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Piešťany

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Piešťany
WappenKarte
Piešťany (Slowakei)
Piešťany (Slowakei)
Piešťany
Basisdaten
Staat:Slowakei Slowakei
Kraj:Trnavský kraj
Okres:Piešťany
Region:Dolné Považie
Fläche:44,20 km²[1]
Einwohner:26.379(31. Dez. 2024)[2]
Bevölkerungsdichte:596,79 Einwohner je km²
Höhe:162 m n.m.
Postleitzahl:921 01
Telefonvorwahl:0 33
Geographische Lage:48° 36′ N,17° 50′ O48.59166666666717.832222222222162Koordinaten:48° 35′ 30″ N,17° 49′ 56″ O
Kfz-Kennzeichen
(vergeben bis 31.12.2022):
PN
Kód obce:507440
Struktur
Gemeindeart:Stadt
Gliederung Stadtgebiet:2 Stadtteile
Verwaltung(Stand: Oktober 2022)
Bürgermeister:Peter Jančovič
Adresse:Mestský úrad Piešťany
námestie SNP 3
92145 Piešťany
Webpräsenz:www.piestany.sk
Mineralbrunnen (60 °C) in Piestany

Piešťany (Aussprache/?:['pĭɛʃcani]; deutschPistyan oder Pistian, auchPüschtin[3], ungarischPöstyény – bis 1907Pöstyén, polnischPiszczany) ist die größte Stadt des gleichnamigenOkres Piešťany und ein bekanntes Heilbad imWesten derSlowakei.

Geographie

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Die Stadt Piešťany befindet sich im nördlichenDonauhügelland (slowakischPodunajská pahorkatina, Teil desslowakischen Donautieflands) am FlussWaag. Durch die Stadt fließt zudem der BachDubová. Piešťany wird im Osten durch das GebirgePovažský Inovec flankiert, während sich nach Westen zu dieKleinen Karpaten erheben. Unmittelbar südlich der Stadt ist die Waag im StauseeSĺňava aufgestaut.

Die Stadt besteht aus zwei Teilen, zum einen der eigentlichen Stadt Piešťany und zum anderen dem OrtKocurice, welcher 1974 eingemeindet wurde und im Westen auf der anderen Seite der Autobahn gelegen ist.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf dieLuftlinie zum nächsten Ortszentrum und die Entfernungen sind auf halbe Kilometer kaufmännisch gerundet. Städte sind fett hervorgehoben.

Veľké Orvište,Myjava
5 km, 16,5 km
Horná Streda,Nové Mesto nad Váhom
7,5 km, 18,5 km
Moravany nad Váhom,Bánovce nad Bebravou
2,5 km, 34,5 km
Trebatice,Senica
6 km, 36 km
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigtBanka,Topoľčany
1,5 km, 25 km
Veselé,Trnava
8,5 km, 30 km
Drahovce,Hlohovec
8,5 km, 18,5 km
Ardanovce,Nitra
5 km, 36 km

Klima

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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Piešťany 1991–2020
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Mittl. Temperatur (°C)−0,81,15,310,715,318,820,820,716,010,65,50,510,4
Mittl. Tagesmax. (°C)2,25,010,316,821,325,027,127,121,415,08,53,015,3
Rekordmaximum (°C)16,318,722,730,232,435,638,038,432,927,820,716,238,4
Mittl. Tagesmin. (°C)−3,5−2,70,54,69,312,814,414,510,66,32,7−1,95,7
Rekordminimum (°C)−29,8−24,0−16,1−10,4−2,10,04,72,00,3−8,2−14,3−23,0−29,8
Niederschlag (mm)34,362,498,7102,257,869,871,697,058,3114,475,576,2Σ918,2
Regentage (d)7,77,16,76,49,08,08,17,57,17,77,87,7Σ90,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,2
−3,5
5,0
−2,7
10,3
0,5
16,8
4,6
21,3
9,3
25,0
12,8
27,1
14,4
27,1
14,5
21,4
10,6
15,0
6,3
8,5
2,7
3,0
−1,9
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
34,3
62,4
98,7
102,2
57,8
69,8
71,6
97,0
58,3
114,4
75,5
76,2
 JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Geschichte

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Erste menschliche Ansiedlungen im Gebiet der heutigen Stadt gab es schon vor etwa 80.000 Jahren, denn das Gebiet weist ein sehr günstiges Klima auf. Darüber hinaus gibt es hier eine Fülle vonThermalquellen, die auch im Winter nicht zufroren.

Venus von Moravany

Eine kleine Frauenfigur(Venus von Moravany) wurde in der unweit der Stadt gelegenen OrtschaftMoravany nad Váhom (Moravan) gefunden; sie wurde aus Mammutelfenbein gefertigt und ist zirka 22.800 vor Christus entstanden. Sie befindet sich heute im Museum auf derBurg Bratislava.

