DieKoninklijke Philips N.V. (niederländisch fürKönigliche Philips-Aktiengesellschaft, kurzPhilips) ist ein Hersteller von Gesundheitstechnologie mit Sitz inAmsterdam.
Das Unternehmen änderte seinen Fokus vonUnterhaltungselektronik,Halbleiter- undLichttechnik auf die BereichePersonal Health mit Haushaltskleingeräten wie Rasierapparaten, Luftreinigern und elektrischen Zahnbürsten sowie aufHealth Systems und den professionellen medizintechnischen Bereich (insbesondere derRadiologie). Auch die Sparte Haushaltsgeräte (Kaffeevollautomaten, Heißluftfritteusen, Dampfbügeleisen) wurde 2021 an die chinesischePrivate-Equity-GesellschaftHillhouse Capital Group verkauft.[3] Im Bereich der Unterhaltungselektronik (Audio, TV) besteht heute eine Lizenzvereinbarung zur Nutzung der Marke durch das chinesische UnternehmenTPV Technology.[4][5]
Aus ehemaligen Geschäftsbereichen von Philips hervorgegangene, heute noch existierende Unternehmen sind u. a.ASML,NXP Semiconductors,TP Vision undSignify.
Erste Philips-Fabrik in EindhovenAktie über 1000 Gulden der Philips’ Gloeilampenfabrieken vom 14. Dezember 1928
Am 15. Mai 1891 wurde das UnternehmenPhilips & Co. im niederländischenEindhoven vonFrederik Philips zusammen mit seinem SohnGerard gegründet.[6] Als erste Produkte des Unternehmens wurden im Jahr darauf mit zehn ArbeiternGlühlampen hergestellt. In den folgenden Jahren expandierte das Unternehmen und Gerards BruderAnton Philips trat 1895 in das Unternehmen ein. Am 29. August 1912[7] wurdePhilips & Co. in eineAktiengesellschaft (niederländisch:Naamloze Vennootschap (N.V.)) überführt und inN.V. Philips’ Gloeilampenfabrieken umbenannt.
1914 wurde das ForschungslaborPhilips Natuurkundig Laboratorium (NatLab) in Eindhoven gegründet. Dieses Labor wurde bis 2012 in eigener Regie betrieben.
1918 brachte Philips seine ersteRadioröhre auf den Markt. Zu dem Zeitpunkt arbeiteten bereits 4000 Mitarbeiter für Philips, und es entstanden Vertriebsorganisationen in allen bedeutenden Absatzmärkten der Erde.
1920 wurde dieN.V. Gemeenschappelijk Bezit van Aandeelen Philips Gloeilampenfabrieken (N.V. Bezit) alsHolding der Philips-Gruppe errichtet. Erst 1991 wurde die FirmierungN.V. Bezit gelöscht und die Firmierung der Holding zuPhilips Electronics N.V. geändert.[8]
1927 erfolgte der Einstieg in die Medizintechnik. Nachdem bei Philips die ersten Forschungen auf dem Gebiet der Röntgenröhren im Jahr 1917 anliefen, begann bereits drei Jahre später, 1920, die Röntgenröhrenfertigung mit dem Resultat der ersten Philips Röntgenröhre im Jahr 1922. Am 17. April 1927 gingen die Firma C.H.F. Müller, deren Inhaber seit 1909 der Chemiker Max S. Liebermann, ein Neffe des MalersMax Liebermann war, sowie die TochtergesellschaftRadio Röhrenfabrik GmbH („Valvo“) in den Besitz derPhilips AG unter dem Namen „C.H.F. Müller Unternehmensbereich der Philips GmbH“ über. Die Verknüpfung der langjährigen Erfahrungen von C.H.F. Müller in der Fertigung von Röntgenröhren in Hamburg mit den Ergebnissen der Forschungen über Röntgenröhren in Eindhoven bildet für Philips weltweit eine wichtige Basis für die späteren Erfolge in der Medizintechnik. Der Hauptsitz vonPhilips Medical Systems ist seitdemHamburg. Eine weitere Niederlassung befindet sich inBöblingen.[10]
Werbung für Philips-Autoradio (1937)Bombenangriff auf Philips Eindhoven, 6. Dezember 1942Philips-Mikrofon für Tonbandaufnahmen (1955)Tonbandgerät-Mikrofon der Firma Philips mit dreipoligemDiodenstecker (1960er Jahre)Philips-RadioJupiter Phono-Super 465 mit PlattenspielerTyp HD 465 A (1957)Auto-PlattenspielerAuto-Mignon von Philips, um 1960, imVolksmund auch „Plattensäge“ genannt
Nach den erfolgreichen 1920er Jahren hatte auch Philips mit den Folgen derWeltwirtschaftskrise zu kämpfen und musste sein Vertriebsnetz umstrukturieren. 1934 eröffnete Philips eine Rundfunkgerätefabrik in Aachen. Aus dem Werk stammten zum Beispiel dieRundfunkgeräte-TypenAachen Super und der erste Philips-TrockenrasiererPhilishave. Beide Produkte trugen maßgeblich zum Erfolg von Philips in Deutschland bei.
