| Renault 5/Super 5 | |
|---|---|
| Produktionszeitraum | 1972–1996 |
| Klasse | Kleinwagen |
| Karosserieversionen | Kombilimousine |
| Vorgängermodell | Renault 4 |
| Nachfolgemodell | Renault Clio I |
DerRenault 5 – kurzR5 – war ein zwischen Anfang 1972 und Ende 1996 produzierterKleinwagen des französischen FahrzeugherstellersRenault.[1]
In zwei Fahrzeuggenerationen wurden über neun Millionen R5 verkauft, womit der Wagen den etwa sieben Jahre länger hergestelltenRenault 4 übertraf;[2][3] über 5,5 Millionen R5 trug die erste Generation dazu bei.[4][5]
Der Renault 5 hatte 1972 bereits eine Kunststoff-Frontschürze ohne separateStoßstange, wie sie sich imAutomobilbau erst Jahre später durchsetzte.
| Erste Generation | |
|---|---|
Renault 5 Dreitürer (1972–1984) | |
| Produktionszeitraum | 1972–1985 |
| Karosserieversionen | Kombilimousine |
| Motoren | Ottomotoren: 0,8–1,4 Liter (25–79 kW) |
| Länge | 3520 mm |
| Breite | 1550 mm |
| Höhe | 1410 mm |
| Radstand | 2-türig: links 2,43–2,44 m, rechts 2,40–2,41 m 4-türig: links 2,43m, rechts 2,40m mm |
| Leergewicht | ab 735[6] kg |

Die Entwicklung des R5 – damalsProjekt 122 – begann 1967 mit einer Befragung potentieller Kunden unter der Leitung Bernard Hanons. Er war Marketingmanager und hatte unter anderem an derUniversität New York Marketing gelehrt. Später wurde er Generaldirektor von Renault.[7][8] Der bei Renault angestellte junge Designer Michel Boué gestaltete die Karosserie des R5.[9]Dazu zählten auch eineFrontschürze und eineHeckschürze aus unempfindlichem Kunststoff, mit der der R 5 als eines der ersten Automobile ausgestattet war. Das Auto war als Ergänzung zu Renault 4 undRenault 6 gedacht und erheblich besser ausgestattet. Moderner und rationell zu produzieren sollte es neue Kunden wie etwa Zweitwagenkäufer ansprechen, ohne den Absatz der beiden älteren Modelle zu beeinträchtigen; dazu trug bei, dass es ihn nicht mit vier Türen gab.[10][11] Im März 1972 wurde er eingeführt. Mit niedrigen Unterhaltskosten, kompakten Abmessungen und einer als modern und frisch empfundenen Form entwickelte sich der R5 zu einem Verkaufserfolg.
Der Wagen hatte eineselbsttragende Karosserie, nicht mehr einenPlattformrahmen wie R4 und R6. Der Kofferraum fasste 215 Liter und ließ sich durch Umlegen der Rückbank auf 900 Liter vergrößern, dasReserverad war im Motorraum befestigt.[8][4] Die Einzelradaufhängung mitDoppelquerlenkern vorn undLängsschwingarmen hinten, alle mitTorsionsstabfedern (vorn längs, hinten quer angeordnet), war der des R4 ähnlich, aber einfacher und aus weniger Teilen aufgebaut.[1] Dieses Federungsprinzip war trotz langer Federwege besonders platzsparend und trug zur geräumigen Karosserie bei. Es gab wegen der Anordnung der Federn (wie auch beim R4) einen Achsversatz der Hinterräder: der Radstand rechts war 30 mm geringer.[12] Vorn und hinten wurdenQuerstabilisatoren eingebaut. Über den hieraus resultierenden Radstand gibt es unterschiedliche Angaben.[13][14][15][16][17] Die Lenkung war als Zahnstangenlenkung ausgebildet.
Den R5 gab es anfangs ausschließlich mit drei Türen undSchrägheck. Die fünftürige R5-Variante folgte im Sommer 1979. EineStufenheckvariante mit 10 cm längerem Radstand[18] und vier Türen wurde von Ende 1974 bis Anfang 1983 für den spanischen Markt beiFASA-Renault inValladolid (Spanien) gebaut und alsRenault 7 („Siete“) (ab 1979: Renault 7) verkauft. Man wollte das in anderen Märkten aufgebaute Image des R5 nicht durch ein in dieser Fahrzeugklasse eher als konservativ angesehenes Stufenheckmodell kompromittieren.