In der ebenfalls nahe gelegenen OrtschaftKrakovany-Stráže wurde in einer Ausgrabungsstätte eine Sammlung von Luxusgütern aus Glas, Bronze, Silber und Gold in drei Gräbern gefunden, diese stammen aus der Zeit zwischen 200 und 300 nach Christus.

Der Ort Piešťany wurde zum ersten Mal 1113 alsPescan erwähnt. Damals bestand er aus verschiedenen kleinen Siedlungen. Auch die Heilquellen wurden schon imMittelalter genutzt, so ist ein Besuch von KönigMatthias Corvinus überliefert.

Die erste Erwähnung der Quellen von Piešťany findet sich im BuchDe admirandis Hungariae aquis hypomnemation („Über die wunderbaren Wässer Ungarns“) von demKaschauer Apotheker, Ratsherr und Bürgermeister Georgius Wernher (Georg Werner), welches zuerst 1549 inBasel und 1551 in Wien[4] herausgegeben wurde. Während des 16. und 17. Jahrhunderts hatte die Stadt wie auch viele andere in der Region unter den Verheerungen durch die Türken und die antihabsburgischen Aufstände zu leiden.

Im Laufe der Jahrhunderte gehörte der Ort verschiedenen Adelsfamilien, die letzte war die FamilieErdődy. Ihnen gehörte das Gebiet von 1720 bis 1848, das Bad selber sogar bis 1940. Die ersten Badehäuser ließ die Familie 1778 errichten. Sie wurden durch dieverheerende Flut von 1813 stark beschädigt. 1820 wurden die Badehäuser erweitert und imneoklassizistischen Stil umgebaut (Napoleon-Bad). Ebenso wurde ein Park angelegt.

Das Napoleonbad (1822–1862)

Von 1889 bis 1940 wurden die Badeanlagen durch die Familie Winter gepachtet, insbesondereĽudovít Winter brachte das Bad zu internationalem Ruf, indem er die Behandlungsmethoden (ab 1840 schon gab es einen ständigen Badearzt), aber auch die Unterkunfts- und Freizeitmöglichkeiten unter anderem durch den Bau neuer Badeanlagen und Hotels verbesserte. Während sich heute am rechten Waagufer zahlreiche Geschäfte, Lokale, Restaurants sowie der weitläufige Stadtpark befinden, liegt der Kurort mit den Kureinrichtungen und den Thermalquellen auf der linken Seite des Flusses.

Die Kolonnadenbrücke mit der berühmten Statue

1945 bekam Piešťany offiziell das Stadtrecht zugesprochen. Seit 1959 gibt es im Süden den großen WaagstauseeSĺňava; der Rückstau des Wassers reicht bis in das Stadtgebiet hinein. Trotz der Stagnation des Badewesens nach der Verstaatlichung des Bades 1940 wurden in den 1960er und 1970er Jahren (durch skandinavische Investoren) noch weitere Badegebäude erbaut (Balnea Grand, Balnea Splendid und Balnea Esplanade). Alle Hotels befinden sich auf der Kurinsel, die im Fluss Waag liegt.

1922 fand imGrand Hotel Royal im Kurpark das erste große Schachturnier nach dem Ersten Weltkrieg statt, dasEfim Bogoljubow gewann.[5] Insbesondere die Partie zwischen Bogoljubow und dem später drittplatziertenAlexander Aljechin ist berühmt geworden, da Stefan Zweig sie der einzigen in derSchachnovelle (1942) konkret beschriebenen Partie zwischen Czentovic und den Amateurspielern zugrunde legte, in die die Hauptfigur Dr. B. entscheidend eingreift.[6]

Aufmerksamkeit bekam die Stadt in jüngster Zeit durch die Gefangennahme von drei Mitgliedern derReal IRA am 5. Juli 2001, nachdem sie von Agenten des britischen GeheimdienstesMI5, die als Waffenhändler aus demIrak getarnt waren, in eine Falle gelockt wurden.

Vom 12. bis 13. September 2008 fand auf der Kurinsel ein Gipfeltreffen desslowakischen PräsidentenIvan Gašparovič, desungarischen PräsidentenLászló Sólyom, destschechischen PräsidentenVáclav Klaus und despolnischen PräsidentenLech Kaczyński statt. Sie weihten am 12. September 2008 vor dem Irma-Bad den „Präsidentenspringbrunnen“ ein. Am Rand des Brunnens sind auf vier Metallplatten die Namen der Präsidenten eingraviert.

