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Penstemon eatonii

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Penstemon eatonii

Penstemon eatonii

Systematik
Klasse:Asteriden
Ordnung:Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie:Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Gattung:Bartfaden (Penstemon)
Art:Penstemon eatonii
Wissenschaftlicher Name
Penstemon eatonii
A.Gray

Penstemon eatonii, auchEatons Bartfaden genannt, ist einePflanzenart aus der GattungBartfaden (Penstemon) innerhalb der Familie derWegerichgewächse (Plantaginaceae).[1] Er ist im Südwesten derUSA beheimatet und wird alsZierpflanze verwendet.[2]

Beschreibung

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Mittlerer Teil eines Blütenstands
Illustration von Mary Vaux Walcott, Tucson 1927
Habitat imMesa-Verde-Nationalpark, Colorado

Vegetative Merkmale

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Penstemon eatonii ist eineausdauernde,krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 100 Zentimetern erreicht. Ihre aufsteigenden bis aufrechtenStängel sind kahl oder leicht behaart, aber nicht bereift.[1]

DieLaubblätter sind am Grund und gegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Ihre Blattflächen sind kahl oder leicht flaumig behaart. Meist sind drei bis fünf Paare kurz gestielter oder sitzender Stängelblätter vorhanden. Die grundständigen und unteren Stängelblätter sind 5 bis 10 (selten bis 20) Zentimeter lang und 1,5 bis 3 (selten bis 5) Zentimeter breit, verkehrt eiförmig bis elliptisch, mit zugespitzter Basis und ganzrandigem Blattrand. Die oberen Stängelblätter sind etwas kürzer und schmaler. Ihre Blattspreite ist eiförmig bis lanzettlich und ihre Basis ist zugespitzt oder herzförmig bis stängelumfassend. Die Blattspitze ist spitz, selten stumpf.[1]

Generative Merkmale

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Die Blütezeit erstreckt sich vom Frühling bis zum Sommer.[3] Der endständige, meist 25 bis zu 45 Zentimeter lange,thyrsoideBlütenstand umfasst vier bis zwölfquirlige,zymöse Teilblütenstände mit jeweils meist einer oder zwei (selten bis zu vier) Blüten. Die unteren Tragblätter sind bis zu fünf Zentimeter lang und haben eine lanzettliche Blattspreite. Die aufrechten, manchmal aufsteigenden Blütenstiele sind kahl oder spärlich flaumig behaart.[1]

Die zwittrige,zygomorphe und fünfzähligeBlüte hat eine doppelte Blütenhülle. Die fünfKelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die fünf kahlen Kelchlappen sind eiförmig, 3 bis 5 Millimeter lang, 2 bis 3 Millimeter breit und am Rand genagt, selten ganzrandig. Die fünfKronblätter sind zu einer 2,4 bis 3 Millimeter langen, röhrenförmigen, schwach zweilippigen, fast radialsymmetrischen Blütenkrone verwachsen. Die scharlachrote, innen kahle Blütenkrone weist kaumSaftmale auf und hat am Schlund einen Durchmesser von 5 bis 7 (selten bis zu 9) Millimetern. Die fünf Kelchlappen sind hervorstehend bis etwas ausgebreitet. Die vierStaubblätter sind eingeschlossen, erreichen die Schlundöffnung oder ragen auffällig heraus. Das 14 bis 17 Millimeter langeStaminodium ist eingeschlossen und besitzt ein gerades, kahles oder gelb behaartes Ende. Der 23 bis 27 Millimeter langeGriffel ragt meist heraus.[1]

Die 10 bis 14 Millimeter lange und 2 bis 8 Millimeter breiteKapselfrucht enthält zahlreiche Samen.[1]

Chromosomensatz

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DieChromosomengrundzahl ist x = 8; es liegtDiploidie vor mit derChromosomenzahl 2n = 16.[1]

Ökologie

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Die langen, röhrenförmigen, roten Blüten, die viel Nektar absondern, sind typisch für eine Bestäubung durchKolibris, beispielsweise durch dieVeilchenkopfelfe oder denAnnakolibri.[4] Daneben werden die Blüten auch von mittelgroßen, pollensammelndenHonigbienen undPelzbienen besucht und erfolgreich bestäubt. Wahrscheinlich werden die Bienen, die mit dem Kopf voran aufrecht auf der unteren Kronlippe landen, von der starken, für Bienen sichtbarenUV-Reflexion der Staubblätter angezogen. Die ausgebreiteten Kronlappen bieten den Bienen eine Landeplattform. Offensichtlich können UV-reflektierende, rote Blüten sowohl Bienen als auch Kolibris anziehen, ohne dass dies nachteilig für die Bestäubung ist.[5][6]

