Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Polnische Küche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Święconka; Speisensegnung – Teil des Osterfrühstücks
Zupa ogórkowa – polnische Gurkensuppe

Diepolnische Küche ist mit den Küchen der östlichen NachbarländerPolens verwandt, weist aber auch zu den anderen mitteleuropäischen sowie nordeuropäischen Küchen einige Parallelen auf. In den Eigenheiten der polnischen Küche spiegeln sich die historische Kultur desAdels und der Bauern des Landes ebenso wider wie seinegeografischen Gegebenheiten. Dabei folgt dienationale Küche Polens einem über Gerichte und Essgewohnheiten definierten einheitlichen Standard – trotz vorhandener Einflüsse andererkulinarischer Traditionen und einer Vielzahl regionaler Varianten und Besonderheiten.

Mahlzeiten und Essgewohnheiten

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Allgemeines

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Gefrühstückt wird meist Brot, Tee, Wurst,Weißkäse und Käse sowie frische Gurken, Tomaten und Zwiebeln, sonntags ergänzt mitRührei. Dabei werden die Beilagen häufig extra gereicht. Die Hauptmahlzeit des Tages ist warm und wird in der Regel am späteren Nachmittag eingenommen. Sie besteht im Allgemeinen aus einer Suppe und dem Hauptgericht. Abends ist erneut eine Mahlzeit mit Brot und Wurst üblich, dazu Gemüse wie z. B.Salzgurken undmarinierte Pilze. In Polen ist auch dieZwischenmahlzeit üblich.

Die christlichen FesteWeihnachten undOstern sind auch kulinarisch besonders herausgehobene Anlässe im Jahreskalender. Zur polnischen Tradition desHeiligen Abends gehört einmehrgängiges und fleischloses Festmenü. Dieses Menü besteht oft aus zwölf Speisen einschließlichKarpfen, Erbsen, Pilzen, Mohn, Backobst und Reis, die unter anderem auf diezwölf Jünger Jesu bezogen sind. Jeder Tischgast sollte dabei von jeder Speise etwas probiert haben. Traditionell bleibt an Heiligabend ein Platz für einen gegebenenfalls unerwartet eintreffenden Gast frei. AmOstersonntag wird hingegen ein festliches Osterfrühstück mit polnischerWeißwurst, Eiern, Schinken undOsterbabkazelebriert, in dessen Zentrum dasŚwięconka steht, ein Korb mit zuvor vom Priestergesegneten Speisen.

Küche der polnischen Berge

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Sie erstrecken sich auf dembeskidischen Oberland entlang der Vorgelände despolnischen Hochlands über den nördlichenKarpatenbogen zwischen den StaatenTschechien,Slowakei undUkraine[1]. Den westlichen Teil des Tatragebirges zwischen derDunajec und Bialka nennt man auch dasPodhale. Im Westen liegt die Grenze an einer Linie zwischenŻywiec,Cieszyn,Bielitz undOświęcim. Zwischen derNiedere Beskiden im Norden und das Podhale im Westen umschließt diese Region mit ihrer traditionellenlemkischen Küche. Überall in den Vorkarpaten wurdenSalz,Kren,Kumin,Essig undHonig schon im Mittelalter zu den nahezu wichtigsten Gewürze für Speisen der vornehmen Küche. Daneben finden sich seit der Mitte des 16. Jh. Pfeffer, Paprika, Knoblauch, Piment und Lorbeerblatt. Zu den Spezialitäten in Podhale und Vorkarpaten gehören Sauerkrautsuppe mit Rippe, Bergkotelette mit SchafskäseOscypek oder aromatisierte beskidischeLebkuchen. Durch die lange Zeit warGalizien auf die verschiedenen kulinarischen Einflüssen aus ganzÖsterreich-Ungarn gegenüber aufgeschlossen. So findet man in Vorkarpaten ungarischesGulasch ebenso wieWiener Schnitzel,Eisbein, Pischinger Torte,Schmarrn,Spätzle oder ruthenischePiroggen. Als typisches vorkarpatisches Getränk gilt Bier, gibt es vor allem althergebrachte Biermarken: Żywiec,Leżajsk undOkocim. Das erste gedruckte Kochbuch für galizisch-vorkarpatische Küche ist dieKsiążka kucharska von Johann Pellar aus dem Jahre 1866 (Reprint Rzeszów 1885).Die meisten geschützten traditionellen Spezialitäten gibt es im äußersten Südosten Polens in derWoiwodschaft Karpatenvorland.

