Die Wein-, Villen- undGartenstadt mit ihren acht historischen Dorfkernen und zweiVillenvierteln liegt entlang der alten Postchaussee zwischen der ehemaligen ResidenzstadtDresden und dem ehemaligen Bischofssitzin Meißen sowie zwischen derElbe im Süden und den Weinhängen im Norden. Diese bilden die Weinbau-GroßlageLößnitz in der gleichnamigen Landschaft.
Radebeul wird wegen seiner reizvollen Lage auchSächsisches Nizza genannt, zurückgehend auf einen Ausspruch des sächsischenKönigs Johann um 1860.[2] Das heutige Radebeuler Gebiet, dieLandschaft Lößnitz, die im Nordwesten Dresdens direkt an die sächsische Landeshauptstadt angrenzt, war nicht nur in den vergangenen Jahrhunderten, sondern ist auch heute eine der beliebtesten Wohngegenden der Dresdner Region.
Radebeul im Netz der Fernverkehrsbahnstrecken im Raum Dresden/Chemnitz/Leipzig
Radebeul liegt flussabwärts von Dresden in derLößnitz, einer Landschaft auf dem rechten Ufer desElbtalkessels. DieElbe bildet die südwestliche Grenze von Radebeul zur Dresdner OrtschaftCossebaude. Radebeul ist einMittelzentrum im Verdichtungsraum am südöstlichen Rand desLandkreises Meißen und grenzt dort an die sächsische LandeshauptstadtDresden, welche dasOberzentrum bildet. Im Nordosten und Norden wird Radebeul vonMoritzburg begrenzt und im Westen und Nordwesten von der StadtCoswig. Weiter flussabwärts folgt nach Coswig die KreisstadtMeißen.
Das Stadtgebiet wird durch mehrere Kerbtäler zerschnitten, von denen derLößnitzgrund mit demLößnitzbach dauerhaft Wasser führt. Die anderen Täler, derLeimgrund, derFiedlergrund, derKroatengrund und derRietzschkegrund werden durch sogenanntesVerlorenes Wasser gebildet, das nach Erreichen des wasserdurchlässigen Sandbodens der Elbterrassen versickert und wieder ins Grundwasser übergeht.
In Radebeul gibt es die ehemaligen Steinbrüche Lößnitzgrund; Ravensberg (Nähe Kinderheim Oberlößnitz),Steinbruch am Himmelsbusch, Steinbruch im Rieselgrund.
Klimadiagramm der Wetterwarte Wahnsdorf auf der Wahnsdorfer Kuppe
Aufgrund der klimatischen Bedingungen am Nordhang des Elbtals ist in Radebeul Edelobst- und Weinanbau möglich. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 9,2 °C. Da Radebeul im Elbtal nach dem Dresdner Stadtzentrum (10,4 °C) das mildeste Klima von Sachsen hat, wird es auchSächsisches Nizza genannt, zurückgehend auf einen Ausspruch des sächsischen Königs Johann um 1860.[2]
Klimatisch abgegrenzt von der Lage im Elbtal ist das Stadtgebiet auf der Hochebene, auf der sich Wahnsdorf mit der Wetterstation befindet. Das Klimadiagramm der ehemaligenWetterwarte Wahnsdorf auf der 246 m hohen Wahnsdorfer Kuppe zeigt die dort herrschenden Durchschnittstemperaturen und Niederschläge der Periode 1961–1990. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 18,1 beziehungsweise 17,8 °C und die kältesten Januar und Februar mit −1,2 beziehungsweise −0,7 °C im Mittel. Der mittlere Jahresniederschlag liegt mit 648 Millimetern etwas unter dem bundesdeutschen Schnitt von 800 Millimetern. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit durchschnittlich 109 Millimetern, der geringste im Februar mit durchschnittlich 36 Millimetern. Das Temperatur-Jahresmittel liegt mit 8,6 °C unter dem im Elbtal. Die durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer liegt mit 1634 Stunden etwas über dem bundesdeutschen Schnitt von 1541 Stunden, am längsten scheint die Sonne im Mittel im Juli mit 217 Stunden und am wenigsten im Dezember mit 51 Stunden.[3]
Radebeul. Panorama von Cossebaude aus über die Elbe hinweg auf den Steilhang derLausitzer Verwerfung, die die Steillagen der Weinbau-Großlage Lößnitz bilden
Radebeul ist knapp vier Kilometer breit, sieben Kilometer lang und bedeckt eine Fläche von 2609 Hektar (26,089 km² [Stand: 2021], Bevölkerungsdichte: rund 1300 Einwohner je km²). Davon sind Wohnbaufläche 672 Hektar, Gewerbe- und Industrieflächen ergeben zusammen 142 Hektar, Verkehrs- und Bahnflächen ergeben zusammen 274 Hektar, Landwirtschaftsflächen machen 918 Hektar aus. Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen, Grünanlagen, Wald/Gehölz, Friedhöfe und Wasserflächen machen zusammen 538 Hektar aus und bilden die grüne Lunge von Radebeul.[4] Ein gutes Fünftel der Stadtfläche, 586 Hektar, bilden dasLandschaftsschutzgebietLößnitz, hinzu kommen die auf Radebeuler Flur an der Elbe gelegenen Flächen des LandschaftsschutzgebietsElbtal zwischen Dresden und Meißen mit linkselbischen Tälern und Spaargebirge. Teile des Landschaftsschutzgebiets bilden wiederum das 115 Hektar große Fauna-Flora-Habitat-GebietLößnitzgrund und Lößnitzhänge. Etwa 85 Hektar sind Rebflächen, von denen wiederum 30 Hektar Steillagen von über 30 % bis über 100 % (max. 47 Grad) sind.[5]
Die in untenstehender Tabelle aufgeführten Gemarkungsgrößen aus dem Jahr 1900 ergeben für die Lößnitzortschaften zusammen eine Fläche von 2.502 Hektar bei einer addierten Einwohnerschaft von 26.220 Einwohnern (Bevölkerungsdichte: 1048 Einwohner je km²). Im Jahr 1939 lag die Radebeuler Stadtfläche bei 2.564 Hektar mit 37.856 Einwohnern (Bevölkerungsdichte: 1476 Einwohner je km²).[6]
Die heutigeMeißner Straße als planmäßig angelegte Verbindungsstraße (Postchaussee) zwischen Dresden und Meißen verläuft oberhalb der möglichen Überflutungsbereiche entlang der Elbe. Sie teilt ebenso wie die knapp unterhalb davon liegende Bahnlinie das heutige Radebeuler Stadtgebiet beziehungsweise die Region der ehemaligenUrsprungsgemeinden in den Bereich unterhalb und oberhalb der Straße. Dieunterhalb oder auch in der Elbaue niedriger gelegenen Gebiete waren eher landwirtschaftlich genutzt und wurden später auch zur Ansiedlung von Industrie verwendet. Dieoberhalb oder auch auf den Elbterrassen höher gelegenen Gebiete einschließlich der Steillagen des Elbhangs waren eher zum Weinanbau genutzt und wurden vor allem nach derReblauskatastrophe zur Bevölkerungsansiedlung verwendet.
Radebeul besteht aus den beiden an der Meißner Straße als Achse liegendenStadtzentrenRadebeul-Ost (Stadt Radebeul vor 1935 mitAlt-Radebeul(unterhalb und oberhalb der Meißner Straße)) undRadebeul-West (StadtKötzschenbroda vor 1935(unterhalb),Kötzschenbroda Oberort:oberhalb auf der Hochebene) sowie aus folgenden weiteren Stadtteilen:Serkowitz (zu Radebeul,unterhalb),Oberlößnitz (zu Radebeul,oberhalb),Wahnsdorf (zu Radebeul,oberhalb auf der Hochebene),Fürstenhain (zu Kötzschenbroda,unterhalb),Naundorf (zu Kötzschenbroda, Dorfkernunterhalb, Weinbauflächenoberhalb),Zitzschewig (zu Kötzschenbroda,oberhalb),Niederlößnitz (zu Kötzschenbroda,oberhalb),Lindenau (zu Kötzschenbroda,oberhalb auf der Hochebene).
Nach derWiedervereinigung entstand in Radebeule ein ausgeprägteswirtschaftliches Gefälle zwischen der ursprünglichen Bevölkerung südlich der Meißner Straße und der wohlhabendenzugezogenen Bevölkerung, die in den Villen der nördlich der Meißner Straße liegenden Weinhängen lebt. Eine höhere Hanglage entspricht dabei höheren Immobilienpreisen.[7]
Die Lößnitz wurde archäologischen Funden nach erst spät besiedelt. Aus der Periode derSchnurkeramiker (späteJungsteinzeit, um 2200 v. Chr. – 2000 v. Chr.) gibt es erste Siedlungsspuren auf Radebeuler und Niederlößnitzer Gebiet. In Serkowitz wurde ein Brandgräberfeld aus derFrühbronzezeit (2000 v. Chr. – 1600 v. Chr.) gefunden.
Ebenfalls auf Serkowitzer Gebiet wie auch in Weinböhla und Coswig finden sichUrnenfelder derMittleren Bronzezeit (Lausitzer Kultur, 1600 v. Chr. – 1300 v. Chr.), und aus derSpätbronzezeit (1300 v. Chr. – 800 v. Chr.) finden sich in Kötzschenbroda und Naundorf archäologische Reste. Weitere Funde aus dieser Zeit weisen auf eine recht dichte Besiedlung unterhalb der Heidesandterrassen auf den hochwasserfreien Kuppen hin.
Aus derVölkerwanderungszeit sind Funde germanischer Besiedlung selten; in der Nähe desBahnhofs Radebeul-Weintraube wurden 1998 im Zuge einer Baustelle Reste von germanischenRennfeueröfen gefunden, die vermutlich „nicht in völliger Wildnis“[8] lagen. Um das Jahr 600 kamenwestslawischeSorben in die Region. Von einer relativ dichten slawischen Besiedlung zeugen weitere Fundorte, von denen das 1925 bei Kötzschenbroda angeschnittene Gräberfeld schon frühe christliche Einflüsse zeigt. Diese entstanden, da 929 im Zuge der fränkischen Ostexpansion die BurgMeißen errichtet wurde. Fränkische und sächsische Kolonisten wurden angesiedelt, freie Bauern übernahmen slawische Siedlungen oder rodeten neue Siedlungsflächen. Es gibt Indizien dafür, dass das unter der Ägide derBurggrafen von Dohna geschah.
Im Jahre 1349 wurde Radebeul erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des heutigen Ortsteils Naundorf fand sich schon 1144 in einer Urkunde. Es folgten 1226 Kötzschenbroda, 1287 Lindenau, 1315 Serkowitz, 1350 Wahnsdorf, 1366 Zitzschewig und 1533 Fürstenhain. 1271 wurde dasKötzschbergische Weingebirge erwähnt (heute Niederlößnitz) und 1286 findet sich die erste schriftliche Erwähnung desLezenitzbergs (heute Hoflößnitz beziehungsweise Oberlößnitz).
Die Schreibweise von 1349 alsRadebůl (altsorbisch fürOrt des Radobyl) wurde später auf dem alten Siegel durch einRad und einBeil dargestellt. Das Rad ist heute noch Bestandteil des Stadtwappens, obwohl es mit dem Ortsnamen nichts zu tun hat.
Friedenskirche Kötzschenbroda
Auf das Jahr 1273 ist das erste Dokument über ein Radebeuler Bauwerk datiert, die Kirche zuKötzschenbroda. 1935 bekam sie den Namen Friedenskirche, da am 27. Augustjul. /6. September 1645greg. im Pfarrhaus der Kirche derWaffenstillstand von Kötzschenbroda unterzeichnet wurde. Er beendete denDreißigjährigen Krieg in Sachsen. Durch den Bau des Bahnhofs 1872 in Kötzschenbroda und den Eisenbahnanschluss wuchs die Attraktivität des Ortes erheblich. 1879 nahm dieortsansässige Sparkasse nach einem zweieinhalbjährigen Gründungsvorlauf die Arbeit auf. Die kleine Gemeinde Radebeul (sieheAlt-Radebeul) und ihr Umland wuchsen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert sehr stark an. 1905 wurde der benachbarte Ort Serkowitzeingemeindet und mit Wirkung vom 1. April 1924 Radebeul zurStadt erhoben. 1934 wurden die NachbargemeindenWahnsdorf undOberlößnitz eingemeindet.
