
Die etwa 3800 km² große und etwa 120.000 Einwohner zählendeProvinz Sidi Ifni gehört seit dem Jahr 2015 zurmarokkanischen RegionGuelmim-Oued Noun (davor zuSouss-Massa-Draâ).
Die Provinz Sidi Ifni grenzt im Westen an denAtlantik, im Norden an dieProvinz Tiznit und im Süden an dieProvinz Guelmim.
Die Provinz ist eingebettet in die westlichen Ausläufer desAnti-Atlas-Gebirges. Östlich eines flachen Küstenstreifens wird das Landschaftsprofil schnell hügeliger und steigt gegen Osten bis in Höhen von über1000 m an.
Die Arabisch und berberische Dialekte (Taschelhit undZentralatlas-Tamazight) sprechende muslimische Bevölkerung lebt zu etwa 75 % in ländlichen Gemeinden. Nur etwa 25 % lebten im Jahr 2014 in den drei wichtigsten StädtenSidi Ifni (ca. 23.000 Einw.),Mirleft (ca. 5.000 Einw.) undLakhsas (ca. 5.000 Einw.).
Die Geschichte der Provinz ist eng mit der der Stadt Sidi Ifni verbunden, die von 1884 bis 1969 eine spanischeExklave war. Nach der Unabhängigkeit Marokkos (1956) blieb der Sonderstatus des Territoriums bis zum Jahre 1969 bestehen; danach wurde das Gebiet in die ehemalige Provinz Agadir eingegliedert, von der im Jahre 1975 die Provinz Tiznit abgetrennt wurde. Von dieser wiederum spaltete sich – nach heftigen Protesten im Vorjahr, bei denen auch die über hundert Jahre alten eigenständigen Traditionen eine nicht unwesentliche Rolle spielten – die im Jahr 2009 die neugeschaffene Provinz Sidi Ifni ab.
Haupterwerbszweige der Provinz sind Landwirtschaft und Fischfang. Daneben gibt es mehrere kleinereKooperativen zur Herstellung vonArganöl und auchKaktusfeigen werden zu Marmelade etc. verarbeitet. Die schönen Sandstrände und die kolonialzeitlich bedingte europäisch-liberale Infrastruktur bieten überdies ein wichtiges Potential für den sich entwickelnden Tourismus. BeiSurfern sind die Strände von Sidi Ifni schon seit langem geschätzt.
Die vorwiegend in den 1930er Jahren erbaute Stadt Sidi Ifni verfügt über zahlreicheArt-Déco-Bauten, in denen auchmaurische Stilelemente integriert wurden, und vermittelt bis auf den heutigen Tag ein europäisch-koloniales Flair.