Puppy Linux ist eine platzsparende und schnelleLinux-Distribution, die u. a. direkt von einerLive-CD betrieben werden kann. AusQuelltext kompiliert, basiert Puppy auf keiner anderen Linux-Distribution. Der Name leitet sich von demChihuahuaPuppy[2] (dt.:Welpe) des australischen ProjektgründersBarry Kauler ab.
Ein Ziel desBetriebssystems ist es, auch von Benutzern ohne Linuxkenntnisse sofort genutzt werden zu können.[3] Die Entwickler versuchen, dies durch eine unkomplizierte undbenutzerfreundliche Bedienung, grafische Einrichtungs-Assistenten sowie eine breite Hardwareunterstützung zu erreichen.
Puppy Linux wurde im Jahr 2002 von dem Australier Barry Kauler entwickelt. Die Version 0.1 veröffentlichte er am 18. Juni 2003.[4] Seitdem wurde das System mit zunehmender Unterstützung und Geschwindigkeit weiterentwickelt.
Im Oktober 2008 zog sich Barry Kauler als Leiter der Entwicklung von Puppy Linux zurück[5] und konzentrierte sich mehr auf verwandte Projekte wieWoof, mit dem distributionsfremde Pakete in das PaketformatPET (Puppy’s Extra Treats) für Puppy Linux konvertiert werden können.[6] Puppy 4.1.2 war die bis dahin letzte Version von ihm. Die Community pflegte dieDistribution weiter zu Puppy 4.2 „Deep Thought“, erschienen im März 2009.[7]
Erneut koordiniert von Barry Kauler folgte im September 2009 Puppy Linux 4.3,[8] aufbauend auf Woof. Auf Basis von Woof führt Barry Kauler zwei Entwicklungslinien von Puppy mitQuirky undWary weiter.
Die Entwicklung von Puppy aus der Community heraus hat zuLucid Puppy undSlacko Puppy geführt, mit zusätzlichen Ideen und Programmen.
Die etwa 205–330 MB (je nach Software-Auswahl) große Distribution startet schnell, auch wenn sie nicht auf der Festplatte eines Computers installiert wurde. Bei Installation auf Festplatte verbraucht es nur wenig Speicherplatz. Dies ist besonders auf Netbooks mitSolid-State-Festplatten von Vorteil. Es stellt geringe Anforderungen an die Systemressourcen, sodass es auch auf alten Geräten flüssig läuft. Das System wird komplett in den Arbeitsspeicher geladen und erreicht dadurch eine hohe Betriebsgeschwindigkeit. Der Live-Betrieb ohne Installation ist je nachBIOS von fast allenWechselmedien möglich.Die Nutzung durch Anwender, die an das Betriebssystem Windows gewöhnt sind, ist ohne große Schwierigkeiten zu erlernen.
Im Gegensatz zu den meisten Linuxdistributionen, die alsMultiuser-System ausgelegt sind, startet Puppy automatisch den einzig verfügbaren UserRoot, der ohne Passworteingabe sämtliche Systemveränderungen vornehmen kann. Den PC und das Internet als Rootuser mit allen Rechten zu nutzen, birgt Gefahren, daher wurde dieses Konzept kritisiert.[9]
Seit Wary 5.1.3 gibt es einige auf Puppy basierende Distributionen, die es experimentell ermöglichen, Puppy auch ohneSuperuser-Rechte zu nutzen.[10][9]
Slacko Puppy 5.4 – Entwickelt und koordiniert von Mick Amadio und anderen Mitgliedern der Puppy Community, wurde es am 2. Dezember 2012 veröffentlicht. Zur Puppy Basis wurden zusätzlich Binärpakete vonSlackware eingebunden.[11]
Wary und Racy 5.3 – Wary: Übersetzt etwa: Umsichtig, vorsichtig, abwägend. Entwickelt von Barry Kauler auf Puppy Basis. Wary zielt auf Kompatibilität mit älterer Hardware und bietet verschiedeneKernel zur Auswahl. Daneben gibt es die Variante Racy für aktuellere Hardware. Unterstützung über einen längeren Zeitraum wird beabsichtigt.[12]
Precise Puppy 5.4.3 – Entwickelt und koordiniert von Mitgliedern der Puppy Community, wurde es am 17. Dezember 2012 veröffentlicht. Zur Puppy Basis wurden zusätzlich Binärpakete vonUbuntu Lucid Lynx eingebunden und Zugriff auf die Ubuntu Quellpakete ermöglicht.[13]
Darüber hinaus gibt es so genanntePuplets (inoffizielle Versionen) von Mitgliedern der Community. Einflüsse zwischen den unterschiedlichen Projekten finden sich in neueren Entwicklungen wieder.
