Durch Parchim fließt der FlussElde, der sich hier in einige Arme aufteilt und Inseln bildet. Im Nordosten der Stadt befindet sich der 60 Hektar großeWockersee, an dessen nördlichem Ufer dieWocker einmündet. Durch die Stadtlage sind etwa zwei Drittel des Westufers und das Südufer bebaut. Er dient der Stadt als Naherholungsgebiet. Im Norden und Osten wird der See von Wäldern und Wiesen, im Norden auch von Feuchtwiesen umgeben. Im Süden Parchims existiert mit dem „Slater Moor“ ein naturbelassenes Feuchtgebiet. Größere Waldgebiete befinden sich im Norden bei den Ortsteilen Neuhof und Dargelütz sowie im Süden bei Slate undKiekindemark. Östlich von Parchim überwiegt die ackerbauliche Nutzung der Flächen. Im Südosten liegt das „Buchholz“. Westlich des eigentlichen Stadtgebietes befindet sich eine kleinereExklave, an deren Westgrenze derStörkanal in dieMüritz-Elde-Wasserstraße mündet.
Altstadt – Elde – Wockersee Foto: Florian Behncke
Die höchsten Erhebungen im Stadtgebiet liegen bei Slate und Kiekindemark im Süden und erreichen mit demGroßen Vietingsberg108,9 m ü. HN und demMaiblumenberg116,2 m ü. HN. Die Anhöhen fallen steil zur Müritz-Elde-Wasserstraße ab.
Zu Parchim gehören die OrtsteileDargelütz,Kiekindemark, Neuhof, Neuklockow undSlate.[2] Zum 25. Mai 2014 kam die GemeindeDamm mit den Ortsteilen Malchow, Möderitz und Neu Matzlow zum Stadtgebiet hinzu.
Die Stadt Parchim teilt sich nach geläufiger Meinung in die Stadtteile Weststadt, Eldevorstadt, Südstadt, Brunnenfeld, Oststadt, Altstadt inkl. Zentrum, Neustadt, Rabensoll und Wockerstadt sowie Regimentsvorstadt. Offiziell besteht diese Einteilung anhand fester Gemarkungsgrenzen jedoch nicht, wenn auch Bezeichnungen wie Weststadt bei der Namensgebung des hiesigen Weststadt-Center wiederzufinden sind und sich der Begriff „Brunnenfeld“ für das einstige B-Plan-Gebiet „Brunnenfeld“ eingebürgert hat.
Der Name Parchim ist aus dem Slawischen abgeleitet. Nach einer sehr freundlichen Version soll der Name von dem SonnengottParchom abstammen. Deraltpolabische NameParchom könnte andererseits vonparch abstammen und übersetzt aus dem polnischen/niedersorbischen etwaRäude heißen und somitOrt der wüsten Feldmark bedeutet haben. Die Schreibweise veränderte sich im Lauf der Jahre nur wenig, und schon 1170 heißt esParchim oder 1202Parchem, wobei beide Formen früher wechselweise zur Anwendung kamen.[3]
Als inoffizielle und volkstümliche Bezeichnung der Stadt wird „Pütt“ seit den 1920er Jahren erstmals in der Literatur erwähnt und ist heute in der Region weit verbreitet. Das plattdeutsche Wort für „Pfütze“ spielte wahrscheinlich auf die Größe des Parchimer Wockersees an, wird aber heute mit der Stadt in Zusammenhang gebracht.[4]
Die erste urkundliche Erwähnung einer Burg Parchim erfolgte 1170 in einer Urkunde des Kaisers Friedrich I. zu Frankfurt am Main. ErweitertesStadtrecht erhielt Parchim 1225/26 durchHeinrich Borwin II. Von 1238 bis 1248 war Parchim Residenz des FürstentumsParchim-Richenberg. FürstPribislaw I. gründete 1240 am westlichen Eldeufer die Parchimer Neustadt. Beide Städte (Alt- und Neustadt) schlossen sich 1282 zusammen. 1289 brannte ein Teil der Altstadt ab.
Die St. Georgenkirche, damals noch eineBasilika, wurde schwer beschädigt. Sie wurde neu aufgebaut und 1307 geweiht. 1246 kamen Mitglieder desFranziskanerordens nach Parchim. Die Brüder errichteten ihren Konvent am Rande der Neustadt (Aufhebung im Zuge derReformation 1552/53). Um 1250 wurde auch mit dem Bau dergotischen Marienkirche in der Neustadt begonnen. 1278 erfolgte die Weihe der Kirche der Neustadt St. Marien.
