hervorgegangen aus dem Zusammenschluss der Institute fürOrganische Katalyseforschung und fürAngewandte Chemie Berlin-Adlershof.
DieUniversitätsbibliothek Rostock wurde 1569 gegründet und verfügt über einen Bestand von ca. 2,2 Mio. Bänden.[101] Sie ist verantwortlich für die universitäre Versorgung von Forschung, Lehre und Studium und dient als großewissenschaftliche Bibliothek in Mecklenburg-Vorpommern auch der regionalen und überregionalen Literaturversorgung.
DieStadtbibliothek Rostock ist mit einem Gesamtbestand von ca. 150.000 Medien, verteilt auf mehrere Stadtteilbibliotheken, die zweitgrößte Bibliothek der Stadt.
Von Bedeutung sind Bibliothek und Nachlass der SchriftstellerWalter Kempowski undUwe Johnson. Während das Kempowski-Archiv durch den VereinKempowski-Archiv Rostock – Ein bürgerliches Haus verwaltet wird, werden Bibliothek und Nachlass von Uwe Johnson durch die Uwe Johnson-Forschungsstelle derUniversität Rostock und die Universitätsbibliothek Rostock erschlossen und für die wissenschaftliche Nutzung bereitgestellt.[102][103]
ImStadtarchiv Rostock finden sich Dokumente zur Geschichte der Stadt und deren Umland.
Die Hanse-Kaserne ist heute Sitz des Marinekommandos der Bundeswehr. Auf dem Kasernengelände ist seit Oktober 2024 derCommander Task Force Baltic, CTF Baltic untergebracht.
November 2024 waren von den Einwohnern 17.956 evangelisch und 6.191 katholisch.[105]Die große Mehrheit der Rostocker istkonfessionslos. Ende Dezember 2023 waren 8,7 % (18.485) der Einwohner der Stadtevangelisch, 3,0 % oder 6.303römisch-katholisch und 88,3 % warenkonfessionslos oder gehörten einer sonstigenGlaubensgemeinschaft an.[106][107]Mit Stand Dezember 2022 waren von den 210.802 Einwohnern 9,0 % (18.922)evangelisch, 3,1 % (6.441)katholisch und 88,0 % (185.439) hatten eine sonstige oder keine Konfession.[108] Im Dezember 2020 waren von den 209.755 Einwohnern 9,6 % (20.091) evangelisch und 3,2 % (6.795)katholisch. 87,2 % (182.483) hatten eine sonstige oder keine Konfession.[109][110]
Nachdem der Kaplan der Petrikirche,Joachim Slüter, 1525 ein niederdeutsches Gesangbuch mit lutherischen Liedern herausgegeben hatte, begann in Rostock dieReformation. Slüter setzte sie bis 1531 durch, sein NachfolgerJohann Oldendorp führte den Prozess ab 1532 fort. Gleichzeitig entwickelten sich auch die anderen Hansestädte zu bürgerlichen Zentren dieser Konfession. Mit der einhergehenden Unterdrückung des Katholizismus wurden die Katholiken als „Papisten“ beschimpft. Rostock bekam einen eigenenSuperintendenten und ein eigenesGeistliches Ministerium. Seitdem ist der evangelische Glaube die vorherrschende Religion. Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt gehören zurPropstei Rostock imKirchenkreis Mecklenburg derEvangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland(Nordkirche).
Katholizismus
1872 begründetenKatholiken die erste katholische Pfarrgemeinde seit der Reformation und errichteten 1909 dieChristuskirche am Schröderplatz. Die Gemeinde gehörte – wie ganz Mecklenburg – zunächst zumApostolischen Vikariat der Nordischen Missionen, dessen Jurisdiktion dauernd mit dem Bischofsstuhl zu Osnabrück verbunden war. 1930 wurde das Gebiet offiziell Teil desBistums Osnabrück. Die Aufteilung des Dekanats Mecklenburg in einen westlichen, einen mittleren und einen östlichen Konferenzbezirk erfolgte 1941. Die Grenzziehung nach demZweiten Weltkrieg erschwerte dem Osnabrücker Bischof die Wahrnehmung seiner Amtsgeschäfte in Mecklenburg. So entstand 1946 das Bischöfliche Kommissariat Schwerin, aus dem 1973 dasBischöfliche Amt Schwerin mit einemWeihbischof als „residierendem Bischof“ hervorging. Als Ersatz für die 1971 gesprengte Christuskirche wurde ein Neubau im Häktweg errichtet. Seit 1995 gehören die Rostocker Katholiken zum neugegründetenErzbistum Hamburg. Die Pfarrgemeinden der Stadt Rostock sind Teil des Dekanats Rostock desErzbischöflichen Amtes Schwerin innerhalb des Erzbistums.
