| Potsdam Hbf | |
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Bahnhofsvorplatz südlich der Gleise mit Bus- und Straßenbahnhaltestelle sowie Wasserturm | |
| Daten | |
| Betriebsstellenart | Bahnhof |
| Lage im Netz | Zwischenbahnhof (Fernbahn) Endbahnhof(S-Bahn) |
| Bauform | Reiterbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 4(Fernbahn) 2(S-Bahn) |
| Abkürzung | BPD(Fernbahn) BPDH(S-Bahn) |
| IBNR | 8012666 |
| Preisklasse | 2 |
| Eröffnung | 22. November 1838 |
| Profil auf bahnhof.de | Potsdam-Hbf |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Potsdam |
| Land | Brandenburg |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 52° 23′ 30″ N,13° 4′ 0″ O52.39166666666713.066666666667Koordinaten:52° 23′ 30″ N,13° 4′ 0″ O |
| EisenbahnstreckenBahnstrecken bei Potsdam Hbf | |
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| Bahnhöfe in Brandenburg | |
Potsdam Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof in derbrandenburgischen LandeshauptstadtPotsdam. Er liegt an derBahnstrecke Berlin–Magdeburg und besteht seit 1838. Allerdings trägt er diesen Namen erst seit 1999. Sein Vorläufer war über Jahrzehnte derBahnhof Potsdam, ab 1960Potsdam Stadt. Der Bahnhof ist Endpunkt der ausAhrensfelde über dieBerliner Stadtbahn kommendenS-Bahn-Linie S7. Gleichzeitig ist er mit dem angeschlossenenZOB und derStraßenbahnanbindung zentraler Umsteigepunkt für Potsdam und das südwestliche Berliner Umland (siehe auchNahverkehr in Potsdam).





Die erste Eisenbahn verkehrte von Berlin nach Potsdam am22. September1838. Das war die erste Eisenbahn inPreußen und ist eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Eisenbahnen Deutschlands. Ihr Endbahnhof lag an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs. Vom Bahnhof führte noch ein Hafengleis zum damaligen Dampfschiffanleger westlich derLangen Brücke. Mit der Inbetriebnahme der Potsdamer Eisenbahnbrücke über die Havel durch diePotsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft am 7. August 1846 wurde der bisherige Endbahnhof zum Zwischenbahnhof (Karte von 1848 siehe[1]), hatte allerdings bis 1997/1999 nur wenige Durchgangsgleise. Es wurde ein klassizistischesEmpfangsgebäude errichtet. Dieses und der Bahnhofsvorplatz lagen nun nördlich der Gleise. 1928 erfolgte der Anschluss an das Berliner S-Bahn-Netz. Die komplette Umstellung des Vorortverkehrs auf elektrischen Betrieb dauerte nahezu ein Jahr. ImZweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof zerstört, in der Nachkriegszeit wurde ein neues Empfangsgebäude gebaut.
Von 1953 bis 1958 gab es S-Bahn „Durchläuferzüge“ nachOst-Berlin ohne Halt im Westteil von Berlin. Ab 1958 erfolgte die Verlagerung des Binnenverkehrs derDDR zum neu entstehendenBerliner Außenring. Nach der Inbetriebnahme des Außenrings fuhren vom neuen BahnhofPotsdam Süd (heutePotsdam Pirschheide), am südwestlichen Stadtrand, sogenannte„Sputnik“-Züge überFlughafen Schönefeld in den Ostteil Berlins. Fernzüge des Binnenverkehrs und später auchInterzonenzüge (Aachen –Görlitz) und (München –Rostock) wurden ebenfalls über den Außenring geleitet. 1960 erfolgte die Umbenennung des Bahnhofs in „Potsdam Stadt“, 1961 wurde der Südbahnhof in „Potsdam Hauptbahnhof“ umbenannt. Der elektrische S-Bahn-Verkehr nach Potsdam wurde 1961 durch den Bau derBerliner Mauer unterbrochen und wenige Monate später eingestellt. Die BahnhöfePotsdam Stadt undBabelsberg konnten nur noch mit Nahverkehrszügen u. a. vom damaligenPotsdamer Hauptbahnhof aus erreicht werden. DieTransitzüge nachWest-Berlin fuhren inPotsdam Stadt durch und hatten für den Aus- bzw. Einstieg des Überwachungspersonals einen Betriebshalt inPotsdam Griebnitzsee. Passagiere durften dort nicht ein-, bis 1963 allerdings noch aussteigen.
