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Provence

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterProvence (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lage derRegionProvence-Alpes-Côte d’Azur in Frankreich
Topographische Karte der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Lage der historischen Grafschaft Provence (lateinischProvincia) in der heutigen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur

DieProvence[pʁɔˈvɑ̃ːs (französischla Provence;okzitanischProvença,Prouvènço) ist ein historisches Gebiet im Südosten vonFrankreich.[1] Sie liegt amMittelmeer zwischenRhônetal undItalien. Im Norden liegt die LandschaftDauphiné in der RegionAuvergne-Rhône-Alpes. Ihre geographische Lage entspricht etwa den heutigen DépartementsBouches-du-Rhône,Alpes-de-Haute-Provence,Var undVaucluse; diese bilden mit den DépartementsAlpes-Maritimes undHautes-Alpes die RegionProvence-Alpes-Côte d’Azur.[1] Es wird zwischen der bevölkerungsarmen Hoch-(Haute-Provence)[2] und der bevölkerungsreichen Niederprovence(Basse-Provence) unterschieden, womit das südlicheRhônetal bisValence, dieCamargue und oft auch die Städte an derCôte d’Azur gemeint sind.

Das Adjektiv zuProvence istprovenzalisch (französischprovençal, okzitanischprovençal -ala /prouvençau -ala [pruvensau]).

Herkunft und Bedeutung des Namens

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Der NameProvence stammt aus der Zeit der römischen Herrschaft, vomlateinischenprovincia. Als eine der ersten und am stärksten romanisierten Regionen außerhalb des heutigen Italiens gehörte sie zurProvincia Narbonensis.

Geographie

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Blick auf die Bucht vonSaint-Tropez

Die größten Städte sindMarseille (886.040 Einwohner),Nizza (357.737),Toulon (179.116) undAix-en-Provence (149.695). Weitere wichtige Städte sindAvignon (92.188 Einwohner),Fréjus (59.719),Arles (51.811),Aubagne (47.529),Gap (41.293),Menton (30.604),Orange (29.706) undCarpentras (31.619). Historische Hauptstadt ist Aix-en-Provence.

DieDépartementsVar,Bouches-du-Rhône undAlpes-de-Haute-Provence gehören zur historischen Kernregion Provence. Einige Gebiete der DépartementsHautes-Alpes,Vaucluse undAlpes-Maritimes gehörten zwar der mittelalterlichen Grafschaft Provence, wurden aber zwischenzeitlich von der Provence abgetrennt (sieheGrafschaft Nizza,Comtat Venaissin,Fürstentum Orange undSüd-Dauphiné). Alle diese Départements bilden die moderne Provence unter dem heutigen BegriffProvence-Alpes-Côte d’Azur, deren Hauptstadt Marseille ist.

Die Provence erstreckt sich von derRhône über dieProvenzalischen Voralpen und das küstennahe Massif des Maures bis in dieSeealpen(Alpes Maritimes) und dieCottischen Alpen (Queyras undHaute Ubaye) an derGrenze zu den italienischen RegionenPiemont undLigurien.

Bevölkerung und Sprache

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Gesprochen werden in der Landschaft verschiedene Dialekte derprovenzalischen Sprache, einerVarietät desOkzitanischen, das von der Französischen Republik lange Zeit unterdrückt wurde und auch heute noch nicht als Amtssprache anerkannt ist. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird sie wieder vermehrt gesprochen. Mit der Sprache lebten auch viele alte Bräuche und die provenzalischeVolksmusik wieder auf. Eine Besonderheit sind dieSantons, provenzalische Krippenfiguren.

Landwirtschaft und Küche

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Die Landwirtschaft ist mediterran geprägt, wobei Gemüse- und Obstanbau eine besondere Bedeutung besitzen. Bekannte Produkte sindKirschen,Erdbeeren,Pfirsiche,Aprikosen,Mandeln und dieMelonen vonCavaillon.

Die bestenOlivenöle stammen aus den Orten am Südrand derAlpilles (Vallée desBaux de Provence), aus den OrtenMaussane-les-Alpilles undNyons sowie aus dem Hinterland von Nizza; sie sind durch eigeneAppellationen (AOC) geschützt.