Das Unternehmen stellte 1928 in verschiedenen europäischen Städten seine erstenFernsehgeräte vor. Zu diesem Zeitpunkt waren 45.000 Menschen bei Philips angestellt. 1939 folgte die Einführung des RasierersPhilishave mit rotierendem Schersystem, dessen Grundprinzip bis heute unverändert in die Philips-Rasierer einfließt.
Die Allgemeine Deutsche Philips Verwaltungs GmbH (Alldephi) wurde gegründet, um die Rechte der niederländischen Muttergesellschaft wahrzunehmen. Doch derZweite Weltkrieg beendete zunächst den weiteren Aufbau des Unternehmens in Deutschland. Der Geschäftsführer von Philips in Deutschland,Theodor Graf von Westarp, musste bei Kriegsbeginn auf Grund seiner Meinung zur politischen Situation in Deutschland seine Verantwortung abgeben.
Während des Zweiten Weltkrieges standen die niederländischen Werke als sogenanntes „Feindvermögen“ unter deutscherZwangsverwaltung. Das Philips-Stammwerk inEindhoven produzierte Bauteile und Geräte für dieWehrmacht und wurde daher während des Krieges von alliierten Flugzeugen mehrfach angegriffen, dabei wurde die Hauptverwaltung durch Bomben zerstört. In Aachen endete mit der Evakuierung der Stadt zunächst die dortige Produktion. ImKZ Herzogenbusch mussten Häftlinge in Zwangsarbeit für Philips produzieren.
Mittel- und Langwellen-Autoradio mit Elektronenröhren (1950er Jahre)
Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau; zusätzlich entstanden weltweit weitere Werke und Niederlassungen. Zunächst übernahm Graf von Westarp, der schon kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den Alliierten in seine frühere Funktion wieder eingesetzt wurde, die Leitung der Deutschen Philips GmbH. 1946 wurde die Hauptverwaltung von Berlin nachHamburg verlegt und inAachen ein Glühlampenwerk gegründet. Danach entwickelte sich das Unternehmen zu einem vielseitigen Elektronik- und Technologieanbieter mit Aktivitäten in Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb. 1947 entstand in Aachen eine Glasfabrik, und in der 1948 gegründeten Apparatefabrik in Berlin startete Philips die Produktion von Rundfunkgeräten, Trockenrasierern, Phono- undTonbandgeräten sowie Elektrorasierern. Die neu errichtete Apparatefabrik inWetzlar nahm ebenfalls 1947 ihre Produktion mit dem Rundfunkempfänger D78A auf. Reiseempfänger undAutoradios zählten neben Heimempfängern zu den größten Produktbereichen. Noch bis Ende der 1990er Jahre wurde dort produziert.
1950 trat Philips in denTonträger-Markt ein, etablierte den Produktbereich Musik und gründete seine ersteTochtergesellschaft fürSchallplattenaufnahmen, diePhilips Phonographische Industrie. Diese Aktivitäten mündeten in einer 50-prozentigen Beteiligung an derDeutschen Grammophon Gesellschaft (später umbenannt inPolyGram). In der Apparatefabrik inKrefeld nahm Philips 1951 die Produktion von Fernsehern auf. In den folgenden Jahren vergrößerte das Unternehmen seine Präsenz sowohl in Hamburg als auch in Aachen. In Hamburg begann Philips mit der Entwicklung und Fertigung vonHalbleitern, in Aachen nahm der Konzern 1954 die Produktion vonBildröhren auf. 1955 wurde das deutsche Philips Forschungszentrum in Aachen gegründet. Schon 1957 weitete Philips seine Forschungsaktivitäten aus und gründete ein Forschungslabor in Hamburg.
