Petrus Diaconus

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Kloster Montecassino

Petrus DiaconusOSB (auchBibliothecarius genannt und in anderen SprachenPeter Diaconus,Peter the Deacon,Pietro Diacono,Pierre le Diacre; * 1107 oder 1110 inRom; † nach 1159 im KlosterMonte Cassino)[1] warDiakon (nicht der lateranenser, sondern der cassinensischen Kirche), kirchlicherBiograf, allgemeinerSchriftsteller undBibliothekar des Klosters Montecassino.

Inhaltsverzeichnis

Leben

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Sein Vater Ägidius aus der Familie derGrafen von Tusculum, gab den fünfjährigen Petrus etwa 1115 alsOblate an das Kloster Monte Cassino. Seine Ausbildung erhielt er durchGuido, der die Chronik desLeo Marsicanus (auch Ostiensis) bis zum Jahr 1127 fortsetzte.

Atina

1127/28 musste Petrus als Anhänger und Unterstützer des zur Abdankung gezwungenenOderisius II. (Abt von 1123 bis 1126) das Kloster verlassen und sich als Mönch zunächst in die benachbarte AbteiAtina sowie später in das TochterklosterSan Giovanni Incarico zurückziehen. Im Jahr 1130 holte ihnSeniorectus (Abt von 1127 bis 1137) wieder nach Monte Cassino zurück und machte ihn zum Bibliothekar und Archivar des Klosters.[1]

Papst Innozenz II. (linke Person) auf einem zeitgenössischen Mosaik in der römischen KircheSanta Maria in Trastevere

1137 hatte Petrus Diaconus seinen publikumswirksamsten Auftritt. KaiserLothar III. war auf seinem Italienzug auch nach Montecassino gekommen und wollte in einem Streitgespräch die Vorwürfe von PapstInnozenz II. gegen die Leitung des Benediktinerklosters klären lassen und schlichten. Petrus vertrat als einer der Hauptverteidiger des 1137 neugewählten Abtes Reinald (Februar–September 1137) die Interessen Montecassinos in einer religiösen Disputation derart geschickt, dass Lothar ihn anschließend als Sekretär undKaplan an sich binden wollte.[1]Wibald (Abt von September bis November 1137) hielt aber Peters Rückkehr ins Kloster für notwendig.[2]

Zeitliches und politisches Umfeld

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Die Haupttätigkeit von Petrus Diaconus fiel in die Endphase des Investiturstreites mit einem erstarkten Papsttum und geschwächtem deutschen Kaisertum. Der römische Papst führte machtpolitische Auseinandersetzungen mit den BenediktinerklösternCluny (Frankreich) und Montecassino (Süditalien). Montecassino befand sich außerdem im Spannungsfeld zwischen der Normannenherrschaft (Rogers) in Sizilien und Süditalien und dem auf Ausgleich bedachten deutschen Kaiser Lothar III.

Werk

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In Monte Cassino wurde Peter Bibliothekar und Verwalter des Archivs, von dem er ein Verzeichnis erstellte. Neben der Fortsetzung der ursprünglich vonLeo Marsicanus (Leo aus Ostia) verfassten und von Guido bis 1127 weitergeführten Klosterchronik von Monte Cassino (Chronicon Casinense) für die Jahre bis 1138 schrieb er mehrere historische Werke:De viris illustribus Casinensibus,De ortu et obitu iustorum Casinensium,De Locis sanctis,Disciplina Casinensis,Rhythmus de novissimis diebus[1]. Seine Werke sind in derPatrologia Latina (CLXXIII, 763–1144) aufgeführt.[2]

Bewertung

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Petrus Diaconus gilt im Rückblick als hochgebildete literarische Person mit einem für das Mittelalter ausgeprägten Interesse an der Antike. Sein Hauptbestreben in Zeiten des Niedergangs war, den Glanz des eigenen Klosters aufrechtzuerhalten.[1]

Ferdinand Chalandon undJohn Julius Norwich halten ihn gegenüber dem überlegenenLeo von Ostia für den schlechteren Historiker und Schriftsteller. „Seine … Werke besitzen einen starken politischen Impetus, und sind teilweise gefälscht oder geschönt“[1].Peter fälschte unter dem PseudonymGordian (sieheGordischer Knoten) diePassion desHeiligen Placidus. „Er ist ein eitler, gelegentlich die Wahrheit nicht so genau nehmender, aber unterhaltsamer Schriftsteller“.[2]

Literatur

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Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. abcdefsiehe Literatur Daniel Schwenzer:Petrus Diaconus imBiographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon
  2. abcsiehe Literatur N. A. Weber:Petrus Diaconus. InThe Catholic Encyclopedia (New Advent)
Personendaten
NAMEPetrus Diaconus
KURZBESCHREIBUNGBibliothekar und Archivar von Montecassino
GEBURTSDATUM1107 oder 1110
GEBURTSORTRom
STERBEDATUMnach 1159
STERBEORTKloster Monte Cassino
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