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Rationale Funktion

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rot: Graph der gebrochenrationalen Funktionf(x)=2(x+2)(x+1)(x1)2(x+1)(2x1){\displaystyle f(x)={\tfrac {2(x+2)(x+1)(x-1)^{2}}{(x+1)(2x-1)}}}
blau: Polgerade durch die Polstelle beix=0,5{\displaystyle x=0{,}5}
grün:Asymptotenfunktiong(x)=x2+x/211/4{\displaystyle g(x)=x^{2}+x/2-11/4}, stetig behebbare Definitionslücke beix=1{\displaystyle x=-1}

Einerationale Funktion ist in derMathematik eineFunktion, die alsQuotient zweierPolynomfunktionen darstellbar ist. Sie hat also die Form

f(x)=amxm+am1xm1++a1x+a0bnxn+bn1xn1++b1x+b0=Pm(x)Qn(x){\displaystyle f(x)={\frac {a_{m}x^{m}+a_{m-1}x^{m-1}+\dotsb +a_{1}x+a_{0}}{b_{n}x^{n}+b_{n-1}x^{n-1}+\dotsb +b_{1}x+b_{0}}}={\frac {P_{m}(x)}{Q_{n}(x)}}}

mitnatürlichen Zahlenm{\displaystyle m} undn{\displaystyle n}. Die Zahlenam,,a0,bn,,b0{\displaystyle a_{m},\dotsc ,a_{0},b_{n},\dotsc ,b_{0}} können beliebigereelle Zahlen (oder auchkomplexe Zahlen) sein; die einzige Einschränkung ist, dassQn0{\displaystyle Q_{n}\neq 0} sein muss. Die höchstenKoeffizientenam{\displaystyle a_{m}} undbn{\displaystyle b_{n}} sollen nicht Null sein.

Abstrakter kann man für die Koeffizientenam,,a0,bn,,b0{\displaystyle a_{m},\dotsc ,a_{0},b_{n},\dotsc ,b_{0}} Elemente eines beliebigen Körpers zulassen. Die rationalen Funktionen mit komplexen Koeffizienten gehören zu denmeromorphen Funktionen.

Allgemeiner kann man rationale Funktionen in mehreren Variablen sowie rationale Funktionen auf algebraischen Varietäten über beliebigen Körpern betrachten.

Einteilung

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Beispiele für rationale Funktionen mit unterschiedlichen Zählergradenm{\displaystyle m} und Nennergradenn{\displaystyle n}:

Beispielalternative Schreibweisem =n =Funktionstyp
f:x3x34x+52{\displaystyle f\colon x\mapsto {\frac {3x^{3}-4x+5}{2}}}f:x32x32x+52{\displaystyle f\colon x\mapsto {\frac {3}{2}}x^{3}-2x+{\frac {5}{2}}}30ganzrational
f:x2x1x2+1{\displaystyle f\colon x\mapsto {\frac {2x-1}{x^{2}+1}}}12echt gebrochenrational
f:x(x1)2(x+2)x(23x2){\displaystyle f\colon x\mapsto {\frac {(x-1)^{2}\cdot (x+2)}{x\cdot (2-3x^{2})}}}f:xx33x+22x3x3{\displaystyle f\colon x\mapsto {\frac {x^{3}-3x+2}{2x-3x^{3}}}}33unecht gebrochenrational
f:xx+1+1x1{\displaystyle f\colon x\mapsto x+1+{\frac {1}{x-1}}}f:xx2x1{\displaystyle f\colon x\mapsto {\frac {x^{2}}{x-1}}}21unecht gebrochenrational

Kurvendiskussion

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Anhand desFunktionsterms der rationalen Funktionf=pq:xp(x)q(x){\displaystyle f={p \over q}\colon x\mapsto {\frac {p(x)}{q(x)}}} lassen sich folgende Aussagen zumFunktionsgraphen machen (Kurvendiskussion).

Definitionsbereich, Nullstellen und Polstellen

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Die gebrochenrationale Funktion ist an den Nullstellen der Nennerfunktionq{\displaystyle q} nicht definiert.

DieNullstellen einer gebrochenrationalen Funktion werden durch diejenigen Nullstellen der Zählerfunktionp{\displaystyle p} bestimmt, die zum Definitionsbereich der gesamten Funktion gehören.