Westlich von Radebeul vollzog sich in den 1920er Jahren eine ähnliche Entwicklung. So gliederte Kötzschenbroda 1920 die Gemeinde Lindenau ein. Durch die Eingemeindung vonNaundorf,Zitzschewig undNiederlößnitz 1923 wurde KötzschenbrodaGroßgemeinde und am 5. Mai 1924 ebenfalls zur Stadt erhoben. Beide Städte gehörten zur Amtshauptmannschaft Dresden.
Radebeul und Kötzschenbroda wurden zum 1. Januar 1935 zur bezirksfreien Stadt Radebeul zusammengeschlossen. Aufgrund der zum 30. Januar 1935 neuenDeutschen Gemeindeordnung wurde Radebeul am 1. April 1935 zumStadtkreis erklärt (damals bereits etwa 35.000 Einwohner) und der Kreishauptmannschaft Dresden-Bautzen (ab 1. Januar 1939 Umbenennung in Regierungsbezirk Dresden-Bautzen) unterstellt.[9]
Das Adressbuch weist 1943 sechs Ortsgruppen derNSDAP aus, daneben weitere nationalsozialistische Gruppierungen.
Während desZweiten Weltkriegs kam es kaum zu Zerstörungen im Stadtgebiet. Am schlimmsten traf es 31 Einwohner der Ahornstraße, auf deren Tod durch von Sprengbomben zerstörte Gebäude eine Bronzetafel an der Ahornstraße 2/4 hinweist. Am 7. und 8. Mai 1945 wurde Radebeul fast kampflos durch die sowjetische Armee besetzt, dieNiederwarthaer Brücke wurde jedoch noch am 8. Mai durch deutsche Truppen gesprengt. Diesowjetische Militärverwaltung beschlagnahmte in den folgenden Wochen, und auch noch bis 1947, zahlreiche größere Gebäude sowie Villen für ihre Zwecke; die Bewohner wurden teilweise gezwungen, unter Zurücklassung der Möbel bis Januar 1950 anderswo unterzukommen.[10]
Ein Gedenkstein in Friedewald/Dippelsdorf, Großenhainer Str. 71, (am Abzweig Kreyernweg) erinnert daran, dass der deutschstämmige, jüdische Dolmetscher der Roten ArmeeIlja Bela Schulmann am 7. Mai 1945 durch ein Telefonat mit der Radebeuler Stadtverwaltung die kampflose Übergabe der Stadt Radebeul erreichte. Oberbürgermeister von Radebeul warWilliam Erich Heinrich Severit, der ihm die kampflose Übergabe zusagte.
Gedenkstein zur kampflosen Übergabe der Stadt Radebeul im Mai 1945, Foto Juni 2025Volkssternwarte „Adolph Diesterweg“ Radebeul, davor der Jacobstein
Im Jahr 1949 wurde in Radebeul ein Heimkombinat „Freies Griechenland“ gegründet. In ihm erhieltengriechische Kinder eine schulische und berufliche Ausbildung. Über 1.000 Kinder waren nach der Niederlage der Kommunisten imGriechischen Bürgerkrieg 1946–1949 aus Griechenland in die DDR evakuiert worden.
Im Folgejahr 1950 zog dieLandesoper Sachsen nach Radebeul, aus ihr entstanden dieLandesbühnen Sachsen. Am 11. Juli 1958 begann mit der Gründung derLPG Lößnitzaue die bis 1960 dauerndeKollektivierung der Landwirtschaft. Am 2. Mai 1959 wurde dieVolkssternwarte Adolph Diesterweg eingeweiht, 1960 zog die Puppentheatersammlung nach Radebeul in dasHohenhaus. Die Volkssternwarte erhielt am 3. Oktober 1969 ein neuesPlanetarium. 1984 wurde die neue Schwimmhalle eingeweiht. Am 9. Februar 1985 wurde im Zuge der Karl-May-Renaissance in derDDR die AusstellungKarl May – Leben und Werk in derVilla Shatterhand und am 26. September 1987 die DauerausstellungVom Weinbau im Raum Radebeul in derHoflößnitz eröffnet.
1992 wurde Kötzschenbroda zum Sanierungsgebiet erklärt, im selben Jahr wurden die erstenKarl-May-Festtage veranstaltet. Zum 850-Jahre-Jubiläum der ersten Erwähnung fand 1994 in Naundorf das erste Dorf- und Schulfest statt. 1995 kam Radebeul mit der Auflösung des Landkreises Dresden zumLandkreis Meißen und wurde mit Wirkung vom 1. März 1995 zurGroßen Kreisstadt erklärt. Ebenfalls in diesem Jahr fanden Feierlichkeiten zum 350. Jahrestag desWaffenstillstands von Kötzschenbroda statt. 1997 wurde der ersteRadebeuler Bauherrenpreis vergeben, 1998 dieStiftung Weingutmuseum Hoflößnitz eingerichtet und am 13. September derRadebeuler Kunstpreis zum ersten Mal verliehen. 1999 wurde dieHistorische Weinberglandschaft der Lößnitz unter Denkmalschutz gestellt.
Im August 2002 richtete dieJahrhundertflut der Elbe auch in Radebeul schwere Schäden an. Der Flutscheitel war am 17. August erreicht. 2004 wurde das Zentrum von Radebeul-Ost Sanierungsgebiet.
Im Jahr 2010 feierte die Stadt Radebeul ihr Stadtjubiläum „75 Jahre Radebeul“,[11] bezog sich dabei also auf die 1935 erfolgte Vereinigung der beiden 1924 einzeln zu Städten ernannten GemeindenKötzschenbroda undRadebeul, nicht auf die Erlangung des Stadtrechts von 1924.
Die später widerrufene Wahl des SchriftstellersJörg Bernig zum Kulturamtsleiter von Radebeul im Mai 2020 sorgte für bundesweite heftige Kontroversen,[12] denen erst durch eine Sonderwahl des Stadtrats im Juni 2020 entgegnet werden konnte, der dann „mit großer Mehrheit“ die vormalige Kandidatin der hauptamtlichen Verwaltung, eine ausgewiesene Kulturamtsfachfrau, zur künftigen Kulturamtsleiterin wählte.[13]
DieFriedenskirche (evangelisch-lutherisch) inKötzschenbroda steht an der Stelle des ältesten Kirchenbaus der Lößnitz. Das im 12. Jahrhundert entstandene Gebäude, welches 1273 urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde, wurde 1429 durch dieHussiten zerstört. 1477 wurde ein spätgotischer Neubau begonnen, der 1510 geweiht werden konnte. Erster namentlich bekannter Pfarrherr des Kötzschenbrodaer Sprengels, der neben Kötzschenbroda auch die Dörfer Naundorf, Zitzschewig und Lindenau sowie im Westen Coswig undKötitz umfasste, war 1296 Johannes Bolian. Im Osten lag dieFilialkirche vonKaditz, zu deren Sprengel die Dörfer Radebeul, Serkowitz, Trachau und Pieschen gehörten. Die Kaditzer Filialkirche wurde bis zur Säkularisierung von Kötzschenbroda aus mit betreut. Die Kirchen gehörten zumArchidiakonatNisan.
Lutherkirche Radebeul-Ost
1537 verließ der letzte katholische Pfarrer die Lößnitz, und 1539 wurde von HerzogHeinrich dem Frommen dieReformation und damit derprotestantische Glaube eingeführt. Erster evangelischer Pfarrer in Kötzschenbroda wurde Veit Hammer (Vitus Malleus). SeineParochie umfasste neben Kötzschenbroda noch Fürstenhain, Naundorf, Zitzschewig und Lindenau. 1558 wurde die Kirche beim Dorfbrand schwer beschädigt und 1637 durch schwedische Truppen fast völlig zerstört. Nach demWaffenstillstand von Kötzschenbroda 1645 im Gemeindehaus wurde die Kirche unter dem langjährigen PfarrerAugustin Prescher bis 1656 wiederaufgebaut.
Die in der Lößnitz verbliebenen Katholiken gehörten künftig zur Gemeinde derDresdner Hofkirche, später zur St.-Josefs-Gemeinde in Dresden-Pieschen. 1834 waren dies laut Erhebung auf dem Gebiet der Lößnitz noch neun Einwohner.[14] Außerdem wurde 1834 in Niederlößnitz ein Einwohner reformierten Glaubens registriert.[15]
Nachdem 1839 das neugegründete Niederlößnitz zur Parochie Kötzschenbroda dazugekommen war, beschloss der Gemeinderat 1882, die Kirche vollumfänglich den stark wachsenden Verhältnissen anzupassen und weitgehend umzubauen. 1935 erhielt die Kötzschenbrodaer Kirche den Namen Friedenskirche.
Ebenfalls 1839 kam das neugegründete Oberlößnitz zum Kirchspiel Kaditz hinzu. 1854 wurde mit der neuerrichteten Oberlößnitzer Schule auch ein Betsaal eingerichtet, in dem in der Folgezeit immer häufiger Gottesdienste abgehalten wurden. So entstand in den östlichen Lößnitzgemeinden der Wunsch nach einer eigenen Parochie, die 1890 gebildet wurde. 1892 konnte die neue evangelisch-lutherischeKirche zu Radebeul eingeweiht werden. 1934 erhielt sie den NamenLutherkirche.
Die 1871 staatlich anerkanntekatholisch-apostolische Gemeinde in Dresden hatte 1898 in der Lößnitz etwa 60 Gemeindemitglieder. Auf Grund dessen wurde 1899/1900 in Niederlößnitz in der damaligen Friedrich-August-Straße eineigener Betsaal gebaut. Ab 1905 verbrachte der ehemalige katholisch-apostolische Bischof von Görlitz, ab 1897 Bischof von Halle an der Saale, Paul von Gersdorf, seinen Lebensabend in der Niederlößnitz.
Nach Plänen aus dem Jahr 1897, für die Dörfer Naundorf und Zitzschewig einen eigenen Friedhof mit Kapelle zu errichten, entstand zwischen 1905 und 1908 eine auch für regelmäßige Gottesdienste genutzte Kapelle, die der Pfarrei in Kötzschenbroda zugehört. 1927 wurden die heutigen Namen Johannesfriedhof und Johanneskapelle verliehen.
1925 lebten unter der hauptsächlich evangelischen Bevölkerung der Lößnitz laut Erhebung 145 Reformierte, 1053 Katholiken, 48 Juden sowie 1924 „Andere“.[16]
Katholisches Gotteshaus der Christkönig-Gemeinde Radebeul, Architekten: Behnisch & Partner, 2001
1926 erhielt Kötzschenbroda wieder ein römisch-katholisches Seelsorgeamt; der erste Pfarrer Josef Just war vorher Kaplan an der Dresdner Hofkirche, er betreute auch Coswig, Moritzburg und Radeburg. 1927 wurde in der Heinrichstraße eine provisorische St.-Josef-Kapelle geweiht. Im selben Jahr erhielt die Gemeinde eine Villa in derBorstraße alsKatholisches Pfarramt, in deren Erdgeschoss die Christ-König-Kapelle eingerichtet und 1928 geweiht wurde. 2000/2001 entstand nach Plänen vonBehnisch & Partner auf dem Grundstück die heutige moderneKirche der Christ-König-Gemeinde. Zur Pfarrei gehört heute auchFriedewald.
