



Die etwa 2500 km² große und ca. 150.000 Einwohner zählendemarokkanischeProvinz Ifrane (arabisch إقليم إفران,DMGIqlīm Ifrān;marokkanisches Tamazightⵜⴰⵙⴳⴰ ⵏ ⵉⴼⵔⴰⵏ) ist seit 2015 Teil der RegionFès-Meknès (davorMeknès-Tafilalet). Die Provinzhauptstadt ist die StadtIfrane.
Die Provinz Ifrane liegt am Nordabhang desMittleren Atlas zur marokkanischen Ebene (meseta) mit den StädtenFès undMeknès. Sie grenzt im Süden an dieProvinz Midelt, im Westen an dieProvinz Khénifra, im Norden an dieProvinz El Hajeb, im Nordosten an dieProvinz Sefrou und im Südosten an dieProvinz Boulemane.
Das Landschaftsprofil ist bergig und waldreich; die durchschnittliche Höhe liegt bei etwa1500 m (Ifrane1650 m,Azrou1250 m,Timahdite1800 m,Jbel Mischliffen 1800 bis2100 m). Einige Berggipfel erreichen Höhen von annähernd2500 m.
Die Provinz Ifrane ist neben der südlich anschließenden Provinz Midelt eine der höchstgelegenen Provinzen Marokkos, was sich sowohl in den Niederschlägen als auch in den Temperaturen auswirkt. Die sommerlichen Tagestemperaturen erreichen nur selten 35 °C; nachts fällt das Thermometer je nach Bewölkung auf etwa 10 bis 15 °C. In den Wintermonaten fällt mehr Regen (manchmal auch als Schnee) als in den übrigen Regionen Marokkos und die Tagestemperaturen fallen auf Werte zwischen 10 und 15 °C; im Winter sind auch Nachtfröste möglich.
Die Provinz wird zum überwiegenden Teil vonBerbern verschiedener Stammesgruppen bewohnt. Der Anteil der Araber und Ausländer liegt bei unter 10 %; meist sind es Ärzte, Anwälte, Ingenieure und hohe Verwaltungsbeamte, die hier ein Sommerhaus besitzen. Neben den verschiedenen Berberdialekten wird auchMarokkanisch-Arabisch gesprochen. Mittlerweile lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung in Klein- und Mittelstädten; die andere Hälfte lebt weiterhin in den verschiedenen Landgemeinden (communes rurales).
Neben der traditionellen Landwirtschaft, die jahrhundertelang derSelbstversorgung der Bevölkerung diente, spielen heutzutage auch der Dienstleistungssektor sowie der Sommer- und Wintertourismus (Wandern, Skifahren) eine nicht unwichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Provinz.
Die nur etwa 50 bis 60 km südlich von Fès oder Meknès gelegene Gegend wurde – nach jahrhundertelanger Abgeschiedenheit – erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von den Franzosen entdeckt, die dem heißen Sommerklima der zentralmarokkanischen Ebene entfliehen wollten. Seit den 1990er Jahren ist das Gebiet auch für wohlhabendere Marokkaner immer interessanter geworden.
Die Architektur vieler Häuser erinnert mit ihren in Marokko ansonsten unbekannten Satteldächern an Europa und man hat die gesamte Gegend bereits des Öfteren als „marokkanische Schweiz“ bezeichnet. Ansonsten bietet die Provinz Ifrane außer einer Vielzahl von Landschaftseindrücken für Europäer keine kulturell interessanten Sehenswürdigkeiten. Lediglich die in den 1990er Jahren errichtete neue Moschee von Azrou gilt als verkleinerte Kopie derMoschee Hassan II. inCasablanca; sie ist jedoch nur für Muslime zugänglich.