Petrov nad Desnou
Petrov nad Desnou | ||||
---|---|---|---|---|
| ||||
Basisdaten | ||||
Staat: | Tschechien![]() | |||
Region: | Olomoucký kraj | |||
Bezirk: | Šumperk | |||
Fläche: | 1220 ha | |||
Geographische Lage: | 50° 0′ N,17° 3′ O50.00666666666717.0425365Koordinaten:50° 0′ 24″ N,17° 2′ 33″ O | |||
Höhe: | 365 m n.m. | |||
Einwohner: | 1.223(1. Jan. 2023)[1] | |||
Postleitzahl: | 788 15 | |||
Kfz-Kennzeichen: | M | |||
Verkehr | ||||
Straße: | Rapotín –Sobotín | |||
Bahnanschluss: | Šumperk – Sobotín Petrov nad Desnou–Kouty nad Desnou | |||
Struktur | ||||
Status: | Gemeinde | |||
Ortsteile: | 2 | |||
Verwaltung | ||||
Bürgermeister: | Radoslav Matoušek(Stand: 2024) | |||
Adresse: | Petrov nad Desnou 156 788 16 Sobotín | |||
Gemeindenummer: | 500020 | |||
Website: | www.petrovnaddesnou.cz |
Petrov nad Desnou, bis 1955Petrovice nad Desnou (deutschPetersdorf an der Tess) ist eine Gemeinde inTschechien. Sie liegt sechs Kilometer nordöstlich vonŠumperk und gehört zumOkres Šumperk.
Geographie
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Petrov erstreckt sich südwestlich desAltvatergebirges im Rabenseifener Bergland (Hraběšická vrchovina) am Unterlauf des Flüsschens Merta bis zu dessen Mündung in dieDesná (Tess). Nordwestlich erhebt sich der Kamenitý kopec (Steinigberg, 615 m), östlich der Farský vrch (Trausnitzberg, 628 m), im Süden die Prostřední skála (Mittelstein, 718 m) und westlich der Bukový kopec (Große Anhöhe, 640 m). Durch den Ort führt die Staatsstraße 11 vonRapotín über den Skřítek-Sattel nachRýmařov. Petrov nad Desnou liegt an der EisenbahnstreckeŠumperk – Sobotín, von der im Ort die Nebenstrecke nachKouty nad Desnou abzweigt und besitzt neben dem Bahnhof noch eine Bahnhaltepunkt.
Nachbarorte sindTerezín im Norden, Štětínov im Nordosten,Sobotín im Osten,Rudoltice undHraběšice im Südosten,Krásné, Anenský Dvůr undVikýřovice im Süden,Rapotín im Südwesten,Bratrušov im Westen sowieRejchartice im Nordwesten.
Geschichte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Das Dorf wurde im Jahre 1391 erstmals urkundlich erwähnt. 1354 hatte der zu HerrschaftGroß Ullersdorf gehörige Ort von MarkgrafKarl das Privileg einesFreirichters erhalten und wurde nach dem ersten Amtsinhalter alsPetersdorf benannt. 1519 wurde die Kirche der Hl. Maria Magdalena geweiht. Im Hufenregister von 1677 sind für Petersdorf 62 Anwesen vermerkt. Im Zuge derGroß Ullersdorfer Hexenprozesse wurde die Frau des Petersdorfer Richters, Ursula Kolbe, 1686 als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Nach der Teilung der Groß Ullersdorfer Herrschaft kam Petersdorf zur HerrschaftWiesenberg. Besitzer des Ortes waren die Herren vonZierotin und ab 1770 dasKloster Velehrad. Die Bewohner des Ortes lebten von der Landwirtschaft. 1789 wurde der herrschaftliche Hof parzelliert und auf seinen Fluren das Dorf Theresienthal angelegt. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden in dem Ort ein Hammerwerk sowie je eine Säge-, Öl- und Mahlmühle.Im Jahre 1834 bestand Petersdorf aus 149 Häusern und hatte 1131 Einwohner. An der Stelle des Hammerwerkes wurde 1839 durch dieZöptauer Eisenwerke Gebr. Klein eine große Fabrik für Landwirtschaftliche Maschinen errichtet. Zwischen 1839 und 1842 entstand die über den Fichtlingsattel führende Kaiserstraße von Mährisch Schönberg nachRömerstadt.
Nach der Aufhebung derPatrimonialherrschaften bildetePetersdorf/Petrovice mit dem OrtsteilTheresienthal / Terezín ab 1850 eine Gemeinde im BezirkMährisch Schönberg und im Gerichtsbezirk Wiesenberg. 1871 nahm die Eisenbahn von Mährisch Schönberg nach Zöptau den Betrieb auf. 1890 lebten in Petersdorf (ohne Theresienthal) 1565 Menschen in 193 Häusern. Die 1904 eingeweihte Lokalbahn Petersdorf –Winkelsdorf erschloss das obere Tesstal. Am 26. Juli 1904 brannte die Kirche St. Maria Magdalena nach einem Blitzeinschlag bis auf die Grundmauern nieder. Sie wurde nicht wieder aufgebaut, stattdessen entstand auf ihren Mauerresten ein neues Schulgebäude. Als katholische Pfarrkirche fungierte seither die Kirche Mariä Himmelfahrt inReitendorf. 1911 entstand eine Ziegelei. Bis 1921 war das Dorf auf 1391 Einwohner angewachsen, die 205 Häuser bewohnten. Die Bevölkerung war überwiegend deutschsprachig, daneben gab es auch eine tschechische Minderheit. Seit 1924 führte die Gemeinde Petersdorf / Petrovice den offiziellen Namenszusatzan der Tess /nad Desnou. Im Jahre 1925 entstand die Kirche der evangelischen Gemeinde. 1927 wurde Petersdorf von einem schweren Hochwasser betroffen. Infolge derWeltwirtschaftskrise brachen alle Industriebetriebe an der oberen Tess zusammen; am 30. September 1931 schloss auch die Landmaschinenfabrik Gebr. Klein. 1932 übernahm die Motorradfabrik Velamos der Gebr. Heinz die Fabrikanlagen.
Nach demMünchner Abkommen wurde die Gemeinde 1938 dem Deutschen Reich angeschlossen und gehörte bis 1945 zumLandkreis Mährisch Schönberg. Am 5. Mai 1939 wurde Petersdorf an der Tess nachReitendorf eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte am 9. Mai 1945 die Umgemeindung nach Sobotín und am 31. Jänner 1946 entstand die Gemeinde Petrovice nad Desnou wieder. Nach derVertreibung der deutschen Bewohner lebten 1950 in Petrovice einschließlich Terezín 1161 Menschen in 270 Häusern. 1955 erfolgte die Änderung des Gemeindenamens inPetrov nad Desnou. 1980 wurde Petrov erneut nach Sobotín eingemeindet. Ein 1995 durchgeführtes Referendum über die Eigenständigkeit als politische Gemeinde erbrachte nicht die erforderliche Mehrheit. 1997 erlitt das Dorf erneut schwere Hochwasserschäden. Größter Arbeitgeber in Petrov ist die Fahrradfabrik Velamos, die 1990 wieder privatisiert wurde. 1991 hatte der Ort 1145 Einwohner. Im Jahre 2001 bestand das Dorf aus 268 Wohnhäusern, in denen 1137 Menschen lebten. Ende 2009 löste sich das Dorf vonSobotín los und bildete eine eigene Gemeinde.
Gemeindegliederung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Petrov nad Desnou besteht aus den Ortsteilen Petrov nad Desnou (Petersdorf an der Tess) undTerezín (Theresienthal).
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Felsformation Grátová skála (Weißenstein), am Kamenitý kopec nordöstlich des Dorfes
- Kapelle
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)