| Renault | |
|---|---|
Renault 8 (1962–1973) | |
| R8 | |
| Produktionszeitraum | 1962–1973 |
| Klasse | Untere Mittelklasse |
| Karosserieversionen | Limousine |
| Motoren | Ottomotoren: 0,96–1,25 Liter (29,5–65 kW) |
| Länge | 3990 mm |
| Breite | 1490 mm |
| Höhe | 1410 mm |
| Radstand | 2270 mm |
| Leergewicht | 750–850 kg |
| Vorgängermodell | Renault Dauphine |
| Nachfolgemodell | Renault 12 |

DerRenault 8 (kurzR8) ist eine viertürige Limousine des französischen AutomobilherstellersRenault, die von Mitte 1962 bis Sommer 1973 hergestellt wurde. Der Motor mitvier Zylindern inReihe undhängenden Ventilen war längs imHeck eingebaut und wassergekühlt. Das Fahrzeug hatteEinzelradaufhängung, vorn eineDoppelquerlenkerachse und hinten einePendelachse. Es gab hydraulisch betätigteScheibenbremsen rundum und eine Zahnstangenlenkung.
Der R8 hatte eine selbsttragende, kompakte viertürige Stufenhecklimousinen-Karosserie. Technisch wie auch äußerlich war er dem kurz zuvor herausgebrachtenSimca 1000 ähnlich. Die Karosserien beider Fahrzeuge wurden vonChausson hergestellt, auch die Motoren mit der fünffach gelagerten Kurbelwelle waren sich sehr ähnlich. Simca und Renault waren voneinander unabhängige, konkurrierende Unternehmen, weshalb die offensichtlich tiefgreifende Kooperation ein eher ungewöhnlicher Vorgang war, zumal beide Fahrzeuge für denselben Markt vorgesehen waren. Simca war als französische Verkaufsorganisation von Fiat entstanden, um Handelsschranken zu umgehen (Societé Anonyme Francaise Automobiles Fiat – SAFAF). Simca stellte anfänglich in Lizenz den kleinen Topolino (Simca 6) her, begann aber bald die Karosserien zu modifizieren. Noch derSimca 9 (Aronde) war eine Parallelkonstruktion zumFiat 1400. Nach Wegfall der Einfuhrbeschränkungen endete auch die Zusammenarbeit, aber die Produkte in der Entwicklungspipeline basierten noch auf gemeinsamen Wurzeln.[1] Ungewöhnlich war auch die parallele Verfolgung sowohl des Front- als auch Heckmotorkonzepts, was Renault mit den etwa zeitgleich eingeführten TypenR4 und R8 unterstrich. Die Karosserieform beider Fahrzeuge erinnerte an das 1960 vorgestellte KonzeptfahrzeugAlfa Romeo Tipo 103, das jedoch technisch anders ausgelegt war. Die Produktion des R8 begann im Juni 1962.
Der Motor des VorläufertypsDauphine ging konstruktiv auf den Motor des4CV zurück und konnte nicht weiter aufgebohrt werden. Stattdessen verwendete man einen neu entwickelten, bereits vomFloride bekannten Motor, der im R8 eine Leistung von 29,5 KW (40 PS) entwickelte. Wie auch derR4 hatte der R8 als Besonderheit ein verschlossenes Kühlsystem. Anstatt mit einem wartungsfreien Fahrwerk wie der R4 war der R8 jedoch wieder mitSchmiernippeln versehen. DieKupplung stellte eine neuartige Besonderheit dar, sie hatte eine Federscheibe anstatt der sonst üblichen Druckplatte mit Schraubenfedern und Druckfinger. Lenkung und Getriebe wurden im Wesentlichen von der Dauphine übernommen. Die Achsen wiederum stammten von der Floride S. Neu waren Scheibenbremsen an allen Rädern.[2]
Bereits 1963 erhielt der R8 ein neues Viergang-Getriebe, bei dem die Gänge zwei bis vier synchronisiert waren, ab 1964 auch der erste Gang. Ebenfalls ab 1963 war auf Wunsch ein Automatikgetriebe mit elektromagnetischerJaeger-Kupplung und automatisiertem Schaltvorgang verfügbar. Die Automatik arbeitete dabei rein mechanisch und wurde über Drucktasten im Armaturenbrett gesteuert.[3] Sie wurde fortan auch in derDauphine-Automatik und später beim ParallelmodellR10 verwendet. Beim Motor handelte es sich um denSierra mit einer fünffach gelagerten Kurbelwelle. Der Wagen erreichte 130 km/h und hatte einen 38 l fassenden Tank.
1964 brachte Renault den Renault 8Gordini mit 1108 cm³ Hubraum und 63 kW (86 PS) heraus. Der R8Gordini war üblicherweise blau lackiert mit zwei abgesetzten weißen Streifen, die auf der Fahrerseite über Motorhaube, Fahrzeugdach und -heck verliefen.1967 kam ein überarbeitetes Modell heraus, nun mit zusätzlichen Fernscheinwerfern, einem zweiten Tank (26 l), 5-Gang-Getriebe und einem 1254-cm³-Motor mit 65 kW (88 PS).Im Sommer 1965 folgte derRenault 10 als Variante des R8 mit verlängertem Bug und Heck, der R8Major wurde durch den R10Major ersetzt.
Von 1969 bis 1971 gab es den Renault 8S mit einem Doppelregistervergaser und zwei zusätzlichen Fernscheinwerfern. Die jeweiligen Luxusversionen trugen die Bezeichnung R8Major.
Der R8 wurde bis zum Sommer 1973 gebaut und hatte keinen direkten Nachfolger.
Die Einbaulage des Motors im Heck hatte im Zusammenhang mit dem Heckantrieb verschiedene Konsequenzen:

| Typ | Bauzeitraum | Codenummer | Hubraum | Vmax |
|---|---|---|---|---|
| R8 | 1962–1967 | R 1130 | 956 cm³ | 130 km/h |
| R8 Automatic | 1963–1967 | |||
| R8 Major | 1964–1965 | R 1132 | 1108 cm³ | 132 km/h |
| R8 Gordini | 1964–1967 | R 1134 | 170 km/h | |
| R8 Gordini | 1967–1970 | R 1135 | 1254 cm³ | 175 km/h |
| R8 6CV | 1968–1973 | R 1136 | 1108 cm³ | 132 km/h |
| R8 S | 1969–1971 | 145 km/h |

Von 1968 bis 1970 wurde der R8 alsDacia 1100 in Rumänien in Lizenz hergestellt. Anfangs bestanden die Fahrzeuge komplett aus Originalteilen, ab 1969 wurden jedoch zunehmend Zulieferteile rumänischer Fertigung verwendet. Insgesamt wurden 26.582 Dacia 1100 hergestellt. Der Dacia 1100 wurde durch denDacia 1300 abgelöst, einen Lizenznachbau desRenault 12.[4]
Von 1967 bis 1971 wurde der R8 zusammen mit dem R10 alsBulgarrenault in Bulgarien hergestellt. Die Fahrzeuge bestanden überwiegend aus französischen Originalteilen, vereinzelt wurden jedoch auch Teile aus bulgarischer Fertigung eingebaut. Im selben Werk wurde auch dieAlpine A110 aus Originalteilen zusammengebaut. Die Kunststoffkarosserien der so genannten Bulgaralpine-Sportwagen wurden in Bulgarien gefertigt. Insgesamt wurden etwa 3500 Fahrzeuge der Typen Bulgarrenault R8, Bulgarrenault R10 und Bulgaralpine hergestellt.[5]