Einer der ersten Kassettenrecorder: Philips EL 3302 (1968)Infrarotlichtlampe infraphil (ca. 1975)Der erste Philips CD-PlayerCD-100 (1982)Philips Roller (1986) Entwurf: Graham HindeTonbandgerät Philips EL 3541 RK14 von 1960
1967 wurde das vonWalter Bruch entwickelte Farbfernsehen nach demPAL-System in Deutschland eingeführt. Im gleichen Jahr begann das Philips-TochterunternehmenValvo im Werk Aachen mit der Serienproduktion vonFarbbildröhren. Im Aachener Philips-Forschungslabor wurde die UKW-Ferritantenne entwickelt.
Im BereichLicht brachte Philips Anfang der 1980er Jahre als erstes Unternehmen kompakte, energiesparendeLeuchtstofflampen heraus: die SL*-Lampe (1980) und im Jahr darauf die PL*-Lampe.
Im Jahr 1982 entstand diePhilips Kommunikations Industrie AG (PKI), in der die Bereiche Büro- und Telekommunikation zusammengefasst wurden. 1982 kam dieCompact Disc, eine Gemeinschaftsentwicklung von Philips undSony, in Europa und Japan in den Handel. Innerhalb von 25 Jahren wurden weltweit mehr als 200 Milliarden CDs produziert. Im Jahr 1984 erzeugte das Forschungslabor in Hamburg Bilder des menschlichen Kopfes mit Hilfe derKernspin-Tomographie, einem diagnostischen Verfahren ohneRöntgenstrahlen.
1986 kam der Radio-Kassettenrekorder „Roller“ auf den Markt. Die Betrachtung des Geräts als Modeartikel wurde auch bei Philips intern sehr kritisch gesehen. Das Gerät wurde ein großer Erfolg, über 700.000 Exemplare wurden innerhalb kurzer Zeit zum Preis von 200 DM abgesetzt.
Philips-Zentrale in Amsterdam um 2005Moderner Philips-Rasierer, um 2010
In den 1990er Jahren kam es zu einer tiefgreifenden Reorganisation des gesamten Unternehmens. Die seit 1912 bestehende FirmaN.V. Philips’ Gloeilampenfabrieken wurde 1991 inPhilips Electronics N.V. geändert. 1997 wurde der Unternehmenssitz von Eindhoven nach Amsterdam verlegt und die Firma inKoninklijke Philips Electronics N.V.(Royal Philips Electronics N.V.) umbenannt.
In der Folgezeit wurden mit Hilfe branchenübergreifender Partnerschaften neue Märkte erschlossen: InKooperation mit Partnern kam 1997 die ersteDVD auf den Markt. 2001 übernahm Philips im Rahmen der Akquisition derHealthcare Solution Group (HSG) vonAgilent Technologies auch das Entwicklungs- und Fertigungszentrum für Patientenmonitore inBöblingen.