Am 21. Februar 1977 kollidierte auf dem Bahnhof eine Rangierlok mit einemTriebwagenzug. Eine Person wurde schwer verletzt, sieben weitere leicht.[2]
Ab Januar 1990 fuhren wieder Nahverkehrszüge nachBerlin-Wannsee, der uneingeschränkte S-Bahn-Verkehr wurde 1992 wieder aufgenommen. 1997 begann man den alten Bahnhof Potsdam Stadt mit seinem Empfangsgebäude, den Lokschuppen und den Abstellgleisen abzureißen und durch neue Gebäude zu ersetzen. Die Neuplanung erfolgte durch das BüroGerkan, Marg und Partner. Es entstanden zwei langgestreckte Gebäudekomplexe, die durch eine Spange, erkennbar an einem wellenförmigen Dach, verbunden sind. Die Zugänge zu den Bahnsteigen wurden in die Spange integriert. Der S-Bahnsteig wurde komplett neu gebaut, ein Regionalbahnsteig wurde um ein Gleis aufgewertet. Am Südeingang entstand ein neuer Bahnhofsvorplatz mit Bus- sowie Straßenbahnsteigen und ein Busparkplatz. Unter dem Namen „Bahnhofspassagen Potsdam“ wurde ein neues Einkaufszentrum sowie ein Kino eröffnet, zusätzlich entstanden Büro- und Geschäftsräume. Am 1. September 1999 erfolgte die Umbenennung des BahnhofsPotsdam Stadt inPotsdam Hauptbahnhof. Er ist imBetriebsstellenverzeichnis unterBPD geführt.
Der Bau des Bahnhofs war heftig umstritten und wurde lange diskutiert. Die Fassadengestaltung mit gelbem Klinkermauerwerk stieß auf Ablehnung und die Dimensionen der Gebäude ließen den Eindruck von Bürokomplexen entstehen, die – wie die Kritiker meinten – den maßstäblichen Rahmen der historischen StadtPotsdam sprengen. DieUNESCO überlegte, Potsdam wegen des Umbaus auf dieRote Liste des Weltkulturerbes zu setzen. Durch nachträgliche Änderungen bei der Bauausführung und den Verzicht auf noch nicht begonnene Bauabschnitte konnte dies jedoch verhindert werden.
Seit Dezember 2014 erfolgt auf dem S-Bahnsteig dieZugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerraum-Monitor (ZAT-FM).[3]
Eine Radstation mit 557 Stellplätzen für Fahrräder ist seit Anfang 2016 in Betrieb. Diese bietet auch einen Reparaturservice sowie kostenlose Schließ- und Akkuladefächer.[4]
Im Juni 2018 begannen Bauarbeiten zur Erweiterung der Gleisanlagen der S-Bahn. Zum einen wurde östlich des S-Bahnsteigs ein zweites Gleis bis zur Brücke des Nutheschnellwegs errichtet, um Zugkreuzungen in diesen Bereich verschieben zu können. Das hierbei wegfallende Kehrgleis wurde westlich des Bahnsteigs neu gebaut.[5] Die erweiterten Gleisanlagen gingen am 25. März 2019 in Betrieb, zusammen mit dem hier neu installiertenZugbeeinflussungssystem ZBS.[6]
Zum Fahrplanwechsel im Mai 2006 wurde das letzteICE-Zugpaar abgezogen, welches Potsdam bediente. Der Grund hierfür ist, dass alle ICE und fast alle IC zwischen Berlin und den westlichen Bundesländern über dieSchnellfahrstrecke Berlin–Hannover geführt werden und die Fahrt von Potsdam in Richtung Westen mit einem Umweg über Berlin schneller ist, als es eine Fahrt auf der Strecke über Magdeburg wäre. Seit dem Fahrplanjahr 2016 halten einzelne ICEs von und nach Köln bzw. München wieder in Potsdam.
Die Züge der RB 20 und RB 22 verkehren Mo–Fr gemeinsam zwischen Griebnitzsee und Golm, wo sie getrennt bzw. vereinigt werden.