Hunting Percival P-66 Pembroke C.Mk.54 der BundeswehrHunting Percival P-66 Pembroke C.Mk.54 der BundeswehrPercival Pembroke C.1 der Royal Air ForceHunting Percival Pembroke C.Mk.52 der Schwedischen Luftstreitkräfte
Vom Erstflug 1952 bis Dezember 2019 wurden von der Percival Pembroke 24 Totalschäden bekannt. Bei 2 davon kamen 10 Menschen ums Leben.[1] Vollständige Liste:
Am 12. Dezember 1953 wurde eine Pembroke C.1 derRoyal Air Force (LuftfahrzeugkennzeichenWV702) an einem unbekannten Ort inGroßbritannien irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall. Mit der Maschine sollte ein Überführungsflug in den Mittleren Osten durchgeführt werden. Es war der erste Totalschaden einer Pembroke.[2]
Am 11. März 1955 brach am Triebwerk Nr. 2 (rechts) einer Pembroke C.1 derRoyal Air Force/Empire Test Pilots’ School(WV698) ein Brand aus. Das Feuer breitete sich von der Flügelwurzel bis zum Leitwerk aus. Beim Versuch einerNotlandung 1,6 Kilometer nordöstlich vonAndover (Hampshire) prallte die rechte Tragflächenspitze gegen einen Baum. Die Pembroke kam vom Kurs ab, prallte gegen eine Reihe kleiner Bäume und überschlug sich. Alle drei Insassen kamen bei dem Aufprall und dem Feuer, das die Wrackteile verschlang, ums Leben. Die Maschine, der erste Prototyp der Pembroke, war auf derRAF Station Lyneham (Wiltshire) gestartet.[3]
Am 20. April 1955 fielen an einer Pembroke C.1 der Royal Air Force(WV712) innerhalb weniger Minuten beide Triebwerke aufgrund von Tankproblemen aus. Die Piloten mussten daher knapp außerhalb des Hafens vonAden (Südjemen)notwassern. Die Maschine sank in weniger als einer Minute, doch überlebten alle Insassen den Unfall, einer davon verletzt.[4]
Am 2. Juli 1955 wurde eine Pembroke C.1 der Royal Air Force(WV708) an einem unbekannten Ort imSüdjemen zerstört. Nähere Einzelheiten sind derzeit nicht verfügbar. Über Personenschäden liegen keine Informationen vor.[5]
Am 30. Oktober 1956 verunglückte eine Pembroke C.52 derSchwedischen Luftstreitkräfte(Fv83003) bei Finnslätten naheVästerås (Provinz Västmanlands län, Schweden). Die Maschine war für einen Prüfungsflug auf demMilitärflugplatz Västerås-Hässlö gestartet. Entgegen den Vorschriften konnten auch acht Wehrpflichtige mitfliegen. Beim Flug kam es zu einem Triebwerksausfall und Motorbrand des Triebwerks Nr. 1 (links). Durch den Bruch derKurbelwelle konnte der Propeller nicht in dieSegelstellung gebracht werden, weshalb die Höhe nicht gehalten werden konnte und das Flugzeug am Boden aufschlug. Von den 11 Insassen kamen 7 ums Leben, alle drei Besatzungsmitglieder und vier Passagiere.[6][7]
Am 23. Januar 1957 brach an einer Pembroke C.1 derRoyal Air Force(WV738) bei einer harten Landung auf dem Flugplatz vonDhala (Südjemen) dasBugfahrwerk zusammen. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall.[8]
Am 28. Mai 1957 ging einer Pembroke C.1 der Royal Air Force(XK859) der Treibstoff aus. Die Maschine wurde 16 Kilometer nordwestlich der LuftwaffenbasisEl Adem (Libyen) auf einer Straßenotgelandet. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall.[9]
Am 9. Juli 1957 verunglückte eine Pembroke C.1 der Royal Air Force(WV745) bei der Landung auf derRoyal Air Force Station Akrotiri (Zypern). Die Maschine kam bei der Landung nach einem Bremsversagen von der Piste ab und landete im Graben. Alle Insassen überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde zerstört.[10]
Am 6. September 1957 wurde in einer Pembroke C.1 der Royal Air Force(WV699) nach der Landung auf demFlughafen Bagdad (Irak) versehentlich dasFahrwerk eingefahren. Alle Insassen überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.[11]
Am 21. Oktober 1958 stürzte eine Pembroke Mk.52/2 derDänischen Luftstreitkräfte(RDAF 69-695) nahe demFlughafen Esbjerg (Dänemark) ins Meer. Das Flugzeug wurde zerstört. Über Personenschäden liegen keine Informationen vor.[12]
Am 17. Juli 1959 wurde eine Pembroke C.54 derLuftwaffe(BF+560) bei der Landung an einem unbekannten Ort in Deutschland irreparabel beschädigt. Teile wurden zur Reparatur einer anderen Maschine benutzt. Alle Insassen überlebten den Unfall.[15]
Am 29. Januar 1960 wurde eine Pembroke C.1 derRoyal Air Force(WV731) an einem unbekannten Ort zerstört. Nähere Einzelheiten sind derzeit nicht verfügbar. Es gab keine Todesfälle.[16]
Am 20. April 1960 wurde eine Pembroke C.1 der Royal Air Force(WV709) bei der Landung auf derRoyal Air Force Station Seletar (Singapur) irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall.[17]