Der Motor war längs hinter der Vorderachse eingebaut, das Getriebe davor. Im R5 wurde zunächst der 0,8-l-Motor desR4 verbaut. Dieser leistete maximal 25 kW (34 PS) und wurde nur in Frankreich verbaut. In Deutschland wurde als Basismotorisierung ein Motor mit 845 cm³ Hubraum und einer Leistung von 26 kW (36 PS) angeboten.[1] Das ModellTL hatte einen 1,0-l-Motor, basierte auf dem des ehemaligenR8 und leistete im R5 maximal 32 kW (44 PS). Hier umfasste die Ausstattung auch einen Elektrolüfter und eineDrehstromlichtmaschine (480 W). In Deutschland kostete diese Version bei der Einführung weniger als 6.900 DM.[3]
Das neu konstruierteGetriebe hatte ein Gehäuse ausGrauguss und wurde später auch im R4 verbaut. Frühe R5 hatten wie der R4 eineRevolverschaltung; ab 1975 gab es eine (anfangs etwas hakelige) Mittelschaltung.[4] Die vergleichsweise geringe Höchstgeschwindigkeit der schwächeren Motoren lag beispielsweise über der desVW 1300,[19][3] und auch der vom Audi 50 abgeleiteteVW Polo I und derFiesta mit 1,0 Liter Hubraum (LC) waren nicht schneller. 1974 wurde derLS mit 1289-cm³-Ottomotor und 47 kW (64 PS) aus dem Renault 12 eingeführt.[2] Diesen gab ab 1976 im Modell GTL in einer stark auf 31 kW gedrosselten Ausführung, deren beachtliches Drehmoment schon ab 1600/min über 71 Nm anstieg (maximal 83 Nm bei 2500/min), was zusammen mit einer angepassten Übersetzung ein Fahren mit niedrigen Drehzahlen bei geringem Kraftstoffverbrauch ermöglichte (DIN-Normverbrauch 5,9 l/100 km).[20]
Ab 1975 baute Renault den R5 auch alsKompaktsportwagen mit 68 kW (93 PS) unter dem Namen „Alpine“, der eine Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h ermöglicht. Sechs Jahre später wurde die Leistung dieses Motors durch einenTurbolader gesteigert (R5 Alpine Turbo (122B)). Der Motor hat eineKlopfregelung, jedoch keinen Ladeluftkühler, und der Vergaser ist vor dem Turbolader angeordnet; darin unterscheidet sich der R5 Alpine Turbo unter anderem vomRenault 18 Turbo. Die Leistung des Renault 5 Alpine Turbo stieg durch die Aufladung auf 79 kW (107 PS) bei 6000/min und ermöglicht eine Endgeschwindigkeit von 185 km/h laut Hersteller. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wurde in 9,1 Sekunden absolviert, bei 4000/min wird das maximale Drehmoment von 149 Nm abgegeben, 95 % davon bereits bei 2500/min.[21] DerR5 Turbo kam 1980 auf den Markt. Sein Motor leistet 118 kW (160 PS). Die letzte Version im Jahr 1985 unter der BezeichnungRenault Maxi 5 Turbo leistet 300 kW (408 PS). Er war in der FIA-Gruppe B für Rallye-Einsätze homologiert und auch für Rennstrecken ausgelegt.[1]
| Modell | Hubraum cm³ | Leistung kW (PS) bei 1/min | Drehmoment Nm bei 1/min | Höchstge- schwindigkeit km/h | Bauzeitraum | Preis 1983 DM |
|---|---|---|---|---|---|---|
| L (Frankreich)[1] | 782 | 25 (34) | 10.1972–08.1984 | |||
| L (Deutschland)[1] | 845 | 26 (36) | 01.1972–08.1984 | 10.700 | ||
| TL[6] | 956 | 32 (44) bei 5500 | 69 bei 3500 | 135 | 01.1972–09.1979 | |
| TL | 1108 | 33 (45) | 10.1979–12.1984 | 11.500 | ||
| GTL | 33 (45) bei 4400 | 82 bei 2000[8] | 137[8] | 12.550 | ||
| GTL | 1289 | 31 (42) | 83 bei 2500 | 09.1976–09.1979 | ||
| Automatic | 40 (55) | 06.1979–12.1984 | 14.500 | |||
| LS (1974)[2]/TS[19] | 47 (64) | 94 bei 3500[22] | 150[23] | 09.1975–08.1984 | 13.920 | |
| TX | 1397 | 46 (63) | 10.1979–12.1984 | 16.150 | ||
| Alpine | 68 (93) | 173 | 09.1977–09.1981 | |||
| Alpine Turbo | 79 (108) | 149 bei 4000 | 186[24] | 09.1980–12.1984 | 18.590 |
Der Mittelmotor-SportwagenRenault 5 Turbo ist ein eigenständiges Modell. Er wurde bei Alpine gebaut, basiert auf der deutlich verbreiterten Karosserie des R5, hat 118 kW (160 PS), Bauzeit in zwei Serien 06.1980–12.1985.