Zwischen 1289 und 1310 errichtete man dieStadtmauer Parchim, teilweise noch sichtbar, mit einer Länge von 2,7 Kilometern, einer Dicke von 90 Zentimetern und einer Höhe von 5,5 Metern. In die Stadt kam man durch die drei Stadttore: Neues Tor, abgebrochen 1797, 1833 und 1838, Kreuztor, abgebrochen 1847/48, Wockertor. Das Wallhotel, die heutige Sparkasse amMoltkeplatz, ist das erste Gebäude, das 1863 außerhalb der Stadtmauer gebaut wurde.
Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde dieParchimer Landwehr errichtet. Sie war der äußerste Ring der mittelalterlichen Stadtverteidigungsanlagen in Parchim. Im Norden an der Straße zu Sternberg ist von der alten Wehranlage noch ein Wartturm, der sogenannteFangelturm erhalten geblieben. An der Südgrenze des Stadtgebietes befinden sich ebenfalls gut erhaltene Reste dieser spätmittelalterlichen Wallanlage zur Grenzsicherung.
1316 tritt Parchim als Sprecher auf dem Städtelandtag auf. Parchim war eineLandstadt in Mecklenburg und bis 1918 alsVorderstadt die erste der landtagsfähigen imMecklenburgischen Kreis. 1377 kaufte die Stadt die Fürstenburg und 1384 verpflichtete Parchim den Münzmeister Tile von Kampen. 1410 wurde die Schützengilde gegründet. Um 1500 hatte die Stadt ca. 3.000 Einwohner.
Schon um 1530 fand in Parchim dieReformation statt und 1540 ließ sich der GeneralsuperintendentJohann Riebling in Parchim nieder. Bald darauf verließen 1550 die Franziskanerbrüder die Stadt. Joachim Loew arbeitete ab 1548 als erster Buchdrucker in der Stadt.Von 1545 bis 1683 waren inHexenprozessen mindestens 34 Menschen betroffen.[6][7]
DieGroße Stadtschule (Lateinschule) wurde 1564 errichtet. Erneut wurde in Parchim 1586 durch einen Stadtbrand die halbe Altstadt zerstört. Auch wurde die Stadt 1604 von einer Pest betroffen.
1612 vernichtete ein Stadtbrand wieder große Teile der Stadt. 1620 hatte die Stadt ca. 5000 Einwohner. DiePestepidemie von 1626 ging nicht spurlos an Parchim vorbei, sie forderte 1600 Todesopfer. DerDreißigjährige Krieg hinterließ von 1637 bis 1639 unermessliche Schäden. 1648 lebten in Parchim nur noch ca. 1300 Menschen.
Parchim konnte sich jedoch wieder erholen. Von 1667 bis 1708 war der Sitz des Hof- und Landgerichts in Parchim. Von 1733 bis 1788 befand sich Parchim unter einer preußischen Pfandbesetzung. Die Einwohnerzahl erhöhte sich wieder bis 1789 auf ca. 4000. Im 18. Jahrhundert siedelten sich auchJuden im Ort an, die sich amVoigtsdorfer Weg westlich desWockersees ihren Jüdischen Friedhof einrichteten, auf dem bis 1938 Begräbnisse stattfanden.
Ein letzter großer Rückschlag erfolgte während der Besetzung durchnapoleonische Truppen im Jahre 1806. In den folgendenBefreiungskriegen wurde 1813 der Parchimer Landsturm gegen Napoleon geführt. Nach 1815 erholte sich die Stadt allmählich.
Von 1818 bis 1840 hatte anstelle des Hof- und Landgerichts das Oberappellationsgericht seinen Sitz in Parchim. Dafür wurde das Rathausgebäude 1818 erweitert und umgebaut (s. Rathaus). 1827 entstand dasFriedrich-Franz-Gymnasium, 1838 die Gewerbeschule, 1841 die Realschule, 1848 die städtische Volksschule, 1873 das Mittelschulhaus, 1890 ein größeres Gymnasialgebäude, die heutigeGoethe-Schule und 1892 das neue Volksschulhaus, die heutigeFritz-Reuter-Schule.
