| Phoner | |
|---|---|
Phoner unter Windows 7 | |
| Basisdaten | |
| Entwickler | Heiko Sommerfeldt |
| Erscheinungsjahr | Februar 1998 |
| Aktuelle Version | 3.23[1] (5. März 2021) |
| Betriebssystem | Microsoft Windows |
| Kategorie | ISDN,IP-Telefonie |
| Lizenz | Freeware,Closed Source |
| deutschsprachig | ja |
| phoner.de | |
| PhonerLite | |
|---|---|
PhonerLite unter Windows 10 | |
| Basisdaten | |
| Erscheinungsjahr | 1. Juni 2005 |
| Aktuelle Version | 3.37[2] (1. Februar 2026) |
| Betriebssystem | Microsoft Windows |
| Kategorie | IP-Telefonie |
| Lizenz | Freeware |
| lite.phoner.de | |
Phoner [ˈfəʊnə] ist einFreeware-Programm für dieMicrosoft-Betriebssysteme. Der Entwickler der Software verweist auf die Nutzung des ebenso von ihm entwickeltenPhonerLite, da Phoner seit 5. März 2021 nicht mehr weiter entwickelt wird.[3]
Phoner ermöglichtGesprächsverbindungen in dasFestnetz, zuMobiltelefonen und zuVoIP-Gegenstellen. Das Programm kann alsSoftphone ananalogen Teilnehmeranschlüssen, an digitalenISDN-Teilnehmeranschlussleitungen und als Softphone aufstationären undmobilen Computern benutzt werden.[4]
Der Eigenname ist eine Ableitung des englischen Verbsto phone [ˈtuː ˈfəʊn] und kann in Anlehnung an die englische Bedeutung mitTelefonierer übersetzt werden. Im sprachlichen Zusammenhang ist die Applikation einSoftware-Pendant zu einemTelefon mit integrierten Aufzeichnungs-, Protokollierungs-, Verwaltungs- und Steuerungsfunktionen.
Aufgrund der zusätzlichen Unterstützung vonIP-Telefonie-Funktionen wird seit dem 1. Juni 2005 vom Entwickler eine eigene Programmvariante mit dem Namenszusatz„Lite“ [ˈlaɪt] unentgeltlich als Freeware zur Verfügung gestellt.[5]
Seit der ersten Veröffentlichung ist Phoner in den Sprachen Deutsch und Englisch verfügbar. Bulgarische, französische, italienische, griechische, niederländische, spanische und tschechische Übersetzungen sowie vom Entwickler zur Verfügung gestellteTelefonvorwahlen für die Länder Griechenland, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen und die Schweiz weisen auf eine weite Verbreitung der Software hin.[6]Transkriptionen der genutzten Texte in arabische Schriftzeichen oder Übersetzungen für arabische Schriftzeichen nutzendeSprachräume sind offiziell nicht verfügbar, jedoch wird die Software in diesen Sprachräumen auf Internetseiten im Zusammenhang mit dem Namen des Entwicklers erwähnt.
Das Programm wurde in unterschiedlichen Fachzeitschriften im deutschsprachigen Raum vorgestellt, besprochen und empfohlen.[7][8][9][10][11][12][13]
Die Entwicklung erfolgte unabhängig vonproprietären Leistungsvorgaben, und die Verwendung findendenKommunikationsprotokolle wurden innerhalb des Rahmens ihrer Spezifikationen umgesetzt. Hierdurch soll eine hoheKompatibilität zu verfügbaren Netztechniken sowie zu im Zusammenhang mit der Software verwendeterEndgeräte-Hardware erreicht werden.
Phoner undPhonerLite [ˈfəʊnɜːˌˈlaɪt] basieren auf dem gleichenProgrammcode. Der Entwickler verzichtete bei PhonerLite neben den Modi für einen ISDN-Betrieb (CAPI) und die Verwendung an analogen Teilnehmeranschlussleitungen (TAPI) auf Verwaltungs-, Steuerungs-, Protokollierungs- und Aufzeichnungsfunktionen der umfangreicherenPhoner-Variante.
PhonerLite kann ausschließlich als Softphone für dieIP-Telefonie (VoIP) genutzt werden. Da diese Variante über Einstellungshilfen für die Konfiguration der Verbindungsdaten verfügt und durch die Beschränkung der Verwendungsmöglichkeiten Systemressourcen schont, soll hauptsächlich Einsteigern ermöglicht werden, die IP-Telefonie zu nutzen.
Phoner kann anstelle von oder, bei Installation in einem anderen Verzeichnis, gleichzeitig mit PhonerLite verwendet werden. Die Konfiguration einer genutzten „Lite“-Variante kann für denSIP-Betriebsmodus übernommen werden.