Nach 1945 entstand in Radebeul einneuapostolisches Kirchenleben, da die entsprechenden Einrichtungen in Dresden zerstört waren und zahlreiche entsprechende Umsiedler vor Ort hinzukamen. Erste Gottesdienste wurden ab 1947 im Vereinsraum des GasthofsGoldener Anker abgehalten. 1949 erhielt die Gemeinde einen eigenen Betsaal, 1950 wurde sie selbständig. Ab 1955 wurde die heutige Kirche errichtet und 1956 geweiht. 2001 hatte die Gemeinde etwa 280 Mitglieder.
Bevölkerungsentwicklung 1780–2020, Radebeul (schwarz), alle 10 Ursprungsgemeinden (blau), Prognose bis 2020Bevölkerungspyramide für Radebeul (Datenquelle: Zensus 2011[17])
Die Ursprungsgemeinde Radebeul war um 1550 ein kleines Dorf mit 71 Einwohnern, während alle anderen Ursprungsgemeinden (Oberlößnitz und Niederlößnitz waren noch nicht gegründet) sehr viel größer waren. Naundorf war mit 312 Einwohnern mehr als viermal und Kötzschenbroda fast neunmal so groß mit 630 Einwohnern.
Radebeul hatte jedoch einen wesentlich höheren Bevölkerungszuwachs mit einer bis etwa 1870 gleichbleibenden Rate. Die Ursprungsgemeinden zusammen hatten 1550 etwa 1541 Einwohner und eine geringere Zuwachsrate bis etwa 1750, ab dann glich sich die Zuwachsrate an die von Radebeul an.
Ab 1871 gab es auf der gesamten Lößnitzflur eine regelrechte Bevölkerungsexplosion. Radebeul überholte mit 6583 Einwohnern Kötzschenbroda mit 6089 Einwohnern, obwohl noch fünf Jahre vorher Radebeul über 1000 Einwohner weniger hatte als Kötzschenbroda. Rechnet man jedoch das aus der Kötzschenbrodaer Flur ausgegliederte, durch die Entwicklung nach demVillenkoloniekonzept stark gewachsene Niederlößnitz mit seinen 4338 Einwohnern zu Kötzschenbroda dazu, wäre es auf fast 10.500 Einwohner gekommen.
1900 nahm das Bevölkerungswachstum wieder ab, ab 1905 begannen die Eingemeindungen. Serkowitz kam 1905 zu Radebeul, das damit zum größten Ort mit 10.568 Einwohnern wurde. 1920 wurde Lindenau eingemeindet und 1923 verdoppelte Kötzschenbroda seine Einwohnerzahl durch weitere drei Nachbargemeinden, es hatte 1925 damit 17.425 Einwohner gegenüber 12.428 von Radebeul. 1924 erhielten beide dasStadtrecht. Daneben gab es als selbstständige Landgemeinden nur noch Oberlößnitz mit 2186 und Wahnsdorf mit 923 Einwohnern. 1933 hatten diese zusammen 3309 Einwohner, beide wurden 1934 in Radebeul eingemeindet, das damit (Stand: 1933) insgesamt 16.258 Einwohner hat. Kötzschenbroda hatte zu diesem Zeitpunkt 18.909 Einwohner.
1935 wurden beide Städte vereinigt; aus den 35.167 Einwohnern (1933) wurden bis 1950 44.293. Von da an nahm die Bevölkerung ab bis zum Tiefpunkt 1993 mit 30.339 Einwohnern, was eine Abnahme von einem Drittel gegenüber 1950 bedeutete.
Seit 1993 nimmt die Bevölkerung wieder zu, Ende 2013 lag die Bevölkerungszahl von Radebeul mit über 33.390 Einwohnern höher als 1988 vor der Wende, jedoch niedriger als zum Zeitpunkt der Vereinigung beider Städte 1935. Der Ausländeranteil liegt bei etwa zwei Prozent. Der Bevölkerungszuwachs entsteht aus der positiven Differenz von Zuzügen nach Radebeul gegenüber einem derzeit knapp negativen Saldo von Verstorbenen gegenüber Lebendgeborenen.[18][19][20][21] In allen drei Varianten derRegionalisierten Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen bis 2025 wächst die Einwohnerschaft von Radebeul und könnte laut der Prognose 2025 zwischen 34.000 und 34.400 Einwohner erreichen.[22] Dieser Wert ist wider die ursprünglichen Erwartungen schon mit Beginn des Jahres 2016 erreicht worden. Radebeul erlebt wie alle anderen Städte imBallungsraum Dresden seit 2012 ein beschleunigtes Wachstum seiner Bevölkerung.
Mit dem 31. Juli 2011 wurde Radebeul die einwohnerstärkste Stadt (33.732 Einwohner) im Landkreis Meißen, daRiesa zeitgleich auf 33.698 Einwohner abnahm.[23] Dieser Trend setzt sich weiter fort und Radebeul ist die mit Abstand größte Stadt imLandkreis Meißen (Stand 2015). Seit 2015 schwankt die Einwohnerzahl um die 34.000.
Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 1550 im Detail
Ursprungsgemeinde Radebeul mit den jeweiligen Eingemeindungen[24]
Die vorherige Bevölkerungsangabe zum 9. Mai 2011 aufgrund der Fortschreibungen betrug 33.708 Einwohner. Als Ergebnis des 2011er-Zensus wurde diese Zahl auf 33.202 Einwohner korrigiert, eine Zurücknahme um 1,5 %. Dies ist die kleinste Differenz im Vergleich zu den Nachbarstädten. Und auch im Vergleich zum Landkreis Meißen (−2,1 %), Land Sachsen (−2,0 %) und Deutschland (−1,8 %) sorgt die geringere Rücknahme der Zahlen dafür, dass Radebeul relativ zum Umland gesehen größer wurde. Damit ergeben sich durch die Neufestsetzung der Einwohnerzahlen keine negativen Auswirkungen auf die städtischen Finanzzuweisungen.
Mit diesen Ergebnissen blieb Radebeul auch weiterhin die einwohnerstärkste Stadt des Landkreises, da Riesa einen Rückgang seiner Einwohnerzahl auf 32.539 zu verzeichnen hatte, was eine Differenz zur ursprünglichen Angabe von −3,8 % bedeutet.[26]
Oberbürgermeister ist seit 2001 der parteiloseBert Wendsche, der gleichzeitig mehrere Geschäftsbereiche einschließlich der Kämmerei führt. Am 12. Juni 2022 wurde er mit 74,6 % der abgegebenen, gültigen Stimmen (2015: 73,7 %, 2008: 98,3 %, 2001: 59,4 %) für weitere sieben Jahre zum Oberbürgermeister wiedergewählt.[27] Wendsche wird von zwei Bürgermeistern als Stellvertreter unterstützt, Jörg Müller (seit 2001)[28] alsErster Bürgermeister mit demGeschäftsbereich Stadtentwicklung und Bau und Silvio Kockentiedt (seit 2023)[29] alsZweiter Bürgermeister mit den GeschäftsbereichenHauptamt, Rechts- und Ordnungsamt undAmt für Bildung, Jugend und Soziales.
Das amtliche Mitteilungsblatt der Stadt ist dasRadebeuler Amtsblatt (ISSN1865-5564).
Die Stadt wies Ende des Jahres 2021 einen Schuldenstand von 17,884 Millionen Euro (Vorjahr: 20,198 Millionen Euro) auf; Anfang 2013 lag dieser bei gut 38,3 Millionen, da die Stadt die Verbindlichkeiten des städtischen Sportstättenbetriebs übernommen hatte (ausgehend von 55,3 Millionen Euro Kreditschulden im Jahr 2002). Der Jahresendwert entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung je Einwohner von 528 Euro (Vorjahr: 596 Euro); seit 2017 liegt damit die Pro-Kopf-Verschuldung unter dem vom Sächsischen Innenministerium vorgegebenen Satz von 850 Euro/Einwohner. Der Durchschnittszinssatz für alle Radebeuler Kredite lag Ende 2021 bei 0,44 % (Vorjahr: 0,62 %); die Projektion sieht eine Tilgung der Gesamtschulden bis 2032 vor.[30]
Im Radebeuler Amtsblatt 02/2023 wurde der Jahresabschluss 2021 der Stadt Radebeul nach dem System derDoppik veröffentlicht. Für das Vermögen der Bürgerschaft der Stadt Radebeul wurden der Jahresabschluss der Stadt Radebeul und der Jahresabschluss des sogenannten Konzerns Stadt einschließlich aller zu konsolidierenden Tochtergesellschaften als Jahresergebnis sowie als konsolidierte Bilanz (Vermögensausweis) aufgeführt. Dabei wurden in Radebeul ganz oder anteilig die folgenden Beteiligungen berücksichtigt:
Unternehmen der Beteiligungsgesellschaft der Stadt Radebeul mbH (100 %)
Besitzgesellschaft der Stadt Radebeul mbH (100 %)
Stadtbäder und Freizeitanlagen Radebeul GmbH (98,04 %)
Elbtal-Beteiligungsgesellschaft mbH (69 %)
Stadtwerke Elbtal GmbH (35,2 %)
Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH (assoziiert, 26,7 %)
Weingut Hoflößnitz GmbH (assoziiert, 25 %)
Die Jahresergebnisse 2021 von Stadt und Konzern Stadt waren wie im Vorjahr positiv. Das Eigenkapital der Stadt in der Bilanzsumme lag bei 54,4 %, im Konzern Stadt bei 45,3 % (2020: 53,5 %, 44,2 %).[31] Der Wert des Gesamtvermögens der Bürgerschaft (Schulen, Straßen, Infrastruktur etc.) konnte erhöht werden, die dazu notwendigen Kredite wurden abgebaut. Das Jahresergebnis des Konzerns Stadt wies einen Überschuss von etwa 11,6 Millionen Euro bei Erträgen von etwa 150,7 Millionen Euro auf (2020: 9,6 Mill. Euro, 144,2 Mill. Euro); erwirtschaftete Abschreibungen und der Überschuss dienten zur Schuldentilgung und als Eigenmittel bei Investitionen. Die Bilanzsumme 2021 des Konzerns Stadt betrug 422,2 Millionen Euro, was auf die Bürger umgelegt etwa 12.512 Euro ergab (2020: 406,8 Mill. Euro, 12.021 Euro).[32]
Radebeul alsMittelzentrum im Verdichtungsraum hat zahlreiche Aufgaben, die sonst z. B. beim Landkreis liegen; unter anderem liegen die staatlichen Aufgaben der Bauordnung wie auch der Verkehrsbehörde bei der Stadt selbst. Um dies imkommunalen Finanzausgleich entsprechend zu berücksichtigen, werden entsprechende Einwohnerveredelungen vorgenommen. Bei Radebeul ergab sich nach demSächsischen Finanzausgleichsgesetz für diese Zwecke eine veredelte Einwohnerzahl zum 31. Dezember 2020 von 54.115 (veredelten) Einwohnern; die eigentliche Einwohnerzahl lag bei 33.843.[33]
Der Stadtrat von Radebeul als zweites Organ der Stadt nach derSüddeutschen Ratsverfassung neben dem Oberbürgermeister setzt sich aus 34 Stadträten zusammen, die zuletzt bei derStadtratswahl am 9. Juni 2024 gewählt wurden. Das Ergebnis kann den nebenstehenden Diagrammen entnommen werden.
Im Stadtteil Wahnsdorf gibt es einenOrtschaftsrat, der sich aus sieben Ratsleuten (6 Männer und 1 Frau) zusammensetzt (Wahlbeteiligung: 75,1 % [2014: 65,7 %]):[37]
Blasonierung: Geteilt von Silber über Rot; oben eine grüne Weintraube mit Laub, unten ein sechsspeichiges silbernesRad.
Bedeutung: Die Weintraube kommt schon seit langem in verschiedenen Formen in Gemeindesiegeln der Ursprungsgemeinden vor, beispielsweise im Gemeindesiegel von Kötzschenbroda, aber auch von Serkowitz und Zitzschewig. Sie weist auf den in der Lößnitz seit Jahrhunderten betriebenen Weinbau hin. Das Rad ist eine volksetymologische (redende) Deutung für den Stadtnamen von Radebeul, es tritt im alten Gemeindesiegel über einem Beil auf.
