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Professor Moriarty

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Professor Moriarty, Illustration vonSidney Paget

Professor James Moriarty (pɹəˈfɛsə d͡ʒe̯ɪmz mɒriɑːti,anhören/?) ist eine fiktive Romanfigur, die in zweiSherlock-Holmes-Geschichten von SirArthur Conan Doyle entscheidende Rollen spielt und in fünf anderen erwähnt wird. Moriarty wurde von Doyle als ein dem Detektiv ebenbürtiges kriminellesGenie erdacht. Holmes bezeichnet ihn als den „Napoleon des Verbrechens“.

Moriarty und Sherlock Holmes

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Moriarty tritt nur in der ErzählungThe Final Problem (dt.:Das letzte Problem) und dem RomanThe Valley of Fear (dt.:Das Tal der Angst) auf. Ursprünglich schuf Doyle die Figur Moriartys, um Sherlock Holmes inThe Final Problem durch einen ebenbürtigen Gegenspieler zu Tode zu bringen, da der Schriftsteller die Detektiv-Serie beenden wollte.

Namentlich erwähnt wird Moriarty in den Geschichten:The Empty House (dt.:Das leere Haus),The Norwood Builder (dt.:Der Baumeister aus Norwood),The Missing Three-Quarter (dt.:Der verschollene Three-Quarter),The Illustrious Client (dt.:Der illustre Klient) undHis Last Bow (dt.:Seine Abschiedsvorstellung).

Die Bezeichnung „Napoleon des Verbrechens“ (The Napoleon of Crime) geht möglicherweise auf den Scotland-Yard-MitarbeiterRobert Anderson zurück, der den deutsch-amerikanischen KriminellenAdam Worth als „the Napoleon of the criminal world“ beschrieb. Worth gilt als eines der Vorbilder für den Charakter Moriarty, eine Theorie, die vor allem in den USA favorisiert wird.[1] Auch der EngländerJonathan Wild, auf den Doyle seinen Sherlock Holmes inThe Valley of Fear als Moriarty des 18. Jahrhunderts reflektieren lässt, und der in Doyles GeburtsstadtEdinburgh geradezu legendäreWilliam Brodie, der eine Inspiration fürRobert Louis Stevenson und dessen MeisterwerkThe Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde (dt.Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde) war, gelten als reale Vorlagen für das kriminelle Meisterhirn hinter der bürgerlichen Fassade.Sidney Paget griff als Modell für seine Illustrationen zuThe Final Problem offensichtlich auf keinen Geringeren als den römisch-katholischen Erzbischof von Westminster,Henry Edward Manning, und dessen 1882 entstandenes Porträt vonGeorge Frederic Watts zurück.[2]

Fiktive Biografie

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Professor James Moriarty, einer von drei Brüdern (die anderen sind Colonel James Moriarty und ein Stationsvorsteher in Westengland), stammt aus gutem Hause. Bereits in seiner Kindheit zeigte er sein außergewöhnliches mathematisches Talent, verfasste 21-jährig eine aufsehenerregendeAbhandlung über denBinomischen Lehrsatz und erhielt daraufhin einenLehrstuhl an einer kleineren englischen Universität. Bald aufkommende Gerüchte zwangen Moriarty zur Aufgabe des Lehrstuhls, um als militärischer Berater nachLondon zu gehen. In der Metropole baute er ein umfassendes Verbrechersyndikat auf, in dessen Zentrum er „wie die Spinne in ihrem Netz“ saß, das Zittern jedes einzelnen der unzähligen Fäden registrierend.

