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Robert Ley

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Dieser Artikel beschreibt den NS-Politiker Robert Ley. Für weitere Bedeutungen sieheRobert Ley (Begriffsklärung).
Robert Ley (1933)

Robert Ley (*15. Februar1890 inNümbrecht-Niederbreidenbach,Rheinprovinz; †25. Oktober1945 inNürnberg) war alsReichsleiter derNSDAP und Leiter des EinheitsverbandsDeutsche Arbeitsfront einer der führenden Politiker zurZeit des Nationalsozialismus.Er gehörte zu den 24 imNürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor demInternationalen Militärgerichtshof Angeklagten, beging aber vor ProzessbeginnSuizid.

Jugend, Studium, Erster Weltkrieg

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Ley wuchs als Sohn des Bauern Friedrich Ley und dessen Frau Emilie (geb. Wald)[1] imOberbergischen Land östlich von Köln als siebtes von elf Kindern auf.

Nach dem Abitur 1910 schrieb sich Ley für Naturwissenschaften an den UniversitätenJena (fünf Semester)[2] undBonn (zwei Semester) ein und wechselte danach an dieWilhelms-Universität Münster. In Jena wurde er Mitglied derSängerschaft zu St. Pauli Jena.[3] Bis zum Beginn desErsten Weltkrieges 1914 gelang es ihm, sein Studium im FachLebensmittelchemie in Münster bis vor den Diplomabschluss (Staatsexamen) voranzubringen. Anschließend nahm er als Freiwilliger amErsten Weltkrieg teil; er wurde als Artillerist in den Schlachten vonVerdun und an derSomme eingesetzt und bildete einen „Kompagniegesangverein“, der in Kampfpausen auftrat.[4] Am 4. Juli 1916 wurde er zumLeutnantder Reserve befördert und wechselte als fliegender Beobachter zur Fliegerabteilung 202 (Artillerie). Nur zwei Tage später stürzte Leys Flugzeug im Einsatz aus 3000 m Höhe beiDouai ab. Sein Pilot fand dabei den Tod und Ley erlitt eine zeitweilige Bewusstlosigkeit sowie einenStirnlappenschaden. Nur drei Wochen später, am 29. Juli 1917, erhielt Ley bei einem weiteren Einsatz im Luftkampf von einem britischen Flugzeug einen Steckschuss im Oberschenkel. Sein Flugzeug stürzte vor den deutschen Linien ab und Ley geriet in französischeKriegsgefangenschaft. Zur Rettung des Beins musste er sich sechs chirurgischen Eingriffen in einem französischen Feldlazarett unterziehen.[5] Ley litt zeitlebens unter den schmerzhaften Folgen seiner Verwundungen, so dass auf sie auch die Entstehung seinerAlkoholkrankheit und seines gelegentlichenStotterns zurückgeführt werden.[6] Nachdem er erst im Januar 1920 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, promovierte er noch im selben Jahr in Chemie an der Universität Münster überBeiträge zur Kenntnis der gemischten Glyceride und erhielt zum 1. Februar 1921 eine gut dotierte Anstellung als Chemiker bei denFarbenfabriken Bayer[7] inWiesdorf, das 1930 inLeverkusen aufging.

Parteikarriere

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Von links nach rechts:Philipp Bouhler, sein AdjutantKarl Freiherr Michel von Tüßling, Robert Ley mit seiner Frau Inga; München, Juli 1939