In Höhenlagen ab 300 Metern befinden sich die berühmtenLavendelfelder, deren Produktion als Grundlage für dieParfüm-Herstellung dient. Deren Zentrum bildet die StadtGrasse in den Seealpen.

Küche

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Ratatouille, eine bekannte Spezialität der Provence aus Nizza

Typische Gerichte derprovenzalischen Küche sind dieBouillabaisse, dieBourride (Fischgerichte), dieSoupe de poisson (Fischsuppe), dieDaube provençale (Schmorgericht mit Rindergulasch),Aioli sowie dieRatatouille und dieSoupe au pistou. Als Salatgerichte sindSalade Niçoise sowieSalade de Mesclun besonders bekannt. Lokale Spezialitäten sind der weißeNougat von Montélimar, die kandierten Früchte der StadtApt, dieTrüffel, dieSocca und diePissaladière der StadtNizza sowie dieCalissons d’Aix.[3]

Der Zusatz bei Speisen „à la provençale“ bedeutet in der Regel Tomatensoße mit Verwendung vonGewürzkräutern, speziellKräuter der Provence, Auberginen, Courgettes (Zucchini), Paprika und Olivenöl – also hauptsächlich Zutaten, die in der Provence angebaut werden und auf den Wochenmärkten der Region erhältlich sind.

Weinanbau

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DerWeinanbau profitiert vom warmenMittelmeerklima sowie von der trocknenden Wirkung desMistrals. Das Anbaugebiet derCôtes de Provence erstreckt sich über die DépartementsBouches-du-Rhône,Var undAlpes-Maritimes. Eine deutlich größere Rebfläche besitzen dieCôtes du Rhône, deren größter Teil jedoch in dasDépartement Vaucluse fällt. Das Bindeglied zwischen beiden Gebieten bilden die Appellationen derCôtes du Luberon undCôtes du Ventoux. Die Rotweine sind kraftvoll und geschmeidig. Sie vertragen einige Jahre Lagerzeit, während die fruchtigenRosé- und aromatischenWeißweine der Côtes de Provence jung getrunken werden sollten. Außerordentlich langlebig sind die Spitzenrotweine vonChâteauneuf-du-Pape,Gigondas,Bandol undPalette. Eine weinähnliche Spezialität der Provence ist derVin cuit.

Sehenswürdigkeiten

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Papstpalast in Avignon

Die Provence ist reich an natürlichen Sehenswürdigkeiten und Baudenkmälern, etliche davon stehen auf derListe des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit.Arles war zu römischer Zeit ein bedeutender Handelsplatz, zudem gibt es dasAmphitheater, das zweigeschossig ist, mit je 60 Arkaden pro Geschoss. Heute bietet es 25.000 Menschen Platz und wird alsStierkampfarena genutzt. Die romanische KircheSt-Trophime d’Arles war sechs Jahrhunderte lang eine Kathedrale, bevor der Bischofssitz im Zuge derFranzösischen Revolution nach Aix-en-Provence verlegt wurde. Dasrömische Theater vonOrange wurde im ersten Jahrhundert nach Christus errichtet. DerBogen von Orange an der Straße nachLyon ist ein Monumentaltor (aber kein Triumphbogen). Dieeinzigen Zeugnisse des amtlichen Vermessungswesens aus derrömischen Antike werden in Orange aufbewahrt. Die Altstadt von Avignon wird von derStadtmauer aus dem zwölften Jahrhundert umgeben. Neben vielen Kirchen und mittelalterlichen Gebäuden ist derPapstpalast die imposanteste Sehenswürdigkeit der Stadt.

DerPont du Gard ist ein römischesAquädukt über denGardon und wurde früher zur Wasserversorgung der StadtNîmes benutzt, er wird touristisch oft zur Provence gezählt.

