DerPitcher ist ein Spieler und/oder eine Position imBaseball- undSoftball-Sport. Der Pitcher wird im Deutschen häufig alsWerfer bezeichnet. Während seine Mannschaft Feldmannschaft ist, steht er normalerweise in der Mitte desInfield auf demPitcher's Mound, einem ca. 30 cm hohen Hügel, und wirft von dort dem jeweiligenBatter (auch Hitter genannt) der Schlagmannschaft, bzw. dem dahinter hockendenCatcher seiner eigenen Mannschaft, dieBälle zu. Ein guter Pitcher zeichnet sich durch schwer zu schlagende Würfe aus. Dabei kommen mehrere verschiedene Wurftechniken (z. B.Fastball – der am meisten verwendete Wurf –,Changeup,Curveball,Slider,Knuckleball) zum Einsatz, um die Würfe für den Batter schwerer berechenbar zu machen.
Der Pitcher ist die am stärksten spezialisierte Position des Baseball-Spiels. Da er ständig im Einsatz ist, muss er normalerweise mindestens einmal während des Spiels ausgewechselt werden und spielt – vor allem in denUS-amerikanischenProfiligen mit ihren vielen Begegnungen – oft nur jedes vierte bis fünfte Spiel überhaupt. Manche Pitcher spezialisieren sich noch zusätzlich für die Spieleröffnungs-(Starting Pitcher), Mittelspiel- (Reliever oderSetup-Man) oder Endspielphase(Closer).
Das Ziel des Pitchers ist es, Hitter „aus zu werfen“(to get hitters out). Das kann durch dasStrikeout geschehen, durch dasFly Out oder – als dritte Möglichkeit – durch dasGround Out. Unerlässlich ist dazu die gute Vorbereitung vor dem Spiel, das bedeutet die gegnerische Mannschaft auszukundschaften, um deren Stärken und Schwächen zu analysieren. Die Grundstrategie besteht darin, das Timing des Hitters zu stören. Dazu wechselt man die Geschwindigkeit und das Ziel der Pitches („change speed and locations“). Das Repertoire eines Pitchers (auchStuff genannt) sollte neben dem Fastball auch langsameOffspeed Pitches (z. B. den Changeup,Palmball und den Knuckleball) enthalten, ebenso wichtig sindBreaking balls (z. B. Slider,Cutter, Splitter, Curveball), also Bälle, die ihre Flugrichtung stark verändern. Dadurch kann der Hitter sich nicht auf einen Pitch fixieren („to keep the hitter honest“). Sehr wichtig ist es dabei, dass die Wurfbewegung und die Würfe solange wie möglich nicht unterscheidbar für den Hitter sind. Die Bewegung sollte deshalb möglichst spät erfolgen. Generell gilt es als riskant, oben in die Strikezone zu pitchen, weil die Hitter diese Bälle weiter schlagen können. Es gilt auch als sicherer, außen zu pitchen (die sog. Außenkante der Strikezone) also vom Hitter weg, aber das ist stark vom jeweiligen Hitter abhängig.
Weil die meisten Pitcher wegen ihrer Konzentration auf das Wurftraining nur schlechte Schlagmänner sind, ist es seit den 1960er Jahren in manchen Ligen – darunter die deutsche Bundesliga, dieAmerican League und mittlerweile auch dieNational League – sowie auch bei Länderspielen erlaubt, dass der Pitcher im Angriff komplett aussetzt und stattdessen ein zehnter Spieler, derDesignated Hitter, schlägt. Dieser setzt dafür in der Verteidigung aus. Andere Ligen erlauben dies jedoch nicht, z. B. viele Freizeitligen. Vor allem in der National League war der Designated Hitter lange Zeit nicht erlaubt. Zunächst vorübergehend in der verkürzten COVID-19-Saison im Jahr 2020 und dann zur Saison 2022 führte die National League nach Verhandlungen zwischen den Eigentümern und der Spielergewerkschaft dauerhaft den Einsatz des Designated Hitters ein, womit die Regeln in der wichtigsten BaseballligaMLB bezüglich des Designated Hitter nunmehr einheitlich sind.[1] Bei Begegnungen zwischen Mannschaften aus zwei Ligen, die dies unterschiedlich regeln, gilt die Regel der Heimmannschaft. Für den Pitcher gibt es in den meisten Fällen einen eigenen Aufwärmbereich, den sogenanntenBullpen.
Die Wurfbewegung hat sich im Laufe der Zeit sehr spezialisiert: Im ersten Bild sieht man denHigh Leg Kick, um den raumgreifenden Schritt vorzubereiten, der praktisch einem Anlauf gleicht. Ein echter Anlauf ist nicht erlaubt, ein Fuß muss immer in Berührung mit derPitcher's Plate, einem Rechteck aus Hartgummi im Boden, bleiben. Im zweiten Bild kann man sehen, wie der Pitcher seinen raumgreifenden Schritt ausführt. Die Beine stehen auf einer Linie, die in Wurfrichtung liegt. Im dritten Bild kann man den wesentlichen Teil der Wurfbewegung sehen. Der Unterkörper dreht sich parallel zurHome Plate, die Hand wird extrem zurückgeführt, um dann mit einer Doppelschleuderbewegung (Schulter und Ellenbogen als Achse) nach vorne zu schnellen. Dabei entstehen extreme Belastungen für Schulter und Ellenbogen. Das Hereindrehen der Hüfte ist nicht zu unterschätzen. Im vierten Bild sieht man, wie der Körper nachschwingt. Wichtig für den Wurf ist die Bewegung des Handgelenks und der Punkt, wo der Ball losgelassen wird(Release Point).
In der Frühzeit des Baseball war es üblich, dass der startende Pitcher sämtliche Würfe durchführte:Cy Young z. B. absolvierte 749 komplette Spiele. Je mehr sich diese Position spezialisierte, umso mehr Arten von Pitchern entstanden, die sich gegenseitig ergänzten: