DiePerkin-Reaktion ist eineNamensreaktion und nach dem englischen Chemiker SirWilliam Henry Perkin (1838–1907) benannt.[1][2] Die erste von ihm derartigsynthetisierte Verbindung warZimtsäure.Allgemein ist die Perkin-Reaktion[3] eineKondensationaromatischerAldehyde mitAcetanhydrid in Anwesenheit vonNatriumacetat[4] zur Bildungα,β-ungesättigterCarbonsäuren. AromatischeDerivate dieser Verbindungen werden auch alsZimtsäuren bezeichnet. Die Perkin-Reaktion läuft nach dem Prinzip derAldolkondensation ab und ist zudem eng verwandt mit derKnoevenagel-Reaktion.
Der Mechanismus der Perkin-Reaktion verläuft im Basischen, zunächst bildet sich dasAnion des Säureanhydrids. Grund hierfür ist die C-H-Acidität des Säureanhydrids in α-Stellung. Im nächsten Schritt addiert das Anionnukleophil an denCarbonylkohlenstoff des Aldehyds.
Der einfachste Fall, der auch von Perkin durchgeführt wurde, ist die Reaktion mitMethylgruppen in α-Stellung (R=H) und einerPhenylgruppe alsAryl-Rest. AusBenzaldehyd undEssigsäureanhydrid wurde dabeiZimtsäure (undEssigsäure) synthetisiert.Wenn nur ein α-Wasserstoffatom vorhanden ist, bleibt die Reaktion bei der β-Hydroxycarbonsäure stehen. Es entsteht bevorzugt (aber nicht nur) das (E)-Diastereomer. Eine weitere Variante der Perkin-Reaktion ist dieErlenmeyer-Plöchl-Synthese zur Synthese vonAminosäuren und α-Ketosäuren.
Es handelt sich bei dieser Reaktion um eine sog.Eintopfreaktion, d. h. Aldehyd, Säureanhydrid und Base werden gemischt und mehrere Stunden auf 170–200 °C erhitzt. Als Base verwendet man meist das Natriumsalz der dem Anhydrid entsprechenden Carbonsäure. Allerdings hat sich herausgestellt, dassCäsiumsalze die Reaktionsausbeute mitunter drastisch verbessern und die nötige Reaktionszeit verkürzen. WurdenKronenether eingesetzt, die das Kationkomplexieren, blieb die Reaktion ganz aus. Das legte den Befund nahe, dass nicht die erhöhte Basizität aufgrund von schwächeren Kontaktionenpaaren bei den schwereren Alkali-Kationen ausschlaggebend für eine bessereEnolisierung und damit Beschleunigung der Reaktion sind, als vielmehr, dass diese Ionen die Edukte besser vorkomplexieren bzw. katalysieren.