Phoner kann in drei Betriebsmodi genutzt werden, die einen Betrieb mit systemseitig installiertenEndgeräten an analogen Teilnehmeranschlussleitungen, mit Endgeräten an digitalen ISDN-Teilnehmeranschlüssen und alsIP-Telefon zulassen.
Die Applikation nutzt alsFrontend die technischen Möglichkeiten installierterModems, ISDN-Geräte undNetzadapter für die computergestützteTelefonie. Über einegrafische Benutzerschnittstelle (GUI), den Aufruf über dieKommandozeile sowie über eine zur Laufzeit verfügbareCOM-Schnittstelle stellt das Programm Funktionen für den Aufbau oder die Entgegennahme von Gesprächsverbindungen sowie weitere Funktionen einesTelefonie-Endgeräts zur Verfügung.
Für eine aktive Nutzung von Phoner als Telefonie-Software zum Aufbau und zur Entgegennahme von Gesprächsverbindungen werden eine installierte,vollduplexfähigeSoundkarte und einMikrofon vorausgesetzt. Möglich ist auch die Verwendung einesHeadsets oder eines kompatiblenUSB-Telefonhörers.
Die durchGerätetreiber oder herstellerspezifischeProgrammbibliotheken verfügbaren Funktionen einer Kommunikations-Hardware werden über standardisierteSchnittstellen, ebenfalls Programmbibliotheken, angesprochen.
Die verfügbaren Betriebsmodi können wahlweise und voneinander unabhängig genutzt werden. Sofern eine gleichzeitige Nutzung der Software in mehreren Betriebszuständen erforderlich ist, kann für jede Aufgabe eine Installation in ein eigenes Programmverzeichnis erfolgen. Es können mehrere Instanzen der Software gleichzeitig aktiv sein, um jeweils einen Betriebsmodus oder jeweils eine zugewiesene Aufgabe zu überwachen.
DerTAPI-Betriebsmodus wird zum Betrieb an einer analogen Teilnehmeranschlussleitung oder analogem Endgerät verwendet. Die Kommunikation mitModems oder anderen Endgeräten ananalogen Teilnehmeranschlüssen erfolgt über eine TAPI-Schnittstelle. TAPI ist eineProgrammbibliothek, die zum Betrieb von Kommunikationshardware mit einem Computersystem dient.
Eine Nutzung des Programms an analogen Teilnehmeranschlüssen und an ISDN-Teilnehmeranschlüssen ist seit der ersten Veröffentlichung am 1. Februar 1998 möglich.[14]
Der TAPI-Betriebsmodus wird nicht weiterentwickelt, da seitSeptember 1995 in Deutschland flächendeckend ISDN verfügbar ist. Dieser Modus kann für die Telefonie hinter einer TAPI-fähigenTelefonanlage genutzt werden, die an einem ISDN-Basisanschluss oder -Primärmultiplexanschluss betrieben wird.
DerCAPI-Betriebsmodus wird zum Betrieb an einer ISDN-Teilnehmeranschlussleitung verwendet.Sofern ein ISDN-Basisanschluss oder -Primärmultiplexanschluss genutzt wird, und eineISDN-Karte oder eine andere CAPI-unterstützte Hardware verfügbar ist, erfolgt die Kommunikation über eine auf dem Rechner installierte CAPI-Schnittstelle.
Zur Nutzung von ISDN-Funktionen undISDN-Leistungsmerkmalen benötigt das Programm im CAPI-Modus eine Programmbibliothek mit dem Namen „capi2032.dll“.
Sofern zusätzlich eineNetzwerkkarte verfügbar ist, kann das Programm in einemLAN alsFrontend-Anwendung hinter einem CAPI-Server betriebssystemübergreifend verwendet werden. Der CAPI-Server stellt als unabhängige Applikation die Funktionalität einerserverseitig installierten CAPI-ProgrammbibliothekClient-Rechnern im Netz zur Verfügung.
Dieser Betriebsmodus ermöglicht die Sprach- und Datenübertragung nach denlogischen Spezifikationen des seit 1991 europaweit einheitlichen ISDN-StandardsDSS1. Sofern durch die genutzteEndgerät-Hardware und CAPI unterstützt, können mit Phoner außer Gesprächs- und Datenverbindungen nach dem DSS1-Standard durch denNetzanbieter bereitgestelltevermittlungstechnische Leistungsmerkmale über den ISDN-D-Kanal oder bei analogen Anschlüssen über dasMehrfrequenzwahlverfahren genutzt werden.
