Peggy Sinclair

Ruth Margaret „Peggy“ Sinclair (*8. März1911 inDublin? (Irland); †3. Mai1933 inBad Wildungen) war eineCousine des LiteraturnobelpreisträgersSamuel Beckett. Sie war seine erste Jugendliebe und regte ihn zu seinem erstenRoman an.
Leben
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]1922 verließen ihre Eltern, die Kunsthändler waren und den Ruf derKasseler Kunstakademie und die Ausstellungen zurAvantgarde vonArnold Bode in derOrangerie schätzten,Irland und siedelten sich in der heutigenKasseler Bodelschwinghstraße 5 (damals Landgrafenstrasse 5) an. Peggy Sinclair wuchs mit vier Geschwistern auf und erlernte das Klavierspielen an derWaldorfschule in Kassel. 1928 lernte sie während eines Sommerurlaubs inDublin ihren Cousin Samuel Beckett kennen. Ab 1928 reiste Samuel Beckett mehrfach nach Kassel, weil er sich in seine dort lebende Cousine verliebt hatte. Peggy unterhielt mit Beckett einen geheimen Briefwechsel. Um 1928/29 und 1931 porträtierteKarl Leyhausen Peggy Sinclair; das Ölgemälde von 1931 wurde während derdocumenta 14 in derNeuen Galerie in Kassel ausgestellt.
Inspiration zu Becketts Romanerstling
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Liebe zu seiner Cousine inspirierte Beckett 1932 zu seinem RomanerstlingDream of fair to middling women (deutsch:Traum von mehr bis minder schönen Frauen), der erstposthum 1993 englisch und 1996 deutsch veröffentlicht wurde. Niedergeschrieben wurde der erste Roman von Samuel Beckett inParis. Er verarbeitet hierin seine Erlebnisse in Kassel. So unternahm Beckett mit seiner Cousine Ausflüge in dieKarlsaue und denBergpark Wilhelmshöhe und sie ruderten gemeinsam auf derFulda. Literarisch wurden viele Kasseler Örtlichkeiten in dem Erstlingswerk beschrieben. Die Liebe zu Peggy Sinclar darf als eigentlicher Auslöser für Becketts lebenslanges Interesse an Deutschland vermutet werden[1].
Trennung und früher Tod
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Das Liebespaar trennte sich Neujahr 1929 in einem Ausflugslokal im Bergpark Wilhelmshöhe. Peggys Eltern waren gegen die verwandtschaftsnahe Liebesbeziehung. Von 1928 bis 1932 besuchte Samuel Beckett Peggy Sinclair in Kassel und nach 1932 in einemSanatorium in Bad Wildungen. Sinclair war 1931 anTuberkulose erkrankt und verstarb 1933 im Alter von 22 Jahren in Bad Wildungen. Ihre Familie verließ 1936 Deutschland aus politischen und finanziellen Gründen und kehrte nach Irland zurück.
Gedenken in Kassel
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Eine Gedenkplatte vor dem Haus in der Kasseler Bodelschwinghstrasse 5 erinnert an die Liebesbeziehung zwischen Samuel Beckett und Peggy Sinclair. In unmittelbarer Nähe ist eine Wohnanlage nach Samuel Beckett benannt. Ein Wandgemälde in der Bodelschwinghstrasse erinnert mit einem Bildnis von Samuel Beckett und dem Romantitel an seine Besuche in Kassel. Während der documenta 14 wurde Karl Leyhausens Porträt von 1931 von Peggy Sinclair, das zum Museumsbestand derNeuen Galerie gehört, ausgestellt.
Ausstellungen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- 2017:documenta 14. Athen, Kassel
- 2017/18:German Fever Beckett in Deutschland.Literaturmuseum der Moderne, Marbach
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Samuel Beckett:Traum von mehr bis minder schönen Frauen. Suhrkamp Verlag. Aus dem Englischen vonWolfgang Held,ISBN 978-3-518-40777-6
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Keine leichte Liebe. In: hna.de. 8. März 2011, abgerufen am 2. August 2017 (Gedenken an Peggy Sinclair anlässlich ihres 100. Geburtstags).
- Informationen über Peggy Sinclair mit dem Porträt Karl Leyhausens von Peggy Sinclair
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑ Die Welt vom 9. November 2017, S. 22
Personendaten | |
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NAME | Sinclair, Peggy |
ALTERNATIVNAMEN | Sinclair, Ruth Margaret |
KURZBESCHREIBUNG | inspirierte Samuel Beckett zu seinem ersten Roman |
GEBURTSDATUM | 8. März 1911 |
GEBURTSORT | unsicher: Dublin |
STERBEDATUM | 3. Mai 1933 |
STERBEORT | Bad Wildungen |