Playboy ist einUS-amerikanischesMännermagazin, das primär fürerotische Fotografie bzw.Aktfotografie bekannt ist. Daneben enthält es Artikel zuLifestyle-Themen. Herausgeber der amerikanischen Ausgabe ist das UnternehmenPlayboy Enterprises, das vonHugh Hefner (1926–2017) gegründet und später von seiner TochterChristie Hefner geleitet wurde. Es erscheint mittlerweile jeweils als Lizenzprodukt in der Landessprache und mit eigenen Themen in über 30 Ländern. Seit 2020 gibt es in den USA nur noch eine Online-Ausgabe.
Playboy-Gründer Hugh Hefner mit zwei seiner Freundinnen (v. l.Kendra Wilkinson undBridget Marquardt) bei seiner Geburtstagsparty in München (2006)
Die erste Ausgabe erschien im Dezember 1953 in den Vereinigten Staaten. Sie enthielt ein aufklappbares Blatt (Centerfold), auf demMarilyn Monroe recht freizügigposierte, daneben eineSherlock-Holmes-Geschichte, einen Artikel über die Dorsey-Brüder (Jimmy undTommy) und einen Bericht über das Tisch-Design im modernen Büro. Von den 70.000 Exemplaren der Startauflage wurden 54.175 zum Preis von 0,50 US-Dollar verkauft.
Ursprünglich sollte die ZeitschriftStag Party (etwa: „Junggesellen-Party“) heißen, was aus markenrechtlichen Gründen jedoch nicht möglich war. Ein Freund des HerausgebersHugh Hefner schlug dann den NamenPlayboy vor.
Während seiner Hochphase im Jahr 1975 hatte das Magazin für „alles, was Männern Spaß macht“, in den Vereinigten Staaten eine reguläreAuflage von 5,6 Millionen Exemplaren. Die Ausgabe vom November 1972 hatte sogar eine einmalige Auflage von 7 Millionen Heften.[2] Anfang der 1970er-Jahre begann das Heft mit fremdsprachigen Ausgaben in europäischen Ländern; die ersten erschienen in Deutschland, Italien und Frankreich. Weitere internationale Ausgaben folgten. DerPlayboy wird in insgesamt 32 Ländern (Stand: 1. Juli 2012) publiziert, darunter sind neben den USA unter anderem Brasilien, Bulgarien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Mexiko, Niederlande, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien und Spanien. Für 2012 wurde die Weltauflage mit insgesamt 4,5 Millionen Exemplaren angegeben. Anfang 2015 wurden in den USA 800.000 Exemplare verkauft.[2]
Seit dem 3. April 2008 erscheint das Magazin auch auf denPhilippinen. In einigen Ländern Asiens gab es aufgrund der freizügigen Bilder erhebliche Proteste. InChina undMalaysia durfte derPlayboy nicht verkauft werden. In der philippinischen Variante wurden keine völlig nackten Frauen abgebildet, ein Schwerpunkt wurde auf eine hohe Textqualität gelegt.[3]
Dazu gab und gibt es nochSpecial Editions, die vorwiegend in den USA erscheinen (z. B.Voluptuous Vixens,College Girls,Book of Lingerie). Heute istPlayboy auch im Internet verbreitet; dort werden Artikel und sonstige multimediale Inhalte veröffentlicht.Es existiert ein Mitgliedschaftskonto, der sogenannteCyberclub.