Städte und Dörfer

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Gourdon, im Hintergrund die Côte d’Azur und das Mittelmeer

InAigues-Mortes steht dieTour de Constance, in demMarie Durand 38 Jahre lang gefangen war. DerCours Mirabeau ist die Flaniermeile von Aix-en-Provence, im CaféLes Deux Garçons trafen sich früher Künstler und Schriftsteller. Nördlich des Cours Mirabeau liegt die Altstadt mit römischen und mittelalterlichen Bauwerken. DieKathedrale ist heute Sitz desErzbistums Aix. Antibes liegt an der Côte d’Azur und besitzt mit dem Port Vauban einen der größtenYachthäfen Europas. Der MarktFoire de Beaucaire inBeaucaire war vom 13. bis zum 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Märkte Europas, es kamen bis zu 300.000 Menschen jährlich.[4] InCannes finden jährlich dieInternationalen Filmfestspiele statt. Das Schloss vonCassis wurde im 14. Jahrhundert errichtet, verfiel später und ist heute in Privatbesitz. InFontaine-de-Vaucluse liegt die Quelle derSorgue. Sie ist eineKarstquelle, die mit einem ausgedehnten Höhlensystem verbunden ist. NaheFréjus brach 1959 eine Staumauer, dieBarrage de Malpasset; eine große Flutwelle wälzte sich durch die Stadt. Im Süden der GemeindeSaint-Rémy-de-Provence liegtGlanum, eine ehemalige römische Stadt mit dem ältesten TriumphbogenGalliens. Die Altstadt vonGordes mit demChâteau de Gordes aus dem elften Jahrhundert thront auf einem Felsvorsprung über demCoulon.Gourdon liegt im Hinterland der Côte d’Azur westlich von Nizza und hat sein ursprüngliches Aussehen weitgehend behalten. Das unbestrittene Zentrum der Parfümherstellung in der Provence istGrasse, sie nennt sich selbstWelthauptstadt des Parfüms.

Die GemeindeLes Baux-de-Provence, die bis 1958 nur Les Baux hieß, hat dem MineralBauxit seinen Namen gegeben.Pierre Berthier fand 1822 nahe dem Ort ein rötliches Mineral das etwa 50 ProzentAluminiumoxid enthielt, ab 1860 wurde Bauxit in der Region industriell abgebaut.[5] Die Festung vonLourmarin wurde im zwölften Jahrhundert erbaut, im 15. Jahrhundert wurde sie imRenaissancestil zum Schloss umgebaut. Die Wahrzeichen Marseilles sind dasChâteau d’If, eine Festung auf einer Felseninsel im Meer vor der Stadt und dieNotre-Dame de la Garde, eine Kirche imneuromanisch-byzantinischen Stil; dieKathedrale von Marseille wurde etwa zur selben Zeit erbaut und ähnelt stilistisch der Kirche. Menton liegt direkt an der italienischen Grenze, die Altstadt zeugt durch ihr italienisches Aussehen davon. Nizza ist neben Cannes einer der am meistentouristisch erschlossen Städte der Côte d’Azur. In Nîmes stehen zahlreiche Bauten aus derRömerzeit. DasAmphitheater steht genau im Zentrum der Stadt, im Mittelalter stand in ihm eine Burg, zwei Kirchen und ein kleines Dorf mit bis zu 700 Einwohnern.[6] DieMaison Carrée ist ein römischer Tempel in Nîmes, und wurde im Jahr 19 v. Chr. errichtet. DieAbteikirche Saint-Gilles inSaint-Gilles-du-Gard hat eine prächtige Westfassade mit dreiArchivoltenportalen und einem breiten architravartigen Band. DieKirche Notre-Dame-de-la-Mer inSaintes-Maries wurde im zwölften Jahrhundert errichtet und im 14. Jahrhundert zurWehrkirche ausgebaut. DieZitadelle vonSisteron steht auf einem schon zur Antike befestigten Felsen, Sisteron existierte schon zur Römerzeit und lag an derVia Domitia. Die KapelleSt-Gabriel und die StiftkircheSte-Marthe inTarascon wurden im zwölften Jahrhundert errichtet.Toulon ist der Heimathafen derfranzösischen Marine im Mittelmeer, diese ist eine der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. DieEure entspringt naheUzès und versorgte zur Römerzeit Nîmes durch ein Aquädukt mit Trinkwasser, derPont du Gard ist ein Teil dieser Wasserleitung. InVaison-la-Romaine können großflächige römische Ausgrabungen und eine mittelalterliche Altstadt besucht werden. DieTour Philippe Le Bel inVilleneuve-lès-Avignon ist nachPhilipp IV. benannt, der dasPapsttum nachAvignon holte und denTemplerorden auflöste.