2002 wurde in Kooperation mit dem niederländischen Kaffee-ProduzentenDouwe Egberts die Kaffeemaschine „Senseo“ eingeführt.Beiersdorf (Nivea) lieferte die Emulsion für den Philips Trocken-Nass-Rasierer „Coolskin“. Aachen ist seit 2004 Schwerpunkt für die Forschung anOrganischen Leuchtdioden (OLED). Das DMC in Hamburg wurde durch ein neues Kompetenzzentrum für Röntgengeneratoren ergänzt. Gemeinsam mit dem BrauereikonzernInBev wurde 2005 das Heimzapfsystem „PerfectDraft“ auf den Markt gebracht.[11]
Der Konzern konzentrierte sich ab 2006 auf seineKernkompetenzen in den Bereichen Healthcare, Lifestyle und Technologies; so wurde dasHalbleitergeschäft in eine eigenständige Gesellschaft, heuteNXP, überführt und 80,1 % der Anteile an einFinanzinvestoren-Konsortium verkauft. Im Herbst 2006 ergänzte Philips sein Portfolio durch die Übernahme des Laserdioden-Spezialisten ULM Photonics.Im September 2007 gab Philips seine Strategie „Vision 2010“ bekannt. Ende Dezember 2007 kündigte Philips mit der Übernahme des US-Unternehmens Respironics die größte Akquisition seiner Unternehmensgeschichte an. Dieser maßgebliche Schritt in der Gesundheitsstrategie des Konzerns verschaffte Philips die weltweite Führungsposition bei Gesundheitslösungen für zu Hause im Markt für die Überwachung und Behandlung von Schlafapnoe und bei Beatmungslösungen für zu Hause.[12]
Im Januar 2008 wurde die Geschäftsstruktur in drei Kernsegmente aufgeteilt: Beleuchtung, Gesundheit und Elektrogeräte, das aus den ehemaligen Bereichen Consumer Electronics, Elektrohausgeräte (Small Domestic Appliances) undSpeech Processing besteht. Das Unternehmenslogo wurde neu gestaltet.Ebenfalls im Jahr 2008 wurde die Sparte 'Speech Recognition Systems' anNuance Communications verkauft. Die zu Consumer Lifestyle gehörendeDivision Speech Processing blieb beim Unternehmen und hat weiterhin ihren Hauptsitz inWien. Im Februar 2009 eröffnete Philips das erweiterte Retouren- und Recycling-Center in Hamburg. Durch diese Erweiterung kann der CO2-Ausstoß jährlich um bis zu 1200 Tonnen reduziert werden.
Am 5. Oktober 2009 wurde den Beschäftigten des Aachener Forschungslabors mitgeteilt, dieses müsse wegen struktureller Probleme geschlossen werden. Das Gelände an der Eupener Straße wird heute von derFachhochschule Aachen genutzt.[13][14][15]
Im April 2011 kündigte Philips an, die Fernsehsparte in ein Joint-Venture mit der chinesischenTPV Technology einzubringen, an dem Philips einen Anteil von 30 % und TPV Technology einen Anteil von 70 % halten sollte; ein Jahr später nahm das Joint-Venture unter dem NamenTP Vision den Geschäftsbetrieb auf.[16][17][18] Anfang 2014 stieg Philips komplett aus dem Fernsehgeschäft aus und verkaufte seine TP-Vision-Anteile an TPV. TPV erwarb damit das Recht, auch weiterhin TV-Geräte unter dem Namen Philips zu vertreiben.[19]
2012 und 2013 orientierte sich Philips hin zu Kleingeräten wie Mixern, Rasierern, Elektrozahnbürsten und war dabei mit reduzierter Belegschaft auch erfolgreich.[20]
Im Jahr 2013 verzichtete das Unternehmen auf das „Electronics“ im bisherigen Namen und firmiert seitdem unterKoninklijke Philips N.V.[21][22]
2013 wurde versucht, die verbliebene Unterhaltungselektronik-Sparte für 150 Millionen Euro an den japanischen KonzernFunai Electric zu verkaufen. Dieser Deal scheiterte aufgrund von Vertragsverletzungen seitens Funai. Während Philips den Verkauf der Sparte an andere Interessenten prüfte, wurde dieser Bereich als eigenständige Einheit unter dem NamenWoox Innovations mit Hauptsitz inHongkong weitergeführt.[23] Im April 2014 wurde Woox Innovations anGibson Brands verkauft.[24] Nach der Insolvenz von Gibson kündigte TP Vision 2019 an, unter dem Namen Philips wieder Unterhaltungselektronik (also nicht nur TV-Geräte) zu vertreiben.[25]2015 startete Philips den Verkauf seiner Lichtsparte, der wegen des Widerstands von Aufsichtsbehörden zwischenzeitlich abgesagt wurde.[26] Im Mai 2016 brachte das Unternehmen selbige an die Börse.[27] Ende 2017 wurde der Verkauf abgeschlossen, womit auch Philips Lighting keine Tochter des niederländischen Konzerns mehr war.[28] Im März 2018 verkündete das nun eigenständige Licht-Unternehmen, dass es unter dem NamenSignify firmieren wird.[29]
Am 1. April 2019 wurde die im Dezember 2018 angekündigte Übernahme der Philips-Photonics-Sparte durch dieTrumpf-Gruppe abgeschlossen.[30][31]
Die HausgerätespartePhilips Domestic Appliances wurde 2021 an die chinesische InvestmentfirmaHillhouse Capital verkauft und im Februar 2023 zuVersuni umfirmiert.[32][33] Für diese Geräte dürfen die Marken wie Philips und Saeco unter Lizenz weiterverwendet werden.
