PowerPC (PPC) ist eineMikroprozessor-Architektur, die 1991 durch ein US-amerikanisches Konsortium der UnternehmenApple,IBM undMotorola (ab 2004Freescale) – auch kurzAIM genannt – spezifiziert wurde. Im Jahr 2005, markiert durch den Rückzug mehrerer führender Teilnehmer und durch die Aufgabe des klassischen PC-Bereichs als Anwendungsziel, sank die Relevanz der Plattform für den öffentlich sichtbaren Bereich erheblich. Ab 2006 wurde unter dem Namen Power.org die Kern-Serie 2 weiter gepflegt. Im Jahr 2017 steht eine gepflegte Version 3 des Kerns mit dem Attribut „OpenPOWER“ zur Verfügung.
Der Name PowerPC ist einAkronym, wobeiPower fürPerformanceoptimizationwithenhancedRISC (Leistungsoptimierung durch verbessertes RISC) undPC fürPerformanceChip (Leistungs-Chip) steht.

PowerPC wurde von Anfang an als eine64-Bit-Prozessorarchitektur aufRISC-Basis entworfen, wobei auch32-Bit-Versionen verfügbar sind (beiIBM „Subset“ genannt).[1] PowerPC beherrschenGleitkommazahlen doppelter und einfacher Genauigkeit und arbeiten imBig-Endian-Modus, manche Prozessormodelle können jedoch alternativ auf denLittle-Endian-Modus umschalten. Fast alleProzessoren neuerer Bauart verfügen auch über die von Motorola entwickelteAltiVec-Vektoreinheit oder das IBM-ÄquivalentVMX. AltiVec wurde mit dem PowerPC 7400 aliasPowerPC G4 eingeführt. Der letzte Vertreter der PowerPC-Familie, der noch der AIM-Allianz entstammt, ist der Doppelkern-Prozessor PowerPC 970MP sowie dessen Einkern-Version PowerPC 970GX – von Apple alsPowerPC G5 vermarktet steht er gemeinsam mit dessen Vorversionen PowerPC 970 und 970FX mit bis zu 2,7 GHz Taktfrequenz für die letzten von Apple alsPower Macintosh gebauten Desktop- und (alsXserve) Server-Computer.
Neuere Versionen des PowerPC-Prozessors tragen keine Generations-Bezeichnung mehr (wie G3, G4, G5).
Der Gekko (CPU imNintendo GameCube) weist als Besonderheit spezielle Befehle auf, mit denen paarweise einfach-genaue Gleitkommazahlen, die sich in Floatingpoint-Registern befinden, bearbeitet werden können. Die Opcodes der Befehle überschneiden sich mit denen der AltiVec-Befehle.
PowerPC-Prozessoren werden u. a. in der IBMpSeries (RS/6000) und im IBMBlade JS20 und JS21 sowie in denMotorola-PowerStack-Rechnern eingesetzt. Seit 1996 basieren auchAmiga-Rechner faktisch auf PowerPC-Prozessoren, und auch kompatible Systeme wie derPegasos-Rechner von Genesi und derAmigaOne von Eyetech setzen ihn ein.
Apple verwendete die Prozessoren zwischen 1994 und 2006 für die Herstellung der eigenen Computer, wechselte dann jedoch zux86-Prozessoren von Intel.[2] Allerdings kaufte Apple im April 2008 die Firma P.A. Semi auf, die eine besonders stromsparende Variante der G5-Prozessoren entwickelte. Die Zielsetzung dieses Geschäftes war zunächst unklar, später stellte sich heraus, dass Apple den so eingekauften Sachverstand für die Entwicklung eigener Prozessoren nutzte.
Auch in vieleneingebetteten Systemen kommen PowerPC-Prozessoren zum Einsatz.
Bei Heimanwendern sind dies zum BeispielDigitalreceiver wie died-box 2 (PPC823) oder dieDreambox (PPC405), sowie Spielekonsolen wieNintendosGameCube,Wii undWii U,MicrosoftsXbox 360 sowie (in Form desCells) inSonysPlayStation 3.
Auch in PKW und in der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrt kommt die PowerPC-Architektur zum Einsatz. Mehrere zum Mars gesandte „Orbiter“ und „Lander“ basieren auf verschiedenen PowerPC-Varianten, zum Beispiel verwendet derMars Reconnaissance Orbiter eine gegen Strahlung geschützte Variante des G3. Auch die KampfflugzeugeF-22 Raptor undF-35, derAN/ALR-93 oder derAN/ALQ-135M verwenden PowerPC-CPUs, insbesondere im Bereich derSignalverarbeitung.
