Panzergrenadierbrigade 4 | |
|---|---|
Verbandsabzeichen | |
| Aktiv | 16. März 1959 bis 30. Sep. 1993[1][2] |
| Staat | Deutschland |
| Streitkräfte | |
| Teilstreitkraft | |
| Typ | Panzergrenadierbrigade |
| Unterstellung | |
| Stabssitz | Göttingen[2] |
DiePanzergrenadierbrigade 4 mit Stab inGöttingen war einer der ältesten Verbände desdeutschen Heeres. DieBrigade wurde 1993 aufgelöst. Sie war im südlichenNiedersachsen um Göttingen und umKassel im NordenHessens stationiert.


Zur Einnahme derHeeresstruktur 1 wurde im Mai 1958 dieKampfgruppe C 2 mitStandort desStabes in derGöttingerZieten-Kaserne neu aufgestellt.[1][2] Die Kampfgruppe C 2 unterstand der2. Grenadierdivision.[1] Ihr ersterKommandeur warWolf Graf Baudissin,[1] einer der Begründer des Konzepts derInneren Führung der Bundeswehr. Die Kampfgruppe C 2 gliederte sich grob in folgende Truppenteile:[A 1]
Zur Einnahme derHeeresstruktur 2 wurde zum 1. April 1959 dieKampfgruppe C 2 in diePanzergrenadierbrigade 4 umgegliedert.[1] Der Panzergrenadierbrigade 4 unterstanden:
1961 wurde das Feldartilleriebataillon 45 unterstellt. 1962 folgte das neu aufgestellte Panzerbataillon 44 inMengeringhausen beiArolsen.1968 wurde die ABC-Abwehrkompanie 40 in Kassel unterstellt, die beim Übergang in die Heeresstruktur 3 jedoch am 31. März 1971 aufgelöst wurde.
1970 wurde die Brigade in derHeeresstruktur 3 zur Jägerbrigade 4 umgegliedert; die Panzergrenadierbataillone hießen jetzt Jägerbataillone. 1972 wurde das Versorgungsbataillon 46 aufgelöst. Das Feldartilleriebataillon 45 in Göttingen wurde geteilt und teilweise der neuenPanzerbrigade 34 unterstellt. Aus den verbliebenen Teilen wird dasPanzerartilleriebataillon 45 aufgestellt.
Ab 1980 hieß die Brigade in derHeeresstruktur 4 wieder Panzergrenadierbrigade 4. Der Brigade unterstanden in dieser Struktur:
Die Brigade umfasste im Herbst 1989 in derFriedensgliederung etwa 3150 Soldaten.[3] Die geplanteAufwuchsstärke imVerteidigungsfall betrug rund 3550 Soldaten.[3] ZumAufwuchs war dieEinberufung vonReservisten und dieMobilmachung vonnicht aktiven Truppenteilen vorgesehen.[3] Zum Ende derHeeresstruktur 4 im Herbst 1989 war die Brigade weiter Teil der2. Panzergrenadierdivision und gliederte sich grob in folgendeTruppenteile:[3][A 2]
Für die Erprobung derHeeresstruktur 5 im Rahmen des Truppenversuchs „Kaderung und rascher Aufwuchs“ wurde 1988 das Panzergrenadierbataillon 41 in ein Stammbataillon, das Panzerbataillon 44 in ein Aufwuchsbataillon und das bisherige Panzergrenadierbataillon 41 in dasPanzerbataillon 41 umgewidmet. Dieser Versuch wurde 1991 beendet. 1992 wurde die Panzerjägerkompanie 40 außer Dienst gestellt, ebenso die Panzergrenadierbataillone 42 und 43 sowie die Panzerbataillone 44 und 41. 1993 folgte die Außerdienststellung der Panzerpionierkompanie 40, der Nachschubkompanie 40, des Feldersatzbataillons 23, des Panzerartilleriebataillons 45 und der Instandsetzungskompanie 40. Als letzter verbliebener Truppenteil in derZieten-Kaserne in Göttingen, die danach geschlossen wurde, wurde die Stabskompanie der Panzergrenadierbrigade 4 im April 1993 außer Dienst gestellt.
Die Brigade leistete im Sommer 1960 bei der Erntenothilfe durch 500 Soldaten Unterstützung. Weiterhin wurde die Brigade vom 17. Februar bis 2. März 1962 beim Einsatz während derFlutkatastrophe in Hamburg und von März bis Mai 1990 bei der Beseitigung von Sturmschäden in den Wäldern der Forstämter Kassel, Melsungen und Jühnde verwandt.
Folgende Offiziere waren Kommandeure der Brigade (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):[1]
| Nr. | Name | Beginn der Berufung | Ende der Berufung |
|---|---|---|---|
| 14 | OberstAlbrecht von und zu Egloffstein | 1. April 1993 | 30. September 1993 |
| 13 | OberstRainer Fell | 1. April 1991 | 31. März 1993 |
| 12 | OberstBernd Albert | 1. April 1989 | 31. März 1991 |
| 11 | BrigadegeneralGeorg von Consbruch | 1. April 1983 | 31. März 1989 |
| 10 | BrigadegeneralHans Nebe | 1. August 1979 | 31. März 1983 |
| 9 | OberstJohann Hoster | 1. Oktober 1977 | 31. Juli 1979 |
| 8 | OberstOtto-Günther Werren | 1. April 1974 | 30. September 1977 |
| 7 | OberstGert Bastian | 1. Oktober 1971 | 31. März 1974 |
| 6 | BrigadegeneralArndt-Dieter Thormeyer | 1. Februar 1970 | 30. September 1971 |
| 5 | OberstEberhard Wagemann | 1. April 1968 | 31. Januar 1970 |
| 4 | OberstHans-Joachim Kerschkamp | 1. April 1965 | 31. März 1968 |
| 3 | BrigadegeneralHans Hinrichs | 1. Oktober 1963 | 31. März 1965 |
| 2 | OberstOswald Graf von Ressèguier | 1. Juli 1961 | 30. September 1963 |
| 1 | BrigadegeneralWolf Graf Baudissin | 1. Juli 1958 | 30. Juni 1961 |

DieBlasonierung des Verbandsabzeichens für denDienstanzug der Angehörigen der Panzergrenadierbrigade 4 lautete:
DieTingierung desSchildes entsprach derFlagge Hessens. Der Löwe ähnelten demBunten Löwen („Hessenlöwe“) derLudowinger aus demhessischen Landeswappen. Die Verbandsabzeichen derDivision und der unterstelltenBrigaden waren bis auf dieBorde identisch. In der Tradition derPreußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 4 als „erste“ Brigade[A 3] der Division einen weißen Bord.
Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen auch dasinterne Verbandsabzeichen desStabes bzw. derStabskompaniepars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte auf einem schwarz-silbernenSchild wie in derpreußischen Flagge einen aufrecht stehendenEichenlaubzweig wie imBarettabzeichen derJägertruppe. DasMonogramm „IR“ auf derlinken Seite ist an das Abzeichen des2. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 82 angelehnt.
51.5205555555569.9694444444444Koordinaten:51° 31′ 14″ N,9° 58′ 10″ O