Die eng verwandten ArtenPenstemon eatonii (mit für Kolibris angepassten, roten Blüten) undPenstemon laevis (mit für Bienen angepassten, hellblauen Blüten) haben sich hinsichtlich ihrer Bestäubungsweise und Blütenfarbe auseinanderentwickelt. Die beiden Arten hybridisieren im Süden Utahs und im Norden Arizonas, wo sich ihre Verbreitungsgebiete überlappen. Diese alsPenstemon × jonesiiPennell bezeichneten Hybriden variieren stark in ihrer Blütenfarbe von intensivem Rot bis zu Hellblau. Dies hat Auswirkungen auf den Besuch von Bienen und Kolibris und beeinflusst somit die Paarungsmuster und denGenfluss zwischen den Elternarten.[7]

Vorkommen

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Penstemon eatonii kommt im Südwesten der USA vor, vom Süden der US-BundesstaatenIdaho undWyoming überNevada,Utah undColorado bis nachKalifornien,Arizona undNew Mexico.[8][9] Er besiedelt dort trockene, sandige Berghänge, Straßenböschungen, steinigeBeifuß-Steppen, Trockengebüsche, strauchige Grassteppen mitPinyon-Kiefern undWacholder sowie lichteGelbkiefernwälder inkollinen,montanen undsubalpinen Höhenlagen von 600 bis 2900 Metern.[1]

Systematik

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DieErstbeschreibung unter dem ArtnamenPentstemon eatoni erfolgte im Jahr 1872 durchAsa Gray inProceedings of the American Academy of Arts and Sciences, Band 8, S. 395.[10] Später wurde der Artname an den früher veröffentlichten GattungsnamenPenstemon angeglichen und zuPenstemon eatonii korrigiert. Derartspezifischen Namensteileatonii ehrt den US-amerikanischen Botaniker Daniel Cady Eaton (1834–1895), derHerbarexemplare der Art gesammelt hatte und an derYale University lehrte.[10]Penstemon eatonii wird derSektionElmigera der UntergattungHabroanthus innerhalb der GattungPenstemon zugeordnet.[1]

Es sind die folgenden dreiVarietäten bekannt:[8]

  • Penstemon eatonii var. eatonii: Sie kommt im gesamten Verbreitungsgebiet der Art in Höhenlagen von 1200 bis 2900 Metern vor und ist insbesondere im Süden Nevadas bis zurMojave-Wüste in Kalifornien, in Utah, im Norden Arizonas und im Südwesten Colorados verbreitet. Typisch sind die kahlen Stängel und Laubblätter sowie die eingeschlossenen Staubblätter.[3][1]
  • Penstemon eatonii var.exsertus(A.Nelson) C.C.Freeman: Sie kommt nur in Arizona zwischen den StädtenFlagstaff im Norden undTucson im Süden Arizonas in Höhenlagen von 600 bis 1500 Metern vor. Typisch sind die flaumig behaarten Stängel und die auffälligen, hervorstehenden Staubblätter.[11][1]
  • Penstemon eatonii var.undosusM.E.Jones: Sie kommt in Höhenlagen von 800 bis 2800 Metern vor und ist insbesondere in denWasatch Mountains und auf demColorado-Plateau in Colorado, Utah, Arizona und New Mexico verbreitet. Typisch sind die kurz behaarten Stängel, die gewellten, behaarten Blätter mit rötlichem Rand sowie die eingeschossenen Staubblätter.[12][1]

Verwendung

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Penstemon eatonii wird gelegentlich alsZierpflanze verwendet.[2] Im mitteleuropäischen Klima übersteht er meist nicht den ersten Winter nach der Blüte. Dies liegt weniger an zu tiefen Temperaturen als vielmehr an zu feuchten Bodenverhältnissen.Penstemon eatonii braucht trockene, vollsonnige Standorte, beispielsweise auf Hangkuppen und Trockenmauern, inSteingärten und prärieartigen Pflanzungen. Er bevorzugt durchlässige, humusarme, neutrale bisalkalische, schottrige und sandige Böden.[13]Penstemon eatonii gilt als winterhart bis −34 °C (Zone 4), sofern ein ausreichender Schutz gegen Winternässe besteht.[14][15]

