Rawalpindi

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Pakistan; für den gleichnamigen Distrikt sieheRawalpindi (Distrikt); für das gleichnamige britische Passagierschiff sieheRawalpindi (Schiff).
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Rawalpindi
راولپنڈی
Staat:Pakistan Pakistan
Provinz:Punjab
Koordinaten:33° 36′ N,73° 2′ O33.673.033333333333500Koordinaten:33° 36′ 0″ N,73° 2′ 0″ O

Höhe:500 m
Fläche:108 km²

 
Einwohner:3.357.612(2023)
Bevölkerungsdichte:31.089 Einwohner je km²
Zeitzone:PST (UTC+5)
Telefonvorwahl:(+92) 051
Postleitzahl:46000
 
Nazim(Bürgermeister) :Raja Javed Ikhlas
Website:
Rawalpindi (Pakistan)
Rawalpindi (Pakistan)
Rawalpindi

Rawalpindi (Panjabi undUrduراولپنڈی) ist eine Stadt auf demPothohar-Plateau in der ProvinzPunjab inPakistan. Bis zur Fertigstellung des Regierungssitzes inIslamabad war Rawalpindi von 1958 bis in die 1960er Jahre provisorischer Sitz der pakistanischen Regierung. Die Industriestadt hat 2 Millionen Einwohner. In der Stadt befindet sich dasHauptquartier derpakistanischen Armee. Auch derIslamabad International Airport befindet sich eigentlich in Rawalpindi und bedient beide Städte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

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Die Stadt war ab 1851 eine bedeutendeGarnisonsstadt und ist bis heute Sitz der pakistanischen Streitkräfte. Während des Baus der neuen Hauptstadt Islamabad war der StädteplanerKonstantinos A. Doxiadis auch in Rawalpindi tätig. Heute sind beide Städte zusammengewachsen.

Frühe Geschichte

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Rawalpindi, auch als Pindi bekannt, hat eine mehrere Jahrtausende zurückreichende Geschichte. Archäologen nehmen an, dass auf dem Plateau vor etwa dreitausend Jahren eine selbständige Kultur lebte. Die archäologischen Funde am Ort des heutigen Rawalpindi beweisen, dass es hier einebuddhistische Niederlassung gab, die zur gleichen Zeit wieTaxila existierte. Die nahe Stadt Taxila hat noch eine andere Bedeutung: Laut demGuinness-Buch der Rekorde befindet sich hier die älteste Universität der Welt, die Takshashila-Universität.

SirAlexander Cunningham identifizierte Ruinen mit der alten Stadt Gajipur oder Gajnipur, der Hauptstadt des Bhatti-Stammes in der vorchristlichen Zeit. Graeco-Baktrische Münzen und alte Ziegel finden sich auf einem Gebiet von etwa 5 Quadratkilometern. Die in alten Zeiten als Fatehpur Baori bekannte Stadt geriet nach den Verwüstungen durch die „Hunnen“ (genauer gesagt durch eine Gruppe der sogenannteniranischen Hunnen, sieheAlchon) jedoch in Vergessenheit.

Der erstemuslimische Invasor,Mahmud von Ghazni (979–1030), übergab die ruinierte Stadt einem gakharischen Klanführer,Kai Gohar. Die Stadt jedoch, die an einer günstigen Route für Invasoren lag, konnte während der mongolischen Kriegszüge des 14. Jahrhunderts nicht gedeihen und blieb verwüstet, bis Jhanda Khan, ein weiterer Gakhare, die Stadt 1493 wieder aufbaute und nach dem Dorf Rawal Rawalpindi nannte. Rawalpindi blieb unter gakharischer Herrschaft, bis Muqarrab Khan, der letzte Gakharenherrscher, 1765 von denSikh unter Sardar Milka Singh geschlagen wurde. Singh lud Händler aus den benachbarten Handelszentren Jhelum und Schahpur dazu ein, in dem Gebiet zu siedeln. Im frühen 19. Jahrhundert war Rawalpindi für einige Zeit Zufluchtsort vonSchodscha Schah Durrani, dem exilierten König vonKabul, und seinem Bruder Schah Zaman.

Britische Herrschaft

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Nach dem Sieg desVereinigten Königreichs über die Sikhs und der Besetzung von Rawalpindi 1849 wurde die Stadt 1851 zu einer permanentenGarnison der britischen Armee. In den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts wurde eine Eisenbahnlinie nach Rawalpindi gebaut, am 1. Januar 1886 befuhr der erste Zug die neue Strecke. Das Bedürfnis nach einer Eisenbahnanbindung war entstanden, nachdemLord Dalhousie Rawalpindi zur größten Garnison inBritisch-Indien gemacht hatte.