Ende 2022 fand in Rostock dasEuropäische Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft vonTaizé statt. 5000 Jugendliche nahmen an diesem 45. Treffen teil. Die Bruderschaft von Taizé, die ihren Sitz im französischen Burgund hat, lädt seit 1978 zur Jahreswende zu Europäischen Jugendtreffen ein. Im Mittelpunkt der Treffen stehen Gesänge, Meditationen, Workshops und Gottesdienste.[113]
Seit 1868, nach dem Beitritt Mecklenburg-Schwerins zumNorddeutschen Bund, durften sich wiederJuden in der Stadt niederlassen. Schnell bildete sich dieIsraelitische Gemeinde Rostock, die sich 1870 denAlten Jüdischen Friedhof am Rande desAlten Friedhofs, dem heutigenLindenpark, einrichtete, wo sie bis 1942 ihre Mitglieder bestattete. Die Weihe der in der Augustenstraße errichtetenSynagoge hatte 1902 stattgefunden. Sie wurde in derReichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 vonNationalsozialisten niedergebrannt. Schon vorher waren unter dem Druck viele Juden ausgewandert, einige hatten sich das Leben genommen. Jüdischer Besitz wurde „arisiert“. Zur „Endlösung der Judenfrage“ wurden die in Rostock verbliebenen 70 Gemeindemitglieder von 1942 bis 1944 inKonzentrationslager deportiert, fast alle kamen dort ums Leben. An Opfer desHolocaust aus Rostock erinnern in den Boden vor ihren Wohnhäusern oder Wirkungsstätten eingelassene Gedenkplatten, die derVerein der Freunde und Förderer desMax-Samuel-Hauses e. V. seit 2001 in Kooperation mit der Stadt setzen lässt.
2019 lebten in der Stadt rund 2000Muslime[115]. Es gibt eineMoschee in der Erich-Schlesinger-Straße, deren Trägerverein derIslamische Bund in Rostock e. V. ist. Bereits im Jahr 2016 gab es Bedenken, dass diese Moschee sich radikalisieren würde.[116] Im Jahr 2019 wurde bekannt, dass sich die Stadt Rostock und der Islamische Bund auf eine neue Moschee am Holbeinplatz geeinigt hatten.[117] Gegen diesen Bau gab es massive Bedenken und Proteste von Anwohnern aus dem Viertel, kritisiert wurde auch, dass es keine Information über die bereits lange laufenden Gespräche mit der islamischen Gemeinde gab.[118] Unter anderem hatte die AfD zum Protest gegen den Moscheebau aufgerufen. An der Demonstration nahmen 250 Personen teil, auch der islamfeindliche ExtremistMichael Stürzenberger. An dem Protest gegen die AfD nahmen 1000 Personen teil.[119] Im Vorfeld kam es zu mehreren beleidigenden muslimfeindlichen Aussagen des AfD Landeschefs Dennis Augustins. Er hatte Muslime pauschal als „Halbaffen“ und „Krebsgeschwür“ bezeichnet.[120] In einer Nacht vor den Protesten wurde ein Schweinekopf auf dem geplanten Moschee-Gelände abgelegt.[121] Im Nachgang haben sich die Fraktionen von CDU, UFR/FDP, Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und SPD gegen religiösen und politischen Extremismus positioniert und einen „Trialog der Religionen“ auf „neutralem Boden“ gefordert.[122]
1905 wurden derRostocker FC 1895, FC Alemannia 1903 und FC Germania 1901 in denMecklenburgischen Fußball-Bund aufgenommen. Seit 1899 gab es zudem denInternationalen FC. Besondere Erfolge konnte jedoch bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg kein Rostocker Fußballverein erringen.
Während derSaison 1954/55 beschloss die DDR-Sportführung, die Mannschaft der sächsischenBSG Empor Lauter noch während der Saison nach Rostock zu delegieren. 1965 wurde die Fußballabteilung alsF.C.Hansa Rostock aus demSC Empor Rostock ausgegliedert. 32 Jahre lang spielte Hansa in derDDR-Oberliga. In derSaison 1990/91 wurde Hansa letzter Meister sowieFDGB-Pokal-Sieger der DDR und qualifizierte sich für dieFußball-Bundesliga und für denEuropapokal der Landesmeister. Hansa gehörte seitdem insgesamt zwölf Jahre lang der 1. und elf Jahre lang der2. Bundesliga an. 2010 stieg der Verein erstmals in die3. Liga ab, 2021 gelang die Rückkehr in die 2. Bundesliga, aus der man 2024 erneut abstieg. Hansa trägt seine Spiele imOstseestadion aus.