Das Konsortium wurde auf Bestreben vonApple gegründet, die einen Nachfolger für die von ihnen verwendeten680x0-Prozessoren von Motorola (ab 2004Freescale, 2015 vonNXP Semiconductors übernommen) suchten. Der vonIBM für deren High-End-Workstations entwickelte POWER-Prozessor war wegen seiner leistungsfähigen und erweiterbaren Architektur ein interessanter Kandidat, jedoch in der Fertigung viel zu teuer, da es sich zum damaligen Zeitpunkt noch um ein Modul mit mehreren Chips handelte. Motorola brachte in die Entwicklung die Speicherverwaltungs- und Puffer-Einheit ihrer 88000-RISC-Prozessoren ein (die88k-Familie wurde daraufhin eingestellt, die68k-Familie existiert heute noch als Mikrocontroller und bildet auch die Basis für die hierzu kompatibleColdFire-Familie).
Gleichzeitig mit der Entwicklung der PowerPC-Prozessoren wurde mit derPowerPCReferencePlatform, kurzPReP, auch eine Referenzplattform geschaffen, die zur Konkurrenz der etablierten,Intel-basiertenPCs mit dem BetriebssystemWindows („Wintel“) werden sollte. Dabei zeigte sich dann allerdings, dass die Allianz der drei Firmen nicht in allen Belangen einer Meinung war; und die ohnehin eher zurückhaltenden Bemühungen verliefen später im Sande.
PReP wurde kurze Zeit später durch dieCommonHardwareReferencePlatform, kurzCHRP, abgelöst, die ab 1995 inPowerPC Platform umbenannt worden war. Der jüngste, kommerziell erhältliche Spross dieser Familie war der IBM-zertifiziertePegasos vonGenesi, der auch durch Freescale vertrieben wurde.
2004 schlossen sich mehrere Firmen unter Power.org zusammen. Das Design des PowerPC 450[3] und des Pegasos wurde offengelegt[4] und diePowerArchitecturePlatformReference, kurzPAPR, lösteCHRP (bzw. diePowerPC Platform) als Plattform-Spezifikation ab.
Am 6. Juni 2005 kündigte Apple an, die PowerPC-Architektur aufzugeben und künftig PC-Systeme mitx86-Architektur mit Prozessoren vonIntel zu fertigen. (Ab 2020 begann der Übergang zurArm-Architektur, wobei Apple die Prozessoren selbst entwickelt und beiTSMC fertigen lässt.)
In einem am 6. Dezember 2005 veröffentlichten Interview bekräftigte der CEO von Freescale, Michel Mayer, u. a. als Konsequenz hieraus die Entscheidung, die PowerPC-Baureihe ggf. umzubenennen und sich bei der weiteren Vermarktung nicht weiter um den Desktop-/Laptop-Markt zu kümmern.
Auf der Ende Juni 2005 abgehaltenen 20.Internationalen Supercomputer-Konferenz ISC 2005 zeigte sich außerdem, dass sechs der zehn zu diesem Zeitpunkt schnellsten Computer der Welt auf PowerPC basierten, davon fünf auf dem PowerPC 440 (eServer BlueGene).[5]
Der Schwerpunkt der Einsatzgebiete der PowerPC-Architektur verlagert sich somit an die beiden Enden der Skala: den Bereich eingebetteter Systeme einerseits und den Hochleistungsserverbereich andererseits.
2013 wurde mit derOpenPOWER Foundation eine Allianz zur gemeinsamen Fertigung von Power-basierten Produkten zwischen IBM, Google, Nvidia, Mellanox, Tyan[6] und Samsung[7] gegründet.




Erste Generation G1
Zweite Generation G2
Dritte GenerationG3
Vierte GenerationG4
Fünfte GenerationG5
Die meisten aktuellen Versionen der gelisteten Betriebssysteme haben heute (Stand: 2026) keine (offizielle) Unterstützung für die PowerPC-Architektur mehr, da der PowerPC-Prozessor auch nicht mehr in aktuellenDesktop-Systemen,Workstations undServern zu finden ist. Es gibt jedoch Versionen fürEmbedded-Systeme und inoffiziellePorts für ältere PowerPC-Desktop-Computer (wie etwa die ApplePower-Macintosh-Reihe).