Ein Spezialfall ergibt sich, wenn eine reelle ZahlaR{\displaystyle a\in \mathbb {R} } gleichzeitig Nullstelle des Zählerpolynoms und des Nennerpolynoms ist. Dann sind Zähler- und Nennerpolynom durch den zugehörigenLinearfaktorxa{\displaystyle x-a} (eventuell sogar mehrfach) teilbar, das heißt, der Funktionsterm kann mit diesem Faktor (eventuell mehrfach)gekürzt werden.

Beispiele:

Asymptotisches Verhalten

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Für das Verhalten fürx{\displaystyle x} gegenUnendlich sind dieGradem{\displaystyle m} bzw.n{\displaystyle n} des Zähler- bzw. Nennerpolynoms entscheidend:

Fürx{\displaystyle x\to \infty } gehtf(x){\displaystyle f(x)}

Fürx{\displaystyle x\to -\infty } ergibt sich in den Fällen 2 und 3 jeweils derselbe Grenzwert wie fürx{\displaystyle x\to \infty }. Im Fall 1 muss man Zähler- und Nennergrad noch genauer berücksichtigen:

Beispiele:

Untersuchung mit Polynomdivision

Im oben genannten Fall 1 (m>n{\displaystyle m>n}) kann man den Funktionsterm mittelsPolynomdivision in eine Summe aus einem Polynom und einem echt gebrochenrationalen Term zerlegen; das Polynom beschreibt dann eine sogenannteAsymptotenkurve. Das oben beschriebene Verhalten der Funktionswerte fürx±{\displaystyle x\to \pm \infty } kann man auch einfacher erhalten, indem man nur das Verhalten dieser Asymptotenkurve untersucht. Im Sonderfallm=n+1{\displaystyle m=n+1} ergibt sich eine schräg verlaufende Asymptote.

Wie oben stehenm{\displaystyle m} für den Grad des Zählerpolynomsp(x){\displaystyle p(x)} undn{\displaystyle n} für den Grad des Nennerpolynomsq(x){\displaystyle q(x)}. Es werden wieder alle Fälle betrachtet (nicht nurm>n{\displaystyle m>n}).

Mittels Polynomdivision vonp(x){\displaystyle p(x)} durchq(x){\displaystyle q(x)} erhält man zunächst eine Darstellung

p(x)=g(x)q(x)+r(x){\displaystyle p(x)=g(x)\cdot q(x)+r(x)}

mit Polynomeng(x){\displaystyle g(x)} undr(x){\displaystyle r(x)}, wobei der Grad vonq(x){\displaystyle q(x)} echt größer als der vonr(x){\displaystyle r(x)} ist. Daraus folgt die nützliche Gleichung

f(x)=p(x)q(x)=g(x)+r(x)q(x){\displaystyle f(x)={p(x) \over q(x)}=g(x)+{r(x) \over q(x)}}.

Dasasymptotische Verhalten vonf(x){\displaystyle f(x)} ist nun dasselbe asymptotische Verhalten derganzrationalen Funktion („Asymptotenfunktion“)g(x){\displaystyle g(x)}. Der Quotientr(x)q(x){\displaystyle r(x) \over q(x)} spielt keine Rolle.

Wenn man sich die Mühe der Polynomdivision gemacht hat und die oben beschriebene nützliche Gleichung aufstellt, tut man sich mit der Fallunterscheidung leichter. Es gilt:

Fall 1:m<n{\displaystyle m<n}x{\displaystyle x}-Achse ist Asymptote:g(x)=0{\displaystyle g(x)=0}

Fall 2:m=n{\displaystyle m=n} → waagerechte Asymptote:g(x)=ambn{\displaystyle g(x)={\frac {a_{m}}{b_{n}}}}

Fall 3:m=n+1{\displaystyle m=n+1} → schräge Asymptote:g(x)=bx+c{\displaystyle g(x)=bx+c} mitb=ambn{\displaystyle b={\frac {a_{m}}{b_{n}}}} undc=am1bnambn1bn2{\displaystyle c={\frac {a_{m-1}}{b_{n}}}-{\frac {a_{m}b_{n-1}}{b_{n}^{2}}}}

Fall 4:m>n+1{\displaystyle m>n+1}g(x){\displaystyle g(x)} ist ein Polynom vom Gradmn{\displaystyle m-n}; der Leitkoeffizient dieses Polynoms ist gleichambn{\displaystyle {\frac {a_{m}}{b_{n}}}}.

