Der Ort wurde erstmals um das Jahr 1100 in der FormPradassis als Bezeichnung für eine große Wiese erwähnt (lateinischpratum magnum quod dicitur Pradassis).[2] 1234 erscheint er alsPradacio.Giulia Mastrelli Anzilotti nimmt an, dass Predazzo eineDerivation aus dem lateinischenpratum ist. DasSuffix-āceu sollte in diesem Fall vergrößernd und nicht abwertend sein.[3]
Das deutsche nicht mehr gebräuchlicheExonym lautetPardatsch. VonZiano di Fiemme talabwärts heißt der Ort im DialektPardàco.[3]
Blasonierung: Geteilter Schild, im ersten Teil silbern mit den Werkzeugen eines Maurers, bestehend aus einer Wasserwaage in natürlicher Farbe, die von einem geraden Winkelmaß gekreuzt wird, und zwei kreuzweise angeordneten Hämmern, alle drei Teile in der Mitte durch ein rotes Band verbunden, das an allen Seiten flattert; im zweiten Teil blau mit einer Schwalbe in natürlicher Farbe im Flug; der Schild ist von einem damaszierten Rahmen in Gold umgeben. Das Gemeindewappen wurde am 5. Januar 1888 mit kaiserlicher Handschrift gewährt, als KaiserFranz Joseph I. Predazzo zurMarktgemeinde erhob. Es nimmt Bezug auf die in Predazzo vorherrschenden Tätigkeiten, den Bergbau, die Steinbrüche und die Maurer sowie auf die Emigration, auf die die Schwalbe hindeutet.[4]
1447 wurde den Einwohnern vomFürstbischof von Trient Georg Hack mit derRegola feudale eine weitestgehende Selbstverwaltung gewährt.[5] Die Regola von Predazzo gehört derTalgemeinde Fleims an. Mit der Auflösung des Fürstbistums gehörte Predazzo nach der napoleonischen Epoche von 1815 bis 1919 zurGefürsteten Grafschaft Tirol und somit zurHabsburgermonarchie. Im Jahr 1819 machte hier der GeologeGiuseppe Marzari Pencati eine Entdeckung, die das damals vorherrschende Geologieverständnis wesentlich beeinflusste, als er entgegen der geltenden Theorie für älter eingestufte Gesteinsschichten auf jüngeren Schichten liegend vorfand. In der Folge wurde Predazzo zum Ziel zahlreicher Felduntersuchungen und unter anderem vonLeopold von Buch,Alexander von Humboldt undMaria Matilda Ogilvie Gordon aufgesucht.
Predazzo ist nicht nur die größte Gemeinde des Fleimstals, sondern auch dessen wirtschaftliches Zentrum. Hier hat der Pastahersteller Felicetti als größter industrieller Arbeitgeber seinen Sitz. Predazzo ist zudem ein bekanntesWintersportgebiet. Am nördlichen Ortsrand liegt die SkisprunganlageDal-Ben-Skisprungschanzen mit der Großschanze (Hillsize 134 m) und der Normalschanze (Hillsize 106) sowie drei kleineren Nachwuchs-Schanzen. Auf dieser Anlage wurden die Wettbewerbe der Skispringer und die Sprungwettbewerbe der Nordischen Kombination bei denNordischen Skiweltmeisterschaften 1991,2003 und2013 im Val di Fiemme sowie derOlympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo ausgetragen.
Santi Filippo e Giacomo Apostoli. Die imneogotischen Stil erbaute Pfarrkirche liegt am gleichnamigen Platz von Predazzo. Sie wurde zwischen 1866 und 1870 errichtet und ersetzte die zu klein gewordene alte Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert, die abgerissen wurde.[6]
San Nicolò. Die Friedhofskirche mit ihrem Dach aus Holzschindeln wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet. Der Bau wurde zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert mehrmals umgebaut. Das heutige Aussehen geht auf den letzten Umbau von 1795 zurück.[7]
Casa del Mònech. Das Gebäude zeigt noch die für das Fleimstal charakteristische Bauweise der alten Bauernhöfe im Tal, mit dem zur Piazza gewandten Wohngebäude und dem dahinter zur Bergseite gelegenen Wirtschaftsgebäude mit den ehemaligen Stallungen. DasFresko auf der Fassade des Wohngebäudes stammt aus dem Jahr 1742 und zeigt unter anderem eine Madonna mit Kind. Der Bau diente als Sakristei der einst daneben gelegenen alten Pfarrkirche.[8]
Museo Geologico delle Dolomiti. Das geologische Museum wechselte seit seiner Eröffnung 1899 mehrmals seinen Namen. Es entstand nachdem Predazzo zum Ziel zahlreicher Geologen und Wissenschaftler geworden war. Das Museum zeichnet die geologische Geschichte der Dolomiten nach und besitzt eine reichhaltige Sammlung an Mineralien und Fossilien.[9]
Comune di Predazzo – Provincia di Trento:Statuto. Esecutivo con il 02.04.2016PDF.
Guido Giacomuzzi (Hrsg.):Guide del Trentino. Val di Fiemme: storia, arte. paesaggio. Temi, Trient 2005,ISBN 88-85114-91-1, S. 226–247.
Ernesto Lorenzi:Dizionario Toponomastico Tridentino. Archivio per l’Alto Adige, Gleno 1932.
Giulia Mastrelli Anzilotti:Toponomastica trentina: i nomi delle località abitate. Provincia autonoma di Trento. Servizio beni librari e archivistici, Trient 2003,ISBN 88-7702-088-1.
Mariano Welber:Gli stemmi dei comuni del Trentino. Edizioni U.C.T., Trient 1993.