Am 10. Mai 1960 explodierte an einer Pembroke C.54 der deutschen Marineflieger(SC+301) eines der beiden Triebwerke. Daraufhin wurde eineNotlandung beiSchwedeneck-Krusendorf (Schleswig-Holstein) durchgeführt. Bei dieser ging das Flugzeug zu Bruch und brannte aus. Alle Insassen überlebten den Unfall.[18]
Am 26. Mai 1961 fiel an einer Pembroke C.1 derRoyal Air Force(WV737) kurz nach dem Start vomMilitärflugplatz RAF East Fortune (Schottland) in 2000 Fuß Flughöhe das linke Triebwerk aus und fing Feuer. Weil der Motor weiter brannte, entschied sich der Kommandant zu einerNotlandung, zog allerdings versehentlich auch den Gashebel für das funktionierende rechte Triebwerk auf Leerlauf. Daraufhin stürzte das Flugzeug in ein Maisfeld, wobei Kommandant und Co-Pilot, die einzigen Insassen, nur leichte Verletzungen erlitten. Fünf Minuten nach dem Verlassen des Flugzeugs explodierte der linke Innentank und der gesamte Rumpf brannte aus.[19]
Am 25. Oktober 1961 verunglückte eine Pembroke C.1 der Royal Air Force(XK861) auf dem MilitärflugplatzRAF Brüggen (Nordrhein-Westfalen). Mit der Maschine wurden lokale Trainingsflüge absolviert. Beim Üben eines Anflugs mit nur einem voll laufenden Triebwerk kam es zu einerBauchlandung. Alle Insassen überlebten den Unfall, das Flugzeug wurde jedoch irreparabel beschädigt.[20]
Am 10. Dezember 1962 wurde eine Pembroke C.54 derLuftwaffe(AA+557) nahe Rehburg irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall.[21]
Am 4. Juni 1963 verunglückte eine Pembroke C.54 derLuftwaffe(AS+559) an einem nicht bekannten Ort in Deutschland. Das Flugzeug wurde zerstört. Alle Insassen überlebten den Unfall.[22]
Am 15. Februar 1965 rutschte eine Pembroke C.53 derLuftstreitkräfte Finnlands(FinnAF PR-1) bei der Landung auf demMilitärflugplatz Utti (Finnland) von der Landebahn in eine Schneewehe. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Beide Insassen überlebten den Unfall unverletzt.[23]
Am 11. November 1974 fiel an einer Pembroke C.54 derLuftwaffe(54+16) das rechte Triebwerk aus. Auf demFliegerhorst Memmingen (Bayern) wurde eine sichereNotlandung durchgeführt. Als Folge eines Defekts der Antriebsstange ragten einige Zylinder aus dem Motor heraus. Aufgrund des Alters der Maschine wurde sie nicht mehr repariert und zum Totalschaden erklärt. Alle vier Insassen überlebten den Zwischenfall unverletzt.[25]
Am 30. Juli 1978 verunglückte eine privat registrierte Pembroke C.51(N51963) auf einem illegalen Flug in der Bananenplantage einer Farm in Ciénaga (Kolumbien). Die Insassen flohen, möglicherweise verletzt. Das Flugzeug wurde zerstört.[26]
Am 3. August 1978 überrollte eine privat registrierte Pembroke C.51(N51951) auf einem illegalen Flug bei der Landung nahe Sylvester (Georgia, USA) das Landebahnende und kollidierte mit Gräben. Das Flugzeug hatte etwa 2000 Pfund Marihuana an Bord. Laut dem Buch „Trafficking“ war dieses Flugzeug auf dem Rückflug in die USA mit Marihuana aus Kolumbien. Das Ziel war Valdosta, GA. Das Bodenpersonal hatte es versäumt, die Landebahn zu beleuchten, und zwang den Piloten Jim Cooper zur Umleitung nach Sylvester, wo die Maschine von der Landebahn abkam. Die Besatzung verbrannte das Flugzeug absichtlich, um Beweise zu vernichten. Der Pilot, der einzige Insasse auf dem Schmuggelflug, überlebte den Unfall.[27]
Am 16. Mai 1980 wurde eine Pembroke C.1 derRoyal Air Force(XL953) auf dem MilitärflugplatzRAF Wildenrath (Nordrhein-Westfalen) bei einem Hangarbrand zerstört. Es gab keine Todesfälle. Dies war der letzte bekannt gewordene Totalschaden einer Percival Pembroke.[28]
Bundeswehr Im Jahr 1957 bestellte die Bundesrepublik Deutschland 33Pembroke C.Mk.54. Davon wurden an dieLuftwaffe 23 geliefert, an dieBundesmarine sechs und an dasHeer vier Maschinen.[29] Diese dienten als Transport- und Verbindungsflugzeuge sowie als Vermessungs- und Ausbildungsflugzeuge mit dem Spitznamen „PEM“. Eine Bundeswehr-Pembroke ging durch eine Motorexplosion verloren; bei der Notlandung bei Eckernförde konnte sich die Besatzung unverletzt retten. Diese Maschine (54+08) ist imAeronauticum inNordholz ausgestellt. Eine Pembroke C.Mk.54 (54+21) ist in derFlugausstellung Hermeskeil, Rheinland-Pfalz zu sehen. Die Pembroke AS+558 / 54+07 ist imMilitärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow ausgestellt.
Royal Air Force (RAF) DieRAF Germany stationierte inRAF Wildenrath ab Januar 1959 bis etwa 1990 bis zu siebenPembroke C.Mk.1, die von derRAF Germany Communications Squadron (ab Februar 196960. Squadron) betrieben wurden.
↑Pembroke. In: Transportflugzeuge. Bundesministerium der Verteidigung, 26. November 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2014; abgerufen am 28. Januar 2020 (Website zur Geschichte der Luftwaffe).