Dieser Artikel behandelt vor allem Herkunft, Darstellung und Aussprache des Buchstabens P. Die verschiedenen Bedeutungen dieses Zeichens finden sich unterP (Begriffsklärung). Aus technischen Gründen leitet auch#P hierhin weiter; für die Komplexitätsklasse siehe daherSharp-P.
P bzw.p (gesprochen: [pʰeː]) ist der 15.Buchstabe desklassischen und der 16. Buchstabe desmodernen lateinischen Alphabets. Er ist einKonsonant. Der Buchstabe P hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 0,79 %. Er ist damit der21.-häufigste Buchstabe in deutschen Texten. In anderen europäischen Sprachen besitzt das P hingegen eine wesentlich höhere Buchstabenhäufigkeit (z. B. Französisch: 3,0 %; Italienisch: 3,0 %; Polnisch: 2,4 %).
In derStandardaussprache des Deutschen wird (wie auch imEnglischen und weiteren Sprachen) das p in den meisten Wortpositionenbehaucht gesprochen[pʰ]. Hierbei handelt es sich um einadjungiertes, keindistinktives Merkmal, es ist also zur Unterscheidung nicht notwendig. In einigen süd- und ostdeutschen Dialekten werden die stimmlosen Phoneme nicht behaucht. So wird dasp ähnlich wieb ausgesprochen. Häufig werden in den gleichen Gebieten stimmhafte Konsonanten (b, d, g, s) stimmlos oder abgeschwächt stimmhaft realisiert, so dass eine Unterscheidung von b und p schwierig ist. Vielerorts werden die stimmlosen Varianten als „hart“ und die stimmhaften als „weich“ verdeutlicht.[1]
Die Frühform des Buchstabens P in derprotosinaitischen Schrift ist möglicherweise das Symbol für einenWurfstock. Allerdings ist dieses Ausgangssymbol in der Literatur nur teilweise akzeptiert, manche Quellen geben kein Ausgangssymbol an. Sicher ist, dass imphönizischen Alphabet ein Buchstabe mit dem NamenPe (Mund) existiert, der dem Wurfstock der protosinaitischen Schrift ähnelt und die Form einer nach links offenen Schleife hat. Der Lautwert des Pe bei den Phöniziern war [p].
Die Griechen übernahmen den Buchstaben mit diesem Lautwert und gaben ihm den NamenPi. Zu Beginn ähnelte das Pi noch dem Pe, wurde aber mit dem Wechsel der Schreibwerkzeuge zunehmend geometrisiert. Die ursprünglich verschieden langen vertikalen Striche des Pi wurden bis zum klassischen griechischen Alphabet auf gleiche Länge gebracht. Neben ästhetischen Gründen könnte dafür auch die Verwechslungsmöglichkeit mit demGamma Ursache gewesen sein.
In das etruskische Alphabet wurde noch die frühgriechische Form des Pi übernommen. Anders als bei den Griechen wurde der Ansatz nicht verlängert, sondern abgerundet. In das lateinische Alphabet wurde das P in der etruskischen Form übernommen, allerdings wurde es beim Wechsel der Schreibrichtung von rechts-nach-links auf links-nach-rechts gespiegelt. Als weitere Modifikation wurde der abgerundete Teil mit dem Buchstabenansatz verbunden.
NachDIN 55301 (Gestaltung statistischer Tabellen) steht dasMinuskelp (englischp fürpreliminary), das einer Wertangabe (Zahl) in einem Tabellenfach nachgestellt ist für „vorläufige Zahl“ als wertergänzenden Zeichen, auchQualitätsanzeigern (im Gegensatz zu wertersetzenden Zeichen). Genau so wird das Zeichen auch in Tabellen deramtlichen Statistik verwendet.[2][3]
Die FlaggeP imFlaggenalphabet (auchBlauer Peter genannt) wird gesetzt, um anzuzeigen, dass ein Schiff innerhalb der nächsten 24 Stunden auslaufen will. Sie ist ein Zeichen für die Mannschaft, die sich auf Landgang befindet, an Bord zu kommen, und dass örtliche Lieferanten ausstehende Rechnungen präsentieren sollen. Auf See bedeutet die FlaggeP hingegen: „Meine Netze sind an Hindernis festgekommen“.
Dasarabische Alphabet hat keinen Buchstaben fürP. Dort steht dasB (Bā') auch für den LautP. So wird beispielsweise auf ArabischBaris (باريس) stattParis geschrieben und gesprochen. StattPanama heißt esBanama (بنما), stattPeru heißt esBiru (بيرو), stattPakistan heißt esBakistan (باكستان) und fürPapa wirdBaba (بَابَا) gesagt. Daspersische Alphabet verwendet das arabische Alphabet in ganz leicht modifizierter Form. Der persische Buchstabe fürP (Pe (persischer Buchstabe)) ist ein leicht abgewandeltes arabischesB: Statt einem Punkt hat es drei Punkte.
„p haissen die teutschen schreiber den plaser, hat gar ein klaine underschaid von b, wird eins für das ander genomen.“[4]
„[…] das b und p wird gemachet mit den lebtzen, durch des athems gewalt aufgerissen, das einer den athem helt mit zůgespertem mundt, das er im die backen auftreibet wie einem pfeiffer, und läszt dann den athem durch geöffnete lebtzen faren; das p ist herter.“[5]
↑Richtlinien zur Gestaltung statistischer Tabellen für die Verbundprogrammierung, Arbeitskreis Veröffentlichungen der Statistischen Landesämter, Wiesbaden 1997, 41 Seiten, hier: Seite 36.