Mit der Einrichtung der britischen Herrschaft wurde Rawalpindi zu einem Unterkunftsort für Soldaten und kurz darauf zum Hauptquartier einer Division. Die Verbindung mitPeschawar durch eine Ausweitung des Eisenbahnnetzes brachte sowohl eine ungemeine Vergrößerung der Stadt als auch ein Wachstum der wirtschaftlichen Bedeutung und des Wohlstandes. Die Stadtverwaltung wurde 1867 eingerichtet. Das Militärlager enthielt jeweils eine Batterie Pferde, Feldartillerie und Gebirgsjäger, eine Kompanie Garnisonsartillerie, einRegiment der britischen und eines der einheimischenKavallerie, je zwei Regimenter der britischen und einheimischenInfanterie, und zwei KompanienPioniere undMineure. 1883 wurde hier auch einArsenal errichtet. Am 8. August 1919 wurde hier zum Ende desDritten Anglo-Afghanischen Kriegs derFriede von Rawalpindi, derAfghanistan die nationale Souveränität zurückgab, unterzeichnet.

Nach der Unabhängigkeit

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1951 wurde in Rawalpindi der erste gewählte Premierminister von Pakistan ermordet,Liaquat Ali Khan. Am 27. Dezember 2007 wurde am gleichen Ort auch die ehemalige PremierministerinBenazir Bhutto ermordet, nachdem 1979 schon ihr VaterZulfikar Ali Bhutto, ein weiterer ehemaliger Premierminister, in Rawalpindi gehängt worden war.

Die bekannteMurree Road war Schauplatz für verschiedenste politische und soziale Ereignisse. DerNala Lai, bekannt für seine Überflutungen, verläuft durch die Mitte der Stadt und trennt sie in Stadtgebiet und militärisches Gebiet. In der Geschichte ist die Reinheit seines Wassers als hoch genug für Trinkwasser beschrieben worden, doch heute ist er durch Unrat aus allen möglichen Quellen wie Fabriken und Privathäusern verunreinigt.

Klima und Einwohner

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Die Alphabetisierungsrate liegt bei 70,5 % (Stand Januar 2006). Die Population ist ethnisch und linguistisch heterogen, es finden sichPothoharis,Punjabis,Muhajirs undPaschtunen.

Das Wetter ist schwer vorauszusagen. Der durchschnittliche jährliche Regenfall beträgt 910 Millimeter. Im Sommer erreicht die maximale Temperatur bis zu 52 °C, während sie des Winters bis auf −5 °C abfallen kann.

Bevölkerungsentwicklung

ZensusjahrEinwohnerzahl[1]
1972614.809
1981794.843
19981.406.214
20172.098.231
20233.357.612

Für 2050 wird mit einer Einwohnerzahl von über 5,1 Millionen in der Agglomeration gerechnet.[2]

Sehenswürdigkeiten

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Die Murree Road

Trotz der schnellen Entwicklung in eine große Stadt hat Rawalpindi viele gute Hotels, Restaurants, Clubs, Museen und Parks, von denen der Ayub-Nationalpark der größte ist. Rawalpindi bildet den Ausgangsort für Touristen, die die Urlaubsorte in der Galyat-Region besuchen, etwaMurree,Nathia Gali,Ayubia,Abbottabad,Swat,Kaghan,Gilgit,Hunza,Skardu oderChitral.

Die Stadt hat zwei Hauptstraßen: DieGrand Trunk Road verläuft etwa in Ost-West-Richtung und auch als Mall bekannt. DieMurree Road verläuft von der Mall aus in Richtung Norden und kreuzt die Eisenbahnlinien, bevor sie den Ostzipfel der Altstadt streift und nachIslamabad weiterverläuft. Die zwei Hauptbasare sind derRaja-Basar in der Altstadt und derSaddar-Basar, der sich zwischen der Altstadt und derGrand Trunk Road als Basar des Militärdistrikts entwickelte.

Die bevölkerten Alleen der Altstadt beherbergen viele Attraktionen, darunterHindu- undSikhtempel sowie muslimischeSchreine.

Dank seiner Geschichte befindet sich in Rawalpindi auch das pakistanische Armeemuseum, wo Informationen über Armeen aus der Kolonial- und heutigen Zeit, Arsenale und über Kriegshelden präsentiert werden.

Das Pharwala-Fort

Der Ayub-Nationalpark liegt jenseits der alten Präsidentenresidenz an derJhelum Road. Er nimmt eine Fläche von etwa 9,3 km² ein und hat einen Spielplatz für Kinder, einen See mit Booten, einAquarium und ein Gartenrestaurant. An derMurree Road findet sich der öffentliche Park von Rawalpindi, der 1991 eröffnet wurde. Hier findet man Spielgelegenheiten für Kinder, Rasenflächen, Brunnen und Blumenbeete.

Das Cricketstadion von Rawalpindi, das 1992 erbaut wurde, hat einen Rasenplatz, Flutlicht und eine Kapazität von 15.000 Zuschauern. Das beheimatete Team heißtRawalpindi Cricket Association. Auch das Hockeystadion von Rawalpindi fasst etwa 10.000 Zuschauer.