Landschaften

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Emblematische Landschaft der Provence mit Lavendelfeld, Plateau de Valensole
Daluis-Schlucht
Lac d’Allos, Blick vomMont Pelat

DieAlpilles sind eine Bergkette ausKalkstein östlich des Deltas derRhône. Sie sind zwischen 200 und 500 Meter hoch. DasMassif des Calanques ist eine Bergkette südlich von Marseille mit teilweise tief eingeschnittenen, fjordähnlichen Badebuchten dieCalanque genannt werden. Die Bergkette gehören zumNationalpark Calanques. DieCamargue besteht hauptsächlich aus dem Delta der Rhône, ein Feuchtgebiet mit einer Gesamtfläche von 930 Quadratkilometern. Im größten See, demÉtang de Vaccarès, lebenRosaflamingos und viele Zugvögel. DieCamargue-Pferde sind gut an das Leben in den Feuchtgebieten ihrer Heimat angepasst, die helfen denGardians beim Hüten derCamargue-Stiere. Nordöstlich der Camargue liegt dieCrau, eine Steinsteppe, die durch Ablagerungen von Flüssen entstand. Von den ehemals vielen Steinsteppen an der Mittelmeerküste ist die Crau die einzige übrig gebliebene große, zusammenhängende Fläche. An der Côte d’Azur liegen einige der bekanntesten Touristenorte der Provence, wie Saint-Tropez, Cannes undMonaco. Große Abschnitte der Küste sind felsig, wie das aus rotemPorphyr bestehendenEsterel. Die Daluis-Schlucht (Gorges de Daluis) ist einCanyon am Oberlauf desVar, in der GemeindeDaluis. Die Schlucht ist wegen ihrer steilen, roten Felswände, berühmt und bei Touristen beliebt. Westlich derDentelles de Montmirail, fließt die Rhone, hier liegen die WeinorteSéguret,Sablet,Gigondas,Beaumes-de-Venise undVacqueyras. Einige der Rotweine werden weltweit nachgefragt. Der Oberlauf derDurance wird vomLac de Serre-Ponçon aufgestaut, dem größten künstlichen See Frankreichs.[7] Oberhalb des Sees ist die Durance ein beliebtes Gebiet fürRafting undWildwasserpaddeln, an der Mündung derRabioux mit einer Schwierigkeitsstufe von3 bis 4.

DieChaîne de l’Estaque liegt zwischen derCôte Bleue und demÉtang de Berre. DasMassif de l’Étoile liegt im Norden von Marseille, auf dem einen der Gipfel steht einer der beiden Fernsehtürme der Stadt, er ist 148 Meter hoch.[8] DieGorges de la Nesque ist eine bis zu 400 Meter tiefe Schlucht. Die wurde durch den FlussNesque gegraben, ist heute im Sommer aber nur ein kleiner Bach oder ausgetrocknet. Vor der Küste vonHyères liegen dieÎles d’Hyères. Eine der Inseln, dieÎle du Levant, ist ein beliebtes Ziel fürNudisten. DerLuberon ist eine Gebirgskette südöstlich von Avignon, der höchste Gipfel ist derMourre Nègre mit einer Höhe von1125 m. Nach dem Gebirge ist das WeinanbaugebietCôtes du Luberon benannt, in dem schon zur Römerzeit Wein angebaut wurde. DasMassif de la Sainte-Baume ist mitRotbuchen- undEichen-Wälder bedeckt,Maria Magdalena soll in einer Höhle unter dem Hügel La Sainte-Baume begraben sein. DasMassif des Maures ist mit dichtem Wald bedeckt, in dem auchOrchideen und Schildkröten vorkommen.

