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AlsCapitaine wurde er nachAfrika versetzt. Dort zeichnete er sich bei der Expedition nachAlgier aus. Zurück in Frankreich, nahm er 1832 alsAdjutant des GénéralAchard an der Belagerung vonAntwerpen teil. Danach diente er als Adjutant 1837 bei GénéralDamrémont inAlgerien, wo er beim Sturm vonConstantine verwundet wurde. 1840 diente er unter GénéralChangarnier. Wegen seiner Tapferkeit stieg er zumChef d’escadron auf und erhielt im Oktober 1840 das Kommando über das 10. Bataillon der neuerrichtetenChasseurs d’Orléans (Jäger zu Fuß).
1842 wurde erLieutenant-colonel des2e régiment étranger d’infanterie (2. Regiment derFremdenlegion). Im Jahre 1845 wurde er zumColonel befördert und übernahm als Kommandeur das41e régiment d’infanterie de ligne (41. Linien-Infanterieregiment) Im Juni 1848, unter der Republik, wurde erGénéral de brigade zur Verfügung des Generalgouverneurs vonAlgerien. Er wurde mit der Verwaltung derProvinz Oran und später derProvinz Constantine betraut. In dieser Stellung erwarb sich Mac-Mahon Anerkennung und wurde bei einer siegreichen Expedition als Kommandeur der Division vonConstantine 1852 zumGénéral de division befördert und dann zum „Inspecteur général d’infanterie“ (Generalinspekteur der Infanterie) ernannt.
Am 14. März 1854 heiratete Mac-Mahon Elisabeth Charlotte Sophie de La Croix de Castries (* 13. Februar 1834 in Paris; † 20. Februar 1900 ebenda).
1855 kehrte Mac-Mahon nach Frankreich zurück und erhielt den Befehl über die „1er division d’infanterie“ (1. Infanteriedivision) im I.Korps der Nordarmee. Bald darauf wurde er zuBosquets II. Korps versetzt, welches imKrimkrieg kämpfte. Er traf noch rechtzeitig genug vorSewastopol ein, um den siegreichen Sturm auf dasFort Malakow am 8. September anzuführen. Dort soll er den berühmten Ausspruch „J’y suis, j’y reste“ („Ich bin dort, ich bleibe dort“) getan haben.
Aufgrund seiner militärischen Verdienste bei Malakow wurde ihm die Senatorenwürde verliehen. Darüber hinaus wurde ihm ein Kommando in der französischen Armee angeboten. Er lehnte jedoch ab und ging wieder nach Algerien (sieheFranzösisch-Nordafrika). Nachdem er 1857 als Divisionskommandeur gegen dieKabylen gekämpft hatte, wurde ihm 1858 der Oberbefehl über die Land- und Seestreitkräfte der Kolonie übertragen.
Wappen von Patrice de Mac-Mahon als französischer Herzog
Mac-Mahon befehligte imSardinischen Krieg das II. Armeekorps. Dort gab er in derSchlacht von Magenta (4. Juni 1859) durch seinen rechtzeitigen Angriff auf der rechten Flanke der Österreicher den Ausschlag zum Sieg. Noch auf dem Schlachtfeld wurde er zumMaréchal de France (Marschall von Frankreich) befördert und imnapoleonischen Adel zumHerzog von Magenta ernannt. Auch an derSchlacht bei Solferino (24. Juni 1859) nahm er erfolgreich teil.
Hierauf kommandierte er die 2. Armeedivision inLille und wurde 1864Pélissiers Nachfolger als Gouverneur vonAlgerien.
ImDeutsch-Französischen Krieg 1870 erhielt Mac-Mahon das Kommando des I.Armeekorps mit Hauptquartier inStraßburg. AlsNapoleon III. seine Angriffspläne aufgab, ging Mac-Mahon nachZabern zurück, zog eine Division des VII. Korps vonFélix-Charles Douay an sich und nahm nach derSchlacht von Weißenburg (4. August) eine gute Verteidigungsposition beiWörth ein. Hier schlug er mit großer Tapferkeit die blutigeSchlacht bei Wörth, wurde jedoch besiegt und zum Rückzug gezwungen. Dieser artete schließlich in wilde Flucht aus, da Mac-Mahons hartnäckige Versuche, den Feind zurückzuwerfen, die letzten Kräfte seiner Truppen erschöpft hatten. Mac-Mahon sammelte die Überreste seines Korps hinter denVogesen, deren natürliche Geländehindernisse zu nutzen er versäumt hatte. Dann führte er sie mit großer Schnelligkeit nachChâlons-en-Champagne, wo ihm der Oberbefehl über die dorthin versprengten Teile der Korps I, V und VII und das neuformierte XII. Korps zufiel.