Holmes machte ihn für die Organisation der Hälfte aller Verbrechen in London verantwortlich und „von nahezu allem, was ungeklärt bleibt“. Moriartys offiziellesSalär belief sich auf 700Pfund Sterling im Jahr, seine enormen Einnahmen aus Verbrechen ermöglichten ihm jedoch, seiner ausführenden HandSebastian Moran ein Jahresgehalt von nicht weniger als 6000 Pfund zu zahlen (gemäß einem vonGisbert Haefs proportionierten Multiplikator wäre der heutige Wert über 460.000 Euro. Zum Vergleich: das Jahreseinkommen des britischenLordkanzlers belief sich im Jahr 1900 auf 4000 Pfund). In Moriartys Diensten entwickelte der blinde deutsche Mechaniker Von Herder ein zerlegbares und ebenso präzises wie lautlosesLuftgewehr.

Im Jahr 1891 gelang es Sherlock Holmes mehrfach, die Pläne Moriartys zu vereiteln und schließlich dessen Organisation zu sprengen. Der Professor entging jedoch seiner Verhaftung und verfolgte Holmes durchEngland,Frankreich,Belgien und dieSchweiz, wo es am 4. Mai 1891 an denReichenbachfällen naheMeiringen zu einem Zweikampf kam, bei dem Moriarty in die Fälle hinabstürzte und zu Tode kam.

Moriarty war auch der Autor des SachbuchesDie Dynamik einesAsteroiden, das „in derartige Höhen der reinen Mathematik aufstieg, dass nicht einer aus der Fachpresse in der Lage war, es zu rezensieren“.

Professor Moriarty abseits von Arthur Conan Doyle

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Wie Sherlock Holmes selbst hat auch Professor Moriarty ein außergewöhnliches Nachleben entwickelt, doch anders als dieser hat er kein wirkliches Eigenleben. Moriarty (bei Doyle eher ein Enigma, das in lediglich zwei Geschichten eine Rolle spielt) bleibt eng mit Holmes verkettet, und kaum einer seiner Auftritte kommt ohne eineReferenz auf den großen Detektiv aus. Abgesehen von seiner Funktion des Erzbösewichts inSherlock-Holmes-Pastiches oder imKintopp, wo er einmal dieKronjuwelen stiehlt und ein anderes Mal mit denNationalsozialisten gemeinsame Sache macht, befassen sich seit den 1970er-Jahren zunehmend mehr Autoren und Filmemacher mit den Möglichkeiten sowohl seiner Vergangenheit als auch seiner Zukunft.

InNicholas Meyers RomanKein Koks für Sherlock Holmes (1974, dem einzigenPastiche, das es auf die Bestsellerlisten schaffte) entpuppt er sich als Holmes’ frühererHauslehrer und Liebhaber seiner Mutter, der lediglich in der drogenbenebelten Vorstellung seines einstigen Schülers zum kriminellen Genie mutiert. Es istSigmund Freud, der Holmes von diesem wahnhaften Zwang befreit. Auch in dem vonChris Columbus geskripteten FilmDas Geheimnis des verborgenen Tempels (1985), der eine gemeinsame Schulzeit von Holmes undWatson schildert, ist er der – allerdings verehrte – Lehrer despubertierenden Detektivs. Unter dem Namen Rathe erteilt er Holmes tagsüber wertvolle Ratschläge fürs Leben, während er des Nachts als Anführer einer ägyptischenSekte Rache für die Schändung eines Grabmals sucht. Erst am Ende des Films nimmt er den Namen Moriarty an.

Eher im Geiste Meyers verfolgenDer letzte Sherlock-Holmes-Roman (1978) vonMichael Dibdin und das 1988 mitJeremy Brett in der Hauptrolle uraufgeführte TheaterstückThe Secret of Sherlock Holmes vonJeremy Paul die Theorie, Moriarty sei nichts weiter als das Produkt einerschizophrenen Verfassung Holmes’, gestützt durch die Tatsache, dass in Doyles Kanon nur zwei Figuren dem Professor wirklich begegnen – nämlich Holmes selbst und Inspektor MacDonald, der ihn lediglich im Halbschatten zu sehen bekommt, was die Möglichkeit eröffnet, dies sei Holmes in Verkleidung gewesen.