Parchim erhielt 1832 eine demokratischere Stadtverfassung und 1838 eine neueGesindeordnung.
1819 wurde eine Tuchfabrik errichtet, dann folgten 1841 die Papiermühle, 1858 die MaschinenfabrikBauer, 1874 die Backofenfabrik und 1889 die Viktoriamühle. Ab 1863 fand die weitere Bebauung auch außerhalb der Stadtmauer statt. 1867 wurde Parchim Standort des2. Mecklenburgischen Dragonerregimentes Nr. 18. Zwischen 1841 und 1853 wurde mit demBraunkohlenschacht am Sonnenberg versucht,Braunkohle zu fördern.
Der Ausbau der Infrastruktur erfolgte u. a. 1841 mit dem Bau der Ludwigsluster Chaussee, 1862 mit dem Telegrafenamt und der Gasanstalt und 1880 bekam die Stadt Eisenbahnanschluss, dieBahnstrecke Ludwigslust–Parchim wurde in Betrieb genommen und 1885 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz derMecklenburgischen Südbahn auf der Strecke Neubrandenburg-Parchim. Dazu wurde in Parchim die Mecklenburgische Südbahn-Gesellschaft im Jahr 1883 gegründet.
Wasserturm von 1906Zentrales Pionierferienlager „Kurt Bürger“
1905 wurde die Villa Heucke zum Krankenhaus umgebaut (heute:Asklepios Klinik Parchim). 1910 lebten in der Stadt 12.800 Einwohner. 1906 entstand das Wasserwerk, und 1921 erhielt Parchim elektrischen Strom. Seit 1925 ist Parchim Amtssitz bzw. Kreisstadt. Das neue Gebäude des Landratsamts wurde 1936 gebaut.
Mit Beginn desErsten Weltkriegs wurde am Stadtrand von Parchim auf dem ehemaligen Kavallerieexerzierplatz eines der größtenKriegsgefangenenlager Deutschlands mit einer Kapazität von bis zu 25.000 Gefangenen eingerichtet. Unter trostlosen Bedingungen waren hier zeitweise 15.000 Kriegsgefangene aus Russland, Frankreich, Belgien, Serbien und England untergebracht. Insgesamt 1402 von ihnen starben hier. Auf Initiative und mit Spenden der Lagerinsassen wurde auf dem Lagerfriedhof am Dammer Weg ein Denkmal errichtet und am 4. Juni 1916 geweiht.[8] Die letzten Kriegsgefangenen verließen das Lager im September 1920. Anschließend wurden hier rund 10.000Rotarmisten interniert, die während desPolnisch-Sowjetischen Kriegs nach Ostpreußen abgedrängt und von Deutschen entwaffnet worden waren.[9] Die Pflege und Erhaltung der Anlage obliegt seit 1922 der Stadt Parchim.
Mitte 1937 wurde von derWehrmacht derFlugplatz Parchim in Betrieb genommen. Dernationalsozialistische Terror erfasste auch Parchim: 1937 wurden 22 jüdische Familien misshandelt; sie wanderten aus oder sie wurden in einKZ deportiert. Das Schicksal von 14 jüdischen Mitbürgern wird in derListe der Stolpersteine in Parchim näher beleuchtet. BeimNovemberpogrom 1938 wurde dieSynagoge verwüstet, später auf Kosten der jüdischen Gemeinde abgerissen und derjüdische Friedhof geschändet und zerstört. Von 1939 bis 1945 wurde einArbeitslager im Stadtteil Bramfeld betrieben, in dem etwa 1000polnische undsowjetische Kriegsgefangene untergebracht waren, die in rüstungswichtigen BereichenZwangsarbeit verrichten mussten. Außerdem wurde einDurchgangslager für ausländische Zwangsarbeiter errichtet, das eine Frequenz von 50.000 Personen aufgewiesen haben soll. An sie erinnert nur noch ein Grabstein.