Aus Marketinggründen setzt die Stadt häufig ein Logo statt des offiziellen Wappens ein. Zu diesem gehört die Marke „Radebeul – Stadt zum Genießen“.
Radebeul unterhält mehrere Städtepartnerschaften. Die älteste Partnerschaft wird mitSt. Ingbert imSaarland seit 1988 gepflegt. Die Städtepartnerschaft mitAuboué imDépartement Meurthe-et-Moselle wurde von französischer Seite ohne Angabe von Gründen im März 1990 abgebrochen. Sie existierte seit 1961. Seit 1998 existiert eine Städtepartnerschaft mitSierra Vista inArizona,USA. Im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Sierra Vista bestehen seit 2000 auch freundschaftliche Verbindungen zu der jenseits der Grenze gelegenenmexikanischen StadtCananea. Die dritte und jüngste Partnerschaft wurde im Jahr 2004 mit der StadtObuchiw (Обухів;Oblast Kiew) in derUkraine abgeschlossen.
Eine Städtefreundschaft besteht seit 1990 mitOstfildern.
Radebeul liegt an derSächsischen Weinstraße. Es ist bekannt für die sowohl Niederlößnitz als auch Oberlößnitz prägenden Steillagen mit ihren trockengesetzten Weinbergsmauern. Diese sind nicht nur alsLandschaftsschutzgebiet ausgewiesen, sondern auch seit 1999 insgesamt alsDenkmalschutzgebietHistorische Weinberglandschaft Radebeul[38] geschützt worden. Der hierangebaute Wein wird alsGroßlage Lößnitz zusammengefasst. Diese besteht aus den EinzellagenGoldener Wagen,Steinrücken undJohannisberg.Zu den bekanntesten Weingütern zählen das städtische WeingutHoflößnitz (mit Weinbaumuseum), das sächsische StaatsweingutSchloss Wackerbarth. Erste Belege für den Radebeuler Weinanbau sind bereits für das Jahr 1271 zu finden. Von dieser langen Zeit zeugen auch viele Winzerhäuser, bisweilen noch aus dem Barock, teilweise aus dem hier üblichen rötlichenSyenitgestein, teilweise auch inFachwerk. Auch die vielen trocken gesetzten Weinbergsmauern bestehen aus diesem Syenit. Die Radebeuler Weinberge werden durch fünf Weinwanderwege (Historische Waldroute,Route Oberlößnitz,Route Niederlößnitz,Route Wackerbarth,Route Zitzschewig) durchzogen, die jeweils vomSächsischen Weinwanderweg abzweigen.
Als Nebenkultur wurde bereits seit dem Mittelalter die Erdbeere kultiviert. Neben derWalderdbeere wurde, vor allem im 19. Jahrhundert, die hitze- und frostresistente, kirschgroßeLößnitzer Weinbergserdbeere gezüchtet, die zu den frühreifen Sorten gehörte. Ab 1855 wurde auch Leipzig per Eisenbahn von Kötzschenbroda aus beliefert, zur Sicherstellung der Mengen fand dazu täglich die von etwa 50 Händlern betriebeneErdbeerbörse statt. Auch von Alt-Radebeul aus wurden Leipzig, Chemnitz und sogar Berlin beliefert. In der Zeit nach der Reblauskatastrophe gingen in Kötzschenbroda von der Gesamterntemenge ab den 1880er Jahren durchschnittlich 30 t Erdbeeren auf die Bahn, im Spitzenjahr 1907 waren es 70 t.
Villa Kolbe 1897Hohenhaus RadebeulDenkmalChronos und die Trauernde
Auf der Hangkante, von unten im Tal gut zu sehen, befinden sich eine Reihe von bedeutenden Radebeuler Bauwerken: so im Westen oberhalb von Schloss Wackerbarth der Jacobstein und dahinter dieVolkssternwarteAdolph Diesterweg, die regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge anbietet. Der in den Gebäuden der Sternwarte beheimateteAstroclub Radebeul ist verantwortlich für eine weitere Sehenswürdigkeit: den von seinem MitgliedMartin Fiedler entdeckten Asteroiden149884 Radebeul (2005 RD9).[39] Weiter nach Osten finden sich das BerghausNeufriedstein (im Volksmund auch Mätressenschlösschen genannt), der ebenfalls weißeWasserturm und dieFriedensburg. Weiter im Osten stehen derBismarckturm und dasSpitzhaus, dazwischen führen dieSpitzhaustreppen hinunter zum städtischen Weingut Hoflößnitz.
Während im ehemaligen WohnhausKarl Mays ein Museum eingerichtet ist (Radebeul-Ost), ist dasHohenhaus (Radebeul-West), in demGerhart Hauptmann undCarl Hauptmann ihre Ehefrauen fanden, zwar dem Hauptmannverbund angeschlossen, befindet sich aber in Privatbesitz. In dem Haus, in dem sich bis in die 1990er Jahre die Dresdner Puppentheatersammlung befand, werden in regelmäßigen Abständen kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Bei der vom Berliner ArchitektenOtto March 1890/1891 für den ChemikerCarl Kolbe, Generaldirektor derChemischen Fabrik v. Heyden, entworfenenVilla Kolbe, einem Neorenaissancegebäude im Stil eines Renaissanceschlosses, handelt es sich um „eine der aufwendigsten und architektonisch qualitätsvollsten Villen von Radebeul und seiner weiteren Umgebung.“[5] Diese verfällt zusehends.
Die Stadtentwicklung aus den Ursprungsgemeinden lässt sich heute besonders gut an den erhaltenen Dorfangern vonAltkötzschenbroda und vonNaundorf erkennen. Der Anger von Altkötzschenbroda wurde unter Wahrung der Denkmäler zu einer Veranstaltungsmeile saniert, während der Anger von Naundorf heute noch als Wohnanger seinen ursprünglichen Zweck bewahrt hat.
Zu den technischen Sehenswürdigkeiten zählt der vom Bahnhof Radebeul-Ost fahrendeLößnitzdackel, eine 1884 eröffneteSchmalspurbahnlinie überMoritzburg bis nachRadeburg. Auf der Elbe verkehren historische Raddampfer derWeißen Flotte auf der Fahrt zwischenDresden undDiesbar. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Wellenmaschine Marke Undosa(die Wellenreiche) imBilzbad, die älteste Wellenmaschine ihrer Bauart. Sie wurde 1912 eingebaut und ist noch heute in Betrieb. Darüber hinaus gibt es in Radebeul zahlreiche denkmalgeschützteBaulichkeiten der Kleinarchitektur.
In Radebeul gibt es eine großeGartenbahn (An der Jägermühle 3), bei der es wegen ihrer Lage zwischen Lößnitzbach und der Lößnitzgrundbahn bisweilen zu Begegnungen zwischen Schmalspurbahn und 5-Zoll-Gartenbahn kommt.
In Radebeul stehen etwa 1270 Denkmaladressen unterDenkmalschutz. Aufgrund der für einen Ort dieser Größe außergewöhnlich hohen Anzahl von Denkmälern besaß die Radebeuler Stadtverwaltung einen eigenen Fachbereich Denkmalschutz, was im Normalfall nur für kreisfreie Städte und Landkreise vorgesehen ist und nur in Ausnahmefällen für Kreisstädte genehmigt wird. In Sachsen galt dies neben Radebeul nur noch inFreiberg und inPirna.
Zum 1. Juli 2012 jedoch „opfert[e] Radebeul den Denkmalschutz“, um alle „Register für dieLandesbühnen Sachsen“ ziehen zu können.[40] Die Zuständigkeit für den Denkmalschutz wurde an denLandkreis Meißen nachGroßenhain abgegeben. Im Gegenzug sollte das „Landratsamt darüber nach[denken], ein Beratungszimmer im Jobcenter auf der Dresdner Straße [in Radebeul] einzurichten.“[40] Damit „verlier[t] Radebeul [das] über Jahrzehnte zusammengetragene[…] Denkmalarchiv, eine echte Schatzkammer an Wissen“ sowie die „Fachkompetenz und [das] Engagement der Mitarbeiter für ihre Stadt.“[41] Die „rein ökonomischen Gründe[…]“[41] und die mehrheitliche Entscheidung des Stadtrats wurden vom Oberbürgermeister so erklärt, dass insbesondere die „immer weiter anwachsenden Belastungen […] der unteren Denkmalschutzbehörde ohne sachgerechten finanziellen Ausgleich sowie die seitens des Landes erzwungene regelmäßige finanzielle Beteiligung der Stadt an den Landesbühnen“ nebst dem vom ehemaligen Regierungspräsidium „»ererbten« Bearbeitungsrückstau bei den Steuerbescheinigungen“ zur Denkmalabschreibung zu dieser Entscheidung gezwungen haben.[42]
Nachdem es in Radebeul gehäuft zu unmaßstäblichen und architektonisch unpassenden Neubauten kam, die den Villen- und Gartenstadtcharakter des Ortes gefährdeten, formierte sich Protest aus der Bevölkerung dagegen. Schließlich wurde 2021 ein Expertenrat für Neubauten einberufen, sodass bei Neubauvorhaben der einmalige historische Charakter Radebeuls erhalten wird.[43]
Als bedeutendstes Denkmal steht auf dem Kirchhof der Friedenskirche in Kötzschenbroda das 2005 restaurierte Sandstein-BildwerkChronos und die Trauernde oder auchChronos und klagendes Weib (wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert). Darüber hinaus führt die Objektliste desvereins für denkmalpflege und neues bauen weit über 200 ObjekteKunst im öffentlichen Raum auf (viele davon Denkmäler, Stelen, Plastiken oder Gedenksteine). Darunter befindet sich das Grabmal vonKarl und Klara May.
Am 26. Juli 2005 wurden in Radebeul vor demWettin-Haus, am Anfang der Moritzburger Straße, im Rahmen des gleichnamigen Projektsfünf Stolpersteine im Andenken an Mitbürger verlegt,[44] die nachTheresienstadt beziehungsweiseAuschwitzdeportiert und dort ermordet wurden.
1950 zog dieLandesoper Sachsen von Dresden-Gittersee nach Radebeul, aus der dieLandesbühnen Sachsen entstanden. Das Stammhaus befindet sich in Radebeul, weitere Spielstätten sind dieFelsenbühne Rathen und derDresdner Zwinger. Es werden Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Ballett oder Sinfoniekonzerte aufgeführt. An denKarl-May-Festtagen ist die Landesbühne federführend beteiligt.
Im Bahnhof Radebeul-West befand sich ab 2006 dasPalastkino. Das Kino verfügte über neun Sitze und wurde alsKleinstes Kino der Welt insGuinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Es liefen vor allem Kult- undIndependent-Filme. Das Kino wurde an Privatleute, Vereine, Kindergärten, Schulen oder Firmen vermietet.
Die TheatergruppeHeiterer Blick wurde 1946 in Radebeul gegründet. In der Geschichte derAmateurtheatergruppe gab es Abspaltungen und Wiedereingliederungen anderer sächsischer Theatergruppen. In den siebziger Jahren wurde als Jugendtheater Planeta (heuteKBA) die produktivste Phase unter der Leitung von Klaus Kunick (geb. 1933; gest. 6. August 2007) mit zeitweise über hundert Mitgliedern und vier Inszenierungen pro Jahr erreicht. Gespielt wurde im KlubhausHeiterer Blick und auf zahlreichen Gastspielen. Seit den 1990er Jahren wird in wesentlich kleinerer Besetzung gespielt. In den letzten Jahren waren die bedeutendsten Auftritte bei denHanauer Internationalen Theatertagen, beim 60-jährigen Bestehen des Vereins (2006) und beim Internationalen Wandertheaterfestival inAltkötzschenbroda. Der Verein ist Mitglied desLandesverbandes der Amateurtheater Sachsens. Bekannte Mitglieder des Theaters waren/sindRolf Ludwig, Klaus Kunick, Friedemann A. Nawroth und Ruth Kelker.
Das Radebeuler christliche Amateur-WandertheaterKERIJAtheater tritt in ganz Sachsen, vorwiegend in christlichen Gemeinden, auf.
Kabarett gibt es seit dem 24. September 2004 wieder im KGB (Kabarett-Gewölbe-Bürgergarten) in Altkötzschenbroda.
Radebeul hat eine eigene Hymne, dasLößnitzlied, dessen Musik und Worte von Herbert Schweiniger stammen.[45]
Historisch gesehen gab es in der Lößnitz zahlreiche Gesangsvereine, von denen einige noch heute existieren. Der älteste noch aktive Chor ist derMännerchor Radebeul „Liederkranz“ von 1844, der 1997 vom damaligen BundespräsidentenRoman Herzog dieZelter-Plakette erhielt. Knapp 85 Jahre lang gab es, bis Mitte der 1950er Jahre, mit derLößnitz-Kapelle ein eigenständiges Stadt-Sinfonieorchester. Seit etwa jener Zeit bespielen dieLandesbühnen Sachsen ihr Haus in Radebeul.
Musikalisch betätigt wird sich in derMusikschule des Landkreises Meißen, im Musikhaus Radebeul (Ost), bei der Chorgemeinschaft Radebeul-Lindenau 1895 e.V., dem Männerchor Radebeul e.V. sowie dem 1987 gegründeten Lößnitzchor e.V. Radebeul[46] und in den Kirchen.
Villa Shatterhand, Wohnsitz Karl Mays; heute Karl-May-MuseumSchmalspurausstellung am Bahnhof Radebeul-OstHistorische Weinpresse am Schloss Hoflößnitz
Am 1. Dezember 1928 wurde 16 Jahre nach seinem Tod in Karl MaysVilla Shatterhand in der Karl-May-Straße dasKarl-May-Museum eröffnet. Dort findet sich neben der 1985 eröffneten Ausstellung „Karl May – Leben und Werk“ auch das restaurierte und mit dem originalen Inventar ausgestattete Arbeitszimmer Mays, seine Bibliothek sowie der Empfangssalon (das sogenannteSascha-Schneider-Zimmer), ferner das Arbeitszimmer Klara Mays. Alle Räume sind in jenem Einrichtungszustand wie zu ihrem jeweiligen Lebensende eingerichtet. Auch sind derHenrystutzen, derBärentöter und dieSilberbüchse nebst einer Büste vonWinnetou ausgestellt.
In dem ebenfalls auf dem Gelände stehenden BlockhausVilla Bärenfett ist eine einzigartige völkerkundliche Indianerausstellung zu sehen. Der Grundstock der Indianersammlung stammt noch von Karl und Klara May. Der bedeutendste Teil der etwa 850 musealen Objekte aus dem Lebens- und Kulturkreis der nordamerikanischen Indianer stammt jedoch vom Mitbegründer und langjährigen Verwalter des Museums,Patty Frank, der seine vollständige Sammlung zur Verfügung stellte.
DasSächsische Weinbaumuseum Hoflößnitz zeigt Informationen über den Weinbau in der Lößnitz in Form einer ständigen Ausstellung imBerg- und Lusthaus. Alltägliche Gegenstände zeigen die Arbeit der Winzer vom Rebschnitt im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst. Auch Wissenswertes über die Reblaus ist zu finden. ImKavalierhaus finden mehrmals jährlich wechselnde Sonderausstellungen zum Weinbau, zur bildenden Kunst und zur Heimatgeschichte statt. Die Freifläche ist dem hiesigen Förderer des Weinbaus, LandwirtschaftsratCarl Pfeiffer gewidmet.
DasSSBSchmalspurbahnmuseum Radebeul fand seinen Platz in dem alten Gebäude des historischen Güterbodens am Bahnhof Radebeul Ost. Das zum Kulturdenkmal erklärte Gebäude stand seit Anfang der 1990er Jahre leer, sollte 1995 abgerissen werden. Durch die schonende Sanierung war nicht nur die Möglichkeit einer interessanten Weiternutzung eröffnet, auch die Sanierung selbst wurde 2006 mit dem Radebeuler Bauherrenpreis ausgezeichnet.[47] Davor stehen am Bahnhof Radebeul-Ost zahlreiche Lokomotiven und Waggons als Dauerausstellung.
DieStadtgalerie Radebeul am Anger von Altkötzschenbroda zeigt wechselnde Kunstausstellungen, ob zeitgenössische Malerei, Grafik, Plastik oder Fotografie wie auch Bildende und Angewandte Kunst aus der an Künstlern in der Lößnitz reichen Vergangenheit. Im Nebengebäude befindet sich mit derHeimatstube Kötzschenbroda einHeimatmuseum.
DasLügenmuseum im historischenGasthof Serkowitz ist eine Sammlung zeitgenössischer bildender Kunst überwiegend expressionistische Installationen, von dadaistischen Arrangements skurriler Küchen- und Handwerksgegenstände des beginnenden 20. Jh. über politische Reflexionen der DDR-Vergangenheit bis hin zu religionskritischen Persiflagen der christlichen Heiligenverehrung.
DasDDR-Museum Zeitreise als museale Dauerausstellung alltäglicher Gegenstände wollte in der Meißner Straße im ehemaligen Gebäude desVEB Kraftwerksanlagenbau von 2006 bis zur Insolvenz 2016 nicht nurInteressantes aus der DDR-Zeit zeigen, sondern vor allem „das Leben hinter dem Eisernen Vorhang zum Anfassen“. Ab 2017 werden die Ausstellungsexponate im DresdnerHochhaus am Albertplatz gezeigt.
Von 1960 bis 2004 befand sich diePuppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Hohenhaus.
2007 gibt es 21 Sportvereine, die unter anderem 2 Sportstadien (Lößnitzstadion,Weinbergstadion), das Sport- und FreizeitzentrumKrokofit, Tennisplätze und Bootshäuser an derElbe nutzen. Außerdem gibt es seit Frühling 2008 einen Skatepark an der Freizeitanlage „Weißen Haus“. ZumKrokofit gehört eine ganzjährig genutzte Schwimmhalle, darüber hinaus stehen im Sommer mit demBilzbad und demLößnitzbad zwei Freibäder zur Verfügung.
Entsprechend den zwei großen, traditionsreichen Industrieunternehmen gibt es zwei davon abstammende Sportvereine mit einem breiten Angebot an verschiedenen Sportarten: Auf den Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG – Werk Radebeul (ehemals Dresdner Schnellpressen-Fabrik/Planeta/Polygraph Druckmaschinenwerk Planeta) geht derSpiel- und Sportverein SSV Planeta Radebeul e.V. zurück und auf das Pharmazieunternehmen AWD (Chemische Fabrik v. Heyden/Chemische Werke Radebeul/Arzneimittelwerk Dresden) derBSV Chemie Radebeul e.V., alsSportvereinigung Chemische von Heyden 1931 gegründet. Er bietet ein Programm von „A wie Aikido bis W wie Winterschwimmen“ (Zitat Eigenwerbung).
Fußball wird im 1908 gegründetenRadebeuler BC 08 gespielt, dem sich die Fußball-Abteilungen von Planeta und Chemie angeschlossen haben, um eine schlagkräftige Radebeuler Mannschaft zu formen. Diese erreichte 2009 mit ihrem Trainer, dem ehemaligen DDR-RekordnationalspielerDixie Dörner, den Aufstieg in dieSachsenliga. DieBSV Chemie Radebeul – Abteilung Tennis gehört mit einer Ostliga- und mehreren Oberliga-Mannschaften zu den erfolgreichsten Tennisvereinen im Raum Dresden. Die Handballer von SSV Planeta und BSV Chemie haben sich am 15. Dezember 2004 zumRadebeuler Handball-Verein zusammengetan. ImRadebeuler Badminton-Verein ist seit 1994Andreas Benz als Spieler und Trainer aktiv, der in dieser Zeit unter anderem denVizeweltmeistertitel im Mixed bei den Senioren errang. 2006 verließen die erfolgreichen Radebeuler NachwuchsspielerDaniel Benz, Gewinner desSilbernen Federballs 2005 und Sohn von Andreas Benz, sowie dieJunioren-Europameisterin des Jahres 2005Janet Köhler Sachsen, um ihre Sportlerkarrieren weiter voranzutreiben. Benz ging zum Badmintongymnasium Frankfurt und spielt heute in derBundesliga, darüber hinaus ist erDeutscher Hochschulmeister im Herrendoppel 2010/2011. Währenddessen ging Köhler zumOlympiastützpunkt inMülheim an der Ruhr.[48] 2011 wurde sie die ersteSpeed-Badminton-Weltmeisterin.
Es gibt in Radebeul darüber hinaus einen Verein für Rehabilitations- und Gesundheitssport, für Hundesport, Mountainbiking, einen Schützenverein, einen Schwimmclub, einen Verein fürFlag Football und American Football(Suburbian Foxes) und für Tischtennis.
Neben demKarl-May-Fest ist das alljährlich in Altkötzschenbroda stattfindendeHerbst- und Weinfest das zweite große Festwochenende Radebeuls. Das Herbst- und Weinfest findet in der Regel am letzten Wochenende im September statt und wird seit 1995 durch ein parallel stattfindendesInternationales Wandertheaterfestival bereichert. 2007 waren 50 000 Besucher beim Weinfest/Theaterfestival.[49]
DerRadebeuler Grafikmarkt, der 1978 gegründet wurde und jedes Jahr im Herbst stattfindet, erfreut sich großer Beliebtheit. Hier stellen viele der renommierten Künstler und Grafiker ihre Arbeiten vor.
Einmal im Jahr findet derSpitzhaustreppenlauf über 397 Stufen statt. Er wird seit 2005 vom Veranstalter alsSächsischer Mt. Everest Treppenmarathon durchgeführt. 2011 traten bei dem Wettkampf über 700 Teilnehmer an.[50]
Ein weiterer landschaftlich schöner Lauf ist derLößnitzgrundlauf Radebeul, der seit 2004 einmal jährlich Ende September mit Start und Ziel am Bilzbad einlädt.
Jährlich im November vergibt derverein für denkmalpflege und neues bauen radebeul zusammen mit der Stadtverwaltung denRadebeuler Bauherrenpreis, unter anderem in den KategorienDenkmalsanierung,Altbausanierung undNeues Bauen (2006 als zehntes Jubiläum). Statt wie üblich der Architekt, wird der jeweiligeBauherr für qualitätsvolles Bauen ausgezeichnet. Diese besondere Vorgehensweise fand 2005 Aufnahme alsBest Practice im Zweiten Bericht zur Baukultur des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Der jährlich im September stattfindende internationaleTag des offenen Denkmals wird in Radebeul aktiv begangen, ebenso wie eine Radebeuler Spezialität, derTag der offenen Aussicht, der sich im jährlichen Rhythmus jeweils im Frühjahr mit demTag des offenen Gartens abwechselt. Hinzu kommt um Pfingsten herum der zweitägigeTag des offenen Weinberges, zu dem die Radebeuler Steillagenwinzer in die drei Weinbergslagen derRadebeuler GroßlageLößnitz einladen. Gut zwei Monate später wird auch in Radebeul zum sächsischenTag des offenen Weinguts entlang derSächsischen Weinstraße geöffnet.
Die Stadt Radebeul verleiht jährlich denKunstpreis der Großen Kreisstadt Radebeul an Künstler, Ensembles oder Kunstförderer, die für Radebeul von künstlerischer Bedeutung sind. Alle zwei Jahre vergibt derradebeuler couragepreis e.V. am Jahrestag des Waffenstillstands von Kötzschenbroda in der Friedenskirche denRadebeuler Couragepreis.
Mit einer Herbst-Arbeitslosenquote von 4,9 % (Stand November 2021) hatte die Agentur für Arbeit im Landkreis Meißen eine günstige Arbeitslosenquote in Sachsen, 0,1 % weniger als im Vormonat. Coronabedingt lag diese Zahl im November 2020 bei 5,6 %, im Vergleichsmonat 2019 hatte sie ebenfalls bei 4,9 % gelegen. Im Bereich der Radebeuler Geschäftsstelle (zuständig für Radebeul, Coswig, Radeburg und Moritzburg) lag die Zahl bei 3,6 %; im Coronavorjahr lag die Arbeitslosigkeit bei 4,4 %.[51]
Für die Stadt Radebeul selbst gilt, dass sie im Mai 2016 unter 5,0 % Arbeitslosigkeit kam, was statistisch alsVollbeschäftigung gilt. Die Stadt war damit die erste sächsischeMittelstadt oder größer, die das Ziel der Vollbeschäftigung erreicht hatte. Dabei ist sogar einEinpendlerüberschuss zu verzeichnen, d. h. mehr Beschäftigte pendeln nach Radebeul zur Arbeit als Radebeuler nach außerhalb zur Arbeit fahren.[52]
Die nächstgelegene AnschlussstelleDresden-Neustadt zurAutobahn 4 befindet sich drei Kilometer östlich der Stadtgrenze. Am 12. Dezember 2011 wurde die neueStraßenbrücke Niederwartha freigegeben, die den Westen Radebeuls direkt mit derBundesstraße 6 verbindet (NeubauStaatsstraße 84) und den Zugang zur Autobahn 4 über die AnschlussstelleDresden-Altstadt erleichtert. Die Meißner Straße, die Dresden mit Meißen verbindet, ist alsStaatsstraße 82 gewidmet.
Der Bahnhof Radebeul Ost ist Ausgangspunkt derschmalspurigenLößnitzgrundbahn (auchLößnitzdackel, Bahnstrecke Radebeul–Moritzburg–Radeburg), die am Kreuzungspunkt mit derStraßenbahnlinie 4 derDresdner Verkehrsbetriebe noch denHaltepunkt Weißes Roß hat sowie im weiteren Verlauf kurz vor demHaltepunkt Lößnitzgrund aufReichenberger Grund wechselt. Die Lößnitzgrundbahn wird ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieben. Die Straßenbahn wurde 1899 als schmalspurige StraßenbahnlinieLößnitzbahn (1000 mm) errichtet und 1929/1930 auf die Dresdner Straßenbahn-Spurweite (1450 mm) umgespurt. Sie verbindet Radebeul sowohl mit Dresden als auch mit Coswig und Weinböhla.
Der nächstgelegene Flughafen ist derFlughafen Dresden im Nordwesten von Dresden, gut über die Autobahn zu erreichen. Von dort fliegt unter anderem die FluggesellschaftLufthansa Cityline, die 2006 ein Flugzeug vom TypBombardier CRJ900 nach Radebeul benannt hat (D-ACKH).[53]
In Radebeul sind einige Industrieunternehmen ansässig, so der DruckmaschinenherstellerKoenig & Bauer AG – Werk Radebeul (ehemals Planeta) mit etwa 2300 Mitarbeitern. Das aus der 1898 gegründetenDresdner Schnellpressen-Fabrik (ab 1938Planeta, ab 1948 VEB Polygraph Druckmaschinenwerk Planeta) hervorgegangene, imIndustriegebiet Naundorf liegende, Werk ist innerhalb der Koenig & Bauer AG, des ältesten Druckmaschinenherstellers der Welt, komplett für die Herstellung aller Bogenoffset-Druckmaschinen zuständig. Mit einem Umsatz von 520 Millionen Euro war das Werk 2001 der größte Maschinenbaubetrieb in Ostdeutschland.[24]
Arevipharma, Meißner Straße 35
Im Januar 2000 wurde das Wirkstoff-Synthesewerk des AWD (ehemals Arzneimittelwerk Dresden,Chemische Fabrik v. Heyden) in Radebeul mit rund 200 Beschäftigten aus dem Unternehmen gelöst, direkt an Degussa-Hüls verkauft und 2004 von Hexal als eigenständiges TochterunternehmenHEXAL Syntech GmbH übernommen. Nach dem Hexal-Verkauf an Novartis verblieb die eigenständige Hexal Syntech bei der Jossa Arznei GmbH, einer Gesellschaft der ehemaligen Hexal-EigentümerAndreas und Thomas Strüngmann, die sie 2020 an neue Eigentümer in Südkorea verkauften. Die imIndustriegebiet Radebeul liegende Unternehmung heißt heutearevipharma.
Die restliche AWD GmbH in der Leipziger Straße in Dresden (ehemals Gehe) wurde 2001 in AWD.pharma GmbH & Co. KG umfirmiert und im selben Jahr mit etwa 650 Beschäftigten durch den kroatischen Pharmakonzern Pliva übernommen. Mit diesem zusammen ist AWD.pharma seit 2006 Teil des internationalenGenerika-HerstellersBarr Pharmaceuticals. 2006 wurde die Arzneimittelproduktion im Dresdner Betriebsteil an die italienische Menarini-Gruppe verkauft, woraufhin der Sitz des traditionsreichen Pharmaunternehmens AWD.pharma 2007 in den Wasapark an der Meißner Straße in Radebeul verlegt wurde. Teile der AWD-Forschung in Radebeul (ehemaliges Biologisches Institut von Madaus) wurden in die selbstständigen Forschungsgesellschaften elbion AG und MEDA Pharma überführt.
Gegenüber Arevipharma: Thomas Exclusive Cars, Autohändler für Rolls-Royce, Ferrari, Lamborghini, Bentley und Aston Martin
In dem ehemals zum AWD gehörenden Werksgebäude an der Ecke Meißner Straße/Forststraße befindet sich ein Motorradgeschäft fürHarley-Davidson. Es gehört zu dem auf der anderen Straßenseite liegenden MehrmarkenhändlerThomas Exclusive Cars, der die AutomarkenRolls-Royce,Ferrari,Lamborghini,Bentley undAston Martin anbietet. Als einer von fünf lizenzierten Vertragshändlern für Rolls-Royce ist er für den gesamten ostdeutschen Raum einschließlich Berlin zuständig.
1902 gründete der IngenieurJohannes Wilhelm Hofmann in Kötzschenbroda die erste „Fabrik für elektrische Apparate“ in Europa zur Herstellung der von ihm erfundenen, patentierten Nietverbinder für elektrische Freileitungsdrähte. 1912 exportierte das Unternehmen in 26 Länder weltweit. Unter dem NamenElektroarmaturenwerk JWH entstand einer der größten Industriebetriebe der Region; die Produkte wurden in den 1920er Jahren weltweit exportiert.
1925 beteiligte sich Hofmann an der 1911 gegründeten Firma von Richard BergnerRIBE Bayerische Schrauben- und Federnfabrik Schwabach. 1927, anlässlich des 25. Firmenjubiläums, erhielt Hofmann für seine Verdienste dieEhrenbürgerwürde der Stadt Kötzschenbroda. 1937 lieferte das Werk sämtliche in Deutschland benötigten Hochspannungsarmaturen sowie 75 % aller benötigten Verbindungsarmaturen. 1951/1952 wurde Hofmann aus der Unternehmensleitung verdrängt und das Unternehmen in Radebeul enteignet. Hofmann siedelte nachNürnberg um und erteilte RIBE die exklusive Nutzung aller seiner Patente und Schutzrechte. Die DDR führte sein enteignetes Unternehmen alsHochspannungs-Armaturenwerk (HAW) weiter. Man produzierte neben Freileitungs- auch Fahrleitungsarmaturen für dieDeutsche Reichsbahn und Nahverkehrsbetriebe derDDR. 1991 wurde die Firma von derRichard Bergner Elektroarmaturen übernommen und zur selbstständig agierendenRIBE Elektroarmaturen Radebeul umfirmiert.
Sächsisches Staatsweingut auf Schloss Wackerbarth
DasSächsische Staatsweingut GmbH Schloss Wackerbarth auf dem gleichnamigen Schloss in Niederlößnitz präsentiert sich heute alsErlebnisweingut. Die Produktangebote erstrecken sich von Weißweinen und Rotweinen über Sekte in klassischer Flaschengärung bis hin zu Bränden. Außerdem wird durch das Unternehmen die auf das Jahr 1836 zurückgehende Tradition derSektkellerei Bussard gepflegt, die damit die zweitälteste Sektkellerei Deutschlands darstellt. Daneben wird die Lößnitz-Winzerei noch durch das städtische Weingut Hoflößnitz sowie private Weingüter vertreten.
Die Niederlassung Ost des MobilfunkanbietersVodafone D2, zuständig für den Südteil Ostdeutschlands, befindet sich ebenfalls in Radebeul.
Produktionsstandort der Teehaus GmbH
Ferner kommen aus RadebeulNudossi, der Haselnuss-Nougat-Brotaufstrich des Herstellers Vadossi, sowie Tees der MarkeTeehaus derTeehaus GmbH, dem zweitgrößten Produktionsstandort der weltweitenTeekanne-Gruppe.
Im Laufe der Radebeuler Industriegeschichte gab es viele weitere, zum Teil auch international erfolgreiche Unternehmen. So entstand 1920 dieSächsische Präzisionswaagenfabrik Dresden, die 1927 nach Radebeul zog. Sie gab sich 1935 den NamenRapido-Werke. Aufgrund steigender Exportzahlen wuchs sie bis auf 600 Beschäftigte, wurde aber nach Kriegsende demontiert. Als VEBWägetechnik Rapido fusionierte sie 1970 mit der aus der 1898 gegründeten Radebeuler FirmaMaschinenfabrik Göhring & Hebenstreit, einem Waffelbackanlagenhersteller, hervorgegangenen VEBSpezial und produzierte ab 1982 auch Geldautomaten. 1989 war der Betrieb mit 1.400 Beschäftigten Teil des KombinatsNagema. 1997 wurde das Unternehmen von der im Westen von einem der Gründersöhne aufgebauten FirmaHebenstreit übernommen und zurHebenstreit-Rapido GmbH umfirmiert.
DieDresdner Werkzeugmaschinenfabrik C. Richard Auerbach verlegte 1885 seine Schlosserei von Dresden nach Kötzschenbroda. Es wurden Reibemaschinen, Schneidmaschinen und Mohnmühlen hergestellt. Folgefirmen bauten elektrische Lichtanlagen, Kraftanlagen und Dampfturbinen. 1991 gründete ein Radebeuler Einzelunternehmer denEdelstahl-Anlagenbau Tristan Köhler als Nachfolgefirma.
DieSchaumaplast Sachsen und dieSchaumaplast Isolierstoffe sind die Nachfolgefirmen der 1885 von Bruno Bergmann (1843–1929) in Dresden gegründetenFeinseifen- und Parfümfabrik Bergmann & Co., auch „Seifen-Bergmann“ genannt, die 1890 nach Radebeul in die Hellerstraße umzogen. Der Hoflieferant feiner Seifen mit demSteckenpferd-Signet belieferte mit seinen Produkten, allen voran dieSteckenpferd-Lilienmilchseife, nicht nur inländische Abnehmer, sondern über seine Niederlassungen in Arnheim, Brüssel, Tetschen, Warschau und Zürich auch ausländische Kunden. Nach mehr als 200 Mitarbeitern in den 1920er Jahren wurde das Unternehmen 1950 enteignet und 1954 zum weiter exportorientiertenVEB Steckenpferd umgewandelt. Anfang 1958 beschloss die Belegschaft, den Plan mit 100.000 US-Dollar überzuerfüllen, um das Geld zum Kauf eines gebrauchten Handelsschiffs zu spenden. Aus dieser Initiative wurde die DDR-weiteSteckenpferd-Bewegung, der sich etwa 1600 weitere Betriebe anschlossen und die um 1960 zahlreiche Frachtschiffskäufe ermöglichte. 1965/1966 wurde der Betrieb schrittweise von der Seifenproduktion auf die Herstellung von Isolier- und Verpackungsmaterialien ausPolystyrol umgestellt und später als Betriebsteil demPreßwerk Ottendorf-Okrilla angegliedert. Nach dessen Abwicklung 1991 kam der Radebeuler Betrieb zurSchaumaplast GmbH inReilingen.
Produktionsstätte der Unitedprint.com SE in Radebeul
Seit 2003 ist im Naundorfer Industriegebiet mit der Firmaunitedprint.com SE(print24) eine Online-Druckerei ansässig, die als Neueinrichtung nach Aufgabe des 2002 in Meißen überflutetenMDH Meißener Druckhauses entstand. Die alsEuropa-AG organisierte Firma betreibt nach eigenen Angaben mittlerweile Niederlassungen in 22 Ländern und beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter.[54]
Auf dem Grundstück schräg gegenüber firmiert dieEllerhold Gruppe, ein bereits 1987 bei Nürnberg gegründeter Hersteller von Druckerzeugnissen für die Innenwerbung wie auch mit Großplakaten für die Außenwerbung, für Kartons, Verpackungen und Etiketten. Auch dieser ist mit zahlreichen Vertriebs- und Produktionsstandorten in zahlreichen europäischen Ländern vertreten.
Der LogistikdienstleisterHasse Transport ist seit 1894 inAltlindenau ansässig. Das Unternehmen ist in den Bereichen Nah- und Fernverkehr, Containerdienst, Schüttguttransport, Kanalreinigung, Tiefbau und Abriss tätig. Die etwa 80 Mitarbeiter arbeiten von den zwei Standorten in Lindenau undKötzschenbroda aus.
Der Fernsehsender MyTVplus hat seinen Ursprung in Radebeul und ist sachsenweit in Kabelnetzen empfangbar.
Insgesamt gibt es etwa 2.600 eingetragene Gewerbeunternehmen.
Madaus, Gartenstraße, heute eine WohnanlageBilz-Sanatorium 1897Firmengebäude von Koebig an der Meißner Straße, 2008 (links oben die Autobahn)
DieChemische Fabrik v. Heyden in Radebeul war die weltweit erste Arzneimittelfabrik, die in industriellem Maßstab die Produktion eines Arzneimittelstoffes, derSalicylsäure, durchführte.[24] Sie wurde 1874 von dem ChemikerFriedrich von Heyden in der Meißner Straße 35 aufgebaut. Sie entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Chemieunternehmen Sachsens und war gleichzeitig der Beginn derIndustrialisierung Radebeuls. Viele bekannte und erfolgreiche Chemiker arbeiteten dort. Nach der Enteignung 1948 wurde das Unternehmen am 1. Januar 1961 in dasVEB Arzneimittelwerk Dresden eingegliedert.
Von 1929 bis 1945 hatte die FirmaMadaus ihren Stammsitz in Radebeul. Während dieser Zeit wurde das das Immunsystem stimulierendeEchinacin eingeführt. Am 1. April 1951 wurde das nach dem Zweiten Weltkrieg enteignete und verstaatlichte Stammhaus der Arzneimittelfabrik Dr. Madaus & Co mit dem enteigneten Dresdner Stammhaus derGehe & Co. zum VEB Arzneimittelwerk Dresden zusammengelegt.
Mit der Integration der Chemischen Werke Radebeul (ehemalige Chemische Fabrik v. Heyden) 1961 in dasArzneimittelwerk Dresden entstand einer der größten Arzneimittelhersteller der DDR mit etwa 3.000 Beschäftigten. 1970 wurde das Unternehmen zum Kombinat erhoben und 1979 zum Stammbetrieb des neugegründetenVEB Pharmazeutisches Kombinat Germed. Das Arzneimittelwerk Dresden war das Zentrum der Arzneimittelforschung der DDR, Ende der 1980er Jahre gehörten 13 Betriebsteile mit etwa 3600 Beschäftigten dazu. Bis 1989 wurden 27 Originalentwicklungen auf den Markt gebracht. 1990 wurde das Arzneimittelwerk Dresden in die AWD GmbH umgewandelt und 1991 an ASTA Medica verkauft. In den Folgejahren konnte der Synthesestandort Radebeul (Meißner Straße, ehemals v. Heyden) erhalten werden, AWD wurde Forschungs- und Produktionsstandort der ASTA Medica in Deutschland. Gleichzeitig wurden 10 der 13 Betriebsteile stillgelegt, so auch das ehemalige Madaus-Werk in der Radebeuler Gartenstraße, und die Zahl der Beschäftigten sank bis Ende der 1990er Jahre auf etwa 900. Mit der Fusion der Degussa-Hüls AG im Jahr 1999 und ihrer Konzentration auf Spezialchemie begann die Trennung von ASTA Medica und die Zerlegung der AWD in mehrere Folgeunternehmen.
1892 bekam der NaturheilkundlerFriedrich Eduard Bilz die Genehmigung zur Eröffnung desBilz-Sanatoriums, das dieWehrmacht während des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte und als Reservelazarett umwidmete. Nach dem Krieg wurde das Gebäude u. a. als Finanzschule und Institut für Lehrerbildung genutzt. Jetzt dient es zu Wohnzwecken.
Mit der 1890 gegründetenRadebeuler Maschinenfabrik August Koebig gab es in Radebeul einen weiteren Druckmaschinenhersteller, der nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem NamenVEB Ramasch zum wichtigsten Zulieferbetrieb der polygrafischen und papierverarbeitenden Industrie der DDR wurde. 1968 erfolgte die Übernahme durch das ebenfalls in Radebeul ansässigeVEB Polygraph Druckmaschinenwerk Planeta (heuteKoenig & Bauer AG – Werk Radebeul).
DieSektkellerei Bussard wurde 1836 alsFabrik für moussirende Weine gegründet, die zweitälteste Sektkellerei Deutschlands. Später nannte sich die FirmaNiederlößnitzer Champagnerfabrik, bevor aus ihr 1897 die Sektkellerei Bussard wurde. Ab 1978 wurde die Sektproduktion nur noch auf dem Gelände von Schloss Wackerbarth betrieben, da das dort verwendete Tankgärverfahren produktiver als die Flaschengärung war. Später erwarb Schloss Wackerbarth die Rechte an Bussard.
DasTeehaus, die Villa von Otto E. Weber auf dem Fabrikgelände
Die ehemaligeKaffeesurrogatfabrik Otto E. Weber war ein international ausgezeichneter Hersteller von Kaffeegewürzen und Würfeltee. Das im 19. Jahrhundert gegründete Unternehmen wurde 1937 „arisiert“ und 1946enteignet. 1952 wurde es mit dem ebenfalls enteigneten Stammhaus der heutigen Teekanne-Gruppe zur heutigenTeehaus GmbH zwangsfusioniert.[55]
Die 1868 von Gustav Schmidt in Dresden gegründete Fertigung für Nähmaschinenschiffchen verlegte 1897 den Firmensitz nach Kötzschenbroda. Anfang des 20. Jahrhunderts war diese Firma zeitweise das größte Industrieunternehmen des heutigen Radebeul. 1918 erfolgte die Fusion mit einem Dresdner Konkurrenzunternehmen zurNähmaschinenteile AG (ProduktmarkeNähmatag GS). 1935 waren in der Kötzschenbrodaer Fabrik zirka 1000 Beschäftigte hauptsächlich für den Export angestellt. Nach Zwangsverwaltung, Demontage und Neuanfang 1946 konzentrierte sich der Betrieb alsWerk 2 des VEB Nähmaschinenteilewerke Dresden („Schiffchenfabrik“) ganz auf Teile für Industrienähmaschinen. 1990 wurde das Unternehmen von der Treuhandanstalt stillgelegt.
1887 wurde im Radebeuler Fabrikbezirk unter der Adresse Meißner Straße 1–15 dieMetallplakate-Fabrik und Prägeanstalt Saupe & Busch gegründet, die als Verpackungshersteller bis zur Jahrhundertwende kontinuierlich wuchs. 1907 wurde sie, nach dem Bankrott ihres Besitzers Richard Busch, durch die neugegründetenUnion-Werke aufgenommen. Bis 1913 wuchs das Unternehmen mit über 1.000 Beschäftigten zum zweitgrößten Arbeitgeber der Region an. Zwischen der Dresdner Stadtgrenze und der heutigen Autobahn gelegen, betrug die überbaute Betriebsfläche etwa einen Hektar. Das Produktionsprogramm in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand aus Blechverpackungen (Emballagen), Schildern sowie Plakaten und Werbetafeln unter anderem für 35 deutsche Brauereien. Nach 1945 wurde die Aktiengesellschaft enteignet, demontiert und dann als Volkseigener BetriebUnion-Emballagen- und Emaillierwerk bis Mitte der 1950er Jahre weitergeführt. Die meisten Betriebsgebäude wurden damals schon fremdgenutzt und ab 1990 teilweise abgerissen.
Verwaltungsgebäude Elektrizitätsverband Gröba
Am 2. Juni 1896 wurden dieRadebeuler Guss- und Emaillier-Werke gegründet. Die Werke gingen aus der seit 1876 bestehenden FirmaGebrüder Gebler hervor. Um 1910 wurden 3000 Tonnen Eisen verarbeitet. 1951 gab es 700 Beschäftigte. Das Werk wurde 1970 stillgelegt.
Die 1907 in Radebeul gegründeteWaffelfabrik Haubold & Richter stellte Waffeln, Lebkuchen und Zwieback her. Sie bezog ihre Maschinen von derMaschinenfabrik Göhring & Hebenstreit. 1993 wurde der inzwischen zurDauerbackwaren GmbH umfirmierte Betrieb vonBahlsen übernommen und stillgelegt.
Der VEBZerkleinerungsmaschinen ZERMA war der einzige DDR-Betrieb, der Maschinen zur Verkleinerung von Plastik herstellte. Das Werk gab es von der Privatgründung in den 1950ern bis zum Konkurs 1995. In den 1980er Jahren waren dort 120 Mitarbeiter beschäftigt.
DieRadebeuler Schuhfabrik (Raschufa) entwickelte sich in den 1930er Jahren zum größten Hersteller von Stoffschuhen in Deutschland. 1925 zog sie vonDresden-Gruna nach Oberlößnitz in dieVilla Moritz Hermann Schmidt und 1933 von dort in die Gartenstraße 70–72 im Radebeuler Fabrikbezirk. 1958 wurden als Höchstleistung 2,16 Millionen Paar Schuhe („Damenstraßenschuhe aus Austauschstoffen“) pro Jahr produziert. Die Fabrik existierte von 1916 bis zu ihrer Auflösung durch Liquidation 1993. Zu DDR-Zeiten gehörte der BetriebVEB Radebeuler Schuhfabrik zumKombinat Schuhe.
Ab 1924 war, nach dem Beitritt desGemeindeverbands Elektrizitätswerk Niederlößnitz im Jahr 1920, in Niederlößnitz der Sitz desElektrizitätsverbands Gröba, der sich statt des Verwaltungssitzes auf dem RittergutGröba ein neuesVerwaltungsgebäude im Körnerweg 5 errichtete. Dieses wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der sowjetischen Kommandantur und später desVEB Energiebau. Der Elektrizitätsverband ging imEnergiekombinat Ost auf.
Der ChemikerRichard Seifert (1861–1919) war bereits als Assistent des ProfessorsRudolf Schmitt wesentlich an der Entwicklung der Salicylsäuresynthese beteiligt. Später wohnhaft in Radebeul und Direktor der dort ansässigenChemischen Fabrik v. Heyden, entwickelte er 1891/1892 die Rezeptur fürOdol und überließ sie seinem Freund, dem Dresdner UnternehmerKarl August Lingner, zur Vermarktung. Seine bahnbrechenden Arbeiten trugen ihm den Beinamen „Chemiker von Gottes Gnaden“[24] ein.