DerNSDAP trat Ley bereits 1923 bei und gründete im April 1924 die Ortsgruppe Wiesdorf des Völkisch-Sozialen Blocks, die Anfang 1925 in die NSDAP überführt wurde.[8] Im Juni 1925 beriefAdolf Hitler Ley zumGauleiter vonRheinland-Süd, der im August 1926 in Wiesdorf einen ersten großen Aufmarsch mit Ley als Hauptredner veranstaltete.[9][10] Ley war frühzeitig in Straßenschlachten und andere Tumulte verwickelt. Nach einer von Ley organisierten Kundgebung der NSDAP inNastätten, in deren Verlauf es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam, wurde vom Kölner PolizeipräsidentenOtto Bauknecht im März 1927 ein zwölfmonatiges Verbot der NSDAP im Kölner Raum erlassen, das Bauknecht die Feindschaft der rheinischen NSDAP, namentlich von Ley, eintrug.[11] Aufgrund seinerAlkoholsucht und wegenantisemitischer Angriffe auf den BankierMax Warburg verlor Ley 1928 seine Beschäftigung bei den Farbenfabriken Bayer, die inzwischen Teil derI.G. Farben geworden waren, bei denen Warburg im Aufsichtsrat saß. Dennoch schloss das Unternehmen mit Ley einen Vertrag ab, demzufolge er noch drei Jahre lang ein Monatsgehalt von 850 Mark und für jedes Halbjahr einen zusätzlichen Betrag von bis zu 2000 Mark erhielt. Dies erklärt, woher ein Teil der Finanzierungen für seine eigene Gauzeitung (Westdeutscher Beobachter) stammten.[12] Im gleichen Jahr ernannte man ihn zum hauptamtlichen Organisationsleiter der NSDAP imGau Köln-Aachen und er wurde Mitglied desPreußischen Landtags. Im September 1930 erhielt er einen Sitz im Reichstag.

In diesen Jahren entwickelte er sich zum fanatischen Redner und Agitator. Nach den Angaben seiner Tochter kam Ley mehrfach, 1931 für längere Zeit, in Haft.[13] Aufgrund eines tätlichen Angriffs auf den SPD-VorsitzendenOtto Wels und den Kölner Polizeipräsidenten Otto Bauknecht in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1932 wurde Ley in volltrunkenem Zustand verhaftet und verurteilt.[14][15] Die ParteizeitungWestdeutscher Beobachter benutzte er für hasserfüllte Ausfälle gegen jüdische Warenhäuser und gegen „jüdische Finanzmacht“. Ley spezialisierte sich auf – vor allem gegen Juden gerichtete – verleumderische Artikel. In Koblenz gründete er 1930 dasNationalblatt, eine Propagandazeitung der NSDAP imGau Moselland. In einer Rede vom Mai 1942 in Karlsruhe erklärte er, dass es nicht genüge, den „jüdischen Feind der Menschheit“ zu isolieren. Darüber hinaus sagte er bereits in einer Rede am 2. Juni 1942 in den Berliner Siemens-Werken: „Juda wird und muss fallen. Juda wird und muss vernichtet werden. Das ist unser heiliger Glaube.“ Bei seinen Reden betonte er, dass die „Ausrottung der jüdischen Rasse“ in Europa ein Ziel des Nationalsozialismus sei.

Ley neigte notorisch dazu, sich – unabhängig vom Thema – in blinde Rage zu reden und jeden Bezug zur Realität zu verlieren, indem er zum Beispiel Hitler buchstäbliche Allwissenheit attestierte oder die unmittelbar bevorstehende Eroberung des Mondes und aller Planeten ankündigte.

An der Spitze des NS-Regimes

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Nach dem Rücktritt vonGregor Strasser am 8. Dezember 1932 wurde Ley von Hitler im Dezember 1932 zum Reichsorganisationsleiter (ROL) der NSDAP ernannt, ohne jedoch die Machtfülle seines Vorgängers zu erreichen. Im Kampf um die Parteiführung unterlag erRudolf Heß, der sich mit Unterstützung seines StabsführersMartin Bormann durchsetzen konnte; Hitler ernannte Heß am 21. April 1933 zum Stellvertreter und erteilte ihm die Vollmacht, „in allen Fragen der Parteileitung“ in seinem Namen zu entscheiden.[16] Im November 1934 wurden Leys Aufgaben auf „Aufbau, Ausbau und Überwachung der inneren Organisation [sowie] Schulung und Personal-Statistik der Parteiorganisation“ beschränkt.[17] Zentrales Führungsorgan der NSDAP wurde hingegen derStab des Stellvertreters des Führers, der 1941 in „Partei-Kanzlei“ umbenannt wurde.