Zu den Vorgängen an den Reichenbachfällen gibt es eine Anzahl alternativer Versionen abseits von denen Doyles, Dibdins und Pauls.John Edmund Gardner schildert inMoriarty (1973), der Napoleon des Verbrechens und der große Detektiv hätten ein Abkommen getroffen, künftig die Wege des jeweils anderen zu meiden. Entsprechend spielt Holmes in diesem Roman und dessen FortsetzungThe Revenge of Moriarty (1975) nur eine untergeordnete Rolle.

Robert Lee HallsExit Sherlock Holmes (1977) bedient sich der äußerlichen Ähnlichkeit zwischen Moriarty und Holmes auf einer IllustrationSidney Pagets und schildert die Antagonisten als geklonteZeitreisende aus dem 24. Jahrhundert, die sich nach der Rückkehr aus der Schweiz ein letztesDuell auf einer Theaterbühne liefern, bevor es Holmes gelingt, den genialen Verbrecher dank seines getreuenWatson zu überwältigen und in die eigene Zeit zurückzubringen.

InDie Erdbebenmaschine (ebenfalls 1977), einem Roman von Austin Mitchelson und Nicholas Utechin (dem Herausgeber desSherlock Holmes Journal), hat Moriarty den Sturz in die Reichenbachfälle mit schwersten Verletzungen überlebt. Als Antrieb für seine Armprothesen entdeckt und entwickelt er dieKernenergie, die er auch in Form einerAtombombe für seine finsteren Rachepläne nutzen will. Ein Meisterschuss Dr. Watsons auf dem Bahnhof vonKings Cross schaltet ihn in letzter Sekunde aus. In dem Buch treten zahlreiche Charaktere aus dem Doyle’schen Holmes-Kanon auf, zusätzlich die Tochter vonIrene Adler, dierussische Zarenfamilie,Rasputin und sein MörderJussupoff und der jungeWinston Churchill.

Auch in dem 2014 erschienenen RomanDer Fall Moriarty vonAnthony Horowitz überlebt Moriarty den Kampf an den Reichenbachfällen. Es handelt sich dort aber um einen Trick, um kriminellen Widersachern aus den USA, die sein Verbrecherimperium mittels Terrormethoden übernommen haben, zu entgehen und sich zu rächen. Er schlüpft in die Rolle einesPinkerton-Agenten, um den Scotland-Yard-Inspektor Athelny Jones, der den Tod von Holmes untersucht, für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Zum Schluss reist er nachNew York, um dort das kriminelle Imperium seines letztlich besiegten Widersachers zu übernehmen.

Ebenfalls 2014 wird die Vorgeschichte des Zweikampfes von Holmes und Moriarty von der Autorin Annelie Wendeberg in 4 Romanen dargestellt (Teufelsgrinsen,Tiefer Fall,Die lange Reise,Der irische Löwe). Hiernach begegnet eine junge Frau, Anna Kronberg, die lange als Mann verkleidet gelebt sowie Medizin studiert und als Arzt praktiziert hat, Holmes, der sich mit ihr verbunden fühlt. Nachdem sie mit Holmes Menschenversuche zu medizinischen Zwecken vereitelt hat, entführt Prof. Moriarty, der hinter der Angelegenheit steht, sie und zwingt sie, die Versuche mit tödlichen Krankheiten zum Zwecke der biologischen Kriegsführung fortzusetzen. Sie verliebt sich scheinbar in Moriarty, verrät diesen jedoch an Holmes, was letztlich zum Kampf an den Reichenbachfällen führt.

In dem 1994 erschienenen RomanDie Gehilfin des Bienenzüchters (Autorin:Laurie R. King) nutzt die Tochter des verstorbenen Professors Moriarty dessen kriminelleInfrastruktur dazu, sich an dem 1918 im Ruhestand befindlichen Holmes und dessen junger Gefährtin Mary Russell zu rächen, scheitert aber letztlich.