DieLuftstreitkräfte der Sowjetunion nutzten von 1945 bis 1992 den Flugplatz. In der Schweriner Straße 3/4 errichtete die sowjetischeGeheimpolizeiNKWD eine Dienststelle, in deren Gefängnis im Keller brutale Verhöre von angeblich antisowjetischen Festgenommenen stattfanden. Eine Gedenktafel erinnert seit 1993 daran. 1951 wurden die Lehrer des Gymnasiums Erich Creutzfeldt und Karl Richter mit anderen Parchimern verhaftet. Nach ihrer Verurteilung zu 20 JahrenZwangsarbeit wurden sie in das sibirische LagerTaischet in der UdSSR deportiert, wo Richter starb und Creutzfeldt schwer erkrankte.[10]
Die ehemalige Eldemühle an einem Altarm derElde-Müritz-Wasserstraße, aus dem späten 19. Jahrhundert, wurde in den Jahren 2020 bis 2023 grundlegend restauriert. Hier eröffnete im Mai 2023, die zu einem überregional bedeutsamen Kulturzentrum umgebaute, Kulturmühle Parchim.[12]
Dirk Flörke wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 10. Mai 2015 mit 55,6 % der gültigen Stimmen gewählt.[16] Er trat sein Amt am 1. September 2015 an. Bei der Wahl am 24. April 2022 setzte er sich mit 60,1 % der gültigen Stimmen gegen seinen Herausforderer Sebastian Langer (SPD) durch.[17] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[18]
Das Wappen wurde am 10. April 1858 vonFriedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 21 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Rot ein hersehender schwarzer Stierkopf mit schwarzen Hörnern, um die je drei goldene Binden geschlungen sind und eine goldene Krone, die fünf, abwechselnd mit Lilien und Perlen besteckte Zinken zeigt; zwischen den Hörnern, aus dem Stierkopf aufwachsend, die vierendigen Stangen eines goldenen Hirschgeweihs. Der Stierkopf ist beseitet: in Höhe des Kronenreifs von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen, darunter von zwei, mit den Blättern schräg nach außen gekehrten grünenKleestängeln.“[19]
St. GeorgenMarienkircheRathaus, das Wahrzeichen der Stadt
Historischer Stadtkern von Parchim mit zwei Zentren als Altstadt (um St. Georgen) und Neustadt (um St. Marien), durchflossen von der Elde und umgeben von den Wallanlagen
Gotische PfarrkircheSt. Georgen, Hallenkirche aus Backsteinen von 1289, Innen: Reste mittelalterlicher Wandmalereien,neogotischer Altaraufsatz vonGotthilf Ludwig Möckel (Ende des 19. Jahrhunderts), zwei spätgotische Triumphgruppen, achteckiges steinernes Taufbecken von 1619, Kanzel von 1580, Leptzow-Altar von 1421, Ratsgestühl von 1608/1623
PfarrkircheSt.-Marien-Kirche,Hallenkirche, Gewölbe und Strebepfeiler vom 14. Jahrhundert, Westturm von 1310, Innen: BronzeTauffünte von 1365, Marienaltar von um 1500, zwei Glocken von 1514, Kanzel und Orgelempore von 1601, jüdische Grabsteine aus dem 13. und 14. Jahrhundert
Zinnhaus, Fachwerkhaus von 1612, Langenstraße 24, zweitältester Profanbau in Parchim. einst auch Haus des Stadtwachtmeisters, heute Kunst- und Kulturzentrum
GotischesRathaus am Alten Markt aus dem 14. Jahrhundert, 1818 für das Mecklenburgische Oberappellationsgericht von dem ArchitektenJohann Georg Barca grundlegend umgebaut,
Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit Wallanlage und Mauer (beim Wallhotel bis zu einem Meter breit), Stadttore im 19. Jh. abgetragen
In Parchim standen 2007 um 473 Gebäude oder Bauteile unterDenkmalschutz, zumeist Wohnhäuser oder Wohn- und Geschäftshäuser sowie vereinzelt ehemalige Speicher stehen vornehmlich in der Altstadt, sowie in der Neustadt und der Regimentsvorstadt wie u. a. in:
Alte Mauerstraße (7),Alter Markt (11), Am Ilepool (7), Am Kreuztor (4), Am Rathaus (4), Am Wallhotel (6), Apothekenstraße (4), Auf dem Brook (18),Auf dem Sassenhagen (25), August-Bebel-Straße (4), Baadestraße (7), Bahnhofsstraße (4, u. a. der Bahnhof mit den Nebengebäuden), Bauhofstraße (7), Bleicherstraße (2),Blutstraße (13), Brunnenstraße (5), Buchholzallee (16), Clara-Zetkin-Straße (1), Eichberg (Kriegerdenkmal), Fichtestraße (8),Fischerdamm (4, u. a. die Mühle), Floerkestraße (2), drei Friedhöfe (u. a. Gedenkstätten, Grabmäler, Kapellen), Fritz-Reuter-Straße (Kriegerdenkmal), Hakenstraße (8), Heidestraße (7) Kirchen (3), Kirchgasse 2),Lange Straße (25),Lindenstraße (26), Ludwigsluster Straße (15), Marienstraße (2), Marstall (7), Meyenburger Straße (2),Mittelstraße (7),Moltkeplatz (5, u. a. Park, Denkmal, ehemaliges Amtsgericht, Landratsamt), Mönchhof (2: Schule, Transformatorenhaus), Mühlenberg (4), Mühlenstraße (17), Neue Mauerstraße (10), Neuer Markt (1), Pfaffenhaus (4), Piepenhäger Straße (3), Putlitzer Straße (22) (u. a. Kasernen),Rosenstraße (23),Schuhmarkt (7, u. a. Rathaus und Post), Schweriner Straße (9), Spiekerstraße (3), Stegemannstraße (1), Stiftstraße (1), Voigtsdorfer Weg (4), Vor dem Neuen Tor (3), Waagestraße (3), Wallanlage undStadtmauer, Wallallee (4, u. a. Schule), Wasserberg (3), Wockerstraße (2),Ziegenmarkt (5).