Das leuchtende, kräftige Rot der Blütenkronen vonPenstemon eatonii passt gut zu dunkelblauen Blüten, wie denen desAufrechten Bartfadens oder desGewöhnlichen Natternkopfs.Penstemon eatonii lässt sich auch gut mit niedrigen bis halbhohen Ziergräsern, wie demMexikanischen Federgras, kombinieren. Im Handel istPenstemon eatonii meist nur als Saatgut erhältlich.[13]

Literatur

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  • Craig C. Freeman:Penstemon. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.):Flora of North America North of Mexico.Band 17. Oxford University Press, New York u. a. 2006,ISBN 0-19-530564-7, Penstemon eatonii A.Gray auf S. 148 (textgleiche Online-Version). 
  • Leo Jelitto,Wilhelm Schacht, Hans Simon:Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage.Band 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002,ISBN 3-8001-3265-6,S. 697–701,KapitelPenstemon. 

Weblinks

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Commons: Eatons Bartfaden (Penstemon eatonii) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. abcdefghijklCraig C. Freeman:Penstemon. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.):Flora of North America North of Mexico.Band 17. Oxford University Press, New York u. a. 2006,ISBN 0-19-530564-7, Penstemon eatonii A.Gray auf S. 148 (textgleiche Online-Version). 
  2. abLeo Jelitto,Wilhelm Schacht, Hans Simon:Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage.Band 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002,ISBN 3-8001-3265-6,AbschnittP. eatonii A.Gray auf S. 699. 
  3. abDatenblattPenstemon eatonii var. eatonii mit Detailfotos bei Wolfe Lab, The Ohio State University.
  4. Frank S Crosswhite, Carol D. Crosswhite:Hummingbirds as Pollinators of Flowers in the Red-Yellow Segment of the Color Spectrum, With Special Reference to Penstemon and the “Open Habitat”. In: University of Arizona (Hrsg.):Desert Plants.Band 3,Nr. 3, 1982,S. 156–170,doi:10.5555/19822611371 (Online). 
  5. James H. Cane, Rick Dunne:Generalist bees pollinate red-flowered Penstemon eatonii: Duality in the hummingbird pollination syndrome. In:The American Midland Naturalist.Band 171,Nr. 2, 2014,S. 365–370,doi:10.1674/0003-0031-171.2.365 (Online [PDF]). 
  6. James D. Thomson, Paul Wilson, Michael Valenzuela, Maria Malzone:Pollen presentation and pollination syndromes, with special reference to Penstemon. In:Plant Species Biology.Band 15,Nr. 1, 2000,S. 11–29,Table 1 „Systematic rules concerning pollination by birds“ auf Seite 21,doi:10.1046/j.1442-1984.2000.00026.x (Online bei University of Toronto [PDF]). 
  7. Joshua T.E. Stevens, Lucas C. Wheeler, Noah H. Williams, Alice M. Norton, Carolyn A. Wessinger:Predictive links between petal color and pigment quantities in natural Penstemon hybrids. In:Integrative and Comparative Biology.Band 63,Nr. 6, 2023,S. 1340–1351,doi:10.1093/icb/icad073 (Online [PDF]). 
  8. abDatenblattPenstemon eatonii A.Gray beiPOWO =Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew:Kew Science.
  9. DatenblattPenstemon eatonii mit Verbreitungskarte bei WildflowerSearch.
  10. abAsa Gray:Botanical Contributions. In: American Academy of Arts and Sciences (Hrsg.):Proceedings of the American Academy of Arts and Sciences.Band 8. Boston 1872,S. 365–412,Pentstemon eatoni auf S. 395 (Digitalisat). 
  11. DatenblattPenstemon eatonii var. exsertus mit Detailfotos bei Wolfe Lab, The Ohio State University.
  12. DatenblattPenstemon eatonii var. undosus mit Detailfotos bei Wolfe Lab, The Ohio State University.
  13. abPenstemon eatonii / Eatons Bartfaden bei Pflanzendatenbank der Gartenarchitektur.
  14. Penstemons in Subgenus Habroanthus, Section Elmigera bei American Penstemon Society.
  15. Stephen L. Love:The Genus Penstemon: Taxonomy as related to performance in landscape applications. In:Report of the Intermountain Native Plants Cooperative.Band 5, 2013,S. 9 (Online [PDF]). 
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