In demDisney-ZeichentrickfilmBasil, der große Mäusedetektiv (1986), basierend auf einer erfolgreichen Kinderbuchserie vonEve Titus, wurde das Sherlock-Holmes-Universum auf den Mikrokosmos der Nagetiere übertragen. Professor Moriarty wird dort durch eine große Ratte namens Professor Ratigan (dt. „Rattenzahn“) verkörpert und im Originalton vonVincent Price gesprochen, der auch Ratigans Aussehen und das mimische und gestische Repertoire entscheidend beeinflusst hat. Es gibt einen Kurzauftritt des „echten“ Sherlock Holmes unter Verwendung der Stimme vonBasil Rathbone.

In dem von Martin Powell geskripteten und von Seppo Makinen gezeichnetenComicScarlet in Gaslight (1988) werden die Ereignisse aus Doyles ErzählungDas letzte Problem und dem RomanDracula vonBram Stoker miteinander verknüpft und es ist letztlich der König der Vampire, der Moriarty in den Schlund des Wasserfalls hinabschleudert und vernichtet.

InDas Mandala des Dalai Lama (1999) vonJamyang Norbu entpuppt sich Moriarty weniger als Mathematiker denn alsMetaphysiker, als eine Art indischer Hexer, der während des Absturzes in der Schweiz sein einstmals verlorenes Gedächtnis wiedergefunden, aber körperliche Unversehrtheit und gute Manieren eingebüßt hat und nun nach „absoluter Macht“ greifen will. Das Buch bedient sichRudyard Kiplings Hurree Chunder Mookerjee (ausKim) als Erzähler, wird aber letztlich dem Universum derIndiana-Jones-Filme gerechter als dem poetisch-atmosphärischen Kosmos seiner literarischen Vorlagen.

Frogster Interactive publizierte im November 2006 dasAdventure-SpielSherlock Holmes: Die Spur der Erwachten für PC. In diesem Abenteuer, basierend auf Conan Doyles Vorlagen und dem Fundus der ErzählungenHoward Phillips Lovecrafts, führen die Ermittlungen Holmes und Watson erneut in dieSchweiz. Während seiner verdeckten Ermittlungen in der Klinik „Das schwarze Edelweiss“ fällt Holmes die Krankenakte eines namenlosen Patienten in die Hände, den man schwer verletzt aus einem Fluss gezogen hat und der – obschon unter Gedächtnisverlust leidend – einen sehr wachen Verstand zu haben scheint. Als Holmes später auf diesen Patienten trifft, stellt sich heraus, dass es sich um Moriarty handelt, der den Sturz in dieReichenbach-Schlucht zwar überlebt hat, aber nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Schon bevor Computerspiele die Welten Conan Doyles und Lovecrafts miteinander vermengten, gab es entsprechende literarische Versuche. Professor Moriarty und seine rechte Hand Colonel Moran entpuppen sich als die Protagonisten inNeil Gaimans ErzählungEine Studie in Smaragdgrün (2003). Als Detektive im Dienste Ihrer Majestät ermitteln sie hinsichtlich der Aktivitäten eines Anarchisten, der sich des Pseudonyms „Rache“ bedient (Holmes). Die Geschichte geht von einer Parallelwelt-Prämisse aus, in der Großbritannien –Albion – von den Großen Alten beherrscht wird und die Königin eine außerirdische Entität ist. Gaiman gewann für diese Geschichte 2004 den renommiertenHugo Award für die beste Kurzgeschichte und 2005 denLocus Award für die beste Novelle.

