Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Phenolrot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Strukturformel von Phenolrot
Allgemeines
NamePhenolrot
Andere Namen
  • Phenolsulfonphthalein
  • 4,4-(3H-2,1-Benzoxathiol-3-yliden)bisphenol-1,1-dioxid
  • PHENOLSULFONPHTHALEIN (INCI)[1]
SummenformelC19H14O5S
Kurzbeschreibung

roter Feststoff mit schwachem Geruch[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer143-74-8
EG-Nummer205-609-7
ECHA-InfoCard100.005.100
PubChem4766
ChemSpider4602
DrugBankDB13212
WikidataQ418719
Eigenschaften
Molare Masse354,38 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Schmelzpunkt

> 300°C[2]

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (0,77 g·l−1 bei 100 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-SätzeH:315​‐​335
P:261​‐​264​‐​271​‐​280​‐​302+352​‐​304+340+312[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Phenolrot ist einTriphenylmethanfarbstoff und bildet die Basisverbindung der Familie derSulfonphthaleine. Es wird alspH-Indikator eingesetzt und besitzt zwei Umschlagsbereiche. BeipH ≈ 0,9 ändert sich die Farbe von Rot auf Gelb und bei pH ≈ 6,4–8,2 dann von Gelb auf Rotviolett.[4][5]

Darstellung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

In einerFriedel-Crafts-Acylierung werden zwei ÄquivalentePhenol und ein Äquivalent2-Sulfobenzoesäureanhydrid in Gegenwart geringer Mengen konzentrierterSchwefelsäure oderZinkchlorid umgesetzt.

Eigenschaften

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Phenolrot ist ein roter Feststoff mit schwachem Geruch.[2]

Phenolrot in Pulverform

Phenolrot enthält zweiHydroxygruppen und einen wenig stabilenSultonring. Im wässrigen Medium wird dieser Ring gespalten, und nach einer Umlagerung entsteht diechinoide gelb gefärbte Form des Farbstoffs. Dieses chinoide System kann im stark sauren Milieu (pH < 1) protoniert werden, wodurch die Lösung sich rot färbt. In neutralem Milieu (pH = 6,4–8,3) wird die Hydroxygruppe deprotoniert und die Lösung färbt sich rotviolett.[4][6] Im stark basischen Bereich (pH > 14) erfolgt eine Anlagerung einer OH-Gruppe unter Bildung einer Triphenylmethanolstruktur. Phenolrot liegt dann als farbloses Trianion vor.[7]

Die Strukturen des Phenolrots
SpeziesH2InHInIn2−
Struktur
pH< 11–7,3> 7,3
FarbeRotGelbRotviolett

Verwendung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Phenolrot (40 µmol/l) in Zellkultur-Medium, pH 6,0 – 8,0

Phenolrot wird beiSäure-Base-Titrationen als Indikator eingesetzt, mit einem Umschlagsbereich zwischen pH 6,4 und 8,2. Der Farbwechsel erfolgt von Rotviolett im Basischen nach Gelb im Sauren. Da sich Phenolrot sehr schlecht in Wasser löst, wird die gebrauchsfertige Lösung hergestellt entweder durch

  • Lösen von 0,1 g in 100 ml 20-prozentigem Ethanol oder durch
  • Lösen von 0,04 g in 1,13 ml Natronlauge (0,1 mol/l) und anschließendem Auffüllen mit Wasser auf 100 ml.[8]

Phenolrot dient als pH-Indikator fürZellkulturmedien.

Früher wurde das Na-Salz des Phenolrots in der Medizin als Nierenfunktionsdiagnostikum verwendet, da es nach intravenöser Injektion fast ausschließlich renal eliminiert wird (Phenolrotprobe oderPhenolsulfonphthaleinprobe).[9]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Z. Tamura, M. Maeda:Differences between phthaleins and sulfonphthaleins. In:Yakugaku Zasshi. 1997, 117 (10–11), S. 764–770. (jap.);PMID 9414589

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Phenolrot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Eintrag zuPHENOLSULFONPHTHALEIN in derCosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 11. Februar 2021.
  2. abcdeDatenblattPhenolrot beiMerck, abgerufen am 3. Januar 2013.
  3. abEintrag zuPhenolrot in derGESTIS-Stoffdatenbank desIFA, abgerufen am 3. Januar 2023. (JavaScript erforderlich)
  4. abUdo R. Kunze:Grundlagen der quantitativen Analyse. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1990, S. 96.
  5. Markus Weinmann, Max-Planck-Institut:Sulfonphtaleine – Phenolrot (Memento vom 8. Juli 2007 imInternet Archive)
  6. K. Yamaguchi, Z. Tamura, M. Maeda:Molecular Structure of the Zwitterionic Form of Phenolsulfonphthalein. In:Analytical Sciences. 13 (3). 1997, S. 521–522.doi:10.2116/analsci.13.521
  7. BDSoft:Phenolrot
  8. chemie-master.de:Phenolrot
  9. G.Carstensen. In:Ärztliche Wochenschrift. Nr. 10, 1955, S. 76.
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Phenolrot&oldid=253460583
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2025 Movatter.jp