Die zweite Mannschaft von Hansa Rostock spielt in der viertklassigenFußball-Regionalliga Nordost. Eine Liga darunter in derOberliga Nordost spielt derRostocker FC. In derVerbandsliga Mecklenburg-Vorpommern, treten derSV Warnemünde und der FC Förderkader René Schneider an. DerSV Hafen Rostock 61 ist inzwischen der einzige Rostocker Verein in derLandesliga, während ehemals erfolgreiche Vereine wie derPSV Rostock nur noch in unterklassigen Ligen wie derLandesklasse spielen. Zu DDR-Zeiten hatten dieBSG Schifffahrt/Hafen Rostock (heuteSV Hafen Rostock 61) und dieTSG Bau Rostock (heuteRostocker FC) 17 bzw. 13 Jahre lang in der zweitklassigenDDR-Liga gespielt, dieBSG Motor Warnowwerft Warnemünde (SV Warnemünde) trat sechs, derSG Dynamo Rostock (Polizei-SV Rostock) zwei Jahre in der Liga an.
DieBSG Post Rostock war in den 1970er und 1980er Jahren einer der erfolgreichstenFrauenfußballvereine der DDR und wurde 1990 letzterMeister und Pokalsieger der DDR.1995/96 spielte das inzwischen zumPolizei-SV Rostock gewechselte Team eine Saison lang in derFrauen-Bundesliga, stieg aber unmittelbar wieder ab. Mittlerweile spielt die Mannschaft als Abteilung demSV Hafen Rostock 61 in der Verbandsliga. Ebenfalls in der Verbandsliga tritt derRostocker FC an.
Als Abwandlung des Fußballs gibt es mit denRostocker Robben auch eineBeachsoccer-Mannschaft.[123] Diese wurde mit dem Sieg in derGerman Beach Soccer League 2013 erster Deutscher Meister im Zuständigkeitsbereich desDFB[124] und konnte sich im selben Jahr für die folgende Spielzeit desEuro Winners Cup qualifizieren. Bis 2017 folgten drei weitere Deutsche Meistertitel. Als Sponsor werden sie außerdem durch den RapperMarteria unterstützt.[125]
Kitesurfer am Strand von Rostock-Warnemünde im Sommer 2023
Rostock ist ein Zentrum für Schwimmer und Wasserspringer. Neben den klassischen Sportarten bietet sich Rostock wegen seiner exponierten Lage auch für das Segeln oder Rudern an und gilt als gutes Segelrevier an der deutschen Ostseeküste. Die Hochleistungssportler im Schwimmen, Wasserspringen und im Kanurennsport starten oder starteten in der Regel für denSC Empor, die Ruderer für den 1990 aufgelöstenASK Vorwärts Rostock. Viele der erfolgreichen Sportler sind heute bei Empor als Trainer aktiv.
Bei den Schwimmern konnten vor allem imLangstreckenbereich bereits zahlreiche Erfolge erschwommen werden, wie zuletzt vonBritta Kamrau-Corestein, die zwischen 2002 und 2007 viermal Weltmeisterin auf der 10-km- und der 25-km-Distanz wurde.Peggy Büchse wurde 2000 und 2001 zweimal Weltmeisterin über 5 bzw. 10 km.
Nils Rudolph war Anfang der 1990er Jahre einer der weltweit schnellsten Sprinter über die 50-m-Distanz und feierte seinen größten sportlichen Erfolg bei den Europameisterschaften 1991 in Athen mit dem Gewinn der Goldmedaille.
ImWasserspringen warChrista Köhler 1973 Weltmeisterin und holte 1976 die olympische Silbermedaille. 1970 wurdeHeidi Becker Europameisterin im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett. 1996 gewannAnnika Walter die Silbermedaille vom 10-Meter-Turm,Dörte Lindner gewann bei den Olympischen Spielen 2000 die Bronzemedaille.Martina Proeber war 1980 Olympiazweite im Kunstspringen.
DieKanurennsportlerinRamona Portwich gewann unter anderem Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988, 1992 und 1996. Ebenfalls olympisches Gold gewann 1992Anke von Seck. Zwischen 1978 und 1981 gewannRoswitha Eberl sechs Weltmeistertitel.