Die aktuellen (2012) Versionen von Puppy setzen ein Minimum von 128 MBArbeitsspeicher voraus, um das Betriebssystem vollständig und ohneswap-Partition in den Arbeitsspeicher zu laden. So wird die Distribution mit ihren diversen Programmen angemessen schnell ausgeführt. Empfohlen werden heute grundsätzlich 256 MB RAM plus eine Swap-Partition von 512 MB.Will man auch auf älterer Hardware ein Puppy Linux mit aktuellen Programmen einsetzen, ist Puppy 2.14x besonders geeignet.[14]
Installieren lässt sich Puppy auf verschiedene Arten:
Live-CD mit Sicherungsdatei auf Festplatte oder USB-Stick
Die Einstellungen werden beim Herunterfahren auf einer bereits vorhandenen, beliebig formatiertenPartition der Festplatte oder eines USB-Sticks als Pupsave-Datei gespeichert. Die Kombination CD+USB-Stick ist auf mehreren PCs einsetzbar. Die Speicherkapazität einer Pupsave-Datei auf USB-Stick übersteigt die Kapazität und Flexibilität einer CD bei weitem.
Auf Festplatte oder auch aufUSB-Stick mit Einrichtung desGRUB-Bootloaders. Dazu bedarf es einer eigenen Partition formatiert als ext2-4. Die Installationsfunktion wird im Start-Menü aufgerufen.
Frugale Installation mit GRUB4DOS (empfohlen)
Mit Einrichtung desGRUB4DOS-Bootloaders. Dieser kann neben ext2/3/4 undreiserfs auch auf einerNTFS/FAT formatierten Festplatte (Windows Partition) installiert werden. Eine zusätzliche Partition ist nicht notwendig.[15][16]
Individuelle Einstellungen werden beim Herunterfahren auf die CD/DVD gebrannt und stehen für den nächsten Einsatz zur Verfügung. Die CD/DVD lässt sich so auf mehreren PCs einsetzen.
Volle Installation auf Speicherkarte oder USB-Stick
Über die Installationsfunktion im Start-Menü von Puppy. Verwendbar auf mehreren PCs.
Puppy umfasst trotz der geringen Größe eine umfangreiche Ausstattung anfreien Programmen für viele Anwendungen. Kompakte Programme mit geringen Leistungsanforderungen bestimmen die Auswahl.Codecs undBrowser-Plug-ins sind integriert.
Nicht enthaltene populäre Programme können leicht nachinstalliert werden.AlsWebbrowser bietet Lucid Puppy in einer AuswahlmaskeFirefox,SeaMonkey,Chrome undOpera an. SeaMonkey ist die Browser-Suite in Wary.
Beim ersten Start von Puppy Linux kann man verschiedene Einstellungen vornehmen: Sprache, Tastatur-Layout, Grafik-Einstellungen, wie zum Beispiel Bildschirm-Auflösung und Farbtiefe.
Danach findet der Nutzer einen Desktop mit den Icons für die wichtigsten Programme vor. Puppy Linux wird ähnlich wieWindows über das „Start-Menü“ (links unten, siehe Bild) bedient. Umsteiger von Windows müssen sich erst daran gewöhnen, dass man in der Standardeinstellung nur einmal mit der linken Maustaste auf die Icons klickt. Dies kann aber auch imROX-Filemanager geändert werden. Das Aussehen der Programme erinnert stark an die Programme desGnome-Desktops.
Beim Beenden von Puppy Linux hat man die Option, alle Einstellungen, Dokumente und Tabellen, E-Mails, Browser-Einstellungen usw. abzuspeichern. Puppy Linux legt dazu eine, von Windows aus gesehen, einzige große Datei auf einer WindowsFAT32-Partition an, in der alles gespeichert wird. Als Speichermedium kann sowohl die Festplatte, eineCD-RW oder auch eineSpeicherkarte (zum Beispiel eineSecure-Digital-Speicherkarte mitUSB-Cardreader oder ähnliches) dienen. Damit erhält man beim nächsten Start wieder genau dieselbe Umgebung mit allen Einstellungen und Dateien, wie beim vorhergehenden Beenden. Die Daten werden dabei in einer Dateipup_save.2fs (oder auchpup_save.3fs) abgelegt, die intern eine ext-Dateisystem-Struktur hat und beim Starten von Puppy Linux entsprechend automatisch erkannt und in das Linux-Dateisystemgemountet wird.
↑Puppy developer news. puppylinux.com, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. September 2011; abgerufen am 31. Juli 2025 (englisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/puppylinux.com
↑Barry Kauler: Amended retirement statement. Barry’s Blog, 2. Oktober 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. Oktober 2011; abgerufen am 26. August 2011 (englisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bkhome.org
↑Barry Kauler: Woof: the “Puppy builder”. bkhome.org, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 18. August 2011; abgerufen am 26. August 2011 (englisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bkhome.org
↑Puppy 4.2 Final. Puppy Linux Discussion Forum, 27. März 2009, abgerufen am 26. August 2011 (englisch).
↑abBarry’s Blog: Introducing 'fido'. 30. April 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. Oktober 2011; abgerufen am 24. August 2011 (englisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bkhome.org