Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Parti Québécois

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Parti Québécois
ParteiführerPaul St-Pierre Plamondon
Gründung 11. Oktober 1968
HauptsitzMontreal
AusrichtungSozialdemokratie
Separatismus
Linksnationalismus
SitzeNationalversammlung von Québec
4 / 125 (3,2 %)
(2022)
Websitewww.pq.org

DieParti Québécois (PQ) ist einepolitische Partei in derkanadischen ProvinzQuébec. Sie strebt die Unabhängigkeit Québecs von Kanada an. Ein weiteres Kernanliegen des Parti Québécois ist die Förderung derfranzösischen Sprache in Québec. In sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen steht die PQ densozialdemokratischen Parteien in Europa nahe, sie unterhält aber lediglich informelle Beziehungen zurArbeiterbewegung und zuGewerkschaften.

Mitglieder und Anhänger der Partei werden alspéquistes (peˈkist) bezeichnet, abgeleitet von der französischen Aussprache der Abkürzung. Nach den letzten Wahlen am 3. Oktober 2022 war die PQ mit 3 von 125 Sitzen in derNationalversammlung von Québec vertreten und ist die schwächste Oppositionspartei.

Geschichte

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Die PQ entstand 1968 aus der Fusion desMouvement Souveraineté-Association vonRené Lévesque und desRalliement national. Im selben Jahr schlossen sich auch die meisten Mitglieder desRassemblement pour l’indépendance nationale der PQ an. Die Hauptziele waren damals schon die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Unabhängigkeit Québecs. Bei den Wahlen im Jahr 1976 errang die Partei erstmals die Mehrheit der Sitze in derNationalversammlung und Lévesque wurde Premierminister. Dieser Wahlsieg beschleunigte die Abwanderung der anglophonen Minderheit und die Verlagerung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten nachToronto.

Die Regierung der PQ war die erste, die das Recht derUreinwohner auf Selbstbestimmung anerkannte, sofern sich diese nicht auf die territoriale Integrität Québecs auswirken. Das bedeutendste neu eingeführte Gesetz war dieCharta der französischen Sprache, die dem Französischen den Vorrang in allen Lebensbereichen garantiert. 1981 wurde die Regierung bestätigt, doch interne Auseinandersetzungen führten 1984 zu Lévesques Rücktritt. Sein NachfolgerPierre-Marc Johnson konnte die Niederlage bei den Wahlen 1985 nicht abwenden.

DasQuébec-Referendum 1980, bei dessen Annahme die Provinzregierung Verhandlungen über die Unabhängigkeit hätte führen können, wurde mit fast 60 % der Stimmen abgelehnt. Nach dem Scheitern desMeech Lake Accord und desCharlottetown Accord, die umfangreiche Änderungen derkanadischen Verfassung vorsahen, blieb die Frage um den Status Quebécs unbeantwortet. Nach neun Jahren in der Opposition bildete die PQ ab 1994 wieder die Regierung und verstärkte ihre Bemühungen um die Unabhängigkeit. DasQuébec-Referendum 1995 wurde äußerst knapp abgelehnt (50,58 % Nein-Stimmen), woraufhin PremierministerJacques Parizeau seinen Rücktritt bekanntgab.

Lucien Bouchard, ein früheres Mitglied der kanadischen Bundesregierung unterBrian Mulroney und später Gründer desBloc Québécois, folgte auf Parizeau, sprach sich aber gegen ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum aus. Die PQ gewann die Wahlen 1998, obwohl sie insgesamt weniger Stimmen erhielt als dieParti libéral du Québec, da sie von Verzerrungen des Mehrheitswahlrechts profitierte. 2001 folgte der frühere FinanzministerBernard Landry. Unter dessen Führung verlor die PQ die Wahlen 2003. Vier Jahre später fiel die Partei bei den Wahlen noch hinter derAction démocratique du Québec auf den dritten Platz zurück, konnte aber 2008 wieder zulegen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts nahm der linke progressive Flügel der PQ einen Rechtsrutsch der Partei hin zumNeoliberalismus wahr. Zahlreiche Mitglieder traten aus der PQ aus gründeten 2006Québec solidaire. Auf der rechten Seite des politischen Spektrums machte die 2012 gegründeteCoalition Avenir Québec der PQ Konkurrenz. 2012 ging die PQ zwar als stärkste Kraft aus den Wahlen hervor, verfehlte aber die absolute Mehrheit der Mandate deutlich und bildete eine vonPauline Marois angeführte Minderheitsregierung. Weniger als zwei Jahre später setzte sievorgezogene Neuwahlen an, in der Hoffnung, die Mehrheit zu erringen. Doch das Kalkül ging nicht auf und die PQ erzielte das schlechteste Ergebnis seit 1970. Nach dem darauf folgenden Rücktritt von Pauline Marois führteStephane Bédard die Partei vom 10. April 2014 an ein gutes Jahr interimistisch, bevor am 15. Mai 2015Pierre-Karl Péladeau zum Parteivorsitzenden gewählt wurde und somit zum Oppositionsführer in Québec aufstieg.[1]

