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Portepee

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Säbel mit Portepee
Offiziersdegen derRoyal Navy mit Portepee (engl.sword knot)
Schweizer Offiziersdolch

DasPortepee (IPA: [pɔʁteˈpeː][1][2],anhören/?;französischporte-épée‚Schwerttrage‘, ‚Schwertgehenk‘), auchFaustriemen und insbesondere in der Schweiz auchSchlagband genannt, war ursprünglich eine um Griff und Bügel einerHiebwaffe sowie um das Handgelenk des Kämpfers geschlungene Schlaufe, die das Herabfallen der Waffe im Kampf verhindern sollte. Später entwickelte sich daraus ein Standesabzeichen für Offiziere und Feldwebel.

Bei derBundeswehr werden noch heute dieFeldwebeldienstgrade alsUnteroffiziere mit Portepee (UmP) bezeichnet. In derMarine ist der Begriff „PUO“ (Portepeeunteroffiziere) für dieBootsleute gebräuchlich.

Der BegriffPortepee taucht auch in einerRedewendung auf. Wenn man jemanden „beim Portepee fasst“, so appelliert man an dessenEhrgefühl.[3]

Geschichte

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Der bereits im 16. Jahrhundert im Französischen nachweisbare Begriff bezeichnete zunächst alle Griffschlaufen für Seitenwaffen (Degen,Säbel,Pallasch,Schwert), egal, ob sie von Mannschaften, Unteroffizieren oder Offizieren geführt wurden. Das Portepee sollte, insbesondere bei berittenen Kämpfern, einerseits verhindern, dass im Kampf die Waffe aus der Hand auf den Boden fallen konnte, andererseits ermöglichen, eine Feuerwaffe (Pistole) zu gebrauchen, ohne die Klinge in die Scheide stecken zu müssen.

Portepees hatten dort, wo die Leder- oder Stoffriemen zur Schlaufe zusammengenäht waren, eineQuaste. Diese Quaste war für die niedrigeren Dienstgrade ausWolle gefertigt. Offiziere ließen sich bereits früh Quasten aus Metallgespinst anfertigen, die nicht mehr fransig endeten, sondern ein festes nuss- oder eichelähnliches Ende hatten. DieHalteschlaufen der Soldaten der Kavallerieverbände und derBerittenen Artillerie behielten die deutsche BezeichnungFaustriemen, bei den übrigen Soldaten hieß sieTroddel.

Imkaiserlichen Heer, derReichswehr und derWehrmacht diente der mit Troddeln in verschiedenen Farben versehene Faustriemen als Zierde amSeitengewehr und Unterscheidungsmerkmal vonmilitärischen Einheiten.

Der ursprüngliche Faustriemen derOffiziere und derUnteroffiziere abFeldwebel aufwärts war in den meisten Heeren mitSilber- oderGoldgeflecht versehen und wurdePortepee genannt.

  • Farben der Troddeln und Faustriemen der Wehrmacht
    Farben der Troddeln und Faustriemen der Wehrmacht
  • Maße der Troddeln und Faustriemen
    Maße der Troddeln und Faustriemen

Schon im 18. Jahrhundert wurde das Portepee in Preußen hauptsächlich Standesabzeichen des Offiziers, da es noch keine Rangabzeichen gab undSchärpe und Ringkragen nur im Dienst getragen wurden. Mit dem Portepee hatte der Offizier auch außerhalb des Dienstes Anspruch auf die seinem Rang zustehendenEhrenbezeugungen. Den Feldwebeln derpreußischen Armee wurde das Portepee seit 1741 zunächst in Teilen der Garde, ab 1789 allgemein zugebilligt. Das Abzeichen wurde zunächst am Mannschaftssäbel, seit 1822 am Offiziersdegen getragen, der am Mannschaftskoppel anzulegen war. Auch dem 1846/1873 eingeführten DienstgradVizefeldwebel war das Portepee erlaubt. Seitdem gibt es dieDienstgradgruppe der Unteroffiziere mit (bzw. ohne) Portepee. Ferner durften auch uniformierte Staatsbeamte des gehobenen Dienstes das Portepee tragen.

Das Portepee wurde nach demZweiten Weltkrieg beiBundeswehr undNVA nicht mehr verwendet. Das Metallgespinst der Portepees findet sich noch heute in den Uniformen der Bundeswehr als Kragen- und Schulterklappenpaspelierung der Offiziere (Generale in Gold, übrige Offiziere in Silber). Unteroffiziere mit Portepee haben eine altgoldene Kragenpaspelierung, die an das Metallgespinst der Portepees erinnert.Beimösterreichischen Bundesheer wird das Portepee noch zurParadeuniform getragen.

Aufbau und Farben

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Das Portepee besteht aus Band, Schieber, Stängel, Kranz undQuaste. Die Quasten für Unteroffiziere im Preußischen Heer hatten die Form einerEichel. In derWehrmacht wurden nur noch Portepees in Form von Eicheln ausgegeben, diese Portepees waren silbern.[4]

In Deutschland trugen Mannschaften undUnteroffiziere ohne Portepee derKavallerie und derBerittenen Artillerie amSäbel einenFaustriemen. Dieser bestand aus ledernem Riemen, Schieber, Kranz und Quaste. Der Schieber lag direkt auf dem Kranz der Quaste auf und war aus Lederstreifen in Abteilungsfarbe geflochten. Der Kranz war in derSchwadrons- oderBatteriefarbe gehalten.Portepeeunteroffiziere und Offiziere führten stattdessen ein Portepee.

Die Portepees der österreichischen Offiziere haben eine offene Quaste und sind goldfarben.

Das Schlagband in derSchweizer Armee ist rot. Für Offiziere kommt eine weiße, für höhere Unteroffiziere eine rot-weiße Quaste hinzu.

Literatur

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  • Max Hein:Das kleine Buch vom Deutschen Heere. Ein Hand- und Nachschlagebuch zur Belehrung über die deutsche Kriegsmacht. Nach den neuesten Bestimmungen bearbeitet. Lipsius & Tischer, Kiel [u. a.] 1901,S. 160 f. (Reprint,Weltbild Verlag, Augsburg 1998,ISBN 3-8289-0271-5).
  • Friedrich Altrichter:Der Reserveoffizier. Ein Handbuch für den Offizier und Offizieranwärter des Beurlaubtenstandes aller Waffen. 6. durchgesehene Auflage. E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1938.
  • Hermann Hinterstoisser:Das Portepée. Ursprung, Zweck und Verwendung. In:Pallasch. Zeitschrift für Militärgeschichte. Bd. 2 (1998), Heft 4, S. 36–41.

Weblinks

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Wiktionary: Portepee – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. angepasst von:Portepee, das. In: duden.de. Abgerufen am 30. August 2021. 
  2. angepasst von: Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders:Deutsches Aussprachewörterbuch. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin, New York 2009,ISBN 978-3-11-018202-6,S. 835. 
  3. Portepee inWahrigHerkunftswörterbuch auswissen.de, abgerufen am 4. Juni 2024
  4. Waffen und Ausrüstungen – Seitenwaffen
Normdaten (Sachbegriff):GND:4354770-9 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Portepee&oldid=261428740
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