Er erhielt von der Regentschaft in Paris den Auftrag, mit dieser etwa 120.000 Mann zählenden Armee nachMetz aufzubrechen, um den dort eingeschlossenenBazaine zu entsetzen und den Krieg in den Rücken des Gegners zu tragen.
Obwohl Mac-Mahon sich anfänglich weigerte, diesen Auftrag auszuführen, entschloss er sich zuletzt doch, den wiederholten, bestimmten Weisungen aus Paris, denen auch der in Mac-Mahons Hauptquartier anwesende Kaiser sich fügte, zu gehorchen. Er begann nun am 23. August den Marsch auf Metz, aber so unentschlossen und langsam, dass die deutschen Armeen die berühmte Rechtsschwenkung machen und ihn zur belgischen Grenze abdrängen konnten. Als Mac-Mahon dieFestung Metz aufgab und nachMézières zurückweichen wollte, war es zu spät. Er wurde nachSedan abgedrängt und in derSchlacht bei Sedan am 1. September angegriffen.
Früh am Morgen durch einen Granatsplitter schwer am Schenkel verwundet, musste er die Leitung der Schlacht anDucrot abgeben, wodurch ihm erspart blieb, die Kapitulation zu unterzeichnen. Er geriet mit der restlichen Armee in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Politische Karriere und Amtszeit als Staatspräsident
Seinem Kriegsruhm hatte es Mac-Mahon zu verdanken, dass er nicht nur von der Anklage des Verrats verschont blieb, sondern auch nach Abschluss des Waffenstillstandes mit dem Oberbefehl der „Armee von Versailles“ betraut wurde, um diePariser Kommune niederzuwerfen.[1]
Auch danach behielt er das Kommando der Armee von Versailles und Paris. Seine Loyalität und politische Neutralität ließ ihn der monarchistischen Koalition für das Amt des Präsidenten der Republik geeignet erscheinen, um unter seinem Schutz die Restauration des bourbonischen Königtums ins Werk zu setzen. Mac-Mahon ging darauf ein und nahm die nachAdolphe Thiers’ Sturz am 24. Mai 1873 auf ihn gefallene Wahl an.
Trotz aller Unterstützung seitens des neuen Präsidenten misslang die Restauration infolge der Haltung desGrafen von Chambord, und Mac-Mahon sicherte sich nun eine starke Exekutive durch die von der Kammer am 20. November 1873 bewilligte Verlängerung seiner Präsidentschaft auf sieben Jahre, das so genannte „Septennat“. Doch hielt sich Mac-Mahon von den Tagesgeschäften der Regierung zurück und förderte nur die Begünstigung desUltramontanismus durch seine Ministerien. Seine Stellung wurde durch die Verfassungsgesetze vom Februar und Juli 1875 gefestigt.
Mac-Mahon übernahm von Adolphe Thiers eine Vermittlungsrolle im Kolonialkonflikt zwischenGroßbritannien undPortugal um die Herrschaft in derDelagoa-Bucht, dem heutigenMaputo (Mosambik). Am 19. April 1875 entschied er die Streitigkeit zugunsten Portugals.
Nach dem republikanischen Wahlsieg von 1876 ernannte er zunächst gemäßigte Regierungen. Am 16. Mai 1877 entließ er jedoch Premier- und InnenministerJules Simon, ersetzte ihn durch die MonarchistenAlbert de Broglie undOscar Bardi de Fourtou und ließ Neuwahlen ausschreiben. Da diese jedoch zugunsten der Republikaner ausfielen und die Armeeführung von einem Militärputsch abriet, ernannte er am 14. Dezember wieder ein republikanisches Ministerium.
Da ihm aber seine politische Lage unerträglich war und er auf einen Umschwung nicht hoffen konnte, nahm er das Verlangen der Minister nach Absetzung mehrerer Waffengefährten zum Anlass, um am 30. Januar 1879 seinen Rücktritt einzureichen und sich ins Privatleben zurückzuziehen.
Léon Laforge:Histoire complète de Mac Mahon, Maréchal de France, Duc de Magenta (1808–1893). D’après des documents originaux et des pièces officielles. Lamulle et Poisson, Paris 1898.