Das Fort Rawat befindet sich 17 Kilometer östlich von Rawalpindi, an derGrand Trunk Road in RichtungLahore. Es wurde im frühen 16. Jahrhundert von den Gakharen gebaut, einem stolzen und unabhängigen Stamm desPothohar-Plateaus. Innerhalb des Bauwerks befindet sich das Grab eines gakharischen Anführers namens Sultan Sarang Khan. Er starb 1546 im Kampf gegen die StreitkräfteSher Khan Suris. Wenn man es wagt, die zerbrochenen Stufen im Grab zu betreten, erhält man einen großartigen Panoramablick über das Plateau mit derMankiala-Stupa. Etwa eine Stunde von Rawalpindi liegt an derselben Straße in RichtungPeschawar dasAttock Fort. Die ehemalige Festung ist leicht zu sehen und befindet sich nah beim SchreinHazrat Jee Sahib, der traditionellen Begräbnisstätte derBati-Familie vomParacha-Klan aus dem nahen (verlassenen) DorfMalahi Tola.

DasPharwala-Fort liegt etwa 40 Kilometer entfernt von Rawalpindi jenseits derLehtrar Road. Es ist ein weiteres gakharisches Fort, das im 15. Jahrhundert auf den Ruinen des Shahi-Forts erbaut wurde, das eine hinduistische Stätte aus dem 10. Jahrhundert war. FeldherrBabur eroberte das Fort 1519. Später, 1825, vertrieben die Sikh die besiegten Gakharen aus der Festung. Obwohl sich das Gebäude in einem zerbröckelnden Zustand befindet, ist es noch immer eine Attraktion für Freunde von Burgen, auch wenn es wegen der Lage in der Militärzone nur für pakistanische Besucher zugänglich ist.

Persönlichkeiten

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Transport

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Flughafen

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DerIslamabad International Airport befindet sich eigentlich in Rawalpindi und wird durch mehr als 25 Luftfahrtgesellschaften angeflogen, sowohl nationalen als auch internationalen. DiePakistan International Airlines (PIA), die wichtigste pakistanische Fluggesellschaft, fliegt täglich mehrere Ziele im In- und Ausland an. Der neue internationale Flughafen von Rawalpindi/Islamabad wird bei der StadtFateh Jang erbaut, etwa 25 Kilometer entfernt von den größeren Städten.2008 wurde der Flughafen inBenazir Bhutto International umbenannt.

Straße

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Die Hauptstraße durch Rawalpindi ist dieMurree Road, die eine der geschäftigsten Straßen Punjabs ist.

Rawalpindi liegt auch an der altenGrand Trunk Road oder N-5, die Rawalpindi mit fast allen größeren Städten in Nordpakistan, vonLahore bisPeschawar, verbindet.

Die Stadt wird zudem von zwei nahen sechsspurigen Autobahnen bedient, der M2 von Lahore nach Islamabad und der M1 von Islamabad nach Peschawar, die in den Neunzigerjahren fertiggestellt wurden. Ein wenig weiter entfernt befindet sich der berühmteKarakorum Highway, der die höchstgelegene internationale Straße ist und Pakistan mit China verbindet.

Öffentlicher Verkehr

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Der öffentliche Verkehr in Rawalpindi ist sehr vielschichtig, das Spektrum reicht von gelben Taxis, Auto-Rikschas und Minibussen bis zu pferdegezogenen Tongas. Wegen mangelnder Straßenplanung fließt der Verkehr sogar auf kleineren Straßen chaotisch. Für den zwischenstädtischen Verkehr stehen Busse mit oder ohne Klimaanlage zur Verfügung, die zahlreiche Destinationen in Pakistan anfahren.

Es gibt auch einen zentralen Bahnhof der Metropolitanregion Islamabad/Rawalpindi, der die Reise zu jeder größeren Stadt in Pakistan erlaubt.

Religion

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Rawalpindi ist Sitz desRömisch-katholischenBistums Islamabad-Rawalpindi.

Sport

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In Rawalpindi befinden sich mitPindi Club Ground undRawalpindi Cricket Stadium zweiTest-Cricket-Stadien. In der Stadt bestreitet diePakistanische Cricket-Nationalmannschaft regelmäßig Heimspiele gegen andere Nationalmannschaften. Im Pindi Club Ground fanden unter anderem Spiele beimCricket World Cup 1987 und im Rawalpindi Cricket Stadium beimCricket World Cup 1996 sowie derChampions Trophy 2025 statt.

Siehe auch

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Weblinks

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Commons: Rawalpindi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Rawalpindi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Pakistan: Provinces and Major Cities - Population Statistics, Maps, Charts, Weather and Web Information. Abgerufen am 25. Juli 2018 (englisch). 
  2. World 101 largest Cities. (PDF) Abgerufen am 23. Juli 2018. 
Normdaten (Geografikum):GND:4347440-8(lobid,OGND,AKS) |LCCN:n80150834 |VIAF:143070397
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