Über die Jahre kaufte Philips immer wieder Unternehmen auf (unter anderemMagnavox,Marantz,Saeco,Signetics,Mullard, Paradise Systems, GTE Sylvania, VLSI) und trennte sich auch wieder von Akquisitionen oder Unternehmensteilen.
InDeutschland unterhält Philips unter anderem inAachen (seit 1934) Produktionsstätten, zunächst für Radiogeräte in der Jägerstraße, seit demZweiten Weltkrieg inRothe Erde ein Werk zur Produktion vonLeuchtmitteln, in dem heuteNiedervolt-Halogenlampen undKfz-Lampen hergestellt werden. Seit 1963 verfügte dies über eine eigeneGlashütte namensGranus. Diese Glashütte wurde aber bald auf die Produktion von Fernsehglas umgestellt. Mit diesem Fernsehglas wurde die auf dem gleichen Gelände errichtete Bildröhrenfabrik beliefert. Die Glas- und Bildröhrenaktivitäten wurden im Jahr 2000 in ein Joint Venture mit dem koreanischen LG-Konzern eingebracht (LG. Philips Displays). Aufgrund des starken Marktrückgangs bei Bildröhrenfernsehern schloss LG. Philips Displays 2004 die Bildröhrenfabrik und meldete im Januar 2006 für die Glasfabrik Konkurs an.
Anfang der 1960er Jahre übernahm die Deutsche Philips-Gruppe die LeuchtenfabrikKörting & Mathiesen GmbH inLimburg an der Lahn und 1969 die Kapitalmehrheit bei derSiemag Feinmechanische Werke GmbH inEiserfeld/Sieg. Gleichzeitig wurde das Unternehmen inPhilips Electrologica GmbH umbenannt. Die Zusammenarbeit der Philips-Gruppe mit dem Eiserfelder Werk hatte 1965 mit der Übernahme einer Kapitalbeteiligung von 40 Prozent begonnen. Gefertigt wurden Magnetkonten-Computer, Abrechnungsmaschinen, elektronische Tischrechner und Diktiergeräte. Später wurden in Eiserfeld für die Philips Kommunikations-Industrie (PKI) Personal Computer, unter anderem das vielbeachtete „Yes“-System, undNadeldrucker gefertigt. 1992 schloss Philips den Standort Eiserfeld komplett. Die Druckerfertigung wurde unter dem Namen PSi in ein Management-Buy-Out ausgelagert.
Von 1984 bis 1998 gehörte auch dieGrundig AG zur Philips-Gruppe. 1979 übernahm Philips bei derFelten & Guilleaume Carlswerk AG inKöln die Mehrheit, firmierte 1982 den größten Teil des Unternehmens unterPhilips Kommunikations Industrie AG (PKI) um, brachte die Energietechniksparte alsFelten & Guilleaume Energietechnik AG an dieBörse und verkaufte 1993 dieGlasfasersparte von PKI anNokia. DieNetzwerksparte von PKI wurde drei Jahre später anAT&T verkauft. 1991 wurde dieNarva inPlauen von Philips übernommen.
1999 gründete Philips Lighting mitAgilent das Joint-Venture Lumileds. Lumileds hat sich schnell zu einem führenden Hersteller vonLeuchtdioden für Beleuchtungszwecke entwickelt. Im Oktober 2000 kaufte Philips das inSeattle, Washington,USA, angesiedelte UnternehmenOptiva Corporation Inc. – das heute unter dem NamenPhilips Oral Healthcare bekannt ist, das sich auf Innovationen im Bereich der Mund- und Zahnpflege konzentriert. 2005 erwarb Philips die Agilent-Anteile. 2007 übernahm Philips das US-amerikanische Unternehmen Color Kinetics und das kanadische Unternehmen TIR Systems, beide sind Hersteller von LED-Leuchten.[34][35]
Im Mai 2006 wurde die Übernahme von Cannon AVENT angekündigt, einem englischen Hersteller von Babycare-Produkten, mit seiner Fabrik in der GrafschaftSuffolk.[36] AVENT ist sowohl in Großbritannien als auch in den wichtigsten europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten vertreten und exportiert weltweit in über 60 Länder.
