| Riedbergpass | |||
|---|---|---|---|
| Himmelsrichtung | Westen | Osten | |
| Passhöhe | 1342 m ü. NHN | ||
| Bundesland | Bayern | ||
| Wasserscheide | Bolgenach | Schönberger Ach | |
| Talorte | Hittisau | Fischen im Allgäu | |
| Ausbau | Straße | ||
| Erbaut | 1961 | ||
| Sperre | keine | ||
| Besonderheiten | Höchste befahrbare Passstraße Deutschlands | ||
| Profil | |||
| Länge | 17 km | 8,7 km | |
| Anstieg | 531 m | 621 m | |
| Ø-Steigung | 3,1 % | 7,1 % | |
| Max. Steigung | 16 % | 16 % | |
| Karte | |||
| Koordinaten | 47° 26′ 13″ N,10° 10′ 38″ O47.43694910.1770881342Koordinaten:47° 26′ 13″ N,10° 10′ 38″ O | ||

DerRiedbergpass ist der höchste befahrbareGebirgspass inDeutschland. Er liegt nahe dem namensgebendenRiedberger Horn (1787 m) in denAllgäuer Alpen an der KreisstraßeOA 9 zwischenObermaiselstein undBalderschwang imbayerischenLandkreis Oberallgäu. DiePasshöhe entspricht der Höhe derScharte des Schönbergjochs[1], die1342 m ü. NHN[2] beträgt. Die Höhe desScheitelpunkts der Passstraße, der 30 m südwestlich des Abzweigs nachGrasgehren liegt, beträgt1406 m ü. NHN[3].
Lediglich dieRoßfeldhöhenringstraße, die unter den Gebirgsstraßen amAhornbüchsenkopf östlich vonBerchtesgaden eine Sonderstellung aufweist, und einige Sackgassen, zum Beispiel amGrünten, führen in Deutschland auf noch höhere Stellen als am Riedbergpass. Dies sind allerdings keine tatsächlichen Passstraßen, sondern im Gegensatz zu einem Pass, der zwei Auffahrten hat, lediglich Rundstraßen bzw. Bergankünfte. Höher ist unter anderen noch derSchrofenpass, der aber nur zu Fuß bzw. per Mountainbike passierbar ist.
Der Riedbergpass liegt als eine der westlichsten Stellen derBayerischen Alpen in den Allgäuer Alpen im Südwesten des Landkreises Oberallgäu im deutschen Land Bayern. Südwestlich schließt sich derBregenzerwald an, der sich unter anderem imösterreichischen LandVorarlberg ausbreitet.
Der Gebirgspass befindet sich in derHörnergruppe zwischen dem Riedberger Horn im Nordwesten, demWannenkopf (1712,2 m) im Nordosten, demBesler (1679,4 m) im Südosten, dem Schafkopf (1627 m) im Süden, denGauchenwänden (1479 m) mit dem jenseits davon befindlichenPiesenkopf (1629,6 m) im Südwesten und demHochschelpen (1552 m) im Westen. Sie liegt zwischenObermaiselstein (nordwestlich vonOberstdorf) im Osten undBalderschwang (an der Grenze zu Vorarlberg) im Westen. Bis zur Eröffnung der Straße war die kleinste bayerische Gemeinde, Balderschwang, für den Kraftfahrzeugverkehr nur über Vorarlberg erreichbar.
Der Riedbergpass ist zwar der niedrigste Straßenpass zwischen Obermaiselstein und Balderschwang, aber etwa 650 m südsüdwestlich des Passes und 250 m westnordwestlich der Schönbergalpe (1330 m) liegt das Schönbergjoch (ca. 1345 m) als niedrigstesJoch zwischen dem Riedberger Horn und dem Besler; etwa 250 m südwestlich des Jochs befindet sich eine1360 m hohe Erhebung.
→ siehe auch AbschnittNaturräumliche Zuordnung des ArtikelsRiedberger Horn
Der Riedbergpass gehört in dernaturräumlichen HaupteinheitengruppeFlyschalpen (Nr. 94), in der HaupteinheitVorarlberger und Westallgäuer Flyschalpen (940) und in der UntereinheitNördliche Vorarlberger und Westallgäuer Flyschalpen (940.0) zum NaturraumRiedberghorngruppe (940.00).[4]
Über das nordwestlich des Riedbergpasses gelegene Riedberger Horn und den südlich des Passes befindlichen Schafkopf verläuft dieRhein-Donau-Wasserscheide, die Teil dereuropäischen Hauptwasserscheide ist:
Das Wasser der (westlichen)Bolgenach, die 3,8 km südsüdöstlich vom Riedberger Horn und 1,9 km südlich des Passes am Südfuß des Schafkopf entspringt, erreicht durch dieWeißach, dieBregenzer Ach, denBodensee und denRhein in überwiegend nordwestlicher Richtung dieNordsee.