1910: Gedenktafel an Langestr./Ecke Bleicherstr., fürFritz Reuter, der 1830/31 hier wohnte. Die beschädigte Tafel wurde vor vielen Jahren entfernt und befindet sich im Stadtmuseum.
1915: Gedenkstein von den Verwundeten des Schleswig-Holsteiner Dragonerregiments Nr. 13 im Buchholz, kurze Zeit später wahrscheinlich nachNeustadt-Glewe umgesetzt
1916: Denkmal für die im Kriegsgefangenenlager verstorbenen Soldaten
1920: Kriegerdenkmal 1914/18 des Männerturnvereins Parchim (zerstört), ursprünglich auf dem Festplatz in Buchholz, in den 1930er Jahren verlegt
1922: Kriegerdenkmal 1914/18 des Dragonerregiments Nr. 18
1950: Gedenkstein für denAntifaschistenPaul Sasnowski, Flörkestr. 44 A (eingelagert auf städtischem Betriebshof)
1950: Gedenkstein für den SpanienkämpferOtto Volkmann, Flörkestr. 44 A (eingelagert auf städtischem Betriebshof)
1950: Gedenkstein in der Parkanlage zwischen Goetheschule und Krankenhaus für Opfer des Todesmarsches des KZ Sachsenhausen vom April 1945
?: Gedenkstein auf demNeuen Friedhof für 110Zwangsarbeiter aus verschiedenen Ländern
1960: Gedenktafel an Am Marstall 7, fürFritz Reuter, der 1828 bis 1830 hier wohnte.
1962: Gedenkstein amDammer Weg mit den Massengräbern für 465 Männer, Frauen und Kinder aus derSowjetunion, die Opfer der Zwangsarbeit wurden
1970: Gedenkstätte für den 1969 zumStädtischen Friedhof verlegtenJüdischen Friedhof zur Erinnerung an den Friedhof und die jüdischen Opfer derShoa
1970: BronzeskulpturDer Junge mit der Taube vonAugust Martin Hoffmann auf dem Gelände des Hydraulik Werkes, seit 1990 verschollen
1972: Gedenktafel an Auf dem Sassenhagen 8, fürOtto Volkmann, der 1936 in Spanien fiel. Die Tafel wurde 1990 entfernt und befindet sich im Stadtmuseum.
1972: Gedenktafel an der Alten Mauerstraße 21 für denAntifaschistenPaul Sasnowski, der 1944 ermordet wurde. Die Tafel wurde 1990 entfernt und befindet sich im Stadtmuseum.