Symmetrie

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Eine Polynomfunktion (ganzrationale Funktion) ist gerade/ungerade, wenn alleExponenten gerade/ungerade sind. Sind Zählerpolynomp{\displaystyle p}und Nennerpolynomq{\displaystyle q} von einem dieser beiden Typen, so ist auch die rationale Funktionf{\displaystyle f} gerade oder ungerade:

In allen anderen Fällen, wenn also Zähler- oder Nennerfunktion oder beide weder gerade noch ungerade sind, sind Symmetrieeigenschaften vonf{\displaystyle f} schwieriger zu entscheiden. (Siehe auchKurvendiskussion undSymmetrie in der Geometrie).

Beispiele:

also insgesamt:f(1+x)1=1f(1x){\displaystyle f(1+x)-1=1-f(1-x)}, was eben gerade Symmetrie zum PunktP(1|1) bedeutet. Alternativ kann man auch zeigen, dass der Graph vonf{\displaystyle f} aus dem Graph der Funktiong:x1x{\displaystyle g\colon x\mapsto {\frac {1}{x}}} (welcher symmetrisch zum Ursprung ist) durch Verschieben um 1 inx{\displaystyle x}-Richtung und um 1 iny{\displaystyle y}-Richtung hervorgeht.

Ableitung

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ZumAbleiten gebrochenrationaler Funktionen muss man im Allgemeinen dieQuotientenregel verwenden; zusätzlich kann auch oft dieKettenregel nützlich sein, beispielsweise wenn die Nennerfunktion einePotenz einesBinoms ist. Vor dem Ableiten empfiehlt es sich oft, den Funktionsterm zunächst mit Hilfe einer Polynomdivision umzuschreiben und den übrigbleibenden echt gebrochenrationalen Term zu kürzen.

Beispiele:

und damit insgesamt für die Ableitungsfunktion vonf{\displaystyle f}:
f(x)=2(x2+1)2(2x1)4x(x2+1)(x2+1)4{\displaystyle f'(x)={\frac {2\cdot (x^{2}+1)^{2}-(2x-1)\cdot 4x(x^{2}+1)}{(x^{2}+1)^{4}}}}.
Nun kann man im Zähler einen Faktor(x2+1){\displaystyle (x^{2}+1)} ausklammern und kürzen:
f(x)=2(x2+1)(2x1)4x(x2+1)3{\displaystyle f'(x)={\frac {2\cdot (x^{2}+1)-(2x-1)\cdot 4x}{(x^{2}+1)^{3}}}}.
Vereinfachen des Zählers führt schließlich auf
f(x)=6x2+4x+2(x2+1)3{\displaystyle f'(x)={\frac {-6x^{2}+4x+2}{(x^{2}+1)^{3}}}}.
woran man auch gleich die Gleichung der schrägen Asymptote ablesen kann:
y=13x1{\displaystyle y={\frac {1}{3}}x-1}.
Faktorisieren von Zähler und Nenner führt dann auf
f(x)=13x1+(x+2)(x2)3x(x+2)2{\displaystyle f(x)={\frac {1}{3}}x-1+{\frac {(x+2)(x-2)}{3x(x+2)^{2}}}},
man kann also einen Faktor(x+2){\displaystyle (x+2)} kürzen. Schließlich hat man:
f(x)=13x1+x23x2+6x{\displaystyle f(x)={\frac {1}{3}}x-1+{\frac {x-2}{3x^{2}+6x}}};
in dieser Form kann man die Funktion nun deutlich leichter ableiten als in der ursprünglich gegebenen.
Mit Hilfe der Quotientenregel ergibt sich:
f(x)=13+1(3x2+6x)(x2)(6x+6)(3x2+6x)2=13+3x2+12x+12(3x2+6x)2=13+x2+4x+43x2(x+2)2{\displaystyle f'(x)={\frac {1}{3}}+{\frac {1\cdot (3x^{2}+6x)-(x-2)\cdot (6x+6)}{(3x^{2}+6x)^{2}}}={\frac {1}{3}}+{\frac {-3x^{2}+12x+12}{(3x^{2}+6x)^{2}}}={\frac {1}{3}}+{\frac {-x^{2}+4x+4}{3x^{2}(x+2)^{2}}}}.
Setzt man die erste Ableitung gleich Null, um die Extremstellen zu suchen, so empfiehlt es sich vorher, die beiden Brüche wieder zusammenzufassen:
f(x)=x2(x+2)2x2+4x+43x2(x+2)2=x4+4x3+3x2+4x+43x2(x+2)2{\displaystyle f'(x)={\frac {x^{2}(x+2)^{2}-x^{2}+4x+4}{3x^{2}(x+2)^{2}}}={\frac {x^{4}+4x^{3}+3x^{2}+4x+4}{3x^{2}(x+2)^{2}}}}.