Ab der Version GTL gab es eine elektrische Heckscheiben-Wisch-Wasch-Anlage und hintere Ausstellfenster, ab der TS-Ausführung eine elektrische Scheibenwaschanlage, Drehzahlmesser und Sportsitze mit integrierten Kopfstützen; außen hatten beide seitliche Stoßleisten.[19] Der Renault 5 Alpine hatte außerdem ein serienmäßiges Fünfgang-Schaltgetriebe, eine Ladedruckanzeige, härtere vordere Federn und einen verstärkten Stabilisator an der Vorderachse.[21]
DieTX-Version bot 1981Servolenkung, elektrische Fensterheber, ein Lederlenkrad, Leichtmetallräder, Colorverglasung,[2] 1982Bremskraftverstärker und eineelektronische Zündanlage. DerGTL wurde 1981 anlässlich derÖlpreiskrise mit einem Fünfganggetriebe ausgestattet, um denKraftstoffverbrauch zu verringern.[19]
InGroßbritannien wurden die Sportmodelle R5 Alpine und R5 Alpine Turbo als R5Gordini und R5 Gordini Turbo vermarktet. In dieUSA wurde der Wagen mitSealed-Beam-Scheinwerfern, einem anderen Grill, stärkeren Stoßfängern undAbgaskatalysator alsRenault Le Car exportiert.[4] Renault Classic nennt etwa verkaufte 10.600 Le Car-Modelle für 1977 und Verkauf bis 1982.[25][26] In Europa wurde zusätzlich derLe Car Van mit kleinen ovalen hinteren Seitenfenstern angeboten, der an einen amerikanischen Van erinnern sollte.[4] Als in Deutschland abgasarme Fahrzeuge steuerbegünstigt wurden, konnte Renault als einer der ersten Hersteller den R5 mit dem Motor des Le Car als Kleinwagen mit Katalysator anbieten. In Deutschland wäre die Katalysatorversion des R5 der einzige Kleinwagen gewesen, der unter diese Regelung gefallen wäre, aber sie galt nur für Fahrzeuge mit mehr als 1,4 l Hubraum. Das wurde später durch ein Gerichtsurteil korrigiert, nachdem Halter von R5 mit Katalysatoren geklagt hatten.

Ab 1977 wurde der Renault 5 in Lizenz imIran von derSociété Anonyme Iranienne de Production Automobile (SAIPA) unter dem NamenSaipa 5 oderSaipa Sepand gefertigt. 1995 wechselte die Produktion von SAIPA zum AutomobilherstellerPars Khodro. Dort wurde die 5-türige Version des R5 der ersten Serie (1972–1984) noch bis ins Jahr 2000 unter dem NamenPars Khodro Sepand hergestellt.