Ley gehörte 1933 zu den Gründungsmitgliedern der vonHans Frank geführtenAkademie für Deutsches Recht.[18] Er sah sich als „Erzieher“ und „Betreuer“ der Partei, indem er deren Schulung und Personalpolitik organisierte. Ihm waren die „NS-Ordensburgen“ und die Gestaltung der NürnbergerReichsparteitage unterstellt. 1939 wurde Ley mit der Ehrensenatorwürde derTH Karlsruhe ausgezeichnet.[19] Während desZweiten Weltkriegs hatte er die Aufsicht über das staatliche Wohnungsbauprogramm.

Unter Hinweis auf seine Verdienste bat er 1940 Hitler um eineDotation, die ihm in Höhe von 1 Million Reichsmark gewährt wurde.[20]

Organisator der Deutschen Arbeitsfront

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Tullio Cianetti, Robert Ley, 1936
Reklame für einen bunten Abend der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ im Gau Kurhessen

Nach derMachtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde er Leiter desAktionskomitees zum Schutz der Deutschen Arbeit, dessen Aufgabe die Auflösung und Übernahme der Gewerkschaften war. DasAktionskomitee wurde wenig später in dieDeutsche Arbeitsfront (DAF) überführt, deren Leiter Robert Ley bis 1945 war.

Nach der Kampagne gegen die Gewerkschaften vom 2. Mai 1933 und deren Zerschlagung wurde am 10. Mai 1933 in Berlin die DAF gegründet. In der ersten Entwicklungsetappe bis Ende 1933 enthielten die neu gebildeten Gesamtverbände der deutschen Arbeiter und der deutschen Angestellten sowie der Große und Kleine Arbeitskonvent noch Konzessionen an den tief verwurzelten Gewerkschaftsgedanken. Beginnend mit dem 27. November 1933, als das Zentralbüro der DAF mit den Reichsbetriebsgemeinschaften, den Gauwaltungen der DAF mit den Gaubetriebsgemeinschaften und Betriebsgemeinschaften gegründet wurde, setzte Ley dasFührerprinzip in vollem Umfange durch.

Somit gelang es Ley, in der DAF die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten und die Betriebe in wachsendem Maße durch Betriebsappelle und sogenannte Werkscharen zu militarisieren. Die DAF schloss sich als Verband der NSDAP an. Ihr Charakter wurde allerdings durch eine exzessive soziale Demagogie verschleiert. Das Bild des Arbeiters sollte nach dem Selbstverständnis der DAF einer „Organisation aller schaffenden Deutschen der Stirn und der Faust“ entsprechen, mit dem Anspruch, den Arbeiter „zum gleichberechtigten und geachteten Mitglied der Nation“ gemacht zu haben. Dieses Bild, welches an die Mentalität des Frontsoldaten in den Schützengräben desErsten Weltkriegs anknüpfte, sollte das Kampfverhalten in den Betrieben fördern, was genau demsozialdarwinistischen Leitbild vom Menschen in der NSDAP entsprach: der Mensch als Kämpfer gegen seine Feinde.

Die Mitgliederzahlen der DAF betrugen 5.320.000 im Juli 1933, 16.000.000 im Juni 1934 und 25.000.000 im Dezember 1942, womit sie die größte Massenorganisation imNS-Staat wurde. Sie führte dieGleichschaltung der Arbeits- und Freizeitwelt der Deutschen im Sinne des Nationalsozialismus durch (unter anderem durch die Organisation der Sozialversicherungen und die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“, die im Deutschen Reich der 1930er Jahre zum größten Reiseveranstalter wurde).

Nach Leys Ideen wurden bis 1935 Parteischulen („NS-Ordensburg“) für junge Erwachsene gebaut, u. a. dieOrdensburg Sonthofen im Allgäu und dieOrdensburg Vogelsang in der Eifel. Ab 1937 kamen in Zusammenarbeit mit dem „Reichsjugendführer“Baldur von Schirach außerdem die parteieigenenAdolf-Hitler-Schulen für Jungen ab 12 Jahren hinzu.