1972: Emaille-Wandbild vonHorst Holinski an der Etkar-Andre - Oberschule, seit 2009 an der Grundschule West
1974: Gedenkstein an der Ecke Leninstraße/Walter-Hase-Straße an Walter Hase und die Sowjetbürger Awramenko und Etschkola, die Widerstandsarbeit gegen die Kriegsproduktion geleistet hatten und deswegen ermordet wurden
1976: Gedenktafel im OrtsteilSlate an der Hauptstraße, vonPutlitz kommend links am ersten Grundstück, für die Opfer des Todesmarsches der Häftlinge des KZ Sachsenhausen
1976: Sandsteinplastik Frauenfigur vonWieland Schmiedel vor der Poliklinik am Buchholz
1979: SandsteinskulpturMutter und Kind von der BildhauerinIngeborg Hunzinger, ursprünglich auf dem Mönchhof, heute in der ständigen Ausstellung des Museums
1979: 4 StelenUrteil des Paris vom BildhauerStefan Thomas, ursprünglich am Brunnen auf dem Schuhmarkt, seit 2000 im Rosengarten
1980: SandsteinplastikLeben und Tod der BildhauerinIngeborg Hunzinger Parkanlage zwischen Goetheschule und Krankenhaus
1980: Gedenkstein mit Büste an der Hans-Beimler-Straße 12 (Giebel) fürHans Beimler
1981: Gedenktafel vor dem Rathaus für die Städtepartnerschaft mitSaint-Dizier, Die Tafel wurde um 1995 entfernt und befindet sich im Stadtmuseum.
1983: Gedenkstätte auf dem Schuhmarkt (gegenüber dem Rathaus) fürWilhelm Pieck, Büste befindet sich heute im Museum
1985: Büste und Ehrenhain fürOtto Volkmann Auf dem Brook, von Bildhauer Manfred Wagner aus Schmölln
1988: Gedenktafel an der Hakenstr. 5 fürJohann Jakob Engel, der in diesem Haus verstarb
1988: Gedenktafel an der Lindenstr. 42 fürCarl Hinstorff, der in diesem Haus denHinstorff Verlag gründete
1989: Gedenktafel an derGoetheschule in der Wallallee zur Erinnerung an den DichterErich Mühsam, der in dieser Schule lernte und 1934 imKZ Oranienburg ermordet wurde
1989: Gedenktafel an derGoetheschule in der Wallallee zur Erinnerung an den ErfinderAlexander Behm, der hier zur Schule ging
1989: Gedenktafel an derGoetheschule in der Wallallee zur Erinnerung an den ArchitektenWerner Cords-Parchim, der hier zur Schule ging
1989: Gedenktafel an der Mittelstr. 18 für ältesten nachweisbaren Vorfahren derGebrüder Mann, die im Vorgängerhaus wohnten
1989: Gedenktafel an der Auf dem Sassenhagen 52 fürRudolf Tarnow, der in diesem Haus seine Jugend verbrachte
1990: Gedenktafel in der John-Brinkmannstr. 8–10 (Asklepios-Klinik, Foyer) fürJohannes Gillhoff, der in diesem Krankenhaus verstarb
1990: Findling vor dem Rathaus für dieDeutsche Wiedervereinigung, im Frühjahr 2023 vor die neue Kulturmühle umgesetzt.
1993: Gedenktafel an der Blutstr. 5–6 für die Lehrer Erich Creutzfeldt und Karl Richter als Opfer stalinistischen Terrors. 1995 wurde die Tafel gestohlen und wieder ersetzt.
1996: Zwei Gedenkstelen des BildhauersWieland Schmiedel zwischen Parchim undSlate sowie vor dem Ortseingang von Parchim aus RichtungCrivitz für die Opfer des KZ-Todesmarsches
2000: Gedenktafel an der Rosenstr. 43/44 für die Zerstörung der Inneneinrichtung derSynagoge am 9. November 1938
2001: Brunnen „Weib auf Stierkopf“ von BildhauerMichael Mohns, auf dem Schuhmarkt
2006: Gedenkstein Moltke-Platz, gegenüber Eingang Stadtarchiv, für Patenschaft mit PzArtBtl 405 (Panzerdivision Dabel)
2009: SandsteinskulpturLiegende des BildhauersWieland Schmiedel, Moltkeplatz
2009: SandsteinskulpturCourage des BildhauersWieland Schmiedel, vor dem Stadthaus
2009: KunstwerkSonnenuhr des BildhauersUtz Brocksieper, Cordesiusstraße
2009: KunstwerkAggression des BildhauersMax Schmelcher, Ebelingplatz
2009: KunstwerkLeichtigkeit des Steins des BildhauersMax Schmelcher, Ecke Westring / Ziegendorfer Chaussee
2024: Gedenkstein im Forstrevier Slate in der Nähe des Poltnitzer Weges für ehemaligen Oberförster Erhard Bach (1947–2024)
2024: Hinweisstein im Forstrevier Sonnenberg für die Forstsenator-Sommer-Schneise, 1832 führte Senator Sommer (1779–1849) eine geordnete Waldwirtschaft ein, ließ geradlinige Schneisen anlegen, es entstanden die Slater Tannen, die Dammer Tannen und Malchower Tannen.
