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Polpaarzahl

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DiePolpaarzahl (Formelzeichen:p{\displaystyle p}) ist die Anzahl der Paare vonmagnetischen Polen innerhalb von rotierendenelektrischen Maschinen.[1] Folglich gilt für diePolzahl:2p{\displaystyle 2\cdot p}.[2]

Grundlagen

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Asynchronmaschine mit der Polpaarzahlp=1{\displaystyle p=1} und 3 Strängen
Asynchronmaschine mit der Polpaarzahlp=2{\displaystyle p=2} und 3 Strängen; die Diagramme zeigen die Feldstärke im Luftspalt

Damagnetische Pole nur paarweise auftreten können, ist die kleinste Polpaarzahlp=1{\displaystyle p=1} (1 Nordpol + 1 Südpol). Adäquat dazu wird die Polzahl mit2p{\displaystyle 2\cdot p} bezeichnet. Eine vierpolige Maschine besitzt somit 2 Polpaare.[3] Dies ist folgendermaßen zu verstehen: Im einfachsten Fall, wie bei einer Gleichstrommaschine, bezieht sich die Polpaarzahl auf deren Hauptpolfeld, also das magnetische Feld, welches im Stator durch die von Gleichstrom durchflossenen Spulen erzeugt wird. Dieses konstante Magnetfeld hat einen Nord- und einen Südpol. Die Maschine hat somit eine Polpaarzahl von 1.

Bei Drehfeldmaschinen wurde für die Definition der Polpaarzahl eine Analogie zurGleichstrommaschine gesucht. EinDrehfeld entsteht bei einer Anordnung von 3Spulen, die gleichmäßig um 120° versetzt im Stator untergebracht sind und von einem entsprechendenDrehstrom durchflossen werden. Alternativ dazu könnte man auch einenStabmagneten an einer Achse mit entsprechender Drehzahl rotieren lassen. In beiden Fällen wird das gleiche Magnetfeld erzeugt. Ein solches Magnetfeld besitztein umlaufendes Polpaar, also einen Nord- und einen Südpol, die sich gegenüberstehen. Eine Drehfeldmaschine, die einen derartig aufgebauten Stator besitzt (beiAußenpolmaschinen der Läufer), hat eine Polpaarzahl von 1. Wenn man nach obigem Beispiel jetzt ein weiteres Spulentripel genau zwischen die anderen drei Spulen anordnet (der Winkel zwischen zwei benachbarten Spulen beträgt nun nur noch 60°) hätte man somit 2 Polpaare.

Der Abstand zwischen zwei Nachbarspulen wird als Polteilung bezeichnet.[4] Gemessen wird dabei von Polmitte zu Polmitte. Je höher die Polpaarzahl ist, umso enger liegen die Spulen beieinander.[5] Neben demLeistungsfaktor und der Höhe derKlemmenspannung ist bei Asynchronmaschinen die Größe der Polteilung ausschlaggebend für die Anzahl der Nuten pro Pol.[6] Dies hat einen großen Einfluss auf das Verhalten des Luftspaltfeldes. Maschinen erhalten immer entsprechend ihrer Polpaarzahlen eine entsprechende Menge an Spulen.[7]

Beispiel: Ein 4-poliger Drehstromasynchronmotor hat also 2 Polpaare (4 Pole) mit jeweils 3 Spulen, also insgesamt 6 einzelne Spulen.

Zusammenhang Polpaarzahl zum Luftspaltfeld

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Das Luftspaltfeld erhält pro Polpaar eine volle Kosinusschwingung. Allerdings bewegt sich die Welle während des Durchlaufs einer elektrischen Periode nicht über den gesamten Umfang. Sie bewegt sich nur über den jeweiligen Sektor, welcher von einem Spulentripel eingenommen wird.

Bei einer Polpaarzahl vonp=1{\displaystyle p=1} bewegt sich die Welle des Luftspaltfeldes somit exakt innerhalb einer elektrischen Periode eine komplette Umdrehung über den Umfang der Maschine. Bei einer Polpaarzahl vonp=4{\displaystyle p=4} bewältigt das Luftspaltfeld gerade mal ein Viertel des Umfanges innerhalb einer Periode. Somit werden vier Perioden benötigt, um den vollen Umfang zu durchlaufen.[8]

Zusammenhang Polpaarzahl zur Drehzahl

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In direkt am Netz betriebenen Motoren bestimmen dieNetzfrequenz und die Polpaarzahl dieDrehfelddrehzahl einer Drehfeldmaschine.Synchronmaschinen drehen genau mit der Drehfelddrehzahl oder einem ganzzahligen Teiler der Drehfelddrehzahl,Asynchronmaschinen lastabhängig mit einer leicht abweichenden Drehzahl. Die Drehfelddrehzahlf{\displaystyle f} lässt sich, wie folgt, aus der Motordrehzahln{\displaystyle n}[1s]{\displaystyle \left[{\frac {1}{\mathrm {s} }}\right]} ermitteln:[9]

f=np{\displaystyle f=n\cdot p}[1s]{\displaystyle \left[{\frac {1}{\mathrm {s} }}\right]}

Quelle:[2]

Da die maximale Drehfelddrehzahl bei einer Netzfrequenz von 50 Hz exakt 3000 min−1 beträgt, lässt sich anhand der auf demLeistungsschild angegebenen Drehzahl ermitteln, wie viele Pole die Maschine hat.[10]

Beispiel: Eine 2-poligeSynchronmaschine dreht bei 50 Hz demnach mit 3000 min−1, da zwei Pole ein Polpaar bilden.

Eine schöne Eselsbrücke für eine einfache Berechnung lautet: 6.000 geteilt durch die Drehzahl gibt die Polzahl. Oder 6.000 durch die Polzahl ergibt die Drehzahl. Bei unserem Beispiel wäre das 6.000/2 = 3.000 oder 6.000/3.000=2

Erklärung: Ein fiktiver Punkt auf der Welle dreht sich im Laufe einer Halbwelle zum nächsten Pol weiter. Wenn es nur ein Polpaar gibt, also 2 Pole, dreht er sich einmal pro Periode (Eine Sinusperiode besteht aus zwei Halbwellen). Bei einem Motor mit zwei Polpaaren dreht er sich, da es vier Pole gibt, erst innerhalb von 4 Halbwellen, also 2 Perioden um 360°. Die Drehzahl hat sich also halbiert.[11]

Übersicht der resultierenden Drehzahlen abhängig von der Polpaarzahl (bei den weltweit etablierten Netzfrequenzen):

Anzahl

Polpaare

Drehzahl bei Netzfrequenz
50 Hz60 Hz16⅔ Hz
13000/min3600/min1000/min
21500/min1800/min500/min
31000/min1200/min333/min
4750/min900/min250/min
6500/min600/min167/min
8375/min450/min125/min
10300/min360/min100/min
12250/min300/min83,5/min

Zusammenhang Polpaarzahl zum Drehmoment

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Die mechanischeLeistung errechnet sich aus dem Produkt vonDrehmomentM{\displaystyle M} (in N·m) undWinkelgeschwindigkeitω=2πn{\displaystyle {\vec {\omega }}=2\pi n} (n{\displaystyle n} in 1/s) der Welle:

Pmech=2πnM{\displaystyle P_{\text{mech}}=2\cdot \pi \cdot n\cdot M}

Bei netzbetriebenen Motoren gleicher angegebener Nennleistung ist deswegen das Nenndrehmoment proportional zur Polpaarzahl. Die Motoren gleicher Leistung mit der größeren Polpaarzahl sind aber größer als die mit der kleineren Polpaarzahl. Vergleicht man jeweils Motoren mit dem gleichen Grundprinzip und gleicher Größe, so ist das erreichbare Nennmoment nicht grundsätzlich proportional zur Polpaarzahl. Je nach Technologie nimmt das Drehmoment mit steigender Polpaarzahl mehr oder weniger stark, immer aber unterproportional, zu und bei Übersteigen einer höheren Polpaarzahl gar wieder ab.[3]

Literatur

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  • Ali Farschtschi:Elektromaschinen in Theorie und Praxis. Aufbau, Wirkungsweisen, Anwendungen, Auswahl- und Auslegungskriterien. 1. Auflage. VDE-Verlag, Berlin / Offenbach 2001,ISBN 3-8007-2563-0. 
  • Karl Falk:Der Drehstrommotor. Ein Lexikon für die Praxis. 1. Auflage. VDE-Verlag, Berlin / Offenbach 1997,ISBN 3-8007-2078-7. 

Einzelnachweise

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  1. Detlev Roseburg:Lehr- und Übungsbuch: Elektrische Maschinen und Antriebe. Eine Einführung für Ingenieure und Wirtschaftsingenieure. 1. Auflage. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, Leipzig 1999,ISBN 3-446-21004-0. 
  2. abLothar Billmann:Elektrotechnik Basics. Verlag L. Billmann, Darmstadt 2008,ISBN 978-3-00-025000-2.
  3. abFranz Moeller, Paul Vaske; Winfried Kraneburg:Teil 1: Aufbau, Wirkungsweise und Betriebsverhalten. In: Franz Moeller, Paul Vaske (Hrsg.):Leitfaden der Elektrotechnik. 11., überarbeitete Auflage.Band 2 (Elektrische Maschinen und Umformer). B. G. Teubner, Stuttgart 1970. 
  4. Rolf Fischer:Elektrische Maschinen. 12. Auflage. Carl Hanser Verlag, München / Wien 2003,ISBN 3-446-22693-1. 
  5. Klaus Heuck, Klaus-Dieter Dettmann, Detlef Schulz:Elektrische Energieversorgung. Erzeugung, Übertragung und Verteilung elektrischer Energie für Studium und Praxis. 7., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Friedrich Vieweg & Sohn Verlag (Springer), Wiesbaden 2007,ISBN 978-3-8348-0217-0. 
  6. Julius Wolfgang Heubach (Chef-Ingenieur,Kleinzschachwitz beiDresden):Der Drehstrommotor. Ein Handbuch für Studium und Praxis. 1. Auflage. Verlag von Julius Springer, Berlin 1903. 
  7. Ekbert Hering, Alois Vogt, Klaus Bressler:Handbuch der Elektrischen Anlagen und Maschinen. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1999,ISBN 3-540-65184-5.
  8. Dierk Schröder:Elektrische Antriebe. Grundlagen. 3. Auflage. Springer-Verlag (Springer-Lehrbuch), Berlin 2007,ISBN 978-3-540-72764-4. 
  9. Moeller (Eaton):Drehstrom-Asynchronmotor. Elektronische Motorstarter und Drives. Bonn 2009 (online [abgerufen am 12. Juli 2011]). online (Memento desOriginals vom 16. März 2011 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schaltungsbuch.de
  10. Hans-Günter Boy, Horst Flachmann, Otto Mai:Die Meisterprüfung. Elektrische Maschinen und Steuerungstechnik. 4. Auflage. Vogel Buchverlag, Würzburg 1983,ISBN 3-8023-0725-9. 
  11. Rudolf Busch:Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer und Verfahrenstechniker. 4., korrigierte und aktualisierte Auflage. B. G. Teubner Verlag, Wiesbaden 2006,ISBN 3-8351-0022-X. 
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