

Die etwa 21.000 km²[1] große und um die 310.000 Einwohner[2] zählendeProvinz Zagora (arabisch قليم زاكورة;Zentralatlas-Tamazightⵜⴰⵙⴳⴰ ⵏ ⵜⵣⴰⴳⵓⵔⵜ) ist Bestandteil dermarokkanischen RegionDrâa-Tafilalet; bis zum Jahr 2015 gehörte sie zur RegionSouss-Massa-Draâ. Hauptort der Provinz ist die StadtZagora.
Die Provinz Zagora grenzt im Westen an dieProvinz Tata, im Nordwesten an dieProvinz Ouarzazate, im Nordosten an dieProvinz Tinghir, im Südosten an dieProvinz Errachidia und im Süden anAlgerien.
Die Landschaft gliedert sich in drei Bereiche: Das etwa 800 bis1000 m hochgelegeneDrâa-Tal mit seinen Flussoasen bildet die Lebensader und den Hauptverkehrsweg der Provinz. Westlich und östlich davon erheben sich die östlichen Ausläufer desAnti-Atlas-Gebirges bis in Höhen von1700 m. Im Süden befindet sich das wüstenartigeSaharavorland, welches – abgesehen von der knapp1100 m hohen Bergkette des Jbel Bani – in einer Höhe von etwa700 m liegt.
Das Klima ist üblicherweise heiß und trocken. Tagestemperaturen von 45 °C sind im Sommer keine Seltenheit – im Winter sind es meist zwischen 25 und 30 °C; nachts kühlt es jedoch in der Regel je nach Bewölkung auf etwa 5–15 °C im Sommer bzw. 0 bis 10° im Winter ab.
Von den etwa 250.000 Einwohnern der Provinz leben etwa ein Drittel in den drei StädtenAgdz, Zagora undMhamid. Zwei Drittel verteilen sich im Wesentlichen auf die Landgemeinden (communes rurales) der Flussoasen am Oued Drâa. Die Bergregionen sind kaum bevölkert. Die meisten hier lebenden Menschen sindBerber; gesprochen wird nebenZentralatlas-Tamazight auchArabisch.
Die traditionelleOasenwirtschaft, deren Leitpflanze dieDattelpalme ist, versorgte über Jahrhunderte (wahrscheinlich sogar Jahrtausende) die Menschen mit den lebensnotwendigen Nahrungsmitteln. Tiere (Schafe, Ziegen, Hühner) konnten in den Oasen nicht mehr frei laufen, sondern mussten in Ställen gehalten und von den Menschen gefüttert werden. Aufgrund der großen Entfernungen war die gesamte Wirtschaftsstruktur aufSelbstversorgung ausgerichtet. Märkte bzw. Städte entstanden im Drâa-Tal erst während derfranzösischen Kolonialzeit. Seit den 1970er Jahren nimmt der Tourismus im Drâa-Tal jährlich mehr und mehr zu.
Auch wenn sich kaum archäologisch verwertbare Überreste erhalten haben – ganz zu schweigen von schriftlichen Zeugnissen – muss man doch davon ausgehen, dass das Drâa-Tal eine der ersten Gegenden in Marokko war, in welcher die Menschen früherer Zeiten sesshaft wurden. Die Flussoasen versorgten die Menschen und anfangs auch noch die Tiere mit allem Lebensnotwendigen, so dass die Zeiten des Umherziehens alsJäger und Sammler oder aber als Viehnomaden hier um 3000 v. Chr., vielleicht auch erst um 2000 v. Chr. ein frühes Ende fand. Seit alters her wurden wohlGerste,Hirse,Ackerbohnen, evtl. auchKichererbsen angebaut. Im Laufe der Zeit wurden weitere Pflanzen aus anderen Gegenden hierher gebracht – auf diese Weise kamen sehr wahrscheinlichFeigen-,Granatapfel-,Oliven- undMandelbäume sowieFeigenkakteen undWeinreben, später dann auch Kartoffeln, Tomaten und andere Gemüsesorten hierher.
In den dünn besiedelten Bergregionen blieb die traditionelle halbnomadische Lebensweise (Transhumanz) bis in die heutige Zeit erhalten.
Die wenigen archäologischen Zeugnisse im Drâa-Tal bestehen aus einigen vielleicht 4000 bis 6000 Jahre alten Felszeichnungen (Petroglyphen) mit Darstellungen von Wildtieren, die einst hier gelebt haben müssen – noch inkarthagischer Zeit lebten im Norden AfrikasElefanten. Deutlich jünger (um 500 v. Chr. bis um 500 n. Chr.) sind die Gravuren auf einigen Stelen und Felsplatten, die mit nicht lesbaren geometrischen Zeichen in der sogenannten „libysch-berberischen Schrift“ bedeckt sind.