Typische Gerichte (Auswahl)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Bigos – traditioneller Schmoreintopf
  • Bigos – polnisches Nationalgericht;Schmoreintopf ausSauerkraut undWeißkohl, mit mehrerlei Fleisch (Rind, Wild, Schwein) und verschiedenen Wurstsorten, mitWaldpilzen und Karotten, Pfeffer, Piment, Lorbeer, Tomatenmark. Das Gericht ist jahrhundertealt, wird wegen seiner Haltbarkeit geschätzt und besonders gern im Winter gekocht und gegessen;
  • Pierogi – („Piroggen“); polnisches Nationalgericht; halbrunde Teigtaschen mit verschiedenartigen Füllungen (siehe unten);
  • Barszcz – polnisches Nationalgericht; klare tiefrote Suppe ausRoter Bete. Sie wird zuKrokiety oderKołaczyki aus der Tasse getrunken oder als Tellergericht mitUszka serviert
  • Żurek – typisch polnisches Gericht; säuerlich-würzige Suppe aus vergorenem Roggenschrot, mitMajoran und unterschiedlichen Zutaten wie gekochten Eiern, Knoblauch, Kartoffeln und Wurst;
  • Zrazy oderRinderroulade – gefüllte und geschmorte Fleischwickel, meist aus Rindfleisch. In die Füllung können Salzgurken, Zwiebeln, Speck, Salz und Pfeffer kommen. Traditionelles Gericht des altpolnischenAdels, das auch zum Frühstück verzehrt wurde;
  • Gołąbki – („Täubchen“); geschmorte oder gebackene Kohlrouladen aus Weißkohl, mit Gehacktem und Reis oderBuchweizen gefüllt, häufig mit Tomatensoße oder Pilzsoße gereicht;
  • Flaki – („Innereien“); einKuttelgericht mit in Streifen geschnittenem Rinderpansen und Gemüse wie Karotten, Sellerie und Zwiebeln, mit Majoran, Muskatnuss und oft scharf gewürzt, vergleichbar mit dem ostpreußischen Fleck oder den sächsischen Flecken;
  • Pulpety – in Brühe gegarte kleine Hackfleischklopse; der Sud wird mit Gewürzen, Kräutern und Mehl angemacht, häufig reicht man dazuReis oderKasza (Buchweizengrütze). Pulpety sind auch als Einlage in Fischsuppen undFlaki verbreitet;
  • Kotlet schabowy – Schweinekotelett mit verschiedenen Beilagen, oft mit gestampften Kartoffeln, Dillkartoffeln oderKopytka sowie geschmortem Weißkohl,Rohkostsalaten undMizeria (Gurkensalat). Sehr häufig paniert;
  • Kaszanka – Blutwurst mit Graupen, wird in heißem Wasser erhitzt oder mit Zwiebeln angebraten serviert.

Statistische Daten

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Der monatliche Verbrauch von Lebensmittel pro Person in Polen 2012[2]
Grundnahrungsmittelpro PersonAnmerkung
Getreideprodukte6,56 kgwie 4,35 kgBackwaren, 0,62 kgKuchen
, 0,81 kgMehl, 0,36 kgNudeln, 0,18 kgReis
, 0,13 kgBrei monatlich pro Person
Milchprodukteinsgesamt
190 Liter
wie 0,25 kgButter, 0,52 kgJoghurt, 0,55 kgQuark
0,40Käse, 3,4 LiterMilch monatlich pro Person, ...
Fleischprodukte5,58 kgwie 3,25 kgSchweinefleisch
, 2,25 kgGeflügel monatlich pro Person
Gemüse9,98 kgwieKartoffel mit 4,73 kg monatlich pro Person
undKohl,Karotte,Zwiebel,Paprika,Tomaten, ...
Obst3,29 kgwie Äpfel, die Banane
und Saisonfrüchte;Erdbeeren,Heidelbeeren
und,Vogel-Kirsche etc.
Eier12 StückwieRührei, ...
Speisefisch0,43 kgwieHering,Dorsch, Lachs, Karpfen, Seelachs, ...
Zucker1,65 kgwieZucker,Honig etc.
Alkoholfreie Getränke8 Litermit 4,5 LiterMineralwasser,Limonade, Obst-
oder Gemüsesäften monatlich pro Person
Bier8,2 LiterwieŻywiec,Tyskie, ...

Gewürze und Kräuter

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Hauptgewürz nebenPfeffer ist in Polen derMajoran. AuchDill,Piment,Muskatnuss undPetersilienwurzel sind Bestandteil zahlreicher Speisen. Salzkartoffeln etwa isst man bevorzugt als Dillkartoffeln mit zerlassener Butter, während sich die Petersilienwurzel als Zutat in vielen Brühen, Suppen, Marinaden und Soßen wiederfindet.Koriander ist ebenfalls sehr gefragt, unter anderem bei der Wurstherstellung.Meerrettich,Senf undEssig sind genauso beliebt wieKnoblauch,Wacholder,Lorbeerblatt undKümmel. Genutzt werden traditionellerweise auch die Eigenschaften vonMilchsäure. Ferner verwendet man in der polnischen Küche zum Würzen, Marinieren und für Füllungen seit jeherTrockenfrüchte,Honig undGewürznelken.

Als Backzutat war in früheren ZeitenSafran besonders beliebt und ist es bisweilen heute noch. Die altpolnische Küche zeichnete sich generell durch ihren verschwenderischen Umgang mit teuren Gewürzen aus, vor allem im 17. Jahrhundert.[3]

Milchprodukte

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Biały ser odertwaróg – („Weißkäse“, „Quark“); dem Hüttenkäse ähnlicher Frischkäse, der vielfach noch in Hausproduktion hergestellt wird;
  • Oscypek – ein geräucherter Hartkäse aus Schafsmilch, nur in derTatra (Südpolen) hergestellt;
  • Bryndza – Frischkäse aus Schafsmilch;
  • Ser bałtycki undSer zamojski – („Ostsee-Käse“ und „Zamość-Käse“); zwei Beispiele fürSchnittkäse aus Kuhmilch;
  • śmietanaschmandartige süße oder saureSahne;
  • zsiadłe mlekoSauermilch.

Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde viel hausgemachte Sauermilch getrunken. Da sich die heute üblichepasteurisierte oderultrahocherhitzte Milch nicht säuern lässt, trinkt man stattdessen oftButtermilch oderKefir.Butter ist in Polen traditionell oft in länglichen, rund gewölbten Stücken erhältlich.

