Von 1999 bis 2004 war er Vertreter des Landes Niedersachsen beim deutsch-russischenForschungsprojekt „Sowjetische Kriegsgefangene“ und forschte zur allgemeinen Geschichte der sowjetischen Soldaten in deutscher Gefangenschaft während der NS-Zeit. Außerdem arbeitete er von 2000 bis 2007 als Leiter des Recherche- und Ausstellungsprojektes „Kriegsgefangenenlager“ im Rahmen der Neukonzeption der Gedenkstätte Bergen-Belsen.[1]
Um 2002promovierte er an derUniversität Hannover mit der StudieSowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich, 1941–42. Die Kriegsgefangenenorganisation der Wehrmacht und der Arbeitseinsatz der Gefangenen im Widerstreit von Pragmatismus und Ideologie.[2][5]
Die Thaersche Villa inCelle – Sitz der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Als die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung zum Ende des Jahres 2004 durch einenKabinettsbeschluss aufgelöst wurde, wechselte Keller zur neu gegründetenStiftung niedersächsische Gedenkstätten mit Sitz inCelle als Nachfolgeorganisation des NLpB-ReferatesGedenkstättenarbeit und Aufarbeitung des Nationalsozialismus und seiner Folgen. Seither ist er dort als Abteilungsleiter tätig.[1] Keller leitet die AbteilungGedenkstättenförderung Niedersachsen, die die regionale Gedenkstättenarbeit des Bundeslandes finanziell und bei der Entwicklung von Gedenkstättenkonzeptionen unterstützt sowie die wissenschaftliche und pädagogische Arbeit der Gedenkstätten in Niedersachsen koordiniert.[6]
Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Nationalsozialismus, insbesondere der Kriegsgefangenschaft und der Kriegsgefangenen-,Konzentrations- undArbeitslager sowie derZwangsarbeit. Keller ist Autor, Mitautor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zur Geschichte der NS-Konzentrations-, Kriegsgefangenen- und Arbeitslager sowie der sowjetischen Kriegsgefangenen, außerdem hat er mehrere Ausstellungen zu diesem Themenkreis kuratiert.[4]
Sowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich 1941/42. Behandlung und Arbeitseinsatz zwischen Vernichtungspolitik und kriegswirtschaftlichen Zwängen (= Schriftenreihe der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Band 1) Wallstein-Verlag, Göttingen 2011,ISBN 978-3-8353-0989-0 (Rezensionen:H-Soz-Kult,Kulturthemen.de,literaturkritik.de).
als Mitautor
Zwangsarbeit in Uniform. Italienische Militärinternierte am Rammelsberg. In: Bernhild Vögel (Hrsg.):System der Willkür. Betriebliche Repression und nationalsozialistische Verfolgung am Rammelsberg und in der Region Braunschweig (= Rammelsberger Forum, Band 1). Verlag Goslarsche Zeitung, Goslar 2002,ISBN 3-9804749-5-X, Seite 51–70.
zusammen mit Klaus-Dieter Müller u. a.:Gedenkbuch verstorbener sowjetischer Kriegsgefangener. Friedhof Hammelburg, Bayern. Herausgegeben vomVolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kassel 2002 (deutsch, teils russisch).
zusammen mit Wolfgang Marienfeld u. a.:Konzentrationslager Bergen-Belsen. Berichte und Dokumente (= Bergen-Belsen-Schriften, Band 1). Herausgegeben von derNiedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung unter Mitwirkung des Wissenschaftlichen Beirats für Gedenkstättenarbeit. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1995,ISBN 3-525-35488-6.
als Mitherausgeber und Mitautor
zusammen mit Alfred Fleßner u. a.:Forschungen zur Medizin im Nationalsozialismus. Vorgeschichte – Verbrechen – Nachwirkungen (= Schriftenreihe der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Band 3). Wallstein Verlag, Göttingen 2014,ISBN 978-3-8353-1407-8.
zusammen mit Silke Petry:Sowjetische Kriegsgefangene im Arbeitseinsatz 1941–1945. Dokumente zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen in Norddeutschland (= Schriftenreihe der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Band 2). Wallstein Verlag, Göttingen 2013,ISBN 978-3-8353-1227-2.
↑Jörg Osterloh (Verf.):Sowjetische Kriegsgefangene 1941–1945 im Spiegel nationaler und internationaler Untersuchungen. Forschungsüberblick und Bibliographie. Hrsg.:Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden (= Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. Berichte und Studien.Nr.3). 2. ergänzte Auflage. Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden, Dresden 1996,ISBN 3-931648-02-8,S.29 (tu-dresden.de [PDF;1,4MB; abgerufen am 25. April 2015]).
↑abJens Nagel:„Russenlager“ im Reichsgebiet. In:Fritz Bauer Institut (Hrsg.):Einsicht 09 – Bulletin des Fritz Bauer Instituts. Frühjahr 2013. Frankfurt am Main (fritz-bauer-institut.de [PDF;16,0MB; abgerufen am 26. April 2015] Rezension von Rolf Kellers BuchSowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich 1941/42).
↑Simon Benne:Historiker über Todesmärsche: „Eine Eskalation der Gewalt“ >> Zur Person. In:Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ). Hannover 2. April 2015 (Online-Ausgabe der HAZ [abgerufen am 26. April 2015] Vgl. Angaben zur Person von Rolf Keller).
↑Organisation >> Dr. Rolf Keller. In: Website der Gedenkstättenförderung Niedersachsen (www.gedenkstaettenfoerderung.stiftung-ng.de). Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Januar 2015; abgerufen am 25. April 2015.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gedenkstaettenfoerderung.stiftung-ng.de
↑Rolf Keller befasste sich bei seiner Untersuchung insbesondere mit den drei so genannten „Russenlagern“ in derLüneburger Heide – den NS-Stammlagern (Stalag)Stalag XI C in Bergen-Belsen,Stalag XI D in Fallingbostel-Oerbke undStalag X D in Wietzendorf. In diesen Lagern waren während des Zweiten Weltkriegs von der deutschenWehrmacht unter meist unmenschlichen Bedingungen hauptsächlich sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert worden, von denen viele starben. Über seine Forschungsergebnisse berichtete er in verschiedenen Veröffentlichungen und verarbeitete das Material in seinem 2011 erschienenen BuchSowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich 1941/42.