Peritrophische Membranen sind nicht-zelluläre Abscheidungen desMitteldarms, die bei den meistenGliederfüßern (Arthropoda), aber auch bei vielen anderen Tiergruppen gebildet werden.[1] Meist bilden dabei mehrere peritrophische Membranen eine gemeinsameperitrophische Hülle, die die Nahrung innerhalb des Darms einschließt. Diese Umhüllung ist fürNährstoffe durchlässig und erlaubt daher deren Aufnahme im Mitteldarm. Sie kann dem Schutz des Mitteldarms dienen, der alsentodermales Organ keine festeCuticula ausbildet, und so Verletzungen durch harte, spitze oder scharfe Nahrungsbestandteile oder das Eindringen vonParasiten verhindern. Daneben kann sie derKompartimentierung des Darminhalts dienen oder alsPermeabilitätsbarriere bei der Kontrolle der Stoffaufnahme eine Rolle spielen.
Peritrophische Membranen werden entweder vom gesamten Mitteldarmepithel, nur vom vorderen Darmabschnitt oder von spezialisierten Zellen am Beginn des Mitteldarms gebildet,[2] so beiFliegen in derCardia. Die peritrophischen Membranen bestehen aus einer Grundsubstanz ausProteinen,Glykoproteinen undGlykosaminoglykanen und kann somit als eine Form derGlykokalyx angesehen werden. In die Grundsubstanz sindchitinhaltige Mikrofibrillen in unregelmäßiger oder in hexagonaler oder orthogonaler Struktur eingelagert. Von einem Tier können dabei mehrere,morphologisch undbiochemisch unterscheidbare Membranschichten gebildet werden.
Die peritrophische Hülle wandert mit dem Nahrungsbrei durch den Darm und wird entweder imEnddarm wieder zerstört[3] oder bleibt als widerstandsfähige Hülle um denKot erhalten. Bei wasserlebenden Tieren hat letzteres ein Absinken des kompakten Kotpakets und damit häufig eine Entfernung aus den oberflächennahen Nährstoffkreisläufen zur Folge.