Suppen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Borschtsch mitStettiner Pastetchen alsFast Food.

Die polnische Küche kennt viele traditionsreiche Suppen. Erwähnenswert sind nebenBarszcz undŻur vor allemRosół (Hühnerbrühe),Zupa grzybowa (Pilzsuppe),Zupa pomidorowa (Tomatensuppe),Zupa ogórkowa (Salzgurkensuppe),Zupa szczawiowa (Sauerampfersuppe),Kapuśniak (Sauerkrautsuppe),Czernina (Suppe mit Enten- oder Hühnerblut),Krupnik (Graupensuppe),Botwina (Suppe aus jungen Rote-Bete-Pflanzen) undGramatka oderFaramuszka (Biersuppe aus der Fastentradition).[4] Polnische Suppen sind seltenvegetarisch, meist wird als Suppengrundlage Rindfleisch (Suppenfleisch), Geflügel oder Schweinefleisch (Speck, geräucherte Schweinerippchen) verwendet.

Daneben sind in Polen kalte Sommersuppen beliebt. Unter diesen erfreuen sich Fruchtsuppen großen Zuspruchs, wie etwa die traditionelleZupa jagodowa (Heidelbeersuppe) oder dieChłodnik.

Fleisch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Fünf polnische Wurstsorten (von links unten nach rechts oben):Surowa,Myśliwska,Góralska,Biała,Parówkowa

Fleisch (mięso), insbesondereSchweinefleisch[5] undRindfleisch, ist von großer Bedeutung. Im Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch hatte Polen jahrelang eine weltweite Spitzenposition inne, bis es von denUSA abgelöst wurde.

Es gibt eine große Vielfalt an Fleischgerichten. Rind undWild werden zumeistmariniert,Braten undGeflügel häufig mitFarcen versehen. Man schätzt in Polen insbesondere dasFilet (polędwica) von Schwein und Rind, ebenso Kalbsbraten und Wild- oder Lammrücken (comber).Hase undFasan gehören zu den beliebtesten Kleinwildarten. AuchHackbraten und Fleischzubereitungen mitAspik sind populär.Leber wird gerne geschmort und dient als Basis für diverseTerrinen.

Bekannt sind vor allem traditionelle polnischeWurstwaren (wędliny), etwaKrakauer,Kabanos oderWeißwurst. Von diesen sind nur die wenigsten in deutschsprachigen Ländern erhältlich, dennoch kann eine gleichnamige Wurst (kiełbasa) in Polen und Deutschland oft jeweils unterschiedlich ausfallen. Das polnische Original ist dabei meist fetthaltiger und wird häufig eine feine Knoblauchnote aufweisen. So versteht man in einigen Gegenden Deutschlands unter einer Krakauer eine lange Grill- oder Bratwurst von etwa 2 cm Dicke. In Polen hingegen ist die Krakauer eine kurze 4 bis 5 cm dicke Räucherwurst, welche vor allem als Aufschnitt zum Frühstück oder Abendbrot gereicht wird. Der deutschen Krakauer entspräche in Polen eher der Kabanos oder eine andere Wurstsorte. Die Erzeugung von Fleischwaren für die Wurstproduktion erfolgt meist durch extensive Schweinehaltung vieler Kleinbetriebe.

Huhn undEnte sind beliebte Geflügelarten. Die im Ausland stark nachgefragte polnischeMastgans (gęś) zum Martinstag oder Weihnachtsfest ist in Polen am Heiligen Abend nicht oder nur sehr selten anzutreffen. Das hängt mit der katholischen Speisetradition zusammen, an Heiligabend kein Fleisch zu essen. Am ersten oder zweiten Weihnachtstag findet man die Gans schon eher, wobei gefüllterTruthahn (indyk) meist bevorzugt wird.

Einige typische Fleischgerichte:

Gepökeltes Eisbein (poln.golonka)[6]
  • Golonka (dt.Eisbein);
  • Pieczeń na dziko – „Braten nach Wildart“; Schweine-, Rinder- oder Lammbraten, über längere Zeit in Weißwein, Zitronensaft, Wacholder, Piment, Lorbeer und Gewürznelken mariniert, mit einer Soße ausBratensaft, Zwiebeln undWeißdornmarmelade;
  • Pieczeń huzarska – „Husarenbraten“; Rinderbraten, während des Bratens mit Einschnitten versehen, in denen eine Füllung aus Brot, Eiern und Kräutern mitgart;
  • Zając w śmietanie – „Hase in Sahne“; altpolnisches Traditionsgericht; ausgenommener Hase, zuerst in Buttermilch, anschließend in Gemüse mariniert, dann mit Pilzen im eigenen Saft gebraten, zum Abschluss mit Sauerrahm verfeinert;
  • Bażant po staropolsku – „Fasan altpolnischer Art“; ausgenommener,gespickter und mitSpeckstreifen umwickelter Fasan, gebraten und im eigenen Federkleid angerichtet;
  • Kaczka z jabłkami – „Ente mit Äpfeln“; altpolnisches Traditionsgericht; ausgenommene gebratene Ente, mit Apfelspalten oder ganzen Äpfeln mitMoosbeerenfüllung zubereitet, dazu geriebene Rote Bete;
  • Żeberka w miodzie – „Rippchen in Honig“; in Honig marinierte oder mit Honig gewürzte Schweinerippchen nach verschiedenen Rezepten;
  • Pieczeń rzymska – „Römerbraten“;Hackbraten, sehr häufig mit hartgekochten Eiern, manchmal im Teigmantel.