Stammfunktion

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Im Gegensatz zu denganzrationalen Funktionen ist es bei gebrochenrationalen Funktionen oft relativ schwierig, eineStammfunktion zu finden.Dafür kann man, je nach Form der gebrochenrationalen Funktion, unter anderem folgende Regeln anwenden (meist muss man den Funktionsterm durch Umformungen und/oderSubstitution zunächst in eine passende Form bringen):

1mx+adx=1mln(mx+a)+C{\displaystyle \int {\frac {1}{mx+a}}dx={\frac {1}{m}}\cdot \ln(mx+a)+C} fürm,aR,m0{\displaystyle m,a\in \mathbb {R} ,m\neq 0}
1(mx+a)ndx=1m1n11(mx+a)n1+C{\displaystyle \int {\frac {1}{(mx+a)^{n}}}dx={\frac {1}{m}}\cdot {\frac {-1}{n-1}}\cdot {\frac {1}{(mx+a)^{n-1}}}+C} fürm,aR,m0,nN{0;1}{\displaystyle m,a\in \mathbb {R} ,m\neq 0,n\in \mathbb {N} \setminus \{0;1\}}
1x2+1dx=arctan(x)+C{\displaystyle \int {\frac {1}{x^{2}+1}}dx=\arctan(x)+C} oder=arccot(x)+C{\displaystyle =-\operatorname {arccot}(x)+C}
1x21dx=artanh(x)+C=12ln(1+x1x){\displaystyle \int {\frac {1}{x^{2}-1}}dx=\operatorname {artanh} (x)+C={\frac {1}{2}}\ln \left({\frac {1+x}{1-x}}\right)} für|x|<1{\displaystyle |x|<1}
1x21dx=arcoth(x)+C=12ln(x+1x1){\displaystyle \int {\frac {1}{x^{2}-1}}dx=\operatorname {arcoth} (x)+C={\frac {1}{2}}\ln \left({\frac {x+1}{x-1}}\right)} für|x|>1{\displaystyle |x|>1}
u(x)u(x)dx=ln|u(x)|+C{\displaystyle \int {\frac {u'(x)}{u(x)}}dx=\ln |u(x)|+C} füru(x)0{\displaystyle u(x)\neq 0}

Oft kann für die Bestimmung einer Stammfunktion auch diePartialbruchzerlegung hilfreich sein.Beispiele:

Anwenden der ersten Regel liefert dann als mögliche Stammfunktion:
F(x)=53x139ln(9x+6){\displaystyle F(x)={\frac {5}{3}}x-{\frac {13}{9}}\ln(9x+6)}.
Anwenden der vierten Regel liefert dann als mögliche Stammfunktion:
F(x)=x+2artanh(x){\displaystyle F(x)=x+2\cdot \operatorname {artanh} (x)}.
Anwenden der letzten Regel liefert dann als mögliche Stammfunktion:
F(x)=12ln(x2+4x+5){\displaystyle F(x)={\frac {1}{2}}\ln(x^{2}+4x+5)}.

Rationale Funktionen in mehreren Variablen

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Eine rationale Funktion in Variablenx1,,xn{\displaystyle x_{1},\ldots ,x_{n}} ist eine Funktion der Formf(x1,,xn)=P(x1,,xn)Q(x1,,xn){\displaystyle f(x_{1},\ldots ,x_{n})={\frac {P(x_{1},\ldots ,x_{n})}{Q(x_{1},\ldots ,x_{n})}}}, wobeiP{\displaystyle P} undQ{\displaystyle Q}Polynome in den Unbestimmtenx1,,xn{\displaystyle x_{1},\ldots ,x_{n}} sind undQ0{\displaystyle Q\not =0}.