Beziehung zum Bloc Québécois

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Da in Kanada auf Bundes- und auf Provinzebene unterschiedliche Parteien antreten, stehen Parti Québécois undBloc Québécois nicht in Konkurrenz zueinander. Der Bloc steht dem PQ politisch nahe und vertritt die Interessen der Québecer Souveränisten imkanadischen Unterhaus inOttawa. Bei Wahlen unterstützen sich beide Parteien gegenseitig. Sie verfügen über eine ähnliche Mitglieder- und Wählerbasis. Prominente Mitglieder sind oft bei Veranstaltungen der jeweils anderen Partei anwesend.[2]

Wahlergebnisse

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse bei den Wahlen zur Nationalversammlung:[3]

WahlSitze
total
Kandi-
daten
Gew.
Sitze
StimmenAnteil
19701081087662.40423,06 %
19731101106897.80930,22 %
1976110110711.390.35141,37 %
1981122122801.773.23749,26 %
1985122122231.320.00838,69 %
1989125125291.369.06740,16 %
1994125125771.751.44244,75 %
1998125124761.744.24042,87 %
2003125125451.269.18333,24 %
2007125125361.125.54628,35 %
2008125125511.141.75135,17 %
2012125125541.393.76531,95 %
2014125124301.074.11525,38 %
201812512510687.99517,06 %
20221251253600.70814,61 %

Parteivorsitzende

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
NameVorsitzPremier
René Lévesque1968–19851976–1985
Pierre Marc Johnson1985–19871985
Guy Chevrette(interimistisch)1987
Jacques Parizeau1987–19961994–1996
Lucien Bouchard1996–20011996–2001
Bernard Landry2001–20052001–2003
Louise Harel(interimistisch)2005
André Boisclair2005–2007
François Gendron(interimistisch)2007
Pauline Marois2007–20142012–2014
Stéphane Bédard(interimistisch)2014–2015
Pierre-Karl Péladeau2015–2016
Jean-François Lisée2016–2018
Pascal Bérubé(interimistisch)2018–2020
Paul St-Pierre PlamondonSeit 2020

Wahlslogans

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Versammlung der Parti Québécois
  • 1970:OUI (JA)
  • 1973:J’ai le goût du Québec (Ich habe Lust auf Québec)
  • 1976:On a besoin d’un vrai gouvernement (Wir brauchen eine richtige Regierung)
  • 1981:Faut rester forts au Québec (Wir müssen stark bleiben in Québec)
  • 1985:Le Québec avec Johnson (Québec mit Johnson)
  • 1989:Je prends le parti du Québec (Ich nehme Stellung für Québec)
  • 1994:L’autre façon de gouverner (Die andere Art zu regieren)
  • 1998:J’ai confiance (Ich habe Vertrauen)
  • 2003:Restons forts (Lasst uns stark bleiben)
  • 2007:Reconstruisons notre Québec (Bauen wir unser Québec wieder auf)
  • 2008:Québec gagnant avec Pauline (Ein gewinnendes Québec mit Pauline)
  • 2012:A nous de choisir (Die Wahl ist unser)
  • 2014:Plus prospère, plus fort, plus indépendant, plus accueillant (Blühender, stärker, unabhängiger, einladender)

Siehe auch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Péladeau neuer Parteivorsitzender. 15. Mai 2015, abgerufen am 30. Juni 2015 (französisch). 
  2. Bloc québécois et Parti québécois - Des objectifs partisans différents. In: La Presse. 13. September 2021, abgerufen am 26. Oktober 2022 (französisch). 
  3. Élections générales. Le directeur général des élections du Québec, 7. April 2014, abgerufen am 10. April 2014 (französisch). 
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Parti_Québécois&oldid=253345200
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp