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Rōnin

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Sengaku-ji (泉岳寺) – Grabsteine der47 Rōnin

Rōnin (japanisch浪人, wörtlich „Wellenmann“, sinngemäß „umherwandernde Person“ oder牢人[1], auchRōshi浪士, „umherwandernder Herr, Krieger bzw.Samurai“) sind herrenlosejapanische Samurais während derFeudalzeit von 1185 bis 1868. Ein Samurai konnte herrenlos werden, wenn sein Herr starb, vomShōgunat seines Amtes enthoben wurde oder wenn er bei seinem Herrn in Ungnade fiel und verstoßen wurde. Der Begriff selbst stammt aus derNara- undHeian-Zeit, in der er noch fürLeibeigene (牢人‚Gefangener, Häftling‘) gebraucht wurde, die geflohen oder vertrieben worden waren.

Geschichte und Eigenschaften

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In derEdo-Zeit nahm die Zahl derRōnin aufgrund des starren StändesystemsShinōkōshō und der strengen Gesetze immer mehr zu. In den früheren Zeiten konnten Samurai ihren Herren wechseln, einen anderen Beruf ergreifen oder Angehörige anderer Stände heiraten. In der Edo-Zeit hingegen war das den Samurai verboten und sie konnten sich nur dann einem anderen Herrn anschließen, wenn ihr früherer Herr ihnen das erlaubt hatte. In der japanischen Kultur wurden dieRōnin als ehrlos angesehen und waren Ziel von Hohn und Satire. Ihr Ehrenkodex verlangte von den Samurai,Seppuku (die rituelle Selbsttötung) zu begehen, wenn sie ihren Herrn verloren oder sonst ein Leben in Schande führten.

Oft war einRōnin an seiner Frisur zu erkennen. Im Gegensatz zu einem Samurai trug er die Haare nicht streng gelegt bzw. rasierte sich nicht die Stirn (Chonmage).

Einer der berühmtestenRōnin warMiyamoto Musashi, ein berühmter Schwertkämpfer. Er schriebDas Buch der fünf Ringe.

DerRōninIwasaki Yatarō legte 1873 den Grundstein für das Handels- und FirmenimperiumMitsubishi.

Rōnin als Metapher

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Der BegriffRōnin wird im modernen Japan auch für junge Leute benutzt, die die Zulassungsprüfung für die Universität oder die Oberschule nicht bestanden haben und sich daraufhin ein Jahr lang erneut auf die Prüfungen vorbereiten und währenddessen lernen und nebenbei arbeiten. Der offizielle Begriff lautetkanendosei (過年度生). Das liegt wahrscheinlich an der Analogie, dass sie keine Schule haben, die sie besuchen können, wie derRōnin keinen Herren hat, dem er dienen kann.

Film

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Der 1998 mitRobert De Niro undJean Reno in den Hauptrollen gedrehte FilmRonin bezieht den Begriff auf ehemalige Geheimagenten, beziehungsweiseSöldner, die mit den hier beschriebenen herrenlosen Samurai gleichgesetzt werden.

Weitere Filme wurden unter dem Titel47 Rōnin gedreht.

InMein Wille sei dein Wille, der 17. Episode der3. Staffel der SerieAkte X – Die unheimlichen Fälle des FBI verfolgen Fox Mulder und Dana Scully einen Mann namens Robert Patrick Modell, der sich für einen Rōnin hält und mit einer speziellen Fähigkeit Menschen in denSelbstmord treibt.

Literatur

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Anmerkung

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  1. Diegleichklingende Alternativschreibung fürRōnin (牢人) bedeutet wörtlich „Gefangener“ bzw. „Häftling“.
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