Fisch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Hering mit Dill

Fisch (ryba) spielt in der polnischen Küche eine vergleichsweise wichtige Rolle. Die beliebtestenSpeisefische in Polen sindHering (śledź) undDorsch (dorsz), die beide in derOstsee vorkommen. Die Zubereitungsarten besonders für Hering sind vielfältig, aus allen Regionen Polens gibt es traditionelle Heringsrezepte.Karpfen (karp) wird vor allem an Heiligabend und Weihnachten gegessen und meist in Mehl gewendet gebraten. Beliebt sind aber auchKarp po żydowsku („Karpfen nach jüdischer Art“) mit Karotten, Mandeln und Rosinen oderKarp w galarecie („Karpfen in Aspik“). Ferner gehören heimischeFlusskrebse zur Küchentradition.

Eine Besonderheit stellenPangasius, ein im Süßwasser lebenderHaiwels ausSüdostasien, und der zu den antarktischen Krokodileisfischen zählendeBändereisfisch (Champsocephalus gunnari, polnischkergulena oderkargulena) dar, der vor denKerguelen im südlichenIndischen Ozean gefangen wird. Beide Fischarten werden in Polen gerne zubereitet. Eine weitere Besonderheit ist die Popularität und Verbreitung von eingemachter Fischleber wie etwaDorschleber.

Daneben sind die Fischgründe der zahllosen nordpolnischen Seen von Bedeutung, zumal diejenigen derMasurischen Seenplatte und derPommerschen Seenplatte, aber auch viele Flussläufe undAltarme im Einzugsgebiet vonWeichsel,Oder,Pregel undMemel. Aus diesen Gewässern finden zahlreiche Süßwasserfische ihren Weg in die Küche. Die Bandbreite reicht vonWels,Zander,Hecht undAal überSchleie,Flussbarsch undBrachse bis hin zurForelle. In derTeichwirtschaft, die besonders inNiederschlesien,Großpolen undPommern eine Rolle spielt, widmet man sich vor allem der Zucht von Karpfen, Schleie, Forelle und Krebsen.

Einige typische Fischgerichte:

  • Śledzie korzenne – „Gewürzheringe“;Salzheringe in einer Marinade ausÖl und Gewürzen, unter anderem Pfeffer, Piment, Wacholder und Lorbeer;
  • Hekele – aus gehackten Heringsfilets und gehackten hartgekochten Eiern, mit Zwiebeln und Gewürzen. Eine Variante bekannt alsTatar śledziowy – „Heringstatar“;
  • Karp po warszawsku – „Karpfen Warschauer Art“; gebackener Karpfen entweder mit einer Füllung aus Gemüse, Wein, Äpfeln und Gewürzen oder in einer entsprechenden Soße;
  • Sandacz po polsku – „Zander polnischer Art“; ganzer ausgenommener Zander, im eigenen Sud mit Gemüse gekocht, mit einer Garnitur aus zerlassener Butter und gehackten hartgekochten Eiern;
  • Ryba po mazursku – „Fisch masurischer Art“; überbackener Fisch mit einer Soße aus Pilzen, Zwiebeln, Salzgurken und Käse;
  • Ryba po tatarsku – „Fisch tatarischer Art“; gebratener oder gedünsteter Fisch entweder mitSauce tartare oder in Zwiebelsaft, Butter, Zitrone undKapern;
  • Ryba po grecku – „Fisch griechischer Art“;Fischfilets mit einer Soße aus Gemüse,Tomatenmark und/oder frischen gehackten Tomaten, Petersilienwurzel und Kräutern.

Pilze und Gemüse

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Kotlet (Kotelett) mit Pilzen, einer Auswahl typischer Soßen und Rohkostsalat

Da Polen sehr waldreich ist, bildenPilze (grzyby) seit jeher ein grundlegendes Element der polnischen Esskultur. Waldpilze wieSteinpilz,Maronenröhrling,Butterröhrling,Edelreizker oderPfifferling werden als Suppe oderRagout gegessen, zu Pilzbrühe verarbeitet oder getrocknet und sind eine wichtige Zutat zu Füllungen und zahlreichen Fleischgerichten und Eintöpfen.

Auch Waldbeeren sind im Überfluss vorhanden und spielen eine wichtige Rolle, vor allemHeidelbeeren,Himbeeren undPreiselbeeren. Aus Himbeeren,Holunderbeeren undAroniabeeren wird Saft gewonnen.

Gekochter oder geschmorterWeißkohl (kapusta) ist nachKartoffeln undZwiebeln das Hauptgemüse der polnischen Küche, gegessen werden jedoch auch viele weitere Gemüsesorten, vor allemBlumenkohl,Rosenkohl,Erbsen,Kichererbsen,Bohnen,Karotten,Lauch,Sellerie,Salat undTomaten. InsbesondereRote Bete (burak) gilt als typisch polnisch. Man schätzt sie als Beilage vor allem in Form vonburaczki (gerieben, unter Zugabe von Essig gekocht und warm serviert) oder alsćwikła (mit Meerrettich zubereitet und kalt serviert, häufig zum Osterfrühstück). Auch dieGurke (ogórek), oft in Verbindung mitDill (koper), ist ein althergebrachtes polnisches Lebensmittel.Salzgurken undSauerkraut werden viel gegessen und in zahlreichen Gerichten verarbeitet. Charakteristisch sind fernersurówki, Rohkostzubereitungen aus verschiedenen Kohl- und Gemüsesorten mit pikanten Soßen, die zu zahlreichen Gerichten gereicht werden. Ebenso verbreitet sind Gemüse- und Eiersalate mit Mayonnaise oder Sahne, zumalMizeria, ein populärer Gurkensalat.