Der VoIP-Betriebsmodus wird fürIP-Telefonie nach demSession Initiation Protocol (SIP) verwendet.Seit der Programmversion 1.66 ist ein Betriebsmodus für die VoIP-Telefonie nach demSIP-Standard implementiert. Sofern eine Netzwerkkarte installiert ist, kann die Software innerhalb eines lokal begrenztenRechnernetzes oder für Gesprächsverbindungen in andere Rechnernetze innerhalb einerIP-Netzumgebung im SIP-Modus verwendet werden.
Im Programmumfang ist eine Programmbibliothek mit dem Namen „sipper.dll“ vorhanden, die VoIP-Funktionalität nach dem SIP-Standard ähnlich einer „capi2032.dll“ im CAPI-Modus zur Verfügung stellt.
Die Implementierung vermittlungstechnischer Leistungsmerkmale für die IP-Telefonie erfolgt streng nach den Vorgaben der RFC 3261[15] für das Session Initiation Protocol. Hierdurch soll die technische Kompatibilität zu Unternehmen erreicht werden, die IP-Telefonie auf der Basis des Session Initiation Protocols auch für Verbindungen überGateways in dasFestnetz und in dasMobilfunknetz anbieten.
Das Programm Phoner wurde im Februar 1998 vom Entwickler Heiko Sommerfeldt im Rahmen seinerDiplomarbeit an derUniversität Ulm erstellt. In den folgenden Jahren erfolgte die Weiterentwicklung zusätzlicher Verwaltungs-, Aufzeichnungs-, Protokollierungs- und Steuerungsfunktionen.
Mit der wachsenden Anzahl vonDSL-Anschlüssen nahm die computerbasierende ISDN-Telefonie aufgrund der zusätzlich notwendigen ISDN-Hardware ab. Ein gleichzeitig wachsender Anstieg derIP-Telefonie kann darin begründet sein, dass Gesprächsverbindungen zwischen VoIP-Teilnehmern überwiegend kostenlos und unter freibleibenden vertraglichen Bindungen angeboten wurden.
DasSession Initiation Protocol (SIP) setzte sich für Gesprächsverbindungen gegenüber demH.323-Protokoll durch, wodurch Phoner und PhonerLite ausschließlich SIP für VoIP-Gesprächsverbindungen unterstützen.
Basierend auf derLGPL-lizenziertenoSIP-Bibliothek entwickelte Heiko Sommerfeldt in Anlehnung an die standardisierte[16] „capi2032.dll“ die „sipper.dll“, die im SIP-Betriebsmodus des Programms die VoIP-Funktionalität für Gesprächsverbindungen und Leistungsmerkmale der IP-Telefonie bereitstellt.
Am 1. Juni 2005 wurde auf der Basis des gleichen Quelltextes die Programmvariante PhonerLite veröffentlicht, die ausschließlich Gesprächsverbindungen in einerIP-Netzumgebung ermöglicht.
Die Entwicklung erfolgte mit der Begründung, dass PhonerLite als einfach zu bedienendes Softphone für die ausschließliche VoIP-Benutzung zur Verfügung stehen sollte, während durch die Integration des SIP-Modus in die ursprüngliche Programmvariante Phoner eine zwangsläufig komplexere Bedienung des Programms sowie aufgrund der erhöhten Konnektivität umfangreichere Einstellungsmöglichkeiten entstanden.
Die Weiterentwicklung der VoIP-Funktionalität wurde auf die Übertragungssicherheit ausgedehnt. Es erfolgte die Implementierung der VerschlüsselungstechnikenSRTP undTLS.
Die Unterstützung von Wideband-Codecs wieG.722 und Speex-Wideband ermöglichen durch eine höhere Abtastfrequenz von 16 kHz eine bessere Sprachqualität. PhonerLite steuert auch die Soundkarte mit dieser höheren Frequenz an.
IPv6 wird unterstützt.
Neben PhonerLite unterstützt nun auch Phoner Wideband – seit Version 2.51 nicht nur für VoIP-Verbindungen, sondern auch über ISDN.
Phoner und PhonerLite unterstützen nun auchZRTP zur Sprachverschlüsselung. Als weiterer Wideband-Codec wirdCELT unterstützt.
PhonerLite kann nunGoogle Kontakte importieren. Statt des Codecs CELT wird nun der CodecOPUS unterstützt.
Für den Import der Google Kontakte wurde eine entsprechendeZwei-Faktor-Authentifizierung umgesetzt.
Integrierte Script-Steuerung.
Transkription/Spracherkennung durch Verwendung vonWhisper.