2025: Hinweisstein im Forstrevier Kiekindemark für die Förster-Hackert-Schneise, für den ehemaligen Revierförster Fritz Hackert (1911–2010)
Im Stadtgebiet befinden sich mehrere kulturelle Einrichtungen:
Mecklenburgisches Landestheater Parchim mit Schauspielen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sowie einer Jugendtheatergruppe, in der Kulturmühle Parchim.
Multiplex-Kino mit drei Kinosälen und Kunstfilm-Tagen, in der Regimentsvorstadt
ebe-art-Galerie, stadtauswärts in Richtung Lübz
Landeskirchliche Gemeinschaft Parchim, im ehemaligen Schulgebäude am Ziegeleiweg 1c
Parchim verfügt über einige heimische Musiker und Bands, welche unterschiedlichsten Musikrichtungen angehören, wie z. B. Blues, Rock, Independent Music, Folk etc. Diese treten zu verschiedenen Veranstaltungen in und um Parchim auf. Darüber hinaus fand alljährlich, jeweils einmal im Frühjahr und Herbst, in der Innenstadt ein Musikfest statt, die sogenannte „Musikmeile“. In dieser traten internationale Bands und Einzelmusiker in Gaststätten, Bars und Kneipen auf.
Ein Stadtfest im Mai und eine „Einkaufsnacht“ (seit 2005) an einem Samstag im Juni werden jedes Jahr veranstaltet. In jedem Jahr findet am ersten Novemberwochenende der „Martinimarkt“ statt. Seit 2001 gibt es einen „Adventsmarkt“, der fast ausschließlich von Vereinen gestaltet wird, in und um die St. Marienkirche.
Das älteste in der Stadt ansässige Unternehmen ist nach Schließung der Mühle Anfang 2008 (diese bestand seit 1809) ein Backofenbaubetrieb, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1874 zurück reichen.
Parchim liegt an den BundesstraßenB 191 (zwischenLudwigslust undLübz) undB 321 (zwischenSchwerin und der AutobahnanschlussstelleSuckow an derA 24 Hamburg–Berlin). Die Stadt ist auch über die AnschlussstelleNeustadt-Glewe (ebenfalls an der A 24) erreichbar.
In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt derFlughafen Schwerin-Parchim, der auch die LandeshauptstadtSchwerin bedient. Der Flughafen wurde 1934 erbaut, 1945 zerstört und dann von den sowjetischen Besatzern wieder aufgebaut und als Militärflugplatz genutzt. Nach deren Abzug 1991 und einigen Umbaumaßnahmen wurde er für zivile Zwecke weitergenutzt und zunächst von der Stadt und demLandkreis Ludwigslust-Parchim bewirtschaftet. Es folgte eine Verpachtung an dieWiggins Group, ein US-kanadisches Luftfahrt-Beratungsunternehmen, in der Hoffnung, er werde ein regionaler Reise- und Frachtflughafen. Nach der Insolvenz der Wiggins Group und zwischenzeitlicher Vermarktung durch Stadt und Landkreis wurde u. a. eine Lagerhalle gebaut.
Der Flughafen soll nun ein reines Fracht-Drehkreuz werden, für dessen Zwecke sich ein schweizerisches Logistikunternehmen ansiedelte. Von Seiten des Landes wurden 36 Mio. Euro an Fördermitteln eingesetzt. Als Vorteile für den Standort Parchim gelten die gute Anbindung an Straßen- und Schienennetz sowie eine 24-stündige Flugerlaubnis und eine für Großflugzeuge geeignete 3000-Meter-Landebahn.
Das chinesische Frachtunternehmen LinkGlobal Logistics Co. Ltd. hat im Mai 2007 den Flughafen Parchim sowie die umliegenden Gewerbeflächen vom Landkreis gekauft. Der zunächst vereinbarte Kaufpreis in Höhe von 30 Millionen Euro wurde auf 18 Millionen Euro reduziert.[24] Neben Frachtflügen von der zentralchinesischen StadtZhengzhou in der ProvinzHenan waren auch wöchentliche Passagierflüge ins Auge gefasst. Geplant war der Bau von Luxushotels, eines Spielcasinos sowie eines Einkaufstempels für chinesische Touristen.[24] Man hoffte in absehbarer Zeit auf[25] 1000 neue Arbeitsplätze. Der Flugbetrieb war für das zweite Quartal 2014 angekündigt,[26] kam jedoch nie zustande.