Ley bei einer Rede anlässlich der Grundsteinlegung zur Wohnbausiedlung Charlottenburg-Nord in Berlin am 1. August 1939. Dahinter von links nach rechtsAlbert Speer undJulius Lippert.

Aus dem in der Nähe seines Heimatorts gelegenenWaldbröl mit damals unter 10.000 Einwohnern wollte Ley die „größte Stadt zwischen Köln und Kassel“ machen. Nach dem Vorbild desVolkswagenwerkes beiFallersleben sollte ein„Volkstraktorenwerk“ mit Autobahnanbindung und U-Bahn gebaut werden. Zudem war geplant, die beidenNebenbahnenAggertalbahn undWiehltalbahn zu zweigleisigenHauptbahnen auszubauen.

Ley besaß über ganz Deutschland verstreut eine Anzahl von Villen in exklusiven Wohngegenden und mit reichlich Dienstpersonal. Das Personal in seinem Hauptwohnsitz in der Herthastraße 13–15 inBerlin-Grunewald umfasste einenHausdiener, eine Köchin, zwei Kindermädchen, ein Zimmermädchen, eine Wirtschafterin und einen Gärtner. Er besaß mehrere Autos und schenkte seiner zweiten Frau zwei Autos. Über die DAF hatte er Zugang zu mehreren Flugzeugen, mit denen er häufig zu seinem Landgut flog. Er und seine Frau liebten teure Kleidung und die Villen waren mit kostbaren Gemälden und Dekorationen geschmückt. Deroberste Parteirichter der NSDAPWalter Buch legte 1938 Hitler umfangreiches Belastungsmaterial für LeysKorruption vor.[21]

Ley erwarb privat 1936 das GutRottland bei Waldbröl und ließ es vom ArchitektenClemens Klotz pompös ausbauen. 1937 besaß er außerdem eine 1911 erbaute Villa inBad Saarow, Kronprinzendamm (heute Karl-Marx-Damm) 27, für denHermann Mattern den Garten entwarf. Leys Dienstvilla wurde 1938 die für ihn umgebauteVilla Leonhart inKönigswinter.

Niedergang und Tod

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Ab 1939 verlor Ley seinen ehedem beträchtlichen Einfluss zunehmend an denReichsminister für Bewaffnung und MunitionFritz Todt und später an dessen NachfolgerAlbert Speer. AuchFritz Sauckel als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz machte ihm wichtige Funktionen streitig. Durch rohe antisemitische Stimmungsmache versuchte er, seinen Autoritätsverlust auszugleichen. Seine auch in der Öffentlichkeit bekannt gewordene Alkoholsucht (er fuhr des Öfteren volltrunken Auto) brachte ihm hinter vorgehaltener Hand die Spitznamen „Reichstrunkenbold“ und „Immerblau“ ein.

Lediglich im Bereich des Wohnungswesens konnte Ley seine führende Stellung halten. Er war am 15. November 1940 von Adolf Hitler zum „Reichskommissar für densozialen Wohnungsbau“ ernannt worden,[22] eine von da an „Oberste Reichsbehörde“, und im Frühjahr 1942 mit nochmals erweiterten Kompetenzen zum „Reichswohnungskommissar“. Gegen den Widerstand von ReichsarbeitsministerFranz Seldte undMartin Bormann (Leiter derParteikanzlei der NSDAP) und mit strategischer Unterstützung Speers erhielt er den Auftrag zur Einrichtung desDeutschen Wohnungshilfswerks, mit dem ab Herbst 1943 die Luftkriegsopfer mit behelfsmäßigem Wohnraum versorgt werden sollten.[23]