DerMont Ventoux gilt als heiliger Berg der Kelten, er soll schon im Jahr 1336 vom italienischen DichterFrancesco Petrarca bestiegen worden sein. Bei derTour de France ist der Mont Ventoux einer der bekanntesten Anstiege, er wird in derHors Catégorie geführt. Am Fuß desMontagne de Lure liegt dieAbtei Notre-Dame de Lure aus dem zwölften Jahrhundert.Paul Cézanne sah von seinem Haus aus dieMontagne Sainte-Victoire und verewigte sie in mehreren Gemälden, heute ist das Gebirge ein beliebtes Wanderziel. Im Osten derMontagnette liegt auf dem Gebiet vonGraveson einOppidum aus derLatènezeit, hier wurden Münzen, Keramik, Küchengeräte und in der Nekropole ein Tempel gefunden. DerPont Julien wurde im Jahre 3 vor Christus errichtet und überspannt denCalavon beiBonnieux als Teil derVia Domitia. Auf dem Plateau vonValensole werdenLavendel undMandeln angebaut, jährlich findet im Sommer das Lavendelfest statt. In den Seealpen liegt derNationalpark Mercantour. DasVallée des Merveilles liegt im Nationalpark und ist für seine 25.000 bis 30.000[9]Petroglyphen bekannt. Ebenfalls in den Seealpen steht das römische SiegesdenkmalTropaeum Alpium, in der StadtLa Turbie. DieVerdonschlucht ist bis zu 700 Meter tief und damit nach derTaraschlucht der zweittiefste Canyon Europas. Die Schlucht entstand nach derletzten Eiszeit, als sich die Verdon bedingt durch gewaltige Schmelzwassermengen in die weiche Kreide einschnitt. Auch dieVésubie besitzt einige Schluchten, die zu den landschaftlich schönsten der Seealpen zählen.

Geschichte

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Hellenisierung

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Um 600 v. Chr. begann die systematischeKolonisation der Küste der Provence durch Griechen aus der kleinasiatischen StadtPhokaia. Die Phokäer waren durch diePerser unter Druck geraten und hatten bei ihren Fahrten entlang der Mittelmeerküste das von der Natur geschaffene Hafenbecken der späteren Stadt Marseille entdeckt. Es gibt eine Sage, nach der derKeltenkönig Nann für seine Tochter Gyptis einen Mann suchte und seiner Tochter die freie Wahl ließ. Sie entschied sich für einen schönen griechischen Fremdling. Darauf sollen sie die Stadt Marseille, das damalige Massalia (später Massilia) gegründet haben. Diese Stadt erlebte einen enormen Bevölkerungszuwachs. Die Stadt begann sich langsam zu einer großen Handelsniederlassung zu entwickeln, die sogar mit den weit entferntenkeltischen Stämmen im heutigenNorddeutschland Handel betrieb. Vor allem die gute Lage am Meer machte Massalia so erfolgreich. Entlang der Küste entstanden zahlreiche Stützpunkte und Tochtergründungen, unter ihnen Antipolis (Antibes), Nikäa (Nizza) und Glanon (St. Rémy,Glanum). Die Glanzzeit Massilias fiel in das 4. Jahrhundert v. Chr. Eine keltische Invasion im späten 2. Jahrhundert v. Chr. beendete dann die Epoche der weitgehend aggressionsfreien Koexistenz von Griechen und Ureinwohnern. Massilia geriet zunehmend unter Druck und war gezwungen seinen Verbündeten, Rom, um Hilfe zu bitten.Hiermit begann die Zeit derRomanisierung.

Romanisierung

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Der römische Stadtgründungsbogen inOrange
DieVia Domitia inNarbonne

Das Eindringen der Römer in die Provence hatte mehrere Hintergründe. NachdemRom begonnen hatte seinen Einfluss über Italien hinaus auszudehnen, musste es zwangsläufig zur Konfrontation mit der damals größten Handelsmacht,Karthago, kommen. Von 264 bis 241 v. Chr. verlief derErste Punische Krieg, der wegen des Streites umSizilien entbrannte, wo die siegreichen Römer schließlich ihre erste Provinz gründeten. Die Allianz, die Rom mit dem südlich desEbro gelegenenSagunt schloss, löste denZweiten Punischen Krieg aus (218–202), in dessen Verlauf sich Massalia als treuer Bündnispartner Roms auszeichnete. Die massiliotische Flotte besiegte bereits ein Jahr nach Kriegsausbruch die karthagische Seestreitmacht und deren Führer Himilcon.Hannibal selbst war bei seinem Zug von Spanien nach Italien gezwungen, das starke Massalia zu umgehen.

Als die Punischen Kriege schließlich beendet waren, wurden derKonsul Lucius Baebius und sein ihn begleitender Heereszug nahe Massalia überfallen und bis auf den letzten Mann vernichtet. Massalia geriet schon bald selbst unter massiven Druck. 181 v. Chr. wurden die Römer zur Hilfe gerufen. Es erfolgte zwar eine siegreiche Gegenwehr der Römer, jedoch mussten diese sechzig Jahre später erneut um Hilfe gebeten werden. Dem Hilferuf der Hafenstadt kam Rom diesmal mit mehreren rasch aufeinander folgenden militärischen Unternehmungen nach.