In derScience-Fiction-FernsehserieStar TrekThe Next Generation (deutsch:Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert) tritt Professor Moriarty – gespielt vonDaniel Davis – in zwei Episoden als Figur in einerHolodeck-Simulation (einer künstlichen Realität) an Bord des Raumschiffs Enterprise auf. Hier ist er zunächst ein ans Holodeck gebundenes, jedoch anfassbaresHologrammbild in einem Abenteuer des Sherlock Holmes darstellendenAndroidenData. Moriarty erkennt jedoch, da er – durch einen Formulierungsfehler vonGeordi Laforge – als ein Data (und nicht Holmes) ebenbürtiger Gegner erschaffen wurde, dass seine Existenz künstlicher Natur ist, und versucht, mittels seines durch den Bordcomputer erzeugten überragenden Verstandes das Raumschiff unter Kontrolle zu bringen und so die Besatzung zu zwingen, ihm ein Weiterleben in der realen Welt zu ermöglichen. Schließlich wird er nach Verhandlungen mitCaptain Picard getäuscht und in einem Holokristall-Datenspeicher isoliert und erlebt dort künftig seine Abenteuer weiter. Ein weiteres Mal tritt Moriarty in einer Episode der NachfolgeserieStar Trek: Picard in Erscheinung.

InSherlock, einerBBC-Fernsehserie, die Conan Doyles Kanon in der Gegenwart reimaginiert, ist der Name und das Attribut des kriminellen Meisterhirns die einzige verbliebene Verbindung zur literarischen Schöpfung. Jim Moriarty ist dort ein sehr junger, impliziert homosexueller, im Gebaren übertrieben hysterischer, aber hochintelligenter psychopathischer Räuber und Mörder, der ausschließlich zum persönlichen Vergnügen mit Sherlock Holmes in Wettstreit tritt und aus einer Art Hassliebe dessen Vernichtung herbeiführen will.

In der US-FernsehserieElementary sind Irene Adler und Jamie(!) Moriarty ein und dieselbe Person. Unter dem ersten Namen hatte sie eine vermeintliche Liebesbeziehung mit Holmes, der nach ihrem vorgetäuschten Tod der Rauschgiftsucht anheimfällt.

In demUS-amerikanisch-britisch-schweizerischenAbenteuer-ThrillerSherlock Holmes: Spiel im Schatten (2011) desRegisseursGuy Ritchie werden Figuren derSherlock-Holmes-Reihe vonArthur Conan Doyle verwendet. Die Rolle des Holmes wird vonRobert Downey Jr. übernommen, seinen AssistentenDr. Watson spieltJude Law. Der Film gipfelt ebenfalls in dem großen Showdown in der Schweiz. Nach dem Schachspiel, das Holmes gewinnt, kommt er zum Ergebnis, dass er auf Grund seiner Schulterverletzung den Kampf nicht gewinnen kann und er so oder so sterben wird. Nachdem Moriarty äußert, dass er nach Holmes Tod Watson und dessen Frau töten wolle, reißt Holmes Moriarty (in logischer Konsequenz) vor den Augen von Watson (der gerade durch die Tür kommt) in denReichenbachfall.

Die Manga-Reihe "Moriarty the Patriot" (OT:Yûkoku no Moriarty, 2016-...) von Ryōsuke Takeuchi und Hikaru Miyoshi wird zunächst auf Basis der spärlichen Fakten aus dem Holmes-Kanon die Vorgeschichte von Moriarty sowie dessen Brüdern erzählt. Als Erwachsene gründen die Moriartys mit einigen Gleichgesinnten eine Gruppe "Ritter der Gerechtigkeit" im Untergrund, die ihre ehrgeizigen Ideale (u. a. Sturz des Ständesystems) auf meist nicht legalem Wege durchzusetzen versucht. In der Serie tauchen neben Holmes und Watson auch einige Nebencharaktere des Holmes-Kanons auf. Ebenfalls wird dort angedeutet, dass Moriarty den eigenen Tod (mit Sherlock Holmes Hilfe) vorgetäuscht hat. Am Ende der Serie beginnt Watson die Abenteuer von Sherlock Holmes niederzuschreiben, allerdings mit dem Versprechen Moriarty als kaltherzigen Verbrecher darzustellen, eben so, wie Moriarty es sich gewünscht hatte.