Auszeichnung von Kriegsmusterbetrieben durch Robert Ley, März 1944

Am 29. April 1945 wurde er in Hitlerspolitischem Testament als Leiter der DAF bestätigt und als Reichsminister benannt. Einige Tage später, am 16. Mai, wurde er von Soldaten der101. US-Luftlandedivision in einer Hütte beiBerchtesgaden verhaftet. Er hatte sich dort unter dem NamenDr. Ernst Distelmeyer mit falschen Papieren versteckt, konnte jedoch bei einer Gegenüberstellung mit dem NSDAP-ReichsschatzmeisterFranz Xaver Schwarz zweifelsfrei identifiziert werden.[24] Er wurde erst inSalzburg gefangengehalten und dann inCamp Ashcan imluxemburgischenBad Mondorf zusammen mit anderen Mitgliedern der NSDAP-Hierarchie und Militärs der Wehrmacht interniert. Er wurde imNürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher angeklagt. Einer abzusehenden Verurteilung vor demInternationalen Militärgerichtshof entzog sich Ley imZellengefängnis Nürnberg durchSuizid: Er strangulierte sich mit seiner zerrissenen Unterwäsche, in seiner Zelle auf der Toilette sitzend, mit einem aus Gewebestreifen selbst hergestellten Strang an einem Abflussrohr.

Ehen und Nachkommen

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Ley war von 1921 bis zur Scheidung 1938 mit Elisabeth Schmidt verheiratet; aus der Ehe ging die gemeinsame TochterRenate Wald (1922–2004) hervor.[25]

Am 20. August 1938 heiratete er die SängerinInga Spilker, mit der er drei Kinder hatte:[26] die TöchterLore (* 1938; in Anlehnung an dieLoreley)[27] und Gloria (* 1941) sowie Sohn Wolf (* 1940; in Anlehnung an Hitlers Decknamen[28]).[6] Inga Leyerschoss sich am 29. Dezember 1942.[29]

Aus der außerehelichen Beziehung mit der Tänzerin Madeleine Farr (Wanderer) (1926–2007) entstammte Sohn Rolf-Robert (* 1944).

Überlieferung

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Leys Nachlass wird in der Koblenzer Dienststelle des Bundesarchivs aufbewahrt (N 1468). Er umfasst persönliche Unterlagen und Dokumente, sein Testament sowie von ihm in Nürnberg angefertigte Aufzeichnungen über sein Leben und über diverse Persönlichkeiten und Erscheinungen des NS-Staates, ferner ein Erinnerungsmanuskript seiner Tochter Renate Wald „Dr. Robert Ley – Leben mit meinem Vater“.[30]

Robert Leys Testament wurde Anfang 1946 gefunden.[31] Es war am 18. Juni 1945 verfasst worden.[32] Ley hatte zahlreiche Verfügungen hinsichtlich sowohl seiner legitimen als auch seiner illegitimen Kinder getroffen und wünschte, an der Seite seiner verstorbenen Ehefrau beigesetzt zu werden. Falls seine Geliebte Madeleine Wanderer unverheiratet sterben sollte, gestand er ihr ebenfalls das Recht zu, neben ihm bestattet zu werden.[33] Wörtlich hatte er in seinem letzten Willen geschrieben: „Ich wünsche nicht betrauert zu werden, denn ich danke dem Himmel für alles Schöne und Große, das ich erlebt habe. Vor allem bin ich den schönen Frauen verpflichtet, die mein Leben verschönt haben – Inge und Frau Madeleine Wanderer.“[34] Noch in seinem im Gefängnis verfassten „Politischen Testament“ schrieb er von einer vermeintlichen „Überflutung“ Deutschlands „durch das Judentum, insbesondere aus dem Osten“. Zudem forderte er, das „Judentum“ müsse „sich mit Deutschland […] aussöhnen“.[35]

In der Berliner Dienststelle des Bundesarchivs hat sich eine umfangreiche Akte mit Parteikorrespondenz der NSDAP zu Ley erhalten (R 9361-II/635494). Diese ist vom Archiv digitalisiert worden und kann von jedermann barrierefrei über die invenio-Datenbank des Archivs online durchgesehen und gelesen werden.

Sonstiges

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Nach Ley wurden dasLey-Haus (auchLey-Bude[36]), der SiedlungstypLey-Siedlung und das KreuzfahrtschiffRobert Ley benannt.