Als Konsul des Jahres 125 v. Chr. wurdeMarcus Fulvius Flaccus vomSenat beauftragt, Massilia gegen die Plünderungen derSalluvier zu unterstützen. Flaccus nutzte den Auftrag, um große Teile des Landes zu erobern, und kehrte 123 v. Chr. mit einemTriumphzug nach Rom zurück.

Zwei Jahre später wurde die ProvinzGallia ulterior, das entferntere Gallien (das später nur nochGallien hieß) im Gegensatz zuGallia citerior, demnäheren Gallien in Norditalien (auchGallia cisalpina genannt) eingerichtet, die später inGallia Narbonensis umbenannt wurde. Hauptstadt wurde erstAquae Sextiae (Aix-en-Provence), später dann die 118 v. Chr. gegründeteColonia Narbo Martius (Narbonne). Darüber hinaus wurde dieVia Domitia als Verlängerung derVia Aurelia angelegt, um Italien auf dem Landweg mitSpanien zu verbinden.

Die folgenden 100 Jahre mussten darauf verwandt werden, diesen neuen Besitz zu sichern. Bald kam ein weiterer Gegner auf die Römer zu: DieGermanenvölker derKimbern undTeutonen, die den Rhein überschritten hatten und im Rhônetal südwärts vorrückten. Die Römer erlitten bei Arausio (Orange) im Herbst 105 v. Chr. eine Niederlage gegen die Kimbern. Erst in Spanien konnten sie aufgehalten werden. Die Teutonen fielen imRhonedelta ein. Marius war es dort gelungen, eine gewaltige Streitmacht zusammenzuziehen, und er besiegte schließlich die Germanen 102 v. Chr. in einer entscheidenden Schlacht im Südosten von Aquae Sextiae. In den folgenden Jahren gab es wiederholt Aufstände der Gallier, die mit rücksichtsloser Härte niedergeschlagen wurden.

Im Jahre 58 v. Chr. begannCaesar seine Eroberungsfeldzüge inGallien und die Narbonensis diente ihm als eine feste Ausgangsbasis. Mit der Niederschlagung der letzten großen nationalen Erhebung unter dem ArvenerfürstVercingetorix (52 v. Chr.) war das Keltentum in Gallien endgültig besiegt. Caesar wandte sich nun gegenPompeius, seinen einstigen Mitstreiter, der inzwischen in Rom zum Alleinherrscher – consul sine collega – hatte aufsteigen können. Massilia hatte sich in dieser Auseinandersetzung auf die Seite des späteren Verlierers, Pompeius, geschlagen. Fast ein halbes Jahr musste Caesar darauf verwenden, den Widerstand der unbotmäßigen Hafenstadt zu brechen. Schließlich wurde Massilia erobert und die massilianische Flotte vernichtet.

Mittelalter und Neuzeit

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Provincia als Teil desFränkischen Reiches zu Zeiten derMerowinger

Nach fast 600 Jahren als römische Provinz wurde das Land 470/477 von denWestgoten erobert. 507 – nachdem dieFranken die Westgoten in derSchlacht von Vouillé geschlagen hatten – übernahmen dieOstgoten dieprovincia; 536 dann, nachdem die Franken auch dieBurgunden unterworfen hatten, wurde das Land für 320 Jahre fränkisch. 855 (Prümer Teilung) bis 879 bildete die Provence zusammen mit Südburgund ein selbständigeskarolingisches Königreich unterKarl, danach ab 879 das KönigreichNiederburgund, bis 933 mit der HauptstadtArles – daher auch die BezeichnungArelat. Zwischen 888 und 975 war allerdingsFraxinetum eine Basis desIslam in der Provence,Araber beherrschten und plünderten weite Teile Burgunds.

Von 934 an gehörte die Provence zum vereinigtenKönigreich Burgund, ab 1032 aufgrund eines sich realisierenden Erbvertrages zumHeiligen Römischen Reich, ohne jemals völlig integriert zu werden: 1365 erfolgte die KrönungKarls IV. in Arles, obwohl die tatsächlichen Herren längst andere waren.