Die Karosserie des R5 überlebte bei Pars Khodro bis ins 21. Jahrhundert in Form des ModellsRenault PK. Dieser Wagen, der aus einer angepassten Renault-5-Karosserie mit Fahrwerk und Motor des Kia Pride besteht, wurde von 2000 bis 2007 produziert.
| Zweite Generation | |
|---|---|
Renault 5 TL Fünftürer (1984–1987) | |
| Produktionszeitraum | 1984–1996 |
| Karosserieversionen | Kombilimousine |
| Motoren | Ottomotoren: 1,0–1,7 Liter (30–88 kW) Dieselmotor: 1,6 Liter (40 kW) |
| Länge | 3590–3650 mm |
| Breite | 1580[27] mm |
| Höhe | 1400 mm |
| Radstand | 2405–2465 mm |
| Leergewicht | 785–935 kg |
Der Nachfolger des ersten Renault 5 wurde im September 1984 vorgestellt und ab Januar 1985 zuerst nur als Dreitürer verkauft. Die vonMarcello Gandini gestaltete Karosserie des „Supercinq“ war der Form des Ursprungsmodells angeglichen, aber 8,5 cm,[27] länger und hatte 20 Liter[28] mehr Kofferraum. DiePlattform mit vornquer eingebautem Motor stammte im Wesentlichen vomRenault 9. Das Reserverad war statt im Motorraum unter dem Kofferraum untergebracht.[29][30] Der Motor war weiterhin der Cléon-Fonte, dessen erste Version 1962 imRenault 8 erschienen war; seine seitliche Nockenwelle wird mit Steuerkette angetrieben.[30] Ab 1985 gab es auch das neue Modell mit fünf Türen, aber mit 6 cm mehr Radstand und damit entsprechend länger als der Dreitürer. Ab 1986 gab es eineLambdaregelung und Dreiwegekatalysator,[1] außerdem wurden ein 1,7-l-Motor[30] und ein 1,6-l-Dieselmotor mit 40 kW (54 PS) eingeführt. Diese beiden Motoren hatten obenliegende, über Zahnriemen angetriebene Nockenwellen.[31]
Renault bewarb die Fahrzeuge mit zeittypischen Vektorgrafikbildern als die ersten des Konzerns, die mit „modernsten CAD/CAM-Methoden“ hergestellt worden seien, und stellte das von ergonomischen Erkenntnissen geleitete Konzept der Fahrzeugbedienung heraus.
Die selbsttragende Karosserie war nun besser rostgeschützt.[30][32] Renault gewährte 1987 fünf Jahre Garantie,[29] 1989 sechs Jahre Garantie gegen Durchrosten.[28] Die Vorderachse bestand aus einemFahrschemel mitMacPherson-Federbeinen und Querlenkern. Die Hinterräder waren an parallelenSchwingen mit Drehstabfedern und liegend eingebauten Teleskopstoßdämpfern aufgehängt. In Reparaturlisten wird der R5 der zweiten Baureihe auch als „Super 5“ gekennzeichnet.
Auf Basis des R5 wurde auch ein Hochdachkombi gefertigt, der den Renault 4 F6 (Fourgonnette) ersetzte und alsRenault Rapid (Deutschland),Renault Express (zum Beispiel in Frankreich, Österreich, Spanien, Schweiz, Italien) undRenault Extra (Großbritannien, Irland) vertrieben wurde.
Im Juni 1987 wurde der Kühlergrill verändert und der Rhombus auf die linke Seite verschoben. Ab 1989 hatten alle Supercinq einen geregelten Katalysator.[30][2]
Produziert wurde die zweite Baureihe des Renault 5, auch bekannt alsSupercinq, deutschSuper 5, bis Dezember 1990 in Frankreich in Flins-sur-Seine,Billancourt undDieppe, außerdem inVilvoorde (Belgien) und inSetúbal (Portugal), bis Juli 1994 beiFASA-Renault inValladolid (Spanien, dort auchSupercinco genannt) und bis Dezember 1996 vonRevoz inNovo mesto (Jugoslawien, ab 1991 Slowenien).
Bis Mitte 1994 blieb der R5 im Angebot, zuletzt mit Dieselmotor oder als SondermodellCampus.