Die UnterwasserrugbymannschaftUWR 071 Rostock spielt seit 2000 im Ligabetrieb mit und erreichte in der Saison 2012/2013 den Aufstieg in die höchste Spielklasse, der 1. Bundesliga Nord.
DieWasserballer derHSG Warnemünde spielen in der drittklassigen Oberliga Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern.
Der 1. LAV Rostock ist der bedeutendste Leichtathletikverein der Stadt und einer der wichtigsten in Norddeutschland. Zahlreiche erfolgreiche Sportler waren oder sind beim 1. LAV aktiv, zum Beispiel die Marathon-Europameisterin 2006Ulrike Maisch. Der Profi-TriathletAndreas Raelert ist amtierender Triathlon-Europameister auf der Mitteldistanz sowie Vize-Weltmeister auf der Ironman-Distanz. Sein BruderMichael Raelert ist jeweils zweifacher Welt- (2009 und 2010) und Europameister (2010, 2012) auf der Mitteldistanz.
Christian Schenk erzielte seinen größten Erfolg mit dem Olympiasieg 1988 im Zehnkampf. 1980 in Moskau wurdeMarita Koch Olympiasiegerin über 400 Meter und 1983 in Helsinki dreifache Weltmeisterin, dazu kamen sechs Titel bei Europameisterschaften zwischen 1978 und 1986. Die SprinterinSilke Möller war unter anderem Doppelweltmeisterin 1987.Hansjörg Kunzes größter Erfolg war die Bronzemedaille im 5000-Meter-Lauf bei den Olympischen Sommerspielen 1988. Die SpeerwerferinSteffi Nerius startete bis 1991 für Empor Rostock und gewann 2004 die olympische Silbermedaille sowie 2009 den Weltmeistertitel.
DerRadrennfahrerJan Ullrich war zweimal Weltmeister im Einzelzeitfahren sowie Sieger im olympischen Straßenrennen 2000 und gewann als erster und bisher einziger Deutscher 1997 dieTour de France. Aufgrund seiner Verwicklung in denDopingskandal Fuentes wurde er jedoch 2012 vomInternationalen Sportgerichtshof (CAS) rechtskräftig des Dopings schuldig gesprochen, und alle Erfolge Ullrichs seit dem 1. Mai 2005 wurden annulliert.
Rugby: Im Oktober 1993 entstanden am späteren Albert-Schweitzer-Gymnasium in Dierkow dieDierkower Elche. Sie gehören als Sparte zumSV Dynamo Rostock. Die Männermannschaft spielt in der Saison 2015/2016 in einer Spielgemeinschaft mit der Uni Greifswald und dem Freibeuter RC Wismar in der Verbandsliga Nord.DieDierkower Elche haben Ende der 1990er Jahre mit Sabine Juchelka und Manuela Jost zwei Nationalspielerinnen hervorgebracht.
ImJudo war derVfK Bau Rostock zwölf Mal bei nationalen Meisterschaften unter den Besten.
DieCJD Jugenddorf-Christophorusschule Rostock hat einen Förderzweig für Leistungssportler. Sie führt damit die Tradition derKinder- und Jugendsportschule Rostock fort. Die Christophorusschule hat sowohl den Rang einerEliteschule des Sports als auch einerEliteschule des Fußballs. Die Sportlerklassen werden von Schülern besucht, die in den Jugendabteilungen der Rostocker Leistungssportvereine aktiv sind, vor allem vonShorttrackern desESV Turbine Rostock, Jugendspielern desHC Empor Rostock, Leichtathleten des 1. LAV Rostock, Fußballspielern desFC Hansa Rostock, Ruderern, Schwimmern und Turmspringern.
ImOlympiastützpunkt Mecklenburg-Vorpommern in Rostock trainieren Sportler vor allem in den Schwerpunktsportarten Rudern, Short Track und Wasserspringen. Weitere Sportarten sind Flossenschwimmen, Fußball, Handball, Leichtathletik, Segeln, Schwimmen, Triathlon.
2021 bewarb sich die Stadt alsHost Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation derSpecial Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin fürSpecial Olympics Dominikanische Republik ausgewählt.[127] Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[127]
Joachim Gauck Der elfte Bundespräsident, ehemaliger Pastor und Beauftragter für Stasiunterlagen, wurde 1940 in Rostock geboren und ist Ehrenbürger der Stadt.
Walter Kempowski Der Schriftsteller war gebürtiger Rostocker und Ehrenbürger. Er setzte der Stadt literarische Denkmäler. Nach ihm ist das Kempowski-Ufer am Stadthafen benannt.
