Regionalbusverkehre (modern auchRegiobusse, vormalsÜberlandbusse) verbinden imÖPNV Städte und Gemeinden miteinander. Sie dienen der Erschließung des ländlichen Raumes und vernetzen ihn mit größeren Städten, Wirtschaftszentren oder Eisenbahnstrecken.

In Deutschland untersagt dasPersonenbeförderungsgesetz die Einführung neuer Linien im Nah- und Regionalverkehr, wenn die damit bedienten Verkehrsbedürfnisse bereits ausreichend durch vorhandene Unternehmen oder Eisenbahnen abgedeckt werden. In Westdeutschland sind Überlandbuslinien daher relativ häufig frühereBahnbus- undPostbuslinien. Diese wurden von den Bahnbus-Nachfolgeunternehmen (Regionalbusgesellschaften) übernommen. Ein weiterer großer Betreiber ist heute dieTransdev GmbH. Darüber hinaus gibt es in verschiedenen Landesteilen West- und vor allem Ostdeutschlands zahlreiche kommunale Verkehrsunternehmen, die auch auf regionaler Ebene tätig sind. InÖsterreich betreibt dieÖsterreichische Postbus AG ein Regionalbusnetz.
Viele Überlandbuslinien entstanden in der Nachkriegszeit parallel zum Schienenverkehr. Der zunehmende Ausbau des Straßennetzes und die zunehmende Motorisierung führten zu Fahrgastverlusten auf vielenEisenbahnstrecken. Man nahm an, dass Busse (auchSchnellbusse) eine billigere Alternative zum Schienenverkehr seien. Der Betrieb auf unrentabel gewordenen Bahnlinien wurde ausgedünnt oder ganz eingestellt und durch Buslinien ersetzt. Für den Überlandbusverkehr wurden teilweise in Bahnhofsnähe, teilweise aber auch in größerer Entfernung dazu,Busbahnhöfe errichtet (beispielsweise amKesselbrink inBielefeld). Der mögliche Komfort vonRegionalbahnen und die Schwierigkeit, Autofahrer zur Nutzung ebenfalls auf der Straße fahrender, langsamerer Verkehrsmitteln zu bewegen, wurde nicht erkannt.
Zur Erhöhung der Attraktivität wird derzeit die Einführung vonTaktfahrplänen, die Schaffung übersichtlicherer Liniennetze sowie eine Angleichung anStadtbusse angestrebt. Viele direkte Regionalverbindungen zwischen größeren Städten wurden aufgegeben oder unterbrochen, bisher durchgehende Linien erhielten neue Endpunkte im städtischen Umland, teilweise ohne Anschlussmöglichkeiten oder aber mitUmsteigezwang zurStadtbahn. Manche Orte sind nur noch mit einer Buslinie und aus einer Richtung erreichbar. Aus Überlandlinien mit langen Fahrstrecken und Fahrzeiten wurden Regional- oder Regiobuslinien.
Heute sind in manchen Regionen die Regiobusse in einer ähnlichen Lage wie damals der Schienenverkehr auf dem Lande (vgl. beispielsweiseNahverkehr im Kreis Herford). 60 bis 80 Prozent der Busse sind noch imSchülerverkehr ausgelastet und werden zu anderen Zeiten häufig durchKleinbusse mitAnrufbetrieb ersetzt.
Die Entwicklung des Regionalverkehrs verläuft in unterschiedlichen Richtungen:

Regionallinien bilden zusammen mitStadt- undOrtsbus-Linien das öffentliche Busnetz desÖPNV. Bei nah aneinandergrenzenden Städten oder in städtischen Ballungsräumen (Ruhrgebiet,Rhein-Main-Region) werden Stadtbusse zu Regionalbussen, weil sie Stadtgrenzen überschreiten.
Im ländlichen Raum sind die Fahrgastzahlen zurückgegangen. Um einen durchgehenden Taktverkehr bis in die Nachmittags- und Abendstunden anbieten zu können, sindKleinbusse undAnruflinien notwendig. Eine Möglichkeit der Feinverteilung ist, im Anschluss an Stadtbuslinien Kleinbusse zu den umliegenden ländlichen Orten einzusetzen. Eine weitere besteht in der Integration von Regionalbussen in Stadtbusnetze, um das Angebot wenigstens auf Teilstrecken auszulasten. Jenseits der städtischen Tarifgrenze fahren sie jedoch oft leer weiter (besonders problematisch beim Einsatz vonGelenkbussen). Beide Systeme sind wegen der verlängerten Fahrzeit durch die hohe Nachfrage im Stadtgebiet für die Fahrgäste wenig attraktiv.
Regionalbusse müssen im Stadtbereich schneller als Stadtlinienbusse sein – schon wegen der insgesamt längeren Fahrzeit. Das ist durch eine Beschränkung auf wichtige Haltestellen und direkte Fahrtstrecken zu erreichen. Im ländlichen Raum werden dann nur Ortszentren bedient, die Verteilung der Fahrgäste auf einzelne Gemeindeteile erfolgt mit Ortsbussen. Ein möglichst dichter Regiotakt steigert die Attraktivität dieser Hauptlinien. Mancherorts sindStädteschnellbuslinien entstanden (besonders inNRW,Baden-Württemberg undSchleswig-Holstein). Sie verbinden oft überSchnellstraßen oderAutobahnen und teilweise mitReisebus-Standard weiter entfernt liegende Orte miteinander (z. B. derSprinterbus S 75 Bocholt–Münster)[1].