Folgende Motoren waren für die verschiedenen Modelle erhältlich:
| Modell | Hubraum cm³ | Leistung kW (PS) bei 1/min | Drehmoment Nm bei 1/min | Höchstge- schwindigkeit km/h | Bauzeitraum | Preis August 1989[28] DM |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Basis | 956 | 30 (41) | 10.1984–10.1988 | |||
| C/L/Campus[33] | 1108 | 33 (46) bei 4750 | 79 bei 3000 | 143 | Campus 14.990/15.650 (5-Türer) | |
| TC/TL | 1397 | 43 (58) | 100 bei 3000[28] | 158[28] | 10.1985–12.1996 | |
| SR/TR/GTR | 44 (60) | 10.1984–06.1988 | ||||
| TS/GTS/TSE | 49 (67) | 06.1987–07.1989 | ||||
| TL/GTL/GTR | 52 (71) | 10.1984–07.1989 | ||||
| GTX | 1721 | 54 (73) | 170[28] | 10.1986–07.1994 | GTX Prima 18.600 | |
| GTX/Exclusiv | 64 (88) | 06.1987–06.1994 | ||||
| GTE | 69 (94) | 140 bei 3000[34] | 182[34] | 10.1986–08.1991 | 22.950 | |
| GT Turbo | 1397 | 85 (115) | 164 bei 3000 | 201 | 04.1985–08.1990 | |
| SD/TD/GTD (Diesel) | 1596 | 40 (55) bei 4800[29] | 100 bei 2250[29] | 151[28] | 08.1985–12.1996 | Campus 16.290 |
Ab April 1985 wurden auch vom Super 5 wieder sportliche Versionen hergestellt, zunächst kam derGT Turbo auf den Markt. Dieser hatte einen 1,4 Liter großen Turbomotor mit anfänglich (Phase 1) 85 kW (115 PS) und einem Drehmoment von 164 Nm bei 3000/min. Ab 1987 (Phase II) stiegen die Leistung auf 88 kW (120 PS) und das Drehmoment auf 165 Nm bei 3750/min. Der R5GT Turbo war lange Zeit der schnellste jemals gebaute Serienkleinwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit laut Typenschein von 201 km/h, bei der im 5. Gang der rote Drehzahlbereich erreicht wurde. Das Zusammenspiel des 55-kW-Basismotors aus dem R5 GTL mit einem Garrett T3-Turbolader und einem Gewicht von nur 822 kg ermöglichte einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden. Große Probleme bereitete demGT Turbo die Wärmeabfuhr wegen des heißen Turboladers und des relativ schmalen Kühlers mit innenliegendem Ölkühler. Während derGT Turbo in seiner ersten Baureihe noch mit Verbreiterungen im Anthrazit-Plastik und Leichtmetallrädern ohne Mittelloch ausgestattet war, wurden nach Erscheinen desGTE die Verbreiterungen und der geänderte Kühlergrill in Wagenfarbe lackiert, die Form der Räder verändert und eine kleine Abrisskante am Heck angebracht.
Die Fahrzeuge wurden ab Werk mit Reifen der Marke Michelin, Typ MXV, in derDimension 195/55-13 bestückt. Die Einführung desKatalysators bewog Renault dazu, denGT Turbo in einigen Ländern ab 1987 nicht mehr anzubieten und stattdessen den gleich aussehendenGTE zu produzieren.
Der im Herbst 1986 eingeführte R5GTE hatte einen 1,7-Liter-Saugmotor (F-Motor) mit einer Leistung von 69 kW (94 PS) (mit geregeltem Dreiwegeabgaskatalysator) oder 71 kW (97 PS) (ohne Abgaskatalysator). DerGTE hatte wegen der geringeren Motorleistung und größerenFahrzeugmasse zwar schlechtere Fahrleistungen als derGT Turbo, allerdings erwies sich der 1,7-Liter-Saugmotor als standfester.
Der R5GT Turbo war in erster Linie für den Motorsport vorgesehen. Wegen der stetigen Überhitzungsgefahr war er für die Praxis ungeeignet. Gut erhaltene Modelle sind heute äußerst rar und gelten bei Kennern als Liebhaberfahrzeuge, während derGTE nie die Popularität desGT Turbo erreichen konnte.
Während derGT Turbo vornehmlich in Weiß, Rot, Blaumetallic und Schwarz ausgeliefert wurde (Weiß und Schwarz mit jeweils rotem Teppich), war beimGTE die dunkelblaue Version (Le Mans Blaumetallic) sehr populär.
Die Produktion desGT Turbo lief im August 1990 aus, die desGTE endete mit Erscheinen desClio 16V im August 1991.
Speziell zum Ende der Bauzeit hin wurde der R5 in einer Vielzahl von Sondermodellen mit bunten Stoffsitzen und zusätzlicher Ausstattung angeboten. Beispiele sind die SondermodelleFlash, Primus, Prima, Tiga und derCampus.