Kuranwendungen

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Piešťany gehörte bereits vor dem Ersten Weltkrieg zu den führenden Rheuma-Heilbädern Europas. Zu den Kurgästen zählten u. a.Kaiserin Elisabeth, ZarFerdinand I. von Bulgarien undKaiser Wilhelm II. Große Popularität erlangte das Bad in ganz Deutschland und Österreich, alsRichard Tauber 1929 auf Empfehlung des StummfilmstarsHenny Porten in Bad Pistyan weilte. Der berühmte Tenor war nach einem Gichtanfall völlig gelähmt eingeliefert worden; fast täglich berichteten Wiener und Berliner Zeitungen über die Fortschritte des Patienten bis zu seiner Heilung.[7]

Piešťany verfügt über 70 °C warme, schwefelige Thermalquellen. Der warme Waagschlamm wird für Anwendungen gegen Skoliose, Osteoporose, Arthrose, Rheuma und Gicht eingesetzt. Ebenso wird in Piešťany die Adeli-Methode angewendet. In Piešťany befindet sich das derzeit einzige Adeli-Zentrum weltweit. Rund 15 Patienten aus allen Teilen der Welt werden dort monatlich nach dieser Methode behandelt. Heute kommen jedes Jahr etwa 40.000 Kurgäste nach Piešťany.

Bevölkerung

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Bevölkerungsstatistik (10-Jahreszeiträume)[8]
Jahr1994200420142024
Anzahl der Personen32.97029.95727.99826.379
Unterschied−9,13 %−6,53 %−5,78 %
Bevölkerungsstatistik
(2-Jahreszeitraum)[8]
Jahr20232024
Anzahl der Personen26.66826.379
Unterschied−1,08 %

Sehenswürdigkeiten

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  • Statue eines geheilten Mannes mit gebrochener Krücke
  • Kolonnadenbrücke über die Waag mit der Inschrift „surge et ambula“
  • Jugendstilbauten, z. B. das Thermia Palace Hotel von 1912 und das dazugehörige Bad „Irma“[9]
  • Freibäder „Eva“ und „Slnava“
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Piešťany

Verkehrsanbindung

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Krajinský most

Piešťany liegt mit dem Auto 88 km nordöstlich vonBratislava respektive 1 Fahrstunde entfernt. Die StadtTrnava kann in 36 km (36 min.), die StadtNitra in 55 km (58 min.) erreicht werden. Den FlussVáh überqueren zwei Brücken: derKolonádový most (wörtlich Kolonnadenbrücke, nur für Fußgänger), der das Zentrum mit der InselKúpeľný ostrov verbindet, sowie derKrajinský most (wörtlich Landesbrücke), eine Straßenbrücke (Landesstraße 499).

Die Stadt ist sowohl an das slowakische Eisenbahnnetz als auch an das Autobahnnetz angeschlossen. Piešťany besitzt einen eigenen Anschluss an dieAutobahn D1. Die Stadt hat einen kleinenFlughafen, der aber zumindest derzeit (Mai 2019) keinen Linienverkehr anbietet.

Vom Bahnhof in Piešťany, der an derBahnstrecke Bratislava–Žilina liegt, bestehen Direktverbindungen nach:

Söhne und Töchter der Stadt

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Siehe auch

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Literatur

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Das Literaten-EhepaarEva undErwin Strittmatter beschrieben Stadt und Kurwesen jeweils in teilautobiografischen Werken zu ihren Kuraufenthalten.

  • Eva Strittmatter:Mai in Piešťany, 1986
  • Erwin Strittmatter:Kalender ohne Anfang und Ende – Notizen aus Piestany (Hrsg. von Eva Strittmatter), 2003

Einzelnachweise

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  1. Hustota obyvateľstva - obce [om7014rr_obc=AREAS_SK, v_om7014rr_ukaz=Rozloha (Štvorcový meter)]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2025, abgerufen am 31. März 2025 (slowakisch). 
  2. Počet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2025, abgerufen am 31. März 2025 (slowakisch). 
  3. Neueste statisch-geographische Beschreibung des Königreichs Ungarn, Croatien, Slavonien und der ungarischen Militär-Gränze. Wigand, Leipzig 1834 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  4. Frank Fürbeth:Bibliographie der deutschen oder im deutschen Raum erschienenen Bäderschriften des 15. und 16. Jahrhunderts. In:Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 13, 1995, S. 217–252; hier: S. 229 f.
  5. Breyer Memorial Bad Pistyan 1922. 14. Juni 2005, abgerufen am 3. Februar 2022. 
  6. Schachportal für Fernschach im Internet. Abgerufen am 3. Februar 2022. 
  7. Michael Jürgs:Gern hab' ich die Frau'n geküßt. München 2002, S. 121–137.
  8. abPočet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2025, abgerufen am 31. März 2025 (slowakisch). 
  9. Thermia Palace

Weblinks

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Commons: Piešťany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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