Im Juli 2009 gab das Unternehmen den Kauf des italienischen HaushaltsgeräteherstellersSaeco bekannt.[37]
Im Januar 2011 wurde die Übernahme des indischen Küchengeräteherstellers Preethi bekanntgegeben.[38]
Royal Philips ist weltweit in mehr als 100 Ländern vertreten. Dabei ist der deutschsprachige Raum (Deutschland/Österreich/Schweiz, auch abgekürzt alsD-A-CH) nach China und den USA der größte und umsatzstärkste Markt. Gut 5130 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Ende 2015 wurde die neue D-A-CH-Firmenzentrale in der Röntgenstraße in Hamburg eingeweiht, die vorher ihren Sitz amLübeckertordamm hatte.[39] Neben Vertriebs- und Marketingaktivitäten sind in D-A-CH wesentliche Kompetenzen für Forschung, Entwicklung und Fertigung angesiedelt.[40] Vorsitzender der Geschäftsführung war bis 31. Mai 2021 der Niederländer Peter Vullinghs, der nun die neue Europa-Organisation von Philips leitet.[41][42] Sein Nachfolger ist seit dem 1. Juni 2021 Uwe Heckert als Market Leader DACH und Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips GmbH. Heckert studierte Betriebswirtschaft in Berlin und Göttingen sowie an der State University of New York.[43]
2016 gab Philips gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg die Gründung desHealth Innovation Port (HIP) bekannt.[44]
2002:Sonicare – eineSchallzahnbürste mit patentierter Schalltechnologie
2004:Ambilight-Technologie für Fernseher, die ein zum Bildinhalt passendes Umgebungslicht an die Wand hinter dem Fernseher wirft
2005: Vorstellung des ersten3D-Fernsehers (WOWvx, ohne Brille) und zugehöriger Hardware/Software-Pakete
2007: MitLivingColors stellt Philips einLED-Beleuchtungssystem zur dekorativen Wohnraumbeleuchtung vor, welches zurLeuchte des Jahres 2008 gewählt wurde.
2008: Als erstes Unternehmen bringt Philips mit derMASTER Classic eine Hochvolt-Halogenlampe für E27-Gewinde und dafür typischen Leistungen auf den Markt.
2009: Philips führt als Weltneuheit erstmalsFernsehgeräte im21:9-Kinoformat unter dem Markennamen „Cinema 21:9“ ein.[45]
2012: ErsterKaffeevollautomat mit wechselbarem Kaffeebohnenbehälter „Senseo Sarista“ in Kooperation mitDouwe Egberts produziert. (Nur in den Niederlanden)
2012:Philips Hue Personal Wireless Lighting – Steuerung eines Systems von LED-Leuchten via WLAN und App[46]
2016:Sonicare Smart Connected – eine Schallzahnbürste, die per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden werden kann und das Zahnputzverhalten auswertet.[47]
2016: Die App-basierte Ultraschall-Lösung Lumify ermöglicht die mobile Anwendung mit einem Tablet-PC oder Smartphone
2017: Azurion –Angiographie-Plattform für bildgeführten Therapiesysteme[48]
Ab 1968 veranstaltete Philips einen europaweiten WissenschaftswettbewerbEuropean Philips Contest for Young Scientists and Inventors für Schüler und junge Studenten. 1989 wurde die Organisation des Wettbewerbs von derEuropäischen Union übernommen und inEuropean Union Contest for Young Scientists umbenannt.[49][50][51]
Seit 2014 schreiben Royal Philips und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V. (DIVI) den gemeinsamen Forschungsförderpreis Delir-Management aus. Er richtet sich an Nachwuchswissenschaftler, deren Arbeiten sich mit dem nicht-pharmakologischen therapeutischen Management, der Früherkennung (Screening) oder der Prävention des Delirs befassen.[52]
Adolf Eichmann in Jerusalem mit Philips-Kopfhörern ohne Logo
