| Paris-Gare-de-Lyon | |
|---|---|
Empfangsgebäude | |
| Daten | |
| Betriebsstellenart | Bahnhof |
| Bauform | Kopfbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 23 |
| IBNR | 8700012 |
| Eröffnung | 12. August 1849 |
| Profil auf sncf.fr | Code: frply |
| Architektonische Daten | |
| Architekt | Marius Toudoire |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Paris |
| collectivité métropolitaine | Paris |
| Region | Île-de-France |
| Staat | Frankreich |
| Koordinaten | 48° 50′ 41″ N,2° 22′ 25″ O48.8447222.373611Koordinaten:48° 50′ 41″ N,2° 22′ 25″ O |
| EisenbahnstreckenBahnstrecken bei Paris-Gare-de-Lyon | |
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| Liste der Bahnhöfe in Frankreich | |
DerBahnhof Paris-Gare-de-Lyon, umgangssprachlichGare de Lyon (deutschLyoner Bahnhof), gehört zu den bedeutendstenBahnhöfenEuropas und gleichzeitig zu denSehenswürdigkeiten vonParis. Er befindet sich im12. Arrondissement.
Im Fernverkehr verkehren von der Gare de LyonTGV nach Süd- und Südostfrankreich sowie in dieSchweiz (Basel undGenf), nachSpanien (Barcelona) und nachItalien (Turin undMailand). Daneben besteht eineNachtzugverbindung nach Venedig. Es existieren Umsteigemöglichkeiten in dieRER-Züge derLinien A undD. In der unterirdischenMétrostation bestehen Verbindungen zu denMétrolinien1 und14. Mit circa 83 MillionenReisenden im Jahr (227.000 pro Tag) gehört die Gare de Lyon zu den drei verkehrsreichsten Pariser Bahnhöfen.
Als bedeutendste französischeEisenbahngesellschaft des späten 19. Jahrhunderts verfügte dieCompagnie des chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée (P.L.M.) in Paris über einen verhältnismäßig bescheidenen Bahnhof. Der alte Gare de Lyon wies unter seinen beidenHallen lediglich drei Abfahrts- und zwei Ankunftsgleise auf. DasEmpfangsgebäude hatte man nicht am Kopfende quer zu denStumpfgleisen, sondern nördlich längs der Gleise zur Rue de Chalon hin angelegt. 1880 wurden 1.600.000 abreisende Fahrgäste gezählt, 1896 bereits die doppelte Zahl. Zu erwarten war, dass der Bahnhof die Fahrgäste der für das Jahr 1900 geplantenWeltausstellung nicht würde bewältigen können. Daher wurde in den 1890er Jahren dessen Abriss und ein Neubau an gleicher Stelle geplant.[1]

Der neue Bahnhof wurde in den Jahren 1895–1902 vomArchitektenMarius Toudoire gebaut, der bereits denBahnhof Bordeaux-Saint-Jean geplant hatte;Bauherr war wiederum die PLM. Aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse erwog man kurzzeitig eine Anlage auf zwei übereinanderliegenden Etagen. Dieser Plan wurde wegen abzusehender Probleme während der Hauptverkehrszeiten aber verworfen, um Platz zu schaffen verlegte man stattdessen die Rue de Bercy. Der neue Bahnhof mit dreizehn Gleisen in einer einzigen Ebene und einem zur Kopfseite verlagerten Empfangsgebäude existiert in dieser Form bis heute. Von der alten Anlage blieben nur die Zufahrtsrampen, Treppen und Mauern am Boulevard Diderot erhalten.[1]

Die reich verzierteFassade hat eine Breite von circa 100 Metern, sie weist sieben Zugänge auf. Der in ihre Südostecke integrierteUhrturm ist 64 Meter hoch; er trägt vierUhren, derenZifferblätter Durchmesser von je 6,40 Meter aufweisen. DieBahnhofshalle trägt zwei parallel angeordnete, verglasteSatteldächer, an ihrer Nordostseite wurde eine kleinere Halle für die abfahrenden Fahrgäste errichtet. Dieser vorgelagert waren ein Gebäude und mehrere Stumpfgleise für abgehendes Gepäck. Die Ankunfts- und Gepäckhalle an der Südwestseite wurde beim Bau der unterirdischen Bahnhofsanlagen in den 1960er Jahren abgerissen.[1]
1936 wurde das Projekt einer Express-U-Bahn vorgestellt, aus dem später dasS-Bahn-ähnlicheRER-Netz hervorging. Jedoch verhinderten Entschlusslosigkeit seitens der Staatsorgane und dann derZweite Weltkrieg die Realisierung der Pläne. Erst 1960 wurden sie wieder aufgegriffen. 1936 trat hier der inClichy von einem Fabrikbesitzer erschossene Gewerkschafter Tahar Acherchour[2] (1908–1936) die Heimreise nachAlgerien an. Tausende Arbeiter hatten den Sarg bis in den Bahnhof begleitet.
An der Südwestseite des Bahnhofs entstand zwischen 1962 und 1972 im Bereich der ehemaligen Ankunftshalle parallel zur Rue de Bercy ein unterirdischer Vorortbahnhof, und unter diesem wurde am 9. Dezember 1977 eine Station für dieRER-Linie A eröffnet. Seit 1981 ist der Gare de Lyon nördlicher Ausgangspunkt für dieTGV-Hochgeschwindigkeitszüge der ersten französischenSchnellfahrstreckeLGV Sud-Est.[1]
Am 27. Juni 1988 ereignete sich ein schweresZugunglück, bei dem 56 Menschen ums Leben kamen und 57 verletzt wurden, als ein Zug ungebremst in den Bahnhof ein- und auf einen stehenden Zug auffuhr. 1995 wurde dieRER-Linie D von Westen her an den unterirdischen Vorortbahnhof geführt, der damit vom End- zumDurchgangsbahnhof wurde.Am 3. Februar 2024 stach ein Mann ausMali auf Passanten ein und verletzte drei Menschen, einen davon schwer.[3]
Im Bahnhofsgebäude befindet sich über der Eingangshalle das bekannteRestaurantLe Train Bleu mit prunkvoller,denkmalgeschützterBelle-Époque-Ausstattung[1] aus der Zeit um 1900. Es wurde ebenfalls von Marius Toudoire entworfen, die 41Gemälde im Inneren wurden bei 30Malern in Auftrag gegeben. Die Themen derWandmalereien sind vor allem die Städte und Regionen, die das Bahnnetz der Gesellschaft P.L.M. einst mit Paris verbunden hat.
Besonders reich ausgestattet sind der „Goldene Saal“ (18,5 Meter lang, 9 Meter breit und 11 Meter hoch) und der „Große Saal“ (26 Meter lang, 13 Meter breit und 11 Meter hoch).

Mit der Eröffnung der ersten Strecke derMétro ging am 19. Juli 1900 derengleichnamige Station derLinie 1 in Betrieb.[4] Damit wurde der Gare de Lyon als erster Pariser Bahnhof an dasU-Bahn-Netz angeschlossen. 1906 war die damals viergleisige Station mehrere Monate lang zugleich vorübergehender Endpunkt derLinie 5. Sie liegt vor der Fassade des Fernbahnhofs längs unter dem Boulevard Diderot.
Am 15. Oktober 1998 wurde im Tunnel unter der Rue de Bercy südlich parallel zu den RER-Gleisen die Station der vollautomatischenLinie 14 eröffnet.[5]