Beispiele

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Stetigkeit

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DerDefinitionsbereich vonf{\displaystyle f} besteht aus denjenigen Punkten(x1,,xn){\displaystyle (x_{1},\ldots ,x_{n})}, die entweder keine Nullstelle vonQ{\displaystyle Q} sind oder derenVielfachheit als Nullstelle vonP{\displaystyle P} mindestens so groß ist wie die Vielfachheit als Nullstelle vonQ{\displaystyle Q}. Rationale Funktionen sind in allen Punkten ihres Definitionsbereichesstetig.

Anwendungen

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Rationale Funktionen haben vielfältige Anwendungen in Naturwissenschaften und Technik:

Abweichende Bedeutung in der abstrakten Algebra

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Rationale Funktionen über einem beliebigen Körper

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Hauptartikel:Rationaler Funktionenkörper

In derabstrakten Algebra wird der Begriff einerrationalen Funktion in einem allgemeineren und etwas unterschiedlichen Sinne verwendet. Und zwar versteht man unter einerrationalen Funktion inn{\displaystyle n} VariablenX1,X2,,Xn{\displaystyle X_{1},X_{2},\dotsc ,X_{n}} über einemKörperK{\displaystyle K} ein Element desQuotientenkörpers desPolynomringsK[X1,X2,,Xn]{\displaystyle K\left[X_{1},X_{2},\dotsc ,X_{n}\right]}. Dieser Quotientenkörper wirdRationaler Funktionenkörper genannt.

Im Allgemeinen ist eine rationale Funktion also keine Funktion irgendeiner Art, sondern ein (formaler) Bruch aus zwei Polynomen. Die Umkehrung muss nicht gelten, der Unterschied macht sich allerdings nur überendlichen Körpern bemerkbar: So ist z. B. für jede Primzahlp{\displaystyle p} über dem endlichen KörperFp{\displaystyle \mathbb {F} _{p}} (dem Körper aller Restklassen ganzer Zahlen modulop{\displaystyle p}) der Bruch1XpX{\displaystyle {\tfrac {1}{X^{p}-X}}} einewohldefinierte rationale Funktion in der VariablenX{\displaystyle X}, aber keine Funktion im eigentlichen Sinne des Begriffes, weil man in diese Funktion keinen einzigen Wert einsetzen darf, ohne dass der Nenner 0 wird. (Denn setzt man irgendeinxFp{\displaystyle x\in \mathbb {F} _{p}} in diese „Funktion“ ein, erhält man1xpx{\displaystyle {\tfrac {1}{x^{p}-x}}}, was undefiniert ist, weil der Nennerxpx{\displaystyle x^{p}-x} nach demkleinen Fermatschen Satz gleich 0 ist.) Über unendlichen Körpern allerdings ist eine rationale Funktion immer eine Funktion, die zwar eine Definitionslücke haben kann, aber diese Definitionslücke ist nur sehr klein im Vergleich zum Definitionsbereich. Dieser Gedanke wird mit dem Begriff derZariski-Topologie formalisiert: Die Definitionslücke ist eine Zariski-abgeschlossene Menge, und dieabgeschlossene Hülle des Definitionsbereiches ist die ganze Menge.

Rationale Funktionen auf einer algebraischen Varietät

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Hauptartikel:Rationaler Funktionenkörper#Funktionenkörper in der algebraischen Geometrie

SeiV{\displaystyle V} einealgebraische Varietät definiert durch Polynomef1,,fmk[x1,,xn]{\displaystyle f_{1},\dotsc ,f_{m}\in k\left[x_{1},\dotsc ,x_{n}\right]}, also

V={xAnf(x)=0 für alle fS}.{\displaystyle V=\{x\in \mathbb {A} ^{n}\mid f(x)=0{\text{ für alle }}f\in S\}.}

Sei

I(V)={fk[x1,,xn]f(x)=0 für alle xV}.{\displaystyle I(V)=\{f\in k[x_{1},\dotsc ,x_{n}]\mid f(x)=0{\text{ für alle }}x\in V\}.}

Der Ring derganzen Funktionen istk[x1,,xn]/I(V){\displaystyle k[x_{1},\dotsc ,x_{n}]/I(V)}. Der Körper derrationalen Funktionen ist derQuotientenkörper des Ringes derganzen Funktionen.

Allgemeiner gibt es den Begriffrationaler Abbildungen zwischen (quasi-projektiven) Varietäten. Rationale Funktionen sind der Spezialfall rationaler Abbildungen von einer Varietät nachA1{\displaystyle \mathbb {A} ^{1}}.

Weblinks

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Commons: Rationale Funktionen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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