Literatur

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Weblinks

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Commons: Robert Ley – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Renate Wald:Mein Vater Robert Ley. Nümbrecht 2004,S. 12. 
  2. Verzeichnis der Studierenden Jena SS 1912,43.
  3. G. Kunze:Die Sängerschaft zu St. Pauli in Jena 1828–1928. Mit einem Verzeichnis der Mitglieder. Jena 1928, S. 350; Paul Meißner (Hrsg.):Verzeichnis der Mitglieder des Verbandes Alter Sängerschafter in Weimar e. V. Leipzig 1929, S. 10.
  4. Harald Lönnecker:Student und Soldat. Korporationsstudentisches Leben in deutschsprachigen Streitkräften im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In:GDS-Archiv für Hochschul- und Studentengeschichte Band 11, 2021 (ISBN 978-3-939413-67-7), S. 137‒179. (hier: S. 167).
  5. Renate Wald:Mein Vater Robert Ley. Nümbrecht 2004,S. 26 ff. 
  6. abRonald Smelser: „Robert Ley. Hitlers Mann an der „Arbeitsfront“. Eine Biographie.“
  7. Renate Wald:Mein Vater Robert Ley. Nümbrecht 2004,S. 30. 
  8. Leverkusen im Nationalsozialismus. 1933-1945, hrsg. von der Stadt Leverkusen, Zusammenstellung und Text Gabriele John, Leverkusen 1989, S. 5.
  9. Susanne Eckelmann: Robert Ley. Tabellarischer Lebenslauf imLeMO (DHM undHdG)
  10. Leverkusen im Nationalsozialismus. 1933-1945, hrsg. von der Stadt Leverkusen, Zusammenstellung und Text Gabriele John, Leverkusen 1989, S. 5.
  11. Leverkusen im Nationalsozialismus. 1933-1945, hrsg. von der Stadt Leverkusen, Zusammenstellung und Text Gabriele John, Leverkusen 1989, S. 5.
  12. Gossweiler, Kurt:Hitler und das Kapital 1925–1928. In: Pahl-Rugenstein (Hrsg.):Aufsätze über den Faschismus. Kleine Bibliothek,Nr. 443/II. Pahl-Rugenstein Verlag GmbH, Köln 1988,ISBN 3-7609-1124-2,S. 509. 
  13. Renate Wald:Mein Vater Robert Ley. Nümbrecht 2004,S. 53. 
  14. Bericht in der Vossischen Zeitung vom 23. April 1932 (Abendausgabe)
  15. Anselm Weyer: Wie Gauleiter Robert Ley den Polizeipräsidenten verprügelte. In:Kölnische Rundschau, 31. Dezember 2020.
  16. Peter Longerich:Hitlers Stellvertreter – Führung der Partei und Kontrolle des Staatsapparates durch den Stab Heß und die Partei-Kanzlei Bormann . München u. a., 1992,ISBN 3-598-11081-2, S. 8.
  17. Peter Longerich:Hitlers Stellvertreter..., S. 16.
  18. Jahrbuch der Akademie für Deutsches Recht, 1. Jahrgang 1933/34. Hrsg. von Hans Frank. (München, Berlin, Leipzig: Schweitzer Verlag), S. 255.
  19. Klaus-Peter Hoepke (Hrsg.):Geschichte der Fridericiana. Stationen in der Geschichte der Universität Karlsruhe (TH) von der Gründung 1825 bis zum Jahr 2000. Universitätsverlag Karlsruhe, Karlsruhe 2007,ISBN 978-3-86644-138-5, S. 126.
  20. Gerd_R._Ueberschär,Winfried_Vogel:Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten. Frankfurt 1999,ISBN 3-10-086002-0.
  21. Ronald Smelser:Robert Ley. Hitlers Mann an der „Arbeitsfront“. Paderborn 1989, S. 113 f.
  22. Ronald Smelser:Robert Ley. Hitlers Mann an der „Arbeitsfront“. Eine Biographie. Schöningh, Paderborn 1989,ISBN 3-506-77481-6, S. 274.