Die erstmals 1930 genutzte Philips-Bildmarke wird als Ergänzung zur Wortmarke aktuell auf Werbematerial und auf Ausdrucken von Philips verwendet. Sie hat ihren Ursprung in den Verpackungsgestaltungen einer Miniwatt-Radioröhre und des TonaufnahmegerätsPhiligraph, die erstmals 1926 mit den typischen Wellen und Sternen versehen wurden. Diese Symbole sollten die Radiowellen und denätherischen Abendhimmel symbolisieren. 1930 ordnete man die vier Sterne im Logo erstmals kreisförmig um die drei Wellen an.[53]
Auf Bildern desEichmann-Prozesses 1961 inJerusalem war der AngeklagteAdolf Eichmann, der darin für die maßgebliche Beteiligung an der Organisation desHolocaust zum Tode verurteilt wurde, mit Kopfhörern der Marke Philips zu sehen. Der niederländische SchriftstellerHarry Mulisch schreibt in seinem ReportagebuchDe zaak 40/61 (1962, deutsch:Strafsache 40/6, 1963) über seine Beobachtung des Prozesses, dass Philips den Schriftzug von den Kopfhörermuscheln habe entfernen lassen, um so einen Imageschaden auf dem arabischen Markt zu vermeiden.[54]
Das Philips-Logo hängt auch am Verwaltungsgebäude. Seine Kurzversion, die Wortmarke mit dem Schriftzug „PHILIPS“ in der SchriftartGill Sans, wurde um 2008 typografisch behutsam überarbeitet.
Im September 2004 integrierte Philips das Markenversprechen „sense and simplicity“ (deutsch: „Sinn und Einfachheit“) in sein Logo und ergänzte den PHILIPS-Schriftzug um die Zeile „sense and simplicity“.[53]
Am 13. November 2013 erfuhr die Marke eine vollständige Neupositionierung. Die bisherigeTagline „Sense and Simplicity“ wurde nach mehrjährigen Konsumententests als zu komplex aufgegeben und durch die neue Brandline „innovation + you“ ersetzt. Das Plus wird in Form der aus dem „Philips-Schild“ bekannten Sterne, die einen Lichtblitz symbolisieren, dargestellt. Die Brandline wird in den meisten Ländern in englischer Sprache platziert. Eine Darstellung in der Landessprache gibt es in Arabisch, Chinesisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Türkisch und Russisch.
Zum gleichen Datum wurde auch das Markenschild erneuert. Die bisher filigranen Konturen wurden deutlicher betont, die Wellen von drei auf zwei reduziert, und die Oberkante erhielt eine leichte Wölbung nach außen, die Zukunftsorientierung bei gleichzeitiger Wahrung der Tradition symbolisiert.[55]
Im Jahr 2006 bekam Philips den NegativpreisBig Brother Award verliehen für die Implementierung von technischen Vorgängen und Eckdaten imOrange-Book-Standard, um eine eindeutige Seriennummer in gebranntenCDs während des Brennvorganges zu hinterlassen.[57]
↑A. Heerding:Philips, Gerard Leonard Frederik (1858–1942). In:Biografisch Woordenboek van Nederland. Band 3. Den Haag 1989. Huygens Institute for History and Culture of the NetherlandsInstitute for History of the Netherlands, 2013. Auf Huygens.knaw.nl, abgerufen am 29. Dezember 2023 (niederländisch).
↑Philips: Verkauf von Lichtsparte wird abgesagt. (handelsblatt.com [abgerufen am 24. Mai 2018]).
↑Philips Lighting: Lichtsparte kommt an die Börse. (handelsblatt.com [abgerufen am 24. Mai 2018]).
↑Philips Lighting: Vollständige Trennung von Lichtsparte geht voran. (handelsblatt.com [abgerufen am 24. Mai 2018]).
↑Philips Lighting kündigt Änderung des Firmennamens in Signify unter Beibehaltung der Marke Philips für seine Produkte an. In:Philips. (philips.de [abgerufen am 24. Mai 2018]).
↑Trumpf schließt Übernahme von Philips Photonics ab. In:Philips. 1. April 2019 (blechnet.com [abgerufen am 29. April 2019]).