Im Jahr 2017 wurde der Flughafen von großen deutschen Fluggesellschaften vorrangig für Schulungsflüge genutzt (2174 von 2300 Starts) und verzeichnete 54 abgefertigte Passagiere. Zum 1. Januar 2019 wurden 20 von 25 im Frachtbereich tätigen Mitarbeiter der Baltic Airport Mecklenburg GmbH entlassen.[24] Der Flughafen wurde am 1. Februar 2023 offiziell geschlossen.[27]
Bekanntester Fußballverein ist derSC Parchim, der insgesamt drei Spielzeiten in derDDR-Liga absolvierte. Er spielt in der Saison 2019/2020 in derLandesliga West Mecklenburg-Vorpommern.
Der Radsportverein „Vorwärts“ Parchim wurde 1990 gegründet, als es dieArmeesportvereinigung Vorwärts mit dem Ende derDDR nicht mehr gab. Vorgänger der ASG Vorwärts Parchim, die seit Dezember 1977 bestand, war die Sektion Radsport in der BSG Einheit Parchim, die 1953 gegründet wurde. Die damalige Radsport-Sektion derBetriebssportgemeinschaft Einheit Parchim (BSG) führte 1959 das traditionelleQuerfeldeinrennen erstmals ein, eine Disziplin desRadsports die im Oktober 2009 zum 50. Mal ausgetragen wird.
Die 2007 gegründeteRollstuhltanzgruppeParchimer Tanzteufel beim SV Einheit 46 Parchim e. V. trat 2010 beim Deutschlandpokal der Breitensportler im Rollstuhltanz inRheinsberg an und errang zwei Pokale.[30]
Die Umgebung Parchims ist Handlungsort einer vor allem regional bekanntenSage, in derRäuber Vieting eine Hauptfigur ist. Durch Überlieferungen gibt es mehrere Versionen. Vieting soll Kaufleute und andere Reisende beraubt und zumeist ermordet haben. Einem aus Slate oder Umgebung stammenden und gefangengenommenen Mädchen gelingt es durch eine List, einen Schwur zu umgehen und Stadtsoldaten auf die Spur des gesuchten Räubers zu führen, die ihn fassen. Der Räuber Vieting wird zum Tode verurteilt und äußert als letzten Wunsch einen Kuss der Verräterin, bei dem er ihr die Zunge abbeißt.
Fritz Asmus:Eisenbahnen in und um Parchim. Chronik eines Eisenbahnstandorts in Mecklenburg. GVE-Verlag, Berlin 2002,ISBN 3-89218-078-4.
Karl Augustin:Geschichte der Stadt Parchim. Zur Siebenhundertjahrfeier der Stadt. Verlag der Stadtverwaltung, Parchim 1926 [Nachdr.: Stock & Stein, Schwerin 1995].
Gerd Behrens:Parchim – Stadtgeschichte in Daten. Teil 1:1170–1900, Teil 2:1901–1945, Teil 3:1945–1988, Teil 4:1989–2010 (=Schriftenreihe des Museums der Stadt Parchim, Hefte 14, 20, 23 und 25). 2002–2011.
↑Fred Ruchhöft:Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter. (=Archäologie und Geschichte im Ostseeraum. Bd. 4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008,ISBN 978-3-89646-464-4, S. 91.
↑Hexen- und Zaubereiprozesse in Mecklenburg basierend auf der Dissertation von Katrin Moeller: Dass Willkür über Recht ginge. Hexenverfolgung in Mecklenburg im 16. und 17. Jahrhundert, Bielefeld 2007. Vergleiche die Ausstellung im Fachmuseum "Burg Penzlin. Das Hexenmuseum in Mecklenburg".http://alte-burg.amt-penzliner-land.de/
↑Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern:Schließung des Verkehrsflughafens Schwerin-Parchim (EDOP). In: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH (Hrsg.):Nachrichten für Luftfahrer 2023-1-2715. 2. Februar 2023.