Der ab Anfang 1988 angebotene R5Campus ist eine Grundausstattungsvariante ohne jegliche Extras mit dem 43-kW-Motor des R5 C. Dieses Modell wurde nach der Vorstellung des R5-NachfolgersClio noch bis Mitte 1992 angeboten.

Die einfach ausgestatteten Modelle trugen einen Armaturenträger aus grauem Hartplastik mit dem Kombiinstrument der Ur-R5, der aus einem Stück gefertigt wurde. Bessere Modelle (ab GTL) hatten das übliche Kombiinstrument mit Ölstandsanzeige, wie es auch unter anderem im Espace eingesetzt wurde. Die Armaturenbretter waren ganz anders geformt und zudem gepolstert. Sie hatten integrierte Schalterleisten und wurden zum großen Teil passend zur Farbe der Polster gefärbt.
Das Sondermodell R5Exclusiv (in Frankreich, Benelux, Spanien und ÖsterreichBaccara, in GroßbritannienMonaco und in ItalienLimited) hatte eine bessere Geräuschdämmung, hochflorige Veloursteppiche, eine spezielle Heckablage mit großem Staufach aus Leder, Aluminiumräder mit 165/65R13-Reifen, hydraulische Servolenkung, Lederlenkrad und Schaltknauf aus dem GTE-Modell, eine beige Lederausstattung, elektrische Fensterheber und eine infrarotgesteuerte Zentralverriegelung („Plip“). Sein 1721-cm³-Vergasermotor mit ungeregeltem Katalysator leistete maximal 64 kW (87 PS) und ermöglichte 180 km/h Spitzengeschwindigkeit. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wurde mit 9,8 Sekunden angegeben. Dieses Modell hatte die innenbelüfteten Scheibenbremsen des Turbos. Der Verbrauch lag laut Werk zwischen 5,3 und 10,7 Liter Super-Bleifrei auf 100 km. In einigen Ländern wurde derBaccara bzw.Monaco auch in einer Version mit Dreigang-Automatik und einem 1397-cm³-Motor vom Typ C2J angeboten mit 49 kW (67 PS) und Vergaser. Ab 1989 führte Renault in vielen Ländern serienmäßig geregelteKatalysatoren ein, dazu wurde das SondermodellBaccara mit der 1721-cm³-Motorisierung mit Monopoint-Einspritzung und einer Leistung von 54 kW/73 PS (Motortyp F3N, geregelter Katalysator, schadstoffarm nach US-Norm) ausgerüstet. In dieser Variante war die Servolenkung nicht mehr serienmäßig und die Scheibenbremsen an der Vorderachse waren nicht innenbelüftet.

Generell litten die Motoren dieses Sondermodells an verzogenem Vergaser, da er über dem heißen Krümmer rückwärtig zwischen Motor und Spritzwand saß und so starken thermischen Belastungen ausgesetzt war. Renault versuchte das Problem mit aufwendigen Vergaserfußdichtungen zu lösen, aber einzig das Planen des Vergaserflansches brachte eine dauerhafte Lösung. DerRenault 5 Exclusiv wurde rund 4000-mal gebaut und ausschließlich in den Farben Metallic-Schwarz, Champagner und Metallic-Braun angeboten. Der empfohlene Verkaufspreis 1987 in Deutschland betrug 21.900 DM.
Zwischen Ende 1986 und Anfang 1991 wurde von dem belgischen Unternehmen EBS auch eineCabriolet-Version in einer Stückzahl von insgesamt 1400 Fahrzeugen produziert, davon 14 Stück als GT Turbo.

Mit dem Renault 5 wurde ab 1974 auch ein nationaler und internationalerCup ausgetragen. In Deutschland war die Rennpremiere im April 1974 in Hockenheim.[35] Die teilnehmenden, teils leistungsgesteigerten Fahrzeuge waren unter anderem der R5 TL (56 PS),[35] LS (64 PS), TS (85 PS), Alpine (R1223) mit 68 kW (93 PS) und ab 1981 derRenault 5 Turbo mit 118 kW (160 PS). Der R5 TL wurde 1974 rennfertig für 9.950 DM angeboten.[35]