Princess (auchLeyland Princess) war zunächst die Modellbezeichnung mehrerer hochwertiger Limousinen des britischen AutomobilherstellersBritish Motor Corporation (BMC). Unter dessen NachfolgerBritish Leyland Motor Corporation (BLMC) existierte Princess von 1975 bis 1982 als eigenständige Marke innerhalb des Konzerns.

Als Zusatz für Fahrzeuge vom TypAustin A135 tauchte der Name Princess zum ersten Mal 1947 auf. Ein Versuch, den Namen Princess unabhängig von Austin als eigenständige Marke zu etablieren, wurde ab 1957 mit der „Princess IV“, der „Princess 4-litre Limousine“ und der "Princess 3-litre" unternommen. Hierbei handelte es sich um große, traditionelle Repräsentationslimousinen.
1959 machte BMC das bis dahin nur als Karosseriehersteller tätige UnternehmenVanden Plas zu einem eigenständigen Automobilhersteller und einer eigenen Konzernmarke. Vanden Plas vermarktete daraufhin die RepräsentationslimousineA135, die es bereits seit Jahren in Auftragsarbeit hergestellt hatte, künftig als eigenes Modell unter der BezeichnungVanden Plas Princess 4 Litre Limousine. Hinzu kam das kleinere ModellVanden Plas Princess 3 Litre, das 1964 zumVanden Plas Princess 4 Litre R weiterentwickelt wurde. Beides waren hochpreisige Fahrzeuge, die zwar technisch mit verschiedenen Modellen des BMC-Konzerns verwandt waren, aber eine hochwertige Ausstattung, teilweise ein individuelles Design und eine eigenständige Motorisierung hatten. So war der Princess 4 Litre R mit einem Sechszylindermotor ausgestattet, denRolls-Royce für den PrototypRangoon entwickelt hatte. Nachdem der Vanden-Plas-Mutterkonzern BMC im Herbst 1966 den OberklasseherstellerJaguar übernommen hatte, wurde die Produktion eigenständiger Vanden-Plas-Modelle eingestellt.
Weiterhin verkauft wurde derVanden Plas Princess 1100; hierbei handelte es sich allerdings nicht um ein eigenständiges Modell, sondern lediglich um eine im Wege des Badge Engineering modifizierte Variante des KleinwagensBMC ADO16. Mit dessen Produktionseinstellung 1974 entfiel der Name Princess vorübergehend. Zwar bot British Leyland auch vomAustin Allegro, dem Nachfolger des ADO16, eine Vanden-Plas-Version an, sie trug aber nicht den Namen Princess.

Bis in die 1970er-Jahre hinein war BMC bzw. dessen Nachfolger BLMC in der Mittelklasse mit den von Alec Issigonis konzipierten Frontantriebsmodellen der BaureiheBMC ADO17 vertreten. Diese technisch innovativen, stilistisch aber ungewöhnlichen und alsLandcrab (Landkrabbe) verspotteten Autos wurden, dem Konzept desBadge Engineering folgend, unter verschiedenen Konzernmarken alsAustin 1800 bzw. 2200,Morris 1800 bzw. 2200 sowie alsWolseley 18/85 bzw. Six verkauft.
Im März 1975 präsentierte BLMC mit der von Harris Mann gestalteten FließhecklimousineADO71 ein Nachfolgemodell desLandcrab. Diese auch als18-22 Series bezeichnete Baureihe erschien zunächst erneut in unterschiedlichen Versionen als Austin, Morris und Wolseley. Bereits nach sechs Monaten gab BLMC allerdings das Konzept des Badge Engineering vollständig auf. Der mit großem Aufwand dreifach eingeführte 18-22 wurde ab Oktober 1975 nur noch als einheitliches Modell verkauft. Das Fahrzeug war keiner der traditionellen BMC- bzw. BLMC-Marken mehr zugewiesen, sondern wurde zu einem markenunabhängigen Solitär. Für dieses Modell kam es zu einer Wiederbelebung der zehn Jahre zuvor eingestellten Bezeichnung Princess, die nun zu einer eigenständigen Verkaufslinie, nach manchen Quellen auch zu einer eigenständigen Marke wurde. Als Princess bzw. Princess 2 blieb das Auto bis 1981 im Leyland-Programm. Sein technisch und stilistisch ähnlicher Nachfolger wurde ab 1981 unter der BezeichnungAustin Ambassador verkauft.