Dementgegen läuft das Wasser derWeiler Ach, die 4,4 km ostnordöstlich aus ihren beiden Quellbächen, der linken (östlichen)Bolgenach und der rechten, wenige Meter westlich am Pass vorbeifließendenSchönberger Ach entsteht, durch dieIller und dieDonau in hauptsächlich ostsüdöstlicher Richtung in dasSchwarze Meer; die Quellbäche entspringen nördlich bzw. südlich des in Passnähe liegenden Bergkamms zwischen Riedberger Horn im Westen und Wannenkopf im Osten.

Der höchste Punkt der Passstraße liegt auf1406 m ü. NHN[3] Höhe. Dort befand sich ein Schild mit der falschen HöhenangabePaßhöhe 1420 m ü.NN. Nachdem die Straße umfassend erneuert wurde, wird die Höhe mittlerweile korrekt angezeigt. Eintrigonometrischer Punkt nahe dem Pass liegt auf1405,9 m[5] Höhe. Das Schönenbergjoch - die Wasserscheide - und damit diePasshöhe liegt hingegen niedriger und etwa 900 m südwestlich auf1342 m ü. NHN[2] Höhe.
Bereits im Jahr 1858 kamen Planungen für den Riedbergpass auf, diese scheiterten aber, da keine Einigung mit dem Alpbesitzern erbracht werden konnte. Eine weitere Realisierung des Passes über das Schönbergachtal scheiterten im Jahr 1908 an der Finanzierung. Da Balderschwang einefunktionale Exklave darstellte, setzten sich Anwohner in den folgenden Jahren für einen direkten Straßenanschluss Balderschwangs ins deutsche Staatsgebiet ein. Im Jahr 1956 begann der Bau des Passes, der im September 1961 fertiggestellt und eröffnet wurde. Zunächst als Mautstraße, wurde der Pass im Jahr 1972 mit der Übergabe vomAlpwegverband an denLandkreis Sonthofen mautfrei.[6]
Ist die Passstraße zu Beginn noch kurvenarm, so wird die Straßenführung abObermaiselstein recht kurvig und steil. Die Zufahrtsstraße zum Riedbergpass zweigt in Deutschland beiFischen von derBundesstraße 19 und in Österreich beiHittisau von derHittisauer Straße (Landesstraße 205) ab. Die im Unterhalt sehr aufwändige Straße ist auf deutscher Seite bisher als KreisstraßeOA 9 klassifiziert, wegen der Verkehrsbedeutung auch als kürzeste Verbindung der österreichischenExklaveKleinwalsertal zu ihrer Bezirks- und LandeshauptstadtBregenz fordert der hierfür zuständige Landkreis die Einstufung als bayerische Staatsstraße. Auf österreichischer Seite führt die alsBalderschwanger Straße bezeichnete L 5 bis zur Staatsgrenze bei Balderschwang.
Die Passstraße führt aus Richtung Osten von Fischen (761 m) entlang derSchönberger Ach über Obermaiselstein (849 m) westwärts hinauf zum Riedbergpass. Jenseits davon verläuft sie westnordwestwärts bergab durch das Tal der Bolgenach hinab nachBalderschwang (1044 m), wobei sie durch die Ortsteile Schwabenhof (1071,2 m), Wäldle, Balderschwang, Gschwend und Schlipfhalden (1043,6 m) führt. Im dortigenBalderschwanger Tal kreuzt die Straße rund 10,5 Straßenkilometer westlich des Passes an der Südwestflanke der sich nördlich von ihr erhebenden Nagelfluhkette derAllgäuer Nagelfluh-Schichtkämme die westlich von Schlipfhalden liegendedeutsch-österreichische Grenze (1052 m);[7] dort ist der kleine Doserbach überbrückt, der vom nahenSamstenberg (1513,4 m) kommt und nach Süden in die Bolgenach fließt. Von der letztlich in Hittisau (790 m)[8] endenden Passstraße zweigen abgesehen von der nachSibratsgfäll führendenSibratsgfäller Straße bis zum Erreichen des Hittisauer Ortsgebiets lediglich ein paar Sackgassen ab, beispielsweise westlich des Passes in Richtung Norden zurGrasgehrenalpe (ca. 1450 m).
Die Passstraße weist auf beiden Rampen bis zu 16 % Steigung bzw. Gefälle auf,[9] wobei von Fischen bis Balderschwang rund 16 km Wegstrecke zurückzulegen sind; bis Hittisau sind dies sogar 28 km. Von Fischen zum Gebirgspass sind 646 m Höhenunterschied zu bewältigen, vom Pass nach Balderschwang 363 m und vom Pass (durch Balderschwang) bis nach Hittisau 617 m.
Zwischen Obermaiselstein und Balderschwang besteht in beide Richtungen ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 19 Tonnen. Die maximale Durchfahrtshöhe des 60 m langen Tunnels unter dem Burgschrofen in Obermaiselstein beträgt 3,8 m.[10] Ein Fuß- und Radweg umgeht diesen Tunnel.