DerPapstpalast in Avignon

DieGrafen von Arles hatten früh die faktische Macht in der Provence ergriffen, galten Ende des 10. Jahrhunderts bereits als Grafen der Provence, teilten sich aber schnell in zwei Linien, denn im Jahr 1112 heirateten die beiden Töchter des Grafen jeweils zum einen denGrafen von Toulouse und zum anderen denGrafen von Barcelona. Ein Konflikt darüber, welcher der beiden Fürsten nun wahrer Erbe der Provence sei, wurde 1125 beigelegt, indem die südliche Provence geteilt wurde. Toulouse erhielt die Gebiete nördlich derDurance alsMarkgrafschaft Provence und Barcelona die südliche Provence.

Nach dem Tod der kinderlosen GräfinDulcia II. ging die Erbfolge 1167 an ihren nächsten Verwandten KönigAlfons II. von Aragon über; damit wurde die Grafschaft Provence nun Teil desaragonesischen Länderkomplexes. Durch die Heirat der letzten aragonesischen GräfinBeatrix mitKarl von Anjou, dem späteren König Karl I. von Sizilien, fiel nach dem Tode der Gräfin 1267 die Grafschaft an dasHaus Anjou, das bereits 1246 den südlichen Teil gewonnen hatte.

1382 wurde durch Testament die Grafschaft an dasJüngere Haus Anjou übergeben, das bis 1481 regierte. Nach dem TodeKarl III. fiel ebenfalls durch Testament die gesamte Grafschaft an den französischen KönigLudwig XI. Dadurch schied die Grafschaft Provence endgültig auch aus dem Heiligen Römischen Reich aus.

Bedeutende Regenten der Anjou-Zeit waren drei Grafen von Provence, die auchKönige von Neapel waren:

  • Karl von Anjou, der die Herrschaft derStaufer in Süditalien beendete;
  • Johanna I., die ihren Ehemann ermorden ließ und im folgenden Kirchenprozess freigesprochen wurde, nachdem sie demPapst die Stadt Avignon verkauft hatte;
  • René, Herzog vonLothringen und Graf von Provence,le bon roi René des provenzalischen Volkstums und einer der wichtigsten Förderer derTroubadoure.

Das Land nördlich der Durance wurde zur – seit 1053 bereits bestehenden –Grafschaft Forcalquier, die 1209 wieder durch Erbschaft an die Provence zurückfiel. Im Westen schließlich, um Avignon, entstand die Markgrafschaft Provence, die als Erbe der älteren Linie seit längerem in der Hand der Grafen von Toulouse war und im Zusammenhang mit denKreuzzügen gegen dieKatharer 1274 unter die Herrschaft des (seit 1309 dann in Avignon residierenden) Papstes geriet. Dieser päpstliche Machtbereich schrumpfte im Lauf der Jahre immer mehr, im Norden spaltete sich dasFürstentum Orange ab, das 1713 von Frankreich annektiert wurde, bis der verbliebene Rest, dieGrafschaft Venaissin, 1791 im Zuge der Französischen Revolution ebenfalls übernommen wurde.

1498 wurde der zu diesem Zeitpunkt zu Frankreich gehörende Teil der Provence in dieDomaine royal eingefügt, ab 1660 das Gebiet wie eineProvinz verwaltet und 1789 im Zuge der Französischen Revolution in Départements aufgeteilt.

Lediglich die in denMeeralpen (auch Seealpen genannt) gelegenen Teile der Provence, die sich im Laufe der Zeit selbstständig gemacht hatten (zum Beispiel dieGrafschaft Nizza und das Fürstentum Monaco), verblieben beim Heiligen Römischen Reich, und kamen zum Teil erst später zu Frankreich – die Grafschaft Nizza (die ab 1388 von derGrafschaft Savoyen annektiert wurde) endgültig erst 1860, das Territorium von Tende, La Brigue und Isola erst im Jahre 1947. So ging auch nach fast sieben Jahrhunderten das „Schisma“ der Provence zu Ende.