2015 beschloss der Verlag, online keine vollständige Nacktheit mehr zu zeigen. Diese Änderung gilt als Reaktion auf die Richtlinien von Unternehmen wieFacebook undApple, die als Marketing- oder Vertriebswege wichtig sind und die konservative Einstellungen zu Sexualität und Nacktheit haben. Der Verlag gab an, seine Reichweite habe sich dadurch auf 16 MillionenUnique Monthly Users vervierfacht; der Altersdurchschnitt sei von 47 Jahren auf 30 Jahre gefallen, womit die Nutzer für Werbetreibende eine deutlich wertvollere Zielgruppe geworden seien.[2] Im Oktober 2015 wurde bekannt, dass ab März 2016 auch im Heft keine völlig nackten Frauen mehr abgebildet werden. Laut Verlag sei Nacktheit im Internet überall frei verfügbar und kein Anreiz für den Kauf desPlayboys mehr. Man wolle weiterhin schöne Frauen alsPlaymates durch prominente Fotografen abbilden lassen; sie seien aber in Zukunft jugendfrei und weniger aufwändig retuschiert.[2] Die Entscheidung wurde nach etwa einem Jahr als Fehler eingesehen und rückgängig gemacht; seit der Ausgabe März/April 2017 enthält der Playboy wieder Nacktaufnahmen.[4]
Ab Januar 2017 erschien derPlayboy in den USA zweimonatlich[5] und ab Januar 2019 vierteljährlich.[6] Im März 2020 wurde bekanntgegeben, dass das Magazin in den USA nach der Frühlingsausgabe eingestellt wird. DieCOVID-19-Pandemie habe diesen Entschluss beschleunigt.[7]
Das LogoPlayboy-Bunny, der stilisierte Hasenkopf mit Fliege, wurde 1953 vom DesignerArt Paul für die zweite Ausgabe entworfen und war seitdem auf dem Cover jeder US-Ausgabe zu sehen.Es wurde weltweit bekannt und im Laufe der Jahre mehrfach variiert:
Die erste deutsche Ausgabe desPlayboy erschien unter der Regie von ChefredakteurRaimund le Viseur am 1. August 1972. Zu diesem Zeitpunkt hatte die sogenannte „Sexwelle“ Deutschland erreicht. Das erste Playmate des Monats war Claire Rambeau (die aus der US-amerikanischen Ausgabe übernommen worden war, wo siePlaymate of the Month vom Oktober 1971 war), auf dem Cover (aber nicht im Heft) posierte Gaby Heier; das erste deutsche Mädchen mit einer eigenen Fotostrecke war Hildegard Kulbach (1941–2023), ihrFototermin fand heimlich imEnglischen Garten statt.[8]
Die deutsche Ausgabe hat in den vergangenen Jahren erheblich anAuflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 65,4 Prozent gesunken.[11] Sie betrug 95.539 Exemplare[12] gemäßIVW 4/2025. Das entspricht einem Rückgang von 180.216 Stück. Der Anteil derAbonnements an der verkauften Auflage liegt bei 42,4 Prozent.
Die erste österreichischePlayboy-Ausgabe wurde am 15. März 2012 publiziert und ging mit einer Auflage von 60.000 Stück in den Verkauf. Vor Verkaufsbeginn dieser ersten österreichischen Fassung wurden monatlich ungefähr 15.000 Exemplare der deutschen Ausgabe in Österreich vertrieben.
Es handle sich bei der österreichischen Edition ausdrücklich nicht um eine regionale Version des deutschenPlayboys. Es existiert ein eigenes, österreichisches Autorenteam, welches auf österreichische Themen setzt.[14]
Das erste Playmate war die zu diesem Zeitpunkt zwanzigjährigeGrazerin Anna Repnik.[15]
Vom MagazinPlayboy gibt es aktuell 35 internationale Editionen. Das Erscheinen von acht Editionen wurde inzwischen eingestellt (Georgien, Hongkong, Indonesien, Japan, Norwegen, Schweden, Taiwan, Türkei). Jüngstes Mitglied in derPlayboy-Gemeinde ist Israel. Nachdem das Erscheinen der australischenPlayboy-Ausgabe im Januar 2000 eingestellt wurde, wird zwischenzeitlich durch den südafrikanischen Lizenznehmer wieder eine eigene australische Ausgabe produziert.[16] In Südafrika erscheint dasPlayboy-Magazin sowohl in englischer Sprache alsPlayboy South Africa als auch inAfrikaans alsPlayboy Suid Afrika, wobei beide Ausgaben trotz gleichem Herausgeber inhaltlich eigenständig sind. InSingapur wird einPlayboy-Magazin unter dem NamenVIP vertrieben. Es weist alle Merkmale der normalenPlayboy-Hefte auf, z. B. gibt es einPlaymate des Monats.
Mit dem Online-Shop PlayboyVapor.com startete der Playboy im Januar 2014 ein neues Verkaufskonzept, um die Produkte von Playboy an Endkunden zu verkaufen. Auf PlayboyVapor.com bietet der Playboy Tabak- und Nikotinprodukte an, darunter auch Wasserpfeifen und elektronische Zigaretten. Zu jeder Bestellung werden kostenloseKondome alsGive-away beigelegt. Der Umsatz des ersten offiziellen Webshops von Playboy, PlayboyStore.com, ist seit Jahren auf einem Abstiegskurs.[18]