Oft wird der Betrieb an Sonn- und Feiertagen nur auf den Hauptlinien aufrechterhalten. In touristisch gut erschlossenen Bereichen werden spezielle Touristik- oder Freizeitlinien eingesetzt, teilweise mit zusätzlichen Möglichkeiten zur Fahrradbeförderung (Busanhänger). In manchen Regionen wird jedoch nur noch eine Mindestversorgung der Hauptorte gewährleistet.
Der Einzugsbereich zentraler Haltestellen vergrößert sich durchBike-and-ride-Plätze oder gute Anfahrtsmöglichkeiten mit Pkw. Eine verbesserte Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des Angebots. Im Sinne eines optimalen Umsteigekonzepts zwischen Bus- und Schienenverkehr sind in den vergangenen Jahren zahlreicheBusbahnhöfe an zentralen Bahnhaltepunkten entstanden. Parallel dazu entwickelten sich aber auch rein stadtorientierte Bussysteme (z. B.Stadtbus Bad Salzuflen) und regionale Busbahnhöfe getrennt von Bahnhöfen und Stadtbus-Knotenpunkten (ZOB am Ostertor inBad Salzuflen).
In Österreich bedienten über Jahrzehnte hinweg dieÖsterreichische Bundespost (Postbus) und – mit eingeschränktem Netz – dieÖsterreichischen Bundesbahnen (Bahnbus) denregionalen Busverkehr, sonstige Betreiber (Stadtwerke undBusunternehmer) unterhielten durchwegs nur entwederFernbus-Kurse oder gemeindeinternen Verkehr, nur in den Städten teilweise gemeindeübergreifend (etwa derBusverkehr in Wien oderAlbus Salzburg), am Land oft nur auf einzelneSchulbuskurse in Nachbargemeinden reduziert. Erst seit der Privatisierung der 1990er Jahre, und der damit verbundenen Reduzierung der oft unrentablen Regionalkurse[2],werden zunehmend auch im ländlicheren Raum Regionalbus-Konzepte im Sinne einesGemeindeverbands oderKommunalunternehmens organisiert. Die Bezeichnung „Regionalbus“ ist in Österreich selten, Busse sind durchwegs in Konzepte desVerkehrsverbundes einbezogen, in denen private und kommunale Betreiber mit der Bahn vernetzt sind (die inzwischen nur mehr ein gemeinsames Busangebot, denPostbus, betreibt, und sich mit demIntercitybus im Fernbussektor engagiert). Neben den großen Städten[3] entstehen auch Verkehrsverbünde in Nebenzentren, etwa derRegionalbusAichfeld[4] in der Obersteiermark.
Eine alpentypische Spezialform des Regionalbusses ist auch in Österreich häufig, derTälerbus. Ursprünglich nur dazu konzipiert, in der Wintersaison dieTalstationen derSchigebiete zu verbinden, beginnt sich diese Form zunehmend auf Sommer- und Nebensaison auszuweiten. Das hängt damit zusammen, dass sich die Schiregionen kontinuierlich zu All-Saison-Tourismusregionen zusammenschließen. War früher nur derSchipass für den Tälerbus gültig und wurde dieser von der örtlichen Bergbahn oder Schiverbund betrieben, gibt es heute vermehrt Pässe für das Gesamtangebot einer Tourismusregion, womit die Tälerbusse im Interesse aller beteiligten Gemeinden stehen. Etwa mitMountainbikern undEventsportlern, und auch den anders eingestellten Generationen derBergsteiger undKletterer, aber auchSchilangläufern oderTourengehern im Winter, ergibt sich hier eine neue Klientel für Bustransport, hin und von den Ausgangspunkten der Touren oder Sportanlagen und -gebieten zu den Quartieren oder dem abgestellten Privatauto über unattraktive Strecken.[2] Solche ausgeweiteten Angebote finden sich etwa in der Region Lech/Arlberg–Bregenzerwald[5] (der dortige Tälerbus ist in denVerkehrsverbund Vorarlberg (VVV) eingebunden) oder im GebietEnnspongau–Sölktäler–Lungau in Grenzraum Salzburgerland/Obersteiermark.[6] Diese werden also zunehmend zu Zubringerdiensten von den urbanen Zentren und Verkehrsknotenpunkten zu den meist abgelegenen – und auch zerstreut liegenden – Tourismusräumen.
Bei beiden Formen sind die Grenzen zwischen Regionalbus im Liniendienst, zweckorientiertem Streckendienst, sozialer Tourismusinfrastruktur und organisiertemSammeltaxi auf Voranmeldung fließend.[2]
Kritisch gesehen wird in Österreich noch immer die Monopolstellungen der lokalen Anbieter, auch in den urbanen Zentren.[7]