  23. Werner-Meier, Draeger (Erläuterung unter Mitwirkung von Mußfeld):Die Gemeinnützigkeit im Wohnungswesen. Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz vom 29. Februar 1940 nebst Durchführungsvorschriften und einschlägigen sonstigen Vorschriften. 2. Auflage. Carl Heymann, Berlin 1941, Teil VI, S. 290–295: Erlass zur Vorbereitung des deutschen Wohnungsbaues nach dem Kriege vom 15. November 1940, Ziffer I (Bestellung des dem Führer unmittelbar unterstellten Reichskommissars für den sozialen Wohnungsbau zur Durchführung der Aufgabe).
  24. Joe Heydecker u. Johannes Leeb:Der Nürnberger Prozess Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015, S. 60 f.
  25. Hans Horn:Ein wichtiger Zeitzeugenbericht. In:Kölner Stadt-Anzeiger. 3. Juli 2004, abgerufen am 2. Oktober 2016.
  26. Mahnmal Koblenz aufMahnmal Koblenz, abgerufen am 15. September 2019.
  27. „Besuch auf Burg Vogelsang: Schöne Lage, böser Geist“ In:Märkische Allgemeine vom 11. August 2017, abgerufen am 15. September 2019.
  28. „Der böse Wolf und der Käfer“ In: FAZ vom 27. August 2001, abgerufen am 15. September 2019.
  29. Geschichte der Familie Tenhumberg aufhttp://www.tenhumbergreinhard.de, abgerufen am 15. September 2019.
  30. Eintrag zu Robert Ley in der Datenbank Nachlässe.
  31. Das Testament Leys. In: Weltpresse. Unabhängige Nachrichten und Stimmen aus aller Welt / Weltpresse, 16. Jänner 1946, S. 2 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  32. Leys Testament. In: Oberösterreichische Nachrichten. Herausgegeben von der 12. Heeresgruppe für die Bevölkerung Oberösterreichs / Oberösterreichische Nachrichten. Herausgegeben von den amerikanischen Streitkräften für die Bevölkerung Oberösterreichs / Oberösterreichische Nachrichten. Unabhängiges Tagblatt österreichischer Demokraten, 17. Jänner 1946, S. 2 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/oon
  33. Das Testament Leys. In: Weltpresse. Unabhängige Nachrichten und Stimmen aus aller Welt / Weltpresse, 16. Jänner 1946, S. 2 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dwp
  34. Ley und die „schönen Frauen“. In: Salzburger Volkszeitung, 17. Jänner 1946, S. 1 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/svz
  35. Richard J. Evans:Hitlers Komplizen. Helfer und Vollstrecker: Das Dritte Reich in 24 Porträts. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2025, S. 406 f.
  36. Kiekeberg-Museum bekommt eine „Ley-Bude“. Abgerufen am 21. Februar 2025. 
Kabinett Goebbels – 30. April 1945 bis 1. Mai 1945

Joseph Goebbels (Leitender Minister, NSDAP) |Martin Bormann (NSDAP) |Arthur Seyß-Inquart (NSDAP) |Paul Giesler (NSDAP) |Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk (NSDAP) |Walther Funk (NSDAP) |Herbert Backe (NSDAP) |Otto Georg Thierack (NSDAP) |Theo Hupfauer (NSDAP) |Karl-Otto Saur (NSDAP) |Ferdinand Schörner (NSDAP) |Karl Dönitz (NSDAP) |Robert Ritter von Greim (NSDAP) |Karl Hanke (NSDAP) |Gustav Adolf Scheel (NSDAP) |Werner Naumann (NSDAP) |Robert Ley (NSDAP)

Personendaten
NAMELey, Robert
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Politiker (NSDAP), MdR, Leiter der Deutschen Arbeitsfront in der Zeit des Nationalsozialismus
GEBURTSDATUM15. Februar 1890
GEBURTSORTNümbrecht-Niederbreidenbach,Rheinprovinz
STERBEDATUM25. Oktober 1945
STERBEORTNürnberg
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