
Paige-Detroit Motor Car Company war ein Automobilhersteller mit Sitz inDetroit,Michigan. Von 1909 bis 1910 lautete der MarkennamePaige-Detroit und ab 1911Paige, nach der 1927 erfolgten Übernahme durch die Graham-Brüder erfolgte die Umbenennung inGraham-Paige Motors Corporation, der MarkennamePaige wurde schon 1928 aufgegeben.
Hinter der Marke Paige-Detroit stand der GeschäftsmannHarry M. Jewett, der 100.000 US-$ an eigenem und geborgtem Geld investierte. Er ließ sich von den Vorzügen einer Konstruktion vonAndrew Bachle überzeugen und beriefFred O. Paige, zuvor Präsident der vonGeneral Motors übernommenenReliance Motor Car Company, in der gleichen Position in seine Firma.
Der 1908 erschienene Wagen wurdePaige-Detroit Model 1 genannt und war ein zweisitzigerRoadster mit 2,2 Liter-Dreizylinder-Zweitaktmotor. Die Leistung lag bei 25 PS nach damaliger Berechnungsmethode. Das Auto hatte einenRadstand von 2794 mm (110 Zoll) und kostete 800 US-$ (inflationsbereinigt heute etwa $28.143,45). Der im Automobilgeschäft unerfahrene Jewett lernte bald, dass dieses Auto nicht zufriedenstellend funktionierte. Um seine Investition zu retten, ordnete er 1910 einen Produktionsstopp an, entließ Paige, übernahm selber das Amt des Präsidenten und begann, unter dem NamenPaige neue Modelle auf den Markt zu bringen.
Bis 1914 baute Paige ausschließlich solide, konventionelle Mittelklassewagen mit wohlklingenden Bezeichnungen wieKenilworth Roadster,Sultan-Sedan,LaMarquise Coupe oderMeadowbrook Runabout. Die Preise für offene Versionen lagen anfangs knapp unter, später etwas über 1000 US-$. 1915 erschien ein 29,4-PS-Sechszylinder mit Preisen um 1400 US-$. Im folgenden Jahr löste ein kleinerer Sechszylinder mit 22 PS den Vierzylinder ab, und die Firma stellte nur noch Sechszylinderwagen mit 3,7 und 4,9 Litern Hubraum in der Mittel- und oberen Mittelklasse her. Der Paige trat unter anderem mit Marken wieOakland,Studebaker,Oldsmobile oderNash in Wettbewerb.
1914 hatte Paige 4631 Autos gebaut, 1915 waren es 7749 und 1916 bereits 12.456.
Mit den Modell6-66 versuchte Paige in derOberklasse Fuß zu fassen. Das Auto blieb jedoch ein Außenseiter, obwohlRalph Mulford inDaytona Beach mit einer abgespeckten Version einen Rekord von 102,83 mph (165,49 km/h) über eine Meile (1609 m) aufstellte. Daraus resultierte 1922 der vermutlich bekannteste Paige, der auf Bestellung gefertigte6-66 Daytona; ein sportlicher dreisitziger Roadster mit 6-Liter-Maschine. Der dritte Sitz konnte vom rechten Trittbrett des Fahrzeuges aus geöffnet werden. 1923 folgte eine Nachfolgeversion6-70 Daytona, danach wurde das Modell eingestellt.
Paige behauptete in der Werbung, es stelle die „schönsten Autos Amerikas“ her.
Eine bessere Idee war der 1923 eingeführteJewett, benannt natürlich nach dem Präsidenten der Gesellschaft. Die dazu gegründete Jewett Motors, Inc. war zu 100 % eine Tochtergesellschaft derPaige-Detroit Motor Car Company, und die Fahrzeuge liefen von den gleichen Bändern wie der Paige. DerJewett war ein attraktiver Sechszylinder mit 50 bhp (37,3 kW) Leistung und einem Radstand von 2845 mm. Das Auto kostete um 1000 US-$. Eine Pionierleistung war die Einführung von hydraulischen Bremsen in dieser Klasse 1926 – ein „neuer Tag“ für sein Auto, wie der Namensgeber meinte. Daher hießen die letzten ModelleJewett New-Day. Das Auto vermochte Paige aber nur kurze Zeit zu stabilisieren und wurde noch 1926 als Marke eingestellt. Im folgenden Jahr wurde es alsPaige 6-45 angeboten.
1925 hatte diePaige-Detroit Motor Car Company noch den Platz 10 in der US-Autoindustrie belegt. Ab 1927 gab es neben den Sechszylindermodellen auch den Achtzylinder8-85. Als sich abzeichnete, dass sich der jährliche Verlust in diesem Jahr auf 2,5 Mio. US$ belaufen würde, verkaufte Jewett das Unternehmen an die Graham-Brüder. Diese benannten es um inGraham-Paige Motors Corporation und bauten in den nächsten Jahren Automobile unter dem NamenGraham-Paige (bis 1930) undGraham (1930–1941).