Professor Moriarty abseits von Sherlock Holmes

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InPhilip José FarmersDas echte Log des Phileas Fogg (1973) ist Professor Moriarty nicht nur mitKapitän Nemo identisch, sondern überdies einAußerirdischer, der sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mitPhileas Fogg, einem konkurrierenden Extraterrestrier, misst. Nemo und Fogg sind ursprünglich Figuren aus Romanen vonJules Verne. Die Idee, Moriarty und Nemo seien dieselbe Person gewesen, wurde erstmals in dem EssayEin tauchfähiger Zufluchtsort, oder: Was zu beweisen wäre des Sherlockianers Professor H. W. Starr von 1959 abgehandelt, das sich als Nachdruck im Anhang zu Farmers Roman befindet.

In der Hörspiel-ErzählungA Shambles in Belgravia vonKim Newman, die im Januar 2005 von der BBC ausgestrahlt wurde, verknüpft der Autor eine Idee aus DoylesEin Skandal in Böhmen mitAnthony HopesDer Gefangene von Zenda. Als Erzähler der Geschichte, in der es Irene Adler gelingt, Professor Moriarty zu überlisten, fungiert Colonel Sebastian Moran. Im Grunde handelt es sich um ein amüsantesVexierspiel mit Doyles Vorlage, mit Moriarty und Moran als dunklen Spiegelbildern der (unerwähnt bleibenden) Lichtgestalten Holmes und Watson. Newman hat im Verlauf der Jahre einige Moriarty/Moran-Erzählungen veröffentlicht, die schließlich 2011 inThe Hound of the d’Urbervilles veröffentlicht wurden. Hier taucht dann auch Sherlock Holmes als „The Thin Man“ (im Gegensatz zu Mycroft Holmes, „The Fat Man“) in den letzten beiden Geschichten auf, wobei Newman eine alternative Auflösung für die Ereignisse an den Reichenbachfällen findet. Auch Moriartys Brüder James und James, der Colonel und der Stationsvorsteher, treten auf.

In dem ComicDie Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (1999) vonAlan Moore undKevin O’Neill, ist Moriarty alias „M“ gleichzeitig Leiter des militärischenGeheimdienstes wie auch Lenker einer staatlich kontrollierten Unterwelt, der den in einer Rückblende geschilderten Sturz in die Reichenbachfälle überlebt hat. Er beauftragt die Bildung der titelgebenden Liga unter Leitung von Mina Murray (aus StokersDracula), die sich ausJules VernesKapitän Nemo,Henry Rider HaggardsAllan Quatermain,Robert Louis StevensonsDr. Henry Jekyll alias Edward Hyde undH. G. Wells’ Dr. Griffin (ausDer Unsichtbare) zusammensetzt, und initiiert eine Luftschlacht über dem viktorianischen London, um seinen kriminellen GegenspielerDr. Fu Manchu zu vernichten. In Moores Comic vermutet die Anführerin der Liga, Mina Murray, dass es sich bei „M“ um Mycroft handelt. In der sehr freien und hinsichtlich des Respekts vor den literarischen Vorbildern eher freizügigen Verfilmung derLiga der außergewöhnlichen Gentlemen hat Prof. Moriarty die Rolle des Antagonisten inne, der anscheinend Sherlock Holmes umgebracht hat und durch das gegenseitige Ausspielen der europäischen Großmächte einenWeltkrieg heraufbeschwören will. Moriarty benutzt dabei gleich drei Decknamen, zum einen „M“ (wie im Comic) und zum anderen „Das Phantom“, und schließlich gibt er sich als (eher magerer) Mycroft Holmes aus.

Eine der ungewöhnlichsten, gleichzeitig jedoch berühmtesten Variationen Moriarty’scher Alternativ-Existenz findet sich inT. S. Eliots GedichtsammlungOld Possum’s Book of Practical Cats aus dem Jahre 1939. Darin wird Macavity geschildert, ein magerer Verbrecher-Kater mit tiefliegenden Augen und hoher Stirn, der den Kopf wie eine Schlange hin- und herpendeln lässt und nach außen respektabel auftritt. Im letzten Satz lässt Eliot schließlich endgültig die Katze aus dem Sack und bezeichnet Macavity als den „Napoleon des Verbrechens“.Macavity: The Mystery Cat findet sich auch als Lied im vonAndrew Lloyd Webber komponierten MusicalCats, einer Adaption der Eliot-Gedichtsammlung.