Verstärkt fuhren Mitte des 19. Jahrhunderts englische Aristokraten aus dem regenverhangenen Norden in das gelobte Land, „wo die Zitronen blühen“, um in dem milden Klima den Winter zu verbringen. Niemand ahnte, dass dies die ersten Vorboten einer neuen „Völkerwanderung“ waren. Schon bald entstanden ganze Villenviertel, tropische Pflanzen wurden akklimatisiert und weitläufige Gärten angelegt.

1887 publizierteStéphen Liégeard ein Buch mit dem TitelLa Côte d’Azur. In wenigen Jahren setzte sich dieser Name für den Küstensaum zwischen Hyères und Menton im allgemeinen Sprachgebrauch durch.

Während desErsten Weltkrieges war die Provence von den Kämpfen nicht direkt betroffen. Nach derGeneralmobilmachung am 1. August 1914 meldeten sich innerhalb weniger Tage 140.000 Männer in den Kasernen. In der Region wurden Krankenhäuser für Verwundete und Gefangenenlager eingerichtet. Darüber hinaus wurden in der Provence, vor allem imUbaye-Tal, Tausende von Flüchtlingen aufgenommen; Marseille wurde zu einem Kriegshafen für den Transport von Kolonialtruppen und Ausrüstung.[10]

Ab 1933, nach derMachtübernahme inDeutschland durch dieNationalsozialisten, wurde die Provence, so etwa der KüstenortSanary-sur-Mer, zu einem bevorzugten Zufluchtsort für zahlreiche deutsche undösterreichische Intellektuelle.[11] Nach demWestfeldzug des Zweiten Weltkrieges und der Niederlage derfranzösischen Armee in 1940 wurde Frankreich entsprechend den Bedingungen desWaffenstillstands von Compiègne in eine besetzte(zone occupée) und eine freie Zone(zone libre) geteilt; die Provence wurde Teil der freien Zone. Wie im Übrigen vomVichy-Regime regierten Gebiet war auch die Provence von der Kollaboration mit den Deutschen im Kampf gegen den französischen Widerstand, dieRésistance, geprägt. Auch führten die französischen Behörden selbst eine Verfolgung derjüdischen Bevölkerung durch. Sie wurde nach Deutschland undPolen deportiert. Das größteInternierungslager in der Provence war dasCamp des Milles in der Nähe von Aix-en-Provence.[12]

Regionale Naturparks in der Provence

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Zur Lage der Parks, siehe →Liste der regionalen Naturparks in Frankreich

Nationalparks in der Provence

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Zur Lage der Parks, siehe →Nationalparks von Frankreich

Typische Landschafts- und Stadtbilder der Provence

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Siehe auch

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Literatur

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Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. abProvence. In:Brockhaus. Online-Version. NE GmbH | Brockhaus, München. 
  2. Haute-Provence: Natur von unendlicher Weite und Lavendelfeldern. Abgerufen am 5. Mai 2024. 
  3. Die Küche der Provence. In: france-naturelle.de. Abgerufen am 7. September 2012 (französisch). 
  4. Beaucaire fair. Encyclopædia Britannica, abgerufen am 7. September 2012 (englisch). 
  5. Bauxit/Bauxitabbau. Gesamtverband der Aluminiumindustrie, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juli 2012; abgerufen am 7. September 2012. 
  6. Les Arènes du IVe après J.C. jusqu’à aujourd’hui. (arenes-nimes.com (Memento vom 17. Januar 2013 im Webarchivarchive.today))
  7. Le plus grand lac artificiel d’Europe. arrigny.fr, abgerufen am 7. September 2012 (französisch). 
  8. Marseille Etoile (3). tdf.fr, archiviert vom Original; abgerufen am 5. September 2012 (französisch). 
  9. Merveilles (Vallée des). larousse.fr, abgerufen am 7. September 2012 (französisch). 
  10. La Provence face à la Grande GuerreLa Provence vom 19. September 2014, abgerufen am 24. November 2019.
  11. Notgedrungen im ParadiesSüddeutsche Zeitung vom 12. September 2017, abgerufen am 12. Januar 2020.
  12. Aix-en-Provence the dark side Webauftritt desDaily Telegraph vom 10. Juni 2014, abgerufen am 26. Januar 2020.
Vizekönigreiche und Besitzungen der Krone Aragón (1137–1714)
Normdaten (Geografikum):GND:4047564-5 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS) |VIAF:317275605
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Provence&oldid=260706919
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