Bd. 1 (1895) bis 22 (1941). Hrsg. v. Verein für Rostocks Altertümer
Neue Folge, Heft 1 (1981) bis 9 (1989). Hrsg. v. Stadtarchiv Rostock und dem Kulturhistorischen Museum der Stadt Rostock.
Bd. 23 (1999) bis [zuletzt erschienen] 31 (2011). Hrsg. v. Verein für Rostocker Geschichte e. V.
Karl-Friedrich Olechnowitz:Rostock. Von der Stadtrechtsbestätigung im Jahre 1218 bis zur bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49. Hinstorff, Rostock 1968.
Karsten Schröder (Hrsg.):Rostocks Stadtgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hinstorff, Rostock 2013,ISBN 978-3-356-01570-6.
Klaus Armbröster, Joachim Lehmnann, Thomas Cardinal von Widdern (Hrsg.):800 Jahre Rostock. Elf historische Rundgänge zum Stadtjubiläum. Hinstorff, Rostock 2018,ISBN 978-3-356-02195-0.
Vom Alex zum Eismeer. Mit dem Trawler ROS 206 „Guben“ unterwegs von der Ostsee in die Barents-See. DEFA Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme – Progress Film-Vertrieb, 1954, Regie:Karl Gass.[130][131]
Wir bauen unser Tor zur Welt. DEFA, DDR 1958. Buch/Regie: Heinz Reusch, Musik:Eberhard Schmidt.[132]
Jubiläum einer Stadt – 750 Jahre Rostock. Kurz-Dokumentarfilm. DDR 1968. Regie:Winfried Junge, Musik:Günter Kochan.
Mit DDR-Fischern im Atlantik. Teil 1.Fisch ist unser Leben. Teil 2.Rolling Home. Dokumentarfilm zumFischkombinat Rostock. DDR-Fernsehen, 1988 (Mit ROS 313 „Willi Bredel“, ROS 337 „Ludwig Renn“ u. a. im USA-Schelf).
DDR ahoi! Teil 1.Kleines Land auf großer Fahrt. (mdr-Ausstrahlung per 15. März 2011 / 25. Mai 2010) / Teil 2.Unterwegs auf allen Meeren (mdr-Ausstrahlung per 22. März 2011 / 1. Juni 2010). NDR TV-Mitschnitte zur Seefahrernation DDR mit den Hafenstädten Rostock, Stralsund und Wismar.
↑Vgl. L. Krause:Die alten Warnow-Mündungen und der ursprüngliche Rostocker Hafen zu Warnemünde. In:Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock. Herausgegeben vom Verein für Rostocks Altertümer, Bd. 12, Rostock 1924, S. 1–16.
↑Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt der Hansestadt Rostock, Abteilung Kataster SG Katastererneuerung / Kommunale Geodaten.
↑Ernst Eichler und Werner Mühlmer:Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo-Koch-Verlag, Rostock 2002,ISBN 3-935319-23-1.
↑Dieter Warnke:Rostock – Petribleiche. Eine slawische Fürstenburg des 12. Jahrhunderts. In: Manfred Gläser (Hrsg.):Archäologie des Mittelalters und Bauforschung im Hanseraum (= Schriften des Kulturhistorischen Museums in Rostock). Konrad Reich, Rostock 1993,S.155–160.
↑Saxo Grammaticus:Gesta Danorum. Mythen und Legenden des berühmten mittelalterlichen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus. Übersetzt, nacherzählt und kommentiert von Hans-Jürgen Hube. Marix, Wiesbaden 2004,ISBN 3-937715-41-X.
↑Hans-Heinz Schütt:Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011,ISBN 978-3-9814380-0-0,S.218–220.
↑Georg Dehio, Gerd Baier:Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern. Neubearbeitung durch Hans-Christian Feldmann. München/Berlin 2000, S. 467.
↑Gerd Baier:Die Marienkirche zu Rostock. Berlin31988, S. 2.
↑Das Kulturjahr 2020 beinhaltete „Drei Jubiläen der Rostocker Theatergeschichte“. Seraphin Feuchte, Historiker und Wissenschaftliche Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Rostock, veröffentlichte als Mitglied von „Freunde und Förderer Volkstheater Rostock e. V.“ einen historischen Rückblick u. a. mit Namen von bedeutenden Personen und verdienstvollen Mitarbeitern im Zusammenhang mit der Theatergeschichte von Rostock. (Theaterförderverein – Rostock)
↑Ostseeküsten-Radweg. In: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. Abgerufen am 21. Januar 2023. /EuroVelo 10: Ostseeküsten-Route. In: EuroVelo – the european cycle route network. Abgerufen am 21. Januar 2023.