ImScience-Fiction-RomanAt All Costs (2008) des US-amerikanischen SchriftstellersDavid Weber (aus einer Buchserie um die fiktive HeldinHonor Harrington) wird ein Raketenkontrollsystem namens Moriarty eingeführt.

In dem RomanUnterwegs des amerikanischen SchriftstellersJack Kerouac gibt es eine Figur namens Dean Moriarty, nach der sich die BandMoriarty benannt hat.

Nach der Figur des Professors und wohl nicht zuletzt inReminiszenz an seinmagnum opus ist der Asteroid(5048) Moriarty benannt worden.[3]

In der US-FernsehserieDr. House schießt im Finale der 2. Staffel ein Mann namens Moriarty House an. Die Figur des Dr. House ist an Sherlock Holmes angelehnt.

In dem VideospielFallout 3 vonBethesda Softworks gibt es eine Person in der Stadt Megaton, die Moriarty heißt.

In dem ErzählbandDie Känguru-Chroniken vonMarc-Uwe Kling eröffnet der Ich-Erzähler mit seinem Mitbewohner – einem kommunistischen Känguru – eine Detektiv-Agentur. Nach einiger Zeit zieht ein neuer Nachbar ein: ein Pinguin namens J. Moriarty.

In der RomanreiheDas Erbe der Macht vonAndreas Suchanek taucht Professor Moriarty in Band 9 als einer der unsterblichen Schattenkrieger auf.

In demMassen-Mehrspieler-Online-RollenspielWizard101 taucht die Figur Miauriarty als Endgegner der Welt Marleybone auf. Die von Katzen und Hunden bewohnte Welt ist an das London des 19. Jahrhunderts angelehnt und wird von dem kriminellen Genie Miauriarty bedroht, dessen Gegenspieler der berühmte Hunde-Detektiv Sherlock Bones ist.

In dem ComicMoriarty Lives! bleibt Moriarty nach seinem vermeintlichen Tod an den Reichenbachfällen in der Schweiz, wo er den reichen Tyrannen Bombastus von Hohenheim ausrauben will, der sich für unangreifbar hält und beispielsweise aus Sadismus Opfern das Herz heraus operiert. Unterstützt wird er dabei von einem kleinen Jungen namens Udo, der seinen Vater rächen will und mit der Zeit Moriartys Schüler wird. Nach langer Planung gelingt es Moriarty, seinen mit einem Handschuh, der elektrische Blitze verschießt, bewaffneten Rivalen zu töten, indem er ihm eine Flasche Wasser entgegenwirft, wodurch Von Hohenheim sich selbst kurzschließt. Auf Udos Frage, was er nun tun werde, meint Moriarty, dass er nach London reisen könnte, da er glaube, dass außer ihm noch ein „alter Freund“ (Sherlock Holmes) den Sturz in die Reichenbachfälle überlebt hat.

Professor Moriarty in Film und Fernsehen

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Einzelnachweise

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  1. niatu.net Adam Worth
  2. Henry Edward Manning porträtiert von George Frederic Watts
  3. Paul Murdin:Rock Legends. The Asteroids and Their Discoverers (= Springer Praxis Books). Springer International Publishing, 2016,ISBN 978-3-319-31836-3,doi:10.1007/978-3-319-31836-3. 

Literatur

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Primärliteratur

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Sekundärliteratur

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  • William S. Baring-Gould:Sherlock Holmes: Die Biographie des großen Detektivs aus der Baker Street. Deutsche Verlags-Anstalt 1978,ISBN 3-421-01861-8.

Weblinks

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Commons: Professor Moriarty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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