Gekochtes Gemüse wird noch meist voll durchgegart – diebissfeste Zubereitung ist selten zu finden. Häufig wird gekochtes Gemüse mit in Butter gebräuntenSemmelbröseln serviert. Diese Art der Garnitur wird in der internationalen Küche alsBeurre à la polonaise bezeichnet.

Teigprodukte

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
PolnischePierogi Ruskie (Piroggen ruthenische Art) in der kulinarischen Tradition der ehemaligen polnischen Ostgebiete (Kresy).
Barszcz mitUszka – polnisches Nationalgericht.

Teigprodukte haben in der traditionellen polnischen Kochkunst eine herausgehobene Stellung und werden ähnlich geschätzt wie etwa in deritalienischen Küche. Sie dienen als Beilagen zu Fleisch- und Pilzgerichten und als Suppeneinlagen, man behandelt sie mit Vorliebe aber auch als eigenständige Speisen. Die polnische Küche kennt verschiedene Arten von Teigtaschen und spezifischen Klößen und Nudeln, die regional in teils unterschiedlicher Ausprägung hergestellt werden, und liebt außerdem Eierpfannkuchen und Hefepfannkuchen besonders. Sie steht in dieser Hinsicht einerseits den übrigenslawischen Küchen Osteuropas, andererseits aber auch derböhmischen,bayerischen undschwäbischen Küche nahe. Wie dierussische, diebelarussische und dieukrainische Küche hat auch die Küche Polens im Mittelalter Techniken der Teigverarbeitung aus dem Fernen Osten (China,Mongolei) übernommen, worauf die seit dem 13. Jahrhundert überlieferte Tradition derPierogi-Herstellung zurückgeht.Wareniki undPelmeni sind die ukrainischen und russischen Verwandten der Pierogi.

Hauptspeisen:

  • Pierogi – („Piroggen“); polnisches Nationalgericht; gekochte oder geröstete halbrunde Teigtaschen mit Randverzierung und verschiedenen Füllungen. Die beliebtesten Sorten sindPierogi z kapustą i grzybami mit Kraut, Zwiebeln und Pilzen,Pierogi ruskie („ruthenische Pierogi“ aus dem früheren Ostpolen – stellen die Verbindung zu Wareniki und Pelmeni her) mit Kartoffeln, Zwiebeln und Weißkäse,Pierogi z mięsem mit Zwiebeln und Fleisch undPierogi z kaszą gryczaną i serem mit Buchweizen, Speck und Weißkäse. Unter den süßen Sorten sindPierogi z serem mit süßem Weißkäse undPierogi z jagodami mit Heidelbeeren die populärsten;
  • Kołduny – ähnlich wie Pierogi, nur kleiner und auslitauischer undtatarischer Tradition. Bekannt sind in Polen vor allemKołduny po litewsku („Kołduny litauischer Art“) mit einer Füllung aus Rindfleisch und Rindernierenfett (Talg);
  • Pyzy – runde Kartoffelklöße mit einer Füllung aus Rindfleisch und Zwiebeln;
  • Knedle – („Knödel“);Zwetschgenknödel. Ursprünglich aus der böhmischen undösterreichischen Küche, serviert mitBeurre à la polonaise;
  • NaleśnikiEierpfannkuchen, häufig mitWeißkäse gefüllt, Heidelbeeren oder mit Marmelade gefüllt;
  • Racuchy – Hefepfannkuchen, häufig mit eingelassenen Apfelstücken oder auch Heidelbeeren;
  • Omlet – („Omelett“); polnisches Omelett (soufflé), mit Eischnee zubereitet. Seit dem 17. Jahrhundert nachfranzösischem Vorbild entwickelt;
  • Makiełki undMakówki – Mohnnudeln (aus Zentralpolen) und Mohnpielen (ausSchlesien).

Typische Beilagen:

  • Kopytka – („kleine Hufe“); kleinere rautenförmige Kartoffel-Mehl-Klöße;
  • Pampuchy,Kluski na parze oderPyzy drożdżowe – dampfgegarte Hefeklöße;
  • Kluski śląskie – („schlesische Klöße“), kleinere Kartoffelklöße mit charakteristischer Vertiefung in der Mitte;
  • Krokiety – („Kroketten“); kleingefaltete und panierte Eierpfannkuchen mit verschiedenen Füllungen, zu Suppen und Pilzgerichten;
  • Kołaczyki – rundes Hefegebäck mit in der Mitte hervortretender Zwiebel- oder Sauerkrautfüllung, regional (Tatra) auch mitBryndza-Füllung, ebenfalls zu Suppen und Pilzgerichten. In der süßen Variante mit Weißkäse-, Zwetschgen- oder Apfelfüllung.

Andere Beilagen und typische Suppeneinlagen:

  • Uszka – („Öhrchen“); muschelförmige Teigtäschchen mit verschiedenen Pilzfüllungen als Einlage etwa in rotemBarszcz;
  • Makaron – („Nudeln“); Bandnudeln, etwa inMakiełki oder zu Pilz-, Tomaten- oder Fruchtsuppen;
  • Kluski kładzione – („gelegte Nudeln“);nockenartige Nudeln aus dickerem Eierteig, als Beilage oder Suppeneinlage;
  • Kluski lane oderLane ciasto – („gegossene Nudeln“); in Suppe verquirlter dünner Eierteig.