Der Radebeuler ChemikerRichard Müller (1903–1999) arbeitete in derChemischen Fabrik v. Heyden. Während seiner Forschungen gelang ihm 1941 die technische Herstellung von Methylchlorsilanen, die Ausgangsprodukte für die Herstellung derSilikone sind. Seitdem gilt er alsVater der Silikone. 1951 erhielt er denNationalpreis der DDR. Da unabhängig von ihm der US-amerikanische ChemikerEugene G. Rochow das gleiche Verfahren entwickelte, wird es heuteMüller-Rochow-Synthese genannt.
Der KaufmannGerhard Meyer (1910–1971) ließ sich im März 1950 ein neuartiges Verfahren zur Herstellung luftgefüllter Bälle patentieren.
DerDruckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG – Werk Radebeul (ehemals Planeta) meldet heutzutage pro Jahr etwa 60 bis 100 Patente an. Dabei leitet sich der ehemalige NamePlaneta von der bereits 1902 patentierten Erfindung desPlanetengetriebes alsVorrichtung zur Bewegung des Druckfundamentes von Buchdruckschnellpressen her. Weitere Erfindungen und Entwicklungen waren beispielsweise dieSchnellpresse mit Tischfarbwerk (1922), dieAggregatbauweise für Offsetanlagen (1960er Jahre) oder dielängste Bogenoffsetmaschine der Welt mit zehn Druckwerken (1986).
In Radebeul sind mit derSächsischen Zeitung (SZ) und denDresdner Neuesten Nachrichten (DNN) zwei Tageszeitungen mit Lokalteil beziehungsweise regionalen Nachrichten erhältlich. Zu den regionalen Periodika gehört die in Radebeul erscheinende MonatszeitschriftVorschau & Rückblick.
Zwischen 1865 und 1941 erschien dieKötzschenbrodaer Zeitung, zwischen 1871 und 1943 dasRadebeuler Tageblatt. Beide Zeitungen dienten in ihrem Ausgabebereich auch jeweils alsAmtsblatt. Zwischen 1949 und 1980 war Radebeul der Redaktionssitz der evangelischen WochenzeitungDer Sonntag.
Heute ist Radebeul der Sitz des Notschriftenverlags. Darüber hinaus war Radebeul ab 1947 der Verlagssitz des renommiertenNeumann Verlags, in dem zahlreiche Werke zur Natur, Tier- und Pflanzenwelt sowie zum Garten erschienen, und Sitz des 1888 gegründetenBilz-Verlags, der sich insbesondere um die Vermarktung desBilzbuchs kümmerte. Um den schriftstellerischen Nachlass von Karl May kümmerte sich derKarl-May-Verlag.
Radebeul TV ist ein lokaler Fernsehsender mit Nachrichten aus Radebeul und Umgebung, der über ein örtliches Kabelnetz empfangen werden kann. Der Sender ist vom Medienrat der Sächsischen Landeszentrale für privaten Rundfunk und neue Medien seit dem 19. August 2013 zugelassen.
Die Geschichte desElblandklinikums Radebeul geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. In Niederlößnitz war es ein 1822 gegründeter Verein für Heilwesen und Naturkunde, der im so genannten Steinernen Haus 1849 die Krankenanstalt zu Niederlößnitz eröffnete. Das denkmalgeschützte Gebäude ist heute noch Bestandteil des Krankenhauses. Es wurde vor einigen Jahren umfassend saniert. Im Jahr 2002 schloss sich Radebeul mit dem Kreiskrankenhaus Meißen zu den Elblandkliniken Meißen-Radebeul zusammen. Beide Häuser sind seit 2008 Teil der kommunalen KlinikengruppeElblandkliniken. Das Elblandklinikum Radebeul verfügt über 345 Betten.
Es gibt acht städtische Kindertagesstätten und 18 Einrichtungen von zehn freien Trägern, darunter befindet sich das unter Denkmalschutz stehendeMohrenhaus, das vomDeutschen Kinderschutzbund betrieben wird.
Feuerwache Radebeul-West, dahinter in blau das THW
Bereits 1734 wurden in Kötzschenbroda ein auf Kufen montierter Wassertrog und 1750 eine Schlauchspritze als Feuerlöschgerät angeschafft. Aufgrund der für Kursachsen 1775 eingeführten Dorffeuerverordnung folgten die anderen Radebeuler Ursprungsgemeinden Anfang des 19. Jahrhunderts. 1864 ging in Kötzschenbroda aus dem Turnerverein die sogenannteTurnerfeuerwehr als ausrüstungslose Hilfsmannschaft hervor. 1875 kam es dort zur Gründung der ersten offiziellenFreiwilligen Feuerwehr in einer Lößnitzgemeinde, alle anderen Gemeinden folgten bis Anfang des 20. Jahrhunderts, Lindenau und Zitzschewig jedoch erst 1921. Heute gibt es fünf Freiwillige Feuerwehren in Naundorf und Wahnsdorf, Lindenau sowie Radebeul-West und Radebeul-Ost mit zusammen etwa 150 aktiven Mitgliedern. Die inzwischen geschlossene Wache in Naundorf und die kleine Wache in Kötzschenbroda wurden in einer 2008 bezogenen Rettungszentrale als Feuerwache Radebeul-West zusammengelegt. Die gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk auf einer Konversionsfläche (ehemaliges Tanklager der sowjetischen Streitkräfte) neuerbaute Feuerwache erhielt im Jahr 2008 denRadebeuler Bauherrenpreis in der Kategorie Neubau.[56]
2012 bekam die Freiwillige Feuerwehr Radebeul eine Ehrenfahne. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf rund 12.000 €, die mit Hilfe von über 100 Spendern finanziert werden konnten. Die Fahnenweihe fand am 8. November 2012 statt. Als Schirmherr diente der Landtagspräsident Rößler. Die Fahne wird zurzeit in einer Vitrine im Rathaus aufbewahrt.[57]
Hinzu kommt die 1897 gegründete Werkwehr der ehemaligen Chemischen Fabrik v. Heyden (später Arzneimittelwerk Dresden), die 1995 als offizielle Werkfeuerwehr anerkannt wurde. In den 2000er Jahren übernahmSecuritas Sicherheitsdienste neben dem Werkschutz auch die Feuerwehr als Securitas Fire Control Radebeul. Heute firmiert diese als Werkfeuerwehr Arevipharma GmbH Radebeul und gehört als eines von elf Mitgliedern dem Werkfeuerwehrverband Sachsen an.[58]
In Radebeul gibt es sechsGrundschulen, jeweils eine in Niederlößnitz, Kötzschenbroda, Oberlößnitz und Naundorf, die Grundschule „F. Schiller“ sowie dieEvangelische Grundschule, auch in Kötzschenbroda. Anschließend können die Kinder dieOberschule in Radebeul-Mitte (im Roseggerhaus) oder diejenige in Kötzschenbroda besuchen beziehungsweise eines von zweiGymnasien, dasGymnasium Luisenstift oder dasLößnitzgymnasium im denkmalgeschützten Steinbachhaus.
In Radebeul befindet sich eineMusikschule des Landkreises Meißen, dieVolkshochschule Radebeul e.V. und die Jugendkunstschule im Landkreis Meißen e.V. – Außenstelle Radebeul imGrundhof.
Neben dem Familienzentrum Radebeul finden sich dreiBibliotheken, die Stadtbibliothek in Radebeul-West und die in Radebeul-Ost (auch „Erlebnisbibliothek“ im Bahnhof Radebeul-Ost), sowie die Bibliothek im Familienzentrum.
Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat in Radebeul eine nachgeordnete Behörde, dasSächsische Bildungsinstitut, ehemals Comenius-Institut.
Am bekanntesten unter den die Stadt Radebeul repräsentierenden Persönlichkeiten ist der SchriftstellerKarl May, welcher zusammen mit seiner Frau und UniversalerbinKlara lange Jahre in Radebeul lebte. Seine Villa beherbergt heute dasKarl-May-Museum. Die Mays wurden auf demFriedhof Radebeul-Ost beigesetzt. Mit den Mays waren auch deren VerlegerEuchar Albrecht Schmid und dessen SohnLothar Schmid verbunden, der neben dieser Tätigkeit insbesondere als Schachgroßmeister und „Schachschiedsrichter des Jahrhunderts“ bekannt wurde.
Gerhart Hauptmann und Marie Thienemann (von re.), 1881
Die Gründer der familiengeführtenBaufirma „Gebrüder Ziller“, die aus derBaumeisterfamilie Ziller stammten, haben das heutige Aussehen Radebeuls wesentlich mitbeeinflusst. Zum Dank wurde 1898 dasMoritz-Ziller-Denkmal im Lößnitzgrund errichtet.
Im Bereich des Sports sind einige bei Welt- und Europameisterschaften Erfolgreiche zu nennen: So der KanuteRobert Nuck, die RuderinAnnegret Strauch und der Sledge-Eishockey-NationalspielerFrank Rennhack; dazu kommen der VoltigiererErik Oese und die LeichtathletinAngelika Handt verh. Kahl. Auch die dreifache DDR-Meisterin im WeitsprungKristina Albertus sollte nicht fehlen. Neben den bisherigen ist auch die ShorttrackerinYvonne Kunze als Olympiamedaillengewinnerin zu erwähnen.
Radebeul ist auch Geburtsort einer fiktiven Person: Der Lebenslauf des 1766 dort angeblich geborenen Publizisten und SchriftstellersCarl August von Schimmelthor wurde in derDeutschen Biographischen Enzyklopädie veröffentlicht, ohne dass bisher Quellen dessen Existenz belegen können.
Ingrid Lewek; Wolfgang Tarnowski:Juden in Radebeul 1933–1945. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe. Große Kreisstadt Radebeul/Stadtarchiv, Radebeul 2008,ISBN 978-3-938460-09-2.
Moritz Eduard Lilie:Chronik der Lößnitz-Ortschaften Kötzschenbroda, Niederlößnitz, Radebeul, Oberlößnitz mit Hoflößnitz, Serkowitz, Naundorf, Zitzschewig und Lindenau mit besonderer Berücksichtigung von Coswig und der übrigen Nachbarorte. Niederlößnitz 1893 (Digitalisat).
↑abcLandesamt für Denkmalpflege Sachsen und Stadt Radebeul (Hrsg.):Stadt Radebeul. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen
↑laut Einleitung zum Adressbuch für das Jahr 1941:Adreßbuch für die Stadt Radebeul; mit den Stadtteilen Kötzschenbroda mit Fürstenhain, Lindenau, Naundorf, Niederlößnitz, Oberlößnitz mit Hoflößnitz, Radebeul, Serkowitz, Wahnsdorf und Zitzschewig. Adreßbuch-Verlag der Dr. Güntzschen Stiftung, Dresden 1941.
↑Jana Simon:Über den Dächern von Radebeul. In:Die Zeit. 10. Dezember 2009,ISSN0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 25. Juni 2025]).
↑Stefan Koch, Michael Strobel, Thomas Gerlach (Zusammenst.):Radebeul archäologisch. In: verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul (Hrsg.):Beiträge zur Stadtkultur der Stadt Radebeul. Radebeul 2009,S.28.
↑Rolf Jehke: Stadtkreis Radebeul. In: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945. 6. Februar 2007, abgerufen am 5. August 2015.
↑Ursula Martin: Meine Jahre in der Heimburg. In: Vorschau & Rückblick; Monatsheft für Radebeul und Umgebung. Radebeuler Monatshefte e.V., Juli 2010, abgerufen am 4. Juli 2011.
↑Hartmut Pfeil:Welch ein Reichtum! Ein Streifzug durch die Industriegeschichte von Radebeul. 1. Auflage. Notschriften Verlag, Radebeul 2021,ISBN 978-3-948935-21-4.