Beilagen und Saucen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Brei nach Kapuziner Art – die traditionelleOberländische Weihnachtsküche –Gebackene würzige Grütze mit Pilzsoße

Eine urpolnische Beilage zu Fleisch und Pilzen ist gekochter und gebackenerBrei (Kasza, altpol.Breja), eine landestypische Grütze ausBuchweizen, die in Polen jahrhundertelang die Grundlage der Ernährung bildete. Traditionsgemäß sollte man dafür gerösteten Buchweizen kochen und anschließend im Ofen erneut rösten, um die Kasza dann mit glasierten Zwiebeln und ausgelassenen Speckwürfeln zu servieren. Heute gibt es sie allerdings auch aus demKochbeutel.

Neben Teigprodukten und Kasza sind Kartoffeln undReis andere typische Beilagen. Kartoffeln werden häufig gestampft zubereitet. Salzkartoffeln werden auch gerne gereicht, währendPellkartoffeln nicht übermäßig häufig gegessen werden. Reis spielt in der polnischen Küche als Beilage und Zutat eine vergleichsweise größere Rolle als etwa in derdeutschen oder österreichischen Küche.

Zu den klassischen Soßen zählen insbesondere diepolnischen Saucen auf Grundlage von Fleisch- oder Fischsud, Lebkuchen, Rotwein, Mandeln und Rosinen, aber auch Meerrettichsauce (Sos chrzanowy), Wacholdersauce (Sos jałowcowy) und Tomatensauce (Sos pomidorowy).

Backwaren und Süßwaren

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Brot (chleb) ist ein zentraler Bestandteil der polnischen Esskultur. Polnisches Brot wird traditionell mitSauerteig hergestellt, allerdings werden heute auch andere Backtriebmittel eingesetzt. Die verbreitetsten Brotsorten sind Mieszane pieczywo (Weizenmischbrot),chleb biały (Weißbrot),chleb graham (Grahambrot) undchleb razowy (Vollkornbrot). Weitere gängige Backwaren in Polen sindbułka (Brötchen) undrogal oderrogalik (Hörnchen), die jeweils wesentlich größer ausfallen können als ihre deutschen Gegenstücke, während Brotlaibe im Vergleich meist kleiner sind. Auch diedrożdżówka (süßes Brötchen ausHefeteig oderPlunderteig, etwa mit Weißkäse, Mohn, Heidelbeeren, Zwetschgen, Rhabarber oder Fruchtmarmelade) gibt es überall zu kaufen.

Obwarzanek – ein bekanntes Brotgebäck
Sernik – Käsekuchen
Faworki (kleinpol.Chrust) – typisches Schmalzgebäck
Pączki
Makowiec

Zu den besonderen Spezialitäten zählenObwarzanek undBagel (Bajgiel), ringförmige Backwerke aus abgekochtem Hefeteig, die beide ursprünglich ausKrakau stammen.[7] Die älterenObwarzanki haben den größeren Durchmesser und sind gedreht, während die seit dem 17. Jahrhundert bekanntenBajgle kleiner und weicher sind und vor allem derjüdischen Küche angehören. Diechałka (Hefezopf) wurde aus der jüdischen Tradition in die polnische Backkultur übernommen; ihr Vorbild ist dieChalla, ein altes Sabbatgebäck. Aus der altslawischen Tradition stammt derPodpłomyk, ein dünner Teigfladen mit eingeschlagenen Rändern, der häufig pikant belegt ist und ähnlich aussieht und heißt wie derFlammkuchen.[8] Ebenfalls pikant belegt ist dieZapiekanka, eine mit Käse überbackene halbe Weißbrotstange.

Kuchen (placek) spielt in Polen eine wichtige Rolle und wird im Alltag fast täglich gegessen. Ebenso wie andereKonditoreiwaren ist er auch Bestandteil der polnischen Geschäftskultur. Die beliebtesten Kuchensorten gibt es jeweils in verschiedenen Varianten, typisch sind:

  • Sernik – Käsekuchen, aus Weißkäse, häufig mit Schokoladenglasur;
  • Makowiec oderMakownik – traditioneller Mohnkuchen ausHefe- oderMürbeteig und Mohnmasse; als glasierterWickelkuchen (Weihnachtstradition) oder alsBlechkuchen;
  • Mazurek – traditioneller Mürbekuchen mit Marmelade unter einem Teiggitter und/oder Glasur (Ostertradition).[9]
  • Babka – klassischer großer Hefekuchen mit Glasur (Ostertradition); auch Bezeichnung für kleinereNapfkuchen;
  • PlacekStreuselkuchen oder Blechkuchen, meist als Hefe- oder Mürbekuchen mit Obst oder Rosinen;
  • Szarlotka oderJabłecznik – gedeckter Apfelkuchen;
  • Piegusek – Mohnkuchen aus mohnhaltigemRührteig oderBiskuitteig, mit Puderzucker oder Glasur;
  • Murzynek – Schokoladenrührkuchen mit Schokoladenglasur;
  • Kołacz – runder Hefekuchen mit Käse- und/oder Mohnfüllung, ursprünglich ein brotartiges slawisches Festgebäck;
  • Keks – schwerer Rührkuchen mit Trockenfrüchten und Nüssen, meist zu Weihnachten;
  • Piernik – Kuchen ausLebkuchenteig und Nüssen, häufig mit Füllung, ebenfalls vorwiegend zu Weihnachten.

Zu besonderen Anlässen werden Torten gekauft, von denen es viele verschiedene gibt. Tradition haben unter anderemTort orzechowo-migdałowy (Nuss-Mandel-Torte, ohne Mehl),[10]Tort kruchy (Mürbe Torte),[11]Tort makowy (Mohntorte),Tort królewski (Sahnetorte mit mehreren Schokoladenbiskuitböden),Tort orzechowy (Walnusstorte),Tort kawowy (Kaffeetorte) undTort malinowy (Himbeertorte). Auch zahlreiche ausländische Torten sind bekannt.

Eine Besonderheit stellen Feingebäck und Konfekt dar. Das entsprechende Angebot ist reich, als klassisch gilt eine ganze Reihe von Produkten:Pączki (glasierte Krapfen),Faworki (Schmalzgebäck vor der Fastenzeit),Ptyś (Windbeutel),Eklerka (Éclair),Napoleonka oderKremówka (Sahnecremeschnitte mitBlätterteig),Karpatka (Puddingcremeschnitte mitBrandmasse),Wuzetka (Sahneschnitte mit Marmelade und Schokoladenbiskuit),Rurki (Sahnetüten),Belwederki (Blätterteiggebäck),Baletki (Sandgebäck),Łamańce z makiem (Mürbeteigstangen in Mohn, traditionell zu Weihnachten),Michałki (Schokoladenkonfekt),Kasztanki (Schokoladenkonfekt),Krówki (Milchkaramellbonbon),Sezamki (Sesamblättchen) oderChałwa (Halva).

Zu den bekanntesten Backspezialitäten aus den Regionen zählenToruńskie pierniki (Thorner Lebkuchen ausToruń),Rogal świętomarciński (Martinshörnchen mit Weißmohnfüllung ausPosen),Andruty kaliskie (Waffeln ausKalisz),Kołocz śląski (Streuselkuchen ausSchlesien),Begle (Schmalzringe aus Schlesien),Ruchanki (Hefepfannkuchen aus derKaschubei),Pieróg biłgorajski (Kartoffel-Buchweizen-Kuchen ausBiłgoraj) oderPasztecik szczeciński (kleinere Hefepastete ausStettin).[12]

AuchKulebiak, eine traditionelle große Hefepastete ausOstpolen, sowieSękacz, traditioneller Baumkuchen ausMasuren undPodlachien, sind regionale Spezialitäten, die heute jedoch landesweit konsumiert werden.

Getränke

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Nichtalkoholische Getränke

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Getrunken wird in Polen sehr viel mehrTee (herbata) alsKaffee (kawa), nicht nur zum Frühstück, sondern auch am Nachmittag und am Abend. Oft wird der Tee, meistschwarzer Tee, mit Zitrone und Zucker serviert.

Doch auch Kaffee ist seit dem 18. Jahrhundert populär. Meist trinkt man in Polen entweder fein gemahlenen, im Glas gebrühten Kaffee (kawa sypana oderkawa po turecku) oder aberlöslichen Kaffee (kawa rozpuszczalna). Beides jeweils nach Belieben mit Zucker und Milch oder Sahne. Filterkaffee (kawa z ekspresu) gewinnt aber vor allem in Großstädten immer mehr an Verbreitung. Getrunken wird auchGetreidekaffee (kawa zbożowa).

Kaffee und Tee werden oft in Gläsern serviert. Zu den Mahlzeiten gibt es nebenMineralwasser häufig Buttermilch, (das Getränk)kompot oder die Mehlspeise (Stärkespeise)Kissel.

Alkoholische Getränke

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Polnischer Wodka

Bekannt ist Polen für seine Herstellung vonWodka (wódka). Die weltweit erste schriftliche Erwähnung des Getränks erfolgte 1405 in einem Dokument ausSandomierz (Südostpolen), und vermutlich ist Polen seine Urheimat. Bekannte Marken sind:Chopin,Belvedere, Sobieski,Wyborowa,Żubrówka. Wodka wird in der Regel pur getrunken. Mittlerweile gilt ein 4cl-Glas als Bar-Standard. Noch in den 1990er-Jahren war es üblich, 50- bis 100-Milliliter-Gläser zu ordern. Heutzutage sind das Sonderwünsche, die jedoch von allen Gastronomen bedenkenlos erfüllt werden.

Żubrówka ist Wodka, der auf Basis vonBisongras hergestellt wird und dadurch ein besonderes Aroma erhält. In Deutschland kennt man ihn meist unter der MarkeGrasovka. Der polnische Name leitet sich vom Wortżubr (Wisent) ab – im Nordosten und Norden Polens sowie auf der InselWolin leben wieder ausgewilderteWisente in urwaldähnlichen Nationalparks. Żubrówka wird pur oder mit Apfelsaft getrunken.Orzechówka (vonorzech = Nuss) wird aus noch grünen, weichen Walnußfrüchten hergestellt. Die Früchte werden in Würfel zerschnitten und mit Branntwein übergossen. Empfohlen wird die Beigabe von Gewürznelken und Zucker nach Geschmack. Nach einem halben Jahr entsteht ein dunkelbrauner Likör. Die ausgelaugten, knusprigen Nüsse sind auch essbar. Eine weitere Besonderheit ist Kräuterwodka. Der Verbrauch von Branntweinerzeugnissen ist in den vergangenen Jahrzehnten allerdings geringer geworden.

Polen gilt aber auch als Land der Biere.Bier (piwo) wird nach verschiedenen Brauarten gebraut, beliebter sind die weniger herben Sorten. Fast jede größere Stadt hat eine eigeneBrauerei. Hinzu kommen Traditionsbrauereien, von denen einige auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken. Bekannte Marken sind u. a.Żywiec,Okocim, Piast,Warka,Lech,Tyskie,EB. Sehr beliebt, vor allem bei Frauen, ist es, Bier mit einemFruchtsirup gemischt zu trinken. Bier mit Cola gemischt ist hingegen eher unbekannt. 2005 betrug der durchschnittliche Bierkonsum 80,4 Liter pro Kopf.

Wein (wino) wird seltener getrunken als Bier und hat nicht denselben Status wie Wodka, ist jedoch seit demMittelalter Teil der nationalen Kultur. In früheren Jahrhunderten wurde Wein überwiegend ausUngarn bezogen, daWeinbau zwar inKleinpolen undSchlesien („Grünberger“) traditionell verbreitet ist, bis heute jedoch nur in geringem Umfang betrieben wird. Allerdings ist für die mittlere Zukunft eine starke Ausweitung der polnischen Rebflächen vorgesehen.[13] Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde auch im ehemaligenOstpolen, amDnjestr und einigen seiner Zuflüsse, Wein angebaut.[14] Bis zumZweiten Weltkrieg gehörte der Weinhandel in Polen zu den Domänenjüdischer Kaufleute.

Heute hat nebenitalienischen undfranzösischen Sortenslowakischer trockener Rotwein einen besonderen Stellenwert. Mit dem Eintritt in dieEuropäische Union sind die Preise für Wein gefallen, europäische oder amerikanische Markenweine gehören jedoch noch immer zu den relativ teuren Gütern. Bevorzugte Geschmacksausrichtung bei Weinen ist halbtrocken bis sehr lieblich, nur einige Rotweinsorten werden trocken ausgebaut bevorzugt. Vor 1989 gab es in Polen hauptsächlich sehr süßebulgarische Weine, sie sollten den Wodkakonsum verdrängen.

Siehe auch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Eine polnische Spezialitätentheke in Chicago

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Einführungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Historische Texte

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Stanisław Czarniecki:Compendium ferculorum abo Zebranie potraw. (Erstveröffentlichung: Krakau 1682).
  • Paul Tremo:Nauka dokładna sposobów warzenia i sporządzania potraw. unveröffentlicht, 18. Jahrhundert.
  • Jan Szyttler:Kuchnia myśliwska. Warschau 1989 (Erstveröffentlichung: 1823).
  • Jędrzej Kitowicz:Opis obyczajów za panowania Augusta III. Warschau 1985 (Erstveröffentlichung: Vilnius 1840).

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Polnische Küche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Kategorie:Kochbuch/ Polnische Küche – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Hanna Szymanderska. KUCHNIA POLSKA potrawy regionalne. 2010. S. 450; Polskie Góry:Żywiec,Zakopane,Rabka,Nowy Sącz,Iwonicz-Zdrój,Haczów,Bieszczady,Pilzno,Lubaczów. S. 450–478
  2. nachBiuletyn Informacyjny ARR 4/2013;Handel Wewnętrzny 4/2013 IBRKK
  3. Vgl. Jarosław Dumanowski:Tylko pieprzno i szafranno. In:Silva Rerum. Opowieści wilanowskie. Muzeum Pałac w Wilanowie (2005–2008).
  4. Vgl. Maria Lemnis, Henryk Vitry:W staropolskiej kuchni i przy polskim stole. Warschau 1986, S. 22–25.
  5. bfai.de (Memento vom 17. August 2013 im Webarchivarchive.today)
  6. „Golonka“ - tradycyjna polska potrawa podawana z chrzanem lub musztardą i grochem puree. In:Encyklopedia Polski. 1996.
  7. Vgl.2 (Memento vom 15. November 2008 imInternet Archive) und3 Liste traditioneller Produkte, Informationen zuObwarzanek undBajgiel@1@2Vorlage:Toter Link/www.minrol.gov.pl (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019.Suche in Webarchiven), Polnisches Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (2008).
  8. Vgl.Poland in the Classroom: Christmas in Poland and Polonia. (Memento vom 13. Dezember 2009 imInternet Archive) Info Poland, University of Buffalo (2000).
  9. Vgl. Maria Lemnis, Henryk Vitry:W staropolskiej kuchni i przy polskim stole. Warschau 1986, S. 221.
  10. Vgl. Maria Lemnis, Henryk Vitry:W staropolskiej kuchni i przy polskim stole. Warschau 1986, S. 240–241.
  11. Vgl. Maria Lemnis, Henryk Vitry:W staropolskiej kuchni i przy polskim stole. Warschau 1986, S. 236–237.
  12. Vgl.Liste traditioneller Produkte – Backwaren und Süßwaren nach Regionen (Memento vom 13. November 2008 imInternet Archive), Polnisches Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, (2008).
  13. Vgl. Nancy Waldmann:Zielona Góras Winzer dürfen bald eigenen Rebsaft kredenzen. In:Lausitzer Rundschau. 13. September 2008.
  14. Vgl. Wojciech Bosak:Bachus kresowy. In:Vinisfera. E-kurier: wino-podróże-kulinaria. 17. März 2008.
EuropäischeKüche
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Polnische_Küche